Hochteutsche kurze/ deutliche und gründliche Vers- Reim- Und Dicht-Kunst (Q132): Unterschied zwischen den Versionen

Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Da teilen sich dy Verse/ Reime und Gedichte nûn bald inn Geistliche und Weltliche/ wy auch im Anfange diser Kunst angefüret ist. ¶ I. Dy Geistliche haben auf nichts/ als auf GOtt ihr Absehen/ wy sy denselben loben und preisen/ und ihm Dank sagen wollen für alle Guhttaten Leibes und der Selen. Imgleichen daß sy ihn üm himmlische oder zeitliche Güter bitten. Oder daß sy ihn anrufen inn Kreuz/ Unglükk und Verfolgung. Oder daß sy Vergebung der Sünden suchen durch andächtige Buß-Gesänge. Diser Ahrt nûn sind inn der Evangelischen teut-[S]schen Kirche vîl verhanden/ und werden von Christlichen Poëten noch immer mehr zu Tage geleget. Dergleichen hihr anzufüren achte ich nicht nötig zu seyn; sondern wil den verlangenden Leser hinngewisen haben zu dem Teil dises Buches da meine geistliche Lîder/ Gedichte/ Seufzer/ Wünsche und Sprüche bey einander gefunden werden.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Da teilen sich dy Verse/ Reime und Gedichte nûn bald inn Geistliche und Weltliche/ wy auch im Anfange diser Kunst angefüret ist. ¶ I. Dy Geistliche haben auf nichts/ als auf GOtt ihr Absehen/ wy sy denselben loben und preisen/ und ihm Dank sagen wollen für alle Guhttaten Leibes und der Selen. Imgleichen daß sy ihn üm himmlische oder zeitliche Güter bitten. Oder daß sy ihn anrufen inn Kreuz/ Unglükk und Verfolgung. Oder daß sy Vergebung der Sünden suchen durch andächtige Buß-Gesänge. Diser Ahrt nûn sind inn der Evangelischen teut-[S]schen Kirche vîl verhanden/ und werden von Christlichen Poëten noch immer mehr zu Tage geleget. Dergleichen hihr anzufüren achte ich nicht nötig zu seyn; sondern wil den verlangenden Leser hinngewisen haben zu dem Teil dises Buches da meine geistliche Lîder/ Gedichte/ Seufzer/ Wünsche und Sprüche bey einander gefunden werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Da teilen sich dy Verse/ Reime und Gedichte nûn bald inn Geistliche und Weltliche/ wy auch im Anfange diser Kunst angefüret ist. ¶ I. Dy Geistliche haben auf nichts/ als auf GOtt ihr Absehen/ wy sy denselben loben und preisen/ und ihm Dank sagen wollen für alle Guhttaten Leibes und der Selen. Imgleichen daß sy ihn üm himmlische oder zeitliche Güter bitten. Oder daß sy ihn anrufen inn Kreuz/ Unglükk und Verfolgung. Oder daß sy Vergebung der Sünden suchen durch andächtige Buß-Gesänge. Diser Ahrt nûn sind inn der Evangelischen teut-[S]schen Kirche vîl verhanden/ und werden von Christlichen Poëten noch immer mehr zu Tage geleget. Dergleichen hihr anzufüren achte ich nicht nötig zu seyn; sondern wil den verlangenden Leser hinngewisen haben zu dem Teil dises Buches da meine geistliche Lîder/ Gedichte/ Seufzer/ Wünsche und Sprüche bey einander gefunden werden. / Fundstelle
 
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Version vom 28. September 2023, 06:39 Uhr

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Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
Hochteutsche kurze/ deutliche und gründliche Vers- Reim- Und Dicht-Kunst
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    (b) Müssen auch dy behalten werden/ da noch [aq]sub judice lis est[/aq]: Ob sy von einer andern Sprache hergenommen; oder ob dy fremde Sprache ein solches Wôrt von den Teutschen entlenet habe. e.g. Fenster/ lateinisch [aq]fenestra[/aq]. Dy Lateinische Sprache [S] hat kein Stamm-Wort/ davon [aq]fenestra[/aq] könte hergeleitet werden. Dy Teutsche aber hat das Wôrt: finster/ davon haben vermuhtlich dy alten Teutschen das Wôrt: Fenster genommen/ weil durch das Fenster das Finstere auß der Stube und Kammer vertrieben wird/ und darüm ist es wahrscheinlich/ daß dy Lateiner den Teutschen das Wôrt: [aq]fenestra[/aq], abgelihen haben/ und daß dy Teutschen das Wort: Fenster/ als ihr eigentühmliches rechtmäßig bey behalten. Also ist es auch mit dem Wort: Sakk/ beschaffen. Hr. [aq]D. Schottelius[/aq], 3. Lobr. [aq]pag. 38[/aq]. Hr. Polmann hinter des Hrn. Bödikers Grundsatze/ daß vile Lateinische Wörter von dem Teutschen herkommen/ und daß inn Italien vor langen Jaren Teutsche von [aq]Verona[/aq] und [aq]Rhaetia[/aq] an bis hinter Florenz gewonet hätten/ welche von den Lateinern vertriben worden. Das Land üm Florenz wird heute zu Tage noch [aq]Thuscia[/aq] oder [aq]Tuscia[/aq] genant/ welches Wôrt dem alten Wôrte Teutsch sehr nahe kommt/ und schreibet [aq]Conradus Leo[/aq], daß dy alten Römer ire Kinder zu den [aq]Thusciern[/aq] geschikkt haben/ von inen dy [aq]Prima Principia Studiorum[/aq] zu lernen. So wäre es nun kein [S] Wunder/ wenn dy alten Lateiner von den Teutschen etliche Wôrte gefaßet/ und inn ire Sprache gleichsam verpflanzet hätten. Es haben aber dy Teutschen dadurch ihr Recht an solchen Wörtern nicht verloren/ sondern sy dennoch behalten/ und brauchen sy noch/ nicht als Fremde; sondern als dy Irige. Gleicher Gestalt verhält es sich auch mit etlichen Grichischen Wörtern/ welche den Teutschen fast gleich sey/ [aq]e.g[/aq].[griech.] der Strauß/ [griech.] arg/ [griech.] nun. Innsonderheit gibt das Wôrt: [griech.] ein Nachdenken/ daß einige Grichen wegen des Handels/ oder wegen irer berühmten Tapferkeit inn Teutschland mögen gewesen seyn/ daß sy einige ihnen gefällige Wörter aufgefaßet/ und inn Grichenland mit genommen haben. Denn es ist kein Grichisch Wort/ darvon [griech.] könte hergeleitet werden. Zwâr hat einer dises Wôrt vor einigen Jaren wollen von [griech.] [aq]deriviren[/aq]; aber was hat [griech.] (Feuer) mit Burg für eine Verwandschaft? Wahrlich keine! Denn daß er vôrgab man müste inn der Burg Feuer haben/ und daher wäre [griech.] von [griech.] genant worden/ daraus folget weniger denn nichts/ gestalt alle Dörfer würden eine Burg heißen [S] müßen/ wenn Burg von [griech.] entsproßen und genennet wäre. Denn kein Dorf kan das Feuers entraten. Dagegen ist offenbahr/ daß Burg seinen Ursprung habe von dem Teutschen Wôrt: birg/ oder verbirg/ [aq]imperfectum[/aq]: verbarg/ [aq]patticipium[/aq]: verborgen/ davon das verbale: Borg oder Burg entstanden/ und also gutes teutschen Herkommens ist.
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