Unterricht Von Der Teutschen Sprache und Poesie (Q112): Unterschied zwischen den Versionen

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Eigenschaft / Sekundärliteratur: Literatur und Gelehrtentum in Deutschland. / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Antike Rhetorik und deutsche Literarische Theorie im 17. Jahrhundert. / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Daniel Georg Morhof / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Geschichte der deutschen Poetik. Bd. 1. Barock und Frühaufklärung. / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Daniels Georg Morhofens Unterricht von der teutschen Sprache und Poesie. / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Morhof, Daniel Georg (Killy) / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Dem Wolgebohrnen Herrn/ Hn. Jaspar von Buchwald [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Dem Wolgebohrnen Herrn/ Hn. Jaspar von Buchwald [...] / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [4]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Sonnet. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Sonnet. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unpag.) [5-6]
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: An den geneigten Leser. / Rang
 
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Seite: (unpag.-unpag.) [7-10]
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: [aq]I[/aq]. Theil Von Der Teutschen Sprache/ Das [aq]I[/aq]. Cap. Von der Vortrefflichkeit und dem Alterthum der Teutschen Sprache. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: [aq]I[/aq]. Theil Von Der Teutschen Sprache/ Das [aq]I[/aq]. Cap. Von der Vortrefflichkeit und dem Alterthum der Teutschen Sprache. / Fundstelle
 
Seite: (1-19) [11-29]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]II[/aq]. Cap. Daß die Teutsche Sprache älter als die Griechische und Lateinische. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]II[/aq]. Cap. Daß die Teutsche Sprache älter als die Griechische und Lateinische. / Fundstelle
 
Seite: (20-45) [30-55]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]III[/aq]. Cap. Daß viel Griechische und Lateinische Wörter von den alten Teutschen oder Scythischen herkommen. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]III[/aq]. Cap. Daß viel Griechische und Lateinische Wörter von den alten Teutschen oder Scythischen herkommen. / Fundstelle
 
Seite: (46-66) [56-76]
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IV[/aq]. Cap. Von den Gründen der Ableitung in Wörtern/ und zwar von dem ersten: daß eine einfältige grobe Sprache der künstlichen den Anfang gegeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IV[/aq]. Cap. Von den Gründen der Ableitung in Wörtern/ und zwar von dem ersten: daß eine einfältige grobe Sprache der künstlichen den Anfang gegeben. / Fundstelle
 
Seite: (67-79) [77-89]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]V[/aq]. Cap. Von dem andern Grunde der Ableitung: daß vielsylbige Wörter von Einsylbigen müssen gezogen werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]V[/aq]. Cap. Von dem andern Grunde der Ableitung: daß vielsylbige Wörter von Einsylbigen müssen gezogen werden. / Fundstelle
 
Seite: (79-91) [89-101]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VI[/aq]. Cap. Von dem dritten Grunde der Ableitung/ der Veränderung der Buchstaben. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VI[/aq]. Cap. Von dem dritten Grunde der Ableitung/ der Veränderung der Buchstaben. / Fundstelle
 
Seite: (91-120) [101-130]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VII[/aq]. Cap. Gleichheit der Griechischen und Lateinischen Wörter mit den Teutschen/ wird mit dem Exempel der Benennungen erwiesen/ die von dem Menschen und dessen Theilen genommen. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VII[/aq]. Cap. Gleichheit der Griechischen und Lateinischen Wörter mit den Teutschen/ wird mit dem Exempel der Benennungen erwiesen/ die von dem Menschen und dessen Theilen genommen. / Fundstelle
 
Seite: (120-150) [130-160]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: [aq]II[/aq]. Theil Von der Teutschen Poeterey Uhrsprung und Fortgang. Das [aq]I[/aq]. Cap. Von dem auffnehmen der reimenden Poeterey bey frembden Völckern/ und zwar erstlich von der Poeterey der Frantzosen. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: [aq]II[/aq]. Theil Von der Teutschen Poeterey Uhrsprung und Fortgang. Das [aq]I[/aq]. Cap. Von dem auffnehmen der reimenden Poeterey bey frembden Völckern/ und zwar erstlich von der Poeterey der Frantzosen. / Fundstelle
 
Seite: (151-180) [161-190]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]II[/aq]. Cap. Von der Italiäner Poeterey. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]II[/aq]. Cap. Von der Italiäner Poeterey. / Fundstelle
 
Seite: (180-211) [190-221]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]III[/aq]. Cap. Von der Spanier Poeterey. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]III[/aq]. Cap. Von der Spanier Poeterey. / Fundstelle
 
Seite: (211-225) [221-235]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IV[/aq]. Cap. Von der Engelländer Poeterey. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IV[/aq]. Cap. Von der Engelländer Poeterey. / Fundstelle
 
Seite: (225-253) [235-263]
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]V[/aq]. Cap. Von der Niederländer Poeterey. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]V[/aq]. Cap. Von der Niederländer Poeterey. / Fundstelle
 
Seite: (253-276) [263-286]
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VI[/aq]. Cap. Von der Teutschen Poeterey/ und zwar von der ersten Zeit. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VI[/aq]. Cap. Von der Teutschen Poeterey/ und zwar von der ersten Zeit. / Fundstelle
 
Seite: (276-305) [286-315]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VII[/aq]. Cap. Von der andern Zeit der Teutschen Poeterey. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VII[/aq]. Cap. Von der andern Zeit der Teutschen Poeterey. / Fundstelle
 
Seite: (305-395) [315-405]
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VIII[/aq]. Cap. Von der Nordischen Poetererey. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VIII[/aq]. Cap. Von der Nordischen Poetererey. / Fundstelle
 
Seite: (395-420) [405-430]
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IX[/aq]. Cap. Von der dritten Zeit der Teutschen Poetery. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IX[/aq]. Cap. Von der dritten Zeit der Teutschen Poetery. / Fundstelle
 
Seite: (420-446) [430-456]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: [aq]III[/aq]. Theil. Von der Teutschen Poeterey an ihr selbsten. Das [aq]I[/aq]. Cap. Von der Kunstrichtigkeit der Teutschen Sprache/ und deren fähigkeit zur Poeterey. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: [aq]III[/aq]. Theil. Von der Teutschen Poeterey an ihr selbsten. Das [aq]I[/aq]. Cap. Von der Kunstrichtigkeit der Teutschen Sprache/ und deren fähigkeit zur Poeterey. / Fundstelle
 
Seite: (447-465) [457-475]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]II[/aq]. Cap. Von der [aq]Orthographia[/aq] der Teutschen Sprache. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]II[/aq]. Cap. Von der [aq]Orthographia[/aq] der Teutschen Sprache. / Fundstelle
 
Seite: (465-488) [475-498]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]III[/aq]. Cap. Von der [aq]Etymologiâ[/aq] der Teutschen Sprache. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]III[/aq]. Cap. Von der [aq]Etymologiâ[/aq] der Teutschen Sprache. / Fundstelle
 
Seite: (488-509) [498-519]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IV[/aq]. Cap. Von der [aq]Syntaxi[/aq] der Teutschen Sprache. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]IV[/aq]. Cap. Von der [aq]Syntaxi[/aq] der Teutschen Sprache. / Fundstelle
 
Seite: (509-524) [519-534]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]X[/aq]. Cap. Von der [aq]Prosodia[/aq] der Teutschen Sprache. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]X[/aq]. Cap. Von der [aq]Prosodia[/aq] der Teutschen Sprache. / Fundstelle
 
Seite: (525-547) [535-557]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VI[/aq]. Cap. Von dem [aq]Numero Poëtico[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VI[/aq]. Cap. Von dem [aq]Numero Poëtico[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (548-561) [558-571]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VII[/aq]. Cap. Von den Reimen/ ob sie nothwendig sein in der gemeinen Poesi. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VII[/aq]. Cap. Von den Reimen/ ob sie nothwendig sein in der gemeinen Poesi. / Fundstelle
 
Seite: (561-569) [571-579]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VIII[/aq]. Cap. Verthedigung der Reime. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VIII[/aq]. Cap. Verthedigung der Reime. / Fundstelle
 
Seite: (570-588) [580-598]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VIII[/aq]. Cap. Von dem Ursprung der Reime. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]VIII[/aq]. Cap. Von dem Ursprung der Reime. / Fundstelle
 
Seite: (588-607) [598-617]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]X[/aq]. Cap. Von einigen Beschaffenheiten der Reimen. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]X[/aq]. Cap. Von einigen Beschaffenheiten der Reimen. / Fundstelle
 
Seite: (608-618) [618-628]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XI[/aq]. Cap. Von den [aq]Generibus Carminum[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XI[/aq]. Cap. Von den [aq]Generibus Carminum[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (618-626) [628-636]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XII[/aq] Cap. Von den verschiedenen Arten der Reimschlüsse. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XII[/aq] Cap. Von den verschiedenen Arten der Reimschlüsse. / Fundstelle
 
Seite: (626-648) [636-658]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XIII[/aq]. Cap. Von den Erfindungen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XIII[/aq]. Cap. Von den Erfindungen/ / Fundstelle
 
Seite: (648-680) [658-690]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XIV[/aq]. Cap. Von den Helden-Getichten. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XIV[/aq]. Cap. Von den Helden-Getichten. / Fundstelle
 
Seite: (681-698) [691-708]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XV[/aq]. Cap. Von den Oden. / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XV[/aq]. Cap. Von den Oden. / Fundstelle
 
Seite: (699-729) [709-739]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XIV[/aq]. Cap. Von den Schauspielen/ Hirten- und Straff-Gedichten. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XIV[/aq]. Cap. Von den Schauspielen/ Hirten- und Straff-Gedichten. / Fundstelle
 
Seite: (730-752) [740-762]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XVII[/aq]. Cap. Von den [aq]Epigrammatibus[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das [aq]XVII[/aq]. Cap. Von den [aq]Epigrammatibus[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (752-779) [762-789]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Zusatz. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Zusatz. / Fundstelle
 
Seite: (779-780) [789-790]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Exempel Der verschiedenen Reimgebände/ vorgestellet in übersetzung einiger Oden des [aq]Horatii[/aq] [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Exempel Der verschiedenen Reimgebände/ vorgestellet in übersetzung einiger Oden des [aq]Horatii[/aq] [...] / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-907) [791-817]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Fehler/ [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Fehler/ [...] / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [818]
Eigenschaft / Inspiration
 
[aq]Joh. Baptista Manso Marchio Villensis[/aq], welchem [aq]Torquatus Tassus[/aq] sein Gespräch von der Freundschafft zugeschrieben/ den [aq]Johannes Miltonus[/aq] in seinen [aq]Poëmatibus Juvenilibus p. 74[/aq]. mit einem feinen Lateinischen [aq]Carmine[/aq] beehret/ hat des [aq]Torquati Tassi[/aq] Leben weitläufftig beschrieben/ worinnen viel sonderliche dinge sein: Unter andern ist nicht vorbey zu gehen/ welches auch [aq]Thuanus[/aq] in dem 113 Buch seiner [aq]Historia[/aq] erzehlet/ daß in seiner Jugend ihn eine Raserey befallen/ welche hernach zu gewissen Zeiten wiederkommen; dadurch ihm nicht das Gemüth verrücket/ sondern vielmehr so gesaubert worden/ daß er nach solchen Uberfall die herrlichsten/ tieffsinnigsten unvergleichlichsten [aq]Carmina[/aq] geschrieben. Gleich als wann er durch eine Göttliche Regung were gerühret worden. Von dergleichen Exempeln werde ich einmahl mit [S] mehren in meiner [aq]Dissertatione de Enthusiasmo Poëtico[/aq] handeln.
Eigenschaft / Inspiration: [aq]Joh. Baptista Manso Marchio Villensis[/aq], welchem [aq]Torquatus Tassus[/aq] sein Gespräch von der Freundschafft zugeschrieben/ den [aq]Johannes Miltonus[/aq] in seinen [aq]Poëmatibus Juvenilibus p. 74[/aq]. mit einem feinen Lateinischen [aq]Carmine[/aq] beehret/ hat des [aq]Torquati Tassi[/aq] Leben weitläufftig beschrieben/ worinnen viel sonderliche dinge sein: Unter andern ist nicht vorbey zu gehen/ welches auch [aq]Thuanus[/aq] in dem 113 Buch seiner [aq]Historia[/aq] erzehlet/ daß in seiner Jugend ihn eine Raserey befallen/ welche hernach zu gewissen Zeiten wiederkommen; dadurch ihm nicht das Gemüth verrücket/ sondern vielmehr so gesaubert worden/ daß er nach solchen Uberfall die herrlichsten/ tieffsinnigsten unvergleichlichsten [aq]Carmina[/aq] geschrieben. Gleich als wann er durch eine Göttliche Regung were gerühret worden. Von dergleichen Exempeln werde ich einmahl mit [S] mehren in meiner [aq]Dissertatione de Enthusiasmo Poëtico[/aq] handeln. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Inspiration: [aq]Joh. Baptista Manso Marchio Villensis[/aq], welchem [aq]Torquatus Tassus[/aq] sein Gespräch von der Freundschafft zugeschrieben/ den [aq]Johannes Miltonus[/aq] in seinen [aq]Poëmatibus Juvenilibus p. 74[/aq]. mit einem feinen Lateinischen [aq]Carmine[/aq] beehret/ hat des [aq]Torquati Tassi[/aq] Leben weitläufftig beschrieben/ worinnen viel sonderliche dinge sein: Unter andern ist nicht vorbey zu gehen/ welches auch [aq]Thuanus[/aq] in dem 113 Buch seiner [aq]Historia[/aq] erzehlet/ daß in seiner Jugend ihn eine Raserey befallen/ welche hernach zu gewissen Zeiten wiederkommen; dadurch ihm nicht das Gemüth verrücket/ sondern vielmehr so gesaubert worden/ daß er nach solchen Uberfall die herrlichsten/ tieffsinnigsten unvergleichlichsten [aq]Carmina[/aq] geschrieben. Gleich als wann er durch eine Göttliche Regung were gerühret worden. Von dergleichen Exempeln werde ich einmahl mit [S] mehren in meiner [aq]Dissertatione de Enthusiasmo Poëtico[/aq] handeln. / Fundstelle
 
Seite: (200-201) [210-211]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Und wird sich niemand verwundern daß aus dem Norden dieser Götzendienst auff die [S] Römer verpflantzet/ wenn er beym [aq]Diodoro Siculo lib. 2. c. 47[/aq]. lesen wird/ wie die alten Heidnischen bey den Griechen gewöhnliche Götzendienste bey den [aq]Hyperboreis[/aq] uhrsprünglich gewesen/ und von dannen dahin gekommen. / Rang
 
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Eigenschaft / Mythenkritik: Und wird sich niemand verwundern daß aus dem Norden dieser Götzendienst auff die [S] Römer verpflantzet/ wenn er beym [aq]Diodoro Siculo lib. 2. c. 47[/aq]. lesen wird/ wie die alten Heidnischen bey den Griechen gewöhnliche Götzendienste bey den [aq]Hyperboreis[/aq] uhrsprünglich gewesen/ und von dannen dahin gekommen. / Fundstelle
 
Seite: (136-137) [146-147]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq],
Eigenschaft / Mythenkritik: Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Mythenkritik: Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (404-405) [414-415]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
Eigenschaft / Mythenkritik: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Fundstelle
 
Seite: (711-719) [721-729]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were.
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were. / Fundstelle
 
Seite: (3-8) [13-18]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]Goropius Becanus[/aq] wird von vielen verlachet/ und zwar nicht ohn Uhrsach/ weil er sich in gar seltzame [aq]abstractive speculationes[/aq] und [aq]analogismos[/aq] vertieffet/ die doch wenig zur Sachen thun und im Grunde nichtes beweisen. Eine sonderliche Probe hierinnen ist in seinen [aq]Hieroglyphicis[/aq], woselbst er auß dem Hebraeischen [aq]Alphabet[/aq], welches er auß Cimbrischen Wörtern zusammen setzet/ ein Gebet eines Schulmeisters/ vor seine Lehrjünger/ seltzamer lächerlicher Weise zusammen bringet/ wovon er so viel Wercks machet/ als wann er ein Königreich gewonnen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]Goropius Becanus[/aq] wird von vielen verlachet/ und zwar nicht ohn Uhrsach/ weil er sich in gar seltzame [aq]abstractive speculationes[/aq] und [aq]analogismos[/aq] vertieffet/ die doch wenig zur Sachen thun und im Grunde nichtes beweisen. Eine sonderliche Probe hierinnen ist in seinen [aq]Hieroglyphicis[/aq], woselbst er auß dem Hebraeischen [aq]Alphabet[/aq], welches er auß Cimbrischen Wörtern zusammen setzet/ ein Gebet eines Schulmeisters/ vor seine Lehrjünger/ seltzamer lächerlicher Weise zusammen bringet/ wovon er so viel Wercks machet/ als wann er ein Königreich gewonnen. / Fundstelle
 
Seite: (9) [19]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: und gefält mir in verschiedenen Dingen sein Urtheil besser als des [aq]Rodorni Schrieckii[/aq], welcher indem er die Gleichheit der Hebraeischen und Niederteutschen Sprache darthun will/ in den [aq]Nominibus propriis[/aq] seltzame weitgesuchte [aq]alliterationes[/aq] herbei holet/ und die [aq]primitiva[/aq] und [aq]composita[/aq] nach seinem eigenen gefallen machet und zusammen setzet/ das man mit allen Sprachen ohne grosse Mühe also anstellen könte. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Sprachgenealogien: und gefält mir in verschiedenen Dingen sein Urtheil besser als des [aq]Rodorni Schrieckii[/aq], welcher indem er die Gleichheit der Hebraeischen und Niederteutschen Sprache darthun will/ in den [aq]Nominibus propriis[/aq] seltzame weitgesuchte [aq]alliterationes[/aq] herbei holet/ und die [aq]primitiva[/aq] und [aq]composita[/aq] nach seinem eigenen gefallen machet und zusammen setzet/ das man mit allen Sprachen ohne grosse Mühe also anstellen könte. / Fundstelle
 
Seite: (10) [20]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
Eigenschaft / Sprachgenealogien: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (11-16) [21-26]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Von der Chinesischen Sprache hat ein Engelländer [aq]Johannes Webbe[/aq] behaupten wollen/ daß sie die erste sey: weil die Chineser ein uhraltes Volck/ und ihr Land so fort nach der Sündfluth vor Erbauung des Babilonischen Thurms/ bey welchem sie vermuthlich nicht gewesen/ bewohnet: weil sie mit keinen fremden Völckern vermischet: / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Von der Chinesischen Sprache hat ein Engelländer [aq]Johannes Webbe[/aq] behaupten wollen/ daß sie die erste sey: weil die Chineser ein uhraltes Volck/ und ihr Land so fort nach der Sündfluth vor Erbauung des Babilonischen Thurms/ bey welchem sie vermuthlich nicht gewesen/ bewohnet: weil sie mit keinen fremden Völckern vermischet: / Fundstelle
 
Seite: (18) [28]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Und ist mercklich was [aq]Claude Duret, Histoire de l'origine des langues p.m. 860[/aq]. saget von einem Ertzbischoff zu [aq]Toledo[/aq], welcher davor gehalten [aq]que l'Alphabet des lettres Gothes a esté le premier Alphabet des premiers & plus anciennes lettres, les quelles furent données de Dieu à commencement du monde a nostre premiere Pere Adam[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Und ist mercklich was [aq]Claude Duret, Histoire de l'origine des langues p.m. 860[/aq]. saget von einem Ertzbischoff zu [aq]Toledo[/aq], welcher davor gehalten [aq]que l'Alphabet des lettres Gothes a esté le premier Alphabet des premiers & plus anciennes lettres, les quelles furent données de Dieu à commencement du monde a nostre premiere Pere Adam[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (25) [35]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Das Wort [aq]Matta, Storea[/aq] oder [aq]teges[/aq], [S] welches [aq]Ovid I. 6. Fastor[/aq]. gebraucht/ wird beym [aq]Martino[/aq] vergeblich vom Hebräischen abgeführet/ weil es ein rechtes Teutsches Wort/ und in eben demselben Verstande genommen wird. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Das Wort [aq]Matta, Storea[/aq] oder [aq]teges[/aq], [S] welches [aq]Ovid I. 6. Fastor[/aq]. gebraucht/ wird beym [aq]Martino[/aq] vergeblich vom Hebräischen abgeführet/ weil es ein rechtes Teutsches Wort/ und in eben demselben Verstande genommen wird. / Fundstelle
 
Seite: (53-54) [63-64]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Die die Hebreische oder Griechische Sprache vor andern lieben/ wollen hievon alles herholen/ wie [aq]Bochartus[/aq] alles von der [aq]Punichen[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Die die Hebreische oder Griechische Sprache vor andern lieben/ wollen hievon alles herholen/ wie [aq]Bochartus[/aq] alles von der [aq]Punichen[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (57) [67]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Er [Jamblichius, J.T.] sagt ferner/ wie die [aq]Barbari[/aq] ernsthafftig und beständig in ihrem Wesen und Reden seyn/ und wie die [aq]Barbarische[/aq] Wörter sehr kürtz seyn/ und einen grossen Nachdruck haben/ und derohalben bequem zu Göttlichen Dingen zu gebrauchen: Die Griechen hätten sie aber verdorben/ die sie mit ihrer Sprache gemischet/ oder mit frembden Wörtern außdrücken wollen. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Er [Jamblichius, J.T.] sagt ferner/ wie die [aq]Barbari[/aq] ernsthafftig und beständig in ihrem Wesen und Reden seyn/ und wie die [aq]Barbarische[/aq] Wörter sehr kürtz seyn/ und einen grossen Nachdruck haben/ und derohalben bequem zu Göttlichen Dingen zu gebrauchen: Die Griechen hätten sie aber verdorben/ die sie mit ihrer Sprache gemischet/ oder mit frembden Wörtern außdrücken wollen. / Fundstelle
 
Seite: (76) [86]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (127-129) [137-139]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Das teut-[S]sche Wort Mensch ist auch von diesem Wort/ nicht von den Lateinischen [aq]Mens[/aq] oder von dem Hebräischen [hebr.] wie [aq]Vossius[/aq] meinet/ davon [aq]Junius[/aq] in seinem [aq]Glossario Gothico[/aq] und weitläufftig [aq]Vorstius[/aq] in seinem [aq]Specimine Observationum in Linguam Vernaculam cap. 2[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Das teut-[S]sche Wort Mensch ist auch von diesem Wort/ nicht von den Lateinischen [aq]Mens[/aq] oder von dem Hebräischen [hebr.] wie [aq]Vossius[/aq] meinet/ davon [aq]Junius[/aq] in seinem [aq]Glossario Gothico[/aq] und weitläufftig [aq]Vorstius[/aq] in seinem [aq]Specimine Observationum in Linguam Vernaculam cap. 2[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (130-113) [140-141]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: So meldet auch [aq]Ghilini[/aq] in seinen [aq]Theatro d'huomini litterati[/aq] von einem [aq]Antonio Riccardi[/aq], der in Welscher Sprache ein Buch geschrieben/ [aq]della precedenza delle lingue[/aq], worinnen er be-[S] behauptet/ daß die [aq]Cimbrische[/aq] Sprache (wodurch [aq]Becanus[/aq] die Niederländische verstehet) ihres Alters und Vortreflichkeit halber der Hebreischen weit vor zuziehen. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: So meldet auch [aq]Ghilini[/aq] in seinen [aq]Theatro d'huomini litterati[/aq] von einem [aq]Antonio Riccardi[/aq], der in Welscher Sprache ein Buch geschrieben/ [aq]della precedenza delle lingue[/aq], worinnen er be-[S] behauptet/ daß die [aq]Cimbrische[/aq] Sprache (wodurch [aq]Becanus[/aq] die Niederländische verstehet) ihres Alters und Vortreflichkeit halber der Hebreischen weit vor zuziehen. / Fundstelle
 
Seite: (255-256) [265-266]
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: Denn daß die unsrige solche von den Griechen und Römern geholet/ kan nicht mit dem geringsten Schein der Warheit gesaget werden; und laufft wider des [aq]Dionysii Halicarnassaei[/aq], oben angeführtes Zeugnis. Es weren denn solche Wörter mit Einführung der Christlichen [aq]Religion[/aq], oder auß den verdorbenen Lateinischen [aq]terminis[/aq], deren sich die ersten teutschen Keiser in ihren öffentlichen Schrifften gebrauchet/ auff uns geleitet/ davon so gar viel nicht zu finden seyn werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Sprachgenealogien: Denn daß die unsrige solche von den Griechen und Römern geholet/ kan nicht mit dem geringsten Schein der Warheit gesaget werden; und laufft wider des [aq]Dionysii Halicarnassaei[/aq], oben angeführtes Zeugnis. Es weren denn solche Wörter mit Einführung der Christlichen [aq]Religion[/aq], oder auß den verdorbenen Lateinischen [aq]terminis[/aq], deren sich die ersten teutschen Keiser in ihren öffentlichen Schrifften gebrauchet/ auff uns geleitet/ davon so gar viel nicht zu finden seyn werden. / Fundstelle
 
Seite: (51) [61]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß einige derselben so gar alt nicht sein/ ist daraus abzunehmen/ weil sie geschrieben/ da der Christliche Glaube in Schweden schon auffgekommen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß einige derselben so gar alt nicht sein/ ist daraus abzunehmen/ weil sie geschrieben/ da der Christliche Glaube in Schweden schon auffgekommen. / Fundstelle
 
Seite: (295) [305]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Wormius[/aq] behauptet daß sie [die "Nordsche[] Poeterey" (396) [406], J.T.] vor Christi Gebuhrt schon in vollem Schwange gewesen/ und führet zum Beweißthum an/ daß kurtz nach Christi Gebuhrt der [aq]Hiarnus[/aq] dadurch das Königreich an sich gebracht. Die Teutschen haben des [aq]Taciti[/aq] klares Zeugniß/ der zu seiner Zeit ihre Lieder [aq]Carmina antiqua[/aq] nennt/ müssen sie also lange vor Christi Gebuhrt gewesen sein/ da dann niemand wird Schiedsmann sein können/ welchen der Vorzug zu geben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Wormius[/aq] behauptet daß sie [die "Nordsche[] Poeterey" (396) [406], J.T.] vor Christi Gebuhrt schon in vollem Schwange gewesen/ und führet zum Beweißthum an/ daß kurtz nach Christi Gebuhrt der [aq]Hiarnus[/aq] dadurch das Königreich an sich gebracht. Die Teutschen haben des [aq]Taciti[/aq] klares Zeugniß/ der zu seiner Zeit ihre Lieder [aq]Carmina antiqua[/aq] nennt/ müssen sie also lange vor Christi Gebuhrt gewesen sein/ da dann niemand wird Schiedsmann sein können/ welchen der Vorzug zu geben. / Fundstelle
 
Seite: (397) [407]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sie [die Lappländer, J.T.] haben auch noch einen andern Gesang darin sie GOtt dancken/ daß er das Wild zu ihren Nutzen erschaffen/ und die Krafft verliehen/ daß sie ein so grausames Thier haben überwinden können. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sie [die Lappländer, J.T.] haben auch noch einen andern Gesang darin sie GOtt dancken/ daß er das Wild zu ihren Nutzen erschaffen/ und die Krafft verliehen/ daß sie ein so grausames Thier haben überwinden können. / Fundstelle
 
Seite: (414) [424]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Selbige [die "[aq]Haravec[/aq]", J.T.] haben von natürlichen dingen Verse geschrieben/ und einige Fabeln mit untermischt/ nemlich wie der Schöpffer der Welt/ eine Jungfrau vom Himmel gesandt/ in der Hand einen Krug Wasser haltend/ welcher [S] wann er von ihrem Bruder zerbrochen wird/ Donner und Regen erreget/ und andere dergleichen/ welche er aus [aq]P. Blas Valera[/aq] geschriebenem Buche angeführet/ / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Selbige [die "[aq]Haravec[/aq]", J.T.] haben von natürlichen dingen Verse geschrieben/ und einige Fabeln mit untermischt/ nemlich wie der Schöpffer der Welt/ eine Jungfrau vom Himmel gesandt/ in der Hand einen Krug Wasser haltend/ welcher [S] wann er von ihrem Bruder zerbrochen wird/ Donner und Regen erreget/ und andere dergleichen/ welche er aus [aq]P. Blas Valera[/aq] geschriebenem Buche angeführet/ / Fundstelle
 
Seite: (418-419) [428-429]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Deßhalben auch bey den Hebräern und Arabern die beyden Reime die vor- und hinter-Tühren des Hauses das ist des [aq]distichi[/aq] genant werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Deßhalben auch bey den Hebräern und Arabern die beyden Reime die vor- und hinter-Tühren des Hauses das ist des [aq]distichi[/aq] genant werden. / Fundstelle
 
Seite: (576) [586]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß. / Fundstelle
 
Seite: (591-592) [601-602]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: An dieser Reimsucht haben damahls fast alle kranck gelegen. Dann man hat ihrer auch nicht auff den Cantzeln und Cathedern entbehren können. Die Prediger haben ihre Predigten Reimweiß [aq]disponi[/aq]ret/ welches bey einigen noch zur Zeit gebräuchlich. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: An dieser Reimsucht haben damahls fast alle kranck gelegen. Dann man hat ihrer auch nicht auff den Cantzeln und Cathedern entbehren können. Die Prediger haben ihre Predigten Reimweiß [aq]disponi[/aq]ret/ welches bey einigen noch zur Zeit gebräuchlich. / Fundstelle
 
Seite: (606) [616]
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Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden. / Fundstelle
 
Seite: (701-702) [711-712]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ja es sein alle arten der Getichte gesungen worden/ es sey bey den Götzendiensten/ bey Gästeretzen/ bey öffentlichen Spielen oder sonsten gewesen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ja es sein alle arten der Getichte gesungen worden/ es sey bey den Götzendiensten/ bey Gästeretzen/ bey öffentlichen Spielen oder sonsten gewesen. / Fundstelle
 
Seite: (705) [715]
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Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Fundstelle
 
Seite: (711-719) [721-729]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: In Geistlichen reden hat das [aq]sententiosum dicendi genus[/aq] noch vor andern Platz. Dann die hohe Redensart/ die [aq]Longinus[/aq] [hebr.] nennet/ bestehet zum Theil hierin/ welche zu Göttlichen Sachen insonderheit wol gebraucht wird. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: In Geistlichen reden hat das [aq]sententiosum dicendi genus[/aq] noch vor andern Platz. Dann die hohe Redensart/ die [aq]Longinus[/aq] [hebr.] nennet/ bestehet zum Theil hierin/ welche zu Göttlichen Sachen insonderheit wol gebraucht wird. / Fundstelle
 
Seite: (755) [765]
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Hebraeer ihre [aq]Cabala[/aq] bestehet zum Theil in [aq]Anagrammatismo[/aq]. Jacob Spon gedencket in seiner Reisebeschreibung [aq]lib. 2. p. 53[/aq]. daß ei-[S]ner [aq]Chek-Bouni[/aq] ein Aegyptier von der Krafft des Göttlichen und Menschlichen Wortes ein Buch geschrieben/ nebst einer grossen Anzahl Linien und Figuren/ in welchen er tausenderley [aq]curieuse[/aq] Sachen durch [aq]Anagrammata[/aq] heraußzubringen versprochen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Hebraeer ihre [aq]Cabala[/aq] bestehet zum Theil in [aq]Anagrammatismo[/aq]. Jacob Spon gedencket in seiner Reisebeschreibung [aq]lib. 2. p. 53[/aq]. daß ei-[S]ner [aq]Chek-Bouni[/aq] ein Aegyptier von der Krafft des Göttlichen und Menschlichen Wortes ein Buch geschrieben/ nebst einer grossen Anzahl Linien und Figuren/ in welchen er tausenderley [aq]curieuse[/aq] Sachen durch [aq]Anagrammata[/aq] heraußzubringen versprochen. / Fundstelle
 
Seite: (770-771) [780-781]
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Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were. / Fundstelle
 
Seite: (3-8) [13-18]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (11-16) [21-26]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (127-129) [137-139]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: 579-580 [589-590]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (43-44) [53-54]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die [aq]Edda Islandorum[/aq], darinnen der alten Nordischen Völcker ihre [aq]Theologia[/aq] und [aq]Mythologia[/aq] bestanden/ ist von [aq]Petro Resenio[/aq] herauß gegeben. Es sol aber eine vollständiger [aq]Edda[/aq] noch in Schweden vorhanden seyn/ welche zu seiner Zeit auch ans Licht wird gebracht werden / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die [aq]Edda Islandorum[/aq], darinnen der alten Nordischen Völcker ihre [aq]Theologia[/aq] und [aq]Mythologia[/aq] bestanden/ ist von [aq]Petro Resenio[/aq] herauß gegeben. Es sol aber eine vollständiger [aq]Edda[/aq] noch in Schweden vorhanden seyn/ welche zu seiner Zeit auch ans Licht wird gebracht werden / Fundstelle
 
Seite: (65) [75]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ihr erstes auffkommen/ und gleichsam ihre Jugend ist gewesen um das Jahr Christi [aq]1300[/aq]/ da [aq]Dantes, Petrarcha[/aq] und [aq]Boccacius[/aq] gelebt haben/ als die ersten [aq]Triumvîri[/aq], unter den Italiänischen Poeten. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ihr erstes auffkommen/ und gleichsam ihre Jugend ist gewesen um das Jahr Christi [aq]1300[/aq]/ da [aq]Dantes, Petrarcha[/aq] und [aq]Boccacius[/aq] gelebt haben/ als die ersten [aq]Triumvîri[/aq], unter den Italiänischen Poeten. / Fundstelle
 
Seite: (185) [195]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen. / Fundstelle
 
Seite: (234-235) [244-245]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Aelteste Englische Poet wird von dem Ubersetzer des [aq]Rapini[/aq] gesetzet [aq]Geoffry Chaucer[/aq], der im Jahr [aq]1400[/aq] gelebet. Selbiger ist mit unter den [aq]Chymischen[/aq] Poeten/ und findet sich in deß [aq]Ashmols[/aq] seinen [aq]Tractat[/aq] ein Getichte/ dessen Uberschrifft [aq]The Tale of the Chanons Yeoman[/aq]; worinnen er von dieser Kunst handelt. Sein Bildnuß und sein [aq]Epitaphium[/aq] welches in der Kirchen zu Westmünster zu finden/ hat er dabey abmahlen lassen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Aelteste Englische Poet wird von dem Ubersetzer des [aq]Rapini[/aq] gesetzet [aq]Geoffry Chaucer[/aq], der im Jahr [aq]1400[/aq] gelebet. Selbiger ist mit unter den [aq]Chymischen[/aq] Poeten/ und findet sich in deß [aq]Ashmols[/aq] seinen [aq]Tractat[/aq] ein Getichte/ dessen Uberschrifft [aq]The Tale of the Chanons Yeoman[/aq]; worinnen er von dieser Kunst handelt. Sein Bildnuß und sein [aq]Epitaphium[/aq] welches in der Kirchen zu Westmünster zu finden/ hat er dabey abmahlen lassen. / Fundstelle
 
Seite: (238) [248]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sehet hier ein trefliches Zeugniß/ von einem so grossen Mann/ der dieses [aq]John Donne[/aq] seine Poetische Wercke/ die er in seiner Jugend geschrieben/ (denn in seinem Männlichen Alter hat er als [aq]Decanus[/aq] der [aq]S. Paulus[/aq] Kirchen viel geistreicher Predigten hervorgegeben) so hoch gehalten/ daß er sie des Ubersetzens würdig geachtet/ der in seiner Sprache nicht allein/ sondern auch in der Lateinischen so viel herrlicher sinnreicher Verse geschrieben/ die diese selbst übergehen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sehet hier ein trefliches Zeugniß/ von einem so grossen Mann/ der dieses [aq]John Donne[/aq] seine Poetische Wercke/ die er in seiner Jugend geschrieben/ (denn in seinem Männlichen Alter hat er als [aq]Decanus[/aq] der [aq]S. Paulus[/aq] Kirchen viel geistreicher Predigten hervorgegeben) so hoch gehalten/ daß er sie des Ubersetzens würdig geachtet/ der in seiner Sprache nicht allein/ sondern auch in der Lateinischen so viel herrlicher sinnreicher Verse geschrieben/ die diese selbst übergehen. / Fundstelle
 
Seite: (245) [255]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]George Herbert[/aq] hat sehr gute Geistliche Oden geschrieben/ auff welchen [aq]Abrah. Cowley[/aq] eine trefliche Lobschrifft gemacht/ und dem der Cantzler [aq]Baco Verulamius[/aq] seine in Verse übersetzte Psalmen Davids zu geschrieben hat/ welche selber von keinen gemeinen Geiste seyn; / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]George Herbert[/aq] hat sehr gute Geistliche Oden geschrieben/ auff welchen [aq]Abrah. Cowley[/aq] eine trefliche Lobschrifft gemacht/ und dem der Cantzler [aq]Baco Verulamius[/aq] seine in Verse übersetzte Psalmen Davids zu geschrieben hat/ welche selber von keinen gemeinen Geiste seyn; / Fundstelle
 
Seite: (246) [256]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]P. C. Hooft[/aq], Ritter von [aq]S. Michaelis[/aq], Drost von Muyden und [aq]Baljow[/aq] von [aq]Goeiland[/aq] hat nicht allein Trauerspiele/ sondern auch [S] andere Getichte geschrieben/ welche eine hochtrabende arth haben/ viele sonderliche gesuchte und zusammen gesetzte Wörter. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]P. C. Hooft[/aq], Ritter von [aq]S. Michaelis[/aq], Drost von Muyden und [aq]Baljow[/aq] von [aq]Goeiland[/aq] hat nicht allein Trauerspiele/ sondern auch [S] andere Getichte geschrieben/ welche eine hochtrabende arth haben/ viele sonderliche gesuchte und zusammen gesetzte Wörter. / Fundstelle
 
Seite: (267-268) [277-278]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
In der Teutschen Historie/ die nach der Lateinischen herauß gegeben/ und insonderheit dessen erstem Buch welches er [Johannes Aventinus, J.T] selbst sehr vermehret/ meldet er/ daß er zu Regensburg in S. Haymerans Kloster/ gute alte Lateinische Verse gefunden/ darinnen etlicher alter Könige und Helden Thaten beschrieben worden/ die aus Befehl Kayser [aq]Carol[/aq] des Grossen von den alten Teutschen Tichtern ins Latein gebracht. Aus denselben führet er einige merckwürdige dinge [S] an/ und ist vermuthlich/ daß solche aus den alten Teutschen Liedern zusammen getragen worden. In derselben teutschen Historie meldet er auch/ daß wie der König [aq]Tuisco[/aq] zu anreitzung der Nachkommen die Gutthaten der Frommen mit Liedern zu ehren befohlen/ hätte König [aq]Laber[/aq] geboten/ daß man auch von denen die Ubels thäten/ damit sie sich schämeten und besserten/ Lieder machete/ dieselbige bey Nachte offentlich auff den Gassen für den Häusern sünge/ wenn man das Licht angezündet hatte/ darum man auch solche Gesanglichter genennet.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: In der Teutschen Historie/ die nach der Lateinischen herauß gegeben/ und insonderheit dessen erstem Buch welches er [Johannes Aventinus, J.T] selbst sehr vermehret/ meldet er/ daß er zu Regensburg in S. Haymerans Kloster/ gute alte Lateinische Verse gefunden/ darinnen etlicher alter Könige und Helden Thaten beschrieben worden/ die aus Befehl Kayser [aq]Carol[/aq] des Grossen von den alten Teutschen Tichtern ins Latein gebracht. Aus denselben führet er einige merckwürdige dinge [S] an/ und ist vermuthlich/ daß solche aus den alten Teutschen Liedern zusammen getragen worden. In derselben teutschen Historie meldet er auch/ daß wie der König [aq]Tuisco[/aq] zu anreitzung der Nachkommen die Gutthaten der Frommen mit Liedern zu ehren befohlen/ hätte König [aq]Laber[/aq] geboten/ daß man auch von denen die Ubels thäten/ damit sie sich schämeten und besserten/ Lieder machete/ dieselbige bey Nachte offentlich auff den Gassen für den Häusern sünge/ wenn man das Licht angezündet hatte/ darum man auch solche Gesanglichter genennet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: In der Teutschen Historie/ die nach der Lateinischen herauß gegeben/ und insonderheit dessen erstem Buch welches er [Johannes Aventinus, J.T] selbst sehr vermehret/ meldet er/ daß er zu Regensburg in S. Haymerans Kloster/ gute alte Lateinische Verse gefunden/ darinnen etlicher alter Könige und Helden Thaten beschrieben worden/ die aus Befehl Kayser [aq]Carol[/aq] des Grossen von den alten Teutschen Tichtern ins Latein gebracht. Aus denselben führet er einige merckwürdige dinge [S] an/ und ist vermuthlich/ daß solche aus den alten Teutschen Liedern zusammen getragen worden. In derselben teutschen Historie meldet er auch/ daß wie der König [aq]Tuisco[/aq] zu anreitzung der Nachkommen die Gutthaten der Frommen mit Liedern zu ehren befohlen/ hätte König [aq]Laber[/aq] geboten/ daß man auch von denen die Ubels thäten/ damit sie sich schämeten und besserten/ Lieder machete/ dieselbige bey Nachte offentlich auff den Gassen für den Häusern sünge/ wenn man das Licht angezündet hatte/ darum man auch solche Gesanglichter genennet. / Fundstelle
 
Seite: (285) [295]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]P. 67. a[/aq]. imgleichen [aq]P. 69. a[/aq]. gedencket er einiger alten [S] Reime die von dem alten Teutschen Warsager Meister Alber lang vor Christi gebuhrt gemacht/ von welchen noch thörichte Leute albern genant werden. [aq]P. 93. a[/aq]. findet sich dieses: zu Regensburg in des Thumstiffts Buchkammer/ ist gar ein alt Buch auff Pergamen in Lateinischer Sprache woll beschrieben/ von dem alten löblichen herkommen der Bayern/ / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]P. 67. a[/aq]. imgleichen [aq]P. 69. a[/aq]. gedencket er einiger alten [S] Reime die von dem alten Teutschen Warsager Meister Alber lang vor Christi gebuhrt gemacht/ von welchen noch thörichte Leute albern genant werden. [aq]P. 93. a[/aq]. findet sich dieses: zu Regensburg in des Thumstiffts Buchkammer/ ist gar ein alt Buch auff Pergamen in Lateinischer Sprache woll beschrieben/ von dem alten löblichen herkommen der Bayern/ / Fundstelle
 
Seite: (286-287) [296-297]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Christian Hoffmann von Hoffmanns-Waldau/ da er in der Vorrede seiner Gedichte von diesen alten Gesängen redet/ schreibet er hievon mercklich also: solche Gesänge sein nachmahls je mehr und mehr im Lauff kommen/ und haben viele bey der damahls zimlich harten und rauhen Sprache nicht üble Gedancken geführet/ wie noch in vielen Klöster. [aq]Bibliotheken[/aq]/ als zu [aq]S[/aq]. Gall/ zu Eichstatt/ zu [aq]S. Emeran[/aq] in Regensburg/ und vielen anderen Orten mehr dergleichen auff Pergament zu finden ist. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Christian Hoffmann von Hoffmanns-Waldau/ da er in der Vorrede seiner Gedichte von diesen alten Gesängen redet/ schreibet er hievon mercklich also: solche Gesänge sein nachmahls je mehr und mehr im Lauff kommen/ und haben viele bey der damahls zimlich harten und rauhen Sprache nicht üble Gedancken geführet/ wie noch in vielen Klöster. [aq]Bibliotheken[/aq]/ als zu [aq]S[/aq]. Gall/ zu Eichstatt/ zu [aq]S. Emeran[/aq] in Regensburg/ und vielen anderen Orten mehr dergleichen auff Pergament zu finden ist. / Fundstelle
 
Seite: (289) [299]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Von diesen vermeinet [aq]Bernegger quaest. 6. in Taciti Germaniam[/aq] sein die so genante Meistergesänge und Meistersänger hergekommen/ welche Geistliche und Weltliche Historien in Reimen gebracht/ und dieselbe in Zusammenkünfften offentlich gesungen/ den [aq]Trithenium[/aq] vor sich anführend/ der in [S] seiner [aq]Historia Francorum[/aq] solcher Meinung zu sein scheinet. [aq]Mos erat[/aq] (saget er) [aq]majoribus nostris Francis & Germanis, ut Heroum facta, vel dicta memoratu digna per Sacerdotes templorum patriis commendarentur carminibus, in quibus discendis memorandis & decantandis juvenum excitarentur ingenia quae consuetudo multis duravit annis, nec hodie defecit[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Von diesen vermeinet [aq]Bernegger quaest. 6. in Taciti Germaniam[/aq] sein die so genante Meistergesänge und Meistersänger hergekommen/ welche Geistliche und Weltliche Historien in Reimen gebracht/ und dieselbe in Zusammenkünfften offentlich gesungen/ den [aq]Trithenium[/aq] vor sich anführend/ der in [S] seiner [aq]Historia Francorum[/aq] solcher Meinung zu sein scheinet. [aq]Mos erat[/aq] (saget er) [aq]majoribus nostris Francis & Germanis, ut Heroum facta, vel dicta memoratu digna per Sacerdotes templorum patriis commendarentur carminibus, in quibus discendis memorandis & decantandis juvenum excitarentur ingenia quae consuetudo multis duravit annis, nec hodie defecit[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (302-303) [312-313]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
[aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey. / Fundstelle
 
Seite: (310-315) [320-325]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen. / Fundstelle
 
Seite: (316-320) [326-330]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen. / Fundstelle
 
Seite: (321-322) [331-332]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es wundert mich aber daß in dem Turnier-Buch dieser Meistersänger so gar mit keinem eitzigen Worte gedacht wird. Harstörffer der uns die beste Nachricht geben kan/ weil er an solchem Ohrte gelebet/ da sie ihre meiste [aq]Exercitia[/aq] gehabt/ beschreibt im [aq]IV[/aq]. Theile der Gespräch Spiele im [aq]151[/aq]. Sp. §. [aq]8[/aq]. der Meistersänger ihr Wesen etwas außführlicher als [S] sonst iemand anders/ aus welchem wir die Worte anher setzen wollen: [...] Ob nun ihre Gedichte schlecht sind/ und das Gesang der Choral oder der Ebreer Musick nicht ungleich zu hören/ so haben sie doch feine Regul/ und ihre Wissenschafft in solcher Verfassung/ daß sie ungezweiffelt sagen können/ was gut oder böß ist. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es wundert mich aber daß in dem Turnier-Buch dieser Meistersänger so gar mit keinem eitzigen Worte gedacht wird. Harstörffer der uns die beste Nachricht geben kan/ weil er an solchem Ohrte gelebet/ da sie ihre meiste [aq]Exercitia[/aq] gehabt/ beschreibt im [aq]IV[/aq]. Theile der Gespräch Spiele im [aq]151[/aq]. Sp. §. [aq]8[/aq]. der Meistersänger ihr Wesen etwas außführlicher als [S] sonst iemand anders/ aus welchem wir die Worte anher setzen wollen: [...] Ob nun ihre Gedichte schlecht sind/ und das Gesang der Choral oder der Ebreer Musick nicht ungleich zu hören/ so haben sie doch feine Regul/ und ihre Wissenschafft in solcher Verfassung/ daß sie ungezweiffelt sagen können/ was gut oder böß ist. / Fundstelle
 
Seite: (338-339) [348-349]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [Harsdörffer, IV. Teil der [aq]Gesprächsspiele[/aq], J.T.:] Ist also darauß zu schliessen daß die Urheber dieser Kunst das Reimwesen woll verstanden/ und die Teutsche Sprache bereit vor sechshundert und mehr Jahren darin geübet worden: nemlich zu Kayser Otto des [S] Grossen und des Pabsts [aq]Leonis[/aq] des [aq]VII[/aq]. Zeiten/ welche die vier gekrönte Töne/ wie es die Meister noch anheut zu Tagesingen/ selbst angehört/ und mit gewissen Freyheiten begabt haben/ weil es zu selbiger Zeit etzliche für eine Ketzerey außgeschrieen hatten. Ist also vermuthlich/ daß die Uhralten Heidnischen Helden Gesänge mit Einführung des Christenthums von Keyser Carl den Grossen ab/ und hingegen diese in den Kirchen eingeführt / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [Harsdörffer, IV. Teil der [aq]Gesprächsspiele[/aq], J.T.:] Ist also darauß zu schliessen daß die Urheber dieser Kunst das Reimwesen woll verstanden/ und die Teutsche Sprache bereit vor sechshundert und mehr Jahren darin geübet worden: nemlich zu Kayser Otto des [S] Grossen und des Pabsts [aq]Leonis[/aq] des [aq]VII[/aq]. Zeiten/ welche die vier gekrönte Töne/ wie es die Meister noch anheut zu Tagesingen/ selbst angehört/ und mit gewissen Freyheiten begabt haben/ weil es zu selbiger Zeit etzliche für eine Ketzerey außgeschrieen hatten. Ist also vermuthlich/ daß die Uhralten Heidnischen Helden Gesänge mit Einführung des Christenthums von Keyser Carl den Grossen ab/ und hingegen diese in den Kirchen eingeführt / Fundstelle
 
Seite: (340-341) [350-351]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu derselben Zeit des Hugo von Trimbergs lebte Freydanck/ der von jenem offt angeführet wird/ hat ein Buch in teutschen Reimen geschrieben/ so er die Laien Bibel nennet/ darinnen er die fürnehmste Historien altes und neues Testaments in teutsche Verse verfaßt/ und allerhand feine Lehren mit untermischt. Er hat auch einen Außzug der siebenden Zahl aus der Bibel und den Chronicken hervorgegeben/ dessen doch Leonhard Wurffbain in seinem Buch [aq]de Septenario[/aq] keine Erwehnung gethan. Sie sein zu Franckfurth [aq]Anno 1569[/aq]. gedruckt. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu derselben Zeit des Hugo von Trimbergs lebte Freydanck/ der von jenem offt angeführet wird/ hat ein Buch in teutschen Reimen geschrieben/ so er die Laien Bibel nennet/ darinnen er die fürnehmste Historien altes und neues Testaments in teutsche Verse verfaßt/ und allerhand feine Lehren mit untermischt. Er hat auch einen Außzug der siebenden Zahl aus der Bibel und den Chronicken hervorgegeben/ dessen doch Leonhard Wurffbain in seinem Buch [aq]de Septenario[/aq] keine Erwehnung gethan. Sie sein zu Franckfurth [aq]Anno 1569[/aq]. gedruckt. / Fundstelle
 
Seite: (362) [372]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich muß hie auch eines nicht gar viel bekanten Hugo von Trimberg gedencken/ welcher vor etwa [aq]380[/aq]. Jahren gelebet/ und ein weitläufftig Buch in Reimen geschrieben/ so er den Renner nennet: worin die Mißbräuche die damahls in allen Ständen gewesen vorgestellet/ viel Mängel der Geistlichen endeckt/ und alle zur Tugend und Wollstand angewiesen werden. Solch Buch ist von [aq]Cyriaaco Jacob[/aq] zum Bock/ Buchdrucker [aq]Anno 1549[/aq]. unter den Titul der Renner heraußgegeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich muß hie auch eines nicht gar viel bekanten Hugo von Trimberg gedencken/ welcher vor etwa [aq]380[/aq]. Jahren gelebet/ und ein weitläufftig Buch in Reimen geschrieben/ so er den Renner nennet: worin die Mißbräuche die damahls in allen Ständen gewesen vorgestellet/ viel Mängel der Geistlichen endeckt/ und alle zur Tugend und Wollstand angewiesen werden. Solch Buch ist von [aq]Cyriaaco Jacob[/aq] zum Bock/ Buchdrucker [aq]Anno 1549[/aq]. unter den Titul der Renner heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (351) [361]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Herr Scheffer/ der die Alterthüme der Schweden sorgfältig gnug durchgesuchet/ und alles was ihm müglich gewesen herbeygebracht/ hat in seiner [aq]Suecia literata[/aq], da er de [aq]Scriptoribus Svecis[/aq] handelt/ und insonderheit so merck-[S]würdige dinge hätte beybringen sollen/ nur von [aq]Anno[/aq] Christi [aq]MCL[/aq]. den Anfang gemacht. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Herr Scheffer/ der die Alterthüme der Schweden sorgfältig gnug durchgesuchet/ und alles was ihm müglich gewesen herbeygebracht/ hat in seiner [aq]Suecia literata[/aq], da er de [aq]Scriptoribus Svecis[/aq] handelt/ und insonderheit so merck-[S]würdige dinge hätte beybringen sollen/ nur von [aq]Anno[/aq] Christi [aq]MCL[/aq]. den Anfang gemacht. / Fundstelle
 
Seite: (398-399) [408-409]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Dann die geistliche Lieder und Psalmen/ die bey ihnen in Verse gesetzt/ und das Finni-[S]sche [aq]Chronicon[/aq] in Finnischen Reimen/ so zu [aq]Abo 1658[/aq]. heraußgegangen/ sein wie ich vermeine/ uach art der Schwedischen eingerichtet. [aq]Petrus[/aq] Bäng [aq]Professor Theologiae[/aq] auff der Finländischen [aq]Academia[/aq] zu [aq]Abo[/aq] hat in seiner [aq]Historiâ Ecclesiasticâ Sueo-Gothorum lib. 6. cap. 6[/aq]. auß des [aq]Agricolae[/aq], eines Wiburgischen Bischoffs Poetischen Vorrede über die Psalmen Davids/ einige Finnische Verse angeführet/ worinnen die Nahmen der alten Finnischen Götter erzehlet werden/ diese sein aber nach art der Teutschen gemacht. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Dann die geistliche Lieder und Psalmen/ die bey ihnen in Verse gesetzt/ und das Finni-[S]sche [aq]Chronicon[/aq] in Finnischen Reimen/ so zu [aq]Abo 1658[/aq]. heraußgegangen/ sein wie ich vermeine/ uach art der Schwedischen eingerichtet. [aq]Petrus[/aq] Bäng [aq]Professor Theologiae[/aq] auff der Finländischen [aq]Academia[/aq] zu [aq]Abo[/aq] hat in seiner [aq]Historiâ Ecclesiasticâ Sueo-Gothorum lib. 6. cap. 6[/aq]. auß des [aq]Agricolae[/aq], eines Wiburgischen Bischoffs Poetischen Vorrede über die Psalmen Davids/ einige Finnische Verse angeführet/ worinnen die Nahmen der alten Finnischen Götter erzehlet werden/ diese sein aber nach art der Teutschen gemacht. / Fundstelle
 
Seite: (410-411) [420-421]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (498-499) [508-509]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Welcher Meinung zum theil [S] auch der gelehrte [aq]Huet[/aq] beypflichtet; dann ob er zwar in seiner [aq]Dissertation de l'origine des Romaines p. 13[/aq]. davor hält/ daß diese Reimkunst erstlich von den Arabern in [aq]Europam[/aq] gebracht nach des [aq]Taric[/aq] und des [aq]Muza[/aq] ankunfft in Spanien/ welches war [aq]Anno Chr. 713[/aq]. so setzt er doch hinzu/ daß er gar leicht beweisen wolle/ wie auch den alten Römern die reimende Verse nicht unbekant gewesen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Welcher Meinung zum theil [S] auch der gelehrte [aq]Huet[/aq] beypflichtet; dann ob er zwar in seiner [aq]Dissertation de l'origine des Romaines p. 13[/aq]. davor hält/ daß diese Reimkunst erstlich von den Arabern in [aq]Europam[/aq] gebracht nach des [aq]Taric[/aq] und des [aq]Muza[/aq] ankunfft in Spanien/ welches war [aq]Anno Chr. 713[/aq]. so setzt er doch hinzu/ daß er gar leicht beweisen wolle/ wie auch den alten Römern die reimende Verse nicht unbekant gewesen. / Fundstelle
 
Seite: (589-590) [599-600]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die so genandte [aq]Versus Leonini[/aq] haben sonst in der Lateinischen Sprache zeitig den Anfang genommen/ und erweiset [aq]Naudaeus Addition. à l'Histoire de Louys XI. p. 146[/aq], daß schon [aq]Anno Chr. 480[/aq], man dergleichen art Verse gehabt. [S] Nachgehends sind dieselben so in den Gebrauch gekommen/ daß man keine andere als diese beliebet/ insonderheit in dem zwölfften [aq]seculo[/aq]. Worunter des [aq]Bernhardi Morlanensis[/Aq], die er [aq]de contemptu mundi[/aq] geschrieben/ die allerartigsten sein. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die so genandte [aq]Versus Leonini[/aq] haben sonst in der Lateinischen Sprache zeitig den Anfang genommen/ und erweiset [aq]Naudaeus Addition. à l'Histoire de Louys XI. p. 146[/aq], daß schon [aq]Anno Chr. 480[/aq], man dergleichen art Verse gehabt. [S] Nachgehends sind dieselben so in den Gebrauch gekommen/ daß man keine andere als diese beliebet/ insonderheit in dem zwölfften [aq]seculo[/aq]. Worunter des [aq]Bernhardi Morlanensis[/Aq], die er [aq]de contemptu mundi[/aq] geschrieben/ die allerartigsten sein. / Fundstelle
 
Seite: (589-600) [609-610]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Unter allen diesen Arten [S] sein des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lateinische [aq]Carmina[/aq], darin so vielerley art Kreutze gebildet werden verwunderns würdig: dann es muß dieser Mann eine unglaubliche Mühe gehabt haben/ deren so gar verschiedene Formen/ in so vielerley art Verse zu verfassen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Unter allen diesen Arten [S] sein des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lateinische [aq]Carmina[/aq], darin so vielerley art Kreutze gebildet werden verwunderns würdig: dann es muß dieser Mann eine unglaubliche Mühe gehabt haben/ deren so gar verschiedene Formen/ in so vielerley art Verse zu verfassen. / Fundstelle
 
Seite: (641-642) [651-652]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es will zwar der [aq]Cardinal Perron[/aq] behaupten/ daß die Frantzösische Sprache sich besser zu einen [aq]Epico Carmine[/aq] schicke/ als die Italiänische/ aus Uhrsachen/ daß bey den Italiänern lauter Weibliche Reime sein. [...] Er tadelt auch an seinen Landsleuten/ daß sie nicht die Gedult haben ein weitläuffti-[S]ges Werck außzuarbeiten/ das eines Menschen Leben erfodere. Er selbst/ spricht er/ hätte in seiner Jugend ihm vorgenommen ein [aq]Poema epicum[/aq] von der Kinder Israel Außzug aus Aegypten unter dem [aq]titul la Mosaide[/aq] zu schreiben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es will zwar der [aq]Cardinal Perron[/aq] behaupten/ daß die Frantzösische Sprache sich besser zu einen [aq]Epico Carmine[/aq] schicke/ als die Italiänische/ aus Uhrsachen/ daß bey den Italiänern lauter Weibliche Reime sein. [...] Er tadelt auch an seinen Landsleuten/ daß sie nicht die Gedult haben ein weitläuffti-[S]ges Werck außzuarbeiten/ das eines Menschen Leben erfodere. Er selbst/ spricht er/ hätte in seiner Jugend ihm vorgenommen ein [aq]Poema epicum[/aq] von der Kinder Israel Außzug aus Aegypten unter dem [aq]titul la Mosaide[/aq] zu schreiben. / Fundstelle
 
Seite: (686-687) [696-697]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß bey den alten Nordländern/ dergleichen Getichte [Romane, J.T.] gewesen/ geben die Fabeln an den Tag/ die man in der [aq]Edda[/aq] noch vorfindet. Ja wann man des Herrn [aq]Rudbecks[/aq] Meinungen annehmen solte/ dürffte woll die gantze [aq]Mythologia[/aq] der Griechen davon entstanden sein/ daß also dieselben nicht von [aq]Caroli M[/aq]. Zeiten nur herzu holen/ wie [aq]Huetus[/aq] meinet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß bey den alten Nordländern/ dergleichen Getichte [Romane, J.T.] gewesen/ geben die Fabeln an den Tag/ die man in der [aq]Edda[/aq] noch vorfindet. Ja wann man des Herrn [aq]Rudbecks[/aq] Meinungen annehmen solte/ dürffte woll die gantze [aq]Mythologia[/aq] der Griechen davon entstanden sein/ daß also dieselben nicht von [aq]Caroli M[/aq]. Zeiten nur herzu holen/ wie [aq]Huetus[/aq] meinet. / Fundstelle
 
Seite: (692) [702]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der [aq]Cardinal de Richelieu[/aq] hat es seinem Geistlichen Stande nicht unanständig gehalten/ daß er der Schauspiel halber gewisse Ordnunge gemacht/ und nachdem [S] er sie von den Unsauberkeiten gereiniget/ selbst Anlaß gegeben/ daß solche gespielet/ und vorgestellet worden. Wie er dann die vortreflichsten Geister seiner Zeit durch die gröste Belohnungen dazu auffgemuntert. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der [aq]Cardinal de Richelieu[/aq] hat es seinem Geistlichen Stande nicht unanständig gehalten/ daß er der Schauspiel halber gewisse Ordnunge gemacht/ und nachdem [S] er sie von den Unsauberkeiten gereiniget/ selbst Anlaß gegeben/ daß solche gespielet/ und vorgestellet worden. Wie er dann die vortreflichsten Geister seiner Zeit durch die gröste Belohnungen dazu auffgemuntert. / Fundstelle
 
Seite: (732-733) [742-743]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet. / Fundstelle
 
Seite: (342-347) [352-357]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der so genante unverdrossene Carl Gustav von Hille hat in seinem Teutschen Palmbaum/ darin er von der Fruchtbringenden Gesellschafft Anfang und Auffnehmen geschrieben/ ein Teutsches Lied angeführet/ welches in dem Meckelburgischen Kloster Dobran von etlichen Kayserlichen Soldaten in einem gemauerten Schrancke gefunden worden/ von [aq]28[/aq]. dem Reimgebände nach woll gesetzten Steophen bestehend/ zu Lobe des Wendischen Königs [aq]Anthyrii[/aq] gemacht / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der so genante unverdrossene Carl Gustav von Hille hat in seinem Teutschen Palmbaum/ darin er von der Fruchtbringenden Gesellschafft Anfang und Auffnehmen geschrieben/ ein Teutsches Lied angeführet/ welches in dem Meckelburgischen Kloster Dobran von etlichen Kayserlichen Soldaten in einem gemauerten Schrancke gefunden worden/ von [aq]28[/aq]. dem Reimgebände nach woll gesetzten Steophen bestehend/ zu Lobe des Wendischen Königs [aq]Anthyrii[/aq] gemacht / Fundstelle
 
Seite: (349) [359]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: mit welcher Reimsucht damahls alle behafftet waren/ daß man auch in den Lateinischen dieselben gebrauchte/ ja wol gar Lateinische unter die Teutsche mischte/ dessen wir unterschiedliche [aq]Exempla[/aq] in alten Grabschrifften haben/ dergleichen eins in dem Dobberanischen Kloster in Mecklenburg auff einen Peter Wisen zu lesen, dessen anfang also lautet: ¶ Hier Peter Wiese [aq]tumba requiescit in istâ[/aq], / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: mit welcher Reimsucht damahls alle behafftet waren/ daß man auch in den Lateinischen dieselben gebrauchte/ ja wol gar Lateinische unter die Teutsche mischte/ dessen wir unterschiedliche [aq]Exempla[/aq] in alten Grabschrifften haben/ dergleichen eins in dem Dobberanischen Kloster in Mecklenburg auff einen Peter Wisen zu lesen, dessen anfang also lautet: ¶ Hier Peter Wiese [aq]tumba requiescit in istâ[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (359) [369]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es wird auch noch heute unter den Kirchengesängen/ das Lied [aq]In dulci jubilo[/aq] gebraucht/ so auff diese art von dem [aq]Petro Dresdensi[/aq] etwa [aq]Anno 1410[/aq]. oder noch wol ehe gemacht. Es meinen etzliche/ daß er vor gehabt die Teutsche Gesänge in der Kirchen auffzubringen/ und were es vom Pabste also vermittelt/ daß ihm diese Vermischung mit dem Lateinischen vergönnet/ oder er hätte es deßhalben gethan/ daß allgemach der Weg zu den Teutschen Liedern gebahnet würde / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es wird auch noch heute unter den Kirchengesängen/ das Lied [aq]In dulci jubilo[/aq] gebraucht/ so auff diese art von dem [aq]Petro Dresdensi[/aq] etwa [aq]Anno 1410[/aq]. oder noch wol ehe gemacht. Es meinen etzliche/ daß er vor gehabt die Teutsche Gesänge in der Kirchen auffzubringen/ und were es vom Pabste also vermittelt/ daß ihm diese Vermischung mit dem Lateinischen vergönnet/ oder er hätte es deßhalben gethan/ daß allgemach der Weg zu den Teutschen Liedern gebahnet würde / Fundstelle
 
Seite: (360) [370]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Dann es ist der Warheit gemäß/ was der berühmte Herr [aq]Micraelius[/aq], mein vormahliger Lehrmeister/ in seiner Pommerschen Chronica/ in der Vorrede des dritten Buchs schreibet: [...] Wir andern Sachsenleute haben nun auch an unsere Muttersprache einen solchen Eckel gehabt/ das unsre Kinder nicht ein Vater unser/ wo nicht in Hochteutscher Sprache/ beten/ und wir keine Pom-[S]mersche Predigt fast mehr in gantz Pommern hören mögen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Dann es ist der Warheit gemäß/ was der berühmte Herr [aq]Micraelius[/aq], mein vormahliger Lehrmeister/ in seiner Pommerschen Chronica/ in der Vorrede des dritten Buchs schreibet: [...] Wir andern Sachsenleute haben nun auch an unsere Muttersprache einen solchen Eckel gehabt/ das unsre Kinder nicht ein Vater unser/ wo nicht in Hochteutscher Sprache/ beten/ und wir keine Pom-[S]mersche Predigt fast mehr in gantz Pommern hören mögen. / Fundstelle
 
Seite: (482-483) [492-493]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Des Wortes Beicht Uhr-[S]sprung wird schwerlich einer geben/ welcher nicht weiß/ daß es in dem alten Teutschen Psalter [aq]begiht[/aq], oder [aq]begicht[/aq] geschrieben wird/ und also zusammen gesetzet ist aus der [aq]praepositione inseparabili be[/aq] und dem Wort [aq]giht[/aq] oder [aq]gicht[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Des Wortes Beicht Uhr-[S]sprung wird schwerlich einer geben/ welcher nicht weiß/ daß es in dem alten Teutschen Psalter [aq]begiht[/aq], oder [aq]begicht[/aq] geschrieben wird/ und also zusammen gesetzet ist aus der [aq]praepositione inseparabili be[/aq] und dem Wort [aq]giht[/aq] oder [aq]gicht[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (492-493) [502-503]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es hat [aq]Barthius Advers. lib. 34. cap. 17[/aq]. solchen [aq]Rhythmum latino Germanicum[/aq] von [aq]Anno 1259[/aq]. der in einem Kloster bey Straßburg gefunden/ hervorgesuchet/ der also anfänget: ¶ [aq]Gens sine capite[/aq] mag keinen Rath geschaffen / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es hat [aq]Barthius Advers. lib. 34. cap. 17[/aq]. solchen [aq]Rhythmum latino Germanicum[/aq] von [aq]Anno 1259[/aq]. der in einem Kloster bey Straßburg gefunden/ hervorgesuchet/ der also anfänget: ¶ [aq]Gens sine capite[/aq] mag keinen Rath geschaffen / Fundstelle
 
Seite: (582) [592]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: thels weil ich in einem Lateinischen Buche solches vollständiger/ ob GOtt will vortragen werde. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: thels weil ich in einem Lateinischen Buche solches vollständiger/ ob GOtt will vortragen werde. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [10]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Welches alles mit grossen Fleiß untersuchet hat/ mein sehr grosser Gönner und Freund/ Herr Cas-[S]par Voigt/ hochverdienter Bürgermeister der Stad Wißmar/ von welchem die gelehrte Welt dermahleins/ so ihm Gott/ wie ich von Hertzen wünsche/ das Leben fristet/ eine außführliche Arbeit hierüber zu sehen haben wird. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Welches alles mit grossen Fleiß untersuchet hat/ mein sehr grosser Gönner und Freund/ Herr Cas-[S]par Voigt/ hochverdienter Bürgermeister der Stad Wißmar/ von welchem die gelehrte Welt dermahleins/ so ihm Gott/ wie ich von Hertzen wünsche/ das Leben fristet/ eine außführliche Arbeit hierüber zu sehen haben wird. / Fundstelle
 
Seite: (29-30) [39-40]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Hierzu kan auch zum Zeugnis dienen/ was [aq]Gassendus[/aq] von dem unvergleichlichem Manne dem [aq]Peirescio[/aq] in der Beschreibung seines Lebens [aq]p. 195[/aq]. auffgezeichnet: [aq]Ad Anastasium Nannetensem Capuccinium plurima perscripsit de lingua Aremorica, in quâ consensit plurimas antiquarum vocum latinarum esse radices[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Hierzu kan auch zum Zeugnis dienen/ was [aq]Gassendus[/aq] von dem unvergleichlichem Manne dem [aq]Peirescio[/aq] in der Beschreibung seines Lebens [aq]p. 195[/aq]. auffgezeichnet: [aq]Ad Anastasium Nannetensem Capuccinium plurima perscripsit de lingua Aremorica, in quâ consensit plurimas antiquarum vocum latinarum esse radices[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (30) [40]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Lutherus[/aq] hat zwar ein Büchlein von den [aq]Nominibus propriis[/aq] der alten Teutschen/ und Gottfried Wegener Anmerckungen darüber geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Lutherus[/aq] hat zwar ein Büchlein von den [aq]Nominibus propriis[/aq] der alten Teutschen/ und Gottfried Wegener Anmerckungen darüber geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (34) [44]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben.
Eigenschaft / Autoritäten: Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (43-44) [53-54]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Das Wort [aq]Bara[/aq] [S] bey den [aq]AEgyp[/aq]tern, ist/ was bey uns eine Bahr/ Siehe [aq]Kircherum in Obelisc. Pamphil. lib. 5. p. 472[/aq]. dessen [aq]Prodromus Copt[/aq]: viel solche gleichlautende Wörter hat. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Das Wort [aq]Bara[/aq] [S] bey den [aq]AEgyp[/aq]tern, ist/ was bey uns eine Bahr/ Siehe [aq]Kircherum in Obelisc. Pamphil. lib. 5. p. 472[/aq]. dessen [aq]Prodromus Copt[/aq]: viel solche gleichlautende Wörter hat. / Fundstelle
 
Seite: (44-45) [54-55]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Daher meinet [aq]Kircherus in Oedip. AEgypt: Synt. 3. c. 6[/aq]. komme des [aq]Jovis Ammonis[/aq] Beynahme. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Daher meinet [aq]Kircherus in Oedip. AEgypt: Synt. 3. c. 6[/aq]. komme des [aq]Jovis Ammonis[/aq] Beynahme. / Fundstelle
 
Seite: (45) [55]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Kircherus[/aq] in seinem Buch [aq]de Turri Babel. lib. 3. sect. 3. c. 4[/aq]. macht die Holländische/ Englische und Westpfälische zu Töchter der Teutschen / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Kircherus[/aq] in seinem Buch [aq]de Turri Babel. lib. 3. sect. 3. c. 4[/aq]. macht die Holländische/ Englische und Westpfälische zu Töchter der Teutschen / Fundstelle
 
Seite: (30) [60]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es zeigt zum Theil das [aq]Instrumentum plenariae securitatis[/aq] welches zu [aq]Justiniani[/aq] Zeiten geschrieben/ und [aq]Anno 1641[/aq]. von [aq]Gabriele Naudeo[/aq] auß der [aq]Bibliothec[/aq] des [aq]Cardinalis â Balneo[/aq] (der die Abschrifft aus der Königlichen [aq]Bibliothec[/aq] in Franckreich bekommen) herauß gegeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es zeigt zum Theil das [aq]Instrumentum plenariae securitatis[/aq] welches zu [aq]Justiniani[/aq] Zeiten geschrieben/ und [aq]Anno 1641[/aq]. von [aq]Gabriele Naudeo[/aq] auß der [aq]Bibliothec[/aq] des [aq]Cardinalis â Balneo[/aq] (der die Abschrifft aus der Königlichen [aq]Bibliothec[/aq] in Franckreich bekommen) herauß gegeben. / Fundstelle
 
Seite: (72) [82]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: In dem alten Gothischen ist [aq]Mats[/aq], davon [aq]Matza vesci[/aq], und das [aq]Compositum Matibalg, Pera[/aq], ein Speisesack/ das bey den Dänen Madpose/ welches vorkomt in den Gothischen Evangelien [aq]Marc. 6, 8. Luc. 9, 3[/aq]. wie auch [aq]Nathamat[/aq], Abendmahlzeit/ [aq]Undauknimat[/aq], Mittagsmahl / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: In dem alten Gothischen ist [aq]Mats[/aq], davon [aq]Matza vesci[/aq], und das [aq]Compositum Matibalg, Pera[/aq], ein Speisesack/ das bey den Dänen Madpose/ welches vorkomt in den Gothischen Evangelien [aq]Marc. 6, 8. Luc. 9, 3[/aq]. wie auch [aq]Nathamat[/aq], Abendmahlzeit/ [aq]Undauknimat[/aq], Mittagsmahl / Fundstelle
 
Seite: (95) [105]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Bey den [aq]Otfrido lib. 2. Evangel. cap. 11[/aq]. wird die Mörder-Grube genant [aq]scahero luage[/aq], und [aq]lib. 4. c. 27. 31[/aq]. die mit Christo gecreutzigte Mörder [aq]Scahero, Lutherus[/aq] nennet sie gleichfals Schächer. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Bey den [aq]Otfrido lib. 2. Evangel. cap. 11[/aq]. wird die Mörder-Grube genant [aq]scahero luage[/aq], und [aq]lib. 4. c. 27. 31[/aq]. die mit Christo gecreutzigte Mörder [aq]Scahero, Lutherus[/aq] nennet sie gleichfals Schächer. / Fundstelle
 
Seite: (102) [112]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]UNda[/aq] bey den Lateinern/ auch bey den Teutschen ist Unde gebräuchlich. Welches im Lobwasser. [aq]Ps. 51[/aq]. noch gefunden wird/ Lösch die auß mit deiner Gnaden Unden. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]UNda[/aq] bey den Lateinern/ auch bey den Teutschen ist Unde gebräuchlich. Welches im Lobwasser. [aq]Ps. 51[/aq]. noch gefunden wird/ Lösch die auß mit deiner Gnaden Unden. / Fundstelle
 
Seite: (116) [126]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: In den Gothischen [aq]Evangeliis[/aq] hat man das Wort [aq]VVair Luc. 8, 27. VVairos twai, Viri duo[/aq]. Zween Männer. [aq]Luc. 9, 30[/aq]. [...] So findet man in der Angelsächsischen übersetzung des ersten Psalms: [aq]Eath Ver Beatus Vir[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: In den Gothischen [aq]Evangeliis[/aq] hat man das Wort [aq]VVair Luc. 8, 27. VVairos twai, Viri duo[/aq]. Zween Männer. [aq]Luc. 9, 30[/aq]. [...] So findet man in der Angelsächsischen übersetzung des ersten Psalms: [aq]Eath Ver Beatus Vir[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (113) [141]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Willeramus in Paraphrasi Cantici Canticorum min Wino dilectus meus[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Willeramus in Paraphrasi Cantici Canticorum min Wino dilectus meus[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (134) [144]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Hucbaldus Monachus Elromensis in vitâ S. Lebvini Pres[/aq]-[S][aq]byteri cap.1. Lebvinum carum sibi amicum juxta idioma nominis sui optime congruentis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Hucbaldus Monachus Elromensis in vitâ S. Lebvini Pres[/aq]-[S][aq]byteri cap.1. Lebvinum carum sibi amicum juxta idioma nominis sui optime congruentis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (134-135) [144-145]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: es konte ein grosses Buch davon zusammen getragen werden/ und werde ich ob GOtt will hievon absonderlich und außführlich handeln. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: es konte ein grosses Buch davon zusammen getragen werden/ und werde ich ob GOtt will hievon absonderlich und außführlich handeln. / Fundstelle
 
Seite: (149) [159]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der gelahrte Bischoff [aq]Godeau[/aq], welcher selbst die Psalmen Davids in die sauberste und zierlichste Frantzösische Verse gebracht/ hat zu seinem Lobe [Malherbe, J.T.] eine eigene Schrifft auffgesetzet/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Der gelahrte Bischoff [aq]Godeau[/aq], welcher selbst die Psalmen Davids in die sauberste und zierlichste Frantzösische Verse gebracht/ hat zu seinem Lobe [Malherbe, J.T.] eine eigene Schrifft auffgesetzet/ / Fundstelle
 
Seite: (169) [179]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es wurden auff des [aq]Cardinal Richelieu[/aq] angeben einige Zusammenkünffte gehalten/ darin von allen dieses Werck [Cid, J.T.] gar genau geurtheilet ward / welche Urtheile hervor gegeben/ und ist das jenige was sie getadelt/ wieder von [aq]Corneille[/aq] verthediget worden. Der Herr [aq]de Scudery[/aq] hiedurch auffgemuntert hat eine [aq]Tragoedie[/aq] erfunden/ dessen [aq]titul l'Amour Tyrannique[/aq], welches dem [aq]Cardinal[/aq] gleichfals ein grosses Vergnügen gegeben. Es hat der [aq]Corneille[/aq] einen Bruder gehabt/ der ihm hierin nichts nachgegeben: Er aber hat endlich diese weltliche Sachen fahren lassen und sich auff den [aq]Kempis de Imitatione Christi[/aq] in Frantzösische Verse zu übersetzen begeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es wurden auff des [aq]Cardinal Richelieu[/aq] angeben einige Zusammenkünffte gehalten/ darin von allen dieses Werck [Cid, J.T.] gar genau geurtheilet ward / welche Urtheile hervor gegeben/ und ist das jenige was sie getadelt/ wieder von [aq]Corneille[/aq] verthediget worden. Der Herr [aq]de Scudery[/aq] hiedurch auffgemuntert hat eine [aq]Tragoedie[/aq] erfunden/ dessen [aq]titul l'Amour Tyrannique[/aq], welches dem [aq]Cardinal[/aq] gleichfals ein grosses Vergnügen gegeben. Es hat der [aq]Corneille[/aq] einen Bruder gehabt/ der ihm hierin nichts nachgegeben: Er aber hat endlich diese weltliche Sachen fahren lassen und sich auff den [aq]Kempis de Imitatione Christi[/aq] in Frantzösische Verse zu übersetzen begeben. / Fundstelle
 
Seite: (173) [183]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Sorell[/aq] gedencket noch des [aq]Pere le Moine le Saint Louys, le S. Paul de M. Godeau, le Moyse sauvé de M. de S. Aymant, le Clouis de M. Desmarests, le David de M. de Lesfargue[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Sorell[/aq] gedencket noch des [aq]Pere le Moine le Saint Louys, le S. Paul de M. Godeau, le Moyse sauvé de M. de S. Aymant, le Clouis de M. Desmarests, le David de M. de Lesfargue[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (176) [186]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es sein auch etliche auff diese Gedancken kommen/ daß sie die gemeine Italiänische Sprache in öffentlichen Schrifften erhoebn und der Lateinischen vorgezogen/ als [aq]Joannes Baptista Evan[/aq]-[S][aq]gelista Picenus[/aq] in einer absonderlichen [aq]Oration[/aq], und [aq]Alexander Tasson Pensieri diversi lib. 9. qu. 15[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es sein auch etliche auff diese Gedancken kommen/ daß sie die gemeine Italiänische Sprache in öffentlichen Schrifften erhoebn und der Lateinischen vorgezogen/ als [aq]Joannes Baptista Evan[/aq]-[S][aq]gelista Picenus[/aq] in einer absonderlichen [aq]Oration[/aq], und [aq]Alexander Tasson Pensieri diversi lib. 9. qu. 15[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (183-184) [193-194]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Castravilla[/aq] hatte zwey Bücher wieder den [aq]Dantem[/aq] geschrieben/ welche [aq]Jacobus Mazonius[/aq] widerleget/ erweisend daß des Dantes ([aq]divini hominis[/aq], wie er sagt) [aq]Comoedia[/aq] unbillig getadelt werde. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Castravilla[/aq] hatte zwey Bücher wieder den [aq]Dantem[/aq] geschrieben/ welche [aq]Jacobus Mazonius[/aq] widerleget/ erweisend daß des Dantes ([aq]divini hominis[/aq], wie er sagt) [aq]Comoedia[/aq] unbillig getadelt werde. / Fundstelle
 
Seite: (186) [196]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Selbiger [Claudius Verdierus, J.T.] hat auch [aq]Petrarcham[/aq] beschuldigen wollen/ als hätte er die erfindung seiner [aq]Triumphorum[/aq] auß einem alten [aq]Poëten[/aq] genommen/ dessen [aq]Lactantius lib. I. Instit. divin[/aq]. gedencket. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Selbiger [Claudius Verdierus, J.T.] hat auch [aq]Petrarcham[/aq] beschuldigen wollen/ als hätte er die erfindung seiner [aq]Triumphorum[/aq] auß einem alten [aq]Poëten[/aq] genommen/ dessen [aq]Lactantius lib. I. Instit. divin[/aq]. gedencket. / Fundstelle
 
Seite: (191) [201]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Es wird von dem [aq]Nicolao Antonio[/aq] auch [aq]Gar[/aq]-[S][aq]sias Laso de la Vega[/aq] des Königs [aq]Ferdinandi[/aq] Raht und [aq]Legatus[/aq] an den Pabst gelobet/ welcher auß den Lateinischen und Italiänischen [aq]Carminibus[/aq], die er fleissig gelesen/ die beste ahrt zu poetisiren angenommen/ auch einige Form der Italiänischen Reimgebände der Spanischen Sprache einverleibet. Dessen Wercke sein mit des vornehmen [aq]Philologi Francisci Sancti[/aq] Anmerckungen zu [aq]Salmantica[/aq] im [aq]1574[/aq]ten Jahr heraußgegeben/ welcher nachgewiesen/ wo der [aq]Autor[/aq] die alten Poeten in seinem Wercke gefolget/ und ihnen die Zierlichkeiten abgeliehen. In Geistlichen Sachen lobt er den [aq]Alphonsum de Ledesma[/aq] welcher in kurtzen Spanischen Versen und [aq]Epigrammatibus[/aq] dieselbe vorgestellet/ und den Zunahmen des [aq]Divini[/aq] bey ihnen erworben. [...] [S] [...] Seine Schrifften sein: [aq]Conceptos Espirituales, Epigramas y Geroglyficos al Vida de Christo & c[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: Es wird von dem [aq]Nicolao Antonio[/aq] auch [aq]Gar[/aq]-[S][aq]sias Laso de la Vega[/aq] des Königs [aq]Ferdinandi[/aq] Raht und [aq]Legatus[/aq] an den Pabst gelobet/ welcher auß den Lateinischen und Italiänischen [aq]Carminibus[/aq], die er fleissig gelesen/ die beste ahrt zu poetisiren angenommen/ auch einige Form der Italiänischen Reimgebände der Spanischen Sprache einverleibet. Dessen Wercke sein mit des vornehmen [aq]Philologi Francisci Sancti[/aq] Anmerckungen zu [aq]Salmantica[/aq] im [aq]1574[/aq]ten Jahr heraußgegeben/ welcher nachgewiesen/ wo der [aq]Autor[/aq] die alten Poeten in seinem Wercke gefolget/ und ihnen die Zierlichkeiten abgeliehen. In Geistlichen Sachen lobt er den [aq]Alphonsum de Ledesma[/aq] welcher in kurtzen Spanischen Versen und [aq]Epigrammatibus[/aq] dieselbe vorgestellet/ und den Zunahmen des [aq]Divini[/aq] bey ihnen erworben. [...] [S] [...] Seine Schrifften sein: [aq]Conceptos Espirituales, Epigramas y Geroglyficos al Vida de Christo & c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es wird von dem [aq]Nicolao Antonio[/aq] auch [aq]Gar[/aq]-[S][aq]sias Laso de la Vega[/aq] des Königs [aq]Ferdinandi[/aq] Raht und [aq]Legatus[/aq] an den Pabst gelobet/ welcher auß den Lateinischen und Italiänischen [aq]Carminibus[/aq], die er fleissig gelesen/ die beste ahrt zu poetisiren angenommen/ auch einige Form der Italiänischen Reimgebände der Spanischen Sprache einverleibet. Dessen Wercke sein mit des vornehmen [aq]Philologi Francisci Sancti[/aq] Anmerckungen zu [aq]Salmantica[/aq] im [aq]1574[/aq]ten Jahr heraußgegeben/ welcher nachgewiesen/ wo der [aq]Autor[/aq] die alten Poeten in seinem Wercke gefolget/ und ihnen die Zierlichkeiten abgeliehen. In Geistlichen Sachen lobt er den [aq]Alphonsum de Ledesma[/aq] welcher in kurtzen Spanischen Versen und [aq]Epigrammatibus[/aq] dieselbe vorgestellet/ und den Zunahmen des [aq]Divini[/aq] bey ihnen erworben. [...] [S] [...] Seine Schrifften sein: [aq]Conceptos Espirituales, Epigramas y Geroglyficos al Vida de Christo & c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (220-222) [230-232]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen.
Eigenschaft / Autoritäten: Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen. / Fundstelle
 
Seite: (234-235) [244-245]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sehet hier ein trefliches Zeugniß/ von einem so grossen Mann/ der dieses [aq]John Donne[/aq] seine Poetische Wercke/ die er in seiner Jugend geschrieben/ (denn in seinem Männlichen Alter hat er als [aq]Decanus[/aq] der [aq]S. Paulus[/aq] Kirchen viel geistreicher Predigten hervorgegeben) so hoch gehalten/ daß er sie des Ubersetzens würdig geachtet/ der in seiner Sprache nicht allein/ sondern auch in der Lateinischen so viel herrlicher sinnreicher Verse geschrieben/ die diese selbst übergehen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Sehet hier ein trefliches Zeugniß/ von einem so grossen Mann/ der dieses [aq]John Donne[/aq] seine Poetische Wercke/ die er in seiner Jugend geschrieben/ (denn in seinem Männlichen Alter hat er als [aq]Decanus[/aq] der [aq]S. Paulus[/aq] Kirchen viel geistreicher Predigten hervorgegeben) so hoch gehalten/ daß er sie des Ubersetzens würdig geachtet/ der in seiner Sprache nicht allein/ sondern auch in der Lateinischen so viel herrlicher sinnreicher Verse geschrieben/ die diese selbst übergehen. / Fundstelle
 
Seite: (245) [255]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]George Herbert[/aq] hat sehr gute Geistliche Oden geschrieben/ auff welchen [aq]Abrah. Cowley[/aq] eine trefliche Lobschrifft gemacht/ und dem der Cantzler [aq]Baco Verulamius[/aq] seine in Verse übersetzte Psalmen Davids zu geschrieben hat/ welche selber von keinen gemeinen Geiste seyn; / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]George Herbert[/aq] hat sehr gute Geistliche Oden geschrieben/ auff welchen [aq]Abrah. Cowley[/aq] eine trefliche Lobschrifft gemacht/ und dem der Cantzler [aq]Baco Verulamius[/aq] seine in Verse übersetzte Psalmen Davids zu geschrieben hat/ welche selber von keinen gemeinen Geiste seyn; / Fundstelle
 
Seite: (246) [256]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ich hoffe ob Gott will noch einmahl die Gelegenheit zu haben/ nicht allein ihnen [den Engländern, J.T.] sondern auch andern [aq]Nationen[/aq], die dergleichen Schnarchereyen über die Teutsche machen/ in einem absonderlichem Werck zu zeigen: daß die Verdienste derselben in allen Wissenschafften grösser sein/ als daß sie von ihnen können erkant und vergolten werden: ja daß wir in vielen Künsten ihre Lehrmeister gewesen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Ich hoffe ob Gott will noch einmahl die Gelegenheit zu haben/ nicht allein ihnen [den Engländern, J.T.] sondern auch andern [aq]Nationen[/aq], die dergleichen Schnarchereyen über die Teutsche machen/ in einem absonderlichem Werck zu zeigen: daß die Verdienste derselben in allen Wissenschafften grösser sein/ als daß sie von ihnen können erkant und vergolten werden: ja daß wir in vielen Künsten ihre Lehrmeister gewesen. / Fundstelle
 
Seite: (248) [258]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es wäre des [aq]Verdiers[/aq] Urthel nicht groß zu achten; aber der gelehrte [aq]Cardinal Perronius[/aq] ist selbst in der Meinung/ denn in den [aq]Excerptis[/aq], die die [aq]fratres Puteani[/aq] von ihm auffgezeichnet/ seyn diese Worte außdrücklich zu finden [aq]p. 284[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es wäre des [aq]Verdiers[/aq] Urthel nicht groß zu achten; aber der gelehrte [aq]Cardinal Perronius[/aq] ist selbst in der Meinung/ denn in den [aq]Excerptis[/aq], die die [aq]fratres Puteani[/aq] von ihm auffgezeichnet/ seyn diese Worte außdrücklich zu finden [aq]p. 284[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (274) [284]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Was nun die Uhralte Zeit anlanget/ so haben wir deren keine Nachricht als welche wir [aq]beym Tacito[/aq] finden. Desselben Worte lauten also: [aq]Celebrant carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & annalium genus est (Tui[/aq]-[S][aq]stonem Deum terrâ editum, & filium Mannum, originem gentis conditoresque[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Was nun die Uhralte Zeit anlanget/ so haben wir deren keine Nachricht als welche wir [aq]beym Tacito[/aq] finden. Desselben Worte lauten also: [aq]Celebrant carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & annalium genus est (Tui[/aq]-[S][aq]stonem Deum terrâ editum, & filium Mannum, originem gentis conditoresque[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (278-279) [288-289]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: ["Herr [aq]Rudbeck[/aq] aus des [aq]Taubmanni[/aq] Vorrede in [aq]Culicem Virgilianum[/aq]" (291) [301], J.T.] Setzet so fort darauff: [aq]Verum enim vero nostra ipsorum sponte largiemur eis poëma multo antiquius seculorum nempe octo ex Ottfridi Evangeliis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: ["Herr [aq]Rudbeck[/aq] aus des [aq]Taubmanni[/aq] Vorrede in [aq]Culicem Virgilianum[/aq]" (291) [301], J.T.] Setzet so fort darauff: [aq]Verum enim vero nostra ipsorum sponte largiemur eis poëma multo antiquius seculorum nempe octo ex Ottfridi Evangeliis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (291) [301]
Eigenschaft / Autoritäten
 
[aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey.
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey. / Fundstelle
 
Seite: (310-315) [320-325]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Hottingerus[/aq] erwehnet am vorigem Ohrte einer andern die er vor sehr alt hält/ auß welcher ihm einzige [aq]fragmenta[/aq] zu handen kommen/ deren eins wir hieher setzen wollen aus der Historia von Joseph. ¶ Do der hunger sere/ ie mere und aber meere. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Hottingerus[/aq] erwehnet am vorigem Ohrte einer andern die er vor sehr alt hält/ auß welcher ihm einzige [aq]fragmenta[/aq] zu handen kommen/ deren eins wir hieher setzen wollen aus der Historia von Joseph. ¶ Do der hunger sere/ ie mere und aber meere. / Fundstelle
 
Seite: (315) [325]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen.
Eigenschaft / Autoritäten: Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen. / Fundstelle
 
Seite: (316-320) [326-330]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen.
Eigenschaft / Autoritäten: Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen. / Fundstelle
 
Seite: (321-322) [331-332]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: auch des [aq]St. Annonis[/aq], eines Cölnischen Ertz Bischoffen/ Teutsche Verse/ vor etwa [aq]600[/aq]. Jahren geschrieben/ die Herr Opitz noch kurtz vor seinem Tode mit Anmerckungen heraußgegeben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: auch des [aq]St. Annonis[/aq], eines Cölnischen Ertz Bischoffen/ Teutsche Verse/ vor etwa [aq]600[/aq]. Jahren geschrieben/ die Herr Opitz noch kurtz vor seinem Tode mit Anmerckungen heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (333) [343]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Wir haben dessen ein unvergleichliches Exempel an dem Hoch-[S]würdigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Ferdinand/ Bischoffen zu Münster/ dessen Hochfürstl. Gnade selbst die Feder zur Hand genommen und die unsterbliche Arbeit [aq]Monumentorum Paderbornensium[/aq] zu aller Gelehrten verwunderung der Welt als einen kostbahren Schatz geschencket. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Wir haben dessen ein unvergleichliches Exempel an dem Hoch-[S]würdigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Ferdinand/ Bischoffen zu Münster/ dessen Hochfürstl. Gnade selbst die Feder zur Hand genommen und die unsterbliche Arbeit [aq]Monumentorum Paderbornensium[/aq] zu aller Gelehrten verwunderung der Welt als einen kostbahren Schatz geschencket. / Fundstelle
 
Seite: (334-335) [344-345]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Von diesem [aq]Petro Dresdensi[/aq] und seinen Liedern kan ein mehres bey dem Herrn [aq]Thomasio[/aq] in einer absonderlichen [aq]Dissertation de Petro Dresdensi[/aq] gelesen werden. [aq]Matthias Flacius[/aq] gedencket in seinem [aq]Catalogo Test. Veritatis lib. 19[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Von diesem [aq]Petro Dresdensi[/aq] und seinen Liedern kan ein mehres bey dem Herrn [aq]Thomasio[/aq] in einer absonderlichen [aq]Dissertation de Petro Dresdensi[/aq] gelesen werden. [aq]Matthias Flacius[/aq] gedencket in seinem [aq]Catalogo Test. Veritatis lib. 19[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (361) [371]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zu derselben Zeit des Hugo von Trimbergs lebte Freydanck/ der von jenem offt angeführet wird/ hat ein Buch in teutschen Reimen geschrieben/ so er die Laien Bibel nennet/ darinnen er die fürnehmste Historien altes und neues Testaments in teutsche Verse verfaßt/ und allerhand feine Lehren mit untermischt. Er hat auch einen Außzug der siebenden Zahl aus der Bibel und den Chronicken hervorgegeben/ dessen doch Leonhard Wurffbain in seinem Buch [aq]de Septenario[/aq] keine Erwehnung gethan. Sie sein zu Franckfurth [aq]Anno 1569[/aq]. gedruckt. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Zu derselben Zeit des Hugo von Trimbergs lebte Freydanck/ der von jenem offt angeführet wird/ hat ein Buch in teutschen Reimen geschrieben/ so er die Laien Bibel nennet/ darinnen er die fürnehmste Historien altes und neues Testaments in teutsche Verse verfaßt/ und allerhand feine Lehren mit untermischt. Er hat auch einen Außzug der siebenden Zahl aus der Bibel und den Chronicken hervorgegeben/ dessen doch Leonhard Wurffbain in seinem Buch [aq]de Septenario[/aq] keine Erwehnung gethan. Sie sein zu Franckfurth [aq]Anno 1569[/aq]. gedruckt. / Fundstelle
 
Seite: (362) [372]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der ware [aq]Autor[/aq] aber ist Melchior Pfintzing/ er solches dem [aq]Carolo V[/aq]. zugeschrieben im Jahr [aq]1517[/aq]. Er nennet sich I. Majestät Capellanen zu St. Alban bey Meintz und St. Seebald zu Nürnberg Probsten. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Der ware [aq]Autor[/aq] aber ist Melchior Pfintzing/ er solches dem [aq]Carolo V[/aq]. zugeschrieben im Jahr [aq]1517[/aq]. Er nennet sich I. Majestät Capellanen zu St. Alban bey Meintz und St. Seebald zu Nürnberg Probsten. / Fundstelle
 
Seite: (365) [375]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Daß wir in Teutschland ältere gehabt haben/ ist droben er-[S]wiesen/ und schrieb um [aq]Ludovico II[/aq]. Zeit der [aq]Ottfridus[/aq] seine Evangelia. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Daß wir in Teutschland ältere gehabt haben/ ist droben er-[S]wiesen/ und schrieb um [aq]Ludovico II[/aq]. Zeit der [aq]Ottfridus[/aq] seine Evangelia. / Fundstelle
 
Seite: (402-403) [412-413]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Dann die geistliche Lieder und Psalmen/ die bey ihnen in Verse gesetzt/ und das Finni-[S]sche [aq]Chronicon[/aq] in Finnischen Reimen/ so zu [aq]Abo 1658[/aq]. heraußgegangen/ sein wie ich vermeine/ uach art der Schwedischen eingerichtet. [aq]Petrus[/aq] Bäng [aq]Professor Theologiae[/aq] auff der Finländischen [aq]Academia[/aq] zu [aq]Abo[/aq] hat in seiner [aq]Historiâ Ecclesiasticâ Sueo-Gothorum lib. 6. cap. 6[/aq]. auß des [aq]Agricolae[/aq], eines Wiburgischen Bischoffs Poetischen Vorrede über die Psalmen Davids/ einige Finnische Verse angeführet/ worinnen die Nahmen der alten Finnischen Götter erzehlet werden/ diese sein aber nach art der Teutschen gemacht. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Dann die geistliche Lieder und Psalmen/ die bey ihnen in Verse gesetzt/ und das Finni-[S]sche [aq]Chronicon[/aq] in Finnischen Reimen/ so zu [aq]Abo 1658[/aq]. heraußgegangen/ sein wie ich vermeine/ uach art der Schwedischen eingerichtet. [aq]Petrus[/aq] Bäng [aq]Professor Theologiae[/aq] auff der Finländischen [aq]Academia[/aq] zu [aq]Abo[/aq] hat in seiner [aq]Historiâ Ecclesiasticâ Sueo-Gothorum lib. 6. cap. 6[/aq]. auß des [aq]Agricolae[/aq], eines Wiburgischen Bischoffs Poetischen Vorrede über die Psalmen Davids/ einige Finnische Verse angeführet/ worinnen die Nahmen der alten Finnischen Götter erzehlet werden/ diese sein aber nach art der Teutschen gemacht. / Fundstelle
 
Seite: (410-411) [420-421]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Wir sein dem Sehl. Herrn [aq]Oleario[/aq] sehr verpflichtet/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Wir sein dem Sehl. Herrn [aq]Oleario[/aq] sehr verpflichtet/ / Fundstelle
 
Seite: (428) [438]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ich muß zwar bekennen/ daß bißweilen auch bey den gemeinen ungelehrten Leuten ein Tichter-Geist sich erreget/ sich über deren Verstand erhebet/ und was ungemeines bey sich führet/ wie dann der jenige Baur [aq]Benedictus[/aq] gewesen/ dessen [aq]Jan. Nic. Erythraeus[/aq] gedencket/ welcher nach verrichteter Baurarbeit Verse geschrieben/ und unter andern [aq]Illustre poëma[/aq], (wie ers nennet) [aq]quod cum omnibus ab aliis editis eruditione elegantiaque aequari conferrique posse videatur, de Ignatio Lojolâ Soc. Jesu fundatore[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Ich muß zwar bekennen/ daß bißweilen auch bey den gemeinen ungelehrten Leuten ein Tichter-Geist sich erreget/ sich über deren Verstand erhebet/ und was ungemeines bey sich führet/ wie dann der jenige Baur [aq]Benedictus[/aq] gewesen/ dessen [aq]Jan. Nic. Erythraeus[/aq] gedencket/ welcher nach verrichteter Baurarbeit Verse geschrieben/ und unter andern [aq]Illustre poëma[/aq], (wie ers nennet) [aq]quod cum omnibus ab aliis editis eruditione elegantiaque aequari conferrique posse videatur, de Ignatio Lojolâ Soc. Jesu fundatore[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (437) [447]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Hingegen sein gelehrte Leute die in Lateinischer Sprache die grösten Poeten sein/ und in Teutscher gantz [S] außarten/ nach des [aq]Ennii[/aq] art/ [aq]ingenio maximi, arte rudes[/aq], wie [aq]Jacob Balde[/aq] in seinen Teutschen [aq]Carminibus de vanitate Mundi[/aq] und [aq]Zacharias Lundius[/aq] in seinen Teutschen [aq]Poëmatibus[/aq], die doch beyde schöne Lateinische [aq]Carmina[/aq] geschrieben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Hingegen sein gelehrte Leute die in Lateinischer Sprache die grösten Poeten sein/ und in Teutscher gantz [S] außarten/ nach des [aq]Ennii[/aq] art/ [aq]ingenio maximi, arte rudes[/aq], wie [aq]Jacob Balde[/aq] in seinen Teutschen [aq]Carminibus de vanitate Mundi[/aq] und [aq]Zacharias Lundius[/aq] in seinen Teutschen [aq]Poëmatibus[/aq], die doch beyde schöne Lateinische [aq]Carmina[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (437-438) [447-448]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Diese [Sibylla Schwarz, J.T.] war traun ein Wunder ihrer Zeit/ dann sie hat von dem dreyzehenden Jahr ihres Alters [S] bis zum siebenzehnden/ worin sie seeligen Todes verblichen/ Verse geschrieben/ die vor solche zarte Jugend und zwar einer Frauenperson/ unvergleichlich sein. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Diese [Sibylla Schwarz, J.T.] war traun ein Wunder ihrer Zeit/ dann sie hat von dem dreyzehenden Jahr ihres Alters [S] bis zum siebenzehnden/ worin sie seeligen Todes verblichen/ Verse geschrieben/ die vor solche zarte Jugend und zwar einer Frauenperson/ unvergleichlich sein. / Fundstelle
 
Seite: (438-439) [448-449]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Nach ihrem [Sibylla Schwarz', J.T.] Tod sein ihre Verse von M. Samuel Gerlach zu Dantzig [aq]Anno 1650[/aq]. in [aq]4to[/Aq] heraußgegeben/ und mit des Herrn [aq]Pastorii[/aq] und Herrn [aq]Titii[/aq] auffrichtigen Lobsprüchen beehret. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Nach ihrem [Sibylla Schwarz', J.T.] Tod sein ihre Verse von M. Samuel Gerlach zu Dantzig [aq]Anno 1650[/aq]. in [aq]4to[/Aq] heraußgegeben/ und mit des Herrn [aq]Pastorii[/aq] und Herrn [aq]Titii[/aq] auffrichtigen Lobsprüchen beehret. / Fundstelle
 
Seite: (439) [449]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Wir müssen auch allhier der Frauen Gertrud Müllerin des Sehl. Hn. [aq]Petri[/aq] Müllern gewesenen [aq]Med. D[/aq]. und [aq]Professoris[/aq] auff der Königsbergischen [aq]Academie[/aq], Eheliebsten/ gebohrnen Eifflerin/ nicht vergessen/ welche ein Buch Teutscher Oden/ die so woll gesetzet sein/ als sie der beste Poet setzen mag/ an das Licht gegegen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Wir müssen auch allhier der Frauen Gertrud Müllerin des Sehl. Hn. [aq]Petri[/aq] Müllern gewesenen [aq]Med. D[/aq]. und [aq]Professoris[/aq] auff der Königsbergischen [aq]Academie[/aq], Eheliebsten/ gebohrnen Eifflerin/ nicht vergessen/ welche ein Buch Teutscher Oden/ die so woll gesetzet sein/ als sie der beste Poet setzen mag/ an das Licht gegegen. / Fundstelle
 
Seite: (443) [453]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der [aq]Wallefridus Strabo de Vitâ Galli cap. 6[/aq]. nennet [aq]linguam Alemannicam barbaricam locutionem[/aq]. Derselbe hat [aq]de reb. Ecclesiast. c. 7[/aq]. diese Worte. [aq]Dicam secundum nostram barbariem, quae est Theodisca[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Der [aq]Wallefridus Strabo de Vitâ Galli cap. 6[/aq]. nennet [aq]linguam Alemannicam barbaricam locutionem[/aq]. Derselbe hat [aq]de reb. Ecclesiast. c. 7[/aq]. diese Worte. [aq]Dicam secundum nostram barbariem, quae est Theodisca[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (449) [459]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Diese des [aq]Caroli M. Grammâtica[/aq] ist wie [aq]Gesnerus[/aq] in seiner [aq]Bibliothecâ[/aq] erwehnet noch zu seiner Zeit verhanden gewesen. Sie ist aber dennoch nicht zur Vollkommenheit gebracht: denn es klaget nachgehends der [aq]Ottfridus[/aq] in der Vorrede seiner Evangelien sehr über die härtigkeit und unfreundlichkeit der Sprache. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Diese des [aq]Caroli M. Grammâtica[/aq] ist wie [aq]Gesnerus[/aq] in seiner [aq]Bibliothecâ[/aq] erwehnet noch zu seiner Zeit verhanden gewesen. Sie ist aber dennoch nicht zur Vollkommenheit gebracht: denn es klaget nachgehends der [aq]Ottfridus[/aq] in der Vorrede seiner Evangelien sehr über die härtigkeit und unfreundlichkeit der Sprache. / Fundstelle
 
Seite: (454) [464]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Welches vom Herrn [aq]Becchero[/aq] in seinem [aq]Charactere Universali[/aq], und nachgehends von [aq]Kirchero[/aq] in seiner [aq]Polygraphia[/aq], vorgestellet worden / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Welches vom Herrn [aq]Becchero[/aq] in seinem [aq]Charactere Universali[/aq], und nachgehends von [aq]Kirchero[/aq] in seiner [aq]Polygraphia[/aq], vorgestellet worden / Fundstelle
 
Seite: (461) [471]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben.
Eigenschaft / Autoritäten: Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (498-499) [508-509]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es hat auch ferner ein Munch zu S. [S] Gallen [aq]Kero[/aq] genant/ [aq]Interpretationem vocabulorum barbaricorum[/aq], wie er die Teutsche Wörter nennet/ geschrieben/ so an eben demselben Ohrt bey [aq]Goldasto à p. 69. usque 92[/aq]. befindlich. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Es hat auch ferner ein Munch zu S. [S] Gallen [aq]Kero[/aq] genant/ [aq]Interpretationem vocabulorum barbaricorum[/aq], wie er die Teutsche Wörter nennet/ geschrieben/ so an eben demselben Ohrt bey [aq]Goldasto à p. 69. usque 92[/aq]. befindlich. / Fundstelle
 
Seite: (499-500) [509-510]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Derselbige [aq]Melchior Goldastus[/aq] hat in seinem [aq]Tom. I. Rerum Alemannicarum[/aq] ein [aq]Glossarium[/aq] hinzugesetzt/ wie auch [aq]Marq. Freherus[/aq] in dem seinigen/ welcher auch ein vollständiges [aq]Lexicon Etymologium[/aq] der Teutschen Sprache versprochen/ wie [aq]Melchior Adami[/aq] in seiner Lebensbeschreibung bezeuget. Er hat auch vorgehabt [griech.] [aq]f. de nominibus propriis Alemannorum tractatum[/aq]. Wovon der Herr [aq]Lutherus[/aq] ein absonderlich Büchlein auch geschrieben/ das von Gottfried Wegener mit Anmerckungen neulich wieder heraußgegeben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Derselbige [aq]Melchior Goldastus[/aq] hat in seinem [aq]Tom. I. Rerum Alemannicarum[/aq] ein [aq]Glossarium[/aq] hinzugesetzt/ wie auch [aq]Marq. Freherus[/aq] in dem seinigen/ welcher auch ein vollständiges [aq]Lexicon Etymologium[/aq] der Teutschen Sprache versprochen/ wie [aq]Melchior Adami[/aq] in seiner Lebensbeschreibung bezeuget. Er hat auch vorgehabt [griech.] [aq]f. de nominibus propriis Alemannorum tractatum[/aq]. Wovon der Herr [aq]Lutherus[/aq] ein absonderlich Büchlein auch geschrieben/ das von Gottfried Wegener mit Anmerckungen neulich wieder heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (500) [510]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Diß muß insonderheit in acht genommen werden/ daß in allen Sprachen die [aq]Syntaxis[/aq] in [aq]Carmine[/aq] von der [aq]Syntaxi[/aq] in [aq]Prosa[/aq] verschieden sey/ wie dieses in Griechischer und Lateinischer Sprache bekant ist/ und solches in dieser [aq]Masenius Palaestr. Eloq. ligatae lib. 2. c. 12[/aq]. gar artig außgeführet. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Diß muß insonderheit in acht genommen werden/ daß in allen Sprachen die [aq]Syntaxis[/aq] in [aq]Carmine[/aq] von der [aq]Syntaxi[/aq] in [aq]Prosa[/aq] verschieden sey/ wie dieses in Griechischer und Lateinischer Sprache bekant ist/ und solches in dieser [aq]Masenius Palaestr. Eloq. ligatae lib. 2. c. 12[/aq]. gar artig außgeführet. / Fundstelle
 
Seite: (511) [521]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Dergleichen [aq]artificium[/aq] eignet ihm [aq]Kircherus[/aq] im Lateinischen zu/ gleich wie er auch einige Erfindungen hat einen der [aq]Music[/aq] unwissenden dahin zu bringen/ daß er etwas richtig in die [aq]Music[/aq] setzen solle. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Dergleichen [aq]artificium[/aq] eignet ihm [aq]Kircherus[/aq] im Lateinischen zu/ gleich wie er auch einige Erfindungen hat einen der [aq]Music[/aq] unwissenden dahin zu bringen/ daß er etwas richtig in die [aq]Music[/aq] setzen solle. / Fundstelle
 
Seite: (538) [548]
Eigenschaft / Autoritäten
 
So hat auch [aq]Quiri[/aq]-[S][aq]nus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis[/aq] ein Buch verheissen/ dessen [aq]Titul[/aq] sehr weit hinauß siehet: [aq]Ars magna Poëtica, Versificatoria, Rhythmica in quâ porta ad Germanicam triplicem Poesin cum Deo aperienda, multa millia carminum genera docenda, Epitheta plusquam 100000 Poëtica virtute inventorum novorumm artis Alphabetorum eruenda: verbo: in paucis quibusdam methodus demonstranda tantae perfectitudinis, ut Teutonica lingua cum aliis non de copiâ solum, sed de ipso principatu elaborationis possit contendere facillime[/aq]. In seiner Epistel [aq]de mirabilibus quibusdam inventis[/aq], gedencket er auch dieser Erfindung/ und gibt zu verstehen/ daß solches in einer [aq]Rotâ Naturae[/aq] bestehe. Worauß zu sehen/ daß es dem [aq]Artificio Lulliano[/aq] gleich sein müsse.
Eigenschaft / Autoritäten: So hat auch [aq]Quiri[/aq]-[S][aq]nus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis[/aq] ein Buch verheissen/ dessen [aq]Titul[/aq] sehr weit hinauß siehet: [aq]Ars magna Poëtica, Versificatoria, Rhythmica in quâ porta ad Germanicam triplicem Poesin cum Deo aperienda, multa millia carminum genera docenda, Epitheta plusquam 100000 Poëtica virtute inventorum novorumm artis Alphabetorum eruenda: verbo: in paucis quibusdam methodus demonstranda tantae perfectitudinis, ut Teutonica lingua cum aliis non de copiâ solum, sed de ipso principatu elaborationis possit contendere facillime[/aq]. In seiner Epistel [aq]de mirabilibus quibusdam inventis[/aq], gedencket er auch dieser Erfindung/ und gibt zu verstehen/ daß solches in einer [aq]Rotâ Naturae[/aq] bestehe. Worauß zu sehen/ daß es dem [aq]Artificio Lulliano[/aq] gleich sein müsse. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: So hat auch [aq]Quiri[/aq]-[S][aq]nus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis[/aq] ein Buch verheissen/ dessen [aq]Titul[/aq] sehr weit hinauß siehet: [aq]Ars magna Poëtica, Versificatoria, Rhythmica in quâ porta ad Germanicam triplicem Poesin cum Deo aperienda, multa millia carminum genera docenda, Epitheta plusquam 100000 Poëtica virtute inventorum novorumm artis Alphabetorum eruenda: verbo: in paucis quibusdam methodus demonstranda tantae perfectitudinis, ut Teutonica lingua cum aliis non de copiâ solum, sed de ipso principatu elaborationis possit contendere facillime[/aq]. In seiner Epistel [aq]de mirabilibus quibusdam inventis[/aq], gedencket er auch dieser Erfindung/ und gibt zu verstehen/ daß solches in einer [aq]Rotâ Naturae[/aq] bestehe. Worauß zu sehen/ daß es dem [aq]Artificio Lulliano[/aq] gleich sein müsse. / Fundstelle
 
Seite: (439-540) [549-550]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist aber gleich viel/ ob ich die [aq]Artem Lullianam[/aq] oder die zehn [aq]Praedicamenta[/aq] dazu gebrauche. Wovon ich ob ob GOtt will in einem Buche [aq]de arguta dictione[/aq] mit mehren handeln will. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es ist aber gleich viel/ ob ich die [aq]Artem Lullianam[/aq] oder die zehn [aq]Praedicamenta[/aq] dazu gebrauche. Wovon ich ob ob GOtt will in einem Buche [aq]de arguta dictione[/aq] mit mehren handeln will. / Fundstelle
 
Seite: (541) [551]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: So hat auch [aq]Masenius[/aq] ein Lateinisches Saufflied in seiner [aq]Comoedia, Bacchi Schola eversa[/aq], und einer Petermann des Risten Himmlische Lieder in Lateinische Reimen gebracht. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: So hat auch [aq]Masenius[/aq] ein Lateinisches Saufflied in seiner [aq]Comoedia, Bacchi Schola eversa[/aq], und einer Petermann des Risten Himmlische Lieder in Lateinische Reimen gebracht. / Fundstelle
 
Seite: (582) [592]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die so genandte [aq]Versus Leonini[/aq] haben sonst in der Lateinischen Sprache zeitig den Anfang genommen/ und erweiset [aq]Naudaeus Addition. à l'Histoire de Louys XI. p. 146[/aq], daß schon [aq]Anno Chr. 480[/aq], man dergleichen art Verse gehabt. [S] Nachgehends sind dieselben so in den Gebrauch gekommen/ daß man keine andere als diese beliebet/ insonderheit in dem zwölfften [aq]seculo[/aq]. Worunter des [aq]Bernhardi Morlanensis[/Aq], die er [aq]de contemptu mundi[/aq] geschrieben/ die allerartigsten sein. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Die so genandte [aq]Versus Leonini[/aq] haben sonst in der Lateinischen Sprache zeitig den Anfang genommen/ und erweiset [aq]Naudaeus Addition. à l'Histoire de Louys XI. p. 146[/aq], daß schon [aq]Anno Chr. 480[/aq], man dergleichen art Verse gehabt. [S] Nachgehends sind dieselben so in den Gebrauch gekommen/ daß man keine andere als diese beliebet/ insonderheit in dem zwölfften [aq]seculo[/aq]. Worunter des [aq]Bernhardi Morlanensis[/Aq], die er [aq]de contemptu mundi[/aq] geschrieben/ die allerartigsten sein. / Fundstelle
 
Seite: (589-600) [609-610]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Unter allen diesen Arten [S] sein des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lateinische [aq]Carmina[/aq], darin so vielerley art Kreutze gebildet werden verwunderns würdig: dann es muß dieser Mann eine unglaubliche Mühe gehabt haben/ deren so gar verschiedene Formen/ in so vielerley art Verse zu verfassen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Unter allen diesen Arten [S] sein des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lateinische [aq]Carmina[/aq], darin so vielerley art Kreutze gebildet werden verwunderns würdig: dann es muß dieser Mann eine unglaubliche Mühe gehabt haben/ deren so gar verschiedene Formen/ in so vielerley art Verse zu verfassen. / Fundstelle
 
Seite: (641-642) [651-652]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zu solchem Ende kan man in der Teutschen Tichterey eben solche [aq]Excerpta[/aq] machen/ wie in der Lateinischen/ davon ich/ ob GOtt will/ in einem andern Buche mit mehrem handeln will. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Zu solchem Ende kan man in der Teutschen Tichterey eben solche [aq]Excerpta[/aq] machen/ wie in der Lateinischen/ davon ich/ ob GOtt will/ in einem andern Buche mit mehrem handeln will. / Fundstelle
 
Seite: (651) [661]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Masenius[/aq] hat einen kurtzen Außzug aus ihm [Cesare Ripa, J.T.] und andern gemacht in seinem [aq]Speculo imaginum veritatis occultae[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Masenius[/aq] hat einen kurtzen Außzug aus ihm [Cesare Ripa, J.T.] und andern gemacht in seinem [aq]Speculo imaginum veritatis occultae[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (652) [662]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es sagt der [aq]Cardinal Perronius[/aq] in seinen [aq]Excerptis[/aq] gar artig. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es sagt der [aq]Cardinal Perronius[/aq] in seinen [aq]Excerptis[/aq] gar artig. / Fundstelle
 
Seite: (653) [663]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der [aq]Cardinal Perron[/aq] hat gar weißlich geurtheilet/ wie in den [aq]Excerptis p. 193[/aq]. zu sehen/ daß die Sprachen den Ursprung von der Nothwendigkeit haben/ aber durch die [aq]affectation[/aq] verdorben werden/ welche mehrentheils in den [aq]metaphoris[/aq] bestehet. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Der [aq]Cardinal Perron[/aq] hat gar weißlich geurtheilet/ wie in den [aq]Excerptis p. 193[/aq]. zu sehen/ daß die Sprachen den Ursprung von der Nothwendigkeit haben/ aber durch die [aq]affectation[/aq] verdorben werden/ welche mehrentheils in den [aq]metaphoris[/aq] bestehet. / Fundstelle
 
Seite: (669) [679]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es will zwar der [aq]Cardinal Perron[/aq] behaupten/ daß die Frantzösische Sprache sich besser zu einen [aq]Epico Carmine[/aq] schicke/ als die Italiänische/ aus Uhrsachen/ daß bey den Italiänern lauter Weibliche Reime sein. [...] Er tadelt auch an seinen Landsleuten/ daß sie nicht die Gedult haben ein weitläuffti-[S]ges Werck außzuarbeiten/ das eines Menschen Leben erfodere. Er selbst/ spricht er/ hätte in seiner Jugend ihm vorgenommen ein [aq]Poema epicum[/aq] von der Kinder Israel Außzug aus Aegypten unter dem [aq]titul la Mosaide[/aq] zu schreiben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es will zwar der [aq]Cardinal Perron[/aq] behaupten/ daß die Frantzösische Sprache sich besser zu einen [aq]Epico Carmine[/aq] schicke/ als die Italiänische/ aus Uhrsachen/ daß bey den Italiänern lauter Weibliche Reime sein. [...] Er tadelt auch an seinen Landsleuten/ daß sie nicht die Gedult haben ein weitläuffti-[S]ges Werck außzuarbeiten/ das eines Menschen Leben erfodere. Er selbst/ spricht er/ hätte in seiner Jugend ihm vorgenommen ein [aq]Poema epicum[/aq] von der Kinder Israel Außzug aus Aegypten unter dem [aq]titul la Mosaide[/aq] zu schreiben. / Fundstelle
 
Seite: (686-687) [696-697]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der [aq]Cardinal de Richelieu[/aq] hat es seinem Geistlichen Stande nicht unanständig gehalten/ daß er der Schauspiel halber gewisse Ordnunge gemacht/ und nachdem [S] er sie von den Unsauberkeiten gereiniget/ selbst Anlaß gegeben/ daß solche gespielet/ und vorgestellet worden. Wie er dann die vortreflichsten Geister seiner Zeit durch die gröste Belohnungen dazu auffgemuntert. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Der [aq]Cardinal de Richelieu[/aq] hat es seinem Geistlichen Stande nicht unanständig gehalten/ daß er der Schauspiel halber gewisse Ordnunge gemacht/ und nachdem [S] er sie von den Unsauberkeiten gereiniget/ selbst Anlaß gegeben/ daß solche gespielet/ und vorgestellet worden. Wie er dann die vortreflichsten Geister seiner Zeit durch die gröste Belohnungen dazu auffgemuntert. / Fundstelle
 
Seite: (732-733) [742-743]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Insondheit muß hier die Außbildkunst woll verstanden werden/ weil das meiste schier darin bestehet/ dazu dann die [aq]Iconologia[/aq] des [aq]Caesaris Ripae, Masenii Speculum imaginum veritatis occultae[/aq] gute Anleitung geben kan. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Insondheit muß hier die Außbildkunst woll verstanden werden/ weil das meiste schier darin bestehet/ dazu dann die [aq]Iconologia[/aq] des [aq]Caesaris Ripae, Masenii Speculum imaginum veritatis occultae[/aq] gute Anleitung geben kan. / Fundstelle
 
Seite: (741) [751]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist einem Ballette nicht unähnlich die artige Vorstellung/ die [S] dem Kaiser [aq]Carolo V[/aq]. geschehen (davon [aq]Masenius[/aq] in seinem [aq]Speculo Imaginum l. 6. c. 3. §. 2[/aq]. gedencket/ darinnen dem Kayser alles was in Religions-Sachen theils von ihm theils von andern vorgenommen und versehen gewesen/ vorgehalten. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es ist einem Ballette nicht unähnlich die artige Vorstellung/ die [S] dem Kaiser [aq]Carolo V[/aq]. geschehen (davon [aq]Masenius[/aq] in seinem [aq]Speculo Imaginum l. 6. c. 3. §. 2[/aq]. gedencket/ darinnen dem Kayser alles was in Religions-Sachen theils von ihm theils von andern vorgenommen und versehen gewesen/ vorgehalten. / Fundstelle
 
Seite: (743-744) [753-754]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es hat mein sehr wehrter Freund Hr. von Horn/ bey seiner neulichen Zurückkunft aus Muscow/ [S] mir [aq]Simeonis Polocensis[/aq], eines Rußischen München Predigten vorgezeiget/ und erkläret/ die in Warheit den sinnreichsten [aq]Meditationibus[/aq] der Italiäner und Engelländer/ nicht allein nicht nachgeben/ sondern fast zuvor thun. Derselbe hat auch die Rußische Poesie erstlich angefangen/ und zur Vollkommenheit gebracht/ wie er dann die Psalme Davids in allerhand bey uns üblichen arten der Reimgebände übersetzet/ deren treflichkeit er nicht gnug rühmen können. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es hat mein sehr wehrter Freund Hr. von Horn/ bey seiner neulichen Zurückkunft aus Muscow/ [S] mir [aq]Simeonis Polocensis[/aq], eines Rußischen München Predigten vorgezeiget/ und erkläret/ die in Warheit den sinnreichsten [aq]Meditationibus[/aq] der Italiäner und Engelländer/ nicht allein nicht nachgeben/ sondern fast zuvor thun. Derselbe hat auch die Rußische Poesie erstlich angefangen/ und zur Vollkommenheit gebracht/ wie er dann die Psalme Davids in allerhand bey uns üblichen arten der Reimgebände übersetzet/ deren treflichkeit er nicht gnug rühmen können. / Fundstelle
 
Seite: (755-756) [765-766]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Weiln ich aber dasselbe zu einer absonderlichen Arbeit [aq]de argutâ dictione[/aq] verspare/ so will ich solches allhie übergehen. [aq]Mercerius, Carolus à S. Antonio, Masenius[/aq] und andre haben einige gewisse [aq]fontes[/aq] angewiesen/ worauß die Erfindungen zu ziehen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Weiln ich aber dasselbe zu einer absonderlichen Arbeit [aq]de argutâ dictione[/aq] verspare/ so will ich solches allhie übergehen. [aq]Mercerius, Carolus à S. Antonio, Masenius[/aq] und andre haben einige gewisse [aq]fontes[/aq] angewiesen/ worauß die Erfindungen zu ziehen. / Fundstelle
 
Seite: (757) [767]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Endlich hat Lehman in seinem [aq]Florilegio Politico[/aq] unter gewisse [aq]tituln[/aq], alle Sprichwörter und scharffsinnige Reden zusammen gesucht/ welches der [aq]Schuppius[/aq] so hoch hält/ daß ers nach der Bibel setzet. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Endlich hat Lehman in seinem [aq]Florilegio Politico[/aq] unter gewisse [aq]tituln[/aq], alle Sprichwörter und scharffsinnige Reden zusammen gesucht/ welches der [aq]Schuppius[/aq] so hoch hält/ daß ers nach der Bibel setzet. / Fundstelle
 
Seite: (759) [769]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es hat auch [aq]Quirinus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis artem magnam s. Harmoniam adagiorum omnium populorum[/aq] verheissen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es hat auch [aq]Quirinus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis artem magnam s. Harmoniam adagiorum omnium populorum[/aq] verheissen. / Fundstelle
 
Seite: (760) [770]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Erfindung derselben können von eben denselben [aq]fontibus[/aq] der [aq]Epigrammatum[/aq] genommen werden/ wovon [aq]Masenius[/aq] in [aq]Speculo Imaginum veritatis occultae[/aq] mit mehrem handelt. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Die Erfindung derselben können von eben denselben [aq]fontibus[/aq] der [aq]Epigrammatum[/aq] genommen werden/ wovon [aq]Masenius[/aq] in [aq]Speculo Imaginum veritatis occultae[/aq] mit mehrem handelt. / Fundstelle
 
Seite: (774) [784]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Bey dem [aq]Masenio[/aq] sein etzliche artige [aq]Exempla Symbolorum[/aq], als da er aus dem Wapen des [aq]Fabii Chisii[/aq] einen Adler nimt/ worauß er [aq]50. Symbola[/aq] macht/ und auß der [aq]Pamphiliorum[/aq] Wapen/ eine Taube und Oelbaum/ von welchen er gleichfalls [aq]50. Symbola[/aq] erfunden. Der [aq]Index Masenii[/aq], darin er alle Ordnungen der Dinge durchgeht/ uud von jeden kürtzlich die Eygenschafft setzt/ am Rande aber den [aq]sensum moralem[/aq], nützt treflich zu den Erfindungen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Bey dem [aq]Masenio[/aq] sein etzliche artige [aq]Exempla Symbolorum[/aq], als da er aus dem Wapen des [aq]Fabii Chisii[/aq] einen Adler nimt/ worauß er [aq]50. Symbola[/aq] macht/ und auß der [aq]Pamphiliorum[/aq] Wapen/ eine Taube und Oelbaum/ von welchen er gleichfalls [aq]50. Symbola[/aq] erfunden. Der [aq]Index Masenii[/aq], darin er alle Ordnungen der Dinge durchgeht/ uud von jeden kürtzlich die Eygenschafft setzt/ am Rande aber den [aq]sensum moralem[/aq], nützt treflich zu den Erfindungen. / Fundstelle
 
Seite: (775) [785]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Im Englischen hat [aq]Franciscus Quarles[/aq] Geistliche [aq]Emblemata[/aq] geschrieben/ wie auch [aq]Epigrammata[/aq], die er [aq]divine fancies[/aq], nennet. Aber die [aq]Emblemata[/aq] sein mehrentheils aus des [aq]Hermani Hugonis piis desideriis[/aq] genommen/ [S] da er doch derselben mit keinem Worte gedencket. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Im Englischen hat [aq]Franciscus Quarles[/aq] Geistliche [aq]Emblemata[/aq] geschrieben/ wie auch [aq]Epigrammata[/aq], die er [aq]divine fancies[/aq], nennet. Aber die [aq]Emblemata[/aq] sein mehrentheils aus des [aq]Hermani Hugonis piis desideriis[/aq] genommen/ [S] da er doch derselben mit keinem Worte gedencket. / Fundstelle
 
Seite: (777-778) [787-788]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Rätzel gehören auch zu den Sinnbildern/ welche gleichfalls ihre [aq]fontes inventionum[/aq] in den vorigen [aq]locis[/aq] haben und bestehen theils in Bildern/ theils in Schrifften. Von jenen handelt [aq]Masenius[/aq] weitläufftig in [aq]Speculo Imaginum[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Die Rätzel gehören auch zu den Sinnbildern/ welche gleichfalls ihre [aq]fontes inventionum[/aq] in den vorigen [aq]locis[/aq] haben und bestehen theils in Bildern/ theils in Schrifften. Von jenen handelt [aq]Masenius[/aq] weitläufftig in [aq]Speculo Imaginum[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (778) [788]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Wir wollen hiemit in GOttes Nahmen diese unsre Betrachtungen von der Teutschen Sprache und Poesie schliessen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Wir wollen hiemit in GOttes Nahmen diese unsre Betrachtungen von der Teutschen Sprache und Poesie schliessen. / Fundstelle
 
Seite: (779) [789]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sein [Torquato Tasso, J. T.] herrlicher Verstand leuchtet hierauß hervor/ daß er in dem siebenzehenden Jahr seines Alters [aq]Theologiae, Jurisprudentiae[/aq] und [aq]Philosophiae Doctor[/aq] geworden/ welche Dinge er aber alle hernach verlassen hat/ und sich auff die Poeterey allein begeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Sein [Torquato Tasso, J. T.] herrlicher Verstand leuchtet hierauß hervor/ daß er in dem siebenzehenden Jahr seines Alters [aq]Theologiae, Jurisprudentiae[/aq] und [aq]Philosophiae Doctor[/aq] geworden/ welche Dinge er aber alle hernach verlassen hat/ und sich auff die Poeterey allein begeben. / Fundstelle
 
Seite: (201) [211]
Eigenschaft / Autoritäten
 
sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (11-16) [21-26]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und ist mercklich was [aq]Claude Duret, Histoire de l'origine des langues p.m. 860[/aq]. saget von einem Ertzbischoff zu [aq]Toledo[/aq], welcher davor gehalten [aq]que l'Alphabet des lettres Gothes a esté le premier Alphabet des premiers & plus anciennes lettres, les quelles furent données de Dieu à commencement du monde a nostre premiere Pere Adam[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Und ist mercklich was [aq]Claude Duret, Histoire de l'origine des langues p.m. 860[/aq]. saget von einem Ertzbischoff zu [aq]Toledo[/aq], welcher davor gehalten [aq]que l'Alphabet des lettres Gothes a esté le premier Alphabet des premiers & plus anciennes lettres, les quelles furent données de Dieu à commencement du monde a nostre premiere Pere Adam[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (25) [35]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
Eigenschaft / Autoritäten: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (127-129) [137-139]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Selbige [die "[aq]Haravec[/aq]", J.T.] haben von natürlichen dingen Verse geschrieben/ und einige Fabeln mit untermischt/ nemlich wie der Schöpffer der Welt/ eine Jungfrau vom Himmel gesandt/ in der Hand einen Krug Wasser haltend/ welcher [S] wann er von ihrem Bruder zerbrochen wird/ Donner und Regen erreget/ und andere dergleichen/ welche er aus [aq]P. Blas Valera[/aq] geschriebenem Buche angeführet/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Selbige [die "[aq]Haravec[/aq]", J.T.] haben von natürlichen dingen Verse geschrieben/ und einige Fabeln mit untermischt/ nemlich wie der Schöpffer der Welt/ eine Jungfrau vom Himmel gesandt/ in der Hand einen Krug Wasser haltend/ welcher [S] wann er von ihrem Bruder zerbrochen wird/ Donner und Regen erreget/ und andere dergleichen/ welche er aus [aq]P. Blas Valera[/aq] geschriebenem Buche angeführet/ / Fundstelle
 
Seite: (418-419) [428-429]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben.
Eigenschaft / Autoritäten: Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (579-580) [589-590]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß.
Eigenschaft / Autoritäten: Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß. / Fundstelle
 
Seite: (591-592) [601-602]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden.
Eigenschaft / Autoritäten: Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden. / Fundstelle
 
Seite: (701-702) [711-712]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
Eigenschaft / Autoritäten: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Fundstelle
 
Seite: (711-719) [721-729]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es findet sich in dieser Chronic ["einer Limpurgischen" (341) [351]] auch ein Gesang einer die man wieder ihren Willen zur Nonnen gemacht. Dasselbe meldet/ daß ums Jahr [aq]1370[/Aq]. auff dem Mayn ein Außsätziger Barfüsser Mönch die besten Lieder und Reihen in der Welt von Gedicht und Melodeyen gemacht/ daß ihm niemand auff Reinestroom/ oder in selbigen Landen woll gleichen möchte: und was er sang das sungen die Leut alle gern/ und alle Meister pfiffen/ und andere Spielleute führten den Gesang und diß Gedicht. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Es findet sich in dieser Chronic ["einer Limpurgischen" (341) [351]] auch ein Gesang einer die man wieder ihren Willen zur Nonnen gemacht. Dasselbe meldet/ daß ums Jahr [aq]1370[/Aq]. auff dem Mayn ein Außsätziger Barfüsser Mönch die besten Lieder und Reihen in der Welt von Gedicht und Melodeyen gemacht/ daß ihm niemand auff Reinestroom/ oder in selbigen Landen woll gleichen möchte: und was er sang das sungen die Leut alle gern/ und alle Meister pfiffen/ und andere Spielleute führten den Gesang und diß Gedicht. / Fundstelle
 
Seite: (342) [352]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet.
Eigenschaft / Autoritäten: Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet. / Fundstelle
 
Seite: (342-347) [352-357]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es wird auch noch heute unter den Kirchengesängen/ das Lied [aq]In dulci jubilo[/aq] gebraucht/ so auff diese art von dem [aq]Petro Dresdensi[/aq] etwa [aq]Anno 1410[/aq]. oder noch wol ehe gemacht. Es meinen etzliche/ daß er vor gehabt die Teutsche Gesänge in der Kirchen auffzubringen/ und were es vom Pabste also vermittelt/ daß ihm diese Vermischung mit dem Lateinischen vergönnet/ oder er hätte es deßhalben gethan/ daß allgemach der Weg zu den Teutschen Liedern gebahnet würde / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es wird auch noch heute unter den Kirchengesängen/ das Lied [aq]In dulci jubilo[/aq] gebraucht/ so auff diese art von dem [aq]Petro Dresdensi[/aq] etwa [aq]Anno 1410[/aq]. oder noch wol ehe gemacht. Es meinen etzliche/ daß er vor gehabt die Teutsche Gesänge in der Kirchen auffzubringen/ und were es vom Pabste also vermittelt/ daß ihm diese Vermischung mit dem Lateinischen vergönnet/ oder er hätte es deßhalben gethan/ daß allgemach der Weg zu den Teutschen Liedern gebahnet würde / Fundstelle
 
Seite: (360) [370]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Diß Buch [Brants [aq]Narrenschiff[/aq], J.T.] hat [aq]Nicolaus Honiger[/aq] mit Anmerckungen gezieret/ und hat ein Straßburger [aq]Theologus Johan Geiler Këiserberg[/aq] Predigten darüber gehalten wie [aq]Moscherosch[/aq] in der Vorrede des Buchs/ das [aq]Gumpelzhaimer de Exercitiis Academicorum[/aq] geschrieben; / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Diß Buch [Brants [aq]Narrenschiff[/aq], J.T.] hat [aq]Nicolaus Honiger[/aq] mit Anmerckungen gezieret/ und hat ein Straßburger [aq]Theologus Johan Geiler Këiserberg[/aq] Predigten darüber gehalten wie [aq]Moscherosch[/aq] in der Vorrede des Buchs/ das [aq]Gumpelzhaimer de Exercitiis Academicorum[/aq] geschrieben; / Fundstelle
 
Seite: (363) [373]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Es ist auch [S] im Hebräischen ein Buch [hebrä.] [aq]Mischle Schualim, Fabulae Vulpium[/aq], welches ein [aq]Rabbi Berachias Ben-Natronai[/aq] gemacht/ daß dem [aq]Titul[/aq] nach/ dem Reincken Fuchs gleich zu sein scheinet. [...] Es ist zu Mantua [aq]Anno 1557[/aq]. gedruckt/ und wird von [aq]Plantavicio[/aq] in seiner [aq]Bibliotheca Rabbinicâ num. 425[/aq]. sehr hoch gehalten [...] [aq]Melchior Hânel[/aq] ein [aq]Jesuit[/aq] hat dasselbe nebst der Lateinischen Ubersetzung zu Prag [aq]Ao. 1661[/aq]. [S] in [aq]8vo[/aq]. heraußgegeben. Man hat auch ein altes Teutsches Buch von den losen Füchsen dieser Welt/ welches zu Dreßden [aq]Anno 1585[/aq] gedruckt/ worinnen die Laster aller Stände unter Fabeln/ Bildern und Gesichtern von Füchsen vorgestellet worden: solches ist älter als der Reinicke Fuchs/ wozu dieses [aq]Autoris[/aq] Buch vielleicht anlaß kan gegeben haben. Dann wie im [aq]Titul[/aq] desselben stehet/ und der [aq]Editor[/aq] in der Vorrede gedencket/ ist es in Brabandischer Sprache [aq]Anno 1495[/aq]. außgegangen. Worauß dann zu sehen/ daß es dem Herrn [aq]D. Luthero[/aq] nicht kan zu geschrieben werden/ wie einige wollen.
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist auch [S] im Hebräischen ein Buch [hebrä.] [aq]Mischle Schualim, Fabulae Vulpium[/aq], welches ein [aq]Rabbi Berachias Ben-Natronai[/aq] gemacht/ daß dem [aq]Titul[/aq] nach/ dem Reincken Fuchs gleich zu sein scheinet. [...] Es ist zu Mantua [aq]Anno 1557[/aq]. gedruckt/ und wird von [aq]Plantavicio[/aq] in seiner [aq]Bibliotheca Rabbinicâ num. 425[/aq]. sehr hoch gehalten [...] [aq]Melchior Hânel[/aq] ein [aq]Jesuit[/aq] hat dasselbe nebst der Lateinischen Ubersetzung zu Prag [aq]Ao. 1661[/aq]. [S] in [aq]8vo[/aq]. heraußgegeben. Man hat auch ein altes Teutsches Buch von den losen Füchsen dieser Welt/ welches zu Dreßden [aq]Anno 1585[/aq] gedruckt/ worinnen die Laster aller Stände unter Fabeln/ Bildern und Gesichtern von Füchsen vorgestellet worden: solches ist älter als der Reinicke Fuchs/ wozu dieses [aq]Autoris[/aq] Buch vielleicht anlaß kan gegeben haben. Dann wie im [aq]Titul[/aq] desselben stehet/ und der [aq]Editor[/aq] in der Vorrede gedencket/ ist es in Brabandischer Sprache [aq]Anno 1495[/aq]. außgegangen. Worauß dann zu sehen/ daß es dem Herrn [aq]D. Luthero[/aq] nicht kan zu geschrieben werden/ wie einige wollen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Es ist auch [S] im Hebräischen ein Buch [hebrä.] [aq]Mischle Schualim, Fabulae Vulpium[/aq], welches ein [aq]Rabbi Berachias Ben-Natronai[/aq] gemacht/ daß dem [aq]Titul[/aq] nach/ dem Reincken Fuchs gleich zu sein scheinet. [...] Es ist zu Mantua [aq]Anno 1557[/aq]. gedruckt/ und wird von [aq]Plantavicio[/aq] in seiner [aq]Bibliotheca Rabbinicâ num. 425[/aq]. sehr hoch gehalten [...] [aq]Melchior Hânel[/aq] ein [aq]Jesuit[/aq] hat dasselbe nebst der Lateinischen Ubersetzung zu Prag [aq]Ao. 1661[/aq]. [S] in [aq]8vo[/aq]. heraußgegeben. Man hat auch ein altes Teutsches Buch von den losen Füchsen dieser Welt/ welches zu Dreßden [aq]Anno 1585[/aq] gedruckt/ worinnen die Laster aller Stände unter Fabeln/ Bildern und Gesichtern von Füchsen vorgestellet worden: solches ist älter als der Reinicke Fuchs/ wozu dieses [aq]Autoris[/aq] Buch vielleicht anlaß kan gegeben haben. Dann wie im [aq]Titul[/aq] desselben stehet/ und der [aq]Editor[/aq] in der Vorrede gedencket/ ist es in Brabandischer Sprache [aq]Anno 1495[/aq]. außgegangen. Worauß dann zu sehen/ daß es dem Herrn [aq]D. Luthero[/aq] nicht kan zu geschrieben werden/ wie einige wollen. / Fundstelle
 
Seite: (370-372) [380-382]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Auß dieser Ursache/ halte ich/ sein des [aq]Jacobi Balde[/aq] eines Bayern [aq]Carmina[/aq], die er seinen Lateinischen [aq]de Vanitate Mundi[/aq] mit eingemischt/ so unförmlich und hart/ ob gleich die Sachen [S] gut sein. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Auß dieser Ursache/ halte ich/ sein des [aq]Jacobi Balde[/aq] eines Bayern [aq]Carmina[/aq], die er seinen Lateinischen [aq]de Vanitate Mundi[/aq] mit eingemischt/ so unförmlich und hart/ ob gleich die Sachen [S] gut sein. / Fundstelle
 
Seite: (434-435) [444-445]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der in der Teutschen Bibel ungefehr vorfallende [aq]Hexameter[/aq] ist auch von unterschiedlichen anmerckt: Und Isaac schertzet mit seinem Weibe [aq]Rebecca. Burchardus Berlichius[/aq] der ein Buch [aq]de Ju[/aq]-[S][aq]re Novercarum[/aq] geschrieben [aq]Anno 1628[/aq]. hat die [aq]versus Leoninos[/aq] im Teutschen nachahmen wollen/ indem er die Pflicht der Stieffmütter in solche art Verse begrifffen/ welche aus dessen Buch [aq]part. I. art. 5. sect. 8[/aq]. der kurtzweil halber ich hieher setzen will: ¶ Ein fromm Stieffmutter thut die verstorbene Mutter / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Der in der Teutschen Bibel ungefehr vorfallende [aq]Hexameter[/aq] ist auch von unterschiedlichen anmerckt: Und Isaac schertzet mit seinem Weibe [aq]Rebecca. Burchardus Berlichius[/aq] der ein Buch [aq]de Ju[/aq]-[S][aq]re Novercarum[/aq] geschrieben [aq]Anno 1628[/aq]. hat die [aq]versus Leoninos[/aq] im Teutschen nachahmen wollen/ indem er die Pflicht der Stieffmütter in solche art Verse begrifffen/ welche aus dessen Buch [aq]part. I. art. 5. sect. 8[/aq]. der kurtzweil halber ich hieher setzen will: ¶ Ein fromm Stieffmutter thut die verstorbene Mutter / Fundstelle
 
Seite: (533-534) [543-544]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq],
Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (404-405) [414-415]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: und wie in dem folgenden Britannischen Worte [aq]cornel angulus[/aq], eene hörn in der gemeinen Sprache: so ist in [aq]Gothreks Historia[/aq] von dem [aq]Verelio[/aq] herauß gegeben das Gothische Wort [aq]Pallshorn scamni angulus[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: und wie in dem folgenden Britannischen Worte [aq]cornel angulus[/aq], eene hörn in der gemeinen Sprache: so ist in [aq]Gothreks Historia[/aq] von dem [aq]Verelio[/aq] herauß gegeben das Gothische Wort [aq]Pallshorn scamni angulus[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (38) [48]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So muß [aq]Venus[/aq] von [aq]veniendo[/aq] herkommen/ [aq]Vesta[/aq] wird deßhalben so genant [aq]quod vi suâ stet[/aq]: welche [aq]derivationes[/aq] eben so gut sein/ als wenn das Wort Bischoff davon gemacht sein soll/ weil er bey den Schaffen ist: Denn es ist der Nahme und die Verehrung dieser Göttin von den [aq]Barbaris[/aq] zu den Römern kommen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: So muß [aq]Venus[/aq] von [aq]veniendo[/aq] herkommen/ [aq]Vesta[/aq] wird deßhalben so genant [aq]quod vi suâ stet[/aq]: welche [aq]derivationes[/aq] eben so gut sein/ als wenn das Wort Bischoff davon gemacht sein soll/ weil er bey den Schaffen ist: Denn es ist der Nahme und die Verehrung dieser Göttin von den [aq]Barbaris[/aq] zu den Römern kommen/ / Fundstelle
 
Seite: (57) [67]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bei den Griechen hat man auch diese Wörter [hebr.] und [hebr.], auch bey den Hebreern selbst [aq]mazon[/aq] und [aq]matsah[/aq], davon [aq]Athenaeus Deipnos: lib. 4. & 15. Casaubonus Animadvers. in Athen. lib. 4. c. 13[/aq]. zu sehen ist. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bei den Griechen hat man auch diese Wörter [hebr.] und [hebr.], auch bey den Hebreern selbst [aq]mazon[/aq] und [aq]matsah[/aq], davon [aq]Athenaeus Deipnos: lib. 4. & 15. Casaubonus Animadvers. in Athen. lib. 4. c. 13[/aq]. zu sehen ist. / Fundstelle
 
Seite: (97) [107]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Scaliger[/aq] führet es [homo, J.T.] von dem Griechischen Wort [griech.] her/ weil der Mensch ein [griech.] und gesellig ist: [aq]Vossius[/aq] von dem Ebreischen [hebr.] welches die Syrer außgesprochen [aq]ODOM[/aq], davon [aq]per con[/aq]-[S][aq]tractionem oom, hoom[/aq] und endlich das Lateinische [aq]HOMO[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Scaliger[/aq] führet es [homo, J.T.] von dem Griechischen Wort [griech.] her/ weil der Mensch ein [griech.] und gesellig ist: [aq]Vossius[/aq] von dem Ebreischen [hebr.] welches die Syrer außgesprochen [aq]ODOM[/aq], davon [aq]per con[/aq]-[S][aq]tractionem oom, hoom[/aq] und endlich das Lateinische [aq]HOMO[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (123-124) [133-134]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Nicolaus Antonius[/aq] gedencket eines Portugiesen [aq]Michaëlis de Silveira[/aq], welcher in seinem zwey und zwantzigsten Jahr ein [aq]Poëma Heroicum El Macabaeo[/aq] geschrieben/ von auffbauung des Jüdischen Tempels welches er saget dem [aq]Torquato Tasso[/aq] so gefallen habe/ daß er solches zur [aq]materia[/aq] eines [aq]Poematis[/aq] erwehlen wollen; hat aber hernach die [aq]Historiam[/aq] vom [aq]Gothofredo[/aq] demselbigen vorgezogen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Nicolaus Antonius[/aq] gedencket eines Portugiesen [aq]Michaëlis de Silveira[/aq], welcher in seinem zwey und zwantzigsten Jahr ein [aq]Poëma Heroicum El Macabaeo[/aq] geschrieben/ von auffbauung des Jüdischen Tempels welches er saget dem [aq]Torquato Tasso[/aq] so gefallen habe/ daß er solches zur [aq]materia[/aq] eines [aq]Poematis[/aq] erwehlen wollen; hat aber hernach die [aq]Historiam[/aq] vom [aq]Gothofredo[/aq] demselbigen vorgezogen. / Fundstelle
 
Seite: (217) [227]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der übersetzer des [aq]Rapini[/aq] geht etwas bescheidener/ und da er lobt die grossen Gaben dieses Mannes/ die in warheit zu loben sind/ so beklagt er doch/ daß er seine [aq]Davideis[/aq] vor seinem Ende nicht wieder übersehen habe/ welches er in seiner Jugend gemacht/ uud worin wider die Gesetze eines [aq]Heroischen Poematis[/aq] offtmahls gefehlet wird. Aber des [aq]Tassi[/aq] einem Wercke ziehet er dasselbe weit vor/ [aq]In the Davideis[/aq] (spricht er) [aq]there shines something of a more fine, more free, more new, and more noble air than appeares in the Hierusalem of Tasso, which for alle his care is scarce perfectly purged from Pedantry[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der übersetzer des [aq]Rapini[/aq] geht etwas bescheidener/ und da er lobt die grossen Gaben dieses Mannes/ die in warheit zu loben sind/ so beklagt er doch/ daß er seine [aq]Davideis[/aq] vor seinem Ende nicht wieder übersehen habe/ welches er in seiner Jugend gemacht/ uud worin wider die Gesetze eines [aq]Heroischen Poematis[/aq] offtmahls gefehlet wird. Aber des [aq]Tassi[/aq] einem Wercke ziehet er dasselbe weit vor/ [aq]In the Davideis[/aq] (spricht er) [aq]there shines something of a more fine, more free, more new, and more noble air than appeares in the Hierusalem of Tasso, which for alle his care is scarce perfectly purged from Pedantry[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (241) [251]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Worunter wir billig des [aq]John Miltons Poemata[/aq] begreiffen. Diese ob sie zwar in der ersten Jugend gemacht/ so blick doch der gute Geist hervor/ und sein sie den besten gleich geschätzt: Von seinem [aq]Poëmate Heroico The Paradis lost[/aq], davon sie gleichfalls Beyde schweigen/ wollen wir im nachfolgenden handeln. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Worunter wir billig des [aq]John Miltons Poemata[/aq] begreiffen. Diese ob sie zwar in der ersten Jugend gemacht/ so blick doch der gute Geist hervor/ und sein sie den besten gleich geschätzt: Von seinem [aq]Poëmate Heroico The Paradis lost[/aq], davon sie gleichfalls Beyde schweigen/ wollen wir im nachfolgenden handeln. / Fundstelle
 
Seite: (252) [262]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Er solte ihm lieber vorstellen/ was der trefliche Herr von [aq]Zulichem Constantin Huigens[/aq] zu lobe der Hochteutschen [aq]Nation[/aq] an seine Niederländer geschrieben/ in der Vorrede der aus dem Hochteutschen ins Niederländische von ihm übersetzten [aq]Epigrammatum[/aq]: ¶ [aq]Heestu des Hemels gunst verheven tot den top[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Er solte ihm lieber vorstellen/ was der trefliche Herr von [aq]Zulichem Constantin Huigens[/aq] zu lobe der Hochteutschen [aq]Nation[/aq] an seine Niederländer geschrieben/ in der Vorrede der aus dem Hochteutschen ins Niederländische von ihm übersetzten [aq]Epigrammatum[/aq]: ¶ [aq]Heestu des Hemels gunst verheven tot den top[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (258) [269]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Jann van der Veen[/aq] in seinem so genandten [aq]Adams Appel[/aq] ist voll von Schertzen und Lustigkeiten/ die nicht unangenehm seyn/ ob sie gleich etwas gemeines bey sich führen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Jann van der Veen[/aq] in seinem so genandten [aq]Adams Appel[/aq] ist voll von Schertzen und Lustigkeiten/ die nicht unangenehm seyn/ ob sie gleich etwas gemeines bey sich führen. / Fundstelle
 
Seite: (270) [280]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es seind auch bey ihnen viel außerlesene [aq]Carmina[/aq] von den besten [aq]Auctoribus[/aq] und deren insonderheit/ die sonst wenig geschrieben/ in absonderlichen Büchern versamlet/ worunter meinem Bedüncken nach das beste [S] ist/ [aq]de zeeusche Nachtegael[/aq]., worin der Seeländischen Poeten [aq]Carmina[/aq] enthalten. Es seyn hier Geistliche/ Weltliche/ Ernsthafftige/ Lustige untereinander vermischet/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es seind auch bey ihnen viel außerlesene [aq]Carmina[/aq] von den besten [aq]Auctoribus[/aq] und deren insonderheit/ die sonst wenig geschrieben/ in absonderlichen Büchern versamlet/ worunter meinem Bedüncken nach das beste [S] ist/ [aq]de zeeusche Nachtegael[/aq]., worin der Seeländischen Poeten [aq]Carmina[/aq] enthalten. Es seyn hier Geistliche/ Weltliche/ Ernsthafftige/ Lustige untereinander vermischet/ / Fundstelle
 
Seite: (271-271) [281-282]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es findet sich in dieser Chronic ["einer Limpurgischen" (341) [351]] auch ein Gesang einer die man wieder ihren Willen zur Nonnen gemacht. Dasselbe meldet/ daß ums Jahr [aq]1370[/Aq]. auff dem Mayn ein Außsätziger Barfüsser Mönch die besten Lieder und Reihen in der Welt von Gedicht und Melodeyen gemacht/ daß ihm niemand auff Reinestroom/ oder in selbigen Landen woll gleichen möchte: und was er sang das sungen die Leut alle gern/ und alle Meister pfiffen/ und andere Spielleute führten den Gesang und diß Gedicht. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es findet sich in dieser Chronic ["einer Limpurgischen" (341) [351]] auch ein Gesang einer die man wieder ihren Willen zur Nonnen gemacht. Dasselbe meldet/ daß ums Jahr [aq]1370[/Aq]. auff dem Mayn ein Außsätziger Barfüsser Mönch die besten Lieder und Reihen in der Welt von Gedicht und Melodeyen gemacht/ daß ihm niemand auff Reinestroom/ oder in selbigen Landen woll gleichen möchte: und was er sang das sungen die Leut alle gern/ und alle Meister pfiffen/ und andere Spielleute führten den Gesang und diß Gedicht. / Fundstelle
 
Seite: (342) [352]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet. / Fundstelle
 
Seite: (342-347) [352-357]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer dieser [aq]Autor[/aq] [Hugo von Trimberg, J.T.] gewesen und wann er geschrieben/ kan man auß dem Beschluß des Buches abnehmen: denn er spricht: ¶ Der diß Büch gedichtet hat / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer dieser [aq]Autor[/aq] [Hugo von Trimberg, J.T.] gewesen und wann er geschrieben/ kan man auß dem Beschluß des Buches abnehmen: denn er spricht: ¶ Der diß Büch gedichtet hat / Fundstelle
 
Seite: (355) [365]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: mit welcher Reimsucht damahls alle behafftet waren/ daß man auch in den Lateinischen dieselben gebrauchte/ ja wol gar Lateinische unter die Teutsche mischte/ dessen wir unterschiedliche [aq]Exempla[/aq] in alten Grabschrifften haben/ dergleichen eins in dem Dobberanischen Kloster in Mecklenburg auff einen Peter Wisen zu lesen, dessen anfang also lautet: ¶ Hier Peter Wiese [aq]tumba requiescit in istâ[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: mit welcher Reimsucht damahls alle behafftet waren/ daß man auch in den Lateinischen dieselben gebrauchte/ ja wol gar Lateinische unter die Teutsche mischte/ dessen wir unterschiedliche [aq]Exempla[/aq] in alten Grabschrifften haben/ dergleichen eins in dem Dobberanischen Kloster in Mecklenburg auff einen Peter Wisen zu lesen, dessen anfang also lautet: ¶ Hier Peter Wiese [aq]tumba requiescit in istâ[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (359) [369]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Denn es ist [aq]Anno 1380[/aq]. in [aq]Fridericum Strenuum[/aq] Landgrafen von Thüringen/ dergleichen Grabschrifft gemacht/ welches [aq]Fridericus Hortleder[/aq] in einigen Lateinischen auff einen Sächsischen Hertzog gemachten Grabschrifften mit anführet/ Selbiges lautet also: ¶ Hye lyt ein Fürste löbelich / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Denn es ist [aq]Anno 1380[/aq]. in [aq]Fridericum Strenuum[/aq] Landgrafen von Thüringen/ dergleichen Grabschrifft gemacht/ welches [aq]Fridericus Hortleder[/aq] in einigen Lateinischen auff einen Sächsischen Hertzog gemachten Grabschrifften mit anführet/ Selbiges lautet also: ¶ Hye lyt ein Fürste löbelich / Fundstelle
 
Seite: (359) [369]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wird auch noch heute unter den Kirchengesängen/ das Lied [aq]In dulci jubilo[/aq] gebraucht/ so auff diese art von dem [aq]Petro Dresdensi[/aq] etwa [aq]Anno 1410[/aq]. oder noch wol ehe gemacht. Es meinen etzliche/ daß er vor gehabt die Teutsche Gesänge in der Kirchen auffzubringen/ und were es vom Pabste also vermittelt/ daß ihm diese Vermischung mit dem Lateinischen vergönnet/ oder er hätte es deßhalben gethan/ daß allgemach der Weg zu den Teutschen Liedern gebahnet würde / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wird auch noch heute unter den Kirchengesängen/ das Lied [aq]In dulci jubilo[/aq] gebraucht/ so auff diese art von dem [aq]Petro Dresdensi[/aq] etwa [aq]Anno 1410[/aq]. oder noch wol ehe gemacht. Es meinen etzliche/ daß er vor gehabt die Teutsche Gesänge in der Kirchen auffzubringen/ und were es vom Pabste also vermittelt/ daß ihm diese Vermischung mit dem Lateinischen vergönnet/ oder er hätte es deßhalben gethan/ daß allgemach der Weg zu den Teutschen Liedern gebahnet würde / Fundstelle
 
Seite: (360) [370]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diß Buch [Brants [aq]Narrenschiff[/aq], J.T.] hat [aq]Nicolaus Honiger[/aq] mit Anmerckungen gezieret/ und hat ein Straßburger [aq]Theologus Johan Geiler Këiserberg[/aq] Predigten darüber gehalten wie [aq]Moscherosch[/aq] in der Vorrede des Buchs/ das [aq]Gumpelzhaimer de Exercitiis Academicorum[/aq] geschrieben; / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Diß Buch [Brants [aq]Narrenschiff[/aq], J.T.] hat [aq]Nicolaus Honiger[/aq] mit Anmerckungen gezieret/ und hat ein Straßburger [aq]Theologus Johan Geiler Këiserberg[/aq] Predigten darüber gehalten wie [aq]Moscherosch[/aq] in der Vorrede des Buchs/ das [aq]Gumpelzhaimer de Exercitiis Academicorum[/aq] geschrieben; / Fundstelle
 
Seite: (363) [373]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die es [[aq]Reynke de vos[/aq], J.T.] in Lateinische und Hochteutsche Sprache [S] übersetzt/ haben es vielmehr verdorben/ [aq]Janus Guilielmus Laurenbergius[/aq] der die sinnreichen Schertzgedichte in Niedersächscher Sprache geschrieben/ hält davor es sey kein besser Buch nechst der Bibel als dieses. Der [aq]Autor[/aq] soll sein [aq]Nicolaus Bauman[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die es [[aq]Reynke de vos[/aq], J.T.] in Lateinische und Hochteutsche Sprache [S] übersetzt/ haben es vielmehr verdorben/ [aq]Janus Guilielmus Laurenbergius[/aq] der die sinnreichen Schertzgedichte in Niedersächscher Sprache geschrieben/ hält davor es sey kein besser Buch nechst der Bibel als dieses. Der [aq]Autor[/aq] soll sein [aq]Nicolaus Bauman[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (366-367) [376-377]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man findet zwar in der [aq]Bibliotheque[/aq] des [aq]Verdiers[/aq] ein Buch: [aq]Reynier, le Renard[/aq] [...]. Dieses scheinet dasselbe zu sein/ und hat es im Niedersächsischen [aq]75[/aq]. Capittel: in dem Frantzösischen [aq]70[/aq]. Da dann etwas außgelassen sein kan/ vielleicht was von den Päbstischen Kirchensachen bißweilen eingemischet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man findet zwar in der [aq]Bibliotheque[/aq] des [aq]Verdiers[/aq] ein Buch: [aq]Reynier, le Renard[/aq] [...]. Dieses scheinet dasselbe zu sein/ und hat es im Niedersächsischen [aq]75[/aq]. Capittel: in dem Frantzösischen [aq]70[/aq]. Da dann etwas außgelassen sein kan/ vielleicht was von den Päbstischen Kirchensachen bißweilen eingemischet. / Fundstelle
 
Seite: (369) [379]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Es ist auch [S] im Hebräischen ein Buch [hebrä.] [aq]Mischle Schualim, Fabulae Vulpium[/aq], welches ein [aq]Rabbi Berachias Ben-Natronai[/aq] gemacht/ daß dem [aq]Titul[/aq] nach/ dem Reincken Fuchs gleich zu sein scheinet. [...] Es ist zu Mantua [aq]Anno 1557[/aq]. gedruckt/ und wird von [aq]Plantavicio[/aq] in seiner [aq]Bibliotheca Rabbinicâ num. 425[/aq]. sehr hoch gehalten [...] [aq]Melchior Hânel[/aq] ein [aq]Jesuit[/aq] hat dasselbe nebst der Lateinischen Ubersetzung zu Prag [aq]Ao. 1661[/aq]. [S] in [aq]8vo[/aq]. heraußgegeben. Man hat auch ein altes Teutsches Buch von den losen Füchsen dieser Welt/ welches zu Dreßden [aq]Anno 1585[/aq] gedruckt/ worinnen die Laster aller Stände unter Fabeln/ Bildern und Gesichtern von Füchsen vorgestellet worden: solches ist älter als der Reinicke Fuchs/ wozu dieses [aq]Autoris[/aq] Buch vielleicht anlaß kan gegeben haben. Dann wie im [aq]Titul[/aq] desselben stehet/ und der [aq]Editor[/aq] in der Vorrede gedencket/ ist es in Brabandischer Sprache [aq]Anno 1495[/aq]. außgegangen. Worauß dann zu sehen/ daß es dem Herrn [aq]D. Luthero[/aq] nicht kan zu geschrieben werden/ wie einige wollen.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist auch [S] im Hebräischen ein Buch [hebrä.] [aq]Mischle Schualim, Fabulae Vulpium[/aq], welches ein [aq]Rabbi Berachias Ben-Natronai[/aq] gemacht/ daß dem [aq]Titul[/aq] nach/ dem Reincken Fuchs gleich zu sein scheinet. [...] Es ist zu Mantua [aq]Anno 1557[/aq]. gedruckt/ und wird von [aq]Plantavicio[/aq] in seiner [aq]Bibliotheca Rabbinicâ num. 425[/aq]. sehr hoch gehalten [...] [aq]Melchior Hânel[/aq] ein [aq]Jesuit[/aq] hat dasselbe nebst der Lateinischen Ubersetzung zu Prag [aq]Ao. 1661[/aq]. [S] in [aq]8vo[/aq]. heraußgegeben. Man hat auch ein altes Teutsches Buch von den losen Füchsen dieser Welt/ welches zu Dreßden [aq]Anno 1585[/aq] gedruckt/ worinnen die Laster aller Stände unter Fabeln/ Bildern und Gesichtern von Füchsen vorgestellet worden: solches ist älter als der Reinicke Fuchs/ wozu dieses [aq]Autoris[/aq] Buch vielleicht anlaß kan gegeben haben. Dann wie im [aq]Titul[/aq] desselben stehet/ und der [aq]Editor[/aq] in der Vorrede gedencket/ ist es in Brabandischer Sprache [aq]Anno 1495[/aq]. außgegangen. Worauß dann zu sehen/ daß es dem Herrn [aq]D. Luthero[/aq] nicht kan zu geschrieben werden/ wie einige wollen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist auch [S] im Hebräischen ein Buch [hebrä.] [aq]Mischle Schualim, Fabulae Vulpium[/aq], welches ein [aq]Rabbi Berachias Ben-Natronai[/aq] gemacht/ daß dem [aq]Titul[/aq] nach/ dem Reincken Fuchs gleich zu sein scheinet. [...] Es ist zu Mantua [aq]Anno 1557[/aq]. gedruckt/ und wird von [aq]Plantavicio[/aq] in seiner [aq]Bibliotheca Rabbinicâ num. 425[/aq]. sehr hoch gehalten [...] [aq]Melchior Hânel[/aq] ein [aq]Jesuit[/aq] hat dasselbe nebst der Lateinischen Ubersetzung zu Prag [aq]Ao. 1661[/aq]. [S] in [aq]8vo[/aq]. heraußgegeben. Man hat auch ein altes Teutsches Buch von den losen Füchsen dieser Welt/ welches zu Dreßden [aq]Anno 1585[/aq] gedruckt/ worinnen die Laster aller Stände unter Fabeln/ Bildern und Gesichtern von Füchsen vorgestellet worden: solches ist älter als der Reinicke Fuchs/ wozu dieses [aq]Autoris[/aq] Buch vielleicht anlaß kan gegeben haben. Dann wie im [aq]Titul[/aq] desselben stehet/ und der [aq]Editor[/aq] in der Vorrede gedencket/ ist es in Brabandischer Sprache [aq]Anno 1495[/aq]. außgegangen. Worauß dann zu sehen/ daß es dem Herrn [aq]D. Luthero[/aq] nicht kan zu geschrieben werden/ wie einige wollen. / Fundstelle
 
Seite: (370-372) [380-382]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Er selbst [Hans Sachs, J.T.] gestehet solches in den Schluß seines Wercks wann er spricht. ¶ GOtt sey Lob/ der mir sant herab / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Er selbst [Hans Sachs, J.T.] gestehet solches in den Schluß seines Wercks wann er spricht. ¶ GOtt sey Lob/ der mir sant herab / Fundstelle
 
Seite: (375) [385]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dann so spricht er: ¶ Ich hatt von Lienhard Nunnenbecken / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Dann so spricht er: ¶ Ich hatt von Lienhard Nunnenbecken / Fundstelle
 
Seite: (376) [386]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Eine lächerliche Historia ist mir erzehlet/ daß da einer aus dieser Zunfft von dreyen unbekandten Buben überfallen/ und in den Koth gestossen/ er auß dem Koth sich erhebend also fort seine Reimen daher gemacht: deren Anfang dieser gewesen: ¶ O GOtt du gerechter Richter/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Eine lächerliche Historia ist mir erzehlet/ daß da einer aus dieser Zunfft von dreyen unbekandten Buben überfallen/ und in den Koth gestossen/ er auß dem Koth sich erhebend also fort seine Reimen daher gemacht: deren Anfang dieser gewesen: ¶ O GOtt du gerechter Richter/ / Fundstelle
 
Seite: (380) [390]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist [aq]Anno 1618[/aq]. eben da die Morgenröth der Teutschen Poeterey unter Hr. Opitzen hervor brach heraußgegeben/ unter dem Titul eines Liedes/ im Thon des Rolands/ oder wie es einen jeden besser gefällt zu singen/ und lautet also: ¶ WOlan last uns eins singen/ ein Lied und neu Gedicht / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist [aq]Anno 1618[/aq]. eben da die Morgenröth der Teutschen Poeterey unter Hr. Opitzen hervor brach heraußgegeben/ unter dem Titul eines Liedes/ im Thon des Rolands/ oder wie es einen jeden besser gefällt zu singen/ und lautet also: ¶ WOlan last uns eins singen/ ein Lied und neu Gedicht / Fundstelle
 
Seite: (381) [391]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Matthäus Apelles/ von Leuenstein/ auff Langenhoff Keyserlicher und Fürstlicher Münsterberg-Oelßnischer Rath/ dem [S] Herr Tscherning seinen Frühling zu geschrieben/ hat einige Geistliche Lieder unter dem Titul des Frühlings-Mayen hervorgegeben/ mehrentheils auff Wahlsprüche Fürstlicher Personen/ und zu sonderlicher Erweckung ihrer Andacht gerichtet/ welche mein Hochgeehrter [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D. Major[/aq], seinem vornehmen Landsman zu ehren/ allhie im Kiel wiederum zum Druck befordert. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Matthäus Apelles/ von Leuenstein/ auff Langenhoff Keyserlicher und Fürstlicher Münsterberg-Oelßnischer Rath/ dem [S] Herr Tscherning seinen Frühling zu geschrieben/ hat einige Geistliche Lieder unter dem Titul des Frühlings-Mayen hervorgegeben/ mehrentheils auff Wahlsprüche Fürstlicher Personen/ und zu sonderlicher Erweckung ihrer Andacht gerichtet/ welche mein Hochgeehrter [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D. Major[/aq], seinem vornehmen Landsman zu ehren/ allhie im Kiel wiederum zum Druck befordert. / Fundstelle
 
Seite: (429-430) [439-440]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Johann Franck/ ein Rathsherr der Stadt Guben/ hat ein [S] rennliches und wollgesetztes Teutsches [aq]Carmen[/aq] geschrieben/ dessen Geistlicher Sion und irrdischer Helicon hervorgegeben/ worinnen viel schöner Geistlicher und Weltlicher Lieder sich befinden. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Johann Franck/ ein Rathsherr der Stadt Guben/ hat ein [S] rennliches und wollgesetztes Teutsches [aq]Carmen[/aq] geschrieben/ dessen Geistlicher Sion und irrdischer Helicon hervorgegeben/ worinnen viel schöner Geistlicher und Weltlicher Lieder sich befinden. / Fundstelle
 
Seite: (432-433) [442-443]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auß dieser Ursache/ halte ich/ sein des [aq]Jacobi Balde[/aq] eines Bayern [aq]Carmina[/aq], die er seinen Lateinischen [aq]de Vanitate Mundi[/aq] mit eingemischt/ so unförmlich und hart/ ob gleich die Sachen [S] gut sein. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auß dieser Ursache/ halte ich/ sein des [aq]Jacobi Balde[/aq] eines Bayern [aq]Carmina[/aq], die er seinen Lateinischen [aq]de Vanitate Mundi[/aq] mit eingemischt/ so unförmlich und hart/ ob gleich die Sachen [S] gut sein. / Fundstelle
 
Seite: (434-435) [444-445]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Jod [aq]pro[/aq] Gott/ Gar [aq]pro[/aq] Jahr. Jott jeb euch een jutes naues Gar [aq]pro[/aq] [S] Gott geb euch ein gutes neues Jahr. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Jod [aq]pro[/aq] Gott/ Gar [aq]pro[/aq] Jahr. Jott jeb euch een jutes naues Gar [aq]pro[/aq] [S] Gott geb euch ein gutes neues Jahr. / Fundstelle
 
Seite: (480-481) [490-491]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Des Wortes Beicht Uhr-[S]sprung wird schwerlich einer geben/ welcher nicht weiß/ daß es in dem alten Teutschen Psalter [aq]begiht[/aq], oder [aq]begicht[/aq] geschrieben wird/ und also zusammen gesetzet ist aus der [aq]praepositione inseparabili be[/aq] und dem Wort [aq]giht[/aq] oder [aq]gicht[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Des Wortes Beicht Uhr-[S]sprung wird schwerlich einer geben/ welcher nicht weiß/ daß es in dem alten Teutschen Psalter [aq]begiht[/aq], oder [aq]begicht[/aq] geschrieben wird/ und also zusammen gesetzet ist aus der [aq]praepositione inseparabili be[/aq] und dem Wort [aq]giht[/aq] oder [aq]gicht[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (492-493) [502-503]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Vater Unser hat er ["[aq]Plempius[/aq]", J.T. (531) [541]] in Niederländische/ aber auch am Ende reimende [aq]Heoxametrs[/aq] versetzet: [S] ¶ [aq]Onser al-er Vader tot in Heemelen hoochste ver heeven[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Vater Unser hat er ["[aq]Plempius[/aq]", J.T. (531) [541]] in Niederländische/ aber auch am Ende reimende [aq]Heoxametrs[/aq] versetzet: [S] ¶ [aq]Onser al-er Vader tot in Heemelen hoochste ver heeven[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (532-533) [542-543]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der in der Teutschen Bibel ungefehr vorfallende [aq]Hexameter[/aq] ist auch von unterschiedlichen anmerckt: Und Isaac schertzet mit seinem Weibe [aq]Rebecca. Burchardus Berlichius[/aq] der ein Buch [aq]de Ju[/aq]-[S][aq]re Novercarum[/aq] geschrieben [aq]Anno 1628[/aq]. hat die [aq]versus Leoninos[/aq] im Teutschen nachahmen wollen/ indem er die Pflicht der Stieffmütter in solche art Verse begrifffen/ welche aus dessen Buch [aq]part. I. art. 5. sect. 8[/aq]. der kurtzweil halber ich hieher setzen will: ¶ Ein fromm Stieffmutter thut die verstorbene Mutter / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der in der Teutschen Bibel ungefehr vorfallende [aq]Hexameter[/aq] ist auch von unterschiedlichen anmerckt: Und Isaac schertzet mit seinem Weibe [aq]Rebecca. Burchardus Berlichius[/aq] der ein Buch [aq]de Ju[/aq]-[S][aq]re Novercarum[/aq] geschrieben [aq]Anno 1628[/aq]. hat die [aq]versus Leoninos[/aq] im Teutschen nachahmen wollen/ indem er die Pflicht der Stieffmütter in solche art Verse begrifffen/ welche aus dessen Buch [aq]part. I. art. 5. sect. 8[/aq]. der kurtzweil halber ich hieher setzen will: ¶ Ein fromm Stieffmutter thut die verstorbene Mutter / Fundstelle
 
Seite: (533-534) [543-544]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Vater Unser hat er ["[aq]Aquilonius[/aq]", J.T.] in einem [aq]Phaleuco Carmine[/aq] verfasset welches also lautet: ¶ Fader milde Himmelen besidder/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Das Vater Unser hat er ["[aq]Aquilonius[/aq]", J.T.] in einem [aq]Phaleuco Carmine[/aq] verfasset welches also lautet: ¶ Fader milde Himmelen besidder/ / Fundstelle
 
Seite: (536) [546]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welchen Herr Prasch auch den [aq]Spondaeum[/aq] hinzusetzet/ wie er dann in diesem Pan liebt/ Gott lebt/ und in den beyden ersten Sylben der im vorigen Capitel angeführten Wörter Blutrünstig/ Mannsliebe/ Andächtig/ Goldbergwerck denselben zu finden meinet. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welchen Herr Prasch auch den [aq]Spondaeum[/aq] hinzusetzet/ wie er dann in diesem Pan liebt/ Gott lebt/ und in den beyden ersten Sylben der im vorigen Capitel angeführten Wörter Blutrünstig/ Mannsliebe/ Andächtig/ Goldbergwerck denselben zu finden meinet. / Fundstelle
 
Seite: (551) [561]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der bekante [aq]Johannes Milton[/aq] hat ein vollständig [aq]Poëma[/aq]: genannt [aq]The Paradis lost[/aq], ohne Reimen geschrieben/ woselbst er in der Vorrede dieser Schreibart das Wort redet/ insonderheit dieser Uhrsachen halber/ daß des Reims wegen man offtmahlen wider wil-[S]len Wörter ja gantze Reden setzen muß/ die man viel eigentlicher und besser ohne diesen Zwang hätte geben können. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der bekante [aq]Johannes Milton[/aq] hat ein vollständig [aq]Poëma[/aq]: genannt [aq]The Paradis lost[/aq], ohne Reimen geschrieben/ woselbst er in der Vorrede dieser Schreibart das Wort redet/ insonderheit dieser Uhrsachen halber/ daß des Reims wegen man offtmahlen wider wil-[S]len Wörter ja gantze Reden setzen muß/ die man viel eigentlicher und besser ohne diesen Zwang hätte geben können. / Fundstelle
 
Seite: (568-569) [578-579]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Etzliche sein gar ohne [aq]metro[/aq], wie dieses des [aq]Walter de Mapes[/aq] so gar lächerlich ist: dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Mihi est propositum in taberna mori[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Etzliche sein gar ohne [aq]metro[/aq], wie dieses des [aq]Walter de Mapes[/aq] so gar lächerlich ist: dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Mihi est propositum in taberna mori[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (580) [590]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es hat [aq]Barthius Advers. lib. 34. cap. 17[/aq]. solchen [aq]Rhythmum latino Germanicum[/aq] von [aq]Anno 1259[/aq]. der in einem Kloster bey Straßburg gefunden/ hervorgesuchet/ der also anfänget: ¶ [aq]Gens sine capite[/aq] mag keinen Rath geschaffen / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es hat [aq]Barthius Advers. lib. 34. cap. 17[/aq]. solchen [aq]Rhythmum latino Germanicum[/aq] von [aq]Anno 1259[/aq]. der in einem Kloster bey Straßburg gefunden/ hervorgesuchet/ der also anfänget: ¶ [aq]Gens sine capite[/aq] mag keinen Rath geschaffen / Fundstelle
 
Seite: (582) [592]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Es führet der Herr Wagenseil in seiner [aq]Sota, de Uxore Adulterii suspectâ cap. I. p. 49[/aq]. an/ daß einer [S] [aq]R. Judas Med. D[/aq]. ein [aq]Epithalamium[/aq] geschrieben/ welches zugleich Teutsch und Hebräisch gewesen/ dessen Anfang also gelautet: ¶ [hebr.] ¶ [...] ¶ Er erzehlet ferner/ wie er auff seiner Reise ein Buch angetroffen genant [hebr.] worinn der [aq]R. Leo Mutinensis[/aq] ein solches [aq]Epicedium[/aq] [griech.], von [aq]8[/aq]. Versen gesetzt; das zugleich Hebräisch und Italiänisch ist/ welches er auff seinen [aq]Praecptorem Mosem[/aq] gemacht. Welches wir hieher setzen wollen. ¶ [hebr.] ¶ [...] [S] [...] ¶ Die Lateinische Außlegung der Italiänischen Wörter ist diese: ¶ [aq]Qui nascitur, moritur, Vae mihi! quam passus acerbus[/aq]! ¶ [...] [S] ¶ Der Hr. Wagenseil hält dieses für eine sonderliche und verwunderungswürdige Sache: dann er saget [aq]Non habeo satis exploratum, an quisquam usquam gentium tale quid praeter Judeaös ausus sit, scio tamen Junilium Episcopum Africanum I. 1. de part. Div. Leg. c. 9. pro re impossibili id habuisse, cum scriberet: Nulla dictio metrum in alia lingua conservat, si vim verborum ordinemque non mutat[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es führet der Herr Wagenseil in seiner [aq]Sota, de Uxore Adulterii suspectâ cap. I. p. 49[/aq]. an/ daß einer [S] [aq]R. Judas Med. D[/aq]. ein [aq]Epithalamium[/aq] geschrieben/ welches zugleich Teutsch und Hebräisch gewesen/ dessen Anfang also gelautet: ¶ [hebr.] ¶ [...] ¶ Er erzehlet ferner/ wie er auff seiner Reise ein Buch angetroffen genant [hebr.] worinn der [aq]R. Leo Mutinensis[/aq] ein solches [aq]Epicedium[/aq] [griech.], von [aq]8[/aq]. Versen gesetzt; das zugleich Hebräisch und Italiänisch ist/ welches er auff seinen [aq]Praecptorem Mosem[/aq] gemacht. Welches wir hieher setzen wollen. ¶ [hebr.] ¶ [...] [S] [...] ¶ Die Lateinische Außlegung der Italiänischen Wörter ist diese: ¶ [aq]Qui nascitur, moritur, Vae mihi! quam passus acerbus[/aq]! ¶ [...] [S] ¶ Der Hr. Wagenseil hält dieses für eine sonderliche und verwunderungswürdige Sache: dann er saget [aq]Non habeo satis exploratum, an quisquam usquam gentium tale quid praeter Judeaös ausus sit, scio tamen Junilium Episcopum Africanum I. 1. de part. Div. Leg. c. 9. pro re impossibili id habuisse, cum scriberet: Nulla dictio metrum in alia lingua conservat, si vim verborum ordinemque non mutat[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es führet der Herr Wagenseil in seiner [aq]Sota, de Uxore Adulterii suspectâ cap. I. p. 49[/aq]. an/ daß einer [S] [aq]R. Judas Med. D[/aq]. ein [aq]Epithalamium[/aq] geschrieben/ welches zugleich Teutsch und Hebräisch gewesen/ dessen Anfang also gelautet: ¶ [hebr.] ¶ [...] ¶ Er erzehlet ferner/ wie er auff seiner Reise ein Buch angetroffen genant [hebr.] worinn der [aq]R. Leo Mutinensis[/aq] ein solches [aq]Epicedium[/aq] [griech.], von [aq]8[/aq]. Versen gesetzt; das zugleich Hebräisch und Italiänisch ist/ welches er auff seinen [aq]Praecptorem Mosem[/aq] gemacht. Welches wir hieher setzen wollen. ¶ [hebr.] ¶ [...] [S] [...] ¶ Die Lateinische Außlegung der Italiänischen Wörter ist diese: ¶ [aq]Qui nascitur, moritur, Vae mihi! quam passus acerbus[/aq]! ¶ [...] [S] ¶ Der Hr. Wagenseil hält dieses für eine sonderliche und verwunderungswürdige Sache: dann er saget [aq]Non habeo satis exploratum, an quisquam usquam gentium tale quid praeter Judeaös ausus sit, scio tamen Junilium Episcopum Africanum I. 1. de part. Div. Leg. c. 9. pro re impossibili id habuisse, cum scriberet: Nulla dictio metrum in alia lingua conservat, si vim verborum ordinemque non mutat[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (583-586) [593-596]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es gedencket der [aq]Verdier[/aq] auch eines [aq]Blaise d'Auriol[/aq], welcher ein Buch/ [aq]les ioyes & douleurs de nostre Dame avec une oraison par Equivoques latins & francois[/aq] geschrieben/ so eben dieses Schlages ist. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es gedencket der [aq]Verdier[/aq] auch eines [aq]Blaise d'Auriol[/aq], welcher ein Buch/ [aq]les ioyes & douleurs de nostre Dame avec une oraison par Equivoques latins & francois[/aq] geschrieben/ so eben dieses Schlages ist. / Fundstelle
 
Seite: (587) [597]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welches klärlich auß des [aq]Bedae[/aq] seinem Buch [aq]de metris[/aq] zu sehen/ der diese Verse zum Exempel bringet: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna Domini[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Welches klärlich auß des [aq]Bedae[/aq] seinem Buch [aq]de metris[/aq] zu sehen/ der diese Verse zum Exempel bringet: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna Domini[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (595) [605]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Hic jacet Henricus semper pietatis amicus[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Hic jacet Henricus semper pietatis amicus[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (601) [611]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Vos estis, Deus est testis, teterrima pestis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Vos estis, Deus est testis, teterrima pestis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (601) [611]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum andern geschieht solches in vielen wie in diesen Versen des [aq]Floreti[/aq] ¶ [aq]Qui peccat nimium praesumens de pietate[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum andern geschieht solches in vielen wie in diesen Versen des [aq]Floreti[/aq] ¶ [aq]Qui peccat nimium praesumens de pietate[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (603) [613]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Quos anguis dirus Christi mulcedine pavit[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Quos anguis dirus Christi mulcedine pavit[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (605) [615]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Solcher art sein die Verse die ein [aq]Carmelite Gualterus Disse[/aq] heraußgegeben/ deren Anfang also lautet: ¶ [aq]Heliconis rivulo modicè conspersus[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Solcher art sein die Verse die ein [aq]Carmelite Gualterus Disse[/aq] heraußgegeben/ deren Anfang also lautet: ¶ [aq]Heliconis rivulo modicè conspersus[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (605) [615]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Hr. von Bircken in seiner Anweisung zur Teutschen Poesie [aq]cap. 5. n. 33[/aq]. etliche solche [aq]Carmina[/aq] zur Probe gesetzet/ wie dises ¶ Wird mich der Himmel noch immer begnädigen/ ¶ [...] ¶ Sonst lautet es fast besser/ wann die [aq]Dactylischen[/aq] entweder mit [aq]Trochaeis[/aq] unter-[S]brochen/ wie Harstörffer davon einige Exempel beybringt; als dieses: ¶ Lieblicher JEsu/ hertzliche Wonn / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Hr. von Bircken in seiner Anweisung zur Teutschen Poesie [aq]cap. 5. n. 33[/aq]. etliche solche [aq]Carmina[/aq] zur Probe gesetzet/ wie dises ¶ Wird mich der Himmel noch immer begnädigen/ ¶ [...] ¶ Sonst lautet es fast besser/ wann die [aq]Dactylischen[/aq] entweder mit [aq]Trochaeis[/aq] unter-[S]brochen/ wie Harstörffer davon einige Exempel beybringt; als dieses: ¶ Lieblicher JEsu/ hertzliche Wonn / Fundstelle
 
Seite: (622-623) [632-633]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als Fenster/ Kloster/ etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: als Fenster/ Kloster/ etc. / Fundstelle
 
Seite: (658) [668]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als wie die jenige sein/ die man in F. David Stendern [aq]Anagrammatibus[/aq] findet. Z.E. der heilige Geist: der sie geheiliget / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: als wie die jenige sein/ die man in F. David Stendern [aq]Anagrammatibus[/aq] findet. Z.E. der heilige Geist: der sie geheiliget / Fundstelle
 
Seite: (772) [782]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Des [aq]Tassi Gjerusalemme Conquistata[/aq], ein ander Werck/ hat nicht die Vollkommenheit des ersten. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Des [aq]Tassi Gjerusalemme Conquistata[/aq], ein ander Werck/ hat nicht die Vollkommenheit des ersten. / Fundstelle
 
Seite: (202) [212]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Paulus Guidottus Burghesius[/aq] hat des [aq]Torqauti Tussi[/aq] erlöstem Jerusalem ein anders/ nemlich das verstörte Jerusalem/ entgegen gesetzet/ in eben so viel Gesängen und Versen. Von welchen beyden [aq]Erythraeus[/aq] in seiner ersten [aq]Pinacotheca[/aq] zu lesen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Paulus Guidottus Burghesius[/aq] hat des [aq]Torqauti Tussi[/aq] erlöstem Jerusalem ein anders/ nemlich das verstörte Jerusalem/ entgegen gesetzet/ in eben so viel Gesängen und Versen. Von welchen beyden [aq]Erythraeus[/aq] in seiner ersten [aq]Pinacotheca[/aq] zu lesen. / Fundstelle
 
Seite: (203) [213]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die außtheilung und einrichtung des erlöseten Jerusalems/ wie sie an sich selbst ist und sein soll/ wird ohne Nahmen und [aq]Episodiis[/aq] nebst [aq]Homeri[/aq] und [aq]Virgilii[/aq] ihren vorgestellet in seinen Buch [[aq]Mambrunus[/aq] in seiner [aq]Dissertatione Peripatetica de Epico car[/aq]-[S][aq]mine[/aq] (203-204) [213-214], J.T.] [aq]part. 2. quaest. 1[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die außtheilung und einrichtung des erlöseten Jerusalems/ wie sie an sich selbst ist und sein soll/ wird ohne Nahmen und [aq]Episodiis[/aq] nebst [aq]Homeri[/aq] und [aq]Virgilii[/aq] ihren vorgestellet in seinen Buch [[aq]Mambrunus[/aq] in seiner [aq]Dissertatione Peripatetica de Epico car[/aq]-[S][aq]mine[/aq] (203-204) [213-214], J.T.] [aq]part. 2. quaest. 1[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (204) [214]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (11-16) [21-26]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und ist mercklich was [aq]Claude Duret, Histoire de l'origine des langues p.m. 860[/aq]. saget von einem Ertzbischoff zu [aq]Toledo[/aq], welcher davor gehalten [aq]que l'Alphabet des lettres Gothes a esté le premier Alphabet des premiers & plus anciennes lettres, les quelles furent données de Dieu à commencement du monde a nostre premiere Pere Adam[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Und ist mercklich was [aq]Claude Duret, Histoire de l'origine des langues p.m. 860[/aq]. saget von einem Ertzbischoff zu [aq]Toledo[/aq], welcher davor gehalten [aq]que l'Alphabet des lettres Gothes a esté le premier Alphabet des premiers & plus anciennes lettres, les quelles furent données de Dieu à commencement du monde a nostre premiere Pere Adam[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (25) [35]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (127-129) [137-139]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Er [Abrahamus Mylius, J.T.] setzet auch den [aq]19. Psalm[/aq] nebenst der Lateinischen und neuen Niederländischen Ubersetzung dahin/ damit ein jeder die Gleichheit sehen könne. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Er [Abrahamus Mylius, J.T.] setzet auch den [aq]19. Psalm[/aq] nebenst der Lateinischen und neuen Niederländischen Ubersetzung dahin/ damit ein jeder die Gleichheit sehen könne. / Fundstelle
 
Seite: (257) [267]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es seind hiedurch etliche bewogen worden/ daß weiln die Reime viel sanffter und nachdencklicher in den Ohren klingen/ sie viel lieber die Geistlichen [aq]Hymnos[/aq] in Lateinische reimende Verse/ als in die sonst üblichen Oden und [aq]Lyrica Carmina[/aq] verfassen wollen; wie des Heiligen [aq]Thomae Hymni[/aq] von dieser art und noch ältere verhanden. [aq]Barthius[/aq] hat in seinen [aq]Adversariis lib. 32. c. 12[/aq]. eines München [aq]Erinfredi[/aq], der [aq]Anno 806[/aq]. gelebet [aq]Carmen Rhythmicum[/aq], so er in der Mertzpurgischen [aq]Bibliothec[/aq] gefunden/ vorgebracht/ dessen Anfang also lautet: ¶ [aq]Felicitatis Regula[/aq] ¶ [...] [S] ¶ Der Herr Buchner urtheilet in seiner [aq]99[/aq]. Epistel des ersten Theils von diesen Lateinischen Reim-Oden also: [aq]Hoc genus poëseos etsi aut ignorarunt veteres, aut non probarunt magnoperè, ut minus grave; non aspernandum tamen penitus est: praecipuè cum pietati inservit. Quare superioribus quoque seculis nonnulli pii & sancti viri eò inprimis se delectarunt[/aq]. Dieses schreibt er an den [aq]Tobiam Hausconium[/aq], welcher ein Buch von solchen Lateinischen [aq]Odis[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (579-580) [589-590]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es sein auch einige die von den Hebräern die Reime herziehen wollen/ welche aber hierin irren; dann die Juden hierin den Christen gefolget/ und haben ettwa vor [aq]500[/aq]. Jahren seit des [aq]R. David Kimchi[/aq] seiner Zeit dergleichen Verse wie die unsern geschrieben. Dann ihre alte [aq]Poësis[/aq] ist gar verlohren/ welche zu erforschen sich viele vergeblich bemühet und die Köpffe drüber zerbrochen haben. [aq]Scaliger[/aq] vermeinet/ daß man niemahls einig [aq]metrum in Hebraicis[/aq] gehabt: Andere/ es sey eine gewisse Zahl der Silben gewesen/ ohne eintziger [aq]quanti[/aq]tät zusammen gesetzet/ und nun in solchen [aq]Periodum[/aq] gebracht/ daß man sie desto füglicher singen können. [aq]Gomerus[/aq] in seiner [aq]Lyrâ Davidica[/aq] meinet was sonderliches gefunden zu haben/ in dem er alle art der [aq]Pedum[/aq] und [aq]metro[/aq]-[S][aq]rum[/aq] in den Psalmen Davids so zerstreuet/ auffgesuchet. Aber [aq]Capellus[/aq] wendet dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug/ daß wann man auff solche art die [aq]metra[/aq] in den Reden suchen wolte/ nie keine [aq]Prosa[/aq] sein würde/ darin sich nicht viele finden würde. Bleibt also bey ihnen alles ungewiß. / Fundstelle
 
Seite: (591-592) [601-602]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Weiln nun das [aq]metrum[/aq] nicht allein belustiget/ sondern auch die Rede gleichsam befestiget und verewiget/ so hat man zu dem Gottesdienst und der Helden Lob solche Gesänge erwehlet. Es ist nicht ungläublich/ daß auch vor der Sündfluth dergleichen gewesen. Nach derselben sind keine ältere als des Mosis seine/ welchen hernach die Heidnischen gefolget/ die [aq]Campanella[/aq] gar artig [aq]degeneres Prophetas[/aq] nennet. Solche [aq]Carmina[/aq] sind bey den Griechen Oden/ bey den Teutschen Lieder genant. Das Wort [S] Ode ist ein Griechisch Wort/ so nun auch bey den Teutschen fast das Bürgerrecht gewonnen. [aq]Ronsard[/aq] hat es zu erst in Frantzösischer Sprache gebracht/ will auch die [aq]Lyrica metra[/aq] in derselben zu erst erfunden haben; dem aber einige den [aq]Clement Marott[/aq] vorwerffen/ der die Psalmen Davids schon vorhin in gewisse Lieder gebracht. Hievon kan mit mehren beym [aq]Menagio[/aq] in seinen Anmerckungen über [aq]Malherbe Poemata p. 563, 564, 565[/aq]. gelesen werden. / Fundstelle
 
Seite: (701-702) [711-712]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket. / Fundstelle
 
Seite: (711-719) [721-729]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hierzu kan auch zum Zeugnis dienen/ was [aq]Gassendus[/aq] von dem unvergleichlichem Manne dem [aq]Peirescio[/aq] in der Beschreibung seines Lebens [aq]p. 195[/aq]. auffgezeichnet: [aq]Ad Anastasium Nannetensem Capuccinium plurima perscripsit de lingua Aremorica, in quâ consensit plurimas antiquarum vocum latinarum esse radices[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hierzu kan auch zum Zeugnis dienen/ was [aq]Gassendus[/aq] von dem unvergleichlichem Manne dem [aq]Peirescio[/aq] in der Beschreibung seines Lebens [aq]p. 195[/aq]. auffgezeichnet: [aq]Ad Anastasium Nannetensem Capuccinium plurima perscripsit de lingua Aremorica, in quâ consensit plurimas antiquarum vocum latinarum esse radices[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (30) [40]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man hat auch wie [aq]Martinus Martinius[/aq] in seinem [aq]Atlanto Sinico[/aq] meldet/ ein Buch mit Gothische Buchstaben geschrieben in [aq]China[/aq] gefunden/ dem etwas von der H. Schrifft in Lateinischer Sprache beygefügt gewesen. [S] [aq]Vidi[/aq], sagt er/ [aq]unà cum Sociis hîc apud literatum quendam volumen vetus, Gothicis characteribus diligentissimè exaratum. Adhibita fuit papyri loco tenuissima membrana. Maxima Scripturae Sacrae pars Latinè erat conscripta. Tentavi librum ut consequerer: ad ejus Dominus tametsi gentilis, nec prece nec precio ullo adduci potuit, ut traderet, in sua familia per multas jam nepotum progenies tanquam rarissimum quoddam antiquitatis cimelium ad servatum illud adserens[/aq], Es scheinet aber daß dieses Buch nichts anders gewesen/ als die [aq]Evangelica Gothica[/aq], die auß dem [aq]Codice argenteo[/aq] von [aq]Francisco Junio[/aq] mit seinen Anmerckungen/ und vor etlichen Jahren in Schweden heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (43-44) [53-54]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Kircherus[/aq] in seinem Buch [aq]de Turri Babel. lib. 3. sect. 3. c. 4[/aq]. macht die Holländische/ Englische und Westpfälische zu Töchter der Teutschen / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Kircherus[/aq] in seinem Buch [aq]de Turri Babel. lib. 3. sect. 3. c. 4[/aq]. macht die Holländische/ Englische und Westpfälische zu Töchter der Teutschen / Fundstelle
 
Seite: (30) [60]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: wie imgleichen [aq]Franciscus Junius[/aq] in seinem [aq]Glossario Gothico[/aq], welches er den Gothischen [aq]Evangeliis[/aq] zugefüget / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: wie imgleichen [aq]Franciscus Junius[/aq] in seinem [aq]Glossario Gothico[/aq], welches er den Gothischen [aq]Evangeliis[/aq] zugefüget / Fundstelle
 
Seite: (59) [69]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die [aq]Edda Islandorum[/aq], darinnen der alten Nordischen Völcker ihre [aq]Theologia[/aq] und [aq]Mythologia[/aq] bestanden/ ist von [aq]Petro Resenio[/aq] herauß gegeben. Es sol aber eine vollständiger [aq]Edda[/aq] noch in Schweden vorhanden seyn/ welche zu seiner Zeit auch ans Licht wird gebracht werden / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die [aq]Edda Islandorum[/aq], darinnen der alten Nordischen Völcker ihre [aq]Theologia[/aq] und [aq]Mythologia[/aq] bestanden/ ist von [aq]Petro Resenio[/aq] herauß gegeben. Es sol aber eine vollständiger [aq]Edda[/aq] noch in Schweden vorhanden seyn/ welche zu seiner Zeit auch ans Licht wird gebracht werden / Fundstelle
 
Seite: (65) [75]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Worunter vor allen andern zu setzen ist der so genadte [aq]Codex argenteus Evangeliorum Gothicorum[/aq], welcher nach dem er einmahl auß der Königlichen Schwedischen [aq]Bibliothec[/aq] verlohren gewesen/ vor eine grosse Summa Geldes/ von dem Herrn Reichs Cantzler [aq]de la Garde[/aq] wieder herbey geschaffet/ und erstlich von [aq]Francisco Junio[/aq], hernach in Schweden außgegeben worden ist. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Worunter vor allen andern zu setzen ist der so genadte [aq]Codex argenteus Evangeliorum Gothicorum[/aq], welcher nach dem er einmahl auß der Königlichen Schwedischen [aq]Bibliothec[/aq] verlohren gewesen/ vor eine grosse Summa Geldes/ von dem Herrn Reichs Cantzler [aq]de la Garde[/aq] wieder herbey geschaffet/ und erstlich von [aq]Francisco Junio[/aq], hernach in Schweden außgegeben worden ist. / Fundstelle
 
Seite: (66) [76]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: In dem alten Gothischen ist [aq]Mats[/aq], davon [aq]Matza vesci[/aq], und das [aq]Compositum Matibalg, Pera[/aq], ein Speisesack/ das bey den Dänen Madpose/ welches vorkomt in den Gothischen Evangelien [aq]Marc. 6, 8. Luc. 9, 3[/aq]. wie auch [aq]Nathamat[/aq], Abendmahlzeit/ [aq]Undauknimat[/aq], Mittagsmahl / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: In dem alten Gothischen ist [aq]Mats[/aq], davon [aq]Matza vesci[/aq], und das [aq]Compositum Matibalg, Pera[/aq], ein Speisesack/ das bey den Dänen Madpose/ welches vorkomt in den Gothischen Evangelien [aq]Marc. 6, 8. Luc. 9, 3[/aq]. wie auch [aq]Nathamat[/aq], Abendmahlzeit/ [aq]Undauknimat[/aq], Mittagsmahl / Fundstelle
 
Seite: (95) [105]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey den [aq]Otfrido lib. 2. Evangel. cap. 11[/aq]. wird die Mörder-Grube genant [aq]scahero luage[/aq], und [aq]lib. 4. c. 27. 31[/aq]. die mit Christo gecreutzigte Mörder [aq]Scahero, Lutherus[/aq] nennet sie gleichfals Schächer. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey den [aq]Otfrido lib. 2. Evangel. cap. 11[/aq]. wird die Mörder-Grube genant [aq]scahero luage[/aq], und [aq]lib. 4. c. 27. 31[/aq]. die mit Christo gecreutzigte Mörder [aq]Scahero, Lutherus[/aq] nennet sie gleichfals Schächer. / Fundstelle
 
Seite: (102) [112]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]UNda[/aq] bey den Lateinern/ auch bey den Teutschen ist Unde gebräuchlich. Welches im Lobwasser. [aq]Ps. 51[/aq]. noch gefunden wird/ Lösch die auß mit deiner Gnaden Unden. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]UNda[/aq] bey den Lateinern/ auch bey den Teutschen ist Unde gebräuchlich. Welches im Lobwasser. [aq]Ps. 51[/aq]. noch gefunden wird/ Lösch die auß mit deiner Gnaden Unden. / Fundstelle
 
Seite: (116) [126]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: In den Gothischen [aq]Evangeliis[/aq] hat man das Wort [aq]VVair Luc. 8, 27. VVairos twai, Viri duo[/aq]. Zween Männer. [aq]Luc. 9, 30[/aq]. [...] So findet man in der Angelsächsischen übersetzung des ersten Psalms: [aq]Eath Ver Beatus Vir[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: In den Gothischen [aq]Evangeliis[/aq] hat man das Wort [aq]VVair Luc. 8, 27. VVairos twai, Viri duo[/aq]. Zween Männer. [aq]Luc. 9, 30[/aq]. [...] So findet man in der Angelsächsischen übersetzung des ersten Psalms: [aq]Eath Ver Beatus Vir[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (113) [141]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Willeramus in Paraphrasi Cantici Canticorum min Wino dilectus meus[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Willeramus in Paraphrasi Cantici Canticorum min Wino dilectus meus[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (134) [144]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Hucbaldus Monachus Elromensis in vitâ S. Lebvini Pres[/aq]-[S][aq]byteri cap.1. Lebvinum carum sibi amicum juxta idioma nominis sui optime congruentis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Hucbaldus Monachus Elromensis in vitâ S. Lebvini Pres[/aq]-[S][aq]byteri cap.1. Lebvinum carum sibi amicum juxta idioma nominis sui optime congruentis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (134-135) [144-145]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der [aq]Sulpicius Severn in vitâ S. Martini[/aq] macht gar einen Unterscheid unter einem [aq]Gallier[/aq] und [aq]Aquitanier[/aq], und eignet diesem [S] die Hoffsprache/ jenen aber die Baursprache zu. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der [aq]Sulpicius Severn in vitâ S. Martini[/aq] macht gar einen Unterscheid unter einem [aq]Gallier[/aq] und [aq]Aquitanier[/aq], und eignet diesem [S] die Hoffsprache/ jenen aber die Baursprache zu. / Fundstelle
 
Seite: (156-157) [166-167]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Du Bartas[/aq] der das Werck der Schöpffung in Frantzösischem [aq]Carmine[/aq] beschrieben/ ist mehr einem [aq]Historico[/aq] als Poeten ähnlich/ selbst nach [aq]Sc. Sanmarthani[/aq] Urtheil. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Du Bartas[/aq] der das Werck der Schöpffung in Frantzösischem [aq]Carmine[/aq] beschrieben/ ist mehr einem [aq]Historico[/aq] als Poeten ähnlich/ selbst nach [aq]Sc. Sanmarthani[/aq] Urtheil. / Fundstelle
 
Seite: (168) [178]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der gelahrte Bischoff [aq]Godeau[/aq], welcher selbst die Psalmen Davids in die sauberste und zierlichste Frantzösische Verse gebracht/ hat zu seinem Lobe [Malherbe, J.T.] eine eigene Schrifft auffgesetzet/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der gelahrte Bischoff [aq]Godeau[/aq], welcher selbst die Psalmen Davids in die sauberste und zierlichste Frantzösische Verse gebracht/ hat zu seinem Lobe [Malherbe, J.T.] eine eigene Schrifft auffgesetzet/ / Fundstelle
 
Seite: (169) [179]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Balzac[/aq] in seiner Lateinischen Briefe einem an den [aq]Silhon p. m. 196[/aq]. gibt ihm den grösten Lobspruch: [...] [aq]Docuit quid esset purè & cum religione scribere[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Balzac[/aq] in seiner Lateinischen Briefe einem an den [aq]Silhon p. m. 196[/aq]. gibt ihm den grösten Lobspruch: [...] [aq]Docuit quid esset purè & cum religione scribere[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (170) [180]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wurden auff des [aq]Cardinal Richelieu[/aq] angeben einige Zusammenkünffte gehalten/ darin von allen dieses Werck [Cid, J.T.] gar genau geurtheilet ward / welche Urtheile hervor gegeben/ und ist das jenige was sie getadelt/ wieder von [aq]Corneille[/aq] verthediget worden. Der Herr [aq]de Scudery[/aq] hiedurch auffgemuntert hat eine [aq]Tragoedie[/aq] erfunden/ dessen [aq]titul l'Amour Tyrannique[/aq], welches dem [aq]Cardinal[/aq] gleichfals ein grosses Vergnügen gegeben. Es hat der [aq]Corneille[/aq] einen Bruder gehabt/ der ihm hierin nichts nachgegeben: Er aber hat endlich diese weltliche Sachen fahren lassen und sich auff den [aq]Kempis de Imitatione Christi[/aq] in Frantzösische Verse zu übersetzen begeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wurden auff des [aq]Cardinal Richelieu[/aq] angeben einige Zusammenkünffte gehalten/ darin von allen dieses Werck [Cid, J.T.] gar genau geurtheilet ward / welche Urtheile hervor gegeben/ und ist das jenige was sie getadelt/ wieder von [aq]Corneille[/aq] verthediget worden. Der Herr [aq]de Scudery[/aq] hiedurch auffgemuntert hat eine [aq]Tragoedie[/aq] erfunden/ dessen [aq]titul l'Amour Tyrannique[/aq], welches dem [aq]Cardinal[/aq] gleichfals ein grosses Vergnügen gegeben. Es hat der [aq]Corneille[/aq] einen Bruder gehabt/ der ihm hierin nichts nachgegeben: Er aber hat endlich diese weltliche Sachen fahren lassen und sich auff den [aq]Kempis de Imitatione Christi[/aq] in Frantzösische Verse zu übersetzen begeben. / Fundstelle
 
Seite: (173) [183]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Sorell[/aq] gedencket noch des [aq]Pere le Moine le Saint Louys, le S. Paul de M. Godeau, le Moyse sauvé de M. de S. Aymant, le Clouis de M. Desmarests, le David de M. de Lesfargue[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Sorell[/aq] gedencket noch des [aq]Pere le Moine le Saint Louys, le S. Paul de M. Godeau, le Moyse sauvé de M. de S. Aymant, le Clouis de M. Desmarests, le David de M. de Lesfargue[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (176) [186]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Castravilla[/aq] hatte zwey Bücher wieder den [aq]Dantem[/aq] geschrieben/ welche [aq]Jacobus Mazonius[/aq] widerleget/ erweisend daß des Dantes ([aq]divini hominis[/aq], wie er sagt) [aq]Comoedia[/aq] unbillig getadelt werde. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Castravilla[/aq] hatte zwey Bücher wieder den [aq]Dantem[/aq] geschrieben/ welche [aq]Jacobus Mazonius[/aq] widerleget/ erweisend daß des Dantes ([aq]divini hominis[/aq], wie er sagt) [aq]Comoedia[/aq] unbillig getadelt werde. / Fundstelle
 
Seite: (186) [196]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Selbiger [Claudius Verdierus, J.T.] hat auch [aq]Petrarcham[/aq] beschuldigen wollen/ als hätte er die erfindung seiner [aq]Triumphorum[/aq] auß einem alten [aq]Poëten[/aq] genommen/ dessen [aq]Lactantius lib. I. Instit. divin[/aq]. gedencket. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Selbiger [Claudius Verdierus, J.T.] hat auch [aq]Petrarcham[/aq] beschuldigen wollen/ als hätte er die erfindung seiner [aq]Triumphorum[/aq] auß einem alten [aq]Poëten[/aq] genommen/ dessen [aq]Lactantius lib. I. Instit. divin[/aq]. gedencket. / Fundstelle
 
Seite: (191) [201]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Es wird von dem [aq]Nicolao Antonio[/aq] auch [aq]Gar[/aq]-[S][aq]sias Laso de la Vega[/aq] des Königs [aq]Ferdinandi[/aq] Raht und [aq]Legatus[/aq] an den Pabst gelobet/ welcher auß den Lateinischen und Italiänischen [aq]Carminibus[/aq], die er fleissig gelesen/ die beste ahrt zu poetisiren angenommen/ auch einige Form der Italiänischen Reimgebände der Spanischen Sprache einverleibet. Dessen Wercke sein mit des vornehmen [aq]Philologi Francisci Sancti[/aq] Anmerckungen zu [aq]Salmantica[/aq] im [aq]1574[/aq]ten Jahr heraußgegeben/ welcher nachgewiesen/ wo der [aq]Autor[/aq] die alten Poeten in seinem Wercke gefolget/ und ihnen die Zierlichkeiten abgeliehen. In Geistlichen Sachen lobt er den [aq]Alphonsum de Ledesma[/aq] welcher in kurtzen Spanischen Versen und [aq]Epigrammatibus[/aq] dieselbe vorgestellet/ und den Zunahmen des [aq]Divini[/aq] bey ihnen erworben. [...] [S] [...] Seine Schrifften sein: [aq]Conceptos Espirituales, Epigramas y Geroglyficos al Vida de Christo & c[/aq].
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wird von dem [aq]Nicolao Antonio[/aq] auch [aq]Gar[/aq]-[S][aq]sias Laso de la Vega[/aq] des Königs [aq]Ferdinandi[/aq] Raht und [aq]Legatus[/aq] an den Pabst gelobet/ welcher auß den Lateinischen und Italiänischen [aq]Carminibus[/aq], die er fleissig gelesen/ die beste ahrt zu poetisiren angenommen/ auch einige Form der Italiänischen Reimgebände der Spanischen Sprache einverleibet. Dessen Wercke sein mit des vornehmen [aq]Philologi Francisci Sancti[/aq] Anmerckungen zu [aq]Salmantica[/aq] im [aq]1574[/aq]ten Jahr heraußgegeben/ welcher nachgewiesen/ wo der [aq]Autor[/aq] die alten Poeten in seinem Wercke gefolget/ und ihnen die Zierlichkeiten abgeliehen. In Geistlichen Sachen lobt er den [aq]Alphonsum de Ledesma[/aq] welcher in kurtzen Spanischen Versen und [aq]Epigrammatibus[/aq] dieselbe vorgestellet/ und den Zunahmen des [aq]Divini[/aq] bey ihnen erworben. [...] [S] [...] Seine Schrifften sein: [aq]Conceptos Espirituales, Epigramas y Geroglyficos al Vida de Christo & c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wird von dem [aq]Nicolao Antonio[/aq] auch [aq]Gar[/aq]-[S][aq]sias Laso de la Vega[/aq] des Königs [aq]Ferdinandi[/aq] Raht und [aq]Legatus[/aq] an den Pabst gelobet/ welcher auß den Lateinischen und Italiänischen [aq]Carminibus[/aq], die er fleissig gelesen/ die beste ahrt zu poetisiren angenommen/ auch einige Form der Italiänischen Reimgebände der Spanischen Sprache einverleibet. Dessen Wercke sein mit des vornehmen [aq]Philologi Francisci Sancti[/aq] Anmerckungen zu [aq]Salmantica[/aq] im [aq]1574[/aq]ten Jahr heraußgegeben/ welcher nachgewiesen/ wo der [aq]Autor[/aq] die alten Poeten in seinem Wercke gefolget/ und ihnen die Zierlichkeiten abgeliehen. In Geistlichen Sachen lobt er den [aq]Alphonsum de Ledesma[/aq] welcher in kurtzen Spanischen Versen und [aq]Epigrammatibus[/aq] dieselbe vorgestellet/ und den Zunahmen des [aq]Divini[/aq] bey ihnen erworben. [...] [S] [...] Seine Schrifften sein: [aq]Conceptos Espirituales, Epigramas y Geroglyficos al Vida de Christo & c[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (220-222) [230-232]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Derselbe [aq]Spelmannus[/aq] erwehnet/ in den notis [aq]ad §. 43[/aq]. daß der [aq]AElfredus[/aq] in diesen Gesängen zu machen dem heiligen [aq]Aldhelmo[/aq] der fast in die [aq]200[/aq] Jahr vor ihm gelebet/ nachgefolgt. von welchen [aq]Malmesburiensis lib. 5. de gestis Pontificum[/aq] dieses erzehlet: [...] [aq]Populum eo tempore semibarbarum parum divinis sermonibus intentum cantatis missis do[/aq]-[S][aq]mos cursitare solitum. Ideo sanctum virum super pontem, qui urbem & rura continet abeuntibus se opposuisse obicem quasi artem contandi professum. Eò plus quam semel facto plebis favorem & concursum emeritum, sensimque inter ludicra verbis scripturarum insertis cives ad sanctitatem reduxisse, qui si severe & cum excommunicatione agendum putasset, profectò profecisset nihil[/aq]. Diese sein trefliche Exempel/ wie durch hülffe der Poesi die Leute zur GOttesfurcht und Tugend zu bringen. / Fundstelle
 
Seite: (234-235) [244-245]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]George Herbert[/aq] hat sehr gute Geistliche Oden geschrieben/ auff welchen [aq]Abrah. Cowley[/aq] eine trefliche Lobschrifft gemacht/ und dem der Cantzler [aq]Baco Verulamius[/aq] seine in Verse übersetzte Psalmen Davids zu geschrieben hat/ welche selber von keinen gemeinen Geiste seyn; / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]George Herbert[/aq] hat sehr gute Geistliche Oden geschrieben/ auff welchen [aq]Abrah. Cowley[/aq] eine trefliche Lobschrifft gemacht/ und dem der Cantzler [aq]Baco Verulamius[/aq] seine in Verse übersetzte Psalmen Davids zu geschrieben hat/ welche selber von keinen gemeinen Geiste seyn; / Fundstelle
 
Seite: (246) [256]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wäre des [aq]Verdiers[/aq] Urthel nicht groß zu achten; aber der gelehrte [aq]Cardinal Perronius[/aq] ist selbst in der Meinung/ denn in den [aq]Excerptis[/aq], die die [aq]fratres Puteani[/aq] von ihm auffgezeichnet/ seyn diese Worte außdrücklich zu finden [aq]p. 284[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es wäre des [aq]Verdiers[/aq] Urthel nicht groß zu achten; aber der gelehrte [aq]Cardinal Perronius[/aq] ist selbst in der Meinung/ denn in den [aq]Excerptis[/aq], die die [aq]fratres Puteani[/aq] von ihm auffgezeichnet/ seyn diese Worte außdrücklich zu finden [aq]p. 284[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (274) [284]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Was nun die Uhralte Zeit anlanget/ so haben wir deren keine Nachricht als welche wir [aq]beym Tacito[/aq] finden. Desselben Worte lauten also: [aq]Celebrant carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & annalium genus est (Tui[/aq]-[S][aq]stonem Deum terrâ editum, & filium Mannum, originem gentis conditoresque[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Was nun die Uhralte Zeit anlanget/ so haben wir deren keine Nachricht als welche wir [aq]beym Tacito[/aq] finden. Desselben Worte lauten also: [aq]Celebrant carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & annalium genus est (Tui[/aq]-[S][aq]stonem Deum terrâ editum, & filium Mannum, originem gentis conditoresque[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (278-279) [288-289]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: ["Herr [aq]Rudbeck[/aq] aus des [aq]Taubmanni[/aq] Vorrede in [aq]Culicem Virgilianum[/aq]" (291) [301], J.T.] Setzet so fort darauff: [aq]Verum enim vero nostra ipsorum sponte largiemur eis poëma multo antiquius seculorum nempe octo ex Ottfridi Evangeliis[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: ["Herr [aq]Rudbeck[/aq] aus des [aq]Taubmanni[/aq] Vorrede in [aq]Culicem Virgilianum[/aq]" (291) [301], J.T.] Setzet so fort darauff: [aq]Verum enim vero nostra ipsorum sponte largiemur eis poëma multo antiquius seculorum nempe octo ex Ottfridi Evangeliis[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (291) [301]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Von diesen vermeinet [aq]Bernegger quaest. 6. in Taciti Germaniam[/aq] sein die so genante Meistergesänge und Meistersänger hergekommen/ welche Geistliche und Weltliche Historien in Reimen gebracht/ und dieselbe in Zusammenkünfften offentlich gesungen/ den [aq]Trithenium[/aq] vor sich anführend/ der in [S] seiner [aq]Historia Francorum[/aq] solcher Meinung zu sein scheinet. [aq]Mos erat[/aq] (saget er) [aq]majoribus nostris Francis & Germanis, ut Heroum facta, vel dicta memoratu digna per Sacerdotes templorum patriis commendarentur carminibus, in quibus discendis memorandis & decantandis juvenum excitarentur ingenia quae consuetudo multis duravit annis, nec hodie defecit[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Von diesen vermeinet [aq]Bernegger quaest. 6. in Taciti Germaniam[/aq] sein die so genante Meistergesänge und Meistersänger hergekommen/ welche Geistliche und Weltliche Historien in Reimen gebracht/ und dieselbe in Zusammenkünfften offentlich gesungen/ den [aq]Trithenium[/aq] vor sich anführend/ der in [S] seiner [aq]Historia Francorum[/aq] solcher Meinung zu sein scheinet. [aq]Mos erat[/aq] (saget er) [aq]majoribus nostris Francis & Germanis, ut Heroum facta, vel dicta memoratu digna per Sacerdotes templorum patriis commendarentur carminibus, in quibus discendis memorandis & decantandis juvenum excitarentur ingenia quae consuetudo multis duravit annis, nec hodie defecit[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (302-303) [312-313]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist noch ein altes Teutsches Werck verhanden dessen [aq]Goldastus[/aq] offt gedencket/ und [aq]Lambecius[/aq] Erwehnung thut in [aq]lib. 2. comment. de Biblioth. Vindobonensi[/aq] von den Thaten des [aq]Caroli M[/aq]. und des Rulands/ dessen Verfertiger sich [aq]Striker[/aq] nennet/ und ist diß drüber geschrieben: [aq]diz Puech ist von Chunich Karl und von Ruland gemacht, wie sie diu heidenschafft uberchomen[/aq]. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist noch ein altes Teutsches Werck verhanden dessen [aq]Goldastus[/aq] offt gedencket/ und [aq]Lambecius[/aq] Erwehnung thut in [aq]lib. 2. comment. de Biblioth. Vindobonensi[/aq] von den Thaten des [aq]Caroli M[/aq]. und des Rulands/ dessen Verfertiger sich [aq]Striker[/aq] nennet/ und ist diß drüber geschrieben: [aq]diz Puech ist von Chunich Karl und von Ruland gemacht, wie sie diu heidenschafft uberchomen[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (310) [320]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
[aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey.
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey. / Fundstelle
 
Seite: (310-315) [320-325]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Hottingerus[/aq] erwehnet am vorigem Ohrte einer andern die er vor sehr alt hält/ auß welcher ihm einzige [aq]fragmenta[/aq] zu handen kommen/ deren eins wir hieher setzen wollen aus der Historia von Joseph. ¶ Do der hunger sere/ ie mere und aber meere. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Hottingerus[/aq] erwehnet am vorigem Ohrte einer andern die er vor sehr alt hält/ auß welcher ihm einzige [aq]fragmenta[/aq] zu handen kommen/ deren eins wir hieher setzen wollen aus der Historia von Joseph. ¶ Do der hunger sere/ ie mere und aber meere. / Fundstelle
 
Seite: (315) [325]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen. / Fundstelle
 
Seite: (316-320) [326-330]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen. / Fundstelle
 
Seite: (321-322) [331-332]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es bezeuget [aq]Boppo[/aq], der zu der Zeit gelebet/ daß er 2. Bücher geschrieben an seinen Sohn Fridebrand: eines/ darin er handelt von der Unterweisung in Göttlichen dingen; / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es bezeuget [aq]Boppo[/aq], der zu der Zeit gelebet/ daß er 2. Bücher geschrieben an seinen Sohn Fridebrand: eines/ darin er handelt von der Unterweisung in Göttlichen dingen; / Fundstelle
 
Seite: (327) [337]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: auch des [aq]St. Annonis[/aq], eines Cölnischen Ertz Bischoffen/ Teutsche Verse/ vor etwa [aq]600[/aq]. Jahren geschrieben/ die Herr Opitz noch kurtz vor seinem Tode mit Anmerckungen heraußgegeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: auch des [aq]St. Annonis[/aq], eines Cölnischen Ertz Bischoffen/ Teutsche Verse/ vor etwa [aq]600[/aq]. Jahren geschrieben/ die Herr Opitz noch kurtz vor seinem Tode mit Anmerckungen heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (333) [343]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich muß hie auch eines nicht gar viel bekanten Hugo von Trimberg gedencken/ welcher vor etwa [aq]380[/aq]. Jahren gelebet/ und ein weitläufftig Buch in Reimen geschrieben/ so er den Renner nennet: worin die Mißbräuche die damahls in allen Ständen gewesen vorgestellet/ viel Mängel der Geistlichen endeckt/ und alle zur Tugend und Wollstand angewiesen werden. Solch Buch ist von [aq]Cyriaaco Jacob[/aq] zum Bock/ Buchdrucker [aq]Anno 1549[/aq]. unter den Titul der Renner heraußgegeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich muß hie auch eines nicht gar viel bekanten Hugo von Trimberg gedencken/ welcher vor etwa [aq]380[/aq]. Jahren gelebet/ und ein weitläufftig Buch in Reimen geschrieben/ so er den Renner nennet: worin die Mißbräuche die damahls in allen Ständen gewesen vorgestellet/ viel Mängel der Geistlichen endeckt/ und alle zur Tugend und Wollstand angewiesen werden. Solch Buch ist von [aq]Cyriaaco Jacob[/aq] zum Bock/ Buchdrucker [aq]Anno 1549[/aq]. unter den Titul der Renner heraußgegeben. / Fundstelle
 
Seite: (351) [361]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Von diesem [aq]Petro Dresdensi[/aq] und seinen Liedern kan ein mehres bey dem Herrn [aq]Thomasio[/aq] in einer absonderlichen [aq]Dissertation de Petro Dresdensi[/aq] gelesen werden. [aq]Matthias Flacius[/aq] gedencket in seinem [aq]Catalogo Test. Veritatis lib. 19[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Von diesem [aq]Petro Dresdensi[/aq] und seinen Liedern kan ein mehres bey dem Herrn [aq]Thomasio[/aq] in einer absonderlichen [aq]Dissertation de Petro Dresdensi[/aq] gelesen werden. [aq]Matthias Flacius[/aq] gedencket in seinem [aq]Catalogo Test. Veritatis lib. 19[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (361) [371]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zu derselben Zeit des Hugo von Trimbergs lebte Freydanck/ der von jenem offt angeführet wird/ hat ein Buch in teutschen Reimen geschrieben/ so er die Laien Bibel nennet/ darinnen er die fürnehmste Historien altes und neues Testaments in teutsche Verse verfaßt/ und allerhand feine Lehren mit untermischt. Er hat auch einen Außzug der siebenden Zahl aus der Bibel und den Chronicken hervorgegeben/ dessen doch Leonhard Wurffbain in seinem Buch [aq]de Septenario[/aq] keine Erwehnung gethan. Sie sein zu Franckfurth [aq]Anno 1569[/aq]. gedruckt. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zu derselben Zeit des Hugo von Trimbergs lebte Freydanck/ der von jenem offt angeführet wird/ hat ein Buch in teutschen Reimen geschrieben/ so er die Laien Bibel nennet/ darinnen er die fürnehmste Historien altes und neues Testaments in teutsche Verse verfaßt/ und allerhand feine Lehren mit untermischt. Er hat auch einen Außzug der siebenden Zahl aus der Bibel und den Chronicken hervorgegeben/ dessen doch Leonhard Wurffbain in seinem Buch [aq]de Septenario[/aq] keine Erwehnung gethan. Sie sein zu Franckfurth [aq]Anno 1569[/aq]. gedruckt. / Fundstelle
 
Seite: (362) [372]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Daß wir in Teutschland ältere gehabt haben/ ist droben er-[S]wiesen/ und schrieb um [aq]Ludovico II[/aq]. Zeit der [aq]Ottfridus[/aq] seine Evangelia. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Daß wir in Teutschland ältere gehabt haben/ ist droben er-[S]wiesen/ und schrieb um [aq]Ludovico II[/aq]. Zeit der [aq]Ottfridus[/aq] seine Evangelia. / Fundstelle
 
Seite: (402-403) [412-413]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man hat auch [aq]Alexandri M. Historiam[/aq] eines [aq]Anonymi Anno 1363[/aq], ein [aq]Chronicon Episcoporum Sca[/aq]-[S][aq]rensium Anno 1397[/aq]. von [aq]Brynolpho[/aq] in Schwedische Reimen verfasset. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man hat auch [aq]Alexandri M. Historiam[/aq] eines [aq]Anonymi Anno 1363[/aq], ein [aq]Chronicon Episcoporum Sca[/aq]-[S][aq]rensium Anno 1397[/aq]. von [aq]Brynolpho[/aq] in Schwedische Reimen verfasset. / Fundstelle
 
Seite: (408-409) [418-419]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es sein viel andere [aq]Chronica[/aq] auch auff diese art [in schwedischen Reimen, J.T.] verfertiget/ und eine zimliche Menge theils geistlicher theils weltlicher Getichte/ die bey dem Herrn Scheffer können nachgelesen werden. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es sein viel andere [aq]Chronica[/aq] auch auff diese art [in schwedischen Reimen, J.T.] verfertiget/ und eine zimliche Menge theils geistlicher theils weltlicher Getichte/ die bey dem Herrn Scheffer können nachgelesen werden. / Fundstelle
 
Seite: (409) [419]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dann die geistliche Lieder und Psalmen/ die bey ihnen in Verse gesetzt/ und das Finni-[S]sche [aq]Chronicon[/aq] in Finnischen Reimen/ so zu [aq]Abo 1658[/aq]. heraußgegangen/ sein wie ich vermeine/ uach art der Schwedischen eingerichtet. [aq]Petrus[/aq] Bäng [aq]Professor Theologiae[/aq] auff der Finländischen [aq]Academia[/aq] zu [aq]Abo[/aq] hat in seiner [aq]Historiâ Ecclesiasticâ Sueo-Gothorum lib. 6. cap. 6[/aq]. auß des [aq]Agricolae[/aq], eines Wiburgischen Bischoffs Poetischen Vorrede über die Psalmen Davids/ einige Finnische Verse angeführet/ worinnen die Nahmen der alten Finnischen Götter erzehlet werden/ diese sein aber nach art der Teutschen gemacht. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Dann die geistliche Lieder und Psalmen/ die bey ihnen in Verse gesetzt/ und das Finni-[S]sche [aq]Chronicon[/aq] in Finnischen Reimen/ so zu [aq]Abo 1658[/aq]. heraußgegangen/ sein wie ich vermeine/ uach art der Schwedischen eingerichtet. [aq]Petrus[/aq] Bäng [aq]Professor Theologiae[/aq] auff der Finländischen [aq]Academia[/aq] zu [aq]Abo[/aq] hat in seiner [aq]Historiâ Ecclesiasticâ Sueo-Gothorum lib. 6. cap. 6[/aq]. auß des [aq]Agricolae[/aq], eines Wiburgischen Bischoffs Poetischen Vorrede über die Psalmen Davids/ einige Finnische Verse angeführet/ worinnen die Nahmen der alten Finnischen Götter erzehlet werden/ diese sein aber nach art der Teutschen gemacht. / Fundstelle
 
Seite: (410-411) [420-421]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Simon Dach hat auch sehr gute Oden geschrieben/ dessen Nachfolger in der [aq]Professione Poëseos[/aq] zu Königsberg der Hr. Röling mein lieber Freund/ gewesen/ der gar zu frühe uns durch den Tod entrissen ist. Seine Geistliche Lieder/ deren ein Theil heraußgegangen/ sein voll tieffsinniger Einfälle/ und führen eine Flemmingische art bey sich/ als die er jederzeit beliebet hat. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Simon Dach hat auch sehr gute Oden geschrieben/ dessen Nachfolger in der [aq]Professione Poëseos[/aq] zu Königsberg der Hr. Röling mein lieber Freund/ gewesen/ der gar zu frühe uns durch den Tod entrissen ist. Seine Geistliche Lieder/ deren ein Theil heraußgegangen/ sein voll tieffsinniger Einfälle/ und führen eine Flemmingische art bey sich/ als die er jederzeit beliebet hat. / Fundstelle
 
Seite: (432) [442]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hingegen sein gelehrte Leute die in Lateinischer Sprache die grösten Poeten sein/ und in Teutscher gantz [S] außarten/ nach des [aq]Ennii[/aq] art/ [aq]ingenio maximi, arte rudes[/aq], wie [aq]Jacob Balde[/aq] in seinen Teutschen [aq]Carminibus de vanitate Mundi[/aq] und [aq]Zacharias Lundius[/aq] in seinen Teutschen [aq]Poëmatibus[/aq], die doch beyde schöne Lateinische [aq]Carmina[/aq] geschrieben. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hingegen sein gelehrte Leute die in Lateinischer Sprache die grösten Poeten sein/ und in Teutscher gantz [S] außarten/ nach des [aq]Ennii[/aq] art/ [aq]ingenio maximi, arte rudes[/aq], wie [aq]Jacob Balde[/aq] in seinen Teutschen [aq]Carminibus de vanitate Mundi[/aq] und [aq]Zacharias Lundius[/aq] in seinen Teutschen [aq]Poëmatibus[/aq], die doch beyde schöne Lateinische [aq]Carmina[/aq] geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (437-438) [447-448]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der [aq]Wallefridus Strabo de Vitâ Galli cap. 6[/aq]. nennet [aq]linguam Alemannicam barbaricam locutionem[/aq]. Derselbe hat [aq]de reb. Ecclesiast. c. 7[/aq]. diese Worte. [aq]Dicam secundum nostram barbariem, quae est Theodisca[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der [aq]Wallefridus Strabo de Vitâ Galli cap. 6[/aq]. nennet [aq]linguam Alemannicam barbaricam locutionem[/aq]. Derselbe hat [aq]de reb. Ecclesiast. c. 7[/aq]. diese Worte. [aq]Dicam secundum nostram barbariem, quae est Theodisca[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (449) [459]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese des [aq]Caroli M. Grammâtica[/aq] ist wie [aq]Gesnerus[/aq] in seiner [aq]Bibliothecâ[/aq] erwehnet noch zu seiner Zeit verhanden gewesen. Sie ist aber dennoch nicht zur Vollkommenheit gebracht: denn es klaget nachgehends der [aq]Ottfridus[/aq] in der Vorrede seiner Evangelien sehr über die härtigkeit und unfreundlichkeit der Sprache. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese des [aq]Caroli M. Grammâtica[/aq] ist wie [aq]Gesnerus[/aq] in seiner [aq]Bibliothecâ[/aq] erwehnet noch zu seiner Zeit verhanden gewesen. Sie ist aber dennoch nicht zur Vollkommenheit gebracht: denn es klaget nachgehends der [aq]Ottfridus[/aq] in der Vorrede seiner Evangelien sehr über die härtigkeit und unfreundlichkeit der Sprache. / Fundstelle
 
Seite: (454) [464]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Carresius[/aq] urtheilet an angeführtem Ohrte von solcher Sprache also: [...] [aq]Sed ne spera te unquam visurum illam in usu: id magnas in orbe mutationes supponit, essetque necesse totum Orbem in Paradisum terrestrem converti; quod sanè in fabulis tantum locum habeat[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Carresius[/aq] urtheilet an angeführtem Ohrte von solcher Sprache also: [...] [aq]Sed ne spera te unquam visurum illam in usu: id magnas in orbe mutationes supponit, essetque necesse totum Orbem in Paradisum terrestrem converti; quod sanè in fabulis tantum locum habeat[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (464) [474]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dergleichen findet sich auch in der Teutschen Sprache: Aber [S] die Engelländer gebrauchen sich einer grösseren Freyheit in Zusammenziehung der Wörter/ und heraußstossung des [aq](e) Johannes Bellin[/aq] hat in seiner [aq]Syntaxi Praepositionum Teutonicarum[/aq] von [aq]p. 44[/aq]. biß [aq]58[/aq]. auß der Bibel und andern Poeten die Exempel der Wörter zusammen getragen/ denen das [aq](e)[/aq] am Ende angehangen oder entzogen wird. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dergleichen findet sich auch in der Teutschen Sprache: Aber [S] die Engelländer gebrauchen sich einer grösseren Freyheit in Zusammenziehung der Wörter/ und heraußstossung des [aq](e) Johannes Bellin[/aq] hat in seiner [aq]Syntaxi Praepositionum Teutonicarum[/aq] von [aq]p. 44[/aq]. biß [aq]58[/aq]. auß der Bibel und andern Poeten die Exempel der Wörter zusammen getragen/ denen das [aq](e)[/aq] am Ende angehangen oder entzogen wird. / Fundstelle
 
Seite: (477-478) [487-488]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man hat einige alte [aq]Glossaria[/aq], so billig in hohem werthe zu halten sein/ weil in diesen der ietzigen Sprache Stammwörter zum theil stecken; Da ist des [aq]Rabani Mauri Glossarium Latino-Theodiscum, in tota Biblia Veteris & Novi Testamenti[/aq], so noch nimmmer hervorgegeben. Dieses Buch hat [aq]Lambecius[/aq] auff seine Tyrolischen Reise irgend in einem Schloß unter alten Büchern gefunden/ [S] und der Keyserlichen Wienischen Bibliotheck einverleibet/ hat auch versprochen in seinem [aq]Syntagmate rerum Germanicarum[/aq] es hervorzugeben/ welche Hoffnung nun verloschen. Er setzet den Anfang dieses [aq]Glossarii lib. 2. com. de Biblioth. Vindob. c. 5. p. 416[/aq]. welcher also lautet [aq]Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero nivum anti deru altun Euu. Inchoant congregationes verborum ex novo & vetere testamento[/aq]. Dieses ist warlich eine schöne [aq]antiquität[/aq]; dann es ist etwa [aq]Anno Chr. 847[/aq]. geschrieben. / Fundstelle
 
Seite: (498-499) [508-509]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
So hat auch [aq]Quiri[/aq]-[S][aq]nus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis[/aq] ein Buch verheissen/ dessen [aq]Titul[/aq] sehr weit hinauß siehet: [aq]Ars magna Poëtica, Versificatoria, Rhythmica in quâ porta ad Germanicam triplicem Poesin cum Deo aperienda, multa millia carminum genera docenda, Epitheta plusquam 100000 Poëtica virtute inventorum novorumm artis Alphabetorum eruenda: verbo: in paucis quibusdam methodus demonstranda tantae perfectitudinis, ut Teutonica lingua cum aliis non de copiâ solum, sed de ipso principatu elaborationis possit contendere facillime[/aq]. In seiner Epistel [aq]de mirabilibus quibusdam inventis[/aq], gedencket er auch dieser Erfindung/ und gibt zu verstehen/ daß solches in einer [aq]Rotâ Naturae[/aq] bestehe. Worauß zu sehen/ daß es dem [aq]Artificio Lulliano[/aq] gleich sein müsse.
Eigenschaft / Exempelpolitik: So hat auch [aq]Quiri[/aq]-[S][aq]nus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis[/aq] ein Buch verheissen/ dessen [aq]Titul[/aq] sehr weit hinauß siehet: [aq]Ars magna Poëtica, Versificatoria, Rhythmica in quâ porta ad Germanicam triplicem Poesin cum Deo aperienda, multa millia carminum genera docenda, Epitheta plusquam 100000 Poëtica virtute inventorum novorumm artis Alphabetorum eruenda: verbo: in paucis quibusdam methodus demonstranda tantae perfectitudinis, ut Teutonica lingua cum aliis non de copiâ solum, sed de ipso principatu elaborationis possit contendere facillime[/aq]. In seiner Epistel [aq]de mirabilibus quibusdam inventis[/aq], gedencket er auch dieser Erfindung/ und gibt zu verstehen/ daß solches in einer [aq]Rotâ Naturae[/aq] bestehe. Worauß zu sehen/ daß es dem [aq]Artificio Lulliano[/aq] gleich sein müsse. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: So hat auch [aq]Quiri[/aq]-[S][aq]nus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis[/aq] ein Buch verheissen/ dessen [aq]Titul[/aq] sehr weit hinauß siehet: [aq]Ars magna Poëtica, Versificatoria, Rhythmica in quâ porta ad Germanicam triplicem Poesin cum Deo aperienda, multa millia carminum genera docenda, Epitheta plusquam 100000 Poëtica virtute inventorum novorumm artis Alphabetorum eruenda: verbo: in paucis quibusdam methodus demonstranda tantae perfectitudinis, ut Teutonica lingua cum aliis non de copiâ solum, sed de ipso principatu elaborationis possit contendere facillime[/aq]. In seiner Epistel [aq]de mirabilibus quibusdam inventis[/aq], gedencket er auch dieser Erfindung/ und gibt zu verstehen/ daß solches in einer [aq]Rotâ Naturae[/aq] bestehe. Worauß zu sehen/ daß es dem [aq]Artificio Lulliano[/aq] gleich sein müsse. / Fundstelle
 
Seite: (439-540) [549-550]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Darum hat der unvergleichliche [aq]Tasso[/aq] die Lieblichkeit der Italiänischen Sprache mit harten [aq]Consonantibus[/aq] versetzet/ wie auß dem Anfang des vierten Buchs seiner [aq]Gjerusalemme[/aq] liberata zu sehen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Darum hat der unvergleichliche [aq]Tasso[/aq] die Lieblichkeit der Italiänischen Sprache mit harten [aq]Consonantibus[/aq] versetzet/ wie auß dem Anfang des vierten Buchs seiner [aq]Gjerusalemme[/aq] liberata zu sehen. / Fundstelle
 
Seite: (560) [570]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So hat auch [aq]Masenius[/aq] ein Lateinisches Saufflied in seiner [aq]Comoedia, Bacchi Schola eversa[/aq], und einer Petermann des Risten Himmlische Lieder in Lateinische Reimen gebracht. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: So hat auch [aq]Masenius[/aq] ein Lateinisches Saufflied in seiner [aq]Comoedia, Bacchi Schola eversa[/aq], und einer Petermann des Risten Himmlische Lieder in Lateinische Reimen gebracht. / Fundstelle
 
Seite: (582) [592]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die so genandte [aq]Versus Leonini[/aq] haben sonst in der Lateinischen Sprache zeitig den Anfang genommen/ und erweiset [aq]Naudaeus Addition. à l'Histoire de Louys XI. p. 146[/aq], daß schon [aq]Anno Chr. 480[/aq], man dergleichen art Verse gehabt. [S] Nachgehends sind dieselben so in den Gebrauch gekommen/ daß man keine andere als diese beliebet/ insonderheit in dem zwölfften [aq]seculo[/aq]. Worunter des [aq]Bernhardi Morlanensis[/Aq], die er [aq]de contemptu mundi[/aq] geschrieben/ die allerartigsten sein. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die so genandte [aq]Versus Leonini[/aq] haben sonst in der Lateinischen Sprache zeitig den Anfang genommen/ und erweiset [aq]Naudaeus Addition. à l'Histoire de Louys XI. p. 146[/aq], daß schon [aq]Anno Chr. 480[/aq], man dergleichen art Verse gehabt. [S] Nachgehends sind dieselben so in den Gebrauch gekommen/ daß man keine andere als diese beliebet/ insonderheit in dem zwölfften [aq]seculo[/aq]. Worunter des [aq]Bernhardi Morlanensis[/Aq], die er [aq]de contemptu mundi[/aq] geschrieben/ die allerartigsten sein. / Fundstelle
 
Seite: (589-600) [609-610]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Im Alexandrinischen [aq]Genere[/aq] hat Herr Ziegler ein Buch solcher [aq]Elegien[/aq] geschrieben/ von der Gebuhrt/ Leiden und Aufferstehung Christi. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Im Alexandrinischen [aq]Genere[/aq] hat Herr Ziegler ein Buch solcher [aq]Elegien[/aq] geschrieben/ von der Gebuhrt/ Leiden und Aufferstehung Christi. / Fundstelle
 
Seite: (630) [640]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es will zwar der [aq]Cardinal Perron[/aq] behaupten/ daß die Frantzösische Sprache sich besser zu einen [aq]Epico Carmine[/aq] schicke/ als die Italiänische/ aus Uhrsachen/ daß bey den Italiänern lauter Weibliche Reime sein. [...] Er tadelt auch an seinen Landsleuten/ daß sie nicht die Gedult haben ein weitläuffti-[S]ges Werck außzuarbeiten/ das eines Menschen Leben erfodere. Er selbst/ spricht er/ hätte in seiner Jugend ihm vorgenommen ein [aq]Poema epicum[/aq] von der Kinder Israel Außzug aus Aegypten unter dem [aq]titul la Mosaide[/aq] zu schreiben. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es will zwar der [aq]Cardinal Perron[/aq] behaupten/ daß die Frantzösische Sprache sich besser zu einen [aq]Epico Carmine[/aq] schicke/ als die Italiänische/ aus Uhrsachen/ daß bey den Italiänern lauter Weibliche Reime sein. [...] Er tadelt auch an seinen Landsleuten/ daß sie nicht die Gedult haben ein weitläuffti-[S]ges Werck außzuarbeiten/ das eines Menschen Leben erfodere. Er selbst/ spricht er/ hätte in seiner Jugend ihm vorgenommen ein [aq]Poema epicum[/aq] von der Kinder Israel Außzug aus Aegypten unter dem [aq]titul la Mosaide[/aq] zu schreiben. / Fundstelle
 
Seite: (686-687) [696-697]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Des Marests[/aq] in seinem [aq]Advis[/aq] bey seinem [aq]Clovis[/aq] oder [aq]France Chrestienne[/aq] urtheilt hievon also: / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Des Marests[/aq] in seinem [aq]Advis[/aq] bey seinem [aq]Clovis[/aq] oder [aq]France Chrestienne[/aq] urtheilt hievon also: / Fundstelle
 
Seite: (690) [700]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Daß bey den alten Nordländern/ dergleichen Getichte [Romane, J.T.] gewesen/ geben die Fabeln an den Tag/ die man in der [aq]Edda[/aq] noch vorfindet. Ja wann man des Herrn [aq]Rudbecks[/aq] Meinungen annehmen solte/ dürffte woll die gantze [aq]Mythologia[/aq] der Griechen davon entstanden sein/ daß also dieselben nicht von [aq]Caroli M[/aq]. Zeiten nur herzu holen/ wie [aq]Huetus[/aq] meinet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Daß bey den alten Nordländern/ dergleichen Getichte [Romane, J.T.] gewesen/ geben die Fabeln an den Tag/ die man in der [aq]Edda[/aq] noch vorfindet. Ja wann man des Herrn [aq]Rudbecks[/aq] Meinungen annehmen solte/ dürffte woll die gantze [aq]Mythologia[/aq] der Griechen davon entstanden sein/ daß also dieselben nicht von [aq]Caroli M[/aq]. Zeiten nur herzu holen/ wie [aq]Huetus[/aq] meinet. / Fundstelle
 
Seite: (692) [702]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So ist es dem gelehrte [aq]Jacobo Palmerio à Grentemesnil[/aq] ergangen/ von welchem in seiner Lebensbeschreibung diß erzehlet wird. [...] [aq]sed eo tandem elapso, ad suam mentem reversus ingemuit, acerboque dolore perculsus animadvertit, se pro veris historiis, quibus admiranda Dei providentia agnoscitur, figmentis libidinum incentivis memoriam suam onerasse, & pro heroibus egregiisque eorum facinoribus veritatem histo[/aq]-[S][aq]ricam illustrantib[/aq][?] [aq]ineptos thrasones & vanae imaginationis otio suo abutentis ludibria coluisse[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: So ist es dem gelehrte [aq]Jacobo Palmerio à Grentemesnil[/aq] ergangen/ von welchem in seiner Lebensbeschreibung diß erzehlet wird. [...] [aq]sed eo tandem elapso, ad suam mentem reversus ingemuit, acerboque dolore perculsus animadvertit, se pro veris historiis, quibus admiranda Dei providentia agnoscitur, figmentis libidinum incentivis memoriam suam onerasse, & pro heroibus egregiisque eorum facinoribus veritatem histo[/aq]-[S][aq]ricam illustrantib[/aq][?] [aq]ineptos thrasones & vanae imaginationis otio suo abutentis ludibria coluisse[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (696-697) [706-707]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Masenius[/aq] hat einen kurtzen Außzug aus ihm [Cesare Ripa, J.T.] und andern gemacht in seinem [aq]Speculo imaginum veritatis occultae[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Masenius[/aq] hat einen kurtzen Außzug aus ihm [Cesare Ripa, J.T.] und andern gemacht in seinem [aq]Speculo imaginum veritatis occultae[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (652) [662]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist einem Ballette nicht unähnlich die artige Vorstellung/ die [S] dem Kaiser [aq]Carolo V[/aq]. geschehen (davon [aq]Masenius[/aq] in seinem [aq]Speculo Imaginum l. 6. c. 3. §. 2[/aq]. gedencket/ darinnen dem Kayser alles was in Religions-Sachen theils von ihm theils von andern vorgenommen und versehen gewesen/ vorgehalten. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist einem Ballette nicht unähnlich die artige Vorstellung/ die [S] dem Kaiser [aq]Carolo V[/aq]. geschehen (davon [aq]Masenius[/aq] in seinem [aq]Speculo Imaginum l. 6. c. 3. §. 2[/aq]. gedencket/ darinnen dem Kayser alles was in Religions-Sachen theils von ihm theils von andern vorgenommen und versehen gewesen/ vorgehalten. / Fundstelle
 
Seite: (743-744) [753-754]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Insondheit muß hier die Außbildkunst woll verstanden werden/ weil das meiste schier darin bestehet/ dazu dann die [aq]Iconologia[/aq] des [aq]Caesaris Ripae, Masenii Speculum imaginum veritatis occultae[/aq] gute Anleitung geben kan. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Insondheit muß hier die Außbildkunst woll verstanden werden/ weil das meiste schier darin bestehet/ dazu dann die [aq]Iconologia[/aq] des [aq]Caesaris Ripae, Masenii Speculum imaginum veritatis occultae[/aq] gute Anleitung geben kan. / Fundstelle
 
Seite: (741) [751]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es hat mein sehr wehrter Freund Hr. von Horn/ bey seiner neulichen Zurückkunft aus Muscow/ [S] mir [aq]Simeonis Polocensis[/aq], eines Rußischen München Predigten vorgezeiget/ und erkläret/ die in Warheit den sinnreichsten [aq]Meditationibus[/aq] der Italiäner und Engelländer/ nicht allein nicht nachgeben/ sondern fast zuvor thun. Derselbe hat auch die Rußische Poesie erstlich angefangen/ und zur Vollkommenheit gebracht/ wie er dann die Psalme Davids in allerhand bey uns üblichen arten der Reimgebände übersetzet/ deren treflichkeit er nicht gnug rühmen können. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es hat mein sehr wehrter Freund Hr. von Horn/ bey seiner neulichen Zurückkunft aus Muscow/ [S] mir [aq]Simeonis Polocensis[/aq], eines Rußischen München Predigten vorgezeiget/ und erkläret/ die in Warheit den sinnreichsten [aq]Meditationibus[/aq] der Italiäner und Engelländer/ nicht allein nicht nachgeben/ sondern fast zuvor thun. Derselbe hat auch die Rußische Poesie erstlich angefangen/ und zur Vollkommenheit gebracht/ wie er dann die Psalme Davids in allerhand bey uns üblichen arten der Reimgebände übersetzet/ deren treflichkeit er nicht gnug rühmen können. / Fundstelle
 
Seite: (755-756) [765-766]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Endlich hat Lehman in seinem [aq]Florilegio Politico[/aq] unter gewisse [aq]tituln[/aq], alle Sprichwörter und scharffsinnige Reden zusammen gesucht/ welches der [aq]Schuppius[/aq] so hoch hält/ daß ers nach der Bibel setzet. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Endlich hat Lehman in seinem [aq]Florilegio Politico[/aq] unter gewisse [aq]tituln[/aq], alle Sprichwörter und scharffsinnige Reden zusammen gesucht/ welches der [aq]Schuppius[/aq] so hoch hält/ daß ers nach der Bibel setzet. / Fundstelle
 
Seite: (759) [769]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es hat auch [aq]Quirinus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis artem magnam s. Harmoniam adagiorum omnium populorum[/aq] verheissen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es hat auch [aq]Quirinus[/aq] Kuhlman in seinem [aq]Prodromo Quinquennii mirabilis artem magnam s. Harmoniam adagiorum omnium populorum[/aq] verheissen. / Fundstelle
 
Seite: (760) [770]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Erfindung derselben können von eben denselben [aq]fontibus[/aq] der [aq]Epigrammatum[/aq] genommen werden/ wovon [aq]Masenius[/aq] in [aq]Speculo Imaginum veritatis occultae[/aq] mit mehrem handelt. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Erfindung derselben können von eben denselben [aq]fontibus[/aq] der [aq]Epigrammatum[/aq] genommen werden/ wovon [aq]Masenius[/aq] in [aq]Speculo Imaginum veritatis occultae[/aq] mit mehrem handelt. / Fundstelle
 
Seite: (774) [784]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey dem [aq]Masenio[/aq] sein etzliche artige [aq]Exempla Symbolorum[/aq], als da er aus dem Wapen des [aq]Fabii Chisii[/aq] einen Adler nimt/ worauß er [aq]50. Symbola[/aq] macht/ und auß der [aq]Pamphiliorum[/aq] Wapen/ eine Taube und Oelbaum/ von welchen er gleichfalls [aq]50. Symbola[/aq] erfunden. Der [aq]Index Masenii[/aq], darin er alle Ordnungen der Dinge durchgeht/ uud von jeden kürtzlich die Eygenschafft setzt/ am Rande aber den [aq]sensum moralem[/aq], nützt treflich zu den Erfindungen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey dem [aq]Masenio[/aq] sein etzliche artige [aq]Exempla Symbolorum[/aq], als da er aus dem Wapen des [aq]Fabii Chisii[/aq] einen Adler nimt/ worauß er [aq]50. Symbola[/aq] macht/ und auß der [aq]Pamphiliorum[/aq] Wapen/ eine Taube und Oelbaum/ von welchen er gleichfalls [aq]50. Symbola[/aq] erfunden. Der [aq]Index Masenii[/aq], darin er alle Ordnungen der Dinge durchgeht/ uud von jeden kürtzlich die Eygenschafft setzt/ am Rande aber den [aq]sensum moralem[/aq], nützt treflich zu den Erfindungen. / Fundstelle
 
Seite: (775) [785]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Im Englischen hat [aq]Franciscus Quarles[/aq] Geistliche [aq]Emblemata[/aq] geschrieben/ wie auch [aq]Epigrammata[/aq], die er [aq]divine fancies[/aq], nennet. Aber die [aq]Emblemata[/aq] sein mehrentheils aus des [aq]Hermani Hugonis piis desideriis[/aq] genommen/ [S] da er doch derselben mit keinem Worte gedencket. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Im Englischen hat [aq]Franciscus Quarles[/aq] Geistliche [aq]Emblemata[/aq] geschrieben/ wie auch [aq]Epigrammata[/aq], die er [aq]divine fancies[/aq], nennet. Aber die [aq]Emblemata[/aq] sein mehrentheils aus des [aq]Hermani Hugonis piis desideriis[/aq] genommen/ [S] da er doch derselben mit keinem Worte gedencket. / Fundstelle
 
Seite: (777-778) [787-788]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Rätzel gehören auch zu den Sinnbildern/ welche gleichfalls ihre [aq]fontes inventionum[/aq] in den vorigen [aq]locis[/aq] haben und bestehen theils in Bildern/ theils in Schrifften. Von jenen handelt [aq]Masenius[/aq] weitläufftig in [aq]Speculo Imaginum[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Rätzel gehören auch zu den Sinnbildern/ welche gleichfalls ihre [aq]fontes inventionum[/aq] in den vorigen [aq]locis[/aq] haben und bestehen theils in Bildern/ theils in Schrifften. Von jenen handelt [aq]Masenius[/aq] weitläufftig in [aq]Speculo Imaginum[/aq]. / Fundstelle
 
Seite: (778) [788]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq],
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq], / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die [aq]Edda[/aq] gehabt/ welches war die [aq]Mythologia Poetica[/aq] der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre [aq]Theologia, Physica[/aq] und [aq]Ethica[/aq]. Es sind zweyerley [aq]Eddae[/aq] gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und [aq]An. 1077[/aq]. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue [aq]Edda[/aq] hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr [aq]1222[/aq]. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche [aq]Petrus Resenius[/aq] mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden [aq]ddis[/aq] handelt. In der Königlichen Schwe-[S]dischen [aq]Bibliothec[/aq] soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr [aq]Rudbeck[/aq] meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte [aq]Eddam[/aq] etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die [aq]Edda[/aq] ihre [aq]Mythologia[/aq], so ist die [aq]Scalda[/aq] ihre [aq]Metrica[/aq] und [aq]Prosodia[/aq] gewesen. [aq]Arngrimus[/aq] sagt von dieser also: [aq]Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet[/aq], / Fundstelle
 
Seite: (404-405) [414-415]
Eigenschaft / Textanhänge
 
Eigenschaft / Textanhänge: Exempel Der verschiedenen Reimgebände/ vorgestellet in übersetzung einiger Oden des [aq]Horatii[/aq] Derer droben [aq]pag. 619[/aq]. gedacht worden. / Rang
 
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Eigenschaft / Textanhänge: Exempel Der verschiedenen Reimgebände/ vorgestellet in übersetzung einiger Oden des [aq]Horatii[/aq] Derer droben [aq]pag. 619[/aq]. gedacht worden. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [791]
Eigenschaft / Textanhänge
 
Eigenschaft / Textanhänge: Fehler/ die in diesem Unterricht zu verbessern. / Rang
 
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Eigenschaft / Textanhänge: Fehler/ die in diesem Unterricht zu verbessern. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [818]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Sein [Torquato Tasso, J. T.] herrlicher Verstand leuchtet hierauß hervor/ daß er in dem siebenzehenden Jahr seines Alters [aq]Theologiae, Jurisprudentiae[/aq] und [aq]Philosophiae Doctor[/aq] geworden/ welche Dinge er aber alle hernach verlassen hat/ und sich auff die Poeterey allein begeben. / Rang
 
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Sein [Torquato Tasso, J. T.] herrlicher Verstand leuchtet hierauß hervor/ daß er in dem siebenzehenden Jahr seines Alters [aq]Theologiae, Jurisprudentiae[/aq] und [aq]Philosophiae Doctor[/aq] geworden/ welche Dinge er aber alle hernach verlassen hat/ und sich auff die Poeterey allein begeben. / Fundstelle
 
Seite: (201) [211]

Aktuelle Version vom 18. Januar 2025, 18:06 Uhr

Keine Beschreibung vorhanden
Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
Unterricht Von Der Teutschen Sprache und Poesie
Keine Beschreibung vorhanden

    Aussagen

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    1682
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    Kiel
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    (unpag.-unpag.) [5-6]
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    (unpag.-unpag.) [7-10]
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    (180-211) [190-221]
    Eine Fundstelle
    (211-225) [221-235]
    Eine Fundstelle
    (225-253) [235-263]
    Eine Fundstelle
    (253-276) [263-286]
    Eine Fundstelle
    (570-588) [580-598]
    Eine Fundstelle
    (588-607) [598-617]
    Eine Fundstelle
    (648-680) [658-690]
    Eine Fundstelle
    (681-698) [691-708]
    Eine Fundstelle
    (699-729) [709-739]
    Eine Fundstelle
    (779-780) [789-790]
    Eine Fundstelle
    (unpag.) [818]
    Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
    Eine Fundstelle
    (711-719) [721-729]
    Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were.
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    (3-8) [13-18]
    sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
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    (11-16) [21-26]
    Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
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    (127-129) [137-139]
    Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
    Eine Fundstelle
    (711-719) [721-729]
    Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were.
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    (3-8) [13-18]
    sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
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    (11-16) [21-26]
    Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
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    (127-129) [137-139]
    [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey.
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    (310-315) [320-325]
    Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen.
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    (316-320) [326-330]
    Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen.
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    (321-322) [331-332]
    Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet.
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    (342-347) [352-357]
    [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey.
    Eine Fundstelle
    (310-315) [320-325]
    Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen.
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    (316-320) [326-330]
    Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen.
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    (321-322) [331-332]
    sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
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    (11-16) [21-26]
    Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
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    (127-129) [137-139]
    Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
    Eine Fundstelle
    (711-719) [721-729]
    Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet.
    Eine Fundstelle
    (342-347) [352-357]
    Ich will hie zu ergötzung des Lesers ein Schlacht-Lied/ so ein solcher Meisterge-[S]sänger/ der die Historia des [aq]Henrici Aucupis[/aq] beschrieben und wie eine [aq]Comoedia[/aq] in gewisse [aq]Actus[/aq] eingetheilet/ derselben mit einverleibt: Dann er führet einen Poeten ein/ der für Anfang der Schlacht ein Lied/ nach dem alten Gebrauch der Teutschen absinget/ ist nicht gar alt/ und auß einem gestümleten Buche von meinem hochgeehrten [aq]Collega[/aq] Herr [aq]D[/aq]. Reihern mir mitgetheilet. ¶ VIel Krieg hat sich in dieser Welt/ ¶ [...] [S] [...] ¶ Es ist nichts lächerliches in diesem gantzen ungeschmackten Liede/ als wann er das Kyrieleison unter Pom bidi Pom mischet/ lautet fast eben so/ als wann man Schertz oder Sprichwortsweise sagt: Fein lustig/ daß GOtt erbarm. Es scheinet aber/ daß dieses ein Gebrauch bey den Schlachten gewesen/ daß sie das Wort Kyrieeleison geruffen: Daß die alten Norweger solches gethan/ bezeuget Janß Dolmer in seiner Anmerckung über die Norske Hirdskraa/ (ist ein Buch von der Hoffhaltung) welches in uhralter Dänischer Sprache beschrieben/ er heraußgegeben und erkläret. Denn er führet in [S] der Anmerckung über das [aq]5[/aq]. Cap. auß einer Norwegischen alten [aq]Chronic. p. 483[/aq]. an. Gamle Norbagger hafve icke alleniste brugt desse Ord/ deres Kongers Kroning/ men end ocfaa udi Striid. Erling Skak befalede sit Folck/ udi Striiden mod Grafve Sigurd/ at de skulle paakalde Gud/ siunge Kyrie eleison/ oc flaa paa deres Skiolde. Es haben auch die alten Gothen wenn sie mit den Römern gestritten die Wort Herre dig forbarme ist so viel als Kyrie eleison gebraucht/ und haben die Römer solches von ihnen gelernt/ wie ein Ohrt bey dem [aq]Augustino Epistolâ 178[/aq]. solches anzeigt. [aq]Si enim licet dicere non solum barbaris lingua sua sed etiam Romanis Si hora armen, quod interpretatur: Domine miserere, cur non liceret in conciliis patrum in ipsa terrâ Graecorum, lingua propria homousion confiteri[/aq]. Es ist aber diß [aq]Si hora armen[/aq] auß dem vorigen Herre dig forbarme verfälschet.
    Eine Fundstelle
    (342-347) [352-357]
    Eine Fundstelle
    (658) [668]
    sondern es ist nur eine [aq]Synopsis Capitum[/aq] des gantzen Werkes [von Georg Stiernhielm, J. T.] dessen [aq]Titul: RUNA SUETICA[/aq] sein sollen/ zu meinen Händen gekommen. Worinnen er die Hebraeische [S] und fast alle andere Sprachen zu [aq]dialectos[/aq] der Scythischen gemacht/ und endlich ein [aq]Systema[/aq] verheisset/ von einer gewisser Anzahl [aq]Radicum Universalium[/aq], darauß so viel andere Wörter in allen Sprachen folgen. Ich will/ diesen [aq]Synopsin[/aq]; weilen er sonsten nicht leicht zu finden/ allhie gantz hersetzen; die [aq]Capita[/aq] des ersten [aq]Systematis[/aq] sein diese. ¶ [aq]1. VIderi omnes Linguas, que in Orbe cognito extiterunt, & hodiè extant, ortas ex una, & ad unam posse reduci[/aq]. ¶ [aq]2. Naturae conveniens, imò omninò necessarium fuisse, ex una Lingua multas oriri[/aq]. ¶ [aq]3. Ex confusione Babylonica nullam novam Linguam exortam: & si qua exorta est, momentaneam, & ad breve tempus extitisse[/aq]. ¶ [aq]4. Hebraeam, Phoeniciam, Chaldaeam, Syram, Arabicam, AEgyptiam, AEthiopicam, Phrygiam, Persicam, Dialectorum, non linguarum esse vocamina[/aq]. ¶ [aq]5. Temporum & Locorum intervallis, Dia-[/aq][S][aq]lectos abire in Linguas[/aq]. ¶ [aq]6. Ex Scythica ortas Linguas Primas, non minùs Orientales, quàm Septentrionales, & Occidentales[/aq]. ¶ [aq]7. Thraces & Getas, fuisse Scythas[/aq]. ¶ [aq]8. Ex his profectos primos Populos, Primamque Linguam Graeciae, quam aliàs dictam Barbaram cultu novo politam, minimè vero extirpatam, posterioribus temporibus demùm Hellenicam, & Graecam nuncupaverunt[/aq]. ¶ [aq]9. Graecos cultum, elegantias, poësin, Musas, sacra, Deosque ex Thracia habuisse[/aq]. ¶ [aq]10. Scytharum propaginem praetereà esse Europaeos, Germanos, Gallos, Iberos, Britannos, Aborigines, sive Umbros, primos Italiae Incolas. Hisce omnibus unam Linguam fuisse Scythicam, in varias Dialectos postmodum scissam[/aq]. ¶ [aq]11. Germaniae Caput & Principium, olim fuisse Scythiam Europaeam Minorem, Peninsulam nimirùm Scandiam; quam & Scanziam & Scandinaviam, antiquissimi verò Scriptores Balthiam, Basiliam, Aba-[/aq][S][aq]lum, Bannomannam, &c. Hyperboreorum Insulam indigitarunt[/aq]. ¶ [aq]12. Ex hac Insula (reverà Peninsula) derivatos in Germaniam, & diversas Orbis Terrarum Regiones, non solum multos Populos; sed etiam Sacra, Ritus, & Deos[/aq]. ¶ [aq]13. Peninsulae ejusdem, & Hyperboreorum Gentem Principem fuisse Sueonas, sive Suezios, quos hodie Suethos, Suecos, & Suedos vocitant[/aq]. ¶ [aq]14. Graecis cum Hyperboreis ab antiquissimis usque temporibus communionem fuisse Sacrorum, Amicitiae, & mutuae Necessitudinis; & quod magis est, Graecos Deos, coluisse inter Maximos, apud Hyperboreos natos[/aq]. ¶ [aq]15. Suethis cum Thracibus & Byzantinis communes fuisse Deos; adeoque ipsos Deos Phrygios ad Hyperboreos migrasse[/aq]. ¶ [aq]16. Linguam Latinam ex tribus ortam potissimùm; Aboriginum, sive Thusca, Graeca, & Phrygia[/aq]. ¶ [aq]17. Ciceronem & Varronem, qui propter peculiarem linguae Latinae peritiam, ha-[/aq][S][aq]bitus fuit Romanorum omnium sapientissimus; linguam Latinam non intellexisse; nec Demosthenem, ipsumque Platonem linguae Graecae fundamentalem scientiam habuisset[/aq]. ¶ [aq]18. Linguam Hebraeam, non minùs quàm Chaldaeam, Chananaeam, & Arabicam, Dialectum esse linguae Primae; minimè verò ipsam linguam Primam[/aq]. ¶ [aq]19. Indolem, & Proprietates vocum linguae Hebraeae veras impossibile esse, dari posse, nisi ex radicibus linguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]20. Voces Adamaeas, cujus generis sunt Adam, Eva, Cain, Seth, Noah, &c. quas pro antiquitate linguae Hebraeae, vulgò, ejus Assertores adducunt; non minùs Scythicas, imò Suethicas esse magis, quàm Hebraeas[/aq]. ¶ [aq]21. Ex vocabulis priscae linguae, Gallicae, & Ibericae, reliquiis; eas probari Scythicas fuisse[/aq]. ¶ [aq]22. Antiquas voces Thuscas, quae supersunt ex linguâ Aboriginum Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]23. Linguam Cambricam, que vetus est Cim-[/aq][S][aq]brica, Dialectum esse liguae Scythicae[/aq]. ¶ [aq]24. Voces quae supersunt linguae veteris Phrygiae, Scythicas esse[/aq]. ¶ [aq]25. Linguam Persicam hodiernam, ut & Armenam, maximam partem constare ex lingua Scythica[/aq]. ¶ [aq]26. Deorum Nomina, pleraque omnium Gentium, origine esse Scythica, & in illis Sanctum DEI Nomen Tetragammaton [hebr.] Origine esse Scythicum; nec ullum hactenus Hebraeum aut Cabalistam, veras nominis istius proprietates, multo minus mysteria aperire potuisse. Quae Deo dante, reddet author[/aq]. ¶ [aq]27. Ultimo, Sermonem, Primo homini concreatum, aut cum ipsa Ratione, cujus character est, & index in sensum incurrens, infusum[/aq].
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    (11-16) [21-26]
    Bey den [aq]AEgyptiern[/aq] ist das Wort [aq]Mene[/aq] auch ein Nahm der Könige gewesen. [aq]Goropius Becanus in lib. I. Gallicorum[/aq]. und andern Orthen mehr hat über dieses Wort Man seine sonderliche schier [aq]cabali[/aq]stische einfälle/ welche ich an seinen Ohrt gestellet sein lasse. Denn weil das Wort Man umgekehrt Nam macht/ so meinet er/ es sey hiedurch als durch eine Prophetische Figur/ die andere Person der Dreyeinigkeit abgebildet/ welche wahrer Mensch und zugleich auch das Wort des Vaters ist. Es ist nicht unangenehm zu lesen/ was er für vielfältige Betrachtungen hat/ wegen der verkehrung der Wörter in der Teutschen Sprachen/ welche so sonderlich ist/ als immermehr die [aq]cabala[/aq] der Juden und Araber sein kan. [aq]Cluverus[/aq] in dem vorher [S] angeführtem Ohrte/ meinet daß der bey den Teutschen gepriesene [aq]Mannus[/aq] niemand anders als Adam sey/ womit [aq]Vossius[/aq] in seinem Buch [aq]de Idololatria[/aq] und [aq]Böcler. Exerc. in Joseph. lib. I. c. 2. Antiq. Judaic[/aq] übereinstimmen. [...] [aq]I. C. Scaliger[/aq] hat über diesem Wort [aq]Man[/aq] eine sonderliche Betrachtung/ in der treflichen Rede/ die er zum Ruhm der ienigen gehalten/ die in dem Türcken Kriege vor Wien geblieben/ welche nebst seinen Briefen herauß gegeben. Wie er nun die Teutsche [aq]Nation[/aq] vor allen andern erhebt/ und besser Urtheil von ihr fället/ als sein Sohn [aq]Josephus[/aq] gethan: So hat er auß dem Nahmen [aq]MAN[/aq], der durch alle Völcker gegangen/ die vortreflichkeit des Teutschen Volcks erwiesen. Der Ohrt ist würdig allhie hergesetzet zu werden: [aq]Hoc numen Terrae filium, sicuti Etrusci Tagem, ita hunc[/aq] [S] [aq]putarent Majores nostri: cujus proles fuerit MAN. Unde etiam nunc apud nos, quemadmodum apud Hebraeos, primi Parentis nomen hominem significat[/aq]. [...] [aq]Nam cum illi novos homines atque avorum obscuritate ignotos Terrae filios appellarent, eosdem quoque MANIOS dixerunt[/aq].
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    (127-129) [137-139]
    Es können alle Sachen sich zu den Oden schicken/ Geistliche/ Sittliche/ Liebreitzende/ Kriegrische und dergleichen mehr: da dann zum Theil auch die Redensart sich nach der [aq]materie[/aq] schicken muß. Was die Geistlichen anlanget/ so sein bey den Griechen und Lateinern des vielfältigen Götzendienstes halber unterschiedliche Arten derselben gewesen/ welche [aq]Franc[/aq]. [aq]Patricius[/aq] in seinem andern Theil [aq]della poetica[/aq] nach der länge erzehlt. Das gemeine Wort/ damit sie genennet worden ist [aq]Hymnus[/aq] ein Lobgesang. Bey den alten ward die höheste Redensart in denselben gebraucht/ im Teutschen aber wird der Music und des gemeinen Gebrauchs halber eine Maasse hierin zu halten sein. Es sein aber die Geistlichen Lieder nicht alle [aq]Hymni[/aq], son-[S]dern haben auch andere verschiedene Arten unter sich. Wir müssen hie von den Liedern gedencken/ die der Sehl. Herr [aq]Lutherus[/aq] gemacht/ welche voll Geistes und nachdrücklicher Wörter sein/ darin ein richtiges [aq]metrum[/aq] ist: dann er hat gar genau auff die Sylben gesehen/ welches von den Frantzosen und Italiänern nur am meisten in acht genommen wird. Die [aq]quantitas[/aq] ist zwar nicht allezeit beobachtet; Es müssen aber solche kleine Fehler in so wichtigen Dingen/ da die Wörter und der Verstand vollenkommen/ über sehen werden. Dann man würde der Vollenkommenheit eine Gewalt anthun/ wann man hierin etwas ändern wolte. Vor [aq]Lutheri[/aq] Zeiten sein auch verschiedene [aq]Hymni[/aq] und Geistliche Lieder auch im Pabstthum schon geschrieben/ darin etliche nicht so gar übel gemacht/ und des Alters halben in Ehren zu halten/ und hat mir einer berichtet/ daß ein absonderlich Gesang-Buch von denselben zusammen gelesen und [S] jemand heraußgegeben/ das ich aber nicht gesehen. Man hat im übrigen Hr. Risten/ Hn. von Stöcken/ und vieler anderer Geistliche Lieder/ welche ihren Fleiß hierin rühmlich angewandt/ und niemand unbekant sein. Hr. Rölings seine Geistliche Oden sein voll Tieffsinnigkeit und an Erfindung reich. In der alten Kirchen hat man keine andre Psalmen zugeben wollen/ als die aus den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ nemblich die Psalmen Davids und andre Lobgesänge. Die sonsten gemacht wurden/ würden [griech.] [aq]Psalmi Plebei[/aq] genant/ und waren verboten in öffentlichen Versamlungen zu singen. Davon sagt der [aq]LIX. Canon des Concilii Laodiceni[/aq] also: [griech.] [aq]Quod non oportet plebeios Psalmos in Ecclesiâ legere; aut libros non canonicos. Balsamon[/aq] und [aq]Zonaras[/aq] erwehnen allhie in ihren Anmerckungen/ daß unter den [aq]Psalmis Plebeis[/aq] die [aq]Psalmi Salomonis[/aq] verstanden werden/ [S] die man damahls gehabt/ und nicht für auffrichtig gehalten. Es erhellet aber aus unterschiedlichen Oehrtern der [aq]Historia Ecclesiasticae[/aq] des [aq]Eusebii[/aq], das viele [aq]Psalmi[/aq] von [aq]privatis[/aq] gemacht/ die man in den Kirchen gesungen/ wie dergleichen einer bey dem [aq]Clemens Alexandrino[/aq] am Ende seines dritten Buchs sich findet auff den Herrn Christum/ und auch [aq]Plinius lib. 10. Ep. 97[/aq]. von den Christen solches erwehnet. Von den [aq]Therapeutis[/aq] (davon doch noch zweiffelhafftig ob sie Christen gewesen) schreibt [aq]Eusebius lib. 2. c. 17[/aq]. [griech.]. [...] Widerum [aq]lib. 5. c. 28[/aq]. sagt er/ daß viel Psalmen von den gläubigen Brüdern geschrieben/ die Christum als einen wahren GOtt loben und erkennen/ und [aq]lib. 7. c. 30[/aq]. von dem [aq]Paulo Samosateno[/aq], daß er die zu Christi Ehren gemachte Psalme/ unter diesem [S] Vorwand abgethan/ daß sie neulich erstlich/ und nicht von den alten gemacht/ welches dann der [aq]Synodus[/aq] so wieder ihn außgeschrieben getadelt/ weil er dadurch die Ehre Christi angefochten. Ist also gläublich daß solcher Psalmen viel in der Kirchen gewesen/ welcher aber in dem angeführten [aq]Canone[/aq] deßhalben verbotten worden/ weiln man zur Ehren GOttes lieber die von dem Geist GOttes selbst gesetzte/ als die von Menschen erdachte [aq]Hymnos[/aq] gebrauchen wollen. [aq]Valesius[/aq] hat dieses angemerckt in seinem [aq]Commentario[/aq] über den [aq]Euseb. lib. 7. c. 24. Disertè prohibetur ne Psalmi[/aq] [griech.] [aq]id est à privatis hominibus compositi in Ecclesiâ recitentur. Invaluerat enim haec consuetudo, ut multi Psalmos in honorem Christi componerent, eosque in Ecclesiâ cantari facerent[/aq]. Deßhalben wurden auch [griech.] in den Kirchen bestellet/ welche gewisse Psalmen auff gewisse art und Weise singen müsten/ wie [aq]Bevereggius[/aq] in den Anmerckungen ü-[S]ber den [aq]XV. Canon. Conc. Laodiceni[/aq] weitläufftiger außführet/ und insonderheit der [aq]Cardinal Bona[/aq] in seiner [aq]Psalmodia. S. Agorbardus[/aq], der im Jahr [aq]840[/aq]. gestorben/ dessen Wercke der [aq]Stephanus Baluzius[/aq] heraußgegeben/ handelt hievon auch in einem absonderlichen Buch [aq]de divinâ Psalmodia[/aq]. Dann er spricht: [aq]Reverenda concilia Patrum decernunt nequaquam plebeios psalmos in Ecclesia decantandos, & nihil poëtice compositum in divinis laudibus usurpandum[/aq]. Durch welche letzten Verse der [aq]Baluzius[/aq] verstehet [aq]levia carmina & faciles versus, cujusmodi sunt, quae moteta hodie dicimus[/aq]. Zu dessen Beweiß führet er einen Ohrt an aus den [aq]Gulielmo Durandi, Episcopo Mimatensi[/aq], in seinem andern Buche [aq]de modo generalis concilii celebrandi cap. 19. Videretur valde honestum esse, quod cantus indevoti & inordinati motetorum, & similium non fierent in Ecclesia[/aq]. Diese haben sie aber nur bloß einmahl im Jahr bey dem Weynachtfest gebrauchet/ [S] welche Gesänge [aq]Noels[/aq] das ist [aq]Natalitia Carmina[/aq] genant worden. [aq]Pasquier des Recherches de la France l. 4. ch. 14[/aq]. beschreibt diese [aq]Nouels[/aq] daß sie gewesen/ [aq]Chansons spirituelles faites en l'honneur de la Nativite de nostre Seigneur[/aq]. Es ist aber auch diß Wort gebraucht worden/ wann das Volck Königen und Fürsten ein Freuden Geschrey gemacht/ da sie dasselbe ihnen zu geruffen/ wie [aq]Pasquier[/aq] weitläufftiger an selben Ohrte anführet. Dieses habe ich bey dieser Gelegenheit von den Geistlichen Gesängen beybringen wollen/ in welchen man es gerne bey dem alten bleiben lässet. Der Heilige [aq]Agobardus[/aq] ist sehr sorgfältig hierin gewesen; daß er nichts hat zugeben wollen/ als was auß den Büchern der Heil. Schrifft genommen/ wie aus seinem Buche [aq]de correctione Antiphonarii[/aq] zu sehen. Der [aq]Baluzius[/aq] thut denckwürdig hinzu. [aq]Constat res semel receptas in Ecclesia non facile mutari, cautioresque in his rebus debere esse Pontifices, ne ministerium eorum vi-[/aq][S][aq]tuperetur. Sic Urbanus VIII. hymnos correxit, & tamen semper hymni antiqui canuntur in Ecclesiâ[/aq]. Deßhalben erinnert auch [aq]Campanella Poeticor. c. 8. art. 2[/aq]. daß man auff einige kleine Fehler des [aq]metri[/aq] nicht so gar genau in den Geistlichen Gesängen sehen soll. [aq]Non tam metri curanda est regula, quam sonus auribus gratus & doctrina recondita bene restricta & destillata. Si S. Thomas mensuras inspexisset, non sic altè locutus esset, mirabili lepore doctrinam profundissimam exprimendo[/aq]. Derselbe [aq]Autor[/aq], der ein Mann von seltzamer und wunderlicher Wissenschaft gewesen/ hat selbst einige [aq]Hymnos[/aq] geschrieben/ wie er [aq]art. 4[/aq]. an dem vorigen Ohrte schreibet. [aq]Nos triplicem Psalmodiam scripsimus de rerum naturâ: in primâ caelestia & incolas, in secunda terrestria, in tertia hominem cecinimus & Dei laudes ex his & gratiarum actiones expressimus. Fecimus & poemata metaphysica, unum de summa potentia, unum in tribus cantilenis de summâ sapientiâ[/aq]: [S] [aq]unum de primo Amore: duo de summo bono[/aq]. Er hat auch an denselben Ohrte [aq]art. 1[/aq]. gar artig dargethan/ wie in den Psalmen Davids alle arten der [aq]Carminum[/aq], so viel ihr sein mögen enthalten; Drum man billig demselben als einem Göttlichen Wercke seiner Vollenkommenheit halber den Vorzug geben muß. ¶ Nechst den Geistlichen Oden folgen die/ welche ein [aq]argumentum morale[/aq] haben/ welches sich zu den Oden sehr wol schicket.
    Eine Fundstelle
    (711-719) [721-729]
    [aq]Caroli[/aq] des Grossen Sohn [aq]Ludovicus[/aq], [S] hat sich zum ersten bemühet die gantze Heilige Schrifft in teutsche Verse zu bringen/ damit auch das gemeine Volck den Verstand haben/ und sie zugleich dem Gedächtniß einverleiben könte. Diß erwehnet [aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq], welcher aus der Vorrede eines alten in Sächsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugniß anführet: [aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent ejus studio atque imperii tempore, sed Dei omnipotentia atque inchoantia mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisca loquens lingua, ejusdem divinae lectionis nihilominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut vetus ac Novum Testamentum in germanicam linguam poëticè transferre studeret: quatenus non solum literatis verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur[/aq]. [...][S][...] Diese ist ohne zweiffel die älteste Ubersetzung die in den Historien zu finden; nur daß vom [aq]Carolo M[/aq]. einige melden/ ob hätte er das Neue Testament in Teutsch übersetzen lassen/ und [aq]Gesnerus[/aq] in seinem [aq]Mithridate p. 46[/aq]. gedencket/ es weren die Psalmen Davids zu der Zeit verteutscht noch in dem Kloster [aq]S. Galli[/aq] verhanden. [aq]Rhenanus[/aq] schreibet dem [aq]Valdoni Episcopo Frisingensi[/aq] die Ubersetzungen der Evangelien zu/ so im Jahr [aq]800[/aq] geschehen. Man hat auch noch daß Gebeht des HErrn/ das [aq]Symbolum Apostolicum[/aq] zu der Zeit oder noch vor derselben geschrieben/ so aus der [aq]Bibliotheca Vaticana[/aq] hervor gekommen/ welche [aq]Marquardus Freherus[/aq] mit Anmerckungen heraußgegeben/ und welche auch bey dem [aq]Winckelmann[/aq] in seiner [aq]Notitia Westphaliae l. 3. c. 7[/aq]. zu finden. Man hat auch noch einige [aq]Anglo-Saxoni[/aq]-[S]sche Psalmen/ welche [aq]Johannes Seldenus[/aq] mit seinen gelahrten Anmerckungen gezieret. Auch ist eine [aq]Saxoni[/aq]sche und Hochteutsche [aq]formul[/aq] des [aq]Symboli[/aq] vom [aq]Boxhornio[/aq] heraußgegeben. [aq]Lambecius[/aq] hat in [aq]lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5. p. 38[/aq], noch eine Teutsche Beicht [aq]formul[/aq], die [aq]Carolus M[/aq]. gebraucht haben soll/ und [aq]p. 388[/aq]. die Erzehlung deß was zwischen Christo und dem Samaritanischen Weibe vorgegangen in alter teutscher Sprache. Es wurdert mich daß [aq]Hottingerus[/aq], da er [aq]Bibl. Theolog. l. I. c. 3[/aq]. so fleissig ist in den vielfältigsten Ubersetzungen der Biebel hervor zu suchen/ dieser/ die von dem [aq]Ludovico I[/aq]. angestellet/ nichts gedencket. Es ist aber vermuthlich daß sie verlohren gegangen. Ich habe zwar einige Sächsche Ubersetzung des Neuen Testaments/ oder vielmehr eine [aq]paraphrasin rhythmicam[/aq] gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt. [aq]The[/aq]-[S][aq]odorus Bibliander[/aq] in seinem Buch [aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/Aq]. hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht. [aq]Legi vetus instrumentum versibus germanicis redditum â Rodolfo quodam oriundo ex familia quae nomen habet ab eminente arce in Rhaetia, quam vulgus nominat[/aq] hohen Ems, [aq]idque rogatu & jussu Regis Chonradi, fil: Friderichi secundi Caesaris Augusti: qui versus orthographiâ, verbis, inflexione, structura modoque carminis discrepant â praesente consuetudine. Id quod uno exemplo perstringam: nam de fide Gabeonitis â losua & caeteris Israëlitis data sic canit[/aq] ¶ Swel man den Ban GOtts breche ¶ [...] ¶ [aq]pro illo quod sermo nunc usitatus diceret[/aq] ¶ Welcher Mann den GOttes Ban bräch ¶ [...] ¶ Diese ist aber/ wie er schreibt/ viel jünger und in Hochteutsch geschrieben. [aq]Melchior Goldastus Tom. 1. Rer. Alemanicar[/aq], [S] [aq]p. 198[/aq]. thut auch hiervon einige Erwehnung/ und berichtet/ daß sie in der Schobingerschen [aq]Bibliothec[/aq] verhanden. In seinen Anmerckungen über die Teutsche [aq]Paraeneses[/aq] führet er viel aus einer [aq]Paraphrasi veteris Testamenti[/aq] an: aber er nennet den [aq]Autorem Anonymum antiquissimum[/aq], denn er selbst doch in seinen [aq]Alemannicis Rodolphum ab Ems[/aq] genant/ daß ich also im Zweiffel stehen muß/ ob es dieselbe oder ein ander [aq]paraphrasis[/aq] sey.
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    (310-315) [320-325]
    Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen heraußgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrjünger. Ist also vielleicht ein Fehler der flüchtigen Feder/ daß der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] könte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst diß Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel heraußgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, poëseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen hält/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an König Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ daß er auff Bitte seiner Brüder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unflätigen Gedichten geeckelt [S] die Mühe auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse übersetzet. Woraus denn erhält/ daß doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen müssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ über welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anführet und in Verse übersetzet zeigen daß dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten über die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] über das Vater Unser/ über des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], über die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher über dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angeführet/ hält es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ wünschend deß es dermahleins ans Licht gebracht würde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregiè doctum, Philosophum, Rhetorem, Poêtam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Merßburg/ welcher über das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber gehöret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ daß wir ihn hier berühren. Es ist ein schönes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur daß sie mit der damahls üblichen Reimerey auch angefüllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen.
    Eine Fundstelle
    (316-320) [326-330]
    Das eintzige Exempel des [aq]Ottfridi[/aq], welches er ["Der Herr [aq]de Casaneuve[/aq] in seinem Buch [aq]de l'Origine des Jeuxfleureaux[/aq]" (321) [331], J.T.] anführet/ widerlegt ihn/ welcher Reime geschrieben/ ehe noch von einigen Frantzosen etwas vorgewiesen worden. Es ist bekant/ daß die [aq]Provinciales Potae[/aq] etwa vor fünffhundert Jahren erstlich angefangen. Man kan keine Aeltere bringen/ und hat der erste den [aq]Claude Fauchet[/aq] setzet/ im Jahr [aq]1155[/aq] geschrieben/ welches eben in die Regierung des [aq]Friderici Barbarossae[/aq] fällt/ da die Teutsche Poesey in vollem schwange war/ und nach ihrer Art/ ja so gut und besser als der [aq]Provençalen[/aq] ihre außgeübt. [aq]Ottfridus[/aq] aber hat lange zuvor seine Verse geschrieben/ [S] und ist er nicht der erste gewesen/ der Reymen geschrieben/ wie [aq]de Casaneuve[/aq] meint: denn [aq]Ottfridus[/aq] gedenckt selbst in seiner Vorrede der Liebeslieder/ die damahls im schwange gerwesen/ ob gleich die Sprache grob und ungeschickt/ darüber [aq]Ottfridus[/aq] klagt. Denn es folget nicht: [aq]Ottfridus[/aq] klagt über die Mühe/ die er der rauen Sprache halber gehabt/ darum ist er der erste gewesen/ der die Reime gemacht. [aq]Carolus M[/aq]. hat die [aq]Grammatic[/aq] zu seiner Zeit erstlich zu schreiben angefangen/ und waren doch vor ihm von [aq]Taciti[/aq] Zeiten her und drüber Lieder gewesen/ die er in ein Buch versamlen lassen. Wir haben droben erwiesen/ daß auf [aq]Ludovici I[/aq]. Befehl eine [aq]Paraphrasis[/aq] des Alten und Neuen Testaments in alten Sächschen Versen verfertiget/ die noch älter als des [aq]Ottfridi[/aq] seine. Ist also falsch/ daß diese des [aq]Ottfridi[/aq] ersten Reime gewesen.
    Eine Fundstelle
    (321-322) [331-332]