und hier nicht übergehen/ was Lambecius [S] Lib. II Comment. de Bibl. Vindob. p. 772 meldet/ daß in diesem Keiserl. Bücher-Schatz vorhanden sey eine alte membrana, darauf die Sonntags- und Fest-Episteln/ samt andern fragmentis A. und N. Testaments/ in alt-Teutschen Reimen meistentheils zu lesen/ um das Jahr Christi 1210 verfertiget/ derer Titul und Anfang also lautet: Hye hebt sich der Epistler an. [...] Eod. lib. II p. 959 gedenket wolermeldter Lambecius einer Historiae Sacrae Vet. Testamenti in Germanicam linguam rhythmice translatae, derer Anfang: Christ Herre über alle Krafft/ [...] Sonsten hat auch Hottingerus in seinem Bibliothecario quadripartito p. 148. 149 einige fragmenta einer Biblischen Ubersetzung des Alten Testamentes in T. Reimen/ herausgegeben/ und sehr beklaget/ daß das ganze Werk verlohren gegangen. Allein daß selbiges annoch in der fürtrefflichen Wolfenbüttelischen Bibliothec anzutreffen/ bezeuget b. Avunculus meus, D. Jo. Saubertus, in seiner Palaestra Theologico-Philologica [S] p. 193, 194, da er schreibet: [...]. Ferner sind eadem in Palaestra folgende T. Verse excerpiret/ welche den 26 Versicul Exod. IIX sollen ausdrucken: Sie sprachen/ des mag nicht geschehen/ [...] Es nennet Saubertus diese Ubersetzung vetustissimam Versionem Bibl. Germanicam, ante plus quam quingentos annos conscriptam. Der Auctor soll gewesen seyn Rudolf von Hohen-Ems/ welcher diese Ubersetzung aus Befehl König Conrads/ Friderici II Sohnes/ um das Jahr Christi 1250 soll vorgenommen haben. Ja/ es gedenket auch des dritten Exemplars einer in alt-Teutsche Reimen Biblischen Ubersetzung Herr Conringius, in Epist. Gratulatoria Natalis duode-[S]nonagesimi ad Ducem Augustum Lüneb. gloriosiss. mem. p. 59 schreibend: Inter ducentas sane sex & viginti sive universae Scripturae sive V. Testamenti, Novi item Testamenti separatas septuaginta sex editiones, quas tua manu, Principum decus, in augustam bibliothecam, thesaurum illum librarium incomparabilem, retulisti, comprehenditur etiam MSta Bibliorum translatio vernacula perantiqua, proso sermone bis, & ter verso; quas inter & illa est, cujus specimen in Theologicae Blibliothecae volumine pronuper exhibuit meritis in rem omnem sacram profanamq; celeberrimus Hottingerus. Im Anfang des XIVten seculi, nemlich A. 1303 hat Hugo von Trimberg sein weitleuftiges Werk von Teutschen Reimen zu Ende gebracht/ so der Renner genennet wird/ darinnen er die Laster selbiger Zeiten des Geistlich- und weltlichen Standes entdecket/ und zur Gottseeligkeit/ Erbarkeit und andern Tugenden gute Vermahnung giebt. Von diesem Renner stehen auch zwei alte MSta in der Wolfenbüttelischen Bibliothec, aus denen man ersehen kan/ wie sehr das Werk im gedruckten verändert worden; und soll auch eines auf Papier/ in der Pauliner-Bibliothec zu Leipzig/ anzutreffen seyn. Zu der Zeit des Hugo von Trimberg lebte Freydank/ der ein Buch verfertiget/ so er die Lajen-Bibel nennet/ worinnen er die fürnehmsten Geschichte des A. und N. Testaments in Teutsche Reimen gebracht. Es werden in der mehr belobten Hochfürstl. Bibliothec zu Gotha unterschiedliche geschriebene seiner Gedichte [S] vorgezeiget/ mit der Uberschrifft/ Freigedank. Und schreibet obangezogener Spangenberg: Man hielte damals auf keinen Spruch nichts/ den nicht Herr Freidank gedichtet. A. 1317 starb Heinrich von Frauenlob/ welcher der H. Schrifft Doctor zu Mainz gewesen/ und solchen Zunamen daher bekommen/ weil er zu Lob des weiblichen Geschlechts sehr viel Lieder gedichtet/ insonderheit etliche von der H. Jungfrauen Maria/ die man unserer Frauen Lied geheißen; und ist er/ am Andreas Tag gedachten Jahres/ von etlichen fürnehmen Matronen aus seinem Hause biß in den Domm zu seiner Grabstette getragen/ auch diese von ihnen mit Wein begoßen worden. Vielleicht in diesem oder folgendem Jahrhundert mag geschrieben seyn worden das alte T. Reimen-Buch de Infantia Christi; welches auch in Griechisch- und Arabischer Sprache zu finden: massen Lambecius Lib. VII Comment. de Biblioth. Vindob. p. 270. 271 meldet/ daß ein Griechisches MStum in der Keiserl. Bibliothec zu Wien anzutreffen/ deßen auctor Thomas Israëlita genennet wird; und soll ein gleiches MStum in der Königl. Bibliothec zu Paris verwahret werden. Des Golii Arabisches MStum hat vor 6 Jahren/ nemlich A. 1697, Henr. Sike, cum versione Latina & Notis f. 8. zu Utrecht im Druck herausgegeben/ unter dem Titul: Evangelium Infantiae, vel Liber Apocryphus de Infantia Servatoris. In der Hochfürstl. Bibliothec zu Gotha aber wird vorgezeigt eine Teutsche Version auf Pergamen/ unter dem Titul: Hie hebt sich an unsers Herrn [S] Kindheit und sein Leben. Es kommen darinnen unterschiedliche Mährlein vor. Unter andern/ Daz Jesus ainem Kind sein Krüglein wieder ganz macht. An einem Tag daz kint Jesus. [...] Etliche nennen dieses Buch Evangelium quintum, oder Evangelium Pueritiae, und halten solches in sonderem Wehrt. Es urtheilet aber Lambecius sehr wol davon/ wann er schreibet: Sive sub Thomae Israëlitae nomine, sive sub nomine S. Matthaei Apostoli, sive sub quocunque alio specioso titutlo Liber de Infantia Christi se venditet, certo tamen constat, eum, tanquam fabulosum & supposititium, omnique autoritate & fide carentem, a sancta Ecclesia Catholica jam olim merito improbatum & rejectum esse. Hierauf führet Lambecius die gemeine Meynung der Kirchen-Vätter an/ daß Christus vor dem ersten Zeichen zu Cana in Galilaea kein Zeichen oder Wun-[S]der gethan; und beweiset solches aus dem Epiphanio, Chrysostomo und Baronio. Ein gleiches judicium hat schon zu seiner Zeit Lutherus hierüber gefället im VII Haubt-Stuck der Tischreden/ vom HErrn Christo/ p.m. 93: Viel Fabeln sind von vielen erdichtet/ was JEsus in seiner Kindheit und Jugend gethan habe/ wie zu sehen ist im Buch mit dem Titul/ de Infantia Salvatoris, oder de Vita Jesu. Weil aber in demselben Buch viel lächerlich närrisch Ding stehet/ hat es nie kein Ansehen gehabt bei den Christen. Zu Ende des vierzehenden/ und Anfang des fünfzehenden Seculi, regierte eine Reimsucht von Teutschen und Lateinischen Reimen untermischet/ dieser Art/ als das noch bekannte Weihnacht-Lied ist/ In dulci jubilo, nun singet und seyd fro! Von deßen auctore, Petro Dresdensi und seinen Liedern/ ein mehrers kan gefunden werden in Disputatione Acad. Jac. Thomasii de Petro Dresdensi, so zu Leipzig A. 1678 gehalten worden. Im funfzehenden Jahr-hundert lebte unter andern Sebastian Brand/ ein berühmter Rechts-gelehrter und Keiserlicher Raht/ welcher ein Lateinisch-poëtisches Büchlein/ de Moribus & facetiis mensae, sive Thesmophagiam, in T. Reimen übersetzet. Der Beschluß des Werklein lautet also: Ob nun wer ander sytt und wise/ [...][S][...] (Q4948)

Keine Beschreibung vorhanden
Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
und hier nicht übergehen/ was Lambecius [S] Lib. II Comment. de Bibl. Vindob. p. 772 meldet/ daß in diesem Keiserl. Bücher-Schatz vorhanden sey eine alte membrana, darauf die Sonntags- und Fest-Episteln/ samt andern fragmentis A. und N. Testaments/ in alt-Teutschen Reimen meistentheils zu lesen/ um das Jahr Christi 1210 verfertiget/ derer Titul und Anfang also lautet: Hye hebt sich der Epistler an. [...] Eod. lib. II p. 959 gedenket wolermeldter Lambecius einer Historiae Sacrae Vet. Testamenti in Germanicam linguam rhythmice translatae, derer Anfang: Christ Herre über alle Krafft/ [...] Sonsten hat auch Hottingerus in seinem Bibliothecario quadripartito p. 148. 149 einige fragmenta einer Biblischen Ubersetzung des Alten Testamentes in T. Reimen/ herausgegeben/ und sehr beklaget/ daß das ganze Werk verlohren gegangen. Allein daß selbiges annoch in der fürtrefflichen Wolfenbüttelischen Bibliothec anzutreffen/ bezeuget b. Avunculus meus, D. Jo. Saubertus, in seiner Palaestra Theologico-Philologica [S] p. 193, 194, da er schreibet: [...]. Ferner sind eadem in Palaestra folgende T. Verse excerpiret/ welche den 26 Versicul Exod. IIX sollen ausdrucken: Sie sprachen/ des mag nicht geschehen/ [...] Es nennet Saubertus diese Ubersetzung vetustissimam Versionem Bibl. Germanicam, ante plus quam quingentos annos conscriptam. Der Auctor soll gewesen seyn Rudolf von Hohen-Ems/ welcher diese Ubersetzung aus Befehl König Conrads/ Friderici II Sohnes/ um das Jahr Christi 1250 soll vorgenommen haben. Ja/ es gedenket auch des dritten Exemplars einer in alt-Teutsche Reimen Biblischen Ubersetzung Herr Conringius, in Epist. Gratulatoria Natalis duode-[S]nonagesimi ad Ducem Augustum Lüneb. gloriosiss. mem. p. 59 schreibend: Inter ducentas sane sex & viginti sive universae Scripturae sive V. Testamenti, Novi item Testamenti separatas septuaginta sex editiones, quas tua manu, Principum decus, in augustam bibliothecam, thesaurum illum librarium incomparabilem, retulisti, comprehenditur etiam MSta Bibliorum translatio vernacula perantiqua, proso sermone bis, & ter verso; quas inter & illa est, cujus specimen in Theologicae Blibliothecae volumine pronuper exhibuit meritis in rem omnem sacram profanamq; celeberrimus Hottingerus. Im Anfang des XIVten seculi, nemlich A. 1303 hat Hugo von Trimberg sein weitleuftiges Werk von Teutschen Reimen zu Ende gebracht/ so der Renner genennet wird/ darinnen er die Laster selbiger Zeiten des Geistlich- und weltlichen Standes entdecket/ und zur Gottseeligkeit/ Erbarkeit und andern Tugenden gute Vermahnung giebt. Von diesem Renner stehen auch zwei alte MSta in der Wolfenbüttelischen Bibliothec, aus denen man ersehen kan/ wie sehr das Werk im gedruckten verändert worden; und soll auch eines auf Papier/ in der Pauliner-Bibliothec zu Leipzig/ anzutreffen seyn. Zu der Zeit des Hugo von Trimberg lebte Freydank/ der ein Buch verfertiget/ so er die Lajen-Bibel nennet/ worinnen er die fürnehmsten Geschichte des A. und N. Testaments in Teutsche Reimen gebracht. Es werden in der mehr belobten Hochfürstl. Bibliothec zu Gotha unterschiedliche geschriebene seiner Gedichte [S] vorgezeiget/ mit der Uberschrifft/ Freigedank. Und schreibet obangezogener Spangenberg: Man hielte damals auf keinen Spruch nichts/ den nicht Herr Freidank gedichtet. A. 1317 starb Heinrich von Frauenlob/ welcher der H. Schrifft Doctor zu Mainz gewesen/ und solchen Zunamen daher bekommen/ weil er zu Lob des weiblichen Geschlechts sehr viel Lieder gedichtet/ insonderheit etliche von der H. Jungfrauen Maria/ die man unserer Frauen Lied geheißen; und ist er/ am Andreas Tag gedachten Jahres/ von etlichen fürnehmen Matronen aus seinem Hause biß in den Domm zu seiner Grabstette getragen/ auch diese von ihnen mit Wein begoßen worden. Vielleicht in diesem oder folgendem Jahrhundert mag geschrieben seyn worden das alte T. Reimen-Buch de Infantia Christi; welches auch in Griechisch- und Arabischer Sprache zu finden: massen Lambecius Lib. VII Comment. de Biblioth. Vindob. p. 270. 271 meldet/ daß ein Griechisches MStum in der Keiserl. Bibliothec zu Wien anzutreffen/ deßen auctor Thomas Israëlita genennet wird; und soll ein gleiches MStum in der Königl. Bibliothec zu Paris verwahret werden. Des Golii Arabisches MStum hat vor 6 Jahren/ nemlich A. 1697, Henr. Sike, cum versione Latina & Notis f. 8. zu Utrecht im Druck herausgegeben/ unter dem Titul: Evangelium Infantiae, vel Liber Apocryphus de Infantia Servatoris. In der Hochfürstl. Bibliothec zu Gotha aber wird vorgezeigt eine Teutsche Version auf Pergamen/ unter dem Titul: Hie hebt sich an unsers Herrn [S] Kindheit und sein Leben. Es kommen darinnen unterschiedliche Mährlein vor. Unter andern/ Daz Jesus ainem Kind sein Krüglein wieder ganz macht. An einem Tag daz kint Jesus. [...] Etliche nennen dieses Buch Evangelium quintum, oder Evangelium Pueritiae, und halten solches in sonderem Wehrt. Es urtheilet aber Lambecius sehr wol davon/ wann er schreibet: Sive sub Thomae Israëlitae nomine, sive sub nomine S. Matthaei Apostoli, sive sub quocunque alio specioso titutlo Liber de Infantia Christi se venditet, certo tamen constat, eum, tanquam fabulosum & supposititium, omnique autoritate & fide carentem, a sancta Ecclesia Catholica jam olim merito improbatum & rejectum esse. Hierauf führet Lambecius die gemeine Meynung der Kirchen-Vätter an/ daß Christus vor dem ersten Zeichen zu Cana in Galilaea kein Zeichen oder Wun-[S]der gethan; und beweiset solches aus dem Epiphanio, Chrysostomo und Baronio. Ein gleiches judicium hat schon zu seiner Zeit Lutherus hierüber gefället im VII Haubt-Stuck der Tischreden/ vom HErrn Christo/ p.m. 93: Viel Fabeln sind von vielen erdichtet/ was JEsus in seiner Kindheit und Jugend gethan habe/ wie zu sehen ist im Buch mit dem Titul/ de Infantia Salvatoris, oder de Vita Jesu. Weil aber in demselben Buch viel lächerlich närrisch Ding stehet/ hat es nie kein Ansehen gehabt bei den Christen. Zu Ende des vierzehenden/ und Anfang des fünfzehenden Seculi, regierte eine Reimsucht von Teutschen und Lateinischen Reimen untermischet/ dieser Art/ als das noch bekannte Weihnacht-Lied ist/ In dulci jubilo, nun singet und seyd fro! Von deßen auctore, Petro Dresdensi und seinen Liedern/ ein mehrers kan gefunden werden in Disputatione Acad. Jac. Thomasii de Petro Dresdensi, so zu Leipzig A. 1678 gehalten worden. Im funfzehenden Jahr-hundert lebte unter andern Sebastian Brand/ ein berühmter Rechts-gelehrter und Keiserlicher Raht/ welcher ein Lateinisch-poëtisches Büchlein/ de Moribus & facetiis mensae, sive Thesmophagiam, in T. Reimen übersetzet. Der Beschluß des Werklein lautet also: Ob nun wer ander sytt und wise/ [...][S][...]
Keine Beschreibung vorhanden

    Aussagen