10. Der Poet handelt zuzeiten von der keuschen Lieb/ als einer Tugend/ von unkeuscher Liebe/ als einem viehischen Laster/ nicht zu dem Ende/ daß er dardurch iemand/ mit buhlerischen Gril-[S]len/ ärgern wolle/ sondern daß solche von unziemlichen Begierden/ unterscheidet werden solle. Wir Menschen können die Neigung zum Bösen nicht von uns werffen; aber selbe wol im Zaum halten/ und beherrschen. Man kan wol bey Frölichkeiten ein erfreuliches Schertzwort hören lassen: aber nicht mit groben Schandbossen/ und Narrendeutungen/ die den Christen nicht geziemen/ aufgezogen kommen: jenes ist höflich und zulässig/ dieses unhöflich/ verwerflich/ und bey groben Gesellen/ aber nicht bey ehrlichen und tugendliebenden Personen gebräuchlich. (Q1782): Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 31. Januar 2025, 12:52 Uhr

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Deutsch
10. Der Poet handelt zuzeiten von der keuschen Lieb/ als einer Tugend/ von unkeuscher Liebe/ als einem viehischen Laster/ nicht zu dem Ende/ daß er dardurch iemand/ mit buhlerischen Gril-[S]len/ ärgern wolle/ sondern daß solche von unziemlichen Begierden/ unterscheidet werden solle. Wir Menschen können die Neigung zum Bösen nicht von uns werffen; aber selbe wol im Zaum halten/ und beherrschen. Man kan wol bey Frölichkeiten ein erfreuliches Schertzwort hören lassen: aber nicht mit groben Schandbossen/ und Narrendeutungen/ die den Christen nicht geziemen/ aufgezogen kommen: jenes ist höflich und zulässig/ dieses unhöflich/ verwerflich/ und bey groben Gesellen/ aber nicht bey ehrlichen und tugendliebenden Personen gebräuchlich.
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