Poetische Tafeln (Q106): Unterschied zwischen den Versionen

 
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Eigenschaft / Bibliographische AngabenEigenschaft / Bibliographische Angaben
Q426 (Gelöschtes Datenobjekt)
Eigenschaft / SekundärliteraturEigenschaft / Sekundärliteratur
Q426 (Gelöschtes Datenobjekt)
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Poetische Tafeln oder gründliche Anweisung zur teutschen Verskunst (Nachwort) / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Georg Neumark (1621–1681). Leben und Werk. / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Neumark, Georg (Killy) / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Reformpoetik. Kodifizierte Genustheorie des Barock und alternative Normenbildung in poetologischen Paratexten. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Eintritt Zur Poeterey. Das [aq]I[/aq]. Capittel Von der Poeterey ins gemein. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Eintritt Zur Poeterey. Das [aq]I[/aq]. Capittel Von der Poeterey ins gemein. / Fundstelle
 
Seite: (1-18) [71-88]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das andere Capitel. Von der Deutschen Poeterey insonderheit. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das andere Capitel. Von der Deutschen Poeterey insonderheit. / Fundstelle
 
Seite: (18-30) [88-100]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das dritte Capitel. Von der alten Poeten Fabeln und den Ursachen/ warum die Deutsche Poeterey verachtet sey. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das dritte Capitel. Von der alten Poeten Fabeln und den Ursachen/ warum die Deutsche Poeterey verachtet sey. / Fundstelle
 
Seite: (31-56) [101-126]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Erste Tafel Von der gemeinen Abtheilung der Poeterey. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Erste Tafel Von der gemeinen Abtheilung der Poeterey. / Fundstelle
 
Seite: (57-65) [127-135]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Andere Tafel Von der Sylben [aq]Quanti[/aq]tät oder Wort-Zeit. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Andere Tafel Von der Sylben [aq]Quanti[/aq]tät oder Wort-Zeit. / Fundstelle
 
Seite: (65-113) [135-183]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Dritte Tafel Von den Füssen der Verse. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Dritte Tafel Von den Füssen der Verse. / Fundstelle
 
Seite: (113-122) [183-192]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Vierdte Tafel Von den Versen und derer Ahrten. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Vierdte Tafel Von den Versen und derer Ahrten. / Fundstelle
 
Seite: (122-136) [192-206]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Fünfte Tafel Von der Verse Endung/ Voll- und Unvollkommenheit. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Fünfte Tafel Von der Verse Endung/ Voll- und Unvollkommenheit. / Fundstelle
 
Seite: (136-144) [206-214]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Sechste Tafel Von der Vers-Trennung oder Abschnitt. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Sechste Tafel Von der Vers-Trennung oder Abschnitt. / Fundstelle
 
Seite: (144-149) [214-219]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Siebende Tafel Von den ungleichfüssigen Versen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Siebende Tafel Von den ungleichfüssigen Versen. / Fundstelle
 
Seite: (149-152) [219-222]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Achte Tafel Von den Nahmen der Getichte nach ihrer Materie. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Achte Tafel Von den Nahmen der Getichte nach ihrer Materie. / Fundstelle
 
Seite: (153-217) [223-287]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Neunde Tafel/ Von den Nahmen der Lieder nach ihrer Form. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Neunde Tafel/ Von den Nahmen der Lieder nach ihrer Form. / Fundstelle
 
Seite: (217-242) [287-312]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Zehende Tafel/ Von den Nahmen der Getichte nach ihrer Form. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Zehende Tafel/ Von den Nahmen der Getichte nach ihrer Form. / Fundstelle
 
Seite: (243-268) [313-338]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Eilfte Tafel/ Von der Wörter Wohl- und Übelstand. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Eilfte Tafel/ Von der Wörter Wohl- und Übelstand. / Fundstelle
 
Seite: (269-287) [339-357]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Zwölfte Tafel/ Von der Wörter Verwandelung. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Zwölfte Tafel/ Von der Wörter Verwandelung. / Fundstelle
 
Seite: (288-297) [358-367]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Dreyzehende Tafel/ Von den [aq]Phrases[/aq] und eines Getichtes gantzer Rede. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Dreyzehende Tafel/ Von den [aq]Phrases[/aq] und eines Getichtes gantzer Rede. / Fundstelle
 
Seite: (297-322) [367-392]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Vierzehende Tafel/ Von der Orthographi Zierlichkeit. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Vierzehende Tafel/ Von der Orthographi Zierlichkeit. / Fundstelle
 
Seite: (322-324) [392-394]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Funfzehende und Letzte Tafel/ Von der Rechtschreibung Nohtwendigkeit. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Anmerkungen über die Funfzehende und Letzte Tafel/ Von der Rechtschreibung Nohtwendigkeit. / Fundstelle
 
Seite: (324-336) [394-406]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Drukkfehler [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Drukkfehler [...] / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unpag.) [407-410]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (1-2) [71-72]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
[aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Fundstelle
 
Seite: (3-4) [73-74]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. VI[/aq]. Traun ohne die Kündigkeit vieler Wissenschafft/ kan iemand den Nahmen eines Poeten so unmüglich behaupten/ als ein Vogel ohne Flügel sich in die Lufft erheben; ¶ Es ist hie nicht genug die arme Rede zwingen/ ¶ [...][S][...][G: [aq]part. 2. ad D. Zincgrefium[/aq].][...] ¶ sang weiland der Schlesische [aq]Virgil[/aq]. Hr. Opitz. / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. VI[/aq]. Traun ohne die Kündigkeit vieler Wissenschafft/ kan iemand den Nahmen eines Poeten so unmüglich behaupten/ als ein Vogel ohne Flügel sich in die Lufft erheben; ¶ Es ist hie nicht genug die arme Rede zwingen/ ¶ [...][S][...][G: [aq]part. 2. ad D. Zincgrefium[/aq].][...] ¶ sang weiland der Schlesische [aq]Virgil[/aq]. Hr. Opitz. / Fundstelle
 
Seite: (5-6) [75-76]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
[aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Fundstelle
 
Seite: (7-8) [77-78]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
[aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq].
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (13) [83]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Solcher Meinung nennet [aq]Posi-[/aq] [G: [aq]apud Laert. in Zenone.[/aq]] [aq]donius[/aq] die Poeterey/ eine auf etwas deutende Ertichtung/ welche die Nachahmung Göttlicher und Menschlicher Sachen in sich begreifft. / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Solcher Meinung nennet [aq]Posi-[/aq] [G: [aq]apud Laert. in Zenone.[/aq]] [aq]donius[/aq] die Poeterey/ eine auf etwas deutende Ertichtung/ welche die Nachahmung Göttlicher und Menschlicher Sachen in sich begreifft. / Fundstelle
 
Seite: (32) [102]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
[aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Fundstelle
 
Seite: (47-49) [117-119]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (57-58) [127-128]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
 
Seite: (41-45) [111-115]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Wer hat nicht ehemals von dem [aq]Apollo[/aq] gehöret/ der wegen grosser Erfahrenheit in der Poesie/ bey den Heiden den Nahmen eines Gottes verdienet? / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: Wer hat nicht ehemals von dem [aq]Apollo[/aq] gehöret/ der wegen grosser Erfahrenheit in der Poesie/ bey den Heiden den Nahmen eines Gottes verdienet? / Fundstelle
 
Seite: (10) [80]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
 
Seite: (41-45) [111-115]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Alle [aq]corpora fabulosa[/aq] und [aq]Historica[/aq], können mit Menschenbildern zu wege gebracht werden/ wie die Bilder der heydnischen Götter. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: Alle [aq]corpora fabulosa[/aq] und [aq]Historica[/aq], können mit Menschenbildern zu wege gebracht werden/ wie die Bilder der heydnischen Götter. / Fundstelle
 
Seite: (214) [284]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. II. (a)[/aq] Die Lyrischen Getichte haben überall ihren Platz/ und sind anfangs zu der Götter Lob von den Heiden/ nachmahls zu Beschreibungen der Örther/ Thaten/ und Verrichtungen/ Erhebung der Künste und Tugenden/ und Vernichtung der Laster gebraucht. [aq]Horatius[/aq] fasst es kürtzlich: ¶ [aq]Musa dedit fidibus Divos, puerosque Deorum[/aq], / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. II. (a)[/aq] Die Lyrischen Getichte haben überall ihren Platz/ und sind anfangs zu der Götter Lob von den Heiden/ nachmahls zu Beschreibungen der Örther/ Thaten/ und Verrichtungen/ Erhebung der Künste und Tugenden/ und Vernichtung der Laster gebraucht. [aq]Horatius[/aq] fasst es kürtzlich: ¶ [aq]Musa dedit fidibus Divos, puerosque Deorum[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (218) [288]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Der Nahme [griech.], welcher noch biß auf heutigen Tag aus der Heydenschaft übergeblieben/ heisst eine Wendung: Denn die Heyden pflagen bey diesen Liedern einen Tantz üm der Götter Altäre zu halten. Erstlich kehrten sie sich von der rechten Seiten zur linken. Dieß geschah bey des Liedes ersten Theil/ davon dasselbige den Nahmen der ersten Strophen wie es scheinet/ überkommen. Hernach dreheten sie [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. ligat. p. 326[/aq].] sich von der Linken nach der Rechten. Daher [aq]Antistrophe[/aq]. Letztlich stunden sie vor dem Altar still/ und schlossen durch einen Beysatz ([aq]per Epodon[/aq]) den gantzen Gesang. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: Der Nahme [griech.], welcher noch biß auf heutigen Tag aus der Heydenschaft übergeblieben/ heisst eine Wendung: Denn die Heyden pflagen bey diesen Liedern einen Tantz üm der Götter Altäre zu halten. Erstlich kehrten sie sich von der rechten Seiten zur linken. Dieß geschah bey des Liedes ersten Theil/ davon dasselbige den Nahmen der ersten Strophen wie es scheinet/ überkommen. Hernach dreheten sie [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. ligat. p. 326[/aq].] sich von der Linken nach der Rechten. Daher [aq]Antistrophe[/aq]. Letztlich stunden sie vor dem Altar still/ und schlossen durch einen Beysatz ([aq]per Epodon[/aq]) den gantzen Gesang. / Fundstelle
 
Seite: (219) [289]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
[aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Fundstelle
 
Seite: (3-4) [73-74]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
[aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq].
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (13) [83]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Welche Gedicht durchaus nicht wahr scheinen/ darum sie [G: [aq]Palaestra Eloquent. Ligat. lib. I. cap. V[/aq].] auch [aq]Masen[/aq]. in seinem Buch von der Poeterey [aq]per se ficta nennet/ (quorum tota substantia ficta esse cognoscitur, ad differentiam alterius fictionis generis, quod per accidens dicitur, cujus substantia ve-[/aq] [S] [aq]risimilis est; licet re ipsa nunquam posit a fuerit, quod factibili per se rerum naturae evenire potuit[/aq]. Solchen Einwurff haben etliche Gelehrte/ damit des [aq]Virgilii[/aq] Ansehen nicht verkleinert würde/ beantwortet. Was das erste betrifft von dem Baum/ meinen sie/ daß was sonderliches/ den Alten Heydnischen Gottesdienst betreffend/ darunter verborgen sey. / Rang
 
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Eigenschaft / Mythenkritik: Welche Gedicht durchaus nicht wahr scheinen/ darum sie [G: [aq]Palaestra Eloquent. Ligat. lib. I. cap. V[/aq].] auch [aq]Masen[/aq]. in seinem Buch von der Poeterey [aq]per se ficta nennet/ (quorum tota substantia ficta esse cognoscitur, ad differentiam alterius fictionis generis, quod per accidens dicitur, cujus substantia ve-[/aq] [S] [aq]risimilis est; licet re ipsa nunquam posit a fuerit, quod factibili per se rerum naturae evenire potuit[/aq]. Solchen Einwurff haben etliche Gelehrte/ damit des [aq]Virgilii[/aq] Ansehen nicht verkleinert würde/ beantwortet. Was das erste betrifft von dem Baum/ meinen sie/ daß was sonderliches/ den Alten Heydnischen Gottesdienst betreffend/ darunter verborgen sey. / Fundstelle
 
Seite: (40-41) [110-111]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XVII[/aq]. Zum dritten dienen die Personen in mancherley Erfindungen. Diese sind entweder wahre oder erdichtete/ zu welchen alle heydnische Götter und Göttinnen gezogen werden/ davon [aq]Masenius[/aq] in offt angezogenem Ohrte weitläufftig geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XVII[/aq]. Zum dritten dienen die Personen in mancherley Erfindungen. Diese sind entweder wahre oder erdichtete/ zu welchen alle heydnische Götter und Göttinnen gezogen werden/ davon [aq]Masenius[/aq] in offt angezogenem Ohrte weitläufftig geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (58) [158]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: DAß unsere geliebte Muttersprache/ derer Ursprung ins ge- [G: [aq]Wolffgang. Lazius. de Migrat. Gent. lib. I. p. 17[/aq].] mein von dem Babylonischen Thurmbau Babel hergeleitet wird/ eben so wohl als andere Sprachen/ die zahlbare gewißmäßige Kunst/ dadurch ein Vers geschlossen wird/ in acht zu nehmen wisse/ ist mit Schimpff und Schande derer/ die gewähnet/ daß die deutsche Mund-arht zu hart und rauh wäre die zarten Musen aufzunehmen/ von vielen vortrefflichen und Dapffern Leuten erwiesen worden. Und bedarff ein so ungegründeter Irrthum kei-[S]ner weitläufftigen Wiederlegung/ alldieweil wier/ dem Himmel sey Danck! in diesem Falle uns mit dem unsrigen reichlich behelffen können/ und von andern etwas abzuborgen nicht vonnöthen haben. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: DAß unsere geliebte Muttersprache/ derer Ursprung ins ge- [G: [aq]Wolffgang. Lazius. de Migrat. Gent. lib. I. p. 17[/aq].] mein von dem Babylonischen Thurmbau Babel hergeleitet wird/ eben so wohl als andere Sprachen/ die zahlbare gewißmäßige Kunst/ dadurch ein Vers geschlossen wird/ in acht zu nehmen wisse/ ist mit Schimpff und Schande derer/ die gewähnet/ daß die deutsche Mund-arht zu hart und rauh wäre die zarten Musen aufzunehmen/ von vielen vortrefflichen und Dapffern Leuten erwiesen worden. Und bedarff ein so ungegründeter Irrthum kei-[S]ner weitläufftigen Wiederlegung/ alldieweil wier/ dem Himmel sey Danck! in diesem Falle uns mit dem unsrigen reichlich behelffen können/ und von andern etwas abzuborgen nicht vonnöthen haben. / Fundstelle
 
Seite: (18-19) [88-89]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]Julius Caesar[/aq] erinnert/ daß [G: [aq]Lib. VI. Comm. de bello Gallico. Lazius de Migrat. Gent. lib. 3. p. 64. conf. p. 17. & 747[/aq].] sie [die "Alten Deutschen", J. T.] zu seiner Zeit die Griechische Buchstaben gebrauchet/ welches auch gläublich scheinet/ weil sich zu den ersten Zeiten/ [aq]130[/aq]. Jahr nach der Sündflut ihr Sitz von dem Rhein bis in [aq]Asien[/aq] erstrecket/ / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]Julius Caesar[/aq] erinnert/ daß [G: [aq]Lib. VI. Comm. de bello Gallico. Lazius de Migrat. Gent. lib. 3. p. 64. conf. p. 17. & 747[/aq].] sie [die "Alten Deutschen", J. T.] zu seiner Zeit die Griechische Buchstaben gebrauchet/ welches auch gläublich scheinet/ weil sich zu den ersten Zeiten/ [aq]130[/aq]. Jahr nach der Sündflut ihr Sitz von dem Rhein bis in [aq]Asien[/aq] erstrecket/ / Fundstelle
 
Seite: (19) [89]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Von wem aber haben die Griechen und Lateiner an-[S]fangs etwas erlernet? Traun von den [aq]Hebraeern[/aq] und [aq]Celten[/aq], als [G: [aq]Harsdorff. Disquis. 9. in specim. Philol. p. 184. seqq[/aq].] derer Gedichte eigentlich in Reimen bestehen; darauf weder die Lateiner noch die Griechen acht haben. Dannenher leichtlich zu ermessen/ daß die Deutsche Poeterey nicht nach der Latein- und Griechischen Thon-forschung zu zwingen sey/ sondern nach ihrer eigenen Sprachen Ahrt beurtheilet werden müsse. Wie nun ferner die [aq]Hebraeer[/aq] die alten und neuen Reime haben/ also ist bey uns die alte Poeterey von der neuen und kunstrichtigen zu unterscheiden. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Von wem aber haben die Griechen und Lateiner an-[S]fangs etwas erlernet? Traun von den [aq]Hebraeern[/aq] und [aq]Celten[/aq], als [G: [aq]Harsdorff. Disquis. 9. in specim. Philol. p. 184. seqq[/aq].] derer Gedichte eigentlich in Reimen bestehen; darauf weder die Lateiner noch die Griechen acht haben. Dannenher leichtlich zu ermessen/ daß die Deutsche Poeterey nicht nach der Latein- und Griechischen Thon-forschung zu zwingen sey/ sondern nach ihrer eigenen Sprachen Ahrt beurtheilet werden müsse. Wie nun ferner die [aq]Hebraeer[/aq] die alten und neuen Reime haben/ also ist bey uns die alte Poeterey von der neuen und kunstrichtigen zu unterscheiden. / Fundstelle
 
Seite: (28-29) [98-99]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]§. II[/aq]. Wie man sich in allen andern Sprachen höchstes Fleisses um die Rechtschreibung bemühet/ und die Schulknaben/ so oft sie darinnen irren/ bestraffet: also soll man auch in unser Muttersprache solches beobachten/ welche nach der Hebräischen mit allen andern Sprachen üm den Vorzug streiten kan. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]§. II[/aq]. Wie man sich in allen andern Sprachen höchstes Fleisses um die Rechtschreibung bemühet/ und die Schulknaben/ so oft sie darinnen irren/ bestraffet: also soll man auch in unser Muttersprache solches beobachten/ welche nach der Hebräischen mit allen andern Sprachen üm den Vorzug streiten kan. / Fundstelle
 
Seite: (323) [393]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Aus dem andern/ wenn man nehmlich der empfangenen Gutthat vergisset/ fliesset das/ Gott und der gantzen ehrliebenden Welt verhassete Laster/ die abscheuliche Undankbarkeit her/ und wird dardurch das ädle Geschöpf/ der Mensch/ das Göttliche Ebenbild mit einem nicht geringen Schandflekken bemakelt/ und in seinem herrlichen Wesen dergestalt besudelt/ daß auch ein Christliches Tugendhertz/ vor einem solchen undankbaren Menschen/ ([aq]c[/aq] [[aq]In ingratitudine nihil mali non inest. Cic. ad attic. 8[/aq].]) als einem Enthalt aller andern Laster/ nicht allein einen Abscheu hat; Sondern auch/ so viel müglich/ dessen Wandel und Gesellschaft/ wie eine Schlange fliehet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Aus dem andern/ wenn man nehmlich der empfangenen Gutthat vergisset/ fliesset das/ Gott und der gantzen ehrliebenden Welt verhassete Laster/ die abscheuliche Undankbarkeit her/ und wird dardurch das ädle Geschöpf/ der Mensch/ das Göttliche Ebenbild mit einem nicht geringen Schandflekken bemakelt/ und in seinem herrlichen Wesen dergestalt besudelt/ daß auch ein Christliches Tugendhertz/ vor einem solchen undankbaren Menschen/ ([aq]c[/aq] [[aq]In ingratitudine nihil mali non inest. Cic. ad attic. 8[/aq].]) als einem Enthalt aller andern Laster/ nicht allein einen Abscheu hat; Sondern auch/ so viel müglich/ dessen Wandel und Gesellschaft/ wie eine Schlange fliehet. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [16]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Wolte GOtt aber/ es würde iede Undankbarkeit also/ wie an diesem/ belohnet / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Wolte GOtt aber/ es würde iede Undankbarkeit also/ wie an diesem/ belohnet / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [17]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Denn durch dieses/ nehmlich die ädle Dankbarkeit/ ([aq]i[/aq] [[aq]Gratitudo omnium virturum mater est; ex qua in Deos Religio in patriam charitas in parentes pietas, inter homines amicitia profluit Cael Rhodig. antiq. lect. lib. 5 cap. 3[/aq].]) als eine Mutter aller andern Tugenden wird diesem Schandflekken und seinen anhangenden Fehlern abgeholffen/ die Christliche Liebe fortgepflantzet/ das freundliche Vertrauen fest gemacht/ die Wohlthaten gegen einander erkennet/ und der Gesellschafts-Wandel/ gestalten Sachen und Stande nach/ auf einen unbeweglichen Tugend-Grund gesetzet/ ([aq]k[/aq] [[aq]Laudatissima virtutum omnium Gratitudo, res coelo & hominibus grata. Sabellicus lib. 7. cap. I. Exempl[/aq].]) woran denn nicht allein der Allerhöchste als Liebhaber eines dankbaren Hertzens/ sondern auch die ehrliebenden Menschen/ ein innig- [S] liches Gefallen haben.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Denn durch dieses/ nehmlich die ädle Dankbarkeit/ ([aq]i[/aq] [[aq]Gratitudo omnium virturum mater est; ex qua in Deos Religio in patriam charitas in parentes pietas, inter homines amicitia profluit Cael Rhodig. antiq. lect. lib. 5 cap. 3[/aq].]) als eine Mutter aller andern Tugenden wird diesem Schandflekken und seinen anhangenden Fehlern abgeholffen/ die Christliche Liebe fortgepflantzet/ das freundliche Vertrauen fest gemacht/ die Wohlthaten gegen einander erkennet/ und der Gesellschafts-Wandel/ gestalten Sachen und Stande nach/ auf einen unbeweglichen Tugend-Grund gesetzet/ ([aq]k[/aq] [[aq]Laudatissima virtutum omnium Gratitudo, res coelo & hominibus grata. Sabellicus lib. 7. cap. I. Exempl[/aq].]) woran denn nicht allein der Allerhöchste als Liebhaber eines dankbaren Hertzens/ sondern auch die ehrliebenden Menschen/ ein innig- [S] liches Gefallen haben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Denn durch dieses/ nehmlich die ädle Dankbarkeit/ ([aq]i[/aq] [[aq]Gratitudo omnium virturum mater est; ex qua in Deos Religio in patriam charitas in parentes pietas, inter homines amicitia profluit Cael Rhodig. antiq. lect. lib. 5 cap. 3[/aq].]) als eine Mutter aller andern Tugenden wird diesem Schandflekken und seinen anhangenden Fehlern abgeholffen/ die Christliche Liebe fortgepflantzet/ das freundliche Vertrauen fest gemacht/ die Wohlthaten gegen einander erkennet/ und der Gesellschafts-Wandel/ gestalten Sachen und Stande nach/ auf einen unbeweglichen Tugend-Grund gesetzet/ ([aq]k[/aq] [[aq]Laudatissima virtutum omnium Gratitudo, res coelo & hominibus grata. Sabellicus lib. 7. cap. I. Exempl[/aq].]) woran denn nicht allein der Allerhöchste als Liebhaber eines dankbaren Hertzens/ sondern auch die ehrliebenden Menschen/ ein innig- [S] liches Gefallen haben. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unpag.) [18-19]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]k[/aq] Hebräischer Nahmen [S] Sylben. Als Sion und Sión/ Israel und Isráel/ Hérmon und Hermón/ besiehe Opitz Ps. [aq]3/ 129/ 52/ 133[/aq]. Doch soll man sich hüten/ damit es unserer Sprache nicht gar zu hart zu wider lauffe. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]k[/aq] Hebräischer Nahmen [S] Sylben. Als Sion und Sión/ Israel und Isráel/ Hérmon und Hermón/ besiehe Opitz Ps. [aq]3/ 129/ 52/ 133[/aq]. Doch soll man sich hüten/ damit es unserer Sprache nicht gar zu hart zu wider lauffe. / Fundstelle
 
Seite: (2-3) [40-41]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Trauer-Händel, als: [...][S][...] [aq]Threni[/aq] Geistliche Klage-Lieder oder Getichte. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Trauer-Händel, als: [...][S][...] [aq]Threni[/aq] Geistliche Klage-Lieder oder Getichte. / Fundstelle
 
Seite: (14-15) [52-53]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Lob- und Laster-Händel/ als: [...][S][...] [aq]Hymni[/aq] Geistliche Lobes-Lieder oder Getichte. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Lob- und Laster-Händel/ als: [...][S][...] [aq]Hymni[/aq] Geistliche Lobes-Lieder oder Getichte. / Fundstelle
 
Seite: (14-15) [52-53]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (9) [79]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Folgends wurden auch bey den Gastmahlen etliche Lieder von des Himmels Lauf und des gewaltigen Schöpffers Weißheit hervor gebracht/ von der ersten Arht hat [aq]Virgilius[/aq] ein Exempel/ da er in dem Banquete der Königin [aq]Dido[/aq], den singenden [aq]Jopas[/aq] einführet. [[aq]AEneid. I. lib.1. Argonaut[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Folgends wurden auch bey den Gastmahlen etliche Lieder von des Himmels Lauf und des gewaltigen Schöpffers Weißheit hervor gebracht/ von der ersten Arht hat [aq]Virgilius[/aq] ein Exempel/ da er in dem Banquete der Königin [aq]Dido[/aq], den singenden [aq]Jopas[/aq] einführet. [[aq]AEneid. I. lib.1. Argonaut[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (15) [85]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Bey den Türcken soll noch heute zu Tage gebräuchlich seyn/ Jährlich an des [aq]Mahomets[/aq] GeburthsTage ihre Poeten auf geschehene Proben mit grossen Geschencken/ an Gold/ Kleider und Pferden zu begaben. [aq]Leo. Afer. lib. 3. c. 38. conf. Theatr. Tragic. Zeiler. in Not. ex Histor. XV[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Bey den Türcken soll noch heute zu Tage gebräuchlich seyn/ Jährlich an des [aq]Mahomets[/aq] GeburthsTage ihre Poeten auf geschehene Proben mit grossen Geschencken/ an Gold/ Kleider und Pferden zu begaben. [aq]Leo. Afer. lib. 3. c. 38. conf. Theatr. Tragic. Zeiler. in Not. ex Histor. XV[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (18) [88]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Barden waren bey den Celten/ (unter welchem Nahmen nach [aq]Lazii[/aq] aussage die Deutschen zu verstehen. [aq]Primaevi Tuiscones atque Galatae, qui posterius [aq]Alemanni[/aq] Germanive, Celtae Gallive nominati fuerunt. lib. I. p. 20[/aq].) Meistersänger; und soll/ nach [aq]Aventini[/aq] Meldung/ der erste Bardus zu Abrahams Zeiten in der Gegend/ wo ietzund Franckreich ist/ die Singekunst Feyer- und Tantztage/ wie auch eine sonderlich-bewegliche Ahrt in Deutschen Reimen aufgebracht haben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Barden waren bey den Celten/ (unter welchem Nahmen nach [aq]Lazii[/aq] aussage die Deutschen zu verstehen. [aq]Primaevi Tuiscones atque Galatae, qui posterius [aq]Alemanni[/aq] Germanive, Celtae Gallive nominati fuerunt. lib. I. p. 20[/aq].) Meistersänger; und soll/ nach [aq]Aventini[/aq] Meldung/ der erste Bardus zu Abrahams Zeiten in der Gegend/ wo ietzund Franckreich ist/ die Singekunst Feyer- und Tantztage/ wie auch eine sonderlich-bewegliche Ahrt in Deutschen Reimen aufgebracht haben. / Fundstelle
 
Seite: (24) [94]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Imgleichen daß in dem gantzen Revier/ da ietzund das Lüneburger Land ist/ in der [S] blinden Heidenschafft solche Leute gewohnet/ biß der Franckische König [aq]Carolus[/aq], der hernach den Nahmen des Großen erworben/ die Sachsen-Länder eingenommen/ und zum Christlichen Glauben bekehret. Von der Zeit an seind die erleüchtete Barden mit geistlichen Liedern umgegangen/ und haben dieselbe zu Erweckung Christlicher Andacht nach ihren gewöhnlichen Weisen bey den Gemeinen eingeführet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Imgleichen daß in dem gantzen Revier/ da ietzund das Lüneburger Land ist/ in der [S] blinden Heidenschafft solche Leute gewohnet/ biß der Franckische König [aq]Carolus[/aq], der hernach den Nahmen des Großen erworben/ die Sachsen-Länder eingenommen/ und zum Christlichen Glauben bekehret. Von der Zeit an seind die erleüchtete Barden mit geistlichen Liedern umgegangen/ und haben dieselbe zu Erweckung Christlicher Andacht nach ihren gewöhnlichen Weisen bey den Gemeinen eingeführet. / Fundstelle
 
Seite: (24-25) [94-95]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Die Druiden seind alte heidnische Priester bey den Deutschen gewesen/ die in natürlichen Dingen und der Sitten Lehre den Leuten Unterricht ertheilet. Wie aus des Caesaris Wor- [S] ten abzunehmen [aq]lib. b. de bell. Gall. Inprimis hoc volunt persuadere, non interire animas, sed ab aliis post mortem transire ad alios, atque hoc maximè ad virtutem excitari putant, metu mortis neglecto. Multa praeterea de sideribus, atque eorum motu: de mundi, ac terrarum magnitudine de rerum naturâ, de Deorum immortalium vi ac potestate disputant & Juventuti tradunt[/aq]. Der Hochgelährte und um Deutschland wohlverdiente Hr. [aq]D. Schottelius[/aq] schreibet davon in seiner Sprachkunst in der [aq]4[/aq]. LobRede also. Die Druiden haben gleich den [aq]Pythagoricis[/aq], ohne sonderliche schrifftliche Aufzeichnung ihre Geheimniße fortgepflantzet/ damit nicht durch die Gemeinmachung ihr heiliches Ansehen verringert/ auch damit das verständliche Gedächtniß/ als etwas Göttliches desto mehr ausgeübet/ und die volle Gereitschafft ihrer Weißheit darinn erhalten würde. Darauf führet gedachter [aq]Autor[/aq] folgendes aus [aq]D. Schardio[/aq] an: Die Deutschen haben vormahls ihre gelährte und weisen/ Druiden genant/ gehabt/ die an statt der Zeitbücher Lieder gemacht/ und dieselbe zur lebendigen Gedächtniß ihrer/ der Deutschen dapffern Thaten pflegen zu singen. etc. Haben also die Barden und Druiden ihre sonderliche und geheiligte Schulen gehabt/ Reime/ Gesänge/ Gedichte von den Göttern und den alten Deutschen Helden gemacht/ dazu die Jugend/ doch nur dieselbe/ welche zu ihrem heiligen und hohen Stande gewürdiget wurden/ gelehret und unterrichtet. [aq]Aventinus[/aq] nennet diese Schüler Sananner oder Schranner. Solche Schulen hatten die Alten Deutschen/ und also ward die Jugend von den Geistlichen darinnen unterwiesen/ ruffet [aq]Cluverius[/aq] aus [aq]in Germ. Antiq. lib. I. cap. 24[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Druiden seind alte heidnische Priester bey den Deutschen gewesen/ die in natürlichen Dingen und der Sitten Lehre den Leuten Unterricht ertheilet. Wie aus des Caesaris Wor- [S] ten abzunehmen [aq]lib. b. de bell. Gall. Inprimis hoc volunt persuadere, non interire animas, sed ab aliis post mortem transire ad alios, atque hoc maximè ad virtutem excitari putant, metu mortis neglecto. Multa praeterea de sideribus, atque eorum motu: de mundi, ac terrarum magnitudine de rerum naturâ, de Deorum immortalium vi ac potestate disputant & Juventuti tradunt[/aq]. Der Hochgelährte und um Deutschland wohlverdiente Hr. [aq]D. Schottelius[/aq] schreibet davon in seiner Sprachkunst in der [aq]4[/aq]. LobRede also. Die Druiden haben gleich den [aq]Pythagoricis[/aq], ohne sonderliche schrifftliche Aufzeichnung ihre Geheimniße fortgepflantzet/ damit nicht durch die Gemeinmachung ihr heiliches Ansehen verringert/ auch damit das verständliche Gedächtniß/ als etwas Göttliches desto mehr ausgeübet/ und die volle Gereitschafft ihrer Weißheit darinn erhalten würde. Darauf führet gedachter [aq]Autor[/aq] folgendes aus [aq]D. Schardio[/aq] an: Die Deutschen haben vormahls ihre gelährte und weisen/ Druiden genant/ gehabt/ die an statt der Zeitbücher Lieder gemacht/ und dieselbe zur lebendigen Gedächtniß ihrer/ der Deutschen dapffern Thaten pflegen zu singen. etc. Haben also die Barden und Druiden ihre sonderliche und geheiligte Schulen gehabt/ Reime/ Gesänge/ Gedichte von den Göttern und den alten Deutschen Helden gemacht/ dazu die Jugend/ doch nur dieselbe/ welche zu ihrem heiligen und hohen Stande gewürdiget wurden/ gelehret und unterrichtet. [aq]Aventinus[/aq] nennet diese Schüler Sananner oder Schranner. Solche Schulen hatten die Alten Deutschen/ und also ward die Jugend von den Geistlichen darinnen unterwiesen/ ruffet [aq]Cluverius[/aq] aus [aq]in Germ. Antiq. lib. I. cap. 24[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Druiden seind alte heidnische Priester bey den Deutschen gewesen/ die in natürlichen Dingen und der Sitten Lehre den Leuten Unterricht ertheilet. Wie aus des Caesaris Wor- [S] ten abzunehmen [aq]lib. b. de bell. Gall. Inprimis hoc volunt persuadere, non interire animas, sed ab aliis post mortem transire ad alios, atque hoc maximè ad virtutem excitari putant, metu mortis neglecto. Multa praeterea de sideribus, atque eorum motu: de mundi, ac terrarum magnitudine de rerum naturâ, de Deorum immortalium vi ac potestate disputant & Juventuti tradunt[/aq]. Der Hochgelährte und um Deutschland wohlverdiente Hr. [aq]D. Schottelius[/aq] schreibet davon in seiner Sprachkunst in der [aq]4[/aq]. LobRede also. Die Druiden haben gleich den [aq]Pythagoricis[/aq], ohne sonderliche schrifftliche Aufzeichnung ihre Geheimniße fortgepflantzet/ damit nicht durch die Gemeinmachung ihr heiliches Ansehen verringert/ auch damit das verständliche Gedächtniß/ als etwas Göttliches desto mehr ausgeübet/ und die volle Gereitschafft ihrer Weißheit darinn erhalten würde. Darauf führet gedachter [aq]Autor[/aq] folgendes aus [aq]D. Schardio[/aq] an: Die Deutschen haben vormahls ihre gelährte und weisen/ Druiden genant/ gehabt/ die an statt der Zeitbücher Lieder gemacht/ und dieselbe zur lebendigen Gedächtniß ihrer/ der Deutschen dapffern Thaten pflegen zu singen. etc. Haben also die Barden und Druiden ihre sonderliche und geheiligte Schulen gehabt/ Reime/ Gesänge/ Gedichte von den Göttern und den alten Deutschen Helden gemacht/ dazu die Jugend/ doch nur dieselbe/ welche zu ihrem heiligen und hohen Stande gewürdiget wurden/ gelehret und unterrichtet. [aq]Aventinus[/aq] nennet diese Schüler Sananner oder Schranner. Solche Schulen hatten die Alten Deutschen/ und also ward die Jugend von den Geistlichen darinnen unterwiesen/ ruffet [aq]Cluverius[/aq] aus [aq]in Germ. Antiq. lib. I. cap. 24[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (25-26) [95-96]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen. / Fundstelle
 
Seite: (27) [97]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (29-30) [99-100]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die vortrefflichsten Gemüther können sich am allermeisten mit einer Platonischen Ergötzung in ihren Gedancken beruhigen und vergnügen. ¶ Das Hertz ist weit von dem was eine Feder schreibet/ ¶ [...] ¶ Singet mein hochgeneigter Hr. von Birken. ¶ Sind derowegen gar zu scharffe [aq]Catones[/aq], die dieses alles verwerffen/ und einem Christlichen Poeten ein keusches Liebes-Lied [S] zu schreiben nicht gestatten wollen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die vortrefflichsten Gemüther können sich am allermeisten mit einer Platonischen Ergötzung in ihren Gedancken beruhigen und vergnügen. ¶ Das Hertz ist weit von dem was eine Feder schreibet/ ¶ [...] ¶ Singet mein hochgeneigter Hr. von Birken. ¶ Sind derowegen gar zu scharffe [aq]Catones[/aq], die dieses alles verwerffen/ und einem Christlichen Poeten ein keusches Liebes-Lied [S] zu schreiben nicht gestatten wollen. / Fundstelle
 
Seite: (46-47) [116-117]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Fundstelle
 
Seite: (50) [120]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zuletzt hat der bekante [aq]Philosophus[/aq], der alle Wissenschafft durch der Fische Sprache/ das stillschweigen/ ergründen wollen/ dem Gezänck abzuhelffen/ eine neue Lehrart erfunden/ und alles in dunckele Sprichwörter verkleidet/ welches auch nach [aq]Philonis[/aq] Zeugniß bey den Jüden im Gebrauch war. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zuletzt hat der bekante [aq]Philosophus[/aq], der alle Wissenschafft durch der Fische Sprache/ das stillschweigen/ ergründen wollen/ dem Gezänck abzuhelffen/ eine neue Lehrart erfunden/ und alles in dunckele Sprichwörter verkleidet/ welches auch nach [aq]Philonis[/aq] Zeugniß bey den Jüden im Gebrauch war. / Fundstelle
 
Seite: (58) [128]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Fundstelle
 
Seite: (59-60) [129-130]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Fundstelle
 
Seite: (70-71) [140-141]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Augustinus[/aq] vergleicht sie [die Gleichnisse, J.T.] mit einem hellen Glase: Denn wie durch selbiges alle Säffte und Blumen so viel herrlicher gläntzen/ also wird der Verstand durch die Gleichnüsse desto mehr beleuchtet und vergnüget. Es sind aber zweyerley Gleichnüsse/ die entweder etwas erklären oder beweisen/ und haben einen grossen Nachdrukk bey den Zuhörern. Dannenher der HErr Christus so viel Lehrgedichte/ welche nichts anders/ als in vielen Stükken bestehende Gleichnüsse sind/ in seinen Predigen gebraucht. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Augustinus[/aq] vergleicht sie [die Gleichnisse, J.T.] mit einem hellen Glase: Denn wie durch selbiges alle Säffte und Blumen so viel herrlicher gläntzen/ also wird der Verstand durch die Gleichnüsse desto mehr beleuchtet und vergnüget. Es sind aber zweyerley Gleichnüsse/ die entweder etwas erklären oder beweisen/ und haben einen grossen Nachdrukk bey den Zuhörern. Dannenher der HErr Christus so viel Lehrgedichte/ welche nichts anders/ als in vielen Stükken bestehende Gleichnüsse sind/ in seinen Predigen gebraucht. / Fundstelle
 
Seite: (100) [170]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Fundstelle
 
Seite: (102) [172]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (124-126) [194-196]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
[aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten. / Fundstelle
 
Seite: (126-127) [196-197]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.)
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.) / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.) / Fundstelle
 
Seite: (144-145) [214-215]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Lobgetichte werden nach der Personen Stand und Eigenschaft gerichtet/ darinn der Poet von dem Redner nicht viel unterschieden ist. Diesen sind entgegen gesetzt die Verfluchungs- und Verachtungsgedichte/ von welchen/ wie auch den geistlichen Lob- und Dankgesängen/ itztbenante Scribenten gnüglichen Nachricht ertheilen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Lobgetichte werden nach der Personen Stand und Eigenschaft gerichtet/ darinn der Poet von dem Redner nicht viel unterschieden ist. Diesen sind entgegen gesetzt die Verfluchungs- und Verachtungsgedichte/ von welchen/ wie auch den geistlichen Lob- und Dankgesängen/ itztbenante Scribenten gnüglichen Nachricht ertheilen. / Fundstelle
 
Seite: (217) [287]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden. / Fundstelle
 
Seite: (269) [340]
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[aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (286) [356]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Alles hüllen sie ein/ und verwirren es auf mancherley weise in lauter schwere Poetische eigene Nahmen/ daß man sie billich neue [aq]Heracliten[/aq] (der vormahls den Zunahmen des Dunkelen geführt) nennen möchte. Und dieses ist eine Würkung der Ehrsucht/ in dem solche Leute angesehen seyn wollen/ daß sie die Lateinische Poeten von Anfang bis zum Ende auswendig können/ da mancher mehrmahls kaum in einen gegukket/ und an dessen statt/ auf seinem Tisch/ des [aq]Natales Comitis[/aq] Fabelbuch/ und den [aq]Thesaurum Poëticum[/aq] mit starken Ketten angefesselt/ und mit ihnen/ so oft er einen Vers machen will/ dermassen streng und übel verfähret/ als wohl kaum ein Türk mit einem gefangenen Christen ümgehet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Alles hüllen sie ein/ und verwirren es auf mancherley weise in lauter schwere Poetische eigene Nahmen/ daß man sie billich neue [aq]Heracliten[/aq] (der vormahls den Zunahmen des Dunkelen geführt) nennen möchte. Und dieses ist eine Würkung der Ehrsucht/ in dem solche Leute angesehen seyn wollen/ daß sie die Lateinische Poeten von Anfang bis zum Ende auswendig können/ da mancher mehrmahls kaum in einen gegukket/ und an dessen statt/ auf seinem Tisch/ des [aq]Natales Comitis[/aq] Fabelbuch/ und den [aq]Thesaurum Poëticum[/aq] mit starken Ketten angefesselt/ und mit ihnen/ so oft er einen Vers machen will/ dermassen streng und übel verfähret/ als wohl kaum ein Türk mit einem gefangenen Christen ümgehet. / Fundstelle
 
Seite: (307) [377]
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WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (1-2) [71-72]
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[aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
[aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Fundstelle
 
Seite: (7-8) [77-78]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
[aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Fundstelle
 
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[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
 
Seite: (41-45) [111-115]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu wünschen wäre es/ daß/ nach dem die Poeterey wieder unter die Christen kommen/ sie nach dem Beyspiel der Spartanischen [aq]Venus[/aq] überall erblicket würde. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu wünschen wäre es/ daß/ nach dem die Poeterey wieder unter die Christen kommen/ sie nach dem Beyspiel der Spartanischen [aq]Venus[/aq] überall erblicket würde. / Fundstelle
 
Seite: (45) [115]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Von wem aber haben die Griechen und Lateiner an-[S]fangs etwas erlernet? Traun von den [aq]Hebraeern[/aq] und [aq]Celten[/aq], als [G: [aq]Harsdorff. Disquis. 9. in specim. Philol. p. 184. seqq[/aq].] derer Gedichte eigentlich in Reimen bestehen; darauf weder die Lateiner noch die Griechen acht haben. Dannenher leichtlich zu ermessen/ daß die Deutsche Poeterey nicht nach der Latein- und Griechischen Thon-forschung zu zwingen sey/ sondern nach ihrer eigenen Sprachen Ahrt beurtheilet werden müsse. Wie nun ferner die [aq]Hebraeer[/aq] die alten und neuen Reime haben/ also ist bey uns die alte Poeterey von der neuen und kunstrichtigen zu unterscheiden. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Von wem aber haben die Griechen und Lateiner an-[S]fangs etwas erlernet? Traun von den [aq]Hebraeern[/aq] und [aq]Celten[/aq], als [G: [aq]Harsdorff. Disquis. 9. in specim. Philol. p. 184. seqq[/aq].] derer Gedichte eigentlich in Reimen bestehen; darauf weder die Lateiner noch die Griechen acht haben. Dannenher leichtlich zu ermessen/ daß die Deutsche Poeterey nicht nach der Latein- und Griechischen Thon-forschung zu zwingen sey/ sondern nach ihrer eigenen Sprachen Ahrt beurtheilet werden müsse. Wie nun ferner die [aq]Hebraeer[/aq] die alten und neuen Reime haben/ also ist bey uns die alte Poeterey von der neuen und kunstrichtigen zu unterscheiden. / Fundstelle
 
Seite: (28-29) [98-99]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (20) [90]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
[aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (21) [91]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (21-22) [91-92]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solcher Gesang ist von dem Hrn. Unverdrossenem dem Deutschen Palmbaum einverleibet/ wiewohl es nicht unter die gar Alten Deutschen Gedichte zu zehlen. Es handelt von dem Wendischen Könige [aq]Anthyro[/aq], und ist vor wenigen Jahren in einem Kloster/ Dobberau genant/ im Fürstenthum Mechelnburg gelegen/ von etlichen Kaiserlichen Soldaten/ in einem gemaurten Schrancke gefunden worden. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solcher Gesang ist von dem Hrn. Unverdrossenem dem Deutschen Palmbaum einverleibet/ wiewohl es nicht unter die gar Alten Deutschen Gedichte zu zehlen. Es handelt von dem Wendischen Könige [aq]Anthyro[/aq], und ist vor wenigen Jahren in einem Kloster/ Dobberau genant/ im Fürstenthum Mechelnburg gelegen/ von etlichen Kaiserlichen Soldaten/ in einem gemaurten Schrancke gefunden worden. / Fundstelle
 
Seite: (22) [92]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Fundstelle
 
Seite: (36) [106]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (39) [109]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
[aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (60-61) [130-131]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Fundstelle
 
Seite: (63) [133]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solches ist auch Werlet/ für Welt/ welches die alten Deutschen [G: [aq]id[/aq]. [[aq]Tscherning. p. 37. Bedenk[/aq].] [aq]p. 42[/aq].] Poeten/ Walther von der Vogelweid/ und Weihbekke/ der üm das Jahr Christi [aq]1153[/aq]. gelebt/ gebraucht/ und heute noch bey den Niederländern gehöret und gelesen wird. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solches ist auch Werlet/ für Welt/ welches die alten Deutschen [G: [aq]id[/aq]. [[aq]Tscherning. p. 37. Bedenk[/aq].] [aq]p. 42[/aq].] Poeten/ Walther von der Vogelweid/ und Weihbekke/ der üm das Jahr Christi [aq]1153[/aq]. gelebt/ gebraucht/ und heute noch bey den Niederländern gehöret und gelesen wird. / Fundstelle
 
Seite: (273) [343]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: In dem nun/ Durchleuchtigste Fürsten und [S] Herren/ ich dieses bey mir auch erwege/ und darneben/ welcher gestalt nicht allein hiebevor unter dero weyland Durchleuchtigsten/ und in Gott seeligst-ruhenden Herrn Vaters etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: In dem nun/ Durchleuchtigste Fürsten und [S] Herren/ ich dieses bey mir auch erwege/ und darneben/ welcher gestalt nicht allein hiebevor unter dero weyland Durchleuchtigsten/ und in Gott seeligst-ruhenden Herrn Vaters etc. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unpag.) [19-20]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: und meine/ wie bishero also auch forthin unverdrossene Dienstleistungen/ Euren Durchl. nach Gottes Willen/ in treuer Pflicht fernerweit darbiete. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: und meine/ wie bishero also auch forthin unverdrossene Dienstleistungen/ Euren Durchl. nach Gottes Willen/ in treuer Pflicht fernerweit darbiete. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [21]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Demnach ich aber von solcher Werkstellung/ bald durch dieses/ bald jenes abgehalten/ und sonderlich/ weil ich auf der Reise an keinem beständigen Ohrte lange verharret/ auch bey meiner Heimkunft/ durch GOttes väterliche Vorsorge/ bald in hiesige Fürstliche Dienste getreten/ ist es etliche Jahre nach einander ins stekken gerahten/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Demnach ich aber von solcher Werkstellung/ bald durch dieses/ bald jenes abgehalten/ und sonderlich/ weil ich auf der Reise an keinem beständigen Ohrte lange verharret/ auch bey meiner Heimkunft/ durch GOttes väterliche Vorsorge/ bald in hiesige Fürstliche Dienste getreten/ ist es etliche Jahre nach einander ins stekken gerahten/ / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [35]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und dafern/ ich durch Gottes Gnade/ Leben und Gesundheit erhalte/ künftige Neujahr-messe/ des in meinem jüngsthin vor wenig Monaten/ heraus gelassenen Historischem Lustgarten gethanenem Versprechen nach/ wieder ein ander Tractätlein gewarten. Gott mit Uns! / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Und dafern/ ich durch Gottes Gnade/ Leben und Gesundheit erhalte/ künftige Neujahr-messe/ des in meinem jüngsthin vor wenig Monaten/ heraus gelassenen Historischem Lustgarten gethanenem Versprechen nach/ wieder ein ander Tractätlein gewarten. Gott mit Uns! / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [38]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Jacob. Masen. Palaest. eloquent. Ligat. lib. I. cap. I. p. 2[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Jacob. Masen. Palaest. eloquent. Ligat. lib. I. cap. I. p. 2[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (2) [72]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Amphion[/aq], der nebst seinem Bruder [aq]Zetho[/aq], zu des Atheniensischen Königs [aq]Cadmi[/aq] Zeiten/ den Griechen die Music gelehret/ wie [aq]Eusebius lib. 10. de praeparat. Evang[/aq]. davor hält, wird noch heute verwundert. Wo bleibet der Göttliche [aq]Homerus[/aq], der als ein unergründetes Meer der Wohlredenheit/ der [aq]Poesie[/aq] allen Pracht und Schmuck ertheilet hat? / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Amphion[/aq], der nebst seinem Bruder [aq]Zetho[/aq], zu des Atheniensischen Königs [aq]Cadmi[/aq] Zeiten/ den Griechen die Music gelehret/ wie [aq]Eusebius lib. 10. de praeparat. Evang[/aq]. davor hält, wird noch heute verwundert. Wo bleibet der Göttliche [aq]Homerus[/aq], der als ein unergründetes Meer der Wohlredenheit/ der [aq]Poesie[/aq] allen Pracht und Schmuck ertheilet hat? / Fundstelle
 
Seite: (10) [80]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (11-12) [81-82]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Hierauf hat auch Syrach [aq]XXXII. 7. 8. 9[/aq]. sein Absehen gehabt/ als er geschrieben: Wie ein Rubin in feinem Golde leuchtet/ also zieret ein Gesang das Mahl/ wie ein Smaragd in schönem Golde stehet/ also zieren die Lieder beym guten Weine. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Hierauf hat auch Syrach [aq]XXXII. 7. 8. 9[/aq]. sein Absehen gehabt/ als er geschrieben: Wie ein Rubin in feinem Golde leuchtet/ also zieret ein Gesang das Mahl/ wie ein Smaragd in schönem Golde stehet/ also zieren die Lieder beym guten Weine. / Fundstelle
 
Seite: (14) [84]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die dreyerley Arthen der Gedichte bey den Gastereyen/ [...] beschreibet [S] [aq]Clemens Alexandrin. lib. 2[/aq]. [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Die dreyerley Arthen der Gedichte bey den Gastereyen/ [...] beschreibet [S] [aq]Clemens Alexandrin. lib. 2[/aq]. [...] / Fundstelle
 
Seite: (15-16) [85-86]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (20) [90]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (21) [91]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (21-22) [91-92]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ein solcher Gesang ist von dem Hrn. Unverdrossenem dem Deutschen Palmbaum einverleibet/ wiewohl es nicht unter die gar Alten Deutschen Gedichte zu zehlen. Es handelt von dem Wendischen Könige [aq]Anthyro[/aq], und ist vor wenigen Jahren in einem Kloster/ Dobberau genant/ im Fürstenthum Mechelnburg gelegen/ von etlichen Kaiserlichen Soldaten/ in einem gemaurten Schrancke gefunden worden. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Ein solcher Gesang ist von dem Hrn. Unverdrossenem dem Deutschen Palmbaum einverleibet/ wiewohl es nicht unter die gar Alten Deutschen Gedichte zu zehlen. Es handelt von dem Wendischen Könige [aq]Anthyro[/aq], und ist vor wenigen Jahren in einem Kloster/ Dobberau genant/ im Fürstenthum Mechelnburg gelegen/ von etlichen Kaiserlichen Soldaten/ in einem gemaurten Schrancke gefunden worden. / Fundstelle
 
Seite: (22) [92]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Aus dem um die Deutschen Geschichte Hochverdienten Goldasto führet gedachter [aq]Autor[/aq] gleichfals etliche alte Dichter an/ als nemlich den [aq]Willeranum, Rabanum Maurum, Otfridum Wisenburg[/aq], und was sehr denckwürdig ist/ eine Jungfrau [aq]RHOSVITA[/aq] genant/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Aus dem um die Deutschen Geschichte Hochverdienten Goldasto führet gedachter [aq]Autor[/aq] gleichfals etliche alte Dichter an/ als nemlich den [aq]Willeranum, Rabanum Maurum, Otfridum Wisenburg[/aq], und was sehr denckwürdig ist/ eine Jungfrau [aq]RHOSVITA[/aq] genant/ / Fundstelle
 
Seite: (28) [98]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: des Säl. Hrn. Harsdorffs Worte / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: des Säl. Hrn. Harsdorffs Worte / Fundstelle
 
Seite: (29) [99]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Denn nach Abwechselung der Dinge/ die täglich in der Welt vorgehen/ pflegt sie [die "Poeterey", J.T.] sich allewege zu richten/ und nach dem Beyspiel des wanckelbaren [aq]Proteus[/aq], in mancherley Gestalten zu verkehren. Bey ihr lässet sich der Anschlag nicht anbringen/ welchen einmal Pabst [aq]Alexand. VI[/aq]. [G: [aq]V. Boxhorn. Chronol. ad Ann. 1494[/aq]. Verthäd. der Kunstgelehrten im andern Th. [aq]p. 169[/aq].] an dem grossen [aq]Ocean[/aq] versuchet/ da er nemlich von einem Himmels Angel zum andern eine Linie vor eine von den Inseln des grünen Vorlandes gezogen/ und die Gräntzen gesetzet für die Schiffarten/ disseits denen Spaniern gegen Abend/ jenseits denen Portugesen gegen Morgen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Denn nach Abwechselung der Dinge/ die täglich in der Welt vorgehen/ pflegt sie [die "Poeterey", J.T.] sich allewege zu richten/ und nach dem Beyspiel des wanckelbaren [aq]Proteus[/aq], in mancherley Gestalten zu verkehren. Bey ihr lässet sich der Anschlag nicht anbringen/ welchen einmal Pabst [aq]Alexand. VI[/aq]. [G: [aq]V. Boxhorn. Chronol. ad Ann. 1494[/aq]. Verthäd. der Kunstgelehrten im andern Th. [aq]p. 169[/aq].] an dem grossen [aq]Ocean[/aq] versuchet/ da er nemlich von einem Himmels Angel zum andern eine Linie vor eine von den Inseln des grünen Vorlandes gezogen/ und die Gräntzen gesetzet für die Schiffarten/ disseits denen Spaniern gegen Abend/ jenseits denen Portugesen gegen Morgen. / Fundstelle
 
Seite: (31) [101]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Darum hat [aq]Lactantius lib. I. Instit[/aq]. recht gesagt: Eines Poeten Ampt sey/ daß er die Dinge/ so wahrhafftig geschehen/ unter artige und verblümte Bilder zuverstecken wisse. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Darum hat [aq]Lactantius lib. I. Instit[/aq]. recht gesagt: Eines Poeten Ampt sey/ daß er die Dinge/ so wahrhafftig geschehen/ unter artige und verblümte Bilder zuverstecken wisse. / Fundstelle
 
Seite: (33) [103]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Boccatius[/aq] erwehnet in [aq]Genealogia Deorum[/aq], daß [aq]Jacobus Sanseverinus[/aq] Graff zu Fricario pflag zu erzehlen/ welcher Gestalt [aq]Robertus[/aq] Königs [aq]Caroli[/aq] Sohn/ der hernach König zu Jerusalem und Sicilien worden/ eines trägen und ungeschickten Kopfes/ als er auf eine Zeit die [aq]Fabeln Aesopi[/aq] hörete rühmen/ eine Lust dazu bekommen/ und sie zu lesen angefangen/ dadurch er dermassen aufgemuntert wor-[S]den/ daß er auch zur höchsten Wissenschafft in der [aq]Philosophia[/aq] gelanget. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Boccatius[/aq] erwehnet in [aq]Genealogia Deorum[/aq], daß [aq]Jacobus Sanseverinus[/aq] Graff zu Fricario pflag zu erzehlen/ welcher Gestalt [aq]Robertus[/aq] Königs [aq]Caroli[/aq] Sohn/ der hernach König zu Jerusalem und Sicilien worden/ eines trägen und ungeschickten Kopfes/ als er auf eine Zeit die [aq]Fabeln Aesopi[/aq] hörete rühmen/ eine Lust dazu bekommen/ und sie zu lesen angefangen/ dadurch er dermassen aufgemuntert wor-[S]den/ daß er auch zur höchsten Wissenschafft in der [aq]Philosophia[/aq] gelanget. / Fundstelle
 
Seite: (34-35) [104-105]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Fundstelle
 
Seite: (36) [106]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Lactant. de Fals. Religion. p. 29. cap. XI[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Lactant. de Fals. Religion. p. 29. cap. XI[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (37) [107]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Welches jener Bischoff wohl beobachtet/ sagend: [G: [aq]Abulens. lib. 5. de Paradiso cap. 103[/aq].] Wenn das gemeine Volck spricht: Man höre die Verdamten Seelen in dem brennenden Berg [aq]Aetna[/aq] wehklagen/ soll man darauf antworten; daß das Volck mehr als die Poeten ertichtet/ weil sie etwas mit gutem Vorbedacht erdencken/ das Volck aber nicht begreifft und verstehet was es saget. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Welches jener Bischoff wohl beobachtet/ sagend: [G: [aq]Abulens. lib. 5. de Paradiso cap. 103[/aq].] Wenn das gemeine Volck spricht: Man höre die Verdamten Seelen in dem brennenden Berg [aq]Aetna[/aq] wehklagen/ soll man darauf antworten; daß das Volck mehr als die Poeten ertichtet/ weil sie etwas mit gutem Vorbedacht erdencken/ das Volck aber nicht begreifft und verstehet was es saget. / Fundstelle
 
Seite: (38) [108]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (39) [109]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Vid. Augustin. libr. XVIII. de Civ. Dei Cap. XII[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Vid. Augustin. libr. XVIII. de Civ. Dei Cap. XII[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (39) [109]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Welche Gedicht durchaus nicht wahr scheinen/ darum sie [G: [aq]Palaestra Eloquent. Ligat. lib. I. cap. V[/aq].] auch [aq]Masen[/aq]. in seinem Buch von der Poeterey [aq]per se ficta nennet/ (quorum tota substantia ficta esse cognoscitur, ad differentiam alterius fictionis generis, quod per accidens dicitur, cujus substantia ve-[/aq] [S] [aq]risimilis est; licet re ipsa nunquam posit a fuerit, quod factibili per se rerum naturae evenire potuit[/aq]. Solchen Einwurff haben etliche Gelehrte/ damit des [aq]Virgilii[/aq] Ansehen nicht verkleinert würde/ beantwortet. Was das erste betrifft von dem Baum/ meinen sie/ daß was sonderliches/ den Alten Heydnischen Gottesdienst betreffend/ darunter verborgen sey. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Welche Gedicht durchaus nicht wahr scheinen/ darum sie [G: [aq]Palaestra Eloquent. Ligat. lib. I. cap. V[/aq].] auch [aq]Masen[/aq]. in seinem Buch von der Poeterey [aq]per se ficta nennet/ (quorum tota substantia ficta esse cognoscitur, ad differentiam alterius fictionis generis, quod per accidens dicitur, cujus substantia ve-[/aq] [S] [aq]risimilis est; licet re ipsa nunquam posit a fuerit, quod factibili per se rerum naturae evenire potuit[/aq]. Solchen Einwurff haben etliche Gelehrte/ damit des [aq]Virgilii[/aq] Ansehen nicht verkleinert würde/ beantwortet. Was das erste betrifft von dem Baum/ meinen sie/ daß was sonderliches/ den Alten Heydnischen Gottesdienst betreffend/ darunter verborgen sey. / Fundstelle
 
Seite: (40-41) [110-111]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Hiewieder wäre gleichfals einzuwenden/ daß [aq]Ovidius[/aq] dem [aq]Virgilio[/aq] nicht zum Schutz dienen könte/ als wel-[G. [aq]Met. I. v. 691[/aq].]cher gar viel unnütze Händel in seine Verwandlungs-bücher gebracht/ die weder zur Weißheit noch Tugend dieneten/ und deswegen nicht gut geheissen würden. Davon bey gedachten [aq]Masenio[/aq] nachzusehen/ [aq]cap. VII. pag. 14. 15[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Hiewieder wäre gleichfals einzuwenden/ daß [aq]Ovidius[/aq] dem [aq]Virgilio[/aq] nicht zum Schutz dienen könte/ als wel-[G. [aq]Met. I. v. 691[/aq].]cher gar viel unnütze Händel in seine Verwandlungs-bücher gebracht/ die weder zur Weißheit noch Tugend dieneten/ und deswegen nicht gut geheissen würden. Davon bey gedachten [aq]Masenio[/aq] nachzusehen/ [aq]cap. VII. pag. 14. 15[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (41) [111]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Planè homines profligatae simul vitae ac verecundiae tales esse oportet, qui sacram hanc gymnadem tanquam lupanar adeunt, in qua Laides pro Musis colant, Cynthiasque nocte digni, venerantur. Enimverò hi lenones, nec in Epicuri quidem scholâ hoc nomine tolerati, eversores potiùs quam assertores Poesios habendi sunt, schreibet der gelehrte[/aq] [G: [aq]lib. I. Palaestr. cap. 2. p. 4[/aq].] [aq]Jesuit Masenius aus dem Heraclide Pontico[/aq]: / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Planè homines profligatae simul vitae ac verecundiae tales esse oportet, qui sacram hanc gymnadem tanquam lupanar adeunt, in qua Laides pro Musis colant, Cynthiasque nocte digni, venerantur. Enimverò hi lenones, nec in Epicuri quidem scholâ hoc nomine tolerati, eversores potiùs quam assertores Poesios habendi sunt, schreibet der gelehrte[/aq] [G: [aq]lib. I. Palaestr. cap. 2. p. 4[/aq].] [aq]Jesuit Masenius aus dem Heraclide Pontico[/aq]: / Fundstelle
 
Seite: (46) [116]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: des Seel. [aq]Tscherings[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: des Seel. [aq]Tscherings[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (52) [122]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Conf. Augustin. lib. II. de C. D. T. I. cap I. p. m. 168[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Conf. Augustin. lib. II. de C. D. T. I. cap I. p. m. 168[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (56) [126]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Wie [aq]Nicolaus Trigautius de Christian. Expedition. apud Sinas. lib. I. cap. 5. pag. 32[/aq]. zeuget / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Wie [aq]Nicolaus Trigautius de Christian. Expedition. apud Sinas. lib. I. cap. 5. pag. 32[/aq]. zeuget / Fundstelle
 
Seite: (59) [129]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben.
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (60-61) [130-131]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Fundstelle
 
Seite: (63) [133]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Wie aber ein grosses und weitläufftiges Geticht könne ausgearbeitet werden/ belehret der berühmte Jesuit [aq]Jacob. Masenius[/aq] mit guten Regeln und angefügten Beyspielen/ wenn er des [aq]Virgilii Aeneis[/aq] durch alle Bücher betrachtet/ und darnach andere [aq]Poëmata[/aq] zu machen an die Hand gibt. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Wie aber ein grosses und weitläufftiges Geticht könne ausgearbeitet werden/ belehret der berühmte Jesuit [aq]Jacob. Masenius[/aq] mit guten Regeln und angefügten Beyspielen/ wenn er des [aq]Virgilii Aeneis[/aq] durch alle Bücher betrachtet/ und darnach andere [aq]Poëmata[/aq] zu machen an die Hand gibt. / Fundstelle
 
Seite: (67) [137]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: So nennet der Göttliche [aq]Plato[/aq] die Augen des Menschen ein recht Göttlich und himmlisches Stükk/ weil es ein Feuer hat/ und doch nicht brennet; und [aq]Orpheus[/aq] einen Spiegel der Natur. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: So nennet der Göttliche [aq]Plato[/aq] die Augen des Menschen ein recht Göttlich und himmlisches Stükk/ weil es ein Feuer hat/ und doch nicht brennet; und [aq]Orpheus[/aq] einen Spiegel der Natur. / Fundstelle
 
Seite: (69) [139]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XVII[/aq]. Zum dritten dienen die Personen in mancherley Erfindungen. Diese sind entweder wahre oder erdichtete/ zu welchen alle heydnische Götter und Göttinnen gezogen werden/ davon [aq]Masenius[/aq] in offt angezogenem Ohrte weitläufftig geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XVII[/aq]. Zum dritten dienen die Personen in mancherley Erfindungen. Diese sind entweder wahre oder erdichtete/ zu welchen alle heydnische Götter und Göttinnen gezogen werden/ davon [aq]Masenius[/aq] in offt angezogenem Ohrte weitläufftig geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (58) [158]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sieh den [aq]3[/aq]. Theil des Poet. Trichters am [aq]58[/aq]. Blat/ wie auch die Vorrede zu Hn. Dilherrns täglichen Geleitsmann. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Sieh den [aq]3[/aq]. Theil des Poet. Trichters am [aq]58[/aq]. Blat/ wie auch die Vorrede zu Hn. Dilherrns täglichen Geleitsmann. / Fundstelle
 
Seite: (103) [173]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: der Seel. Harsdorff / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: der Seel. Harsdorff / Fundstelle
 
Seite: (104) [174]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: der Seel. Harsdorff / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: der Seel. Harsdorff / Fundstelle
 
Seite: (106) [176]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: schreibt der bekannte Jesuit [aq]Alexander Donatus de Arte Poët. lib. 3. cap. 78. p. m. 346[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: schreibt der bekannte Jesuit [aq]Alexander Donatus de Arte Poët. lib. 3. cap. 78. p. m. 346[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (122) [192]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Masenius lib. 3. Palaestrae Eloquent. Ligat. cap. 8. p. 389[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Masenius lib. 3. Palaestrae Eloquent. Ligat. cap. 8. p. 389[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (129) [199]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Deutschen hat sich vor wenigen Jahren der hochbeliebte Hr. [aq]Andreas Gryphius[/aq] Seel. mit den Trauerspielen sonderlich vor andern hervor gethan/ aus dessen Schriften ein Liebhaber satsame Unterweisung nehmen kan. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Deutschen hat sich vor wenigen Jahren der hochbeliebte Hr. [aq]Andreas Gryphius[/aq] Seel. mit den Trauerspielen sonderlich vor andern hervor gethan/ aus dessen Schriften ein Liebhaber satsame Unterweisung nehmen kan. / Fundstelle
 
Seite: (154) [224]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Nicolaus Trigautius ex Matthaei Ricii Commentariis de Christianor. expeditione apud Sinas lib. I. cap. 4. p. 22[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Nicolaus Trigautius ex Matthaei Ricii Commentariis de Christianor. expeditione apud Sinas lib. I. cap. 4. p. 22[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (159) [229]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]conf. Alex. Donat. instit. Poët. lib. III. c. 12. p. 273[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]conf. Alex. Donat. instit. Poët. lib. III. c. 12. p. 273[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (217) [287]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Natal. Com[/aq]. [S] [aq]Mythol. lib. 5. c. 5[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [G: [aq]Natal. Com[/aq]. [S] [aq]Mythol. lib. 5. c. 5[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (217-218) [287-288]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. V. (b)[/aq] In den Verkleinerungswörtern/ die gleichfalls an gehörigen Ohrten/ wenn man verkleinern/ liebkosen/ und schertzen will/ wohl stehen können/ ist die rechte Hauptendung lein/ als: Äugelein/ Bächlein/ Hütlein/ Blümelein/ Weiblein/ Mägdelein u. a. m. die man in Lutheri Schriften häufig findet/ und auch von guten Poeten gebraucht seynd. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. V. (b)[/aq] In den Verkleinerungswörtern/ die gleichfalls an gehörigen Ohrten/ wenn man verkleinern/ liebkosen/ und schertzen will/ wohl stehen können/ ist die rechte Hauptendung lein/ als: Äugelein/ Bächlein/ Hütlein/ Blümelein/ Weiblein/ Mägdelein u. a. m. die man in Lutheri Schriften häufig findet/ und auch von guten Poeten gebraucht seynd. / Fundstelle
 
Seite: (272) [342]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. VIII[/aq]. Überdieß liegt sehr viel daran/ daß man [aq](d)[/aq] recht Hochdeutsche und [aq](e)[/aq] reine Worte in seinen Reden führe/ welche man nirgends besser und zierlicher/ als an vornehmen Höfen und Kantzeleyen findet. In Ermangelung aber der Gelegenheit/ daß man an solchen Ohrten sich nicht aufhalten kan/ werden die Reichs Abschiede/ samt den Cammer-Gerichts-Policey- und andern Ordnungen/ wie auch des Seel. Hn. Lutheri herrliche Schriften/ die auch von Ausländischen hochgeachtet und beliebet sind/ dem Lehrbegierigen gute Anleitung zu Erlernung der reinen Deutschen Sprache ertheilen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. VIII[/aq]. Überdieß liegt sehr viel daran/ daß man [aq](d)[/aq] recht Hochdeutsche und [aq](e)[/aq] reine Worte in seinen Reden führe/ welche man nirgends besser und zierlicher/ als an vornehmen Höfen und Kantzeleyen findet. In Ermangelung aber der Gelegenheit/ daß man an solchen Ohrten sich nicht aufhalten kan/ werden die Reichs Abschiede/ samt den Cammer-Gerichts-Policey- und andern Ordnungen/ wie auch des Seel. Hn. Lutheri herrliche Schriften/ die auch von Ausländischen hochgeachtet und beliebet sind/ dem Lehrbegierigen gute Anleitung zu Erlernung der reinen Deutschen Sprache ertheilen. / Fundstelle
 
Seite: (274) [344]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [[Opitz, J.T.] G: [aq]in Prolegomen. ad Rhythmum de S. Aunone[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [[Opitz, J.T.] G: [aq]in Prolegomen. ad Rhythmum de S. Aunone[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (277) [347]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und wenn es üm und üm kommt/ bleibet es bey dem/ was [aq]Ambrosius adversùs gentes[/aq] sagt: [aq]Si[/aq] [G: in Tscher- [S] nings bedenken [aq]p. 13[/aq].] [S] [aq]verum spectes, nullus sermo naturâ est integer, vitiosus similiter nullus[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Und wenn es üm und üm kommt/ bleibet es bey dem/ was [aq]Ambrosius adversùs gentes[/aq] sagt: [aq]Si[/aq] [G: in Tscher- [S] nings bedenken [aq]p. 13[/aq].] [S] [aq]verum spectes, nullus sermo naturâ est integer, vitiosus similiter nullus[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (277-278) [347-348]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Hiezu weiset uns der vortrefliche [aq]Jesuit Jacob Balde lib. II. Palaestr Eloquent. Ligat c 8[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Hiezu weiset uns der vortrefliche [aq]Jesuit Jacob Balde lib. II. Palaestr Eloquent. Ligat c 8[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (301) [371]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Masen. cap. 9. lib. II. Eloq. Lig[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Masen. cap. 9. lib. II. Eloq. Lig[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (303) [373]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: der Seel. Hr. Harsdorff / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: der Seel. Hr. Harsdorff / Fundstelle
 
Seite: (319) [389]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (329) [399]
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. X[/aq]. Etliche gebrauchen im Anfang einer Sylben/ wenn das Wort von Natur Lateinisch ist/ und in der Grundsprach ein [aq]C[/aq] hat/ das k/ als Körper/ kasteyen/ Kreatur/ u. a. m. nach Ahrt der Grichen/ die für das Lateiner [aq]C[/aq] in denen Worten/ die sie von ihnen nehmen/ das k setzen/ wie in [griech.], [aq]Speculator. Marc. VI. v. 27[/aq]. [griech.], [aq]Centurio. Marc. XV. v. 39[/aq]. [griech.], [aq]custodia. Matth. XXVII. v. 16[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. X[/aq]. Etliche gebrauchen im Anfang einer Sylben/ wenn das Wort von Natur Lateinisch ist/ und in der Grundsprach ein [aq]C[/aq] hat/ das k/ als Körper/ kasteyen/ Kreatur/ u. a. m. nach Ahrt der Grichen/ die für das Lateiner [aq]C[/aq] in denen Worten/ die sie von ihnen nehmen/ das k setzen/ wie in [griech.], [aq]Speculator. Marc. VI. v. 27[/aq]. [griech.], [aq]Centurio. Marc. XV. v. 39[/aq]. [griech.], [aq]custodia. Matth. XXVII. v. 16[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (332) [402]
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Eigenschaft / Autoritäten: GOtt allein die Ehre. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: GOtt allein die Ehre. / Fundstelle
 
Seite: (336) [406]
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WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (1-2) [71-72]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Fundstelle
 
Seite: (3-4) [73-74]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Fundstelle
 
Seite: (7-8) [77-78]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (13) [83]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Fundstelle
 
Seite: (47-49) [117-119]
Eigenschaft / Autoritäten
 
WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (57-58) [127-128]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
 
Seite: (41-45) [111-115]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der Nahme [griech.], welcher noch biß auf heutigen Tag aus der Heydenschaft übergeblieben/ heisst eine Wendung: Denn die Heyden pflagen bey diesen Liedern einen Tantz üm der Götter Altäre zu halten. Erstlich kehrten sie sich von der rechten Seiten zur linken. Dieß geschah bey des Liedes ersten Theil/ davon dasselbige den Nahmen der ersten Strophen wie es scheinet/ überkommen. Hernach dreheten sie [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. ligat. p. 326[/aq].] sich von der Linken nach der Rechten. Daher [aq]Antistrophe[/aq]. Letztlich stunden sie vor dem Altar still/ und schlossen durch einen Beysatz ([aq]per Epodon[/aq]) den gantzen Gesang. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Der Nahme [griech.], welcher noch biß auf heutigen Tag aus der Heydenschaft übergeblieben/ heisst eine Wendung: Denn die Heyden pflagen bey diesen Liedern einen Tantz üm der Götter Altäre zu halten. Erstlich kehrten sie sich von der rechten Seiten zur linken. Dieß geschah bey des Liedes ersten Theil/ davon dasselbige den Nahmen der ersten Strophen wie es scheinet/ überkommen. Hernach dreheten sie [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. ligat. p. 326[/aq].] sich von der Linken nach der Rechten. Daher [aq]Antistrophe[/aq]. Letztlich stunden sie vor dem Altar still/ und schlossen durch einen Beysatz ([aq]per Epodon[/aq]) den gantzen Gesang. / Fundstelle
 
Seite: (219) [289]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: DAß unsere geliebte Muttersprache/ derer Ursprung ins ge- [G: [aq]Wolffgang. Lazius. de Migrat. Gent. lib. I. p. 17[/aq].] mein von dem Babylonischen Thurmbau Babel hergeleitet wird/ eben so wohl als andere Sprachen/ die zahlbare gewißmäßige Kunst/ dadurch ein Vers geschlossen wird/ in acht zu nehmen wisse/ ist mit Schimpff und Schande derer/ die gewähnet/ daß die deutsche Mund-arht zu hart und rauh wäre die zarten Musen aufzunehmen/ von vielen vortrefflichen und Dapffern Leuten erwiesen worden. Und bedarff ein so ungegründeter Irrthum kei-[S]ner weitläufftigen Wiederlegung/ alldieweil wier/ dem Himmel sey Danck! in diesem Falle uns mit dem unsrigen reichlich behelffen können/ und von andern etwas abzuborgen nicht vonnöthen haben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: DAß unsere geliebte Muttersprache/ derer Ursprung ins ge- [G: [aq]Wolffgang. Lazius. de Migrat. Gent. lib. I. p. 17[/aq].] mein von dem Babylonischen Thurmbau Babel hergeleitet wird/ eben so wohl als andere Sprachen/ die zahlbare gewißmäßige Kunst/ dadurch ein Vers geschlossen wird/ in acht zu nehmen wisse/ ist mit Schimpff und Schande derer/ die gewähnet/ daß die deutsche Mund-arht zu hart und rauh wäre die zarten Musen aufzunehmen/ von vielen vortrefflichen und Dapffern Leuten erwiesen worden. Und bedarff ein so ungegründeter Irrthum kei-[S]ner weitläufftigen Wiederlegung/ alldieweil wier/ dem Himmel sey Danck! in diesem Falle uns mit dem unsrigen reichlich behelffen können/ und von andern etwas abzuborgen nicht vonnöthen haben. / Fundstelle
 
Seite: (18-19) [88-89]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (9) [79]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Türcken soll noch heute zu Tage gebräuchlich seyn/ Jährlich an des [aq]Mahomets[/aq] GeburthsTage ihre Poeten auf geschehene Proben mit grossen Geschencken/ an Gold/ Kleider und Pferden zu begaben. [aq]Leo. Afer. lib. 3. c. 38. conf. Theatr. Tragic. Zeiler. in Not. ex Histor. XV[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Türcken soll noch heute zu Tage gebräuchlich seyn/ Jährlich an des [aq]Mahomets[/aq] GeburthsTage ihre Poeten auf geschehene Proben mit grossen Geschencken/ an Gold/ Kleider und Pferden zu begaben. [aq]Leo. Afer. lib. 3. c. 38. conf. Theatr. Tragic. Zeiler. in Not. ex Histor. XV[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (18) [88]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Barden waren bey den Celten/ (unter welchem Nahmen nach [aq]Lazii[/aq] aussage die Deutschen zu verstehen. [aq]Primaevi Tuiscones atque Galatae, qui posterius [aq]Alemanni[/aq] Germanive, Celtae Gallive nominati fuerunt. lib. I. p. 20[/aq].) Meistersänger; und soll/ nach [aq]Aventini[/aq] Meldung/ der erste Bardus zu Abrahams Zeiten in der Gegend/ wo ietzund Franckreich ist/ die Singekunst Feyer- und Tantztage/ wie auch eine sonderlich-bewegliche Ahrt in Deutschen Reimen aufgebracht haben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Die Barden waren bey den Celten/ (unter welchem Nahmen nach [aq]Lazii[/aq] aussage die Deutschen zu verstehen. [aq]Primaevi Tuiscones atque Galatae, qui posterius [aq]Alemanni[/aq] Germanive, Celtae Gallive nominati fuerunt. lib. I. p. 20[/aq].) Meistersänger; und soll/ nach [aq]Aventini[/aq] Meldung/ der erste Bardus zu Abrahams Zeiten in der Gegend/ wo ietzund Franckreich ist/ die Singekunst Feyer- und Tantztage/ wie auch eine sonderlich-bewegliche Ahrt in Deutschen Reimen aufgebracht haben. / Fundstelle
 
Seite: (24) [94]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen.
Eigenschaft / Autoritäten: Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen. / Fundstelle
 
Seite: (27) [97]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (29-30) [99-100]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Fundstelle
 
Seite: (50) [120]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt.
Eigenschaft / Autoritäten: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Fundstelle
 
Seite: (59-60) [129-130]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
Eigenschaft / Autoritäten: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Fundstelle
 
Seite: (70-71) [140-141]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Augustinus[/aq] vergleicht sie [die Gleichnisse, J.T.] mit einem hellen Glase: Denn wie durch selbiges alle Säffte und Blumen so viel herrlicher gläntzen/ also wird der Verstand durch die Gleichnüsse desto mehr beleuchtet und vergnüget. Es sind aber zweyerley Gleichnüsse/ die entweder etwas erklären oder beweisen/ und haben einen grossen Nachdrukk bey den Zuhörern. Dannenher der HErr Christus so viel Lehrgedichte/ welche nichts anders/ als in vielen Stükken bestehende Gleichnüsse sind/ in seinen Predigen gebraucht. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Augustinus[/aq] vergleicht sie [die Gleichnisse, J.T.] mit einem hellen Glase: Denn wie durch selbiges alle Säffte und Blumen so viel herrlicher gläntzen/ also wird der Verstand durch die Gleichnüsse desto mehr beleuchtet und vergnüget. Es sind aber zweyerley Gleichnüsse/ die entweder etwas erklären oder beweisen/ und haben einen grossen Nachdrukk bey den Zuhörern. Dannenher der HErr Christus so viel Lehrgedichte/ welche nichts anders/ als in vielen Stükken bestehende Gleichnüsse sind/ in seinen Predigen gebraucht. / Fundstelle
 
Seite: (100) [170]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Fundstelle
 
Seite: (102) [172]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
Eigenschaft / Autoritäten: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (124-126) [194-196]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden.
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden. / Fundstelle
 
Seite: (269) [340]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen.
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Fundstelle
 
Seite: (276) [346]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (286) [356]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Gesprächsweise hat mein wehrtester Herr Domburg/ sein schönes Werk den Selbststreit/ geschrieben/ da des Potiphars Weib/ die Sephyra/ erstliche eine Rede hält/ dadurch sie den Joseph zu verführen willens ist/ nachmals beantwortet Joseph ihr Anbringen. Also ist auch die Ode auf Hn. Albins/ wohlbekanten Poetens/ etc. und Hn. Joh. Jacob Löwens von Eysenach F. S. Capellmeisters geistliche Sionitin und Sulamitin/ als ein Gespräch von mir ersonnen. ¶ Gespräch/ ¶ Daß die Sulamitin oder glaubige Seele/ mit ihrer Schwester Sionitin/ oder der Christlichen Kirchen/ vor ihrem Heylande hält. ¶ Sulam. ¶ [aq]I[/aq]. Schwester/ Sionitin/ komme/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Gesprächsweise hat mein wehrtester Herr Domburg/ sein schönes Werk den Selbststreit/ geschrieben/ da des Potiphars Weib/ die Sephyra/ erstliche eine Rede hält/ dadurch sie den Joseph zu verführen willens ist/ nachmals beantwortet Joseph ihr Anbringen. Also ist auch die Ode auf Hn. Albins/ wohlbekanten Poetens/ etc. und Hn. Joh. Jacob Löwens von Eysenach F. S. Capellmeisters geistliche Sionitin und Sulamitin/ als ein Gespräch von mir ersonnen. ¶ Gespräch/ ¶ Daß die Sulamitin oder glaubige Seele/ mit ihrer Schwester Sionitin/ oder der Christlichen Kirchen/ vor ihrem Heylande hält. ¶ Sulam. ¶ [aq]I[/aq]. Schwester/ Sionitin/ komme/ / Fundstelle
 
Seite: (91) [161]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Lerche redet mit dem Papagey: ¶ [G: In Dilherrn Welt- Feld- und Gartenbetrachtungen [aq]1[/aq]. Bl.] Freyer Sinn und freyer Muht / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Die Lerche redet mit dem Papagey: ¶ [G: In Dilherrn Welt- Feld- und Gartenbetrachtungen [aq]1[/aq]. Bl.] Freyer Sinn und freyer Muht / Fundstelle
 
Seite: (96) [166]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zum Exempel sey aus dem überaus geistreichen Liede meines an Vaters stat geehrten Hn. Risten: ¶ [aq](α)[/aq] GOtt/ der du selber bist das Licht/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Zum Exempel sey aus dem überaus geistreichen Liede meines an Vaters stat geehrten Hn. Risten: ¶ [aq](α)[/aq] GOtt/ der du selber bist das Licht/ / Fundstelle
 
Seite: (109) [179]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Auf meines höchstgeliebten Hn. Risten Passions-Andachten/ darinn allezeit die Helffte desselben einen richtigen Reim giebt. ¶ Pindarisch Kling-geticht. ¶ Satz. ¶ Ihr [aq]Phoenix[/aq] unser Zeit/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Auf meines höchstgeliebten Hn. Risten Passions-Andachten/ darinn allezeit die Helffte desselben einen richtigen Reim giebt. ¶ Pindarisch Kling-geticht. ¶ Satz. ¶ Ihr [aq]Phoenix[/aq] unser Zeit/ / Fundstelle
 
Seite: (143) [213]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]I[/aq]. ¶ Auf die unschätzbare und Hochheilige ¶ Seelengespräche ¶ des ¶ Weltbekanten Hn. Risten/ ¶ Pindarische Ode. ¶ Satz. ¶ Itzo da die Majenblüht alle Felder basamiret/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]I[/aq]. ¶ Auf die unschätzbare und Hochheilige ¶ Seelengespräche ¶ des ¶ Weltbekanten Hn. Risten/ ¶ Pindarische Ode. ¶ Satz. ¶ Itzo da die Majenblüht alle Felder basamiret/ / Fundstelle
 
Seite: (221) [291]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].])
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].]) / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].]) / Fundstelle
 
Seite: (222-224) [292-294]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zum Beyspiel füg ich diese aus einem [aq]Jambo Binario Hypercatalectico[/aq] bestehende Ode an Hn. Johann Georg [aq]Albinum[/aq], vornehmen Poeten und treufleissigen Seelsorger zu S. Othmar in Naumburg/ als er [aq]Anno 1663[/aq]. seinen Nahmenstag begieng. [S] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf/ tichtet Lieder/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Zum Beyspiel füg ich diese aus einem [aq]Jambo Binario Hypercatalectico[/aq] bestehende Ode an Hn. Johann Georg [aq]Albinum[/aq], vornehmen Poeten und treufleissigen Seelsorger zu S. Othmar in Naumburg/ als er [aq]Anno 1663[/aq]. seinen Nahmenstag begieng. [S] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf/ tichtet Lieder/ / Fundstelle
 
Seite: (238-239) [308-309]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Über den Spruch: Schauet die Blumen/ etc. Matth. [aq]6[/aq]. ¶ [G: H. Neumark. [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]p. 8[/aq].] Kommt ihr Bekümmerten/ ihr Sorgenvolle Sinnen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Über den Spruch: Schauet die Blumen/ etc. Matth. [aq]6[/aq]. ¶ [G: H. Neumark. [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]p. 8[/aq].] Kommt ihr Bekümmerten/ ihr Sorgenvolle Sinnen/ / Fundstelle
 
Seite: (244) [314]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Als wenn ich sagen wolte: Die Zuchte/ der Morgensterne/ der Mensche/ das Kinde/ geleiche/ in das Reiche/ Christenlich/ ein Bilde/ von Jahre/ noch junge/ der Winde/ die Krafte/ der Heilig Geist/ Höllengwalte/ Gwin und Gwerb/ Gsel/ Bschwerd u. so f. wie fast in allen Getichten Johann Wilhelm Simlers vorkommt; vor die Zucht/ der Morgenstern/ der Mensch/ das Kind/ gleich/ in das Reich/ Christlich/ ein Bild/ von Jahren/ noch jung/ der Wind/ die Kraft/ der Heilige Geist/ [S] Höllengewalt/ Gewinn und Gewerb/ Gesell/ Beschwerd. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Als wenn ich sagen wolte: Die Zuchte/ der Morgensterne/ der Mensche/ das Kinde/ geleiche/ in das Reiche/ Christenlich/ ein Bilde/ von Jahre/ noch junge/ der Winde/ die Krafte/ der Heilig Geist/ Höllengwalte/ Gwin und Gwerb/ Gsel/ Bschwerd u. so f. wie fast in allen Getichten Johann Wilhelm Simlers vorkommt; vor die Zucht/ der Morgenstern/ der Mensch/ das Kind/ gleich/ in das Reich/ Christlich/ ein Bild/ von Jahren/ noch jung/ der Wind/ die Kraft/ der Heilige Geist/ [S] Höllengewalt/ Gewinn und Gewerb/ Gesell/ Beschwerd. / Fundstelle
 
Seite: (274-275) [344-345]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: So redet man auch in ungebundener Rede: Hr. [aq]Lutherus[/aq] im [aq]XCII[/aq]. Psalm [aq]v. I[/aq]. Das ist ein köstlich Ding dem HErren danken. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: So redet man auch in ungebundener Rede: Hr. [aq]Lutherus[/aq] im [aq]XCII[/aq]. Psalm [aq]v. I[/aq]. Das ist ein köstlich Ding dem HErren danken. / Fundstelle
 
Seite: (290) [360]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Also hat der Christliche Poet [aq]Pru[/aq]-[S][aq]dentius[/aq] in dem Wort [aq]idolum[/aq] (ein Götz oder Abgott) die mittelst gesetzt/ da doch ein [griech.], oder grosses [aq]O[/aq] im Grichischen stehet. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Also hat der Christliche Poet [aq]Pru[/aq]-[S][aq]dentius[/aq] in dem Wort [aq]idolum[/aq] (ein Götz oder Abgott) die mittelst gesetzt/ da doch ein [griech.], oder grosses [aq]O[/aq] im Grichischen stehet. / Fundstelle
 
Seite: (296-297) [366-367]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Imgleichen die Wälschen die stets das ph mit dem [aq]f[/aq] schreiben/ als [aq]Filippo, Profeta, Filemone, Filosofa[/aq], und bisweilen auch die Spanier. [aq]Bellin. p. 61[/aq]. in der [aq]6[/aq]. Abtheil. Also solte man auch schreiben Kristen und Kristus (wie allbereit vor [aq]800[/aq]. Jahren der Mönch Ottfrid geschrieben. Wie auch Walter von der Vogelweid/ den [aq]Opitius[/aq] in seiner [aq]Prosodi[/aq] anführet) Kristof/ Kuhrfürst/ welches von dem alten NiederSächsischen kühren/ [aq]eligere[/aq], herkommen soll/ u. a. m. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Imgleichen die Wälschen die stets das ph mit dem [aq]f[/aq] schreiben/ als [aq]Filippo, Profeta, Filemone, Filosofa[/aq], und bisweilen auch die Spanier. [aq]Bellin. p. 61[/aq]. in der [aq]6[/aq]. Abtheil. Also solte man auch schreiben Kristen und Kristus (wie allbereit vor [aq]800[/aq]. Jahren der Mönch Ottfrid geschrieben. Wie auch Walter von der Vogelweid/ den [aq]Opitius[/aq] in seiner [aq]Prosodi[/aq] anführet) Kristof/ Kuhrfürst/ welches von dem alten NiederSächsischen kühren/ [aq]eligere[/aq], herkommen soll/ u. a. m. / Fundstelle
 
Seite: (331) [401]
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten
 
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: [aq]Ad Lectorem[/aq]. ¶ [aq]Quisquis amas Patriae praeclaras noscere merces[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Affectui, & quidem singulari testando adponebam[/aq] ¶ [aq]JOH. ERNESTUS GERHARDUS, SS. Theol. D. & Prof. Publ[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: [aq]Ad Lectorem[/aq]. ¶ [aq]Quisquis amas Patriae praeclaras noscere merces[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Affectui, & quidem singulari testando adponebam[/aq] ¶ [aq]JOH. ERNESTUS GERHARDUS, SS. Theol. D. & Prof. Publ[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [26]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Indica merce novâ ne nostras fascinet oras[/aq] ¶ [...] [S] [...] [aq]PHILIPPUS MÜLLERUS[/aq] / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Indica merce novâ ne nostras fascinet oras[/aq] ¶ [...] [S] [...] [aq]PHILIPPUS MÜLLERUS[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unnpag.) [26-27]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: DU bist nur der höchste GOtt. EIN Erlöser ist allein. Opitz. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: DU bist nur der höchste GOtt. EIN Erlöser ist allein. Opitz. / Fundstelle
 
Seite: (3) [41]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: [S] heilige/ Fröligkeit/ reiniget/ Coridon. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: [S] heilige/ Fröligkeit/ reiniget/ Coridon. / Fundstelle
 
Seite: (4-5) [42-43]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: [S] Seelenangst/ Hertzeleid/ Gotteswort/ Ebentheur/ etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: [S] Seelenangst/ Hertzeleid/ Gotteswort/ Ebentheur/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (4-5) [42-43]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: [S] wiedergebracht/ Hellenbetrug/ Engelverstand/ etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: [S] wiedergebracht/ Hellenbetrug/ Engelverstand/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (4-5) [42-43]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich hoff' auf GOtt/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich hoff' auf GOtt/ / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nu lobet den Herren ihr Heyden/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nu lobet den Herren ihr Heyden/ / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Was GOtt thut/ das ist wohlgethan/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Was GOtt thut/ das ist wohlgethan/ / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Singet und lobet den Herren ihr züchtigen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Singet und lobet den Herren ihr züchtigen. / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Denn seine barmherzigkeit nimmer vergehet. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Denn seine barmherzigkeit nimmer vergehet. / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wz der Höchste verheisset/ bleibt allezeit stehn. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wz der Höchste verheisset/ bleibt allezeit stehn. / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sündenhütten endlich Koht und Aschen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sündenhütten endlich Koht und Aschen. / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ist aller rechtschaffenen Christen Tag tägliche Speise / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ist aller rechtschaffenen Christen Tag tägliche Speise / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welche Huld und Gunst bey Gott und bey den Menschen bringet / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welche Huld und Gunst bey Gott und bey den Menschen bringet / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich hoff' auf GOttes reichen Trost/ in meiner schweren Leidenszeit / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich hoff' auf GOttes reichen Trost/ in meiner schweren Leidenszeit / Fundstelle
 
Seite: (7) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wohl dem/ der sich mit Gott ergezzt/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wohl dem/ der sich mit Gott ergezzt/ / Fundstelle
 
Seite: (9) [47]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Grosser Gott/ und mich bekümmern/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Grosser Gott/ und mich bekümmern/ / Fundstelle
 
Seite: (9) [47]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der HERR ist freundlich jederzeit/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der HERR ist freundlich jederzeit/ / Fundstelle
 
Seite: (9) [47]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Seine Genade die wäret in Ewigkeit/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Seine Genade die wäret in Ewigkeit/ / Fundstelle
 
Seite: (9) [47]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Gerechten und Frommen die trösten sich ihr / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Gerechten und Frommen die trösten sich ihr / Fundstelle
 
Seite: (9) [47]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der auf GOTT vertrauet/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der auf GOTT vertrauet/ / Fundstelle
 
Seite: (9) [47]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Herz hinauf zu Gott die Augen auf das Grab/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Herz hinauf zu Gott die Augen auf das Grab/ / Fundstelle
 
Seite: (11) [49]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gottes wahres Wort bleibt zu allen Zeiten. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gottes wahres Wort bleibt zu allen Zeiten. / Fundstelle
 
Seite: (11) [49]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Will mein Gott/ so will ich nicht widerspenstig widerstreben/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Will mein Gott/ so will ich nicht widerspenstig widerstreben/ / Fundstelle
 
Seite: (11) [49]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Denn was dieser Höchste thut das ist alles wohlgemachet. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Denn was dieser Höchste thut das ist alles wohlgemachet. / Fundstelle
 
Seite: (11) [49]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Frommen sterben zwar/ doch sie werden in Ewigkeit leben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Frommen sterben zwar/ doch sie werden in Ewigkeit leben. / Fundstelle
 
Seite: (13) [51]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]i[/aq] Ehrbar/ als: ein Röschen [S->] brechen/ Sehen was vor Wetter sey/ Verlassen/ oder den heiligen Ulrich anruffen/ einen zu [S-<] Gaste bitten/ und nicht auf [S->] Deutsch ([aq]salvâ veniâ[/aq]) [aq]cacare, mingere, evomere, aliquem invitare ad &c[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]i[/aq] Ehrbar/ als: ein Röschen [S->] brechen/ Sehen was vor Wetter sey/ Verlassen/ oder den heiligen Ulrich anruffen/ einen zu [S-<] Gaste bitten/ und nicht auf [S->] Deutsch ([aq]salvâ veniâ[/aq]) [aq]cacare, mingere, evomere, aliquem invitare ad &c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (20-21) [58-59]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hats mein Gott also versehen/ Laß ichs herzlich gern geschehen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hats mein Gott also versehen/ Laß ichs herzlich gern geschehen. / Fundstelle
 
Seite: (23) [61]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Im Himmel ist das Vaterland. Am lezten End' ist Gott mein Trost. ¶ Aufs Niedrige schaut Gott herab. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Im Himmel ist das Vaterland. Am lezten End' ist Gott mein Trost. ¶ Aufs Niedrige schaut Gott herab. / Fundstelle
 
Seite: (23) [61]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Anizzo ist die rechte Zeit/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Anizzo ist die rechte Zeit/ / Fundstelle
 
Seite: (23) [61]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: HErr unser GOtt/ Beherrscher aller Herren/ ¶ [...] Opiz. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: HErr unser GOtt/ Beherrscher aller Herren/ ¶ [...] Opiz. / Fundstelle
 
Seite: (23) [61]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Izzunder/ GOtt erbarms/ ist solche böse Zeit/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Izzunder/ GOtt erbarms/ ist solche böse Zeit/ / Fundstelle
 
Seite: (23) [61]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gottes und seiner Eigenschafften/ [S] als: Gott/ Allmächtigkeit/ Allwissenheit/ Allwesenheit/ etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Gottes und seiner Eigenschafften/ [S] als: Gott/ Allmächtigkeit/ Allwissenheit/ Allwesenheit/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (26-27) [64-65]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Engel/ so wohl der bösen/ als gu-[S]ten/ als: Engel/ Gabriel/ Michael/ Beelzebub/ Satan/ etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Engel/ so wohl der bösen/ als gu-[S]ten/ als: Engel/ Gabriel/ Michael/ Beelzebub/ Satan/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (26-27) [64-65]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Tugenden und Laster/ als: Tu-[S]gend/ Laster/ Frömmigkeit/ Gottesfurcht/ Gerechtigkeit/ Lügen/ Falschheit/ etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Tugenden und Laster/ als: Tu-[S]gend/ Laster/ Frömmigkeit/ Gottesfurcht/ Gerechtigkeit/ Lügen/ Falschheit/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (26-27) [64-65]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Kirchen/ Tempel/ derer vor-[S->]nehmste Theile/ und Zugehör/ als: Marien-Kirch/ Dianen-Tempel/ Capell/ Altar/ Or-[S-<]gel/ Chor Predigstul/ etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Kirchen/ Tempel/ derer vor-[S->]nehmste Theile/ und Zugehör/ als: Marien-Kirch/ Dianen-Tempel/ Capell/ Altar/ Or-[S-<]gel/ Chor Predigstul/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (26-27) [64-65]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der heiligen Tage/ als: Advent/ [S] Weinachten/ Ostern/ Pfingsten/ Michaels-Tag/ etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der heiligen Tage/ als: Advent/ [S] Weinachten/ Ostern/ Pfingsten/ Michaels-Tag/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (26-27) [64-65]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: die geistliche und weltliche Obrigkeit/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: die geistliche und weltliche Obrigkeit/ / Fundstelle
 
Seite: (27) [65]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dafne/ Profet/ Kaliste/ Kelch/ Kreuz/ Elefant/ und nicht/ Daphne/ Prophet/ Caliste/ Cälch/ Creuz/ Elephant. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Dafne/ Profet/ Kaliste/ Kelch/ Kreuz/ Elefant/ und nicht/ Daphne/ Prophet/ Caliste/ Cälch/ Creuz/ Elephant. / Fundstelle
 
Seite: (28) [66]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: KOmmet her/ die Ihr begehrt/ des Gryneeria[?] schöne Wälder/ ¶ [...][S][...] G. Neumark/ [aq]Secr[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: KOmmet her/ die Ihr begehrt/ des Gryneeria[?] schöne Wälder/ ¶ [...][S][...] G. Neumark/ [aq]Secr[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: [68-70]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Absonderlich aber hat Er eine feine Probe erwiesen/ als der Durchl. Fürst und Herr/ Herr Bernhard Hertzog zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ mit seiner hertzliebsten Gemahlin/ der auch Durchl. F. und Fr. Fr. Marien/ gebohrner Hertzogin von [aq]Tremolie, &c[/aq]. zu Weinmar seinen Einzug hielte/ da er Sie mit einem [aq]Anagrammati[/aq]schen Zuruf folgender Gestalt angesungen: ¶ Satz. ¶ Herr Bernhard/ Hertzog zu Sachsen/ etc. ¶ Frau Maria/ Herzogin zu Tremolie/ etc. ¶ Durch Versetzung [aq]58[/aq]. Buchstaben/ nur ein A. in E. und T. in D. verwandelt. ¶ O Amor! O Ruhm! ein Baahr frischer Tugend-Hertzen/ zu grosser Landes-Ziehr. ¶ Ausarbeitung. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Blikk/ Weinmar/ auf mit vollen Freuden/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Absonderlich aber hat Er eine feine Probe erwiesen/ als der Durchl. Fürst und Herr/ Herr Bernhard Hertzog zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ mit seiner hertzliebsten Gemahlin/ der auch Durchl. F. und Fr. Fr. Marien/ gebohrner Hertzogin von [aq]Tremolie, &c[/aq]. zu Weinmar seinen Einzug hielte/ da er Sie mit einem [aq]Anagrammati[/aq]schen Zuruf folgender Gestalt angesungen: ¶ Satz. ¶ Herr Bernhard/ Hertzog zu Sachsen/ etc. ¶ Frau Maria/ Herzogin zu Tremolie/ etc. ¶ Durch Versetzung [aq]58[/aq]. Buchstaben/ nur ein A. in E. und T. in D. verwandelt. ¶ O Amor! O Ruhm! ein Baahr frischer Tugend-Hertzen/ zu grosser Landes-Ziehr. ¶ Ausarbeitung. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Blikk/ Weinmar/ auf mit vollen Freuden/ / Fundstelle
 
Seite: (74) [144]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Von einfachen Worten sind in den Poetischen Lust-gedanken [von Johann Frenzel, J.T.] [aq]30[/aq]. Letterwechsel eingeschaltet. Dahin gehöret auch dieses/ so Hn. Neumarken auf seine Historische und Poetische Schriften zu Ehren von mir verfertiget. ¶ Hr. Neimark versetzt: Ein Krahm/ ¶ (wenn man vor das I das U gebraucht/ heisst es Neukrahm.) [S] ¶ Pindarisch Kling-Gedicht. ¶ Satz. ¶ Kommt alle/ kommt heran/ Ihr/ derer Sinn getrieben / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Von einfachen Worten sind in den Poetischen Lust-gedanken [von Johann Frenzel, J.T.] [aq]30[/aq]. Letterwechsel eingeschaltet. Dahin gehöret auch dieses/ so Hn. Neumarken auf seine Historische und Poetische Schriften zu Ehren von mir verfertiget. ¶ Hr. Neimark versetzt: Ein Krahm/ ¶ (wenn man vor das I das U gebraucht/ heisst es Neukrahm.) [S] ¶ Pindarisch Kling-Gedicht. ¶ Satz. ¶ Kommt alle/ kommt heran/ Ihr/ derer Sinn getrieben / Fundstelle
 
Seite: (77-78) [147-148]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Als das [aq]Thema[/aq] sey: Ich will mich von der Welt kehren. Hie nehm ich [aq]I[/aq]. den Anfang von Betrachtung der Eitelkeit. [aq]II[/aq]. Das Mittel erweiset/ daß alles in der Welt vergänglich sey. [aq]III[/aq]. Drüm folget das Ende des Getichts als ein Schluß/ daß man sich soll nach dem Himmel sehnen. Nach welcher Weise diese Ode eingerichtet: [S] ¶ [aq]I[/aq]. Ade du Eytelkeit! [G: aus meine Schertz- und Tugendliedern/ die vom Hn. Löwen von Eysenach in Musicalische [aq]Canones[/aq] gesetzet worden.] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Als das [aq]Thema[/aq] sey: Ich will mich von der Welt kehren. Hie nehm ich [aq]I[/aq]. den Anfang von Betrachtung der Eitelkeit. [aq]II[/aq]. Das Mittel erweiset/ daß alles in der Welt vergänglich sey. [aq]III[/aq]. Drüm folget das Ende des Getichts als ein Schluß/ daß man sich soll nach dem Himmel sehnen. Nach welcher Weise diese Ode eingerichtet: [S] ¶ [aq]I[/aq]. Ade du Eytelkeit! [G: aus meine Schertz- und Tugendliedern/ die vom Hn. Löwen von Eysenach in Musicalische [aq]Canones[/aq] gesetzet worden.] / Fundstelle
 
Seite: (80-81) [150-151]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der künstliche Hr. von Birken führt in seinem Singspiel/ [aq]Sophia[/aq] betitelt/ die Tugend und Laster ein/ in seinem [aq]Ballet[/aq] aber die Winde und Meergötter/ wie auch die [aq]4[/aq]. Elementen. Die Natur ist Vorrednerin/ und sähet das Spiel mit diesen Worten an: ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Ich bin die Mutter dieses Gantzen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der künstliche Hr. von Birken führt in seinem Singspiel/ [aq]Sophia[/aq] betitelt/ die Tugend und Laster ein/ in seinem [aq]Ballet[/aq] aber die Winde und Meergötter/ wie auch die [aq]4[/aq]. Elementen. Die Natur ist Vorrednerin/ und sähet das Spiel mit diesen Worten an: ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Ich bin die Mutter dieses Gantzen/ / Fundstelle
 
Seite: (58) [158]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein ausbündig schönes Gedicht ist des wohlerwehnten Hn. von Birken/ an die Frau von Greiffenberg/ als ihre Urania an das Licht gekommen. Üm seine Lieblichkeit lautet es vollständig hergesetzet also: ¶ Hände von weis-seidnem Flor / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein ausbündig schönes Gedicht ist des wohlerwehnten Hn. von Birken/ an die Frau von Greiffenberg/ als ihre Urania an das Licht gekommen. Üm seine Lieblichkeit lautet es vollständig hergesetzet also: ¶ Hände von weis-seidnem Flor / Fundstelle
 
Seite: (89) [159]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gesprächsweise hat mein wehrtester Herr Domburg/ sein schönes Werk den Selbststreit/ geschrieben/ da des Potiphars Weib/ die Sephyra/ erstliche eine Rede hält/ dadurch sie den Joseph zu verführen willens ist/ nachmals beantwortet Joseph ihr Anbringen. Also ist auch die Ode auf Hn. Albins/ wohlbekanten Poetens/ etc. und Hn. Joh. Jacob Löwens von Eysenach F. S. Capellmeisters geistliche Sionitin und Sulamitin/ als ein Gespräch von mir ersonnen. ¶ Gespräch/ ¶ Daß die Sulamitin oder glaubige Seele/ mit ihrer Schwester Sionitin/ oder der Christlichen Kirchen/ vor ihrem Heylande hält. ¶ Sulam. ¶ [aq]I[/aq]. Schwester/ Sionitin/ komme/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Gesprächsweise hat mein wehrtester Herr Domburg/ sein schönes Werk den Selbststreit/ geschrieben/ da des Potiphars Weib/ die Sephyra/ erstliche eine Rede hält/ dadurch sie den Joseph zu verführen willens ist/ nachmals beantwortet Joseph ihr Anbringen. Also ist auch die Ode auf Hn. Albins/ wohlbekanten Poetens/ etc. und Hn. Joh. Jacob Löwens von Eysenach F. S. Capellmeisters geistliche Sionitin und Sulamitin/ als ein Gespräch von mir ersonnen. ¶ Gespräch/ ¶ Daß die Sulamitin oder glaubige Seele/ mit ihrer Schwester Sionitin/ oder der Christlichen Kirchen/ vor ihrem Heylande hält. ¶ Sulam. ¶ [aq]I[/aq]. Schwester/ Sionitin/ komme/ / Fundstelle
 
Seite: (91) [161]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Lerche redet mit dem Papagey: ¶ [G: In Dilherrn Welt- Feld- und Gartenbetrachtungen [aq]1[/aq]. Bl.] Freyer Sinn und freyer Muht / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Lerche redet mit dem Papagey: ¶ [G: In Dilherrn Welt- Feld- und Gartenbetrachtungen [aq]1[/aq]. Bl.] Freyer Sinn und freyer Muht / Fundstelle
 
Seite: (96) [166]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: in der [aq]2[/aq]. Abtheil. des Lustwaldes am [aq]203[/aq]. Bl.] So hat mein Hr. Neumark seinem Vettern/ Hn. Günther-Heinrich Plathner Fürstl. Sächs. Hof- und [aq]Consistorial[/aq]-Raht in Weinmar/ etc. glükk zu wünschen Gelegenheit genommen von der Lacedaemonier und Athenienser Feyertagen/ und schreibt darauf folgendes: ¶ Wer achtet euer Thun/ ihr ädlen Junggesellen / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: in der [aq]2[/aq]. Abtheil. des Lustwaldes am [aq]203[/aq]. Bl.] So hat mein Hr. Neumark seinem Vettern/ Hn. Günther-Heinrich Plathner Fürstl. Sächs. Hof- und [aq]Consistorial[/aq]-Raht in Weinmar/ etc. glükk zu wünschen Gelegenheit genommen von der Lacedaemonier und Athenienser Feyertagen/ und schreibt darauf folgendes: ¶ Wer achtet euer Thun/ ihr ädlen Junggesellen / Fundstelle
 
Seite: (96) [166]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein sinnliches [Gleichnis, J.T.] ist auch bey dem lieblichen [aq]Klajo[/aq] in dem Geburtstag des Friedens zu lesen von einer Feuersbrunst. iv.f. ¶ Wann eine Brunst entbrennt und reisset aus den Dächern/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein sinnliches [Gleichnis, J.T.] ist auch bey dem lieblichen [aq]Klajo[/aq] in dem Geburtstag des Friedens zu lesen von einer Feuersbrunst. iv.f. ¶ Wann eine Brunst entbrennt und reisset aus den Dächern/ / Fundstelle
 
Seite: (101) [171]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIX[/aq]. Der gelehrte [aq]Vossius[/aq] erinnert/ daß die Alten den [aq]vo-[/aq] [G: [aq]Lib. 2. Grammat. Art. c. 12. p. m. 195[/aq].] [aq]calem[/aq] in den Sylben/ so von Natur lang sind/ geduppelt haben/ [...] wie denn noch in den alten [aq]inscriptionibus[/aq], so [aq]Smetius[/aq] und [aq]Gruterus[/aq] zusammen getragen/ oft gefunden wird: [aq]naata, vaarus, Thraacum, paastores, ree, seedes, sanctissimiis, mariinas[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIX[/aq]. Der gelehrte [aq]Vossius[/aq] erinnert/ daß die Alten den [aq]vo-[/aq] [G: [aq]Lib. 2. Grammat. Art. c. 12. p. m. 195[/aq].] [aq]calem[/aq] in den Sylben/ so von Natur lang sind/ geduppelt haben/ [...] wie denn noch in den alten [aq]inscriptionibus[/aq], so [aq]Smetius[/aq] und [aq]Gruterus[/aq] zusammen getragen/ oft gefunden wird: [aq]naata, vaarus, Thraacum, paastores, ree, seedes, sanctissimiis, mariinas[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (105) [175]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie mein gerechter GOtt nur will/ [G: in fortgepflantzt. Lustwald. [aq]I[/aq]. Abtheil. [aq]p. 127. pag. 62[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie mein gerechter GOtt nur will/ [G: in fortgepflantzt. Lustwald. [aq]I[/aq]. Abtheil. [aq]p. 127. pag. 62[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (108) [178]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Neumark In [aq]Trochai[/aq]schen. ¶ Mein HErr JEsu/ laß mich wissen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Neumark In [aq]Trochai[/aq]schen. ¶ Mein HErr JEsu/ laß mich wissen/ / Fundstelle
 
Seite: (108) [178]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: in seinen Werken. [aq]p. 13[/aq]. in der [aq]2[/aq]. Abtheil. [aq]p. 116[/aq].] also gebraucht Hr. Opitz das Vornennwort Der: ¶ Nur der ist ohne Sünden/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: in seinen Werken. [aq]p. 13[/aq]. in der [aq]2[/aq]. Abtheil. [aq]p. 116[/aq].] also gebraucht Hr. Opitz das Vornennwort Der: ¶ Nur der ist ohne Sünden/ / Fundstelle
 
Seite: (108) [178]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Exempel sey aus dem überaus geistreichen Liede meines an Vaters stat geehrten Hn. Risten: ¶ [aq](α)[/aq] GOtt/ der du selber bist das Licht/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Exempel sey aus dem überaus geistreichen Liede meines an Vaters stat geehrten Hn. Risten: ¶ [aq](α)[/aq] GOtt/ der du selber bist das Licht/ / Fundstelle
 
Seite: (109) [179]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bekräntze nun dein Haubt/ O schöne [aq]Pierin[/aq]; / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Bekräntze nun dein Haubt/ O schöne [aq]Pierin[/aq]; / Fundstelle
 
Seite: (110) [180]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf den Höchsten trauen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf den Höchsten trauen/ / Fundstelle
 
Seite: (112) [182]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also findet man das Wort Israel auf [G: Caldenbach. im [aq]I[/aq] Buch der Grabgetichte. [aq]p. 35. ibid. 2[/aq]. B. [aq]p. 42 p. 31. lib. I. p. 29. lib. I[/aq] [...]] dreyerley Ahrt gebraucht/ zweysylbig und dreysylbig: ¶ Fährt Israels Same fort. ¶ [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Also findet man das Wort Israel auf [G: Caldenbach. im [aq]I[/aq] Buch der Grabgetichte. [aq]p. 35. ibid. 2[/aq]. B. [aq]p. 42 p. 31. lib. I. p. 29. lib. I[/aq] [...]] dreyerley Ahrt gebraucht/ zweysylbig und dreysylbig: ¶ Fährt Israels Same fort. ¶ [...] / Fundstelle
 
Seite: (113) [183]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer Gott von Hertzen dient dem kan sein Werk gelingen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer Gott von Hertzen dient dem kan sein Werk gelingen. / Fundstelle
 
Seite: (114) [184]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: wie denn solches dem Urheber der Deutschen ausgeputzten Poeterey/ Hn. [aq]Opitio[/aq] selbst begegnet/ da er im Lobgesange Christi geschrieben: ¶ --- Noch [aq]Romulus[/aq] Wölfin/ ¶ [...] ¶ Worinn ihn aber sein vertrauter Freund und Landsmann Hr. Tscher- [G: Bedenken der Deutschen Schreib- und Sprachkunst [aq]p. 71[/aq]] ning billich entschuldiget/ weil er dieses herrliche Geticht aus dem Holländischen des [aq]Heinsii[/aq] übergetragen/ da ein Poet ihm etwas mehr Freyheit zu nehmen pfleget. Also wird in dem geistreichen Liede: ¶ HErr JEsu Christ du höchstes Gutt/ etc. gelesen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: wie denn solches dem Urheber der Deutschen ausgeputzten Poeterey/ Hn. [aq]Opitio[/aq] selbst begegnet/ da er im Lobgesange Christi geschrieben: ¶ --- Noch [aq]Romulus[/aq] Wölfin/ ¶ [...] ¶ Worinn ihn aber sein vertrauter Freund und Landsmann Hr. Tscher- [G: Bedenken der Deutschen Schreib- und Sprachkunst [aq]p. 71[/aq]] ning billich entschuldiget/ weil er dieses herrliche Geticht aus dem Holländischen des [aq]Heinsii[/aq] übergetragen/ da ein Poet ihm etwas mehr Freyheit zu nehmen pfleget. Also wird in dem geistreichen Liede: ¶ HErr JEsu Christ du höchstes Gutt/ etc. gelesen. / Fundstelle
 
Seite: (115) [185]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welche Endung meistentheils lang ist (wiewohl auch keiner leicht ein solch Wort auf ey ausgehend einem im [aq]Dactylo[/aq] kurtz zu gebrauchen verwehren würde) als Abtey/ Vogtey/ Probstey/ Cantzley/ Schmeicheley/ Triegerey/ Zecherey/ etc. Nach meinem wenigen und unvorgreiflichen Gutachten halt ich davor/ daß die Wörter Abtey/ Vogtey/ Probstey/ Cantzley besser einen [aq]Jambum[/aq], als andern [aq]Pedem[/am] machen: / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Welche Endung meistentheils lang ist (wiewohl auch keiner leicht ein solch Wort auf ey ausgehend einem im [aq]Dactylo[/aq] kurtz zu gebrauchen verwehren würde) als Abtey/ Vogtey/ Probstey/ Cantzley/ Schmeicheley/ Triegerey/ Zecherey/ etc. Nach meinem wenigen und unvorgreiflichen Gutachten halt ich davor/ daß die Wörter Abtey/ Vogtey/ Probstey/ Cantzley besser einen [aq]Jambum[/aq], als andern [aq]Pedem[/am] machen: / Fundstelle
 
Seite: (116) [186]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Als: Gottesfurcht/ Bücherschatz/ Freudenmahl/ ehrenwehrt. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Als: Gottesfurcht/ Bücherschatz/ Freudenmahl/ ehrenwehrt. / Fundstelle
 
Seite: (117) [187]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Es haben sich bis hieher viel/ und zwar die vornehmste Teutsche Poeten dieser [aq]Antibac[/aq]chischen Wörter in ihren geistreichen Getichten gebrauchet/ und die erste natürliche lange Sylbe kurtz gesetzet/ absonderlich die Holländer/ unter welchen der hochberühmte [S] Herr Catz sein geistlich [aq]Houvelick[/aq] von dem HERRN Christo also schleusst: ¶ [aq]Mensch-liever, Sondaers-troost, Pers-treder, Segen-vechter[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Es haben sich bis hieher viel/ und zwar die vornehmste Teutsche Poeten dieser [aq]Antibac[/aq]chischen Wörter in ihren geistreichen Getichten gebrauchet/ und die erste natürliche lange Sylbe kurtz gesetzet/ absonderlich die Holländer/ unter welchen der hochberühmte [S] Herr Catz sein geistlich [aq]Houvelick[/aq] von dem HERRN Christo also schleusst: ¶ [aq]Mensch-liever, Sondaers-troost, Pers-treder, Segen-vechter[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (118-119) [188-189]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der arme Mensch ligt da matthertzig und schwindsüchtig. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der arme Mensch ligt da matthertzig und schwindsüchtig. / Fundstelle
 
Seite: (120) [190]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der arme Mensch ligt da und ist von Hertzen matt/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der arme Mensch ligt da und ist von Hertzen matt/ / Fundstelle
 
Seite: (121) [191]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Als: Freudengeschrey/ Hasenpanier/ Himmels-Monarch/ etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Als: Freudengeschrey/ Hasenpanier/ Himmels-Monarch/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (122) [192]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Im [aq]66[/aq]. Vers des [aq]119[/aq]. Psalms ist dieser achtsylbige [aq]Dactyli[/aq]sche: ¶ Lehre mich heilsame Sitten. ¶ im [aq]12[/aq]. Vers. des [aq]21[/aq]. Ps. ein zehnsylbiger. ¶ Denn sie gedachten dir übels zu thun. ¶ im [aq]10[/aq]. Vers des [aq]31[/aq]. Ps. ein eilfsylbiger. ¶ Meine Gestalt ist verfallen für trauren ¶ im [aq]6[/aq]. Vers des [aq]98[/aq]. Ps. ein vierzehnsylbiger. ¶ Lobet den HErren mit Harffen/ mit Harffen und Psalmen. [S] ¶ im [aq]7[/aq]. Vers des [aq]26[/aq]. Ps. ist ein [aq]Phalaecius[/aq]. ¶ Da man prediget alle deine Wunder. ¶ also auch im [aq]7[/aq]. Vers des [aq]116[/aq]. ¶ Sey nun wieder zufrieden/ meine Seele. ¶ im [aq]106[/aq]. zu Anfang ist ein [aq]Adonicus[/aq]. ¶ Danket dem HErren. ¶ und im [aq]117[/aq]. Ps. ¶ Lobet den HErren. ¶ im [aq]3[/aq]. Vers des [aq]102[/aq]. Ps. ist ein siebensylbiger [aq]Trochai[/aq]scher. ¶ HErr/ thu meine Lippen auf. ¶ im [aq]23[/aq]. Ps. ein eilfsylbiger [aq]Jambi[/aq]scher. ¶ Er weidet mich auf einer grünen Auen.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Im [aq]66[/aq]. Vers des [aq]119[/aq]. Psalms ist dieser achtsylbige [aq]Dactyli[/aq]sche: ¶ Lehre mich heilsame Sitten. ¶ im [aq]12[/aq]. Vers. des [aq]21[/aq]. Ps. ein zehnsylbiger. ¶ Denn sie gedachten dir übels zu thun. ¶ im [aq]10[/aq]. Vers des [aq]31[/aq]. Ps. ein eilfsylbiger. ¶ Meine Gestalt ist verfallen für trauren ¶ im [aq]6[/aq]. Vers des [aq]98[/aq]. Ps. ein vierzehnsylbiger. ¶ Lobet den HErren mit Harffen/ mit Harffen und Psalmen. [S] ¶ im [aq]7[/aq]. Vers des [aq]26[/aq]. Ps. ist ein [aq]Phalaecius[/aq]. ¶ Da man prediget alle deine Wunder. ¶ also auch im [aq]7[/aq]. Vers des [aq]116[/aq]. ¶ Sey nun wieder zufrieden/ meine Seele. ¶ im [aq]106[/aq]. zu Anfang ist ein [aq]Adonicus[/aq]. ¶ Danket dem HErren. ¶ und im [aq]117[/aq]. Ps. ¶ Lobet den HErren. ¶ im [aq]3[/aq]. Vers des [aq]102[/aq]. Ps. ist ein siebensylbiger [aq]Trochai[/aq]scher. ¶ HErr/ thu meine Lippen auf. ¶ im [aq]23[/aq]. Ps. ein eilfsylbiger [aq]Jambi[/aq]scher. ¶ Er weidet mich auf einer grünen Auen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Im [aq]66[/aq]. Vers des [aq]119[/aq]. Psalms ist dieser achtsylbige [aq]Dactyli[/aq]sche: ¶ Lehre mich heilsame Sitten. ¶ im [aq]12[/aq]. Vers. des [aq]21[/aq]. Ps. ein zehnsylbiger. ¶ Denn sie gedachten dir übels zu thun. ¶ im [aq]10[/aq]. Vers des [aq]31[/aq]. Ps. ein eilfsylbiger. ¶ Meine Gestalt ist verfallen für trauren ¶ im [aq]6[/aq]. Vers des [aq]98[/aq]. Ps. ein vierzehnsylbiger. ¶ Lobet den HErren mit Harffen/ mit Harffen und Psalmen. [S] ¶ im [aq]7[/aq]. Vers des [aq]26[/aq]. Ps. ist ein [aq]Phalaecius[/aq]. ¶ Da man prediget alle deine Wunder. ¶ also auch im [aq]7[/aq]. Vers des [aq]116[/aq]. ¶ Sey nun wieder zufrieden/ meine Seele. ¶ im [aq]106[/aq]. zu Anfang ist ein [aq]Adonicus[/aq]. ¶ Danket dem HErren. ¶ und im [aq]117[/aq]. Ps. ¶ Lobet den HErren. ¶ im [aq]3[/aq]. Vers des [aq]102[/aq]. Ps. ist ein siebensylbiger [aq]Trochai[/aq]scher. ¶ HErr/ thu meine Lippen auf. ¶ im [aq]23[/aq]. Ps. ein eilfsylbiger [aq]Jambi[/aq]scher. ¶ Er weidet mich auf einer grünen Auen. / Fundstelle
 
Seite: (123-124) [193-194]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als in dem Liede nach der Melodey: Wie schön leuchtet der Morgenstern. ¶ Getreuer GOtt/ dir sey gedankt/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: als in dem Liede nach der Melodey: Wie schön leuchtet der Morgenstern. ¶ Getreuer GOtt/ dir sey gedankt/ / Fundstelle
 
Seite: (127) [197]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: GOtt kan uns behüten/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: GOtt kan uns behüten/ / Fundstelle
 
Seite: (129) [199]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nun wir wollen den Höchsten erheben und rühmen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nun wir wollen den Höchsten erheben und rühmen. / Fundstelle
 
Seite: (133) [203]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ach kommet ihr sündliche Menschen mit Hauffen / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ach kommet ihr sündliche Menschen mit Hauffen / Fundstelle
 
Seite: (133) [203]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich liebe den Schöpfer und diene dem Nächsen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich liebe den Schöpfer und diene dem Nächsen. / Fundstelle
 
Seite: (134) [204]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf diesen Schlag ist in den obangezogenen [aq]Canonibus[/aq] der Morgengesang gestellet: ¶ Auf/ meine Gedanken seyd rüstig zu singen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf diesen Schlag ist in den obangezogenen [aq]Canonibus[/aq] der Morgengesang gestellet: ¶ Auf/ meine Gedanken seyd rüstig zu singen/ / Fundstelle
 
Seite: (134) [204]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf meines höchstgeliebten Hn. Risten Passions-Andachten/ darinn allezeit die Helffte desselben einen richtigen Reim giebt. ¶ Pindarisch Kling-geticht. ¶ Satz. ¶ Ihr [aq]Phoenix[/aq] unser Zeit/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf meines höchstgeliebten Hn. Risten Passions-Andachten/ darinn allezeit die Helffte desselben einen richtigen Reim giebt. ¶ Pindarisch Kling-geticht. ¶ Satz. ¶ Ihr [aq]Phoenix[/aq] unser Zeit/ / Fundstelle
 
Seite: (143) [213]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: O du gerechter GOtt! sieh meinen Jammer an/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: O du gerechter GOtt! sieh meinen Jammer an/ / Fundstelle
 
Seite: (144) [214]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Du JESU bleibst mein Hort/ drüm wirst du mich erhören/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Du JESU bleibst mein Hort/ drüm wirst du mich erhören/ / Fundstelle
 
Seite: (144) [214]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: auf solche Ahrt schreibet mein vielgeneigter Hr. Frank in der Susanna: ¶ Nun GOtt der HErr verlaß euch Liebsten nimmer/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: auf solche Ahrt schreibet mein vielgeneigter Hr. Frank in der Susanna: ¶ Nun GOtt der HErr verlaß euch Liebsten nimmer/ / Fundstelle
 
Seite: (146) [216]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dem allerhöchsten Gott in dieser Welt gefallen [S] ¶ [...] [G: im Lustwald [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]35. p. 10[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Dem allerhöchsten Gott in dieser Welt gefallen [S] ¶ [...] [G: im Lustwald [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]35. p. 10[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (148-149) [218-219]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer Gott von Hertzen trauet/ der ist sehr wohl daran. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer Gott von Hertzen trauet/ der ist sehr wohl daran. / Fundstelle
 
Seite: (150) [220]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Schönste Dorile/ du [aq]Charis[/aq] meiner Zeit/ ¶ [...] In der Salan. Musenlust. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Schönste Dorile/ du [aq]Charis[/aq] meiner Zeit/ ¶ [...] In der Salan. Musenlust. / Fundstelle
 
Seite: (150) [220]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. III[/aq]. Noch eine andere Ahrt ist im [aq]4[/aq]. Trichter zu sehen/ da zwey [aq]Dactyli[/aq], ein [aq]Trochaeus[/aq] und eine überschiessende Sylbe verschränkt/ als: ¶ Lieblicher JESU/ hertzliche Wonn/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. III[/aq]. Noch eine andere Ahrt ist im [aq]4[/aq]. Trichter zu sehen/ da zwey [aq]Dactyli[/aq], ein [aq]Trochaeus[/aq] und eine überschiessende Sylbe verschränkt/ als: ¶ Lieblicher JESU/ hertzliche Wonn/ / Fundstelle
 
Seite: (151) [221]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. III[/aq]. Zum Exempel setz ich hieher berührter massen gefassete Grabschrifft des gedultigen Jobs: ¶ Hier Wandrer! / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. III[/aq]. Zum Exempel setz ich hieher berührter massen gefassete Grabschrifft des gedultigen Jobs: ¶ Hier Wandrer! / Fundstelle
 
Seite: (155) [225]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zur Übungslust hab ich in folgenden zween Beyspielen die eitele Ehre verachtet/ und die löbliche gerühmet. [S] ¶ Vergebliche Ehre! / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zur Übungslust hab ich in folgenden zween Beyspielen die eitele Ehre verachtet/ und die löbliche gerühmet. [S] ¶ Vergebliche Ehre! / Fundstelle
 
Seite: (155-156) [225-226]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein feines ist gleichfalls im Lustwald [aq]I[/aq]. Abtheil [aq]pag. 245[/aq]. an die Frau Lucia Christina von Wartensleben/ Hn. Alexander Erskeins Königl. Schwedischen Rahts Ehegemahl/ als sie eines jungen Töchterleins genaß. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Was hör' ich vor ein Lustgetümmel/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein feines ist gleichfalls im Lustwald [aq]I[/aq]. Abtheil [aq]pag. 245[/aq]. an die Frau Lucia Christina von Wartensleben/ Hn. Alexander Erskeins Königl. Schwedischen Rahts Ehegemahl/ als sie eines jungen Töchterleins genaß. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Was hör' ich vor ein Lustgetümmel/ / Fundstelle
 
Seite: (162) [232]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf des Durchl. Hochgebohrnen Fürsten und Herrn/ Herrn Moritz/ Hertzogs zu Sachsen/ Jül. Clev und Berg Hoch-Fürstl. Junges Printzlein. Welches den [aq]15. Martii Anno 1664[/aq]. auf der Residentz zu Zeitz gebohren/ hab ich folgendes Lied gesetzet. ¶ Der drey Huldinnen duppelreimender Glükkwunsch. ¶ [aq]Aglaja[/aq] die Fröliche. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Des Frülings erster Blikk/ der Vorgang süsser Stunden / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf des Durchl. Hochgebohrnen Fürsten und Herrn/ Herrn Moritz/ Hertzogs zu Sachsen/ Jül. Clev und Berg Hoch-Fürstl. Junges Printzlein. Welches den [aq]15. Martii Anno 1664[/aq]. auf der Residentz zu Zeitz gebohren/ hab ich folgendes Lied gesetzet. ¶ Der drey Huldinnen duppelreimender Glükkwunsch. ¶ [aq]Aglaja[/aq] die Fröliche. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Des Frülings erster Blikk/ der Vorgang süsser Stunden / Fundstelle
 
Seite: (163) [233]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der vornehme Poet in Preussen/ Hr. Simon Dach schrieb im [aq]1645[/aq]. Jahr/ als Hr. [aq]D[/aq]. Michael Friese/ Churfürstl. Brandenburgischer Hof- und Gerichts-Raht/ etc. [aq]50[/aq]. Jahr den Doctorgrad hochrühmlich geführet/ dieses Lied: ¶ [aq]I[/aq]. Wer das Alter schätzt erhaben/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der vornehme Poet in Preussen/ Hr. Simon Dach schrieb im [aq]1645[/aq]. Jahr/ als Hr. [aq]D[/aq]. Michael Friese/ Churfürstl. Brandenburgischer Hof- und Gerichts-Raht/ etc. [aq]50[/aq]. Jahr den Doctorgrad hochrühmlich geführet/ dieses Lied: ¶ [aq]I[/aq]. Wer das Alter schätzt erhaben/ / Fundstelle
 
Seite: (166) [236]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IX[/aq]. Mein Hr. Neumark hat auf das grosse Stuffen-Jahr des Durchl. Fürsten/ Herrn Wilhelms des Vierdten/ nachgesetztes liebliches Getichte gespielet: / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IX[/aq]. Mein Hr. Neumark hat auf das grosse Stuffen-Jahr des Durchl. Fürsten/ Herrn Wilhelms des Vierdten/ nachgesetztes liebliches Getichte gespielet: / Fundstelle
 
Seite: (168) [238]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie? habt Ihr/ werther Printz/ ihr Pharos dieses Landes/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie? habt Ihr/ werther Printz/ ihr Pharos dieses Landes/ / Fundstelle
 
Seite: (168) [238]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X[/aq]. Als Herr Erhard Weigel [aq]Mathemat P. P[/aq]. den [aq]8. Januarii[/aq] des [aq]1664[/aq]. Jahres seinen Nahmenstag begieng/ hab ich folgendes Lied gesetzet/ welches in einer Nacht-Music von dem sämmtlichen [aq]Collegio Musico[/aq] abgesungen worden: ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Die müde Nacht lässt Freuden-Zeichen sehen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X[/aq]. Als Herr Erhard Weigel [aq]Mathemat P. P[/aq]. den [aq]8. Januarii[/aq] des [aq]1664[/aq]. Jahres seinen Nahmenstag begieng/ hab ich folgendes Lied gesetzet/ welches in einer Nacht-Music von dem sämmtlichen [aq]Collegio Musico[/aq] abgesungen worden: ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Die müde Nacht lässt Freuden-Zeichen sehen/ / Fundstelle
 
Seite: (170) [240]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: In Ermangelung anderer Getichte/ die auf eine Glükkwünschung wegen erlangter Gesundheit gerichtet/ will ich das an meinen grossen Patron Hn. von Birken [aq]Anno 1664[/aq]. den [aq]8. Octobris[/aq] überschikkte/ wiewohl es ein wenig lang ist/ hersetzen: ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Clio sey mit mir erfreut/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: In Ermangelung anderer Getichte/ die auf eine Glükkwünschung wegen erlangter Gesundheit gerichtet/ will ich das an meinen grossen Patron Hn. von Birken [aq]Anno 1664[/aq]. den [aq]8. Octobris[/aq] überschikkte/ wiewohl es ein wenig lang ist/ hersetzen: ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Clio sey mit mir erfreut/ / Fundstelle
 
Seite: (173) [243]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Gleicher weise verdienet gebührliches Lob der weitberühmte Keusche in der Hochlöbl. Fruchtbringenden Gesellschaft/ wegen seiner Hirten-getichte/ die Er zwar noch nicht ausgegeben/ aber doch verhoffentlich einmahl an das Licht wird kommen lassen. Zum Exempel wollen wir/ aus unseres itztbemeldten [aq]Authors[/aq] Lustwalde/ die im [aq]2[/aq]. Theile [aq]p. 72[/aq]. befindliche [aq]Ecloge Florelle[/aq], wie auch das/ [aq]p. 214[/aq]. enthaltene Hirten-gespräch [aq]Aretine[/aq], anhero setzen/ üm daraus die rechte Ahrt eines Hirten-gesprächs/ so wohl in Traur- als Freudenfällen/ abzusehen. [S] ¶ [aq]Ecloge[/aq] ¶ [aq]FLORELLE[/aq]. ¶ Über das frühzeitige Absterben des zarthen Jungferleins ¶ Eleonoren-Justinen/ ¶ Des WolEdlen/ Vesten und Hochgelahrten Herrn Rudolph-Wilhelm Krausens/ ¶ [...] Aeltesten Tochter. ¶ * ¶ Sylvius. ¶ WIe/ Thyrsis/ sitzest du so sehr betrübet
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gleicher weise verdienet gebührliches Lob der weitberühmte Keusche in der Hochlöbl. Fruchtbringenden Gesellschaft/ wegen seiner Hirten-getichte/ die Er zwar noch nicht ausgegeben/ aber doch verhoffentlich einmahl an das Licht wird kommen lassen. Zum Exempel wollen wir/ aus unseres itztbemeldten [aq]Authors[/aq] Lustwalde/ die im [aq]2[/aq]. Theile [aq]p. 72[/aq]. befindliche [aq]Ecloge Florelle[/aq], wie auch das/ [aq]p. 214[/aq]. enthaltene Hirten-gespräch [aq]Aretine[/aq], anhero setzen/ üm daraus die rechte Ahrt eines Hirten-gesprächs/ so wohl in Traur- als Freudenfällen/ abzusehen. [S] ¶ [aq]Ecloge[/aq] ¶ [aq]FLORELLE[/aq]. ¶ Über das frühzeitige Absterben des zarthen Jungferleins ¶ Eleonoren-Justinen/ ¶ Des WolEdlen/ Vesten und Hochgelahrten Herrn Rudolph-Wilhelm Krausens/ ¶ [...] Aeltesten Tochter. ¶ * ¶ Sylvius. ¶ WIe/ Thyrsis/ sitzest du so sehr betrübet / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Gleicher weise verdienet gebührliches Lob der weitberühmte Keusche in der Hochlöbl. Fruchtbringenden Gesellschaft/ wegen seiner Hirten-getichte/ die Er zwar noch nicht ausgegeben/ aber doch verhoffentlich einmahl an das Licht wird kommen lassen. Zum Exempel wollen wir/ aus unseres itztbemeldten [aq]Authors[/aq] Lustwalde/ die im [aq]2[/aq]. Theile [aq]p. 72[/aq]. befindliche [aq]Ecloge Florelle[/aq], wie auch das/ [aq]p. 214[/aq]. enthaltene Hirten-gespräch [aq]Aretine[/aq], anhero setzen/ üm daraus die rechte Ahrt eines Hirten-gesprächs/ so wohl in Traur- als Freudenfällen/ abzusehen. [S] ¶ [aq]Ecloge[/aq] ¶ [aq]FLORELLE[/aq]. ¶ Über das frühzeitige Absterben des zarthen Jungferleins ¶ Eleonoren-Justinen/ ¶ Des WolEdlen/ Vesten und Hochgelahrten Herrn Rudolph-Wilhelm Krausens/ ¶ [...] Aeltesten Tochter. ¶ * ¶ Sylvius. ¶ WIe/ Thyrsis/ sitzest du so sehr betrübet / Fundstelle
 
Seite: (178-179) [248-249]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ecloge ¶ ARETINE. ¶ Auf das Hochfürstliche Beylager ¶ Des ¶ Durchleuchtigsten/ Hochgebohrnen Fürsten und Herrn ¶ [...] Moritzen/ ¶ Hertzogs zu Sachsen [...] ¶ MIt der auch ¶ Durchleuchtigsten/ Hochgebohrnen Fürstin und Fräulein ¶ [...] Dorotheen-Marien/ ¶ Gebohrner Hertzogin zu Sachsen [...]. ¶ Begangen den [aq]3[/aq]. Julii [aq]1656[/aq]. ¶ * ¶ Thyrsis. ¶ SAgt/ fauler Melibe/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ecloge ¶ ARETINE. ¶ Auf das Hochfürstliche Beylager ¶ Des ¶ Durchleuchtigsten/ Hochgebohrnen Fürsten und Herrn ¶ [...] Moritzen/ ¶ Hertzogs zu Sachsen [...] ¶ MIt der auch ¶ Durchleuchtigsten/ Hochgebohrnen Fürstin und Fräulein ¶ [...] Dorotheen-Marien/ ¶ Gebohrner Hertzogin zu Sachsen [...]. ¶ Begangen den [aq]3[/aq]. Julii [aq]1656[/aq]. ¶ * ¶ Thyrsis. ¶ SAgt/ fauler Melibe/ / Fundstelle
 
Seite: (189) [259]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also hat Hr. Neumark dem Hn. Prüeschenk von Lindenhofen/ als er auf den Reichstag nach Regenspurg gezogen/ ein Geticht zugeschrieben/ welches in der [aq]2[/aq]. Abtheil. des Lustwaldes befindlich: ¶ VErzeih mir/ Mezenat/ daß ich mich unternommen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Also hat Hr. Neumark dem Hn. Prüeschenk von Lindenhofen/ als er auf den Reichstag nach Regenspurg gezogen/ ein Geticht zugeschrieben/ welches in der [aq]2[/aq]. Abtheil. des Lustwaldes befindlich: ¶ VErzeih mir/ Mezenat/ daß ich mich unternommen/ / Fundstelle
 
Seite: (207) [277]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: An die Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg/ schrieb Hr. Simon Dach [aq]Anno 1645[/aq]. folgendes/ als Ihre Durchl. aus Königsberg in die Mark reisete: ¶ Also wird/ du wehrter Held/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: An die Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg/ schrieb Hr. Simon Dach [aq]Anno 1645[/aq]. folgendes/ als Ihre Durchl. aus Königsberg in die Mark reisete: ¶ Also wird/ du wehrter Held/ / Fundstelle
 
Seite: (207) [278]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XVI[/aq]. Ein Schreibenslied ist stat eines Briefes/ derer Hr. Joh. Frank unterschiedliche in seinen Poetischen Werken hat. Aus Hn. Neumarks Lustwald ist dieses: ¶ Thyrsis an Kastillen. ¶ [aq]1[/aq]. ¶ DEin Thyrsis/ der itzund hier bey der Weissel wohnet/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XVI[/aq]. Ein Schreibenslied ist stat eines Briefes/ derer Hr. Joh. Frank unterschiedliche in seinen Poetischen Werken hat. Aus Hn. Neumarks Lustwald ist dieses: ¶ Thyrsis an Kastillen. ¶ [aq]1[/aq]. ¶ DEin Thyrsis/ der itzund hier bey der Weissel wohnet/ / Fundstelle
 
Seite: (210) [280]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]I[/aq]. ¶ Auf die unschätzbare und Hochheilige ¶ Seelengespräche ¶ des ¶ Weltbekanten Hn. Risten/ ¶ Pindarische Ode. ¶ Satz. ¶ Itzo da die Majenblüht alle Felder basamiret/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]I[/aq]. ¶ Auf die unschätzbare und Hochheilige ¶ Seelengespräche ¶ des ¶ Weltbekanten Hn. Risten/ ¶ Pindarische Ode. ¶ Satz. ¶ Itzo da die Majenblüht alle Felder basamiret/ / Fundstelle
 
Seite: (221) [291]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].])
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].]) / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].]) / Fundstelle
 
Seite: (222-224) [292-294]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. [...] Zum Beyspiel der Sechstinnen oder Sechsverse dienet nachgesetztes Geticht aus dem [aq]5[/aq]. Buch des [aq]I[/aq]. Theils der schönen [aq]Diana[/aq], am [aq]198[/aq]. Blat. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf Hoffnungs-Trost/ was machst du mich empfangen/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. [...] Zum Beyspiel der Sechstinnen oder Sechsverse dienet nachgesetztes Geticht aus dem [aq]5[/aq]. Buch des [aq]I[/aq]. Theils der schönen [aq]Diana[/aq], am [aq]198[/aq]. Blat. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf Hoffnungs-Trost/ was machst du mich empfangen/ / Fundstelle
 
Seite: (224) [294]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII. (e)[/aq] Eine [aq]Alcaische[/aq] Ode/ nach vorgeschriebener [S] Form/ stehet in dem annehmlichen Lustwalde/ die wegen ihres schönen [G: [aq]I[/aq]. Abtheil. [aq]p. 157[/aq].] Inhalts wehrt ist/ gantz und völlig hieher zu setzen: ¶ Verlangen nach der Tugend/ ¶ auf ¶ des [aq]Ovveni[/aq] Worte: ¶ [aq]Mens manet & virtus: caetera mortis erunt[/aq]. ¶ Oder: ¶ [aq]NON EST MORTALE QUOD OPTO[/aq]. ¶ [...] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ WIe unterschiedliche wünschet des Menschen Sinn: / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII. (e)[/aq] Eine [aq]Alcaische[/aq] Ode/ nach vorgeschriebener [S] Form/ stehet in dem annehmlichen Lustwalde/ die wegen ihres schönen [G: [aq]I[/aq]. Abtheil. [aq]p. 157[/aq].] Inhalts wehrt ist/ gantz und völlig hieher zu setzen: ¶ Verlangen nach der Tugend/ ¶ auf ¶ des [aq]Ovveni[/aq] Worte: ¶ [aq]Mens manet & virtus: caetera mortis erunt[/aq]. ¶ Oder: ¶ [aq]NON EST MORTALE QUOD OPTO[/aq]. ¶ [...] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ WIe unterschiedliche wünschet des Menschen Sinn: / Fundstelle
 
Seite: (226-227) [296-297]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X. (g)[/aq] Die Falecischen Verse können nicht weniger im Deutschen nachgekünstelt werden in solcher Form/ wie unser [aq]Autor[/aq] vorgeschrieben. ¶ Morgengedanken. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ [G: im [aq]2[/aq]. Th. der Lustgedanken [aq]p. 157[/aq].] JEtzo schwinget sich von der eiteln Erden / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X. (g)[/aq] Die Falecischen Verse können nicht weniger im Deutschen nachgekünstelt werden in solcher Form/ wie unser [aq]Autor[/aq] vorgeschrieben. ¶ Morgengedanken. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ [G: im [aq]2[/aq]. Th. der Lustgedanken [aq]p. 157[/aq].] JEtzo schwinget sich von der eiteln Erden / Fundstelle
 
Seite: (232) [302]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Beyspiel füg ich diese aus einem [aq]Jambo Binario Hypercatalectico[/aq] bestehende Ode an Hn. Johann Georg [aq]Albinum[/aq], vornehmen Poeten und treufleissigen Seelsorger zu S. Othmar in Naumburg/ als er [aq]Anno 1663[/aq]. seinen Nahmenstag begieng. [S] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf/ tichtet Lieder/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Beyspiel füg ich diese aus einem [aq]Jambo Binario Hypercatalectico[/aq] bestehende Ode an Hn. Johann Georg [aq]Albinum[/aq], vornehmen Poeten und treufleissigen Seelsorger zu S. Othmar in Naumburg/ als er [aq]Anno 1663[/aq]. seinen Nahmenstag begieng. [S] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf/ tichtet Lieder/ / Fundstelle
 
Seite: (238-239) [308-309]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Solche Exempel hat Hr. [aq]Schottelius[/aq], dar- [G: [aq]lib. III. cap. 6[/aq]] aus wir eins entlehnen wollen. ¶ Von vier Reimwörtern. ¶ [aq]1[/aq]. Alle Welt ist Sorgen voll/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Solche Exempel hat Hr. [aq]Schottelius[/aq], dar- [G: [aq]lib. III. cap. 6[/aq]] aus wir eins entlehnen wollen. ¶ Von vier Reimwörtern. ¶ [aq]1[/aq]. Alle Welt ist Sorgen voll/ / Fundstelle
 
Seite: (240) [310]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Solcher Gestalt ist auch des Glükkes Unbestand in den canonibus verfasst: ¶ [aq]1[/aq]. ¶ DIeß alles/ was uns ist bekant/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Solcher Gestalt ist auch des Glükkes Unbestand in den canonibus verfasst: ¶ [aq]1[/aq]. ¶ DIeß alles/ was uns ist bekant/ / Fundstelle
 
Seite: (240) [310]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel ist in des Hochgebornen Fräuleins von Seisseneg Deutscher [aq]Urania p. 297[/aq]. da sie den Glauben also redend einführet: ¶ Ob Unmüglichkeit sich mit widersetzt/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel ist in des Hochgebornen Fräuleins von Seisseneg Deutscher [aq]Urania p. 297[/aq]. da sie den Glauben also redend einführet: ¶ Ob Unmüglichkeit sich mit widersetzt/ / Fundstelle
 
Seite: (241) [311]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Laß dein Hertze von der Welt zu dem Himmel seyn gewant/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Laß dein Hertze von der Welt zu dem Himmel seyn gewant/ / Fundstelle
 
Seite: (243) [313]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Jünger zankten sich bey meines Heilands Zeit/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Jünger zankten sich bey meines Heilands Zeit/ / Fundstelle
 
Seite: (243) [313]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: Hr. Neumark. [aq]3[/aq]. Abth. [aq]p. 2[/aq].] Du grosser Gnaden-GOtt/ gedenk doch nicht der Sünden/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: Hr. Neumark. [aq]3[/aq]. Abth. [aq]p. 2[/aq].] Du grosser Gnaden-GOtt/ gedenk doch nicht der Sünden/ / Fundstelle
 
Seite: (244) [314]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: O Mensch betrachte dich/ du bist die kleine Welt/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: O Mensch betrachte dich/ du bist die kleine Welt/ / Fundstelle
 
Seite: (244) [314]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Über den Spruch: Schauet die Blumen/ etc. Matth. [aq]6[/aq]. ¶ [G: H. Neumark. [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]p. 8[/aq].] Kommt ihr Bekümmerten/ ihr Sorgenvolle Sinnen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Über den Spruch: Schauet die Blumen/ etc. Matth. [aq]6[/aq]. ¶ [G: H. Neumark. [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]p. 8[/aq].] Kommt ihr Bekümmerten/ ihr Sorgenvolle Sinnen/ / Fundstelle
 
Seite: (244) [314]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nach der Ahrt ist auch unsers [aq]Autoris[/aq] seines nach dem Wahlspruch: [aq]Audendum est![/aq] nur daß die letzten vier Verse ein wenig anders geschränkt: ¶ Was säum' ich mich noch lang? Ich will es kühnlich wagen; / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nach der Ahrt ist auch unsers [aq]Autoris[/aq] seines nach dem Wahlspruch: [aq]Audendum est![/aq] nur daß die letzten vier Verse ein wenig anders geschränkt: ¶ Was säum' ich mich noch lang? Ich will es kühnlich wagen; / Fundstelle
 
Seite: (245) [315]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ade du Eitelkeit/ der falschen Erden Lust/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ade du Eitelkeit/ der falschen Erden Lust/ / Fundstelle
 
Seite: (249) [319]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf eine grausame Nacht/ da eben eine grosse Mondfinsternüß einfiel/ [aq]Anno 1663. d. 8. Augusti[/aq]. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ O Traurensvolle Nacht/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf eine grausame Nacht/ da eben eine grosse Mondfinsternüß einfiel/ [aq]Anno 1663. d. 8. Augusti[/aq]. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ O Traurensvolle Nacht/ / Fundstelle
 
Seite: (249) [319]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Folgendes zehenzeiliges Wandelgeticht ¶ fasset in jeder Helfte eine vollkommene Meinung/ man mag entweder den ersten gantzen Vers zusammen lesen/ und hernach eine Helft absonderlich/ oder von der letzten Zeile der ersten Helfte/ betrachte dieses Buch/ weiter fort lesen/ die Kunst- und Wunderquellen. ¶ n meinen wehrten Freund den: ¶ [aq]HIEROPHILO[/aq] ¶ Von des [aq]Quirini Pegei[/aq] Kunstquellen: ¶ [G: im [aq]2[/aq]. Th. der Lustgedanken [aq]p. 179[/aq].] Hie hast du nun/ mein Freund/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Folgendes zehenzeiliges Wandelgeticht ¶ fasset in jeder Helfte eine vollkommene Meinung/ man mag entweder den ersten gantzen Vers zusammen lesen/ und hernach eine Helft absonderlich/ oder von der letzten Zeile der ersten Helfte/ betrachte dieses Buch/ weiter fort lesen/ die Kunst- und Wunderquellen. ¶ n meinen wehrten Freund den: ¶ [aq]HIEROPHILO[/aq] ¶ Von des [aq]Quirini Pegei[/aq] Kunstquellen: ¶ [G: im [aq]2[/aq]. Th. der Lustgedanken [aq]p. 179[/aq].] Hie hast du nun/ mein Freund/ / Fundstelle
 
Seite: (252) [322]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Eine Probe der Kettenreime kan nachfolgendes unsres [aq]Authoris[/aq] Gericht seyn: [S] ¶ Grosser GOTT/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Eine Probe der Kettenreime kan nachfolgendes unsres [aq]Authoris[/aq] Gericht seyn: [S] ¶ Grosser GOTT/ / Fundstelle
 
Seite: [323-324]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: Frauenzimmers Belust. [aq]6[/aq]. Th. [aq]p. 395[/aq].] Sie ziert [aq](a)[/aq] sie stillt [aq](a)[/aq] sie stärkt [aq](a)[/aq] durch Kunst [aq](b)[/aq] durch Klang [aq](b)[/aq] durch Lieder [aq](b)[/aq] ¶ [...] ¶ (Sie ziert mit Ehr/ sie stillt mit GOtt/ stärkt mit Lust/ durch Kunst den Leib/ durch Klang die Seel/ durch Lieder die Brüder.) / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: Frauenzimmers Belust. [aq]6[/aq]. Th. [aq]p. 395[/aq].] Sie ziert [aq](a)[/aq] sie stillt [aq](a)[/aq] sie stärkt [aq](a)[/aq] durch Kunst [aq](b)[/aq] durch Klang [aq](b)[/aq] durch Lieder [aq](b)[/aq] ¶ [...] ¶ (Sie ziert mit Ehr/ sie stillt mit GOtt/ stärkt mit Lust/ durch Kunst den Leib/ durch Klang die Seel/ durch Lieder die Brüder.) / Fundstelle
 
Seite: (258) [328]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: H. Schottel. [aq]lib. 3. c. 12. p. 957[/aq].] [aq]1[/aq]. Der Tod/ [aq]1[/aq]. die Höll/ [aq]1[/aq]. und Lieb/ [aq]2[/aq]. ins Grab/ [aq]2[/aq]. Quaal/ [aq]2[/aq]. süsse Schmertzen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: H. Schottel. [aq]lib. 3. c. 12. p. 957[/aq].] [aq]1[/aq]. Der Tod/ [aq]1[/aq]. die Höll/ [aq]1[/aq]. und Lieb/ [aq]2[/aq]. ins Grab/ [aq]2[/aq]. Quaal/ [aq]2[/aq]. süsse Schmertzen/ / Fundstelle
 
Seite: (259) [329]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIV[/aq]. Von den unsrigen/ die in dem [aq]I[/aq]. Theil der Lustgedanken nicht begrieffen/ sind diese hier einzubringen. ¶ Uber des HErrn Leiden. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Christus wird zu Pilato geführt. ¶ DEr Fromme/ der kein Übels nicht gethan/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIV[/aq]. Von den unsrigen/ die in dem [aq]I[/aq]. Theil der Lustgedanken nicht begrieffen/ sind diese hier einzubringen. ¶ Uber des HErrn Leiden. ¶ [aq]I[/aq]. ¶ Christus wird zu Pilato geführt. ¶ DEr Fromme/ der kein Übels nicht gethan/ / Fundstelle
 
Seite: (262) [332]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XV. (n)[/aq] Die Bilderreime/ dadurch eines Dinges Abbildung oder Form gestaltet wird/ als da sind die Hertzen/ Eyer/ Altäre/ Becher/ Thürne/ Seulen Orgeln/ Hügel/ Bäume/ Reichsäpfel/ und andere mehr/ die in der Nymphe [aq]Noris[/aq] beygebracht worden/ seynd gleichfalls nicht mit trukkenem Fusse/ wie man zu reden pflegt/ vorbey zu spatzieren/ weil sie unterweilen bey lustigen Händeln ihren Nutzen und Gebrauch haben. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XV. (n)[/aq] Die Bilderreime/ dadurch eines Dinges Abbildung oder Form gestaltet wird/ als da sind die Hertzen/ Eyer/ Altäre/ Becher/ Thürne/ Seulen Orgeln/ Hügel/ Bäume/ Reichsäpfel/ und andere mehr/ die in der Nymphe [aq]Noris[/aq] beygebracht worden/ seynd gleichfalls nicht mit trukkenem Fusse/ wie man zu reden pflegt/ vorbey zu spatzieren/ weil sie unterweilen bey lustigen Händeln ihren Nutzen und Gebrauch haben. / Fundstelle
 
Seite: (266) [336]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: GOtt will uns nimmermehr verlan/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: GOtt will uns nimmermehr verlan/ / Fundstelle
 
Seite: (271) [341]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: welches in dem bekanten Passionslied/ da JEsus an dem Kreutze stund/ im [aq]8[/aq]. Vers gefunden wird: ¶ Wenn sich mein Seel von mir soll scheiden/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: welches in dem bekanten Passionslied/ da JEsus an dem Kreutze stund/ im [aq]8[/aq]. Vers gefunden wird: ¶ Wenn sich mein Seel von mir soll scheiden/ / Fundstelle
 
Seite: (274) [344]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Als wenn ich sagen wolte: Die Zuchte/ der Morgensterne/ der Mensche/ das Kinde/ geleiche/ in das Reiche/ Christenlich/ ein Bilde/ von Jahre/ noch junge/ der Winde/ die Krafte/ der Heilig Geist/ Höllengwalte/ Gwin und Gwerb/ Gsel/ Bschwerd u. so f. wie fast in allen Getichten Johann Wilhelm Simlers vorkommt; vor die Zucht/ der Morgenstern/ der Mensch/ das Kind/ gleich/ in das Reich/ Christlich/ ein Bild/ von Jahren/ noch jung/ der Wind/ die Kraft/ der Heilige Geist/ [S] Höllengewalt/ Gewinn und Gewerb/ Gesell/ Beschwerd. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Als wenn ich sagen wolte: Die Zuchte/ der Morgensterne/ der Mensche/ das Kinde/ geleiche/ in das Reiche/ Christenlich/ ein Bilde/ von Jahre/ noch junge/ der Winde/ die Krafte/ der Heilig Geist/ Höllengwalte/ Gwin und Gwerb/ Gsel/ Bschwerd u. so f. wie fast in allen Getichten Johann Wilhelm Simlers vorkommt; vor die Zucht/ der Morgenstern/ der Mensch/ das Kind/ gleich/ in das Reich/ Christlich/ ein Bild/ von Jahren/ noch jung/ der Wind/ die Kraft/ der Heilige Geist/ [S] Höllengewalt/ Gewinn und Gewerb/ Gesell/ Beschwerd. / Fundstelle
 
Seite: (274-275) [344-345]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Grichische. [...] [hebr.] [...] Kommt überein mit [...] Nonne. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Grichische. [...] [hebr.] [...] Kommt überein mit [...] Nonne. / Fundstelle
 
Seite: (277) [347]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Lateinische. [...] [aq]Altare[/aq] [...] Kommt überein mit [...] Altar. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Lateinische. [...] [aq]Altare[/aq] [...] Kommt überein mit [...] Altar. / Fundstelle
 
Seite: (277) [347]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Einwohnere/ Bürgere/ Engele/ Reutere u.s.f. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Einwohnere/ Bürgere/ Engele/ Reutere u.s.f. / Fundstelle
 
Seite: (278) [348]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: wie er [Opitz, J. T.] im [aq]68[/aq]. Psalm gesungen: ¶ Der durch das schöne Feld / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: wie er [Opitz, J. T.] im [aq]68[/aq]. Psalm gesungen: ¶ Der durch das schöne Feld / Fundstelle
 
Seite: (283) [353]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Item [Opitz, J.T.]: ¶ Mein hoffen ist auf GOtt gericht/ für gerichtet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Item [Opitz, J.T.]: ¶ Mein hoffen ist auf GOtt gericht/ für gerichtet. / Fundstelle
 
Seite: (284) [354]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf solchen Schlag könte man von der Sündflut sagen: ¶ Die strenge Wasserflut ist ans Gestirn gestiegen/ ¶ [...] ¶ Oder von der Feuersbrunst zu Sodom und Gomorrha: ¶ Das Feuer frist üm sich/ die Menschen fallen nieder/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf solchen Schlag könte man von der Sündflut sagen: ¶ Die strenge Wasserflut ist ans Gestirn gestiegen/ ¶ [...] ¶ Oder von der Feuersbrunst zu Sodom und Gomorrha: ¶ Das Feuer frist üm sich/ die Menschen fallen nieder/ / Fundstelle
 
Seite: (287) [357]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So redet man auch in ungebundener Rede: Hr. [aq]Lutherus[/aq] im [aq]XCII[/aq]. Psalm [aq]v. I[/aq]. Das ist ein köstlich Ding dem HErren danken. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: So redet man auch in ungebundener Rede: Hr. [aq]Lutherus[/aq] im [aq]XCII[/aq]. Psalm [aq]v. I[/aq]. Das ist ein köstlich Ding dem HErren danken. / Fundstelle
 
Seite: (290) [360]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und also läuft wider diese Regel/ wenn im H. Vater unser stehet: Unser täglich Brod gieb uns heute/ für tägliches. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und also läuft wider diese Regel/ wenn im H. Vater unser stehet: Unser täglich Brod gieb uns heute/ für tägliches. / Fundstelle
 
Seite: (290) [360]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als Heilger Geist/ ewger Vater/ neuer Bräutgam. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: als Heilger Geist/ ewger Vater/ neuer Bräutgam. / Fundstelle
 
Seite: (290) [360]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Als Ägyptsche/ Macedonsche/ höllsche/ u. d. g. Jedoch will vielen die Auslassung des i in den [aq]adjectivis[/aq] und etlichen [aq]substantivis[/aq] übel klingen; drüm hielt ichs unvorgreiflich vor das beste/ daß man die gemeine [aq]adjectiva[/aq], die also geahrtet seyn/ als heiliger/ ewiger. Item/ das [aq]substantivum[/aq] Könge entweder ohne i zu ge-[S]brauchen unterliesse/ oder dieselbigen/ so viel als müglich/ mit andern bequemen Wörtern zusammen setze/ z. e. vor heilger/ könte man schreiben/ heilig-wehrter/ vor ewiger/ ewig-grosser/ oder auch anders: wenn ja heilig und ewig im Verse seyn solte/ damit alles aufs reinste und beste lautete. Mit den andern [aq]adjectivis[/aq], Macedonsch/ Grichsch/ Israelsch/ geht es viel leichter an/ sintemahl die eigenen Nahmen/ oder die von ihnen herstammen/ allezeit mehr Freyheit/ als andere haben.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Als Ägyptsche/ Macedonsche/ höllsche/ u. d. g. Jedoch will vielen die Auslassung des i in den [aq]adjectivis[/aq] und etlichen [aq]substantivis[/aq] übel klingen; drüm hielt ichs unvorgreiflich vor das beste/ daß man die gemeine [aq]adjectiva[/aq], die also geahrtet seyn/ als heiliger/ ewiger. Item/ das [aq]substantivum[/aq] Könge entweder ohne i zu ge-[S]brauchen unterliesse/ oder dieselbigen/ so viel als müglich/ mit andern bequemen Wörtern zusammen setze/ z. e. vor heilger/ könte man schreiben/ heilig-wehrter/ vor ewiger/ ewig-grosser/ oder auch anders: wenn ja heilig und ewig im Verse seyn solte/ damit alles aufs reinste und beste lautete. Mit den andern [aq]adjectivis[/aq], Macedonsch/ Grichsch/ Israelsch/ geht es viel leichter an/ sintemahl die eigenen Nahmen/ oder die von ihnen herstammen/ allezeit mehr Freyheit/ als andere haben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Als Ägyptsche/ Macedonsche/ höllsche/ u. d. g. Jedoch will vielen die Auslassung des i in den [aq]adjectivis[/aq] und etlichen [aq]substantivis[/aq] übel klingen; drüm hielt ichs unvorgreiflich vor das beste/ daß man die gemeine [aq]adjectiva[/aq], die also geahrtet seyn/ als heiliger/ ewiger. Item/ das [aq]substantivum[/aq] Könge entweder ohne i zu ge-[S]brauchen unterliesse/ oder dieselbigen/ so viel als müglich/ mit andern bequemen Wörtern zusammen setze/ z. e. vor heilger/ könte man schreiben/ heilig-wehrter/ vor ewiger/ ewig-grosser/ oder auch anders: wenn ja heilig und ewig im Verse seyn solte/ damit alles aufs reinste und beste lautete. Mit den andern [aq]adjectivis[/aq], Macedonsch/ Grichsch/ Israelsch/ geht es viel leichter an/ sintemahl die eigenen Nahmen/ oder die von ihnen herstammen/ allezeit mehr Freyheit/ als andere haben. / Fundstelle
 
Seite: (290-291) [360-361]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ist's also denn beschlossen/ für ist es. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ist's also denn beschlossen/ für ist es. / Fundstelle
 
Seite: (291) [361]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer sich stets auf GOtt will lassen/ für verlassen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer sich stets auf GOtt will lassen/ für verlassen. / Fundstelle
 
Seite: (292) [362]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mein GOtt/ nimm mich ins Himmelreich. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mein GOtt/ nimm mich ins Himmelreich. / Fundstelle
 
Seite: (292) [362]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Item/ GOTT erfordert auch die äusserlichen Geberden von uns/ in dem wir Ihn lieben sollen von gantzem Hertzen/ mit ungefälschtem Willen/ von gantzer Seele/ etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Item/ GOTT erfordert auch die äusserlichen Geberden von uns/ in dem wir Ihn lieben sollen von gantzem Hertzen/ mit ungefälschtem Willen/ von gantzer Seele/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (292) [362]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So schreibt Hr. Opitz im [aq]14[/aq]. Psalm: ¶ In Grund verderbt/ für in den. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: So schreibt Hr. Opitz im [aq]14[/aq]. Psalm: ¶ In Grund verderbt/ für in den. / Fundstelle
 
Seite: (293) [363]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Opitz hat also gebraucht/ Fremdling/ Ekkestein/ Grentzestein/ Weiherauch/ Nüssewald/ welches etliche ihm nicht vor übel halten/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Opitz hat also gebraucht/ Fremdling/ Ekkestein/ Grentzestein/ Weiherauch/ Nüssewald/ welches etliche ihm nicht vor übel halten/ / Fundstelle
 
Seite: (293) [363]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Viel ein anders ist es mit den Wörtern/ Göttelich/ spöttelich/ höfelich/ menschelich/ da das e nicht hinein gehört/ weil weder die Meisner noch die Schlesier sagen: GOtte/ Spotte/ Hofe/ Men-[S]sche/ sondern GOtt/ Spott/ Hof/ Mensch. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Viel ein anders ist es mit den Wörtern/ Göttelich/ spöttelich/ höfelich/ menschelich/ da das e nicht hinein gehört/ weil weder die Meisner noch die Schlesier sagen: GOtte/ Spotte/ Hofe/ Men-[S]sche/ sondern GOtt/ Spott/ Hof/ Mensch. / Fundstelle
 
Seite: (293-294) [363-364]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So wir Menschen erst von GOtt abfallen/ etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: So wir Menschen erst von GOtt abfallen/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (294) [364]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Item [Tscherning, J.T.]: ¶ Der HErr hat mein Gebet genommen auf und an. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Item [Tscherning, J.T.]: ¶ Der HErr hat mein Gebet genommen auf und an. / Fundstelle
 
Seite: (296) [366]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also hat der Christliche Poet [aq]Pru[/aq]-[S][aq]dentius[/aq] in dem Wort [aq]idolum[/aq] (ein Götz oder Abgott) die mittelst gesetzt/ da doch ein [griech.], oder grosses [aq]O[/aq] im Grichischen stehet. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also hat der Christliche Poet [aq]Pru[/aq]-[S][aq]dentius[/aq] in dem Wort [aq]idolum[/aq] (ein Götz oder Abgott) die mittelst gesetzt/ da doch ein [griech.], oder grosses [aq]O[/aq] im Grichischen stehet. / Fundstelle
 
Seite: (296-297) [366-367]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Als wenn man von Christi Sterben redet/ und die Traurigkeit der Natur also beschreibt: ¶ Der Tag ist dikk bewölkt/ das Himmelsdach beschwärtzet/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Als wenn man von Christi Sterben redet/ und die Traurigkeit der Natur also beschreibt: ¶ Der Tag ist dikk bewölkt/ das Himmelsdach beschwärtzet/ / Fundstelle
 
Seite: (300) [370]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es sey denn/ daß man schertzweise redet/ oder die Heftigkeit eines Dinges vorstellet: also schreibt unser [aq]Autor[/aq] nicht unzierlich: ¶ Ein kleiner Zährenbach/ der aus dem Hertzen fliesset/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es sey denn/ daß man schertzweise redet/ oder die Heftigkeit eines Dinges vorstellet: also schreibt unser [aq]Autor[/aq] nicht unzierlich: ¶ Ein kleiner Zährenbach/ der aus dem Hertzen fliesset/ / Fundstelle
 
Seite: (302) [372]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: In den Worten [aq]Valerii Flacci[/aq]: [S] ¶ [aq]Prima Deûm magnis canimus freta pervia nautis[/aq]. ¶ ist zweifelhaft/ ob [aq]Deum[/aq] auf [aq]nautis[/aq], oder auf [aq]freta[/aq] gehet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: In den Worten [aq]Valerii Flacci[/aq]: [S] ¶ [aq]Prima Deûm magnis canimus freta pervia nautis[/aq]. ¶ ist zweifelhaft/ ob [aq]Deum[/aq] auf [aq]nautis[/aq], oder auf [aq]freta[/aq] gehet. / Fundstelle
 
Seite: (308-309) [378-379]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Stift/ [aq]dioecesis[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Stift/ [aq]dioecesis[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (309) [379]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: beten/ [aq]orare[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: beten/ [aq]orare[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (309) [379]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein grosses Kunststükk hat auch mein Hr. von Birken erwiesen/ in dem er von den Böttichern redend (in dem Singspiel [aq]Natura[/aq] betitelt) lauter solche Sylben zusammen gebunden/ die nicht anders klingen/ als wenn man vor Augen die polternden Bötticher sähe ihr Handwerk treiben: [S] ¶ WIr klopfen/ daß Tropfen uns rinnen vom Leibe; / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein grosses Kunststükk hat auch mein Hr. von Birken erwiesen/ in dem er von den Böttichern redend (in dem Singspiel [aq]Natura[/aq] betitelt) lauter solche Sylben zusammen gebunden/ die nicht anders klingen/ als wenn man vor Augen die polternden Bötticher sähe ihr Handwerk treiben: [S] ¶ WIr klopfen/ daß Tropfen uns rinnen vom Leibe; / Fundstelle
 
Seite: (311-312) [381-382]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nach jetztbesagter Manier ist Hn. [aq]Opitii[/aq] schönes Lied: Wer GOtt das Hertze giebet/ etc. in folgende lange Vers eingeschlossen: ¶ WEr GOtt allein vertraut/ und ihm das Hertze giebet/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nach jetztbesagter Manier ist Hn. [aq]Opitii[/aq] schönes Lied: Wer GOtt das Hertze giebet/ etc. in folgende lange Vers eingeschlossen: ¶ WEr GOtt allein vertraut/ und ihm das Hertze giebet/ / Fundstelle
 
Seite: (321) [391]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Weil das b unnützlicher weise an das m zugesetzt eingeführt ist/ daß man angefangen zu schreiben Keyserthumb/ Christenthumb/ Stammb. [aq]Schottel. p. 204[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Weil das b unnützlicher weise an das m zugesetzt eingeführt ist/ daß man angefangen zu schreiben Keyserthumb/ Christenthumb/ Stammb. [aq]Schottel. p. 204[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (324) [394]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Lamm/ Spott/ Fromm/ Stumm/ Schall/ Wirth/ Gold/ wirff/ etc. weil es in [aq]genitivo[/aq] heisst des Lammes/ des Spottes/ der Frommen/ der Stummen/ des Schalles/ des Wirthes/ des Goldes/ und werffen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Lamm/ Spott/ Fromm/ Stumm/ Schall/ Wirth/ Gold/ wirff/ etc. weil es in [aq]genitivo[/aq] heisst des Lammes/ des Spottes/ der Frommen/ der Stummen/ des Schalles/ des Wirthes/ des Goldes/ und werffen. / Fundstelle
 
Seite: (326) [396]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Beyspiel führt gedachter Hr. Harsdorff aus dem [aq]I[/aq]. Psalm dieß wenige an: ¶ Wer nicht in Raht Gottloser Leute geht/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Beyspiel führt gedachter Hr. Harsdorff aus dem [aq]I[/aq]. Psalm dieß wenige an: ¶ Wer nicht in Raht Gottloser Leute geht/ / Fundstelle
 
Seite: (330) [400]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Täufer von Taufe. It. gläublich von Glauben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Täufer von Taufe. It. gläublich von Glauben. / Fundstelle
 
Seite: (331) [401]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Akker/ Bischoff/ Kelch/ Fakkel/ Engel/ Pöfel/ Kreutz/ etc. [aq]ager, Episcopus, calix, fax, angelus, populus, crux[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Akker/ Bischoff/ Kelch/ Fakkel/ Engel/ Pöfel/ Kreutz/ etc. [aq]ager, Episcopus, calix, fax, angelus, populus, crux[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (331) [401]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Imgleichen die Wälschen die stets das ph mit dem [aq]f[/aq] schreiben/ als [aq]Filippo, Profeta, Filemone, Filosofa[/aq], und bisweilen auch die Spanier. [aq]Bellin. p. 61[/aq]. in der [aq]6[/aq]. Abtheil. Also solte man auch schreiben Kristen und Kristus (wie allbereit vor [aq]800[/aq]. Jahren der Mönch Ottfrid geschrieben. Wie auch Walter von der Vogelweid/ den [aq]Opitius[/aq] in seiner [aq]Prosodi[/aq] anführet) Kristof/ Kuhrfürst/ welches von dem alten NiederSächsischen kühren/ [aq]eligere[/aq], herkommen soll/ u. a. m. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Imgleichen die Wälschen die stets das ph mit dem [aq]f[/aq] schreiben/ als [aq]Filippo, Profeta, Filemone, Filosofa[/aq], und bisweilen auch die Spanier. [aq]Bellin. p. 61[/aq]. in der [aq]6[/aq]. Abtheil. Also solte man auch schreiben Kristen und Kristus (wie allbereit vor [aq]800[/aq]. Jahren der Mönch Ottfrid geschrieben. Wie auch Walter von der Vogelweid/ den [aq]Opitius[/aq] in seiner [aq]Prosodi[/aq] anführet) Kristof/ Kuhrfürst/ welches von dem alten NiederSächsischen kühren/ [aq]eligere[/aq], herkommen soll/ u. a. m. / Fundstelle
 
Seite: (331) [401]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Von dieser Schreibahrt meldet [aq]Merbon. cap. 2. de Irminsula Saxonica: Istam orthographiam credo ex more aetatis mediae profluxisse. Nam familiare erat Scriptoribus uti aspiratione in initio, in medio & fine[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Von dieser Schreibahrt meldet [aq]Merbon. cap. 2. de Irminsula Saxonica: Istam orthographiam credo ex more aetatis mediae profluxisse. Nam familiare erat Scriptoribus uti aspiratione in initio, in medio & fine[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (334) [404]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also ist es in dem vor langen Jahren gedrukkten Straßburger Gesangbuch gebraucht/ gantz/ Bl. [aq]b. a. 1276[/aq]. Herz/ herzlich/ lezt/ sezt [aq]b. 169. a[/aq]. Barmherzigkeit/ Scherz/ iz/ Krenz/ Nez u. a. m. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Also ist es in dem vor langen Jahren gedrukkten Straßburger Gesangbuch gebraucht/ gantz/ Bl. [aq]b. a. 1276[/aq]. Herz/ herzlich/ lezt/ sezt [aq]b. 169. a[/aq]. Barmherzigkeit/ Scherz/ iz/ Krenz/ Nez u. a. m. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: als [aq]Thamar, Atheist, &c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: als [aq]Thamar, Atheist, &c[/aq]. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]1[/aq]. ¶ AUf! du ädles Stamhaus Sachsen/ brich in Freuden aus/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]1[/aq]. ¶ AUf! du ädles Stamhaus Sachsen/ brich in Freuden aus/ / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [407]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq]. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Fundstelle
 
Seite: (3-4) [73-74]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. Traun ohne die Kündigkeit vieler Wissenschafft/ kan iemand den Nahmen eines Poeten so unmüglich behaupten/ als ein Vogel ohne Flügel sich in die Lufft erheben; ¶ Es ist hie nicht genug die arme Rede zwingen/ ¶ [...][S][...][G: [aq]part. 2. ad D. Zincgrefium[/aq].][...] ¶ sang weiland der Schlesische [aq]Virgil[/aq]. Hr. Opitz. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. Traun ohne die Kündigkeit vieler Wissenschafft/ kan iemand den Nahmen eines Poeten so unmüglich behaupten/ als ein Vogel ohne Flügel sich in die Lufft erheben; ¶ Es ist hie nicht genug die arme Rede zwingen/ ¶ [...][S][...][G: [aq]part. 2. ad D. Zincgrefium[/aq].][...] ¶ sang weiland der Schlesische [aq]Virgil[/aq]. Hr. Opitz. / Fundstelle
 
Seite: (5-6) [75-76]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern; / Fundstelle
 
Seite: (7-8) [77-78]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (13) [83]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Fundstelle
 
Seite: (47-49) [117-119]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (57-58) [127-128]
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[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
 
Seite: (41-45) [111-115]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]k[/aq] Hebräischer Nahmen [S] Sylben. Als Sion und Sión/ Israel und Isráel/ Hérmon und Hermón/ besiehe Opitz Ps. [aq]3/ 129/ 52/ 133[/aq]. Doch soll man sich hüten/ damit es unserer Sprache nicht gar zu hart zu wider lauffe. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]k[/aq] Hebräischer Nahmen [S] Sylben. Als Sion und Sión/ Israel und Isráel/ Hérmon und Hermón/ besiehe Opitz Ps. [aq]3/ 129/ 52/ 133[/aq]. Doch soll man sich hüten/ damit es unserer Sprache nicht gar zu hart zu wider lauffe. / Fundstelle
 
Seite: (2-3) [40-41]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (29-30) [99-100]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die vortrefflichsten Gemüther können sich am allermeisten mit einer Platonischen Ergötzung in ihren Gedancken beruhigen und vergnügen. ¶ Das Hertz ist weit von dem was eine Feder schreibet/ ¶ [...] ¶ Singet mein hochgeneigter Hr. von Birken. ¶ Sind derowegen gar zu scharffe [aq]Catones[/aq], die dieses alles verwerffen/ und einem Christlichen Poeten ein keusches Liebes-Lied [S] zu schreiben nicht gestatten wollen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die vortrefflichsten Gemüther können sich am allermeisten mit einer Platonischen Ergötzung in ihren Gedancken beruhigen und vergnügen. ¶ Das Hertz ist weit von dem was eine Feder schreibet/ ¶ [...] ¶ Singet mein hochgeneigter Hr. von Birken. ¶ Sind derowegen gar zu scharffe [aq]Catones[/aq], die dieses alles verwerffen/ und einem Christlichen Poeten ein keusches Liebes-Lied [S] zu schreiben nicht gestatten wollen. / Fundstelle
 
Seite: (46-47) [116-117]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Fundstelle
 
Seite: (50) [120]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Fundstelle
 
Seite: (59-60) [129-130]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Fundstelle
 
Seite: (70-71) [140-141]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Fundstelle
 
Seite: (102) [172]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
Eigenschaft / Exempelpolitik: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (124-126) [194-196]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten.
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten. / Fundstelle
 
Seite: (126-127) [196-197]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.)
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.) / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.) / Fundstelle
 
Seite: (144-145) [214-215]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen.
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Fundstelle
 
Seite: (276) [346]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (286) [356]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hie wird [aq]1[/aq]. auf das zu Jehna ausgegangene Tractätlein [von Martin Kempe, J.T.] [aq]De statu Armeniae Ecclesiastico & Politico tam pristino quàm hodierno[/Aq] [...] gesehen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hie wird [aq]1[/aq]. auf das zu Jehna ausgegangene Tractätlein [von Martin Kempe, J.T.] [aq]De statu Armeniae Ecclesiastico & Politico tam pristino quàm hodierno[/Aq] [...] gesehen. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [36]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Amphion[/aq], der nebst seinem Bruder [aq]Zetho[/aq], zu des Atheniensischen Königs [aq]Cadmi[/aq] Zeiten/ den Griechen die Music gelehret/ wie [aq]Eusebius lib. 10. de praeparat. Evang[/aq]. davor hält, wird noch heute verwundert. Wo bleibet der Göttliche [aq]Homerus[/aq], der als ein unergründetes Meer der Wohlredenheit/ der [aq]Poesie[/aq] allen Pracht und Schmuck ertheilet hat? / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Amphion[/aq], der nebst seinem Bruder [aq]Zetho[/aq], zu des Atheniensischen Königs [aq]Cadmi[/aq] Zeiten/ den Griechen die Music gelehret/ wie [aq]Eusebius lib. 10. de praeparat. Evang[/aq]. davor hält, wird noch heute verwundert. Wo bleibet der Göttliche [aq]Homerus[/aq], der als ein unergründetes Meer der Wohlredenheit/ der [aq]Poesie[/aq] allen Pracht und Schmuck ertheilet hat? / Fundstelle
 
Seite: (10) [80]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (11-12) [81-82]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hierauf hat auch Syrach [aq]XXXII. 7. 8. 9[/aq]. sein Absehen gehabt/ als er geschrieben: Wie ein Rubin in feinem Golde leuchtet/ also zieret ein Gesang das Mahl/ wie ein Smaragd in schönem Golde stehet/ also zieren die Lieder beym guten Weine. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hierauf hat auch Syrach [aq]XXXII. 7. 8. 9[/aq]. sein Absehen gehabt/ als er geschrieben: Wie ein Rubin in feinem Golde leuchtet/ also zieret ein Gesang das Mahl/ wie ein Smaragd in schönem Golde stehet/ also zieren die Lieder beym guten Weine. / Fundstelle
 
Seite: (14) [84]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die dreyerley Arthen der Gedichte bey den Gastereyen/ [...] beschreibet [S] [aq]Clemens Alexandrin. lib. 2[/aq]. [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die dreyerley Arthen der Gedichte bey den Gastereyen/ [...] beschreibet [S] [aq]Clemens Alexandrin. lib. 2[/aq]. [...] / Fundstelle
 
Seite: (15-16) [85-86]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (20) [90]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (21) [91]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (21-22) [91-92]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq](Duo antiquissimi Philosophi constituerunt, ad quae referrent reliqua, Deum & Poetam; alterius munus existimabant; quotidie agere, alterius: quotidie imitari: scribit Nobiliss. Dn. a Birken in monument. August. §. 33.)[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq](Duo antiquissimi Philosophi constituerunt, ad quae referrent reliqua, Deum & Poetam; alterius munus existimabant; quotidie agere, alterius: quotidie imitari: scribit Nobiliss. Dn. a Birken in monument. August. §. 33.)[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (32) [102]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Boccatius[/aq] erwehnet in [aq]Genealogia Deorum[/aq], daß [aq]Jacobus Sanseverinus[/aq] Graff zu Fricario pflag zu erzehlen/ welcher Gestalt [aq]Robertus[/aq] Königs [aq]Caroli[/aq] Sohn/ der hernach König zu Jerusalem und Sicilien worden/ eines trägen und ungeschickten Kopfes/ als er auf eine Zeit die [aq]Fabeln Aesopi[/aq] hörete rühmen/ eine Lust dazu bekommen/ und sie zu lesen angefangen/ dadurch er dermassen aufgemuntert wor-[S]den/ daß er auch zur höchsten Wissenschafft in der [aq]Philosophia[/aq] gelanget. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Boccatius[/aq] erwehnet in [aq]Genealogia Deorum[/aq], daß [aq]Jacobus Sanseverinus[/aq] Graff zu Fricario pflag zu erzehlen/ welcher Gestalt [aq]Robertus[/aq] Königs [aq]Caroli[/aq] Sohn/ der hernach König zu Jerusalem und Sicilien worden/ eines trägen und ungeschickten Kopfes/ als er auf eine Zeit die [aq]Fabeln Aesopi[/aq] hörete rühmen/ eine Lust dazu bekommen/ und sie zu lesen angefangen/ dadurch er dermassen aufgemuntert wor-[S]den/ daß er auch zur höchsten Wissenschafft in der [aq]Philosophia[/aq] gelanget. / Fundstelle
 
Seite: (34-35) [104-105]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und [aq]Harsdorff[/aq]. in der Vorrede des Nathans und Jothams Berichten. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Und [aq]Harsdorff[/aq]. in der Vorrede des Nathans und Jothams Berichten. / Fundstelle
 
Seite: (35) [105]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Fundstelle
 
Seite: (36) [106]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Lactant. de Fals. Religion. p. 29. cap. XI[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Lactant. de Fals. Religion. p. 29. cap. XI[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (37) [107]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welches jener Bischoff wohl beobachtet/ sagend: [G: [aq]Abulens. lib. 5. de Paradiso cap. 103[/aq].] Wenn das gemeine Volck spricht: Man höre die Verdamten Seelen in dem brennenden Berg [aq]Aetna[/aq] wehklagen/ soll man darauf antworten; daß das Volck mehr als die Poeten ertichtet/ weil sie etwas mit gutem Vorbedacht erdencken/ das Volck aber nicht begreifft und verstehet was es saget. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Welches jener Bischoff wohl beobachtet/ sagend: [G: [aq]Abulens. lib. 5. de Paradiso cap. 103[/aq].] Wenn das gemeine Volck spricht: Man höre die Verdamten Seelen in dem brennenden Berg [aq]Aetna[/aq] wehklagen/ soll man darauf antworten; daß das Volck mehr als die Poeten ertichtet/ weil sie etwas mit gutem Vorbedacht erdencken/ das Volck aber nicht begreifft und verstehet was es saget. / Fundstelle
 
Seite: (38) [108]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (39) [109]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Vid. Augustin. libr. XVIII. de Civ. Dei Cap. XII[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Vid. Augustin. libr. XVIII. de Civ. Dei Cap. XII[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (39) [109]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Conf. Augustin. lib. II. de C. D. T. I. cap I. p. m. 168[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Conf. Augustin. lib. II. de C. D. T. I. cap I. p. m. 168[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (56) [126]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie [aq]Nicolaus Trigautius de Christian. Expedition. apud Sinas. lib. I. cap. 5. pag. 32[/aq]. zeuget / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie [aq]Nicolaus Trigautius de Christian. Expedition. apud Sinas. lib. I. cap. 5. pag. 32[/aq]. zeuget / Fundstelle
 
Seite: (59) [129]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben.
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (60-61) [130-131]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Fundstelle
 
Seite: (63) [133]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sieh den [aq]3[/aq]. Theil des Poet. Trichters am [aq]58[/aq]. Blat/ wie auch die Vorrede zu Hn. Dilherrns täglichen Geleitsmann. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Sieh den [aq]3[/aq]. Theil des Poet. Trichters am [aq]58[/aq]. Blat/ wie auch die Vorrede zu Hn. Dilherrns täglichen Geleitsmann. / Fundstelle
 
Seite: (103) [173]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So gebrauchet er belobte Frantzösische Poet [aq]Bartas[/aq] in der andern Woche im Beruff das Wort [aq]Charge[/aq] zweymahl/ da er von den Pferden der Kriegsleute saget [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: So gebrauchet er belobte Frantzösische Poet [aq]Bartas[/aq] in der andern Woche im Beruff das Wort [aq]Charge[/aq] zweymahl/ da er von den Pferden der Kriegsleute saget [...] / Fundstelle
 
Seite: (142) [212]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Caldenbach hat eine lobwürdige Arbeit gethan/ in dem er fast alle seine Grabgetichte/ nach Anleitung der Sprüche des Alten und Neuen Testaments/ künstlich ausgearbeitet/ welche zusammen in [aq]12[/aq]. zu Elbing [aq]Anno 1648[/aq]. gedrukkt worden. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Caldenbach hat eine lobwürdige Arbeit gethan/ in dem er fast alle seine Grabgetichte/ nach Anleitung der Sprüche des Alten und Neuen Testaments/ künstlich ausgearbeitet/ welche zusammen in [aq]12[/aq]. zu Elbing [aq]Anno 1648[/aq]. gedrukkt worden. / Fundstelle
 
Seite: (154) [224]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Nicolaus Trigautius ex Matthaei Ricii Commentariis de Christianor. expeditione apud Sinas lib. I. cap. 4. p. 22[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Nicolaus Trigautius ex Matthaei Ricii Commentariis de Christianor. expeditione apud Sinas lib. I. cap. 4. p. 22[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (159) [229]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Natal. Com[/aq]. [S] [aq]Mythol. lib. 5. c. 5[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Natal. Com[/aq]. [S] [aq]Mythol. lib. 5. c. 5[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (217-218) [287-288]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. V. (b)[/aq] In den Verkleinerungswörtern/ die gleichfalls an gehörigen Ohrten/ wenn man verkleinern/ liebkosen/ und schertzen will/ wohl stehen können/ ist die rechte Hauptendung lein/ als: Äugelein/ Bächlein/ Hütlein/ Blümelein/ Weiblein/ Mägdelein u. a. m. die man in Lutheri Schriften häufig findet/ und auch von guten Poeten gebraucht seynd. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. V. (b)[/aq] In den Verkleinerungswörtern/ die gleichfalls an gehörigen Ohrten/ wenn man verkleinern/ liebkosen/ und schertzen will/ wohl stehen können/ ist die rechte Hauptendung lein/ als: Äugelein/ Bächlein/ Hütlein/ Blümelein/ Weiblein/ Mägdelein u. a. m. die man in Lutheri Schriften häufig findet/ und auch von guten Poeten gebraucht seynd. / Fundstelle
 
Seite: (272) [342]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Überdieß liegt sehr viel daran/ daß man [aq](d)[/aq] recht Hochdeutsche und [aq](e)[/aq] reine Worte in seinen Reden führe/ welche man nirgends besser und zierlicher/ als an vornehmen Höfen und Kantzeleyen findet. In Ermangelung aber der Gelegenheit/ daß man an solchen Ohrten sich nicht aufhalten kan/ werden die Reichs Abschiede/ samt den Cammer-Gerichts-Policey- und andern Ordnungen/ wie auch des Seel. Hn. Lutheri herrliche Schriften/ die auch von Ausländischen hochgeachtet und beliebet sind/ dem Lehrbegierigen gute Anleitung zu Erlernung der reinen Deutschen Sprache ertheilen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Überdieß liegt sehr viel daran/ daß man [aq](d)[/aq] recht Hochdeutsche und [aq](e)[/aq] reine Worte in seinen Reden führe/ welche man nirgends besser und zierlicher/ als an vornehmen Höfen und Kantzeleyen findet. In Ermangelung aber der Gelegenheit/ daß man an solchen Ohrten sich nicht aufhalten kan/ werden die Reichs Abschiede/ samt den Cammer-Gerichts-Policey- und andern Ordnungen/ wie auch des Seel. Hn. Lutheri herrliche Schriften/ die auch von Ausländischen hochgeachtet und beliebet sind/ dem Lehrbegierigen gute Anleitung zu Erlernung der reinen Deutschen Sprache ertheilen. / Fundstelle
 
Seite: (274) [344]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [[Opitz, J.T.] G: [aq]in Prolegomen. ad Rhythmum de S. Aunone[/aq].] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [[Opitz, J.T.] G: [aq]in Prolegomen. ad Rhythmum de S. Aunone[/aq].] / Fundstelle
 
Seite: (277) [347]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und wenn es üm und üm kommt/ bleibet es bey dem/ was [aq]Ambrosius adversùs gentes[/aq] sagt: [aq]Si[/aq] [G: in Tscher- [S] nings bedenken [aq]p. 13[/aq].] [S] [aq]verum spectes, nullus sermo naturâ est integer, vitiosus similiter nullus[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Und wenn es üm und üm kommt/ bleibet es bey dem/ was [aq]Ambrosius adversùs gentes[/aq] sagt: [aq]Si[/aq] [G: in Tscher- [S] nings bedenken [aq]p. 13[/aq].] [S] [aq]verum spectes, nullus sermo naturâ est integer, vitiosus similiter nullus[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (277-278) [347-348]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Fundstelle
 
Seite: (298) [368]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (329) [399]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X[/aq]. Etliche gebrauchen im Anfang einer Sylben/ wenn das Wort von Natur Lateinisch ist/ und in der Grundsprach ein [aq]C[/aq] hat/ das k/ als Körper/ kasteyen/ Kreatur/ u. a. m. nach Ahrt der Grichen/ die für das Lateiner [aq]C[/aq] in denen Worten/ die sie von ihnen nehmen/ das k setzen/ wie in [griech.], [aq]Speculator. Marc. VI. v. 27[/aq]. [griech.], [aq]Centurio. Marc. XV. v. 39[/aq]. [griech.], [aq]custodia. Matth. XXVII. v. 16[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X[/aq]. Etliche gebrauchen im Anfang einer Sylben/ wenn das Wort von Natur Lateinisch ist/ und in der Grundsprach ein [aq]C[/aq] hat/ das k/ als Körper/ kasteyen/ Kreatur/ u. a. m. nach Ahrt der Grichen/ die für das Lateiner [aq]C[/aq] in denen Worten/ die sie von ihnen nehmen/ das k setzen/ wie in [griech.], [aq]Speculator. Marc. VI. v. 27[/aq]. [griech.], [aq]Centurio. Marc. XV. v. 39[/aq]. [griech.], [aq]custodia. Matth. XXVII. v. 16[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (332) [402]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich weiß gar wohl/ daß Hr. Buchner an Hn. Tscherningen gar schlecht von dem kk geurtheilet/ und die Worte Gott und Glükk/ welche die Alten Gôt und Glük geschrieben/ an_ [G: [aq]NB. de C absolutè[/aq].] führet/ auch zu letzt also schreibet: [aq]Qui[/aq] [hebr.] [aq]K geminant, exempla producant. Ego in vetustis uostrae gentis Scriptoribus nihil hactenus observavi hujusmodi[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich weiß gar wohl/ daß Hr. Buchner an Hn. Tscherningen gar schlecht von dem kk geurtheilet/ und die Worte Gott und Glükk/ welche die Alten Gôt und Glük geschrieben/ an_ [G: [aq]NB. de C absolutè[/aq].] führet/ auch zu letzt also schreibet: [aq]Qui[/aq] [hebr.] [aq]K geminant, exempla producant. Ego in vetustis uostrae gentis Scriptoribus nihil hactenus observavi hujusmodi[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (332) [402]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Joh. Claj[/aq]. in der Vorrede über seine Geistliche Höll- und Himmelfahrt. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Joh. Claj[/aq]. in der Vorrede über seine Geistliche Höll- und Himmelfahrt. / Fundstelle
 
Seite: (333) [403]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als zer- [S] stükken/ [aq]Psal. 2. schikken/ Ps. 5. & 26. erschrokken/ Ps. 6. 9. & 18. lokken/ Ps. 13 Zukker/ Ps. 19. drukken/ Ps. 22. zukken/ Ps. 31. &c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: als zer- [S] stükken/ [aq]Psal. 2. schikken/ Ps. 5. & 26. erschrokken/ Ps. 6. 9. & 18. lokken/ Ps. 13 Zukker/ Ps. 19. drukken/ Ps. 22. zukken/ Ps. 31. &c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (333-334) [403-404]
Eigenschaft / Inspiration
 
[aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
Eigenschaft / Inspiration: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Inspiration: [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Inspiration
 
Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist.
Eigenschaft / Inspiration: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Rang
 
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Eigenschaft / Inspiration: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Fundstelle
 
Seite: (298) [368]

Aktuelle Version vom 18. Januar 2025, 18:09 Uhr

Keine Beschreibung vorhanden
Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
Poetische Tafeln
Keine Beschreibung vorhanden

    Aussagen

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    1667
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    Jena
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    Eine Fundstelle
    (unpag.-unpag.) [407-410]
    WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
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    (1-2) [71-72]
    [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
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    (3-4) [73-74]
    [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
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    (7-8) [77-78]
    [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
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    (47-49) [117-119]
    WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
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    (57-58) [127-128]
    [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
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    (41-45) [111-115]
    [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
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    (41-45) [111-115]
    [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
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    (3-4) [73-74]
    Die Druiden seind alte heidnische Priester bey den Deutschen gewesen/ die in natürlichen Dingen und der Sitten Lehre den Leuten Unterricht ertheilet. Wie aus des Caesaris Wor- [S] ten abzunehmen [aq]lib. b. de bell. Gall. Inprimis hoc volunt persuadere, non interire animas, sed ab aliis post mortem transire ad alios, atque hoc maximè ad virtutem excitari putant, metu mortis neglecto. Multa praeterea de sideribus, atque eorum motu: de mundi, ac terrarum magnitudine de rerum naturâ, de Deorum immortalium vi ac potestate disputant & Juventuti tradunt[/aq]. Der Hochgelährte und um Deutschland wohlverdiente Hr. [aq]D. Schottelius[/aq] schreibet davon in seiner Sprachkunst in der [aq]4[/aq]. LobRede also. Die Druiden haben gleich den [aq]Pythagoricis[/aq], ohne sonderliche schrifftliche Aufzeichnung ihre Geheimniße fortgepflantzet/ damit nicht durch die Gemeinmachung ihr heiliches Ansehen verringert/ auch damit das verständliche Gedächtniß/ als etwas Göttliches desto mehr ausgeübet/ und die volle Gereitschafft ihrer Weißheit darinn erhalten würde. Darauf führet gedachter [aq]Autor[/aq] folgendes aus [aq]D. Schardio[/aq] an: Die Deutschen haben vormahls ihre gelährte und weisen/ Druiden genant/ gehabt/ die an statt der Zeitbücher Lieder gemacht/ und dieselbe zur lebendigen Gedächtniß ihrer/ der Deutschen dapffern Thaten pflegen zu singen. etc. Haben also die Barden und Druiden ihre sonderliche und geheiligte Schulen gehabt/ Reime/ Gesänge/ Gedichte von den Göttern und den alten Deutschen Helden gemacht/ dazu die Jugend/ doch nur dieselbe/ welche zu ihrem heiligen und hohen Stande gewürdiget wurden/ gelehret und unterrichtet. [aq]Aventinus[/aq] nennet diese Schüler Sananner oder Schranner. Solche Schulen hatten die Alten Deutschen/ und also ward die Jugend von den Geistlichen darinnen unterwiesen/ ruffet [aq]Cluverius[/aq] aus [aq]in Germ. Antiq. lib. I. cap. 24[/aq].
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    (25-26) [95-96]
    Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
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    (70-71) [140-141]
    Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
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    (124-126) [194-196]
    [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
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    (286) [356]
    WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
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    (1-2) [71-72]
    [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
    Eine Fundstelle
    (3-4) [73-74]
    [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
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    (7-8) [77-78]
    [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
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    (47-49) [117-119]
    WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
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    (57-58) [127-128]
    [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
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    (41-45) [111-115]
    [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
    Eine Fundstelle
    (21) [91]
    [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
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    (21) [91]
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    (29) [99]
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    (52) [122]
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    Eine Fundstelle
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    Eine Fundstelle
    (319) [389]
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    WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
    Eine Fundstelle
    (1-2) [71-72]
    [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
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    (3-4) [73-74]
    [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
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    (7-8) [77-78]
    [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
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    (47-49) [117-119]
    WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
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    (57-58) [127-128]
    [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
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    (41-45) [111-115]
    Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
    Eine Fundstelle
    (70-71) [140-141]
    Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
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    (124-126) [194-196]
    [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
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    (286) [356]
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    (309) [379]
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    (335) [405]
    WIe zeiget sich nun als auf einem öffentlichen SchauPlatze das keusche und liebseelige Jungfräulein/ die Poeterey/ allen denen/ die zu ihr ein Belieben tragen/ und an Sinnreichen Erfindungen die Augen des Gemüthes belustigen wollen. Der Nahme den sie führet/ stammet nach [aq]Boccatii[/aq] Bericht in [aq]Genealogiâ Deorum[/aq], von dem Griechischen Worte [griech.], welches so viel heißt als machen/ weil der Poet nach den Grund-sätzen seiner Kunst den Vers oder Reim machet/ damit er so wohl was wahrhafftig ist/ zierlich beschreibet/ als auch/ etwas von ihm selbst erfindet/ und solches/ ob es vorhin nichts war/ geschicklich ausbildet und gestaltet. In welchem Stücke die Poesie etwas Göttliches bey sich hat/ nach Außage des unvergleichlichen Heldes der gelehrten [aq]Jul. Caes. Scaligeri[/aq]. Die andere Wissenschafften/ [G: [aq]Lib. I. Pöet. c. 1[/aq].] spricht er/ erzehlen blößlich das Ding oder Wesen/ wie es an ihm selbst etwa gewesen oder sey; Die Poesie aber machet gleichsam eine andere Natur/ zwinget (was sonst ungut) mehr als ein gutes zu haben: und also ist sie Göttlich/ und machet ihre Liebhaber zu Nachfolgern und Vorstellern alles dessen/ was Göttlich/ himmlisch/ herrlich/ hoch/ in der Natur das anmuthigste/ und in der Tugend das [S] lieblichste sein kan. [...] ¶ [aq]§. II[/aq]. Nicht weniger nachdencklich ist bey uns Deutschen der Nahme Tichter/ und Tichtkunst/ vom tichten/ oder dichten/ welches entweder so viel heißt als/ etwas genau zusammen fügen/ daß es an einander bleibet/ oder einem Dinge scharff nachsinnen und genau nachdencken: In welchem Verstande die H. Schrifft saget/ daß das tichten und trachten des Menschen böse sey/ von Jugend auf. [aq]I[/aq]. B. Mos. [aq]VI. 5[/aq]. Syrach [aq]XVII. 30[/aq].
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    (1-2) [71-72]
    [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
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    (3-4) [73-74]
    [aq]§. VIII[/aq]. Ins gemein wird davor gehalten/ daß die Hirten-Lieder die ältesten unter allen Gedichten seyn; Andere hergegen wollen erhärten/ daß von den Wintzern oder Weinhäckern die ersten Gedichte gesungen worden/ dahin sie denn die Sprüche der Propheten ziehen. [aq]Jerem. XXIIX. 33. 45[/aq]. Der Creter wird nicht mehr sein Lied singen/ Und [aq]Esa. V. 1[/aq]. Ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters singen. Damit sie diese Meinung desto scheinbarer machen/ gebrauchen sie das Griechische Wörtlein [griech.], [aq]Carmen[/aq], und wollen es von dem Hebräischen [hebr.] [aq]vinea vel racemus[/aq] herführen. ¶ Dem sey nun wie ihm wolle/ so wird doch keiner leichtlich das undenckliche Alter der Poesie streitig machen können. Aus der H. Schrifft ist offenbahr/ daß schon zu Moses Zeiten die Lieder im Ge- [G: [aq]Alsted. Chronol. p. 485[/aq].] brauch gewesen/ gestaltsam er im zweytausend/ vier hundert und drey und funfzigsten Jahre der Welt/ als Pharao im Rothen Meer umgekommen/ GOtt mit einem schönen Loblied gedancket. [aq]Exod. XV[/aq]. Denckwürdig ist auch/ daß das Triumph-Lied der Israeliter über den erhaltenen Sieg von den Amoritern/ zwischen dem Fluß [aq]Arnon[/aq] und [aq]Jabock[/aq], [aq]Num. XXI. 27[/aq]. Von einem [aq]Chananaei[/aq]schen Poeten verfertiget worden. Der um die Grundsprachen Hochbelobte [aq]Buxtorfius[/aq] hat aus einem Alten [aq]Rabbinen Mosche Schem tobh[/aq] angemerckt/ daß auch zu [aq]Amasiae[/aq] des Jüdischen Königes Zeiten/ dessen [aq]2. Reg. XIV[/aq]. gedacht wird/ auf die Leichsteine in Reimen bestehende Grabschrifften eingehauen worden. Und führet auch etwas weniges zum Beyspiel an. [aq](a[/aq] [[aq]Tractat. de Prosodiâ Metricâ Thes. Grammat. annex. pag. 636[/aq].]) Der [S] Königliche Poet/ dessen Parnassus die Burg Zion gewesen/ hat sein gantzes Leben mit heiligen Liedern und Psalmen bezeichnet. Als er ein Hirtenknabe gewesen/ hat er den [aq]XXIII[/aq]. gedichtet/ vor Erlegung des Riesens [aq]Goliath. 1. Sam. XVII[/aq]. Den [aq]XX[/aq]. in seinem Elende [aq]I. Sam. XXII[/aq]. Wieder [aq]Doeg[/aq] den [aq]LII[/aq]. und CIX. Bey seinem Abschied von [aq]Nobe[/aq] den [aq]XXXIV. 1. Sam. XXV[/aq]. Wieder die Philister den [aq]LVI[/aq]. In der Höle Adullam den [aq]LVII[/aq]. zu [aq]Kegila, I. Sam. XXIII[/aq]. Den [aq]LV[/aq]. wieder die [aq]Siphiter, I. Sam. XXIII[/aq]. und [aq]XXVI[/aq]. Den [aq]XI[/aq]. und [aq]LIV[/aq]. In der Hölen/ den [aq]CXLII[/aq]. in seiner Regierung machet er den [aq]L[/aq]. und [aq]CI[/aq]. Als er die Bundeslade eingeholet/ [aq]2. Sam. VI[/aq]. Den [aq]CXVIII[/aq]. Als ihm Christus verheissen worden/ den [aq]LXXXIX[/aq]. und [aq]CX[/aq]. Seine Sieg-Lieder seind der [aq]XXI. XLVI. LX. LXIIX[/aq]. und [aq]LXXXIII[/aq], Psalm. Seine Buß- und Thränen-Lieder/ der [aq]III. IV. V[/aq]. und [aq]LI[/aq]. Seine Lob- und Danck-Lieder/ der [aq]XCIII[/aq]. und [aq]LXXI[/aq]. Daher der ZuchtLehrer Syrach mit Wahrheit von ihm gesagt: [aq]Cap. XLVII. 9[/aq]. Für ein iegliches Werck danckt er dem Heiligen/ dem Höchsten mit einem schönen Liede. Ich wil hie nicht weitleufftig gedencken/ daß des Davids wohlgerathener Sohn/ König Salomon tausend und fünf Lieder ertichtet: von dem gleichfals in der H. Schrifft [aq]I[/aq]. Kön. [aq]IV[/aq]. 32. zu lesen ist. Daraus gar wohl zu schliessen/ daß die Poeterey schon dazumahl im Flor gewesen/ und lange zuvor den Leuten ist bekant worden. ¶ [aq]§. IX[/aq]. Von den Hebräern und Chaldäern schreiten wir zu ihren Gräntz-Nachbarn/ den Arabern und Persern;
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    (7-8) [77-78]
    [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
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    (47-49) [117-119]
    WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
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    (57-58) [127-128]
    [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
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    (41-45) [111-115]
    Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
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    (70-71) [140-141]
    Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
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    (124-126) [194-196]
    [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
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    (286) [356]
    [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
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    (21) [91]
    [aq]§. III[/aq]. Die Bild-Kunst eignet ihr ein Himmel-blaues Kleid zu/ damit man aus dem eußerlichen Zeichen ihre innerliche Eigenschafft beurtheilen könne. Keine Farbe stehet ihr besser an als diese/ weil sie ihrem ersten Ursprunge nach himmlisch ist/ und anfänglich zu dem Gottesdienst gebrauchet worden. Der gelehrte Holländer [aq]Anton. Rodorn. Scriekkius[/aq] sagt davon also: [aq]Divi-[/aq] [G: [aq]lib. I. adversar. Scal. l d.[/aq]] [aq]nam esse Poeticam antiqui & recentiores omnes crediderunt, & loquuntur. Metri originem suggestam afflatu divino, quod magnum mundum certâ ratione quasi metro dirigat, ipso vero videmus[/aq]. Und der [aq]Phoenix[/aq] unserer Zeit [aq]Casp. Barth[/aq]. meldet über die Worte [aq]Papiae: Theologi Poetae ideò dicebantur, quoniam de Diis carmina faciebant; Sane verò antiqua Theologia humana in[/aq] [G: [aq]V. m. Augustin. l. 6. de C. D. c. 5. p. m. 584[/aq].] [aq]literis Poeticis & mysteria Numinum introducta ab iisdem, ut exemplo Orphei vides apud Lactantium[/aq]. Ja auch nach dem Zeugnisse des allerberedesten unter den Römern/ [aq]Ciceronis[/aq], hat niemals ein Barbarisches und wildes Volck den Nahmen eines Poeten vernachtheiliget/ sondern sie sind allezeit hoch und heilig gehalten worden. Um welcher Ursache willen auch die alten Heyden vor gewiß und unfehlbar gegläubet: Es könte keiner sich mit dieser holdseligen Nymphen befreunden/ wenn ihn nicht die mildreiche Gunst des Himmels vor anderen Leuten [S] beglückseliget/ und seiner Natur eine sondere Fähigkeit eingepräget/ dadurch der Verstand erleuchtet/ und die Sinnen begeistert würden. Welches [aq]Socrates[/aq] andeuten wollen/ wenn er zu dem [aq]Jone[/aq] gesprochen: Wenn er (jo) von dem [aq]Homero[/aq] wohl reden wolte/ so könte ihm hierinn nicht so wohl die Kunst behülfflich seyn/ als eine Göttliche Gewalt/ die ihn bewegen müste; gleich als ein Magnetstein/ welcher nicht allein das Eisen an sich zeucht/ sondern auch demselben eine Ziehungs-Krafft/ mittheilet/ daß ein ander Eisen daran hangen bleibet/ eben als das vorige am Magnet. Als wolt er sagen; man sehe zwar/ daß von dem Magneten das Eisen angezogen würde/ aber die Ursache wäre unbekant: Solche Bewandniß hätte es auch mit der Poeterey/ die sich auf eine unerforschliche Weise in dieses oder jenes Natur befindet. ¶ [aq]§. IV[/aq]. Bey einem ieglichen/ der sich einer Kunst ergeben will/ werden nach Außage der Weltweisen/ dreyerley erfordert: Nemlich die Natur/ die Unterweisung und die Ubung In allen andern Wissenschafften können die zwo letzten Stücke viel verrichten/ In der Poesie aber wird nothwendig die natürliche Neigung vorangesetzet; Wohin des [aq]Ciceronis[/aq] Worte zielen: [aq]Sic à summis ho-[/aq] [G: [aq]Orat. pro Arch[/aq].] [aq]minibus eruditissimisque accepimus, coeterarum rerum studia & doctrinâ, & praeceptis & arte constare; Poetam naturâ ipsâ valere & mentis viribus excitari, & quasi divino Spiritu afflari[/aq]; Welchen [G: [aq]lib. 2[/aq].] nicht ungleich seind die in den [aq]Tusculani[/aq]schen Fragen gelesen werden: [aq]Mihi verò ne haec quidem notiora & illustriora carere vi divinâ videntur, ut ego aut Poetam grave plerumque carmen sine coelesti aliquo mentis instinctu, putem fundere & c[/aq]. Und [aq]Ovidius[/aq] hat frey heraus bekant: ¶ Es ist ein Gott in uns/ so bald sich der nur reget ¶ Brennt unser Geist auch an und wird mit ihm beweget.
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    (3-4) [73-74]