XXI. Ich dörffte fast bey den Spiel-Gedichten zum Beschluß diejenigen Klapp-Reime anführen/ deren sich ihrer annoch viel in den Dispositionibus ihrer Predigten bedienen/ solcher Gestalt aber mit Zwang den Vortrag in Reimen abfassen/ weil ich keine andere Ursache solches Verfahrens sehen kan/ als daß man sein Poetisch Ingenium zur Unzeit zu weisen denckt/ und dem Text öffters die höchste Gewalt thut. Also trug einer einst in einem Collegio Homiletico ex I. Petr. V, 10. vor: GOttes Treuheit/ und des Creutzes Schlechtheit/ wozu der Theologus in der Censura sagte: Warum nicht auch/ der Menschen Narrheit? Doch wider diesen Lusum, der vor Alters noch (besiehe Hn. Morhof. Unterricht p. m. 606.) hat mögen excusiret werden/ wird mehr in den Libellis und Collegiis Homileticis geredt. XXII. Es giebt auch endlich noch einige/ die es denen Alten nachthun wollen/ und nach denen in der Kirche beliebten Liedern/ Puer natus &c. In dulci, &c. Teutsche und Lateinische/ oder auch anderer Sprachen Verse unter einander mischen. Welches aber/ wie es sich durch genannte Lieder nicht behaupten läst/ bey deren Ursprung [S] gantz ein andrer Zustand war/ viel weniger durch ältere Zeugnisse/ als da die Wissenschafft der Teutschen Poësie nicht so weit kommen; also kan man es anietzo nicht anders/ als Lusum ingenii tituliren. Und so viel von den Spiel-Gedichten/ über welchen ich mich fast müde geschrieben habe. (Q4474)

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Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
XXI. Ich dörffte fast bey den Spiel-Gedichten zum Beschluß diejenigen Klapp-Reime anführen/ deren sich ihrer annoch viel in den Dispositionibus ihrer Predigten bedienen/ solcher Gestalt aber mit Zwang den Vortrag in Reimen abfassen/ weil ich keine andere Ursache solches Verfahrens sehen kan/ als daß man sein Poetisch Ingenium zur Unzeit zu weisen denckt/ und dem Text öffters die höchste Gewalt thut. Also trug einer einst in einem Collegio Homiletico ex I. Petr. V, 10. vor: GOttes Treuheit/ und des Creutzes Schlechtheit/ wozu der Theologus in der Censura sagte: Warum nicht auch/ der Menschen Narrheit? Doch wider diesen Lusum, der vor Alters noch (besiehe Hn. Morhof. Unterricht p. m. 606.) hat mögen excusiret werden/ wird mehr in den Libellis und Collegiis Homileticis geredt. XXII. Es giebt auch endlich noch einige/ die es denen Alten nachthun wollen/ und nach denen in der Kirche beliebten Liedern/ Puer natus &c. In dulci, &c. Teutsche und Lateinische/ oder auch anderer Sprachen Verse unter einander mischen. Welches aber/ wie es sich durch genannte Lieder nicht behaupten läst/ bey deren Ursprung [S] gantz ein andrer Zustand war/ viel weniger durch ältere Zeugnisse/ als da die Wissenschafft der Teutschen Poësie nicht so weit kommen; also kan man es anietzo nicht anders/ als Lusum ingenii tituliren. Und so viel von den Spiel-Gedichten/ über welchen ich mich fast müde geschrieben habe.
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