XLVIII. Wir wollen aber eben nicht eine neue Division des Styli, und eine Distinction zwischen dem Stylo Ecclesiastico und Politico machen/ weil doch jener mit diesem eine grosse Verwandschafft hat/ ohne nur/ daß er sich mit seinen Realien auf die heilige Schrifft und Glaubens-Lehre gründet/ und in Worten/ und Phrasibus seine Richtschnur gemeiniglich nach unserer Teutschen Bibel nimmet. [S] XLIX. Und dannenhero muß man sich in geistl. Liedern vor allen Dingen an Biblis. Worte und Phrases binden und halten/ wo es sich thun läst/ und dergleichen zur vorhabenden Materie vorhanden sind. Man redet doch lieber mit dem heiligen Geiste/ als aus Menschlicher Weißheit und eigner Speculation. So dann wird es auch an Kern und Nachdruck nicht fehlen. L. Hiernächst schreibe man so deutlich und geistlich-einfältig/ als man immer kan/ und setze sich Lutherum/ Bartholomäum Ringwalden/ Johann Francken/ Simon Dachen/ Johann Herrmannen/ Paul Gerharden/ und andere geistreiche Männer/ zur Imitation vor/ nehmlich qua dictionem & realia, nicht aber/ zu mahl bey den Alten/ qua constructionem & Rhytmos, welche hier eben so rein/ wie in andern Gedichten seyn müssen. LI. Man machet sonst einen grossen Staat von Johann Risten. Allein mein Judicium, ohne jemanden zum Praejudiz von ihm zugeben/ so finde ich in dem zehenden Gesange kaum ein bisgen Safft und Krafft/ welches ein andächtiges Hertze recht vergnügen könne. Wie konte es aber auch anders kommen? Indem er den Buchführern alle Lieder/ und derer gantze Lasten voll/ ums Geld ausfertigte. Gleichwol waren sie in grosser Estime, das macht/ er hatte einen Mantel um/ welcher Opinio heisset. (Q5411)

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Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
XLVIII. Wir wollen aber eben nicht eine neue Division des Styli, und eine Distinction zwischen dem Stylo Ecclesiastico und Politico machen/ weil doch jener mit diesem eine grosse Verwandschafft hat/ ohne nur/ daß er sich mit seinen Realien auf die heilige Schrifft und Glaubens-Lehre gründet/ und in Worten/ und Phrasibus seine Richtschnur gemeiniglich nach unserer Teutschen Bibel nimmet. [S] XLIX. Und dannenhero muß man sich in geistl. Liedern vor allen Dingen an Biblis. Worte und Phrases binden und halten/ wo es sich thun läst/ und dergleichen zur vorhabenden Materie vorhanden sind. Man redet doch lieber mit dem heiligen Geiste/ als aus Menschlicher Weißheit und eigner Speculation. So dann wird es auch an Kern und Nachdruck nicht fehlen. L. Hiernächst schreibe man so deutlich und geistlich-einfältig/ als man immer kan/ und setze sich Lutherum/ Bartholomäum Ringwalden/ Johann Francken/ Simon Dachen/ Johann Herrmannen/ Paul Gerharden/ und andere geistreiche Männer/ zur Imitation vor/ nehmlich qua dictionem & realia, nicht aber/ zu mahl bey den Alten/ qua constructionem & Rhytmos, welche hier eben so rein/ wie in andern Gedichten seyn müssen. LI. Man machet sonst einen grossen Staat von Johann Risten. Allein mein Judicium, ohne jemanden zum Praejudiz von ihm zugeben/ so finde ich in dem zehenden Gesange kaum ein bisgen Safft und Krafft/ welches ein andächtiges Hertze recht vergnügen könne. Wie konte es aber auch anders kommen? Indem er den Buchführern alle Lieder/ und derer gantze Lasten voll/ ums Geld ausfertigte. Gleichwol waren sie in grosser Estime, das macht/ er hatte einen Mantel um/ welcher Opinio heisset.
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