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| Sprache | Bezeichnung | Beschreibung | Auch bekannt als |
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| Deutsch | §. VIII. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. Jerem. XXIIX. 33. 45. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und Esa. V. 1. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], Carmen, und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] vinea vel racemus herführen. Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: Alsted. Chronol. p. 485.] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. Exod. XV. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß Arnon und Jabock, Num. XXI. 27. Von einem Chananaeischen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte Buxtorfius hat aus einem Alten Rabbinen Mosche Schem tobh angemerckt/ daß auch zu Amasiae des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen 2. Reg. XIV. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. (a [Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636.]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den XXIII. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens Goliath. 1. Sam. XVII. Den XX. in seinem Elende I. Sam. XXII. Wieder Doeg den LII. und CIX. Bey seinem Abschied von Nobe den XXXIV. 1. Sam. XXV. Wieder die Philister den LVI. In der Höle Adullam den LVII. zu Kegila, I. Sam. XXIII. Den LV. wieder die Siphiter, I. Sam. XXIII. und XXVI. Den XI. und LIV. In der Hölen/ den CXLII. in seiner Regierung machet er den L. und CI. Als er die Bundeslade eingeholet/ 2. Sam. VI. Den CXVIII. Als ihm Christus verheissen worden/ den LXXXIX. und CX. Seine Sieg-Lieder seind der XXI. XLVI. LX. LXIIX. und LXXXIII, Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der III. IV. V. und LI. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der XCIII. und LXXI. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: Cap. XLVII. 9. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft I. Kön. IV. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. §. IX. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; |
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