{"entities":{"Q251":{"pageid":336,"ns":120,"title":"Item:Q251","lastrevid":27181,"modified":"2025-02-12T08:44:59Z","type":"item","id":"Q251","labels":{"de":{"language":"de","value":"DIe Poeterey ist anfanges nichts anders gewesen als eine verborgene Theologie/ und unterricht von G\u00f6ttlichen sachen. Dann weil die erste und rawe [S] Welt gr\u00f6ber und ungeschlachter war/ als das sie hette die lehren von wei\u00dfheit und himmlischen dingen recht fassen und verstehen k\u00f6nnen/ so haben weise M\u00e4nner/ was sie zue erbawung der Gottesfurcht/ gutter sitten und wandels erfunden/ in reime und fabeln/ welche sonderlich der gemeine p\u00f6fel zue h\u00f6ren geneiget ist/ verstecken und verbergen mussen. Denn das man jederzeit bey allen Volckern vor gewi\u00df geglaubet habe/ es sey ein einiger und ewiger GOtt/ von dem alle dinge erschaffen worden und erhalten werden/ haben andere/ die ich hier nicht mag au\u00dfschreiben/ genungsam erwiesen. Weil aber GOtt ein unbegreiffliches wesen unnd uber menschliche vernunfft ist/ haben sie vorgegeben/ die sch\u00f6nen C\u00f6rper uber uns/ Sonne/ Monde und Sternen/ item allerley gutte Geister des Himmels wehren Gottes S\u00f6hne unnd Mitgesellen/ welche wir Menschen vieler grossen wolthaten halber billich ehren solten. Solches inhalts werden vieleichte die B\u00fccher des Zoroasters/ den Man f\u00fcr einen der eltesten Lehrer der g\u00f6ttlichen und menschlichen wissenschaft helt/ gewesen sein/ welcher/ wie Hermippus bey dem Plinius im ersten Capitel des 30. Buches bezeuget/ zwantzig mal hundert tausendt Ver\u00df von der Philosophie hinterlassen hat. Item was Linus/ wie Diogenes Laertius erwehnet/ von erschaffung der Welt/ dem lauffe der Sonnen und des Mondens/ und von erzeugung der Fr\u00fcchte vorgegeben hat. Dessen werckes anfang soll gewesen sein: \u00b6 [griech.] \u00b6 Es war die zeit da erstlich in gemein \u00b6 Hier alle ding\u2019 erschaffen worden sein. \u00b6 Neben diesem haben Eumolpus/ Museus/ Orpheus/ Homerus/ Hesiodus unnd andere/ als die ersten V\u00e4ter der Wei\u00dfheit/ wie sie Plato nennet/ und aller gutten ordnung/ die b\u00e4w-[S]rischen und fast viehischen Menschen zue einem h\u00f6fflichern und bessern leben angewiesen. Dann inn dem sie so viel herrliche Spr\u00fcche erzehleten/ und die worte in gewisse reimen und ma\u00df verbunden/ so das sie weder zue weit au\u00dfschritten/ noch zue wenig in sich hatten/ sondern wie eine gleiche Wage im reden hielten/ und viel sachen vorbrachten/ welche einen schein sonderlicher propheceiungen und geheimnisse von sich gaben/ vermeineten die einf\u00e4ltigen leute/ es m\u00fcste etwas g\u00f6ttliches in jhnen stecken/ und liessen sich durch die anmutigkeit der sch\u00f6nen getichte zue aller tugend unnd guttem wandel anf\u00fchren. Hat also Strabo ursache/ den Eratosthenes l\u00fcgen zue heissen/ welcher/ wie viel unwissende leute heutiges auch thun/ gemeinet/ es begehre kein Poete durch unterrichtung/ sondern alle blo\u00df durch ergetzung sich angeneme zue machen. Hergegen/ spricht er Strabo im ersten Buche/ haben die alten gesagt/ die Poeterey sey die erste Philosophie/ eine erzieherinn des lebens von jugend auff/ welche die art der sitten/ der bewegungen des gem\u00fctes und alles thuns und lassens lehre. Ja die unsrigen (er verstehet die Stoischen) haben darvor gehalten/ das ein weiser alleine ein Poete sey. Und dieser ursachen wegen werden in den Griechischen st\u00e4dten die Knaben zuef\u00f6derst in der Poesie unterwiesen: nicht nur umb der blossen erl\u00fcstigung willen/ sondern damit sie die sittsamkeit erlernen. Ingleichen stimmet auch Strabo mit dem Lactantius und andern in diesem ein/ es seyen die Poeten viel \u00e4lter als die Philosophen/ und f\u00fcr weise leute gehalten worden/ ehe man von dem namen der Wei\u00dfheit gewust hat: unnd hetten nachmals Cadmus/ Phevecydes/ und Hecat\u00e9us der Poeten lehre zwar sonsten behalten/ aber die abmessung der w\u00f6rter und [S] Verse auffgel\u00f6set: bi\u00df die folgenden nach und nach etwas darvon enzogen/ und die rednerische weise/ gleichsam als von einem hohen Stande/ in die gemeine art und forme herab gef\u00fchret haben. Solches k\u00f6nnen wir auch aus dem abnehmen/ das je \u00e4lter ein Scribent ist/ je n\u00e4her er den Poeten zue kommen scheinet. Wie denn Casaubonus saget/ das so offte er des Herodotus seine Historien lese/ es jhn bed\u00fcncke/ als wehre es Homerus selber."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"24be211c8f35c797565929609a624be9e01d90d9","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":82,"id":"Q82"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q251$F291AF9C-FFCE-4605-8DB3-EDC410FECE2C","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}