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D. Bei diesem fehler im worte des verlangen/ den mein Herr eben verbessert/ erinnere ich mich itzund/ daß ich in einem liede gelesen: hilf mir/ du Schutzherr Israel ach! hilf/ hilf meiner seel'. Nuhn habe ich mich allezeit daran gestoßen/ und es für eine sünde wider das erste geboht gehalten/ daß man solcher gestalt redete/ indem alhier Israel/ als ein schutzherr/ angebehtet würde. Ja ich meinte nicht anders/ als daß es ein Päbstler gemacht. Aber nun sehe ich aus seiner erinnerung/ daß es du Schutzherr Israels heissen sol: darunter ich dan den wahren GOTT verstehe/ nähmlich den GOTT Israels oder Jakobs. M. Freilich ist es nicht wohl getahn/ daß etliche zuweilen/ des reimes wegen/ das end-s von derglei-[S]chen wörtern weglaßen/ und also den gantzen sin der rede verändern/ verkehren und verwürren: gleich wie man alhier im worte Israels getahn/ nur darum/ daß es sich mit seel' reimen könte. Auch kan ich demselben nicht gleich geben/ der nach Lateinischem gebrauche/ fürgiebet/ man möchte die fremden eigenen nahmen in unserer sprache/ durch ihre beugendungen und fälle/ den eingebohrnen Deutschen wörtern nach/ beugen/ oder nicht/ es sei alles eins. Ja wan in obangezogenem liede dem worte Israel das geschlechtswort des vorgesetzt were/ daß man daraus die fälle sehen/ und den eigendlichen sin vernehmen könte/ damit es hiesse/ du schutzherr des Israel; so möchte es zwar/ als eine pritschmeisterische freiheit/ hingehen. Aber der rechtmäßige gebrauch wil auch dieses in denen fremden wörtern/ die nicht schon auf ein s ausgehen/ gantz nicht billigen; sondern man mus dannoch das s darzu setzen/ ob gleich das geschlechtswörtlein des voran stehet/ und sagen: du Schutzherr des Israels/ des Jakobs/ des Abrahams/ des Davids; oder du Schutzherr Israels/ Jakobs/ Abrahams/ Davids/ usf. ohne das geschlechtswörtlein des. Ein anders ist es/ wie wir nur itzund gesagt/ wan dergleichen undeutsche eigene nahmen schon auf ein s ausgehen/ als Demostenes/ Pindarus/ Jesaias/ Enos usf. Als/ dan sagt man nicht unrecht: der GOtt des Jesaias/ des Enos/ die rede des Demostenes/ das lied des Pindarus. Aber wan man auch bei diesen das geschlechtswort des allezeit weglaßen wolte; so würde es zuweilen ohne verwürrung und verdunkelung des sinnes nicht geschehen: es sei dan/ daß man solche nah-[S]men auf unsere ahrt/ wo es sich schikken kan/ beugen wolle/ und sagen: der Gott Jeremisens/ oder Jesaisens Gott/ Pinders lied/ usf. Die rede Demostenesens kan ich nicht sagen/ weil das wort zu lang wird: auch nicht/ die rede Demostenes: aber wohl Demostenes rede/ wan der eigene nahme voran stehet. Dan also kan iederman wohl vernehmen/ was ich sagen wil. Hierbei mus ich noch eins erinnern. Einsmahls kahm mir ein Lied vom Leiden unsers Heilandes zu handen/ darinnen sein künstler unsern Heiland also anredete: Du starker zwinger Belial/ erhöre meiner stimme schal: das reimete sich zwar/ aber was es dem sinne vor eine verdunkelung gebracht/ habe ich wohl erfahren. Dan ich fragte straks sechs ümstehende/ die doch sonst ziemliches verstandes waren: wer alhier durch die worte/ du zwinger Belial/ angeredet würde? Diese gaben alle zur antwort: der Teufel; dan also werde er ja in den h. Schrift genennet. Das war erschröklich zu hören/ daß die leser den Teufel verstunden/ wie dan auch die worte/ dem buchstaben nach/ keinen andern verstand hatten; da doch der Reimenschmid (dan anders konte es nicht sein) unsern HERRN und Heiland/ den Widersacher und Bezwinger des Teufels/ wolte verstanden haben. So bald ich sie aber ferner fragte: wen sie dan durch diese worte/ der überwinder Belials (die ich mit fleis also veränderte) verstünden? gaben sie zur antwort: den Heiland der welt/ der ein überwinder des Belias oder des Teufels sei. Daraus sage ich/ was vor erschröklicher irtuhm aus dem falschen und unbedachtsamen schreiben und reden entsprüßet. Dan einfältiger leute verstand [S] gehet gemeiniglich dem buchstaben nach: ist nun der buchstab falsch/ so ist ihr verstand auch falsch. D. Der verfasser solches Gesanges mus ohne zweifel auf die worte des bekanten Harfenliedes/ die Bäche Belial/ usf. gesehen haben: da Belial eben also gesetzt ist. M. Es ist zwar eben also gesetzt: aber gleichwohl verdunkelt es alhier den verstand und sin nicht so gar/ wie in denen reden/ da ein selbständiges wort/ welches ein amt oder verrichtung eines menschen bedeutet/ darbei stehet/ als in den obangezogenen reimen. Zudem möchten wohl zehen darüm streiten/ ob es der hocherleuchte Luhter also gesetzet: dan in einem der ersten drükke seiner übersetzung habe ich die Bäche Belials deutlich gedrükt gefunden. Und wan er es schon also gesetzt hette/ so ist er doch auch ein mensch/ als andere/ und daher zugleich mit ihnen der menschlichen gebrechligkeit unterworfen. Ja darüm sage ich/ daß ein Bücherschreiber sich wol zu hühten habe/ daß er durch dergleichen dunkele und zerstümmelte sinne (die zwar er recht verstehet und fasset/ aber andere unrecht/ und nach dem bloßen buchstaben) die einfältigen/ die mehr der wörter bloße zeichen/ als der sache/ davon die worte reden/ eigendlichen sin und verstand/ ansehen/ oder so weit nicht nachdenken können oder wollen/ ja nicht in den greulichsten irtuhm führe/ und sich also/ als einen verursacher/ desselben mitteilhaftig mache. L. Wan nun hinter dem worte Belial ein s in der gebuhrtsendung mus angefüget werden/ sol es alsdan nicht nach ahrt der Ebreer/ weil es ein Ebrei-[S]sches wort ist/ lang gezogen/ oder das lange s gebraucht werden.
D. Bei diesem fehler im worte des verlangen/ den mein Herr eben verbessert/ erinnere ich mich itzund/ daß ich in einem liede gelesen: hilf mir/ du Schutzherr Israel ach! hilf/ hilf meiner seel'. Nuhn habe ich mich allezeit daran gestoßen/ und es für eine sünde wider das erste geboht gehalten/ daß man solcher gestalt redete/ indem alhier Israel/ als ein schutzherr/ angebehtet würde. Ja ich meinte nicht anders/ als daß es ein Päbstler gemacht. Aber nun sehe ich aus seiner erinnerung/ daß es du Schutzherr Israels heissen sol: darunter ich dan den wahren GOTT verstehe/ nähmlich den GOTT Israels oder Jakobs. M. Freilich ist es nicht wohl getahn/ daß etliche zuweilen/ des reimes wegen/ das end-s von derglei-[S]chen wörtern weglaßen/ und also den gantzen sin der rede verändern/ verkehren und verwürren: gleich wie man alhier im worte Israels getahn/ nur darum/ daß es sich mit seel' reimen könte. Auch kan ich demselben nicht gleich geben/ der nach Lateinischem gebrauche/ fürgiebet/ man möchte die fremden eigenen nahmen in unserer sprache/ durch ihre beugendungen und fälle/ den eingebohrnen Deutschen wörtern nach/ beugen/ oder nicht/ es sei alles eins. Ja wan in obangezogenem liede dem worte Israel das geschlechtswort des vorgesetzt were/ daß man daraus die fälle sehen/ und den eigendlichen sin vernehmen könte/ damit es hiesse/ du schutzherr des Israel; so möchte es zwar/ als eine pritschmeisterische freiheit/ hingehen. Aber der rechtmäßige gebrauch wil auch dieses in denen fremden wörtern/ die nicht schon auf ein s ausgehen/ gantz nicht billigen; sondern man mus dannoch das s darzu setzen/ ob gleich das geschlechtswörtlein des voran stehet/ und sagen: du Schutzherr des Israels/ des Jakobs/ des Abrahams/ des Davids; oder du Schutzherr Israels/ Jakobs/ Abrahams/ Davids/ usf. ohne das geschlechtswörtlein des. Ein anders ist es/ wie wir nur itzund gesagt/ wan dergleichen undeutsche eigene nahmen schon auf ein s ausgehen/ als Demostenes/ Pindarus/ Jesaias/ Enos usf. Als/ dan sagt man nicht unrecht: der GOtt des Jesaias/ des Enos/ die rede des Demostenes/ das lied des Pindarus. Aber wan man auch bei diesen das geschlechtswort des allezeit weglaßen wolte; so würde es zuweilen ohne verwürrung und verdunkelung des sinnes nicht geschehen: es sei dan/ daß man solche nah-[S]men auf unsere ahrt/ wo es sich schikken kan/ beugen wolle/ und sagen: der Gott Jeremisens/ oder Jesaisens Gott/ Pinders lied/ usf. Die rede Demostenesens kan ich nicht sagen/ weil das wort zu lang wird: auch nicht/ die rede Demostenes: aber wohl Demostenes rede/ wan der eigene nahme voran stehet. Dan also kan iederman wohl vernehmen/ was ich sagen wil. Hierbei mus ich noch eins erinnern. Einsmahls kahm mir ein Lied vom Leiden unsers Heilandes zu handen/ darinnen sein künstler unsern Heiland also anredete: Du starker zwinger Belial/ erhöre meiner stimme schal: das reimete sich zwar/ aber was es dem sinne vor eine verdunkelung gebracht/ habe ich wohl erfahren. Dan ich fragte straks sechs ümstehende/ die doch sonst ziemliches verstandes waren: wer alhier durch die worte/ du zwinger Belial/ angeredet würde? Diese gaben alle zur antwort: der Teufel; dan also werde er ja in den h. Schrift genennet. Das war erschröklich zu hören/ daß die leser den Teufel verstunden/ wie dan auch die worte/ dem buchstaben nach/ keinen andern verstand hatten; da doch der Reimenschmid (dan anders konte es nicht sein) unsern HERRN und Heiland/ den Widersacher und Bezwinger des Teufels/ wolte verstanden haben. So bald ich sie aber ferner fragte: wen sie dan durch diese worte/ der überwinder Belials (die ich mit fleis also veränderte) verstünden? gaben sie zur antwort: den Heiland der welt/ der ein überwinder des Belias oder des Teufels sei. Daraus sage ich/ was vor erschröklicher irtuhm aus dem falschen und unbedachtsamen schreiben und reden entsprüßet. Dan einfältiger leute verstand [S] gehet gemeiniglich dem buchstaben nach: ist nun der buchstab falsch/ so ist ihr verstand auch falsch. D. Der verfasser solches Gesanges mus ohne zweifel auf die worte des bekanten Harfenliedes/ die Bäche Belial/ usf. gesehen haben: da Belial eben also gesetzt ist. M. Es ist zwar eben also gesetzt: aber gleichwohl verdunkelt es alhier den verstand und sin nicht so gar/ wie in denen reden/ da ein selbständiges wort/ welches ein amt oder verrichtung eines menschen bedeutet/ darbei stehet/ als in den obangezogenen reimen. Zudem möchten wohl zehen darüm streiten/ ob es der hocherleuchte Luhter also gesetzet: dan in einem der ersten drükke seiner übersetzung habe ich die Bäche Belials deutlich gedrükt gefunden. Und wan er es schon also gesetzt hette/ so ist er doch auch ein mensch/ als andere/ und daher zugleich mit ihnen der menschlichen gebrechligkeit unterworfen. Ja darüm sage ich/ daß ein Bücherschreiber sich wol zu hühten habe/ daß er durch dergleichen dunkele und zerstümmelte sinne (die zwar er recht verstehet und fasset/ aber andere unrecht/ und nach dem bloßen buchstaben) die einfältigen/ die mehr der wörter bloße zeichen/ als der sache/ davon die worte reden/ eigendlichen sin und verstand/ ansehen/ oder so weit nicht nachdenken können oder wollen/ ja nicht in den greulichsten irtuhm führe/ und sich also/ als einen verursacher/ desselben mitteilhaftig mache. L. Wan nun hinter dem worte Belial ein s in der gebuhrtsendung mus angefüget werden/ sol es alsdan nicht nach ahrt der Ebreer/ weil es ein Ebrei-[S]sches wort ist/ lang gezogen/ oder das lange s gebraucht werden.
Eigenschaft / Element von
 
Eigenschaft / Element von: Hochdeutsche Helikonische Hechel / Rang
Normaler Rang
 

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