Europäische Parnassus, Oder kurtze und deutliche Anweisung Zu der Deutschen Dicht-Kunst (Q114): Unterschied zwischen den Versionen

 
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: An den günstigen Leser. / Qualifikator
Seite: (unpag.-unpag.) [5-8]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: An den günstigen Leser. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unpag.) [5-8]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: WEr sich die Niedrigkeit nicht mehr will meistern lassen/ [...] [S] [...] Joh. Fried. Mayer [...] / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unpag.) [9-10]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Joh. Christoph Mennlings Anweisung zu der deutschen Dicht-Kunst. 1. Theil von der <aq>Theori. CAP. I.<aq> Von dem Alter der Dichterey. / Qualifikator
Seite: (1-5) [11-15]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Joh. Christoph Mennlings Anweisung zu der deutschen Dicht-Kunst. 1. Theil von der <aq>Theori. CAP. I.<aq> Von dem Alter der Dichterey. / Fundstelle
 
Seite: (1-5) [11-15]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. II.<aq> Von der Annehmligkeit der Reim-Kunst. / Qualifikator
Seite: (5-7) [15-17]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. II.<aq> Von der Annehmligkeit der Reim-Kunst. / Fundstelle
 
Seite: (5-7) [15-17]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. III.<aq> Vom Nutzen der Poesie. / Qualifikator
Seite: (7-11 [10]) [17-20]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. III.<aq> Vom Nutzen der Poesie. / Fundstelle
 
Seite: (7-11 [10]) [17-20]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IV.<aq> Von der Poesie und darzu gehörigen Sachen. / Qualifikator
Seite: (11 [10]-12) [20-22]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IV.<aq> Von der Poesie und darzu gehörigen Sachen. / Fundstelle
 
Seite: (11 [10]-12) [20-22]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. V.<aq> Von der Schreib-Art in der Poesie. / Qualifikator
Seite: (12-15) [22-25]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. V.<aq> Von der Schreib-Art in der Poesie. / Fundstelle
 
Seite: (12-15) [22-25]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VI.<aq> Von der Wörter Beschaffenheit zur Poesie. / Qualifikator
Seite: (15-23) [25-33]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VI.<aq> Von der Wörter Beschaffenheit zur Poesie. / Fundstelle
 
Seite: (15-23) [25-33]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VII.<aq> Von der Quantität oder Wort-Zeit. / Qualifikator
Seite: (23-25) [33-35]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VII.<aq> Von der Quantität oder Wort-Zeit. / Fundstelle
 
Seite: (23-25) [33-35]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VIII.<aq> Von den Beywörtern oder Zusatz. / Qualifikator
Seite: (26-29) [36-39]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VIII.<aq> Von den Beywörtern oder Zusatz. / Fundstelle
 
Seite: (26-29) [36-39]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IX.<aq> Von der Elision oder Ausstossung etlicher Sylben und Buchstaben. / Qualifikator
Seite: (29-34) [39-44]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IX.<aq> Von der Elision oder Ausstossung etlicher Sylben und Buchstaben. / Fundstelle
 
Seite: (29-34) [39-44]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. X.<aq> Von dem Abschnitte. / Qualifikator
Seite: (34-37) [44-47]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. X.<aq> Von dem Abschnitte. / Fundstelle
 
Seite: (34-37) [44-47]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. XI.<aq> Von der Reimung. / Qualifikator
Seite: (37-42) [47-52]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. XI.<aq> Von der Reimung. / Fundstelle
 
Seite: (37-42) [47-52]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. XII.<aq> Von Erfindung und Eintheilung/ wovon wir schreiben wollen. / Qualifikator
Seite: (42-45) [52-55]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. XII.<aq> Von Erfindung und Eintheilung/ wovon wir schreiben wollen. / Fundstelle
 
Seite: (42-45) [52-55]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Der <aq>II.<aq> Theil von der <aq>Praxi. CAP. I.<aq> Von den <aq>Generibus<aq> der Verße. / Qualifikator
Seite: (45-46) [55-56]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Der <aq>II.<aq> Theil von der <aq>Praxi. CAP. I.<aq> Von den <aq>Generibus<aq> der Verße. / Fundstelle
 
Seite: (45-46) [55-56]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. II.<aq> Von den Jambischen Verßen. / Qualifikator
Seite: (46-48) [56-58]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. II.<aq> Von den Jambischen Verßen. / Fundstelle
 
Seite: (46-48) [56-58]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. III.<aq> Von den Trochaischen Verßen. / Qualifikator
Seite: (48-50) [58-60]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. III.<aq> Von den Trochaischen Verßen. / Fundstelle
 
Seite: (48-50) [58-60]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IV.<aq> Von den Dactylischen Verßen. / Qualifikator
Seite: (51-53) [61-63]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IV.<aq> Von den Dactylischen Verßen. / Fundstelle
 
Seite: (51-53) [61-63]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. V.<aq> Von den Anapästischen Verßen. / Qualifikator
Seite: (53-55) [63-65]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. V.<aq> Von den Anapästischen Verßen. / Fundstelle
 
Seite: (53-55) [63-65]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VI.<aq> Von den Saphischen Verßen. / Qualifikator
Seite: (55-57) [65-67]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VI.<aq> Von den Saphischen Verßen. / Fundstelle
 
Seite: (55-57) [65-67]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Der <aq>III.<aq> Theil von Exempeln. <aq>CAP. I.<aq> Von den Arten der Verße. / Qualifikator
Seite: (58) [68]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Der <aq>III.<aq> Theil von Exempeln. <aq>CAP. I.<aq> Von den Arten der Verße. / Fundstelle
 
Seite: (58) [68]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. II.<aq> Die <aq>I.<aq> Art/ oder Alexandrinische Verße. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. II.<aq> Die <aq>I.<aq> Art/ oder Alexandrinische Verße. / Fundstelle
 
Seite: (58-68) [68-78]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. III.<aq> Die 6. Art. Madrigalle. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. III.<aq> Die 6. Art. Madrigalle. / Fundstelle
 
Seite: (68-79) [78-89]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IV.<aq> Die 10. Art. Form-Reime oder Acrosticha. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. IV.<aq> Die 10. Art. Form-Reime oder Acrosticha. / Fundstelle
 
Seite: (79-92) [89-102]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. V.<aq> Die 17. Art. Von Parodien. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. V.<aq> Die 17. Art. Von Parodien. / Fundstelle
 
Seite: (92-105) [102-115]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VI.<aq> Die 22. Art. Frag-Reime. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: <aq>CAP. VI.<aq> Die 22. Art. Frag-Reime. / Fundstelle
 
Seite: (105-111) [115-121]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: I. Zeit-Verkürtzung/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: I. Zeit-Verkürtzung/ / Fundstelle
 
Seite: (112-114) [122-124]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: 2. Schertz-Gedancken. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: 2. Schertz-Gedancken. / Fundstelle
 
Seite: (114-116) [124-126]
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Grabschrifften C.H. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Grabschrifften C.H. / Fundstelle
 
Seite: (116-120) [126-130]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Fundstelle
 
Seite: (2-4) [12-14]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen.
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Fundstelle
 
Seite: (7) [17]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: und hat keine Kunst die Freyheit/ welche die Dicht-Kunst erlanget/ daß sie Todte lebendig und redend kan vorstellen/ Steinen und Bäumen/ Lippen und Augen anbilden etc. daß sie bald aus der Lufft ins Meer/ aus der Höllen in Himmel steiget etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: und hat keine Kunst die Freyheit/ welche die Dicht-Kunst erlanget/ daß sie Todte lebendig und redend kan vorstellen/ Steinen und Bäumen/ Lippen und Augen anbilden etc. daß sie bald aus der Lufft ins Meer/ aus der Höllen in Himmel steiget etc. / Fundstelle
 
Seite: (43) [53]
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Ein dichter soll vornehmlich seine Arbeit dahin anstellen/ daß er GOtt zu Ehren dichte/ wie solches absonderlich die Oden erfodern. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Ein dichter soll vornehmlich seine Arbeit dahin anstellen/ daß er GOtt zu Ehren dichte/ wie solches absonderlich die Oden erfodern. / Fundstelle
 
Seite: (95) [105]
Eigenschaft / Inspiration
 
Eigenschaft / Inspiration: §. 5. Was etliche denen Poeten angedichtet/ als wenn ihre gantze Wissenschafft eine Unsinnigkeit sey/ daß hat <aq>Plato<aq>wiederlegt/ wann er spricht: <aq>Nullum posse esse Poetam sine afflatu divino<aq> und <aq>Ovidius<aq>: [S] ¶ <aq>Est Deus in nobis agitante calescimus illo<aq>, ¶ <aq>Impetus hic sacrae semina mentis habet<aq>. ¶ Daraus zur Gnüge erhället/ daß GOtt der <aq>Director<aq>, ein lustiges Gemüthe aber der Antrieb zu der Poesie sey. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Inspiration: §. 5. Was etliche denen Poeten angedichtet/ als wenn ihre gantze Wissenschafft eine Unsinnigkeit sey/ daß hat <aq>Plato<aq>wiederlegt/ wann er spricht: <aq>Nullum posse esse Poetam sine afflatu divino<aq> und <aq>Ovidius<aq>: [S] ¶ <aq>Est Deus in nobis agitante calescimus illo<aq>, ¶ <aq>Impetus hic sacrae semina mentis habet<aq>. ¶ Daraus zur Gnüge erhället/ daß GOtt der <aq>Director<aq>, ein lustiges Gemüthe aber der Antrieb zu der Poesie sey. / Fundstelle
 
Seite: (11-12) [21-22]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Absonderlich aber soll man sich befleißigen die Heydnischen Götter und ihre Nahmen so viel möglich zu vermeiden/ wie Hoffmannswaldau in der Vorrede seiner Helden-Brieffe/ und Zesius in seinem deutschen <aq>Helicon<aq> davon handeln. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: Absonderlich aber soll man sich befleißigen die Heydnischen Götter und ihre Nahmen so viel möglich zu vermeiden/ wie Hoffmannswaldau in der Vorrede seiner Helden-Brieffe/ und Zesius in seinem deutschen <aq>Helicon<aq> davon handeln. / Fundstelle
 
Seite: (29) [39]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: EIne <aq>Parodie<aq> sonst Gegen-Gedichte genannt ist/ wann ich eines Gedichtes Meinung auff gar andere Sachen <aq>applicire<aq>, als wenn man die weltlichen Erfindungen ins geistliche setzt/ und sind solche bey denen alten grichischen und lateinischen Poeten üblich gewesen/ weilen sie eine liebliche Anmuth/ durch die <aq>Metamorphosin<aq> geben. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: EIne <aq>Parodie<aq> sonst Gegen-Gedichte genannt ist/ wann ich eines Gedichtes Meinung auff gar andere Sachen <aq>applicire<aq>, als wenn man die weltlichen Erfindungen ins geistliche setzt/ und sind solche bey denen alten grichischen und lateinischen Poeten üblich gewesen/ weilen sie eine liebliche Anmuth/ durch die <aq>Metamorphosin<aq> geben. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein dichter soll vornehmlich seine Arbeit dahin anstellen/ daß er GOtt zu Ehren dichte/ wie solches absonderlich die Oden erfodern. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein dichter soll vornehmlich seine Arbeit dahin anstellen/ daß er GOtt zu Ehren dichte/ wie solches absonderlich die Oden erfodern. / Fundstelle
 
Seite: (95) [105]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Fundstelle
 
Seite: (2-4) [12-14]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Fundstelle
 
Seite: (7) [17]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: §. 4. Nicht genung ists/ wie etliche meinen/ wenn man nur reimen könne/ und dörffe man dahero keiner nothwendigen <aq>prosodi<aq>; allein von denen heist es/ was Lutherus zu einem sagte/ welcher meinete/ er könne eine Predigt vom Zaune brechen/ ja sprach Lutherus/ man hört es auch ziemlich prasseln. Wer ohne Regeln schreibet/ der ist gewiß aus der Stamm-Linie der Meister-Sänger die Knittel-Reyme machen. / Rang
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: §. 4. Nicht genung ists/ wie etliche meinen/ wenn man nur reimen könne/ und dörffe man dahero keiner nothwendigen <aq>prosodi<aq>; allein von denen heist es/ was Lutherus zu einem sagte/ welcher meinete/ er könne eine Predigt vom Zaune brechen/ ja sprach Lutherus/ man hört es auch ziemlich prasseln. Wer ohne Regeln schreibet/ der ist gewiß aus der Stamm-Linie der Meister-Sänger die Knittel-Reyme machen. / Fundstelle
 
Seite: (10) [21]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Welchen <aq>Hieronymus in Praef. Esdr. & Nehem. fol. 9. Tom. 4. <aq>macht: <aq>judicare tantum de aliis, & ipsi nihil facere noverunt<aq>. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Welchen <aq>Hieronymus in Praef. Esdr. & Nehem. fol. 9. Tom. 4. <aq>macht: <aq>judicare tantum de aliis, & ipsi nihil facere noverunt<aq>. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [8]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: §. 7. Und wann über diß auch kein anderer Nutzen daraus entstünde/ als ein geweihtes Lorbeer-Blat/ welches Kayser <aq>Fridricus II.<aq> dem ersten Poeten <aq>Celtes<aq> hat reichen wollen/ in einem Crantze/ dergleichen Crantz <aq>Otto I.<aq> der Kayser/ schon längst vorhero um das Jahr 965. unter der Regierung Pabst <aq>Leonis VIII.<aq> zu Maintz/ den Meistersängern hat Gölden verehrt/ nebst grossen <aq>privilegiis<aq> / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: §. 7. Und wann über diß auch kein anderer Nutzen daraus entstünde/ als ein geweihtes Lorbeer-Blat/ welches Kayser <aq>Fridricus II.<aq> dem ersten Poeten <aq>Celtes<aq> hat reichen wollen/ in einem Crantze/ dergleichen Crantz <aq>Otto I.<aq> der Kayser/ schon längst vorhero um das Jahr 965. unter der Regierung Pabst <aq>Leonis VIII.<aq> zu Maintz/ den Meistersängern hat Gölden verehrt/ nebst grossen <aq>privilegiis<aq> / Fundstelle
 
Seite: (9) [19]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: §. 4. Nicht genung ists/ wie etliche meinen/ wenn man nur reimen könne/ und dörffe man dahero keiner nothwendigen <aq>prosodi<aq>; allein von denen heist es/ was Lutherus zu einem sagte/ welcher meinete/ er könne eine Predigt vom Zaune brechen/ ja sprach Lutherus/ man hört es auch ziemlich prasseln. Wer ohne Regeln schreibet/ der ist gewiß aus der Stamm-Linie der Meister-Sänger die Knittel-Reyme machen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: §. 4. Nicht genung ists/ wie etliche meinen/ wenn man nur reimen könne/ und dörffe man dahero keiner nothwendigen <aq>prosodi<aq>; allein von denen heist es/ was Lutherus zu einem sagte/ welcher meinete/ er könne eine Predigt vom Zaune brechen/ ja sprach Lutherus/ man hört es auch ziemlich prasseln. Wer ohne Regeln schreibet/ der ist gewiß aus der Stamm-Linie der Meister-Sänger die Knittel-Reyme machen. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der erste Urheber ist im Jahr 1560. gewesen <aq>Michael Stivelius<aq>, ein Prediger in Sachsen/ der solche erfunden/ diesem ist anietzt nachgefolget <aq>M. Johann Henningius<aq> in Quedlinburg/ welcher nicht allein die einfache/ sondern auch die andern Sorten in einem sonderbahren Tractätchen/ so er <aq>Cabbalogiam<aq> nennt/ gar deutlich angewiesen/ deßgleichen <aq>Paschasius in Poesi artificiali<aq>, und andere mehr. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Der erste Urheber ist im Jahr 1560. gewesen <aq>Michael Stivelius<aq>, ein Prediger in Sachsen/ der solche erfunden/ diesem ist anietzt nachgefolget <aq>M. Johann Henningius<aq> in Quedlinburg/ welcher nicht allein die einfache/ sondern auch die andern Sorten in einem sonderbahren Tractätchen/ so er <aq>Cabbalogiam<aq> nennt/ gar deutlich angewiesen/ deßgleichen <aq>Paschasius in Poesi artificiali<aq>, und andere mehr. / Fundstelle
 
Seite: (90) [100]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Worbey ich etliche Sachen/ so noch niemahlen das Tage-Licht gesehen/ dörffte anhencken/ so fern mir GOtt Leben und Gesundheit verleihet / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Worbey ich etliche Sachen/ so noch niemahlen das Tage-Licht gesehen/ dörffte anhencken/ so fern mir GOtt Leben und Gesundheit verleihet / Fundstelle
 
Seite: (111) [121]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
Eigenschaft / Autoritäten: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Fundstelle
 
Seite: (2-4) [12-14]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen.
Eigenschaft / Autoritäten: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Fundstelle
 
Seite: (7) [17]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es werden diese [vers communs, J.T.] am meisten zu Glückwünschungen/ zu Freuden-Zeiten angewendet/ wie ich dergleichen Verße bey Einweihung der <aq>Catheder Lutheri<aq> in Wittenberg/ so Ihro <aq>Magnificentz<aq> Herr <aq>D. Joh. Frid.<aq> Mayer/ mein vielgeehrter Patron/ und an Vater Statt geliebter Gönner/ den GOtt mit zeitlichem und ewigen [S] Seegen beschütte/ anstellete/ Anno 1685. den 23. ¶ April/ unter eines andern Nahmen setzte. ¶ Auff kluge Welt/ betrachte Zeit und Glantz/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Es werden diese [vers communs, J.T.] am meisten zu Glückwünschungen/ zu Freuden-Zeiten angewendet/ wie ich dergleichen Verße bey Einweihung der <aq>Catheder Lutheri<aq> in Wittenberg/ so Ihro <aq>Magnificentz<aq> Herr <aq>D. Joh. Frid.<aq> Mayer/ mein vielgeehrter Patron/ und an Vater Statt geliebter Gönner/ den GOtt mit zeitlichem und ewigen [S] Seegen beschütte/ anstellete/ Anno 1685. den 23. ¶ April/ unter eines andern Nahmen setzte. ¶ Auff kluge Welt/ betrachte Zeit und Glantz/ / Fundstelle
 
Seite: (62-63) [72-73]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Mit Gegenhaltung der Worte <aq>Augustini<aq>. ¶ 63 40 128 4 52 26 76 ¶ <aq>Inter Brachia Salvatoris D. Jesu mei, vivere<aq>, ¶ 26 52 61 39 22 19 44 640. ¶ <aq>& mori cupio, ut in eo maneam<aq> ¶ Worauff hernach die Verße können eingerichtet werden also: ¶ So donnre Hagel/ Blitz/ auff meine Scheitel zu/ / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Mit Gegenhaltung der Worte <aq>Augustini<aq>. ¶ 63 40 128 4 52 26 76 ¶ <aq>Inter Brachia Salvatoris D. Jesu mei, vivere<aq>, ¶ 26 52 61 39 22 19 44 640. ¶ <aq>& mori cupio, ut in eo maneam<aq> ¶ Worauff hernach die Verße können eingerichtet werden also: ¶ So donnre Hagel/ Blitz/ auff meine Scheitel zu/ / Fundstelle
 
Seite: (91) [101]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ein Exempel einer <aq>Parodie<aq> giebt Herr <aq>D.<aq> Müller in seiner Creutz- und Leidens-Schule über die Worte des weltlichen Liedes: [S] ¶ Lebt iemand so wie ich/ so lebt er kümmerlich etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Ein Exempel einer <aq>Parodie<aq> giebt Herr <aq>D.<aq> Müller in seiner Creutz- und Leidens-Schule über die Worte des weltlichen Liedes: [S] ¶ Lebt iemand so wie ich/ so lebt er kümmerlich etc. / Fundstelle
 
Seite: (92-93) [102-103]
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten
 
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: WEr sich die Niedrigkeit nicht mehr will meistern lassen/ [...][S][...] Seiner wegen eitler Tugenden und Gelehrsamkeit überaus lieben Freunde/ und sehr fleißigen begierigen <aq>Auditori<aq>, schriebe dieses eilfertig doch aufrichtig mit hertzlichen Wuntsch alles Göttlichen Seegens ¶ Joh. Fried. Mayer/ *D. P. P.* der Schloßkirchen in Wittenberg <aq>Vice-Probst<aq>/ und der <aq>Theol. Facult. Decanus<aq>. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: WEr sich die Niedrigkeit nicht mehr will meistern lassen/ [...][S][...] Seiner wegen eitler Tugenden und Gelehrsamkeit überaus lieben Freunde/ und sehr fleißigen begierigen <aq>Auditori<aq>, schriebe dieses eilfertig doch aufrichtig mit hertzlichen Wuntsch alles Göttlichen Seegens ¶ Joh. Fried. Mayer/ *D. P. P.* der Schloßkirchen in Wittenberg <aq>Vice-Probst<aq>/ und der <aq>Theol. Facult. Decanus<aq>. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.-unpag.) [9-10]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein kluger <aq>Darius<aq> nimt offt so lieb die armselig-doch treumeinend gegebene Gabe an/ als eine von grosser Phariseer Hand überreichte Heichel <aq>Jubele<aq>, die den Werth zum Grunde und Zeige-Mutter/ den Betrug aber zum Vorhange hat. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein kluger <aq>Darius<aq> nimt offt so lieb die armselig-doch treumeinend gegebene Gabe an/ als eine von grosser Phariseer Hand überreichte Heichel <aq>Jubele<aq>, die den Werth zum Grunde und Zeige-Mutter/ den Betrug aber zum Vorhange hat. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [5]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: also sage ich: Gott ist das beste Heyl in dieser Sterbligkeit/ oder auch: GOtt ist in dieser Sterbligkeit das beste Heyl. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: also sage ich: Gott ist das beste Heyl in dieser Sterbligkeit/ oder auch: GOtt ist in dieser Sterbligkeit das beste Heyl. / Fundstelle
 
Seite: (19) [29]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Beywörter werden offt gantz wiedrigen Sachen zugelegt/ als die schöne Sünde/ da doch keine Sünde schön / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Beywörter werden offt gantz wiedrigen Sachen zugelegt/ als die schöne Sünde/ da doch keine Sünde schön / Fundstelle
 
Seite: (27) [37]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: Glied/ Glück/ Gnade/ gnau/ grade/ vor Gelücke/ Genade etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: Glied/ Glück/ Gnade/ gnau/ grade/ vor Gelücke/ Genade etc. / Fundstelle
 
Seite: (30) [40]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: Eh’mann/ Weih’rauch / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: als: Eh’mann/ Weih’rauch / Fundstelle
 
Seite: (30) [40]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wenn ein Wort sich mit einem Jod anfänget/ als Jerusalem etc. und das vorhergehende Wort sich mit einem e geendiget hat/ so kan das e doch stehen bleiben/ als: das liebe Jericho. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wenn ein Wort sich mit einem Jod anfänget/ als Jerusalem etc. und das vorhergehende Wort sich mit einem e geendiget hat/ so kan das e doch stehen bleiben/ als: das liebe Jericho. / Fundstelle
 
Seite: (33) [43]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Den Himmels-Schlüssen wiederspricht kein Mensch. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Den Himmels-Schlüssen wiederspricht kein Mensch. / Fundstelle
 
Seite: (35) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Wollust bahnt auff Schwanen küssen/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Wollust bahnt auff Schwanen küssen/ / Fundstelle
 
Seite: (35) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: GOtt wird von uns geliebt und auch gepreiset. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: GOtt wird von uns geliebt und auch gepreiset. / Fundstelle
 
Seite: (35) [45]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Verstrichner Glantz/ gebleichte Pracht/ verweißtes Heiligthum etc. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Verstrichner Glantz/ gebleichte Pracht/ verweißtes Heiligthum etc. / Fundstelle
 
Seite: (36) [46]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer hier die Ewigkeit sucht/ muß noch eh‘ vergehn/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer hier die Ewigkeit sucht/ muß noch eh‘ vergehn/ / Fundstelle
 
Seite: (37) [47]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: wiewohl <aq>Zesius<aq> solches <aq>pag.<aq> 99 seines <aq>Helicons<aq> nicht will gar wohl zulassen/ daß man GOtt und Gebot/ solle reimen/ doch finde ich keine erhebliche Ursachen/ warumb solches nicht solte angehen / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: wiewohl <aq>Zesius<aq> solches <aq>pag.<aq> 99 seines <aq>Helicons<aq> nicht will gar wohl zulassen/ daß man GOtt und Gebot/ solle reimen/ doch finde ich keine erhebliche Ursachen/ warumb solches nicht solte angehen / Fundstelle
 
Seite: (38) [48]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: wie wohl der berühmte <aq>Zesius Loc. cit. p.<aq> 95. und <aq>p.<aq> 107. es verwirfft/ so hat doch Hoffmanswaldau/ <aq>Caspari<aq> und andere gar offt solches gebraucht/ daß sie Leid mit Ewigkeit reimen / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: wie wohl der berühmte <aq>Zesius Loc. cit. p.<aq> 95. und <aq>p.<aq> 107. es verwirfft/ so hat doch Hoffmanswaldau/ <aq>Caspari<aq> und andere gar offt solches gebraucht/ daß sie Leid mit Ewigkeit reimen / Fundstelle
 
Seite: (39) [49]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als Barmhertzigkeit / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: als Barmhertzigkeit / Fundstelle
 
Seite: (40) [50]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: deßgleichen geht es auch an mit dem i und ui/ als Sünden finden/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: deßgleichen geht es auch an mit dem i und ui/ als Sünden finden/ / Fundstelle
 
Seite: (40) [50]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Süsser JEsu wertheste Himmels-Sonne / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Süsser JEsu wertheste Himmels-Sonne / Fundstelle
 
Seite: (56) [66]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zur Anweisung eines Exempels ist folgendes Carmen/ auff die Leiche/ Herr Müllers/ <aq>Medicinae Doct.<aq> in Wittenberg Anno 1684. den 22. <aq>Novembris<aq>, in eines andern Nahmen von mir gemacht. ¶ Ist mehr kein Perlen Tranck? nicht kräfftige <aq>Asphalten<aq>, / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zur Anweisung eines Exempels ist folgendes Carmen/ auff die Leiche/ Herr Müllers/ <aq>Medicinae Doct.<aq> in Wittenberg Anno 1684. den 22. <aq>Novembris<aq>, in eines andern Nahmen von mir gemacht. ¶ Ist mehr kein Perlen Tranck? nicht kräfftige <aq>Asphalten<aq>, / Fundstelle
 
Seite: (61) [71]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es werden diese [vers communs, J.T.] am meisten zu Glückwünschungen/ zu Freuden-Zeiten angewendet/ wie ich dergleichen Verße bey Einweihung der <aq>Catheder Lutheri<aq> in Wittenberg/ so Ihro <aq>Magnificentz<aq> Herr <aq>D. Joh. Frid.<aq> Mayer/ mein vielgeehrter Patron/ und an Vater Statt geliebter Gönner/ den GOtt mit zeitlichem und ewigen [S] Seegen beschütte/ anstellete/ Anno 1685. den 23. ¶ April/ unter eines andern Nahmen setzte. ¶ Auff kluge Welt/ betrachte Zeit und Glantz/ / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es werden diese [vers communs, J.T.] am meisten zu Glückwünschungen/ zu Freuden-Zeiten angewendet/ wie ich dergleichen Verße bey Einweihung der <aq>Catheder Lutheri<aq> in Wittenberg/ so Ihro <aq>Magnificentz<aq> Herr <aq>D. Joh. Frid.<aq> Mayer/ mein vielgeehrter Patron/ und an Vater Statt geliebter Gönner/ den GOtt mit zeitlichem und ewigen [S] Seegen beschütte/ anstellete/ Anno 1685. den 23. ¶ April/ unter eines andern Nahmen setzte. ¶ Auff kluge Welt/ betrachte Zeit und Glantz/ / Fundstelle
 
Seite: (62-63) [72-73]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: und [S] habe ich solches in meinem verlohrnen Kinde gewiesen/ so ich zu ehren Herr <aq>D.<aq> Mayern verfertiget; anietzo aber ein Exempel zu setzen/ soll folgendes Rätzel oder <aq>Aenigma<aq> seyn/ von einem Flohe. Vom Fleisch gebohren seyn/ und von dem Fleische leben/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: und [S] habe ich solches in meinem verlohrnen Kinde gewiesen/ so ich zu ehren Herr <aq>D.<aq> Mayern verfertiget; anietzo aber ein Exempel zu setzen/ soll folgendes Rätzel oder <aq>Aenigma<aq> seyn/ von einem Flohe. Vom Fleisch gebohren seyn/ und von dem Fleische leben/ / Fundstelle
 
Seite: (64-65) [74-75]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: deßgleichen <aq>Halman<aq> in seinen Begräbnüß-Gedichten <aq>pag. 83<aq>. gar artlich weiset/ daher ich bin bewogen worden/ eben dergleichen Exempel zu setzen/ von den Worten Fall und Fallen/ also: ¶ Sonnet. ¶ Diß Leben ist ein Fall wo nichts als Fallen wachet/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: deßgleichen <aq>Halman<aq> in seinen Begräbnüß-Gedichten <aq>pag. 83<aq>. gar artlich weiset/ daher ich bin bewogen worden/ eben dergleichen Exempel zu setzen/ von den Worten Fall und Fallen/ also: ¶ Sonnet. ¶ Diß Leben ist ein Fall wo nichts als Fallen wachet/ / Fundstelle
 
Seite: (67) [77]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel soll folgendes Leichen-Gedichte seyyn: ¶ Mein Pilgram eile nicht/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel soll folgendes Leichen-Gedichte seyyn: ¶ Mein Pilgram eile nicht/ / Fundstelle
 
Seite: (70) [80]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer meine Meinung nicht sattsam kan fassen/ der beliebe folgendes Exempel einer ,[aq]Sextinne[/aq] auff eine Hochzeit anzunehmen/ von dem Liebes-Kusse. [S] ¶ 1. Der Zucken den die Welt vor ihre Freunde trägt/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer meine Meinung nicht sattsam kan fassen/ der beliebe folgendes Exempel einer ,[aq]Sextinne[/aq] auff eine Hochzeit anzunehmen/ von dem Liebes-Kusse. [S] ¶ 1. Der Zucken den die Welt vor ihre Freunde trägt/ / Fundstelle
 
Seite: (71-72) [81-82]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie diß Exempel einer Ode auff Pfingsten weiset. ¶ 1. ¶ Die Andacht rufft/ HErr fülle meine Sinnen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie diß Exempel einer Ode auff Pfingsten weiset. ¶ 1. ¶ Die Andacht rufft/ HErr fülle meine Sinnen/ / Fundstelle
 
Seite: (75) [85]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich bin vorwitzig gewesen solches Irrgedichte also vorzustellen: ¶ Wie irret doch der Menschen Sinn/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich bin vorwitzig gewesen solches Irrgedichte also vorzustellen: ¶ Wie irret doch der Menschen Sinn/ / Fundstelle
 
Seite: (77) [87]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Form-Reime werden auff zweyerley Arten gemacht (a) wenn der erste Buchstabe einer ieden Zeile von oben biß unten wieder zusammen gesetzt wird als: JESUS. ¶ In mein Hertze soll kein GOtt/ als mein süsser Jesus kommen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Form-Reime werden auff zweyerley Arten gemacht (a) wenn der erste Buchstabe einer ieden Zeile von oben biß unten wieder zusammen gesetzt wird als: JESUS. ¶ In mein Hertze soll kein GOtt/ als mein süsser Jesus kommen/ / Fundstelle
 
Seite: (79) [89]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wann die ersten Buchstaben aller Wörter/ so in den Verßen auff einander folgen/ zusammen gelesen werden e.g. in dem Worte JESUS. ¶ Jch Erquicke Sinn Und Seele. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wann die ersten Buchstaben aller Wörter/ so in den Verßen auff einander folgen/ zusammen gelesen werden e.g. in dem Worte JESUS. ¶ Jch Erquicke Sinn Und Seele. / Fundstelle
 
Seite: (80) [90]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: wie folgender Buß-Seuffzer den Nahmen JESUS heraus bringet. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: wie folgender Buß-Seuffzer den Nahmen JESUS heraus bringet. / Fundstelle
 
Seite: (80) [90]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 1. ¶ JCh steh unter deinem Kreutz/ ach mein JEsu gantz verlassen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 1. ¶ JCh steh unter deinem Kreutz/ ach mein JEsu gantz verlassen/ / Fundstelle
 
Seite: (80) [90]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Exempel soll seyn der Nahme ¶ Daniel von Helmrich/ ¶ meines hochgeehrten <aq>Patronis<aq>, aus solchem kommt nach dem Buchstaben Wechsel heraus: ¶ In Leid kam Ruhe Lohn. ¶ Solches kan in folgende Verße gebracht werden: ¶ Der Morgen folgt auff die Betrübte Nacht/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Exempel soll seyn der Nahme ¶ Daniel von Helmrich/ ¶ meines hochgeehrten <aq>Patronis<aq>, aus solchem kommt nach dem Buchstaben Wechsel heraus: ¶ In Leid kam Ruhe Lohn. ¶ Solches kan in folgende Verße gebracht werden: ¶ Der Morgen folgt auff die Betrübte Nacht/ / Fundstelle
 
Seite: (83) [93]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also ein Hertz. ¶ Treue Hertzen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Also ein Hertz. ¶ Treue Hertzen/ / Fundstelle
 
Seite: (86) [96]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die andere wird also gemacht/ als zu einem Paten-Zettel: ¶ JEsus soll der Morgen-Stern liebster Pate stetig bleiben/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die andere wird also gemacht/ als zu einem Paten-Zettel: ¶ JEsus soll der Morgen-Stern liebster Pate stetig bleiben/ / Fundstelle
 
Seite: (87) [97]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mit Gegenhaltung der Worte <aq>Augustini<aq>. ¶ 63 40 128 4 52 26 76 ¶ <aq>Inter Brachia Salvatoris D. Jesu mei, vivere<aq>, ¶ 26 52 61 39 22 19 44 640. ¶ <aq>& mori cupio, ut in eo maneam<aq> ¶ Worauff hernach die Verße können eingerichtet werden also: ¶ So donnre Hagel/ Blitz/ auff meine Scheitel zu/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Mit Gegenhaltung der Worte <aq>Augustini<aq>. ¶ 63 40 128 4 52 26 76 ¶ <aq>Inter Brachia Salvatoris D. Jesu mei, vivere<aq>, ¶ 26 52 61 39 22 19 44 640. ¶ <aq>& mori cupio, ut in eo maneam<aq> ¶ Worauff hernach die Verße können eingerichtet werden also: ¶ So donnre Hagel/ Blitz/ auff meine Scheitel zu/ / Fundstelle
 
Seite: (91) [101]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel einer <aq>Parodie<aq> giebt Herr <aq>D.<aq> Müller in seiner Creutz- und Leidens-Schule über die Worte des weltlichen Liedes: [S] ¶ Lebt iemand so wie ich/ so lebt er kümmerlich etc. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel einer <aq>Parodie<aq> giebt Herr <aq>D.<aq> Müller in seiner Creutz- und Leidens-Schule über die Worte des weltlichen Liedes: [S] ¶ Lebt iemand so wie ich/ so lebt er kümmerlich etc. / Fundstelle
 
Seite: (92-93) [102-103]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Uns soll alhier zum Exempel seyn/ eine Aufmunterung des Gemüthes: ¶ 1. ¶ Was wilstu dich mein Hertze selbst verzehren? / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Uns soll alhier zum Exempel seyn/ eine Aufmunterung des Gemüthes: ¶ 1. ¶ Was wilstu dich mein Hertze selbst verzehren? / Fundstelle
 
Seite: (96) [106]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: so soll folgendes Begräbniß-Gedichte unsre Meinung vorstellen. [S] ¶ Der Port ist wohl erreicht/ itzt still ich mein Verlangen/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: so soll folgendes Begräbniß-Gedichte unsre Meinung vorstellen. [S] ¶ Der Port ist wohl erreicht/ itzt still ich mein Verlangen/ / Fundstelle
 
Seite: (97-98) [107-108]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: wie zur Anweisung dieses ist/ von Abscheidung eines guten Freudes: ¶ 1. ¶ Fahr wohl geliebter Freund/ diß seuffzet noch mein Hertze/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: wie zur Anweisung dieses ist/ von Abscheidung eines guten Freudes: ¶ 1. ¶ Fahr wohl geliebter Freund/ diß seuffzet noch mein Hertze/ / Fundstelle
 
Seite: (99) [109]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel von 2. Strophen soll uns geben die Bewillkommnung der Stadt Wittenberg/ als wenn der Durchl. Churfürst zu Sachsen darinn seinen Einzug hielte. ¶ 1. Satz. ¶ O Himmel schmücke dich/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel von 2. Strophen soll uns geben die Bewillkommnung der Stadt Wittenberg/ als wenn der Durchl. Churfürst zu Sachsen darinn seinen Einzug hielte. ¶ 1. Satz. ¶ O Himmel schmücke dich/ / Fundstelle
 
Seite: (102) [112]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel soll folgende <aq>Sententz<aq> machen/ aus dem <aq>Ambrosio, Epist.<aq> 60. so ich <aq>Anno<aq> 1681. den 19. <aq>Augusti<aq> zu Wittenberg Herrn <aq>Thebesio<aq> in sein Stammbuch geschrieben. ¶ <aq>Sobriam à turbis gravitatem, Severam vitam, singulare pondus Dignitas sibi vendicat Sacerdotalis.<aq> ¶ Der Laster-Mackel muß nicht am Gespinste kleben/ / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Exempel soll folgende <aq>Sententz<aq> machen/ aus dem <aq>Ambrosio, Epist.<aq> 60. so ich <aq>Anno<aq> 1681. den 19. <aq>Augusti<aq> zu Wittenberg Herrn <aq>Thebesio<aq> in sein Stammbuch geschrieben. ¶ <aq>Sobriam à turbis gravitatem, Severam vitam, singulare pondus Dignitas sibi vendicat Sacerdotalis.<aq> ¶ Der Laster-Mackel muß nicht am Gespinste kleben/ / Fundstelle
 
Seite: (108) [118]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Vorbilde soll diese geistliche Ode seyn. ¶ 1. ¶ Welt ade! Gehab dich wohl! / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum Vorbilde soll diese geistliche Ode seyn. ¶ 1. ¶ Welt ade! Gehab dich wohl! / Fundstelle
 
Seite: (109) [119]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] I. Zeit-Verkürtzung / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] I. Zeit-Verkürtzung / Fundstelle
 
Seite: (112) [122]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 2. Schertz-Gedancken. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 2. Schertz-Gedancken. / Fundstelle
 
Seite: (114) [124]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 7. Eines Spaniers. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 7. Eines Spaniers. / Fundstelle
 
Seite: (119) [129]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 8. Eines Welt-weisen Geistlichen oder Jesuiten. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 8. Eines Welt-weisen Geistlichen oder Jesuiten. / Fundstelle
 
Seite: (119) [129]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 9. Eines tadelhafften Mönches. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 9. Eines tadelhafften Mönches. / Fundstelle
 
Seite: (120) [130]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 10. Einer Nonnen. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [Hoffmannswaldau:] 10. Einer Nonnen. / Fundstelle
 
Seite: (120) [130]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Rang
 
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete. / Fundstelle
 
Seite: (2-4) [12-14]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen.
Eigenschaft / Exempelpolitik: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen. / Fundstelle
 
Seite: (7) [17]
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der erste Urheber ist im Jahr 1560. gewesen <aq>Michael Stivelius<aq>, ein Prediger in Sachsen/ der solche erfunden/ diesem ist anietzt nachgefolget <aq>M. Johann Henningius<aq> in Quedlinburg/ welcher nicht allein die einfache/ sondern auch die andern Sorten in einem sonderbahren Tractätchen/ so er <aq>Cabbalogiam<aq> nennt/ gar deutlich angewiesen/ deßgleichen <aq>Paschasius in Poesi artificiali<aq>, und andere mehr. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der erste Urheber ist im Jahr 1560. gewesen <aq>Michael Stivelius<aq>, ein Prediger in Sachsen/ der solche erfunden/ diesem ist anietzt nachgefolget <aq>M. Johann Henningius<aq> in Quedlinburg/ welcher nicht allein die einfache/ sondern auch die andern Sorten in einem sonderbahren Tractätchen/ so er <aq>Cabbalogiam<aq> nennt/ gar deutlich angewiesen/ deßgleichen <aq>Paschasius in Poesi artificiali<aq>, und andere mehr. / Fundstelle
 
Seite: (90) [100]
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Antike Rhetorik und deutsche Literarische Theorie im 17. Jahrhundert. / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Männling, Johann Christoph (Killy) / Rang
 
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Leben und Werke des Johann Christoph Männling. / Rang
 
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Eigenschaft / Bibliographische Angaben
 
Eigenschaft / Bibliographische Angaben: bibl. Angaben / Rang
 
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Aktuelle Version vom 18. Januar 2025, 17:51 Uhr

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Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
Europäische Parnassus, Oder kurtze und deutliche Anweisung Zu der Deutschen Dicht-Kunst
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    Aussagen

    0 Fundstellen
    1685
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    Wittenberg
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    (unpag.-unpag.) [5-8]
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    (7-11 [10]) [17-20]
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    (34-37) [44-47]
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    (37-42) [47-52]
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    (46-48) [56-58]
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    (48-50) [58-60]
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    (68-79) [78-89]
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    (92-105) [102-115]
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    (105-111) [115-121]
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    (112-114) [122-124]
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    (114-116) [124-126]
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    (116-120) [126-130]
    Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
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    (2-4) [12-14]
    Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
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    (2-4) [12-14]
    Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
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    (2-4) [12-14]
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    (119) [129]
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    (120) [130]
    Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.
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    (2-4) [12-14]