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Eigenschaft / Bibliographische AngabenEigenschaft / Bibliographische Angaben
Q426 (Gelöschtes Datenobjekt)
Eigenschaft / SekundärliteraturEigenschaft / Sekundärliteratur
Q426 (Gelöschtes Datenobjekt)
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Poetische Tafeln oder gründliche Anweisung zur teutschen Verskunst (Nachwort) / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Georg Neumark (1621–1681). Leben und Werk. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Neumark, Georg (Killy) / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Reformpoetik. Kodifizierte Genustheorie des Barock und alternative Normenbildung in poetologischen Paratexten. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
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Eigenschaft / Mythenkritik
[aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq].
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Fundstelle
Seite: (13) [83]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Welche Gedicht durchaus nicht wahr scheinen/ darum sie [G: [aq]Palaestra Eloquent. Ligat. lib. I. cap. V[/aq].] auch [aq]Masen[/aq]. in seinem Buch von der Poeterey [aq]per se ficta nennet/ (quorum tota substantia ficta esse cognoscitur, ad differentiam alterius fictionis generis, quod per accidens dicitur, cujus substantia ve-[/aq] [S] [aq]risimilis est; licet re ipsa nunquam posit a fuerit, quod factibili per se rerum naturae evenire potuit[/aq]. Solchen Einwurff haben etliche Gelehrte/ damit des [aq]Virgilii[/aq] Ansehen nicht verkleinert würde/ beantwortet. Was das erste betrifft von dem Baum/ meinen sie/ daß was sonderliches/ den Alten Heydnischen Gottesdienst betreffend/ darunter verborgen sey. / Rang
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Eigenschaft / Mythenkritik: Welche Gedicht durchaus nicht wahr scheinen/ darum sie [G: [aq]Palaestra Eloquent. Ligat. lib. I. cap. V[/aq].] auch [aq]Masen[/aq]. in seinem Buch von der Poeterey [aq]per se ficta nennet/ (quorum tota substantia ficta esse cognoscitur, ad differentiam alterius fictionis generis, quod per accidens dicitur, cujus substantia ve-[/aq] [S] [aq]risimilis est; licet re ipsa nunquam posit a fuerit, quod factibili per se rerum naturae evenire potuit[/aq]. Solchen Einwurff haben etliche Gelehrte/ damit des [aq]Virgilii[/aq] Ansehen nicht verkleinert würde/ beantwortet. Was das erste betrifft von dem Baum/ meinen sie/ daß was sonderliches/ den Alten Heydnischen Gottesdienst betreffend/ darunter verborgen sey. / Fundstelle
Seite: (40-41) [110-111]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XVII[/aq]. Zum dritten dienen die Personen in mancherley Erfindungen. Diese sind entweder wahre oder erdichtete/ zu welchen alle heydnische Götter und Göttinnen gezogen werden/ davon [aq]Masenius[/aq] in offt angezogenem Ohrte weitläufftig geschrieben. / Rang
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Eigenschaft / Mythenkritik: [aq]§. XVII[/aq]. Zum dritten dienen die Personen in mancherley Erfindungen. Diese sind entweder wahre oder erdichtete/ zu welchen alle heydnische Götter und Göttinnen gezogen werden/ davon [aq]Masenius[/aq] in offt angezogenem Ohrte weitläufftig geschrieben. / Fundstelle
Seite: (58) [158]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
[aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Fundstelle
Seite: (47-49) [117-119]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Fundstelle
Seite: (57-58) [127-128]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
Seite: (41-45) [111-115]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu wünschen wäre es/ daß/ nach dem die Poeterey wieder unter die Christen kommen/ sie nach dem Beyspiel der Spartanischen [aq]Venus[/aq] überall erblicket würde. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu wünschen wäre es/ daß/ nach dem die Poeterey wieder unter die Christen kommen/ sie nach dem Beyspiel der Spartanischen [aq]Venus[/aq] überall erblicket würde. / Fundstelle
Seite: (45) [115]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Von wem aber haben die Griechen und Lateiner an-[S]fangs etwas erlernet? Traun von den [aq]Hebraeern[/aq] und [aq]Celten[/aq], als [G: [aq]Harsdorff. Disquis. 9. in specim. Philol. p. 184. seqq[/aq].] derer Gedichte eigentlich in Reimen bestehen; darauf weder die Lateiner noch die Griechen acht haben. Dannenher leichtlich zu ermessen/ daß die Deutsche Poeterey nicht nach der Latein- und Griechischen Thon-forschung zu zwingen sey/ sondern nach ihrer eigenen Sprachen Ahrt beurtheilet werden müsse. Wie nun ferner die [aq]Hebraeer[/aq] die alten und neuen Reime haben/ also ist bey uns die alte Poeterey von der neuen und kunstrichtigen zu unterscheiden. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Von wem aber haben die Griechen und Lateiner an-[S]fangs etwas erlernet? Traun von den [aq]Hebraeern[/aq] und [aq]Celten[/aq], als [G: [aq]Harsdorff. Disquis. 9. in specim. Philol. p. 184. seqq[/aq].] derer Gedichte eigentlich in Reimen bestehen; darauf weder die Lateiner noch die Griechen acht haben. Dannenher leichtlich zu ermessen/ daß die Deutsche Poeterey nicht nach der Latein- und Griechischen Thon-forschung zu zwingen sey/ sondern nach ihrer eigenen Sprachen Ahrt beurtheilet werden müsse. Wie nun ferner die [aq]Hebraeer[/aq] die alten und neuen Reime haben/ also ist bey uns die alte Poeterey von der neuen und kunstrichtigen zu unterscheiden. / Fundstelle
Seite: (28-29) [98-99]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Fundstelle
Seite: (20) [90]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
[aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Fundstelle
Seite: (21) [91]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Fundstelle
Seite: (21-22) [91-92]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solcher Gesang ist von dem Hrn. Unverdrossenem dem Deutschen Palmbaum einverleibet/ wiewohl es nicht unter die gar Alten Deutschen Gedichte zu zehlen. Es handelt von dem Wendischen Könige [aq]Anthyro[/aq], und ist vor wenigen Jahren in einem Kloster/ Dobberau genant/ im Fürstenthum Mechelnburg gelegen/ von etlichen Kaiserlichen Soldaten/ in einem gemaurten Schrancke gefunden worden. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solcher Gesang ist von dem Hrn. Unverdrossenem dem Deutschen Palmbaum einverleibet/ wiewohl es nicht unter die gar Alten Deutschen Gedichte zu zehlen. Es handelt von dem Wendischen Könige [aq]Anthyro[/aq], und ist vor wenigen Jahren in einem Kloster/ Dobberau genant/ im Fürstenthum Mechelnburg gelegen/ von etlichen Kaiserlichen Soldaten/ in einem gemaurten Schrancke gefunden worden. / Fundstelle
Seite: (22) [92]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Fundstelle
Seite: (36) [106]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq].
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Fundstelle
Seite: (39) [109]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
[aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Fundstelle
Seite: (60-61) [130-131]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Fundstelle
Seite: (63) [133]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solches ist auch Werlet/ für Welt/ welches die alten Deutschen [G: [aq]id[/aq]. [[aq]Tscherning. p. 37. Bedenk[/aq].] [aq]p. 42[/aq].] Poeten/ Walther von der Vogelweid/ und Weihbekke/ der üm das Jahr Christi [aq]1153[/aq]. gelebt/ gebraucht/ und heute noch bey den Niederländern gehöret und gelesen wird. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein solches ist auch Werlet/ für Welt/ welches die alten Deutschen [G: [aq]id[/aq]. [[aq]Tscherning. p. 37. Bedenk[/aq].] [aq]p. 42[/aq].] Poeten/ Walther von der Vogelweid/ und Weihbekke/ der üm das Jahr Christi [aq]1153[/aq]. gelebt/ gebraucht/ und heute noch bey den Niederländern gehöret und gelesen wird. / Fundstelle
Seite: (273) [343]
 
Eigenschaft / Autoritäten
[aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq].
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Fundstelle
Seite: (13) [83]
 
Eigenschaft / Autoritäten
[aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Fundstelle
Seite: (47-49) [117-119]
 
Eigenschaft / Autoritäten
WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
 
Eigenschaft / Autoritäten: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Fundstelle
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Eigenschaft / Autoritäten
[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
Seite: (41-45) [111-115]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der Nahme [griech.], welcher noch biß auf heutigen Tag aus der Heydenschaft übergeblieben/ heisst eine Wendung: Denn die Heyden pflagen bey diesen Liedern einen Tantz üm der Götter Altäre zu halten. Erstlich kehrten sie sich von der rechten Seiten zur linken. Dieß geschah bey des Liedes ersten Theil/ davon dasselbige den Nahmen der ersten Strophen wie es scheinet/ überkommen. Hernach dreheten sie [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. ligat. p. 326[/aq].] sich von der Linken nach der Rechten. Daher [aq]Antistrophe[/aq]. Letztlich stunden sie vor dem Altar still/ und schlossen durch einen Beysatz ([aq]per Epodon[/aq]) den gantzen Gesang. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der Nahme [griech.], welcher noch biß auf heutigen Tag aus der Heydenschaft übergeblieben/ heisst eine Wendung: Denn die Heyden pflagen bey diesen Liedern einen Tantz üm der Götter Altäre zu halten. Erstlich kehrten sie sich von der rechten Seiten zur linken. Dieß geschah bey des Liedes ersten Theil/ davon dasselbige den Nahmen der ersten Strophen wie es scheinet/ überkommen. Hernach dreheten sie [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. ligat. p. 326[/aq].] sich von der Linken nach der Rechten. Daher [aq]Antistrophe[/aq]. Letztlich stunden sie vor dem Altar still/ und schlossen durch einen Beysatz ([aq]per Epodon[/aq]) den gantzen Gesang. / Fundstelle
Seite: (219) [289]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: DAß unsere geliebte Muttersprache/ derer Ursprung ins ge- [G: [aq]Wolffgang. Lazius. de Migrat. Gent. lib. I. p. 17[/aq].] mein von dem Babylonischen Thurmbau Babel hergeleitet wird/ eben so wohl als andere Sprachen/ die zahlbare gewißmäßige Kunst/ dadurch ein Vers geschlossen wird/ in acht zu nehmen wisse/ ist mit Schimpff und Schande derer/ die gewähnet/ daß die deutsche Mund-arht zu hart und rauh wäre die zarten Musen aufzunehmen/ von vielen vortrefflichen und Dapffern Leuten erwiesen worden. Und bedarff ein so ungegründeter Irrthum kei-[S]ner weitläufftigen Wiederlegung/ alldieweil wier/ dem Himmel sey Danck! in diesem Falle uns mit dem unsrigen reichlich behelffen können/ und von andern etwas abzuborgen nicht vonnöthen haben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: DAß unsere geliebte Muttersprache/ derer Ursprung ins ge- [G: [aq]Wolffgang. Lazius. de Migrat. Gent. lib. I. p. 17[/aq].] mein von dem Babylonischen Thurmbau Babel hergeleitet wird/ eben so wohl als andere Sprachen/ die zahlbare gewißmäßige Kunst/ dadurch ein Vers geschlossen wird/ in acht zu nehmen wisse/ ist mit Schimpff und Schande derer/ die gewähnet/ daß die deutsche Mund-arht zu hart und rauh wäre die zarten Musen aufzunehmen/ von vielen vortrefflichen und Dapffern Leuten erwiesen worden. Und bedarff ein so ungegründeter Irrthum kei-[S]ner weitläufftigen Wiederlegung/ alldieweil wier/ dem Himmel sey Danck! in diesem Falle uns mit dem unsrigen reichlich behelffen können/ und von andern etwas abzuborgen nicht vonnöthen haben. / Fundstelle
Seite: (18-19) [88-89]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq].
 
Eigenschaft / Autoritäten: Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Uberdieß ist der Türcken [aq]Alkoran[/aq] oder Gesetz-Buch in lauter Arabischen Reimen verfaßt/ wiewohl sie nicht alle gleichförmig; denn bald ist der eine kurtz/ der andere aber zwey und mehrmahl so lang; Dannenher [aq]Scaliger Animadvers. in Chronolog. Eusebii p. 7[/aq]. nicht zugeben wollen/ daß er Poetisch gesetzt wäre/ sagend: [aq]Non enim, quod vulgo persuasum video, Alcoranus ullo constat genere metrorum, non magis quàm Epistolae Ciceronis, sed ibi cola finiuntur, ubi similis desinentia est, etiamsi sit maxima membrorum inaequalitas; quae scias ibi terminari, ubi flosculi auro, aut minio picti videntur: qui nihil aliud sunt, quàm signa similium desinentiarum[/aq]. Jedoch haben etliche gelehrte Leute im Alcoran nicht allein ein gewisses [aq]metrum[/aq], sondern auch recht geschränckte Reime in acht genommen/ und halten davor/ daß [aq]Mahomed[/aq] etwas von der Poesie verstanden habe. [aq]Vid. Philip. Guadagnolus Instit. Ling. Arab. edit. Roman. An. 1642[/aq]. / Fundstelle
Seite: (9) [79]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Türcken soll noch heute zu Tage gebräuchlich seyn/ Jährlich an des [aq]Mahomets[/aq] GeburthsTage ihre Poeten auf geschehene Proben mit grossen Geschencken/ an Gold/ Kleider und Pferden zu begaben. [aq]Leo. Afer. lib. 3. c. 38. conf. Theatr. Tragic. Zeiler. in Not. ex Histor. XV[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Bey den Türcken soll noch heute zu Tage gebräuchlich seyn/ Jährlich an des [aq]Mahomets[/aq] GeburthsTage ihre Poeten auf geschehene Proben mit grossen Geschencken/ an Gold/ Kleider und Pferden zu begaben. [aq]Leo. Afer. lib. 3. c. 38. conf. Theatr. Tragic. Zeiler. in Not. ex Histor. XV[/aq]. / Fundstelle
Seite: (18) [88]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Barden waren bey den Celten/ (unter welchem Nahmen nach [aq]Lazii[/aq] aussage die Deutschen zu verstehen. [aq]Primaevi Tuiscones atque Galatae, qui posterius [aq]Alemanni[/aq] Germanive, Celtae Gallive nominati fuerunt. lib. I. p. 20[/aq].) Meistersänger; und soll/ nach [aq]Aventini[/aq] Meldung/ der erste Bardus zu Abrahams Zeiten in der Gegend/ wo ietzund Franckreich ist/ die Singekunst Feyer- und Tantztage/ wie auch eine sonderlich-bewegliche Ahrt in Deutschen Reimen aufgebracht haben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Barden waren bey den Celten/ (unter welchem Nahmen nach [aq]Lazii[/aq] aussage die Deutschen zu verstehen. [aq]Primaevi Tuiscones atque Galatae, qui posterius [aq]Alemanni[/aq] Germanive, Celtae Gallive nominati fuerunt. lib. I. p. 20[/aq].) Meistersänger; und soll/ nach [aq]Aventini[/aq] Meldung/ der erste Bardus zu Abrahams Zeiten in der Gegend/ wo ietzund Franckreich ist/ die Singekunst Feyer- und Tantztage/ wie auch eine sonderlich-bewegliche Ahrt in Deutschen Reimen aufgebracht haben. / Fundstelle
Seite: (24) [94]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und überdieß berichtet noch [aq]Alfricus[/aq] in [aq]Glossario Saxonico[/aq], daß die alten Sachsen in Engelland ([aq]Britannia[/aq]) ihren Priester [aq]DRY[/aq] genant haben. Dannenher so viel weniger zu zweiffeln/ daß dieses Wort aus der [aq]Celti[/aq]schen Sprache/ die vor Zeiten bey den Britten und [aq]Gallis[/aq] üblich gewesen/ herstamme. Das alte deutsche Stammwort Dru/ welches andere [aq]trou[/aq] aussprechen/ heißet nach unserer hochdeutschen Mundahrt Treu/ oder Glauben. Von demselbigen haben die Alte Gott Drutin oder [aq]Trutin[/aq] genant/ wie aus des Münchs [aq]Otfridi Evangelio[/aq] und an- [G: [aq]vid. Rodorn. Scriekk. l. 3. Adversar. c. II. Gorop. Becan. Alhamer. A. ventin[/aq].] dern zu sehen. Deßwegen hat man die Priester/ [aq]divinos[/aq] oder [aq]fideles[/aq], Göttliche/ und getreue Leute oder Druiden geheißen. / Fundstelle
Seite: (27) [97]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Fundstelle
Seite: (29-30) [99-100]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Fundstelle
Seite: (50) [120]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Fundstelle
Seite: (59-60) [129-130]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Fundstelle
Seite: (70-71) [140-141]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Augustinus[/aq] vergleicht sie [die Gleichnisse, J.T.] mit einem hellen Glase: Denn wie durch selbiges alle Säffte und Blumen so viel herrlicher gläntzen/ also wird der Verstand durch die Gleichnüsse desto mehr beleuchtet und vergnüget. Es sind aber zweyerley Gleichnüsse/ die entweder etwas erklären oder beweisen/ und haben einen grossen Nachdrukk bey den Zuhörern. Dannenher der HErr Christus so viel Lehrgedichte/ welche nichts anders/ als in vielen Stükken bestehende Gleichnüsse sind/ in seinen Predigen gebraucht. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Augustinus[/aq] vergleicht sie [die Gleichnisse, J.T.] mit einem hellen Glase: Denn wie durch selbiges alle Säffte und Blumen so viel herrlicher gläntzen/ also wird der Verstand durch die Gleichnüsse desto mehr beleuchtet und vergnüget. Es sind aber zweyerley Gleichnüsse/ die entweder etwas erklären oder beweisen/ und haben einen grossen Nachdrukk bey den Zuhörern. Dannenher der HErr Christus so viel Lehrgedichte/ welche nichts anders/ als in vielen Stükken bestehende Gleichnüsse sind/ in seinen Predigen gebraucht. / Fundstelle
Seite: (100) [170]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Fundstelle
Seite: (102) [172]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
 
Eigenschaft / Autoritäten: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Fundstelle
Seite: (124-126) [194-196]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist merkwürdig/ daß in allen [aq]72[/aq]. Sprachen (welche/ wie die Gelehrten ins gemein davor halten/ geschrieben werden) das [aq]A[/aq] den Anfang macht/ wovon Frantz [aq]Loredano[/aq] in seinen [aq]Bizzarien fol. 560[/aq]. dreyerley Ursachen giebt. [aq]I[/aq]. Weil das [aq]A[/aq] einer Thüren gleich/ dadurch man zu den andern Buchstaben allen gleichsam eingehen müsse; wiewohl in der Ebraeischen/ Syrischen und Deutschen Sprache das [aq]A[/aq] so wenig einer Thüre gleicht/ was die Figur betrift/ als das [hebr.] einem Hause. [...][S][...] [aq]Petrus Bungus[/aq] setzt noch eine andere Ursache: weil nemlich das [aq]A[/aq] einem [griech.] gleiche/ und GOtt wird das [aq]A[/aq], der Anfang/ und das [aq]O[/aq], das Ende genant. Dadurch die Vollkommenheit zu bedeuten/ wobey aber zu bedenken/ daß das [aq]A[/aq] nur im Lateinischen einem [griech.] gleiche/ und angezogener Spruch nicht durchgehends alle Sprachen antreffe/ sondern sich allein auf die Grichische beziehe. Der Weltbekante [aq]Jesuit, Athanasius Kircherus[/aq] suchet ein Geheimnüß in diesem Buchstaben/ und meint/ daß dadurch das Ab- und Zunehmen des gantzen Weltwesens könne abgebildet werden; [GRAFIK] von Eins in zwey/ von zwey bis drey gehet das Wachsthum/ denn fället es ab von drey [G: [aq]vid. Column. Pamphil. fol. 385[/aq].] biß vier/ von vier in fünf/ und dieses Ab- und Zunehmen wird miteinander zwey und vier gleichständig verbunden. / Fundstelle
Seite: (269) [340]
 
Eigenschaft / Autoritäten
[aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen.
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Fundstelle
Seite: (276) [346]
 
Eigenschaft / Autoritäten
[aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Fundstelle
Seite: (286) [356]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Gesprächsweise hat mein wehrtester Herr Domburg/ sein schönes Werk den Selbststreit/ geschrieben/ da des Potiphars Weib/ die Sephyra/ erstliche eine Rede hält/ dadurch sie den Joseph zu verführen willens ist/ nachmals beantwortet Joseph ihr Anbringen. Also ist auch die Ode auf Hn. Albins/ wohlbekanten Poetens/ etc. und Hn. Joh. Jacob Löwens von Eysenach F. S. Capellmeisters geistliche Sionitin und Sulamitin/ als ein Gespräch von mir ersonnen. ¶ Gespräch/ ¶ Daß die Sulamitin oder glaubige Seele/ mit ihrer Schwester Sionitin/ oder der Christlichen Kirchen/ vor ihrem Heylande hält. ¶ Sulam. ¶ [aq]I[/aq]. Schwester/ Sionitin/ komme/ / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Gesprächsweise hat mein wehrtester Herr Domburg/ sein schönes Werk den Selbststreit/ geschrieben/ da des Potiphars Weib/ die Sephyra/ erstliche eine Rede hält/ dadurch sie den Joseph zu verführen willens ist/ nachmals beantwortet Joseph ihr Anbringen. Also ist auch die Ode auf Hn. Albins/ wohlbekanten Poetens/ etc. und Hn. Joh. Jacob Löwens von Eysenach F. S. Capellmeisters geistliche Sionitin und Sulamitin/ als ein Gespräch von mir ersonnen. ¶ Gespräch/ ¶ Daß die Sulamitin oder glaubige Seele/ mit ihrer Schwester Sionitin/ oder der Christlichen Kirchen/ vor ihrem Heylande hält. ¶ Sulam. ¶ [aq]I[/aq]. Schwester/ Sionitin/ komme/ / Fundstelle
Seite: (91) [161]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Lerche redet mit dem Papagey: ¶ [G: In Dilherrn Welt- Feld- und Gartenbetrachtungen [aq]1[/aq]. Bl.] Freyer Sinn und freyer Muht / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Die Lerche redet mit dem Papagey: ¶ [G: In Dilherrn Welt- Feld- und Gartenbetrachtungen [aq]1[/aq]. Bl.] Freyer Sinn und freyer Muht / Fundstelle
Seite: (96) [166]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zum Exempel sey aus dem überaus geistreichen Liede meines an Vaters stat geehrten Hn. Risten: ¶ [aq](α)[/aq] GOtt/ der du selber bist das Licht/ / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Zum Exempel sey aus dem überaus geistreichen Liede meines an Vaters stat geehrten Hn. Risten: ¶ [aq](α)[/aq] GOtt/ der du selber bist das Licht/ / Fundstelle
Seite: (109) [179]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Auf meines höchstgeliebten Hn. Risten Passions-Andachten/ darinn allezeit die Helffte desselben einen richtigen Reim giebt. ¶ Pindarisch Kling-geticht. ¶ Satz. ¶ Ihr [aq]Phoenix[/aq] unser Zeit/ / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Auf meines höchstgeliebten Hn. Risten Passions-Andachten/ darinn allezeit die Helffte desselben einen richtigen Reim giebt. ¶ Pindarisch Kling-geticht. ¶ Satz. ¶ Ihr [aq]Phoenix[/aq] unser Zeit/ / Fundstelle
Seite: (143) [213]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]I[/aq]. ¶ Auf die unschätzbare und Hochheilige ¶ Seelengespräche ¶ des ¶ Weltbekanten Hn. Risten/ ¶ Pindarische Ode. ¶ Satz. ¶ Itzo da die Majenblüht alle Felder basamiret/ / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]I[/aq]. ¶ Auf die unschätzbare und Hochheilige ¶ Seelengespräche ¶ des ¶ Weltbekanten Hn. Risten/ ¶ Pindarische Ode. ¶ Satz. ¶ Itzo da die Majenblüht alle Felder basamiret/ / Fundstelle
Seite: (221) [291]
 
Eigenschaft / Autoritäten
[aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].])
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].]) / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]II[/aq]. ¶ Als ¶ Herrn Jacob Klinkebeilen ¶ von Grünewald/ ¶ [aq]Com. Pal. Caes[/aq]. sein erstes Söhnlein gebohren wurde/ schriebe ich nachfolgendes nach Spanischer Reimahrt/ die Hr. Harsdorff in dem [aq]12[/aq]. Andachtsgemähld des [aq]6[/aq]. Theils der Gesprächspiel am [aq]49[/aq]. Blat anweiset. ¶ Satz. ¶ JEtzt bemahlt der Garben-Krantz ([aq]a[/aq] [[...][S][...][S] Bey den Heyden sind den Göttern und Göttinnen absonderliche Kräntze oder Kronen zugeeignet. Unter andern ward [aq]Ceres[/aq] (welche die Egypter unter dem Nahmen [aq]Isis[/aq] ehreten/ und vermeinten/ daß sie die Ähren erstlich erfunden hätte) mit einem Ähren Krantz geziert/ welcher Krantz nachmahls an die Thüren der Tempel gehangen worden [...]. Von diesem Gebrauch ist ausser Zweiffel bey den Christen aufkommen/ daß noch heute zu Tage von allerhand Getreide Ähren-Kräntze geflochten/ und dem Hausvater übergeben werden/ der sie zum Gedächtnüß in die Höhe zu hängen pflegt. Also wird in Frankreich zur Erndtezeit Johannis des Teufers Bild mit einem Ähren-Krantz ümgeben/ wie [aq]Carolus Annibal Fabronus ad Leg. Nullus omninò Cod. Theodosian. de Pagan. sacrificiis & templis[/aq] anmerket. Sieh auch Hr. Dilherrns Christl. Welt- Feld- und Garten-betrachtung [aq]cap. 2[/aq].]) / Fundstelle
Seite: (222-224) [292-294]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zum Beyspiel füg ich diese aus einem [aq]Jambo Binario Hypercatalectico[/aq] bestehende Ode an Hn. Johann Georg [aq]Albinum[/aq], vornehmen Poeten und treufleissigen Seelsorger zu S. Othmar in Naumburg/ als er [aq]Anno 1663[/aq]. seinen Nahmenstag begieng. [S] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf/ tichtet Lieder/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zum Beyspiel füg ich diese aus einem [aq]Jambo Binario Hypercatalectico[/aq] bestehende Ode an Hn. Johann Georg [aq]Albinum[/aq], vornehmen Poeten und treufleissigen Seelsorger zu S. Othmar in Naumburg/ als er [aq]Anno 1663[/aq]. seinen Nahmenstag begieng. [S] ¶ [aq]I[/aq]. ¶ AUf/ tichtet Lieder/ / Fundstelle
Seite: (238-239) [308-309]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Über den Spruch: Schauet die Blumen/ etc. Matth. [aq]6[/aq]. ¶ [G: H. Neumark. [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]p. 8[/aq].] Kommt ihr Bekümmerten/ ihr Sorgenvolle Sinnen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Über den Spruch: Schauet die Blumen/ etc. Matth. [aq]6[/aq]. ¶ [G: H. Neumark. [aq]3[/aq]. Abtheil. [aq]p. 8[/aq].] Kommt ihr Bekümmerten/ ihr Sorgenvolle Sinnen/ / Fundstelle
Seite: (244) [314]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Als wenn ich sagen wolte: Die Zuchte/ der Morgensterne/ der Mensche/ das Kinde/ geleiche/ in das Reiche/ Christenlich/ ein Bilde/ von Jahre/ noch junge/ der Winde/ die Krafte/ der Heilig Geist/ Höllengwalte/ Gwin und Gwerb/ Gsel/ Bschwerd u. so f. wie fast in allen Getichten Johann Wilhelm Simlers vorkommt; vor die Zucht/ der Morgenstern/ der Mensch/ das Kind/ gleich/ in das Reich/ Christlich/ ein Bild/ von Jahren/ noch jung/ der Wind/ die Kraft/ der Heilige Geist/ [S] Höllengewalt/ Gewinn und Gewerb/ Gesell/ Beschwerd. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Als wenn ich sagen wolte: Die Zuchte/ der Morgensterne/ der Mensche/ das Kinde/ geleiche/ in das Reiche/ Christenlich/ ein Bilde/ von Jahre/ noch junge/ der Winde/ die Krafte/ der Heilig Geist/ Höllengwalte/ Gwin und Gwerb/ Gsel/ Bschwerd u. so f. wie fast in allen Getichten Johann Wilhelm Simlers vorkommt; vor die Zucht/ der Morgenstern/ der Mensch/ das Kind/ gleich/ in das Reich/ Christlich/ ein Bild/ von Jahren/ noch jung/ der Wind/ die Kraft/ der Heilige Geist/ [S] Höllengewalt/ Gewinn und Gewerb/ Gesell/ Beschwerd. / Fundstelle
Seite: (274-275) [344-345]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: So redet man auch in ungebundener Rede: Hr. [aq]Lutherus[/aq] im [aq]XCII[/aq]. Psalm [aq]v. I[/aq]. Das ist ein köstlich Ding dem HErren danken. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: So redet man auch in ungebundener Rede: Hr. [aq]Lutherus[/aq] im [aq]XCII[/aq]. Psalm [aq]v. I[/aq]. Das ist ein köstlich Ding dem HErren danken. / Fundstelle
Seite: (290) [360]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Also hat der Christliche Poet [aq]Pru[/aq]-[S][aq]dentius[/aq] in dem Wort [aq]idolum[/aq] (ein Götz oder Abgott) die mittelst gesetzt/ da doch ein [griech.], oder grosses [aq]O[/aq] im Grichischen stehet. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Also hat der Christliche Poet [aq]Pru[/aq]-[S][aq]dentius[/aq] in dem Wort [aq]idolum[/aq] (ein Götz oder Abgott) die mittelst gesetzt/ da doch ein [griech.], oder grosses [aq]O[/aq] im Grichischen stehet. / Fundstelle
Seite: (296-297) [366-367]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Imgleichen die Wälschen die stets das ph mit dem [aq]f[/aq] schreiben/ als [aq]Filippo, Profeta, Filemone, Filosofa[/aq], und bisweilen auch die Spanier. [aq]Bellin. p. 61[/aq]. in der [aq]6[/aq]. Abtheil. Also solte man auch schreiben Kristen und Kristus (wie allbereit vor [aq]800[/aq]. Jahren der Mönch Ottfrid geschrieben. Wie auch Walter von der Vogelweid/ den [aq]Opitius[/aq] in seiner [aq]Prosodi[/aq] anführet) Kristof/ Kuhrfürst/ welches von dem alten NiederSächsischen kühren/ [aq]eligere[/aq], herkommen soll/ u. a. m. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Imgleichen die Wälschen die stets das ph mit dem [aq]f[/aq] schreiben/ als [aq]Filippo, Profeta, Filemone, Filosofa[/aq], und bisweilen auch die Spanier. [aq]Bellin. p. 61[/aq]. in der [aq]6[/aq]. Abtheil. Also solte man auch schreiben Kristen und Kristus (wie allbereit vor [aq]800[/aq]. Jahren der Mönch Ottfrid geschrieben. Wie auch Walter von der Vogelweid/ den [aq]Opitius[/aq] in seiner [aq]Prosodi[/aq] anführet) Kristof/ Kuhrfürst/ welches von dem alten NiederSächsischen kühren/ [aq]eligere[/aq], herkommen soll/ u. a. m. / Fundstelle
Seite: (331) [401]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq].
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XIII[/aq]. Der Gebrauch der Edlen Poeterey bestehet entweder in Geistlichen oder in Weltlichen Sachen. Anfänglich ist der wahre Gott damit geehret worden/ Als aber die Heyden ihnen nach ihrem eigenen Wahn gewisse Götzen erdacht/ welches [G: [aq]vid. supr. §. 3[/aq].] aus Unwissenheit etlicher Sachen/ woher dieses oder jenes seinen Ursprung hätte/ geschehen/ haben sie denen erwehlten Göttern solche ihnen verborgene Kräffte zugeschrieben/ und sie mit Lobgesängen erhoben. In welchem Dienste sie noch mehr bekräftiget worden/ als ihnen der Teuffel durch die Götzenbilder geantwortet/ und auf ihre Fragen Bescheid gegeben. Einem ieden Abgott waren eigene Lieder zugeeignet/ aus welchen etliche der alte Kirchenlehrer [aq]Theodoretus Serm. 4. ad Graecos infideles[/aq] anzeucht: [aq]Ne cantemus Julum Cereri, neque ipsi Rheae Lityersam, ne Bacho Dithyrambum, ne Paeana Pythio Apollini, neve Dianae concinamus Hipoesiam, sed rerum omnium conditori Deo hymnos Davidicos proferamus. Conf. Scalig. lib. 1. Poet. c. 44. Athen. lib. 8. c. 13. Jamblich. de Myster. Aegypt. Sect. 3. cap. 9. Coel. Rhodigin. lib. 9. cap. 8. Antiq. Lect[/aq]. / Fundstelle
Seite: (13) [83]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]XVI[/aq]. Aber lasset uns ein wenig weiter gehen/ und den vorigen Zustand der Poeterey mit dem heutigen in etwas genauer überlegen: Vorzeiten ward diese keusche Jungfrau in großen Ehren gehalten/ und von allerhand Stands-Personen bedienet. Da schämeten sich nicht die klügsten Leute/ die durch das Orakel zu Delphos vor weise ausgeruffen worden/ mit ihr Gemeinschafft zu halten. Ich will nicht von dem [aq]Orpheus, Linus, Musaeus, Thales, Cleobulus, Pittacus, Periander, Chilo, Bias, Socrates, Plato[/aq], und [aq]Aristoteles[/aq] weitläufftig melden/ wie sie so wohl die Poeterey geliebet/ als auch viel darinnen verrichtet. Von dem letzten wird gelesen/ daß er mehr als fünff undn viertzig tausend Gedichte verfer- [[aq]Vid. Alexand. Donatus, Instit. Poëtic. lib. I. p. 36[/aq].] tiget; worinn ihm der berühmte Sternkündiger [aq]Zoroaster[/aq], der [aq]Bactrianer[/aq] König vorgegangen/ als der nach [aq]Plinii[/aq] Bericht im [aq]30[/aq]. Buch [aq]cap. I[/aq]. zwantzig mahl hundert tausend Vers von der [aq]Philosophie[/aq] soll gemachet haben. [aq]Conf. Augustin. de Civ. D. lib. XXI. p.m. 981. T. 2[/aq]. Was bey den Römern darauf gehalten worden/ ist fast unnöthig zuerzehlen; [aq]Varro[/aq] hat dadurch nicht den geringsten Preiß verdienet. Ja Käyser/ Fürsten und andere vornehme Herren/ haben ihre Würde durch den unverwelcklichen Lorbeer-Krantz viel herrlicher und scheinbarer gemachet. Was [aq]Augustus, Tiberius, Germanicus, Claudius, Nero[/aq] und andere nach ihm/ dieser Kunst zu Ehren gethan/ ist der beständigen Unvergessenheit [S] längst einverleibet. Was soll ich von den alten Kirchenlehrern sagen/ unter denen die niemals genug gelobte Poeterey/ als in einem köstlichen Pallast gewohnet? [aq]Cyprianus, Hilarius, Ambrosius, Fulgentius, Nazianzenus, Juvenculus, Venantius, Licentius, Sedulius, Prudentius, Paulinus[/aq] u.a.m. haben ingesamt allerhand schöne Poetische Schrifften hinterlassen/ und werden mit höchster Beliebung auch auf den heutigen Tag durchgesuchet. Diese aber wird nach Hochverständiger Leute Gutdüncken keiner zur Gnüge verstehen/ wo er nicht von der lieblichen Poeterey eine Wissenschafft und Vorschmack hat. Dannenher es auch keinem [aq]Studioso Theologiae[/aq] zur Schande oder Schaden gereichet/ daß er diese Kunst in einer und andern Sprache verstehet/ wie etliche frühzeitige Klüglinge meinen; sondern es ist vielmehr nöthig/ daß der jenige/ so einmahl der Kirchen Gottes mit Nutzen vorzustehen gedencket/ nebst den Grundsprachen auch auf die Deutsche Muttersprache acht habe/ und darin ein geschickliches Lied aufsetzen lerne. Man bläuet sich viel Jahre/ voran im Griechischen/ ein wenig weiter im Lateinischen/ endlich aber ist es unsere Deutsche Sprache/ davon man sich ernähret/ und die so wohl den Geistlichen/ als Weltlichen/ ihr Brodt verdienen muß/ und gleichwohl ist man so wenig darum bekümmert. Schreibet der Edle Hr. [aq]Schottelius[/aq] in seiner SprachKunst/ in der ersten Lobrede. Ein Hocherleuchteter Lehrer der H. Schrifft zu Straßburg/ hat gar verständog gerathen/ Es soll ein ieglicher/ der zu Kirchen-Diensten befördert werden will/ zu seiner erbaulichen Ergetzlichkeit deutsche Poeten lesen/ und ein Gedicht zu Papier bringen lernen: Weil man dadurch zierlich und beweglich reden/ eine Sache mit dringenden Worten vorbringen/ und zu Erweckung brünstoger Andacht/ nach Begebenheit auch ein Geistliches Lied werde verabfassen können. (Harsdorff im Sendschreiben vor die Welt- Feld- und Garten-Betrachtungen.) Auf gleichen Zweck zielet auch die Vermahnung des [aq]Laurentu à Villa Vincentio[/aq], (welcher sich sonsten nicht gescheuet/ fast sein gantzes Buch aus des [aq]Andreae Hyperu[/aq] zu schreiben/ ohne daß er was weniges geendert/ wie [aq]Enoch[/aq] [S] [aq]Hannman[/aq] über [aq]Opitii Prosodie[/aq] errinert am [aq]125[/aq]. Blat) an die Prediger/ wenn er sie zu Ausübung der reinen Muttersprach reitzet [aq]lib. 3. de Ratione Stud. Theolog. c. 8. p. 429. Nam quò quis sermonis patrii est peritior, & in eodem disertior, eò judicatur ad docendum populum magis idoneus. Ac decet omninò concionatorem aliquid supra vulgus praestare in Sermonis patrii munditie ac puritate: Et non modò verbis quibusdam elegantibus & acquisitis, verùm etiam copiâ eorundem locupletatum prodire. Puritatem sermonis patrii non haurias, nisi vel ex convictu familiari eorum, qui tersissimè & nitidissimè illum sonant, vel ex libris commendatissimâ dialecto editis: qualis multorum judicio censetur in Italiâ dialectus Tuscanica: in Galliâ Turonesis: in Germaniâ Misnensis, in Britanniâ Londinensis[/aq]. Dannenher der Seel. Herr [aq]Lutherus[/aq] sich so sehr um die Reinigkeit der Teutschen Sprache bemühet/ daß er billich von fremden [aq]Nationen[/aq] gelobet wird. / Fundstelle
Seite: (47-49) [117-119]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq].
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: WEil die Poeterey so wol weltliche als Göttliche Sachen in sich begreifft/ wie im Anfang des vorhergehenden [aq]3[/aq]. Cap angedeutet/ mag sie mit Recht und Ehren eine Aeltere [aq]Philosophia[/aq] genennet werden: wie sie denn auch der vornehme [aq]Platonist/ Maximus Tyrius sermon. 6. p. m. 57. adde Lipsii Manuduct. ad Philosophiam Stoicam lib. I Dissertat. 7[/aq]. mit diesem Titel beleget. Sintemal sie dem Alter nach/ nicht alleine den Geschichtschreibern/ sondern allen andern Scribenten vorgehet. Und seyn die Poeten/ ehe der Name [aq]Sophia[/aq], oder [aq]Philosophia[/aq] aufkommen/ vor weise Leute geschätzet worden. [aq]Plato[/aq] heisset sie der Weisheit Väter und Erhalter; weil sie zuerst in [G: Sihe den Eingang c. 2. [aq]§. 6[/aq].] dem guten Wandel und löblichen Sitten die Leute unterrichtet: als die [aq]Druides[/aq] bey den alten [aq]Celtis[/aq]; bey den [aq]Thraciern Zamolxis[/aq] und [aq]Orpheus[/aq]; bey den Griechen [aq]Musaeus[/aq] und [aq]Linus[/aq]. Welche alle zu ihren Zeiten berühmte Poeten gewesen. Von dem [aq]Orpheus[/aq] findet man bey den [aq]Autoren[/aq] unterschiedliche Meinungen/ die ich hie mit stillschweigen nicht vorüber gehen kan. Aus dem [aq]Aristotele[/aq] meldet [aq]Cicero lib. I. de naturâ Deorum[/aq], daß er gemeinet/ es hätte niemals derselbe [aq]Orpheus[/aq], von dem bey den Poeten so viel gelesen wird/ gelebet. Andere wollen nicht zugeben/ daß er weise und gelehrt gewesen sey/ wie [aq]AElianus lib. VIII. Histor. Var. cap. VI[/aq]. aus [aq]Androtione[/aq] mit folgenden Worten anführet. [aq]Ajunt, neminem antiquorum Thracum novisse literas. Imò, quotquot barbarorum Europam inhabitant, turpissimum duxerunt literis uti. At qui in Asiâ sunt, magis, ut fama est, iis sunt usi. Unde est, quod dicere audent[/aq], [S][aq]ne Orpheum quidem fuisse sapientem, quia Thrax fuerit, sed alios ejus fabulas ementitos[/aq]. Hingegen hält ihn [aq]Lactantius Instit. Divin. lib. I. cap. V[/aq]. vor den ältesten Poeten. [aq]Teodoretus[/aq] meldet aq[]Serm. 2[/aq]. [griech.]. daß er noch vor dem Trojanischen Kriege gelebet. [aq]Augustin. lib. XVIII. cap. XIV. de civit. Dei[/aq] gedencket so wol seiner/ als des [aq]Lini[/aq] und [aq]Musaei[/aq] mit folgenden Worten: [aq]Per idem temporis intervallum (quô Haebraeis judices praeesse coeperunt, ut praecedenti capite XIII. innuit) exstiterunt Poëtae, qui etiam Theologi dicerentur, quoniam de Diis carmina faciebant, &c. Ex quorum numero fuisse perhibentur Orpheus, Musaeus, Linus. Verùm isti Theologi Deos coluerunt, non pro Diis culti sunt. Idem capite XXIV. ejusdem libri scribit: Eodem Romulo regnante Thales Milesius fuisse perhibetur, unus è septem Sapientibus, qui post Theologos Poëtas, in quibus Orpheus maximè omnium nobilitatus est, Sophi appellati sunt, quod est Latinê Sapientes. Confer. Justin. Martyr. Orat. ad Gentes[/aq]. / Fundstelle
Seite: (57-58) [127-128]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Aber wenn wier gleich alle [aq]Fabeln[/aq], so von Natürlichen [G: [aq]Masen. cap. 5[/aq].] Dingen und der SittenLehr handeln/ beyseit setzen und paßiren lassen/ so bleibet dennoch ein nicht geringer Scrupel und Zweiffel übrig/ ob man zulassen soll was von den Göttern gedichtet worden? Es ist unleugbar/ daß die Alten um dem gemeinen Mann ihre Geheimnisse der Lehren zu verbergen/ gleich einem köstlichen Schatz in die Erde/ unter die Fabeln verstecket haben. [aq]Solebant Poetae fabulis quasi nubeculis quibusdam sua & mysteria & praecepta Philosophiae naturalis & moralis operire atque involvere: sicut Medicus acerbiora Pharmaca exhibiturus prius oras pocula circum conspergit mellis dulcis flavoque liquore[/aq]. schreibt mein hoch-geehrter Patron Hr. von Birken [aq]in Monumento Dom. August. Sacr. Teuton. praefix. §. 37[/aq]. Nichts desto weniger ist übel und unrecht gethan/ daß ihrer viel von den Göttern als von groben Säuen geredet/ wie [aq]Scaliger l. 4. c. 1. Poet. p. m. 414[/aq]. klaget. Imgleichen [aq]Tertullian. adversus gentes c. 14[/aq]. Es sey nicht leicht einer unter den alten Poeten gefunden [S] worden/ der nicht die Götter solte beschimpffet haben. [aq]Etsi fabula cantat crimen Numinum falsum, delectari tamen falso crimine, crimen est, urtheilet gar wohl Augustinus lib. IX. de C. D. cap. 12. p. 556[/aq]. Ja selbst der Heyden eigene Zeugnisse seind dawieder/ und bestraffen sie deshalben/ wie bey dem [aq]Isocrate[/aq] in [aq]Busiride[/aq] zuvernehmen. [aq]Pythagoras[/aq] soll gesagt haben/ daß [aq]Homerus[/aq] in der Hölle gemartert würde/ weil er so viel schändliche [aq]Fabeln[/aq] in seine Gedichte gesetzet; [aq]Dionys. Longin[/aq]. [griech.] spricht von ihm. Er hätte aus den Göttern Menschen gemacht/ weil er ihnen so viel Laster und Schand-thaten angedichtet; und die Sternen unter unzüchti- [G: [aq]lib. 10. de Rep. & Dial. a[/aq]. [?] [aq]f. 581[/aq]] ge Bildnisse verhüllet. Dieser Ursache wegen hat [aq]Plato[/aq] weder den [aq]Homerum[/aq] noch andere/ die ebenmäßige Freyheit der Schmachsüchtigen Feder gestattet/ im Stadwesen dulden wollen/ da er doch sonsten den [aq]Poeten[/aq] nicht hat abgeneigt seyn können/ wo er sich selbst nicht hätte zu bestraffen gesuchet/ alldieweil er ein guter [aq]Poet[/aq] mit gewesen/ wie [aq]Jul. Caes. Scaliger apicular. part. I. p. 13[/aq]. andeutet. [aq]Dion. Chrysostom. orat. 53[/aq]. schreibt von des [aq]Platonis[/aq] Gesetz also: [aq]Plato Homerum reprehendit in fabulosis sermonibus de Diis, ut qui nequaquam hominibus conducentia ea dixerit, nempe cupiditates, & mutuas insidias & adulteria & contentiones, litesque de Diis recitans: undè noluit eum participem esse civitatis Reipublicaeque suae sapientis, ut ipse putabat, futurae, ne haec audirent de Diis Juvenes. Conf. Theodoret. lib. 2. de curat. Graec. affect. Euseb. lib. 13. de praeparat. Evang. cap. 1. & 2. Athenaeus lib. 2. Max. Tyrius Serm. 7[/aq]. Das ärgeste ist/ daß sie allerhand Ubelthäter mit unter die Götter gezehlet. Worüber auch [aq]Nazianzenus[/aq] mit diesen Versen geeyfert: ¶ [aq]Nunc Graeci fingunt, quorum vaesania Divos[/aq] ¶ [...] ¶ [G: Verthäd. der Kunstliebenden 2. Theil [aq]p. 200[/aq].] [aq]Jupiter[/aq]-Jungfrau-Raub hatte nicht gnugsam an des Tages Licht kommen können/ da man solchen nicht unter die Sterne gesetzt hät- [S] te. Es wäre nicht genug gewest/ daß man sie in Marmel ausgehauen/ in Metall gegossen/ in die Gemähle gesetzet/ und in offentlichen Freuden-Spielen dargestellet hätte/ wenn man ihnen nicht noch dazu den Himmel zu einem Schauplatz einräumete/ die Sternen durch sie abbildete/ und die gantze Welt zum Beschau einladete. Deßwegen hat die Königin [aq]Dido[/aq] von ihrer eigenen Person bey [aq]Ausonio[/aq] den Leser gewarnet/ daß er nicht alles/ was bey Poeten von ihr gemeldet wäre/ gläuben solte/ wenn sie also heraus gebrachen: ¶ [aq]Vos magis Historicis lectores credite de me[/aq] [G: [aq]Epigramm. III[/aq].] ¶ [...] ¶ Was von mier Geschichte melden könnt ihr Leser besser gläuben/ ¶ [...] ¶ [aq]§. XII[/aq]. Etliche wollen zwar die Poeten hierin entschuldigen/ vorgebend/ sie hätten die Götter nicht nach ihrem Wesen beschrieben/ sondern nur nach dem gemeinen Wahn des Pöfels/ den er von ihnen geschöpffet. Daß sie aber so viel Götter ertichtet/ davon giebt [aq]Cicer. lib. 2. de Natur. Deor[/aq]. den Bescheid: [aq]Suscepit vita hominum consuetudoque communis, ut beneficiis excellentes viros in Coelum famâ, ac voluntate tollerent. Hinc Hercules, hinc Castor & Pollux, hinc Aesculapius[/aq]. Wenn von dem [aq]Jupiter[/aq] geredet wird/ [G: [aq]Voss. lib. I. de Idololatr. cap. 14. p. 110[/aq].] so ist zu wissen/ daß die Alten ihre Fürsten und Könige mit diesem Nahmen beehret/ weil sie über alle eine Gewalt/ und also gleichsam was Göttliches an sich hatten. [...] Andere meinen/ man müß einen Unterscheid halten/ unter denen Sachen die sich in Wahrheit begeben/ und de-[S]nen die Poeten/ also zu reden/ ein Färbchen angestrichen/ welches [G: [aq]Lib. de Fals. Religion. cap. XI. p. m. 27[/aq].] auch [aq]Lactantius[/aq] erinnert/ wenn er von dem [aq]Jupiter[/aq] und der [aq]Danae[/aq] schreibet: [aq]Danaen violaturus Jupiter aureos nummos largiter in ejus sinum infudit. Haec stupri merces fuit. At Poetae, qui quasi de Deo loquebantur, ne auctoritatem creditae majestatis infringerent, finxerunt ipsum in aureo imbre delapsum, câdem figurâ, quâ imbres ferreos dicunt, cum multitudinem telorum sagittarumque describunt. Rapuisse in aquila dicitur Catamitum. Poeticus color est. Sed aut per legionem rapuit, cujus insigne aquila est; aut navis, in quâ est impositus, tutelam habuit in aquila figuratam: sicut taurum, cum rapuit & transvexit Europam. Eodem modò convertisse in bovem traditur Io, Inachi filiam, quae ut iram Junonis effugeret, ut erat jam setis obsita, jambos tranâsse dicitur mare, in Aegyptumque venisse at´que ibi receptâ pristina formâ Dea facta, quae nunc Isis vocatur, &c. Non res ipsas gestas finxerunt Poetae, sed rebus gestis addiderunt quendam colorem: cum Poetae officium sit in eo, ut ea, quae gesta sunt verè, in aliquas species obliquis figurationibus cum decore aliquo conversa traducat[/aq]. ¶ [aq]§. XIII[/aq]. Dem sey nun wie ihm wolle/ und ob gleich etliche Außlegungen zu den nachtheiligen Fabeln gemacht würden/ so ist doch gewiß/ daß dadurch die guten und erbaren Sitten untertretten/ und die züchtigen Gemüther geärgert werden/ deßwegen man sie gantz nicht billigen kan. Zu dem Ende ermahnen auch verständige Leute/ daß Christliche Poeten so viel als müglich dieselbe Getichte/ darinnen schandbare Possen enthalten/ mit Fleiße fliehen/ und in ihren Schrifften sich der Heidnischen Abgötterey nicht gebrauchen sollen. Denn es ist fast unverantwortlich/ daß ein Christ/ der den wahren Gott aus seinem Wort und mannichfaltigen Wunderwercken erkennet/ die ärgerliche Götzen in seinem Munde oder Feder führet/ und unter geistliche Sachen vermänget/ nicht anders als wenn ein Heyde in seinem blinden Wahn von den Göttern und Göttinnen schwärmete. Pfui des Teufflischen Wesens/ saget mein HöstchgeEhrter Hr. Rist im Vorbericht seines Schauplatzes/ und der mehr als Heydnischen Blindheit/ daß [S] ihr/ die ihr euch der wahren Erkäntniß Christi rühmet/ so gar nicht schämet der elenden Heyden-Götter/ welche ihrer Alten Lehrer und Mährlein-schreiber selbst-eigenem Bekäntniß nach/ Hurer/ Ehebrecher/ Diebe und Räuber/ ja gar leibhaffte Teuffel gewesen/ so andächtig anzuruffen/ und so meisterlich heraus zu streichen. Träget aber iemand sonderlich Belieben zu den Alten Poeten/ und begehret etwas daraus zu nehmen/ der sehe wohl zu/ daß er nicht gleichsam mit heißhungerigem Magen alles was ihm vorkommt/ zu sich nehme/ sondern mit Bedachtsamkeit auslese was ihm dienet/ und nicht gar zu schwer verdauen fällt/ damit er keinen Schaden davon tragen dörffe. Er soll es nach [aq]Augustini[/aq] [G: [aq]de Doctrin. Christian[/aq].] Ermahnung anfangen/ wie die Israeliter mit den Egyptern thaten/ da sie die güldene Geschirre aber nicht die Götzen/ ob sie schon gülden waren/ mit sich genommen haben. Er kan die Sichel seines Verstandes auf der Alten Poeten Wetzstein schleiffen/ doch darff er nicht eine Aerndte von diesen Feldern ohne einiges Bedencken anstellen/ damit er nicht statt des Getreides lauter Unkraut/ und vor die Mühe Verdrüßlichkeit einsamle. / Fundstelle
Seite: (41-45) [111-115]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]k[/aq] Hebräischer Nahmen [S] Sylben. Als Sion und Sión/ Israel und Isráel/ Hérmon und Hermón/ besiehe Opitz Ps. [aq]3/ 129/ 52/ 133[/aq]. Doch soll man sich hüten/ damit es unserer Sprache nicht gar zu hart zu wider lauffe. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]k[/aq] Hebräischer Nahmen [S] Sylben. Als Sion und Sión/ Israel und Isráel/ Hérmon und Hermón/ besiehe Opitz Ps. [aq]3/ 129/ 52/ 133[/aq]. Doch soll man sich hüten/ damit es unserer Sprache nicht gar zu hart zu wider lauffe. / Fundstelle
Seite: (2-3) [40-41]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Sehen wir uns heutiges Tages in unser Hochdeutschen Sprach ein wenig um/ müssen wir uns [S] über ihrer Reinigkeit billich erfreuen/ und haben Ursach dieselbe in Ehren zu halten/ weil der lieblich-abfliessende Laut der Reime/ in den Ohren eine sonderbahre Ergötzlichkeit erwecket/ nach der leichtlich der Unterscheid zwischen den ietzt-üblichen und denen/ die vor [aq]800[/aq]. Jahren der Münch Otfrid geschrieben hat/ zu treffen ist. Denn Er lässet sich in der Vorrede seines Wercks also vernehmen. [aq]Hujus linguae Teutiscae proprietas nec numerum nec genera me conservare sinebat; numerum pluralem singulari, singularem plurali variavi, & tali modo in barbarismum & soloecismum saepè coactus incidi[/aq]. / Fundstelle
Seite: (29-30) [99-100]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die vortrefflichsten Gemüther können sich am allermeisten mit einer Platonischen Ergötzung in ihren Gedancken beruhigen und vergnügen. ¶ Das Hertz ist weit von dem was eine Feder schreibet/ ¶ [...] ¶ Singet mein hochgeneigter Hr. von Birken. ¶ Sind derowegen gar zu scharffe [aq]Catones[/aq], die dieses alles verwerffen/ und einem Christlichen Poeten ein keusches Liebes-Lied [S] zu schreiben nicht gestatten wollen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die vortrefflichsten Gemüther können sich am allermeisten mit einer Platonischen Ergötzung in ihren Gedancken beruhigen und vergnügen. ¶ Das Hertz ist weit von dem was eine Feder schreibet/ ¶ [...] ¶ Singet mein hochgeneigter Hr. von Birken. ¶ Sind derowegen gar zu scharffe [aq]Catones[/aq], die dieses alles verwerffen/ und einem Christlichen Poeten ein keusches Liebes-Lied [S] zu schreiben nicht gestatten wollen. / Fundstelle
Seite: (46-47) [116-117]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XVIII[/aq]. Daß aber zu diesen Zeiten die Poeterey in grosse Verachtung kommen/ rühret vornehmlich aus zweyerley Ursachen her/ die eine ist der Neid und Unverstand etlicher Leute/ welche der Poeterey geschwonre und abgesagte Feinde seyn; denn gleich wie ihm/ zu des Käiser [aq]Valens[/aq] Zeiten/ jener aufgeblasene Koch belieben ließ/ des [aq]Basilius[/aq] geistliche Bücher zu verlästern/ wiewohl sich sein Verstand nicht weiter als über die Fleischtöpffe erstreckte; also finden sich noch ihrer viel/ die sich an berühmten Poeten wagen/ wie die Sau an [aq]Minerven[/aq], in der bekanten Fabel/ und wie [aq]Themistocles[/aq], der von der Leyre nichts verstand/ dieselbe verachten und vernichten. / Fundstelle
Seite: (50) [120]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Andere aber haben kein bedencken/ dergleichen Gedichte [in Prosa, J.T.] unter die [S] [G: [aq]Masen. Palaestr. Eloq. Ligat. cap. I. p. 2[/aq].] Poetische Sachen zu rechnen/ weil der vornehmste Theil darvon/ als die Erfindung und der Inhalt/ Poetisch ist. Wie das Helden-gedicht von der [aq]Diana[/aq] und [aq]Dianae[/aq], und des Hochgebornen Ritters, Hn. von Stubenberg Sel. Gedächtniß. [aq]Eromena[/aq] und [aq]Kalloandro[/aq]; imgleichen des berühmten [aq]Theologi, Johann. Valentini Andreae Mythologia Christiana[/aq]. Harsdorffs Lehrgedichte/ und seine Lateinische [aq]Comoedi Pseudo-Politicus[/aq] betitelt/ die er ineinem Theil der künstlichen Gesprächspiele verteutschet. Diesen ist auch billich das herrliche Werck vom teutschen [aq]Hercule[/aq] und der [aq]Valisken[/aq] beyzusetzen/ wiewol es einigen nicht allerdings gefallen will. Davon mein Herr Rist in der Vorrede seines Musicalischen Seelen-Paradises/ über die Sprüche des N. T. handelt. / Fundstelle
Seite: (59-60) [129-130]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Hebräer haben in ihrer [aq]Cabala[/aq], welches eine Wissenschafft ist von den Geheimnissen/ so theils in eintzeln Buchstaben/ theils in gantzen Worten bestehet/ ([aq]Cabala est divinae revelationis ad salutiferam Dei & formarum separatum contemplationem tradita symbolica receptio. Johan. Reuchlin. lib. I. de arte Cabalisticâ[/aq].) sehr viel seltzame Dinge durch die Wortforschung hervorgebracht/ in dem sie einem jeden Buchstaben im Alphabeth eine Bedeutung zugelegt. Davon der H. Kirchenlehrer [aq]Hieronymus in Epist. ad Paulam, und in praefat. commentar[/aq]. über die Klaglieder [aq]Jeremiae[/aq] handelt. [aq]Aleph[/aq] heisst [aq]doctrina, Beth domus, Ghimel plenitudo, Daleth Tabularum[/aq], welche Buchstaben/ wenn sie mit ihrer Auslegung zusammen gesetzt werden/ diesen Verstand geben: [aq]Doctrina domus plenitudo Tabularum[/aq], und also von ihm erkläret seyn: [aq]Doctrina Ecclesiae, quae est Domus DEI[/aq], [G: [aq]I[/aq]. B. Mos.] [aq]in librorum divinorum reperiatur plenitudine, &c[/aq]. Von dem ersten Wort der H. Schrift/ [aq]Bereschit[/aq], (mit welchem Nahmen sie auch ein theil der Cabalae benennen/ und ihnen so viel als [aq]Cosmologia[/aq] ist/ darinn von der Kraft und Würkung aller erschaffenen Dinge am Himmel und auf Erden gehandelt wird/ und unterschieden ist von der [aq]Merchiana[/aq], als dem 2. Theil der [aq]Cabalae[/aq], so die Göttlichen Sachen/ Buchstaben/ Zahlen/ Linien und Punkten begreifft/ daher sie auch von etlichen [aq]Cabala Elementaria[/aq], von andern aber [aq]Theologia Symbolica[/aq], genennet wird) hat [aq]Picus Mirandulanus[/aq] in seinem [aq]Heptaplo[/aq] viel nachdenkliche Meinungen aufgezeichnet/ wie bey ihm zu [S] lesen. Sieh was [aq]Nicolaus Causinus in Eloq. Sacr. & profan. f. 174. seqq[/aq]. und [aq]Caramuel. Apparat. Philosophic. lib. 2. de omnium gentium characteribus & literis secretis[/aq], insonderheit aber [aq]Athanasius Kircherus in Oedipo AEgypt. Tom. 2. classe 4[/aq]. angemerket. Wir Deutschen können an stat der Hebräer [aq]Cabala[/aq] die ZahlBuchstaben gebrauchen/ unter denen entweder ¶ a gilt [aq]10[/aq] ¶ [...] ¶ Oder den Mitlautenden wird eine gewisse Zifer zugelegt/ davon bey Hn. Harsdörffern im [aq]CXLVII[/aq]. Gesprächspiel/ wie auch im Poet. Trichter [aq]8[/aq]. Stunde. [aq]§. 12. &c[/aq]. ausführlich zu vernehmen ist. Daß die Griechen gleicher weise die [aq]5[/aq]. Buchstaben [griech.] vor heimlich und geistlich geachtet/ erwehnet [aq]Isidorus[/aq]. ¶ Durch die erste das [griech.] ist das menschlich Leben abgebildet/ wie bekant; durch die andere der Tod/ sintemahl das [griech.] bey den Namen der Verurtheilten von den Richtern gesetzet worden. Die dritte zeigt auf das Creutz Christi/ damit alle Betrübte zum Trost sollen gezeichnet werden/ welche Meinung auch etliche den Hebräern beygemessen/ weil bey dem Propheten Ezechiel befohlen wird [aq]Signa Tau in fronte gementium & dolentium[/aq]: Zeichne ein [aq]Tau[/aq] auf die Stirne der Seuftzenden und Klagenden. Die [aq]2[/aq]. übrigen/ als [griech.] und [griech.] eignet ihm unser Heiland selbst zu/ wenn er von sich sagt: Ich bin das [griech.] und [griech.]/ der Anfang und das Ende. Diesen hat [aq]Justinus Martyr[/aq] in seiner [aq]2. Apologia ad Antonium[/aq] noch das [aq]X[/aq] zugesellet/ wodurch gleicher weise das Creutz Christi angedeutet würde. / Fundstelle
Seite: (70-71) [140-141]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XXIV[/aq]. Die beweisende Gleichnüsse sind fast wie die Exempel geartet/ und können auf eine Schlußrede gezogen werden. Ein hieher gehöriges Exempel ist in dem Eintritt von des Agrippae Fabel beygebracht/ und könte man unterschiedliche aus der Bibel anführen/ womit der HErr Christus die Jüden vielmahls widerleget hat/ wenn es die Zeit leiden wolte. / Fundstelle
Seite: (102) [172]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq],
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Etliche gelehrte Leute haben beobachtet/ daß die Ebræer mit den Deutschen [G: [aq]lib. 5. Op. p. 1024[/aq].] im Verse-machen ziemlich übereinkommen/ zu welchem Ende [aq]Clajus[/aq] geschrieben: [aq]Germani ut Hebraei carmina scribunt, observantes in fine Rythmum, id est[/aq], [griech.], [aq]ut[/aq]: ¶ [G: [aq]Grammat. German. de ratio. Carm. German[/aq].] HERR JESU Christ/ ¶ [...] [S] ¶ [aq]Versus non quantitate (ut apud Latinos & Graecos diphthongo, vocali ante vocalem & positione) sed numero syllabarum mensurantur, sic tamen, ut[/aq] [griech.] [aq]&[/aq] [griech.], [aq]i. e. acutus & gravis accentus observetur. Juxta quam pedes censentur aut Jambi, aut Trochaei, & carmen fit vel Jambicum, vel Trochaicum. Syllabae enim, quae communi pronunciatione non elevantur, sed raptim, tanquam scheva apud Ebraeos, (ut geliebt/[/aq] bekannt) [aq]pronuntiantur, in compositione versûs nequaquam elevandae sunt, sed deprimendae: & contra, syllabae longae, & accentum sustinentes, nequaquam deprimendae, sed elevandae sunt, ut[/aq]: ¶ Im Gesetze steht geschrieben/ ¶ [...] ¶ [aq]Trochaici sunt. Nam si Jambici essent, syllabae deprimendae elevarentur, & elevandae deprimerentur. Binis enim syllabis fit dimensio, quarum prior deprimitur, altera elevatur, in carmine Jambico; in Trochaico verò prior elevatur, posterior deprimitur[/aq]. ¶ [aq]§. III[/aq]. Hiebey fället auch vor zu erinnern/ daß viel Lateinische Getichte/ aber Geistliche/ nicht nach ihrer rechten [aq]quanti[/aq]tät; sondern nach dem [aq]accent[/aq] gesetzet seyn. Diese Abmessung nennet [aq]Beda lib. de metris Rythmum[/aq][?], und schreibt davon also: ¶ [aq]Videtur Rythmus metris esse consimilis verborum modulata compositio, non metricâ compositione, sed numero syllabarum, ad judicium aurium examinata; ut sunt carmina vulgarium Poëtarum Et quod Rhythmus per se sine metro esse potest; metrum verò sine rhythmo esse non potest. Quod liquidius ita definitur Metrum est ratio cum modulatione: Rhythmus est modulatio sine ratione. Plerunque tamen, casu quodam, invenies etiam rationem in Rhythmo, non artificii moderatione servatam; sed sono & ipsa modulatione ducente: quem vulgares Poetae necesse est faciant rusticè, docti faciant doctè. Quomodo ad instar Jambici metri pulcerrimè factus est hymnus ille praeclarus[/aq]: [S] ¶ * [* [aq]fortè O Rex, vel Rex aevierne[/aq].] [aq]Rex aeterne Domine[/aq], ¶ [...] ¶ [aq]Et alii Ambrosiani non pauci. Iem ad formam metri Trochaici, canunt hymnum de die Judicii per Alphabetum[/aq]: ¶ [aq]Apparebit repentina dies magna DOMINI[/aq], / Fundstelle
Seite: (124-126) [194-196]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Sonst ist bekannt/ daß bey den Hebraeern die Reime in drey Hauffen abgesondert werden. Denn [aq]I[/aq]. haben sie die einsylbige Reimung/ wie wir Deutschen die männlichen Reime/ als: Welt/ [G: [aq]Buxtorff. Thes. Gramm. Ebr. Tractat. de Prosodia metrica p.m. 636[/aq].] Geld/ Stand/ Land/ Gunst/ Dunst. Solche nennen sie [hebr.] [aq]carmen transiens, (tolerabile, quod transire & ferri possit, etsi parum elegantiae, habeat & auctores raros.) II[/aq]. Die zweysilbige Reimung/ als: Leben/ streben/ kennen/ brennen. [hebr.] [aq]Carmen conveniens, (aptum, dignum, estque omnium usitatissimum) III[/aq]. Die dreysylbige Reimung/ als: Stehenden/ gehenden/ Wichtigkeit/ Nichtigkeit. [hebr.] [aq]Carmen laudabile (etsi ob paucitatem talium vocum non ita frequens sit, aut si usurpatur, brevius est.)[/aq] Welche Ahrt bey uns Deutschen nicht löblich oder angenehm scheinet/ ob man gleich solche Worte/ die sich [S] dazu schikken/ hervor suchen könte/ ohne daß bisweilen dergleichen dreyreimige Verse/ in Liedern/ mit angebracht werden möchten. / Fundstelle
Seite: (126-127) [196-197]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.)
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.) / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Nennung haben die Reime darum erlanget/ weil den Männern eine starke und durchdringende Rede zukommt; den Weibern aber eine gelinde und subtiele anstehet. Nicht aber/ wie etliche gemeinet/ weil die Weiber eine Riebe mehr hätten/ als die Männer: [S] Denn daß solches falsch und irrig sey/ erweisen die wohlerfahrnen [aq]Medici[/aq] und [aq]Anatomici[/aq]. Die gemeine Meinung ist/ der erste Mensch Adam hab eine Riebe weniger als sein Weib die Eva gehabt/ weil sie aus derselben von GOtt erbauet. Aber sie wird nicht von allen zugegeben und bejahet/ und dannenher ist auch nicht eben gewiß/ daß die Männer allezeit und durchgehends eine Riebe weniger haben/ sondern es trifft sich der Überschuß derselben unterweilen so wol bey dem männlichen als weiblichen Geschlecht/ nach dem die Wunderkünstlerin die Natur spielet. ([aq]Costae numero plures sunt, ut faciliùs moveatur thorax: utplurimùm utrinque sunt duodecim tam in viris, quàm in foeminis. Rarò tredecim, rarius undecim utrinque, saepiùs verò unicasuperest. Verisimile ergo est, in Adami uno latere fuisse tredecim costas, aut in uno duodecim costas, in altero undecim, schreibt der vornehme Dänische Medicus D. Caspar Bartholinus Instit. Anatomic. lib. 4. de offibus[/aq], dem andere/ darunter auch ist der hochberühmte [aq]D. Eichstadius Colleg. Anatomic. quaest. 10[/aq]. widersprochen.) / Fundstelle
Seite: (144-145) [214-215]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Fundstelle
Seite: (276) [346]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq].
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. XX[/aq]. Zum Beschluß dieser Tafel/ damit ich nun wieder auf die Stükke/ so in einer Rede zu betrachten sind/ komme/ soll sie ([aq]i[/aq]) erbar und höflich seyn: Es soll sich auch der Poet höchstes Fleisses von Beschreibung abscheulicher Sachen enthalten/ wo nicht der Inhalt des Getichtes nohtwendig solche erfodert: Denn sonst wird es dem Leser oder Zuhörer einen Ekkel machen/ da doch iederzeit sein Zwekk dahin gerichtet seyn soll/ daß seine Erfindung beliebt werde. Von den Lacedaemoniern meldet [aq]Valer. Max. lib. VI. cap. IV[/aq]. daß sie des [aq]Archilochi[/aq] Schriften aus ihrer Stadt weggeschaft haben/ weil etliche schandbare Sachen darinnen enthalten gewesen: welche sie ihren Kindern nicht haben wollen vortragen lassen/ auf daß derselben zarte Gemüther und Sitten dadurch nicht bemakelt würden. Wie vielmehr will denn einem Christlichen Poeten geziemen/ vor so schädlichen Sachen einen Abscheu zu haben/ der künftig einmahl/ wie Christus bey [aq]Matthaeo[/aq] am [aq]XII, 36[/aq]. lehret/ von einem ieden unnützen Worte Rechenschaft geben soll. [aq]Augustinus[/aq] schreibt im ersten Buch seiner Bekäntnüß im [aq]XVI. cap[/aq]. von den heydnischen Poeten also: [aq]Non omninò per hanc turpitudinem verba ista commodiùs discuntur; sed per haec verba turpitudo ista confidentiùs perpetratur. Non accuso verba quasi vasa electa atque pretiosa; sed vinum erroris, quod in eis nobis propinatur ab erbriis doctoribus. Conf. Lactant. Firmian. lib. V. Divin. Institut[/aq]. / Fundstelle
Seite: (286) [356]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hie wird [aq]1[/aq]. auf das zu Jehna ausgegangene Tractätlein [von Martin Kempe, J.T.] [aq]De statu Armeniae Ecclesiastico & Politico tam pristino quàm hodierno[/Aq] [...] gesehen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hie wird [aq]1[/aq]. auf das zu Jehna ausgegangene Tractätlein [von Martin Kempe, J.T.] [aq]De statu Armeniae Ecclesiastico & Politico tam pristino quàm hodierno[/Aq] [...] gesehen. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [36]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Amphion[/aq], der nebst seinem Bruder [aq]Zetho[/aq], zu des Atheniensischen Königs [aq]Cadmi[/aq] Zeiten/ den Griechen die Music gelehret/ wie [aq]Eusebius lib. 10. de praeparat. Evang[/aq]. davor hält, wird noch heute verwundert. Wo bleibet der Göttliche [aq]Homerus[/aq], der als ein unergründetes Meer der Wohlredenheit/ der [aq]Poesie[/aq] allen Pracht und Schmuck ertheilet hat? / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Amphion[/aq], der nebst seinem Bruder [aq]Zetho[/aq], zu des Atheniensischen Königs [aq]Cadmi[/aq] Zeiten/ den Griechen die Music gelehret/ wie [aq]Eusebius lib. 10. de praeparat. Evang[/aq]. davor hält, wird noch heute verwundert. Wo bleibet der Göttliche [aq]Homerus[/aq], der als ein unergründetes Meer der Wohlredenheit/ der [aq]Poesie[/aq] allen Pracht und Schmuck ertheilet hat? / Fundstelle
Seite: (10) [80]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq].
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Jacob Spigel. in Gunteri Ligurinum[/aq], leget die Zeit/ in der die Poeterey bey den Römern den Anfang genommen/ auf des [aq]Numae Pompilii[/aq] Regiment. [aq]Serò à Romanis fuit facultas Poetices recepta, annos post urbem conditam CCCC. Regnante Numa Pompilio Saliorum Carmina facta sunt, inculta atque incondita, proptereaque parum posteris intellecta. Paulò post Cantica quaedam & devotionum Sacra vulgata sunt, laudesque Deorum versibus absolutae, quibus more suo Deos comprecari consueverunt, aut expiare urbem insigni aliquo prodigio. Primus omnium Poeticam illustrare coepit Livius[/aq] [S] [G: [aq]Augustin. lib. 2. de. C. D. cap. 9. p. m. 168[/aq].] [aq]Andronicus, quam paulò post auxerunt praecipueque instruxerunt[/aq] [ZEICHEN]. [aq]Ennius, M. Plautus, Naevius, Pacuvius, Actius & Lucilius &c[/aq]. / Fundstelle
Seite: (11-12) [81-82]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hierauf hat auch Syrach [aq]XXXII. 7. 8. 9[/aq]. sein Absehen gehabt/ als er geschrieben: Wie ein Rubin in feinem Golde leuchtet/ also zieret ein Gesang das Mahl/ wie ein Smaragd in schönem Golde stehet/ also zieren die Lieder beym guten Weine. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hierauf hat auch Syrach [aq]XXXII. 7. 8. 9[/aq]. sein Absehen gehabt/ als er geschrieben: Wie ein Rubin in feinem Golde leuchtet/ also zieret ein Gesang das Mahl/ wie ein Smaragd in schönem Golde stehet/ also zieren die Lieder beym guten Weine. / Fundstelle
Seite: (14) [84]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die dreyerley Arthen der Gedichte bey den Gastereyen/ [...] beschreibet [S] [aq]Clemens Alexandrin. lib. 2[/aq]. [...] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die dreyerley Arthen der Gedichte bey den Gastereyen/ [...] beschreibet [S] [aq]Clemens Alexandrin. lib. 2[/aq]. [...] / Fundstelle
Seite: (15-16) [85-86]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nachgehends hat unter der Regierung des Käisers [aq]Valentis[/aq] um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. ein Gothischer Bischoff/ [aq]Gulphilas[/aq] oder [aq]Ulphi[/aq]-[G: [aq]Petr. Crinit. lib. 17. de Honesta disciplin[/aq].] [aq]las[/aq] genant/ seinen Leuten eigene Buchstaben erfunden/ wie die bekanten Verse bey [aq]Lilio Gyraldo dialog. I. de Historiâ Poetarum p. 9. & 10[/aq]. andeuten. ¶ [aq]Primus Hebraeas Moyses exaravit literas[/aq], ¶ [...] ¶ Welcher Meinung auch beystimmet [aq]Socrates Histor. Ecclesiastic. lib. IV. c. XXVII. Jornandes in Geticis, Ricobaldus Ferrariensis in Chronico, cui titulus pomoerium Ecclesiae Ravennatis[/aq]. / Fundstelle
Seite: (20) [90]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq].
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Johannes Magnus[/aq] will [aq]libro I. Historiae Suecicae cap. 7[/aq]. behaupten/ daß die Gothen eher als die Lateiner/ und also fast tausend und zwey hundert Jahr vor Christi Gebuhrt/ ihre Buchstaben gehabt. Welches/ wenn man es recht bedenckt/ gantz und gar der vorigen Meinung zu wieder läufft/ und dannenher nicht unbillich dem Unvergleichlichen [aq]Vossio[/aq] und dem [aq]Cornelio Agrippa lib. I. de Vanit. Scientiar. cap. II[/aq]. verdächtig vorkömmt. Denn weil [aq]Gulphilas[/aq], wie allbereit erwehnet/ die Gothische Buchstaben erfunden/ und um das Jahr Christi [aq]364[/aq]. gelebt hat/ so können sie ja nicht so lange zuvor/ als [aq]Johannes[/aq] und [aq]Olaus[/aq] wollen/ dieselbigen gehabt haben. Es wäre denn/ daß offt ernanter Bischoff nicht so wohl die Gothischen Buchstaben erfunden/ als in üblichen Gebrauch gebracht hätte: Wohin [aq]Theodorus Zwingerus in V. H. Theatr. volum. IV. lib. I. gehet. Vossius[/aq] schreibet in seinem überaus gelehrten [aq]Aristarcho lib. I. cap. IX. pag. m. 38[/aq]. davon/ wie folget: [aq]Plane vereor, ne hoc majori gentis suae amore scripserint, quàm veritatis. Lubens quidem illud dedero, quod Ulphilas Gothicas dicitur literas invenisse, id ex eo profectum videri, quod antequam ille Biblia in Gothicam transtulisset linguam, paucis ex eâ gente literae essent cognitae, ac propterea nec habere illas nationibus crederentur: Attamen istud persuadere mihi non possum, fuisse Gothis suas literas, antequam eas haberent Latini. Siquidem tardè admodum has didicére gentes ad Septentrionem sitae; etiam quae Orienti, unde homines & Scriptura, non paulo viciniores, ac cultioribus populis commerciis magis frequentatae, Sanè Thraces, utcunque apud eas Orphea natum fabulentur, nec dum literas nôrunt Aeliani aetate. &c[/aq]. / Fundstelle
Seite: (21) [91]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Gleicher Gestalt erzehlet ein Engelländischer Geschichtschreiber [aq]Mattheus Parisius[/aq], daß die deutschen allbereit vor Christi Geburt ihre Geschichte in Reimen aufgezeichnet. Und [S] [aq]Tacitus[/aq], der vor anderthalb tausent Jahren gelebet/ bezeuget/ daß ob wohl weder Mann noch Weib unter ihnen zu seiner Zeit den freyen Künsten obgelegen/ sie dennoch was merckwürdig gewesen in Reime verfasset und ihre Götter mit alten Gesängen gepriesen haben: [aq]Celebrabant Carminibus antiquis (quod unum apud illos memoriae & anualium genus est,) Tuisconem Deum è terrâ editum & filium Mannum Originem Gentis, Conditoresque. Fuisse apud eos & Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium, ituri in praelia, canunt[/aq]. / Fundstelle
Seite: (21-22) [91-92]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq](Duo antiquissimi Philosophi constituerunt, ad quae referrent reliqua, Deum & Poetam; alterius munus existimabant; quotidie agere, alterius: quotidie imitari: scribit Nobiliss. Dn. a Birken in monument. August. §. 33.)[/aq] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq](Duo antiquissimi Philosophi constituerunt, ad quae referrent reliqua, Deum & Poetam; alterius munus existimabant; quotidie agere, alterius: quotidie imitari: scribit Nobiliss. Dn. a Birken in monument. August. §. 33.)[/aq] / Fundstelle
Seite: (32) [102]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Boccatius[/aq] erwehnet in [aq]Genealogia Deorum[/aq], daß [aq]Jacobus Sanseverinus[/aq] Graff zu Fricario pflag zu erzehlen/ welcher Gestalt [aq]Robertus[/aq] Königs [aq]Caroli[/aq] Sohn/ der hernach König zu Jerusalem und Sicilien worden/ eines trägen und ungeschickten Kopfes/ als er auf eine Zeit die [aq]Fabeln Aesopi[/aq] hörete rühmen/ eine Lust dazu bekommen/ und sie zu lesen angefangen/ dadurch er dermassen aufgemuntert wor-[S]den/ daß er auch zur höchsten Wissenschafft in der [aq]Philosophia[/aq] gelanget. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Boccatius[/aq] erwehnet in [aq]Genealogia Deorum[/aq], daß [aq]Jacobus Sanseverinus[/aq] Graff zu Fricario pflag zu erzehlen/ welcher Gestalt [aq]Robertus[/aq] Königs [aq]Caroli[/aq] Sohn/ der hernach König zu Jerusalem und Sicilien worden/ eines trägen und ungeschickten Kopfes/ als er auf eine Zeit die [aq]Fabeln Aesopi[/aq] hörete rühmen/ eine Lust dazu bekommen/ und sie zu lesen angefangen/ dadurch er dermassen aufgemuntert wor-[S]den/ daß er auch zur höchsten Wissenschafft in der [aq]Philosophia[/aq] gelanget. / Fundstelle
Seite: (34-35) [104-105]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und [aq]Harsdorff[/aq]. in der Vorrede des Nathans und Jothams Berichten. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Und [aq]Harsdorff[/aq]. in der Vorrede des Nathans und Jothams Berichten. / Fundstelle
Seite: (35) [105]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man darf auch nicht meinen/ daß die H. Schrifft vor solchen klugen und gelehrten Fabeln einen Abscheu habe/ sintemahl nach Aussage [aq]Brentii[/aq] am vor angezogenen Ohrt/ darunter gerechnet werden können die Gesichte der [aq]Propheten[/aq], und die Träume [aq]Pharaonis[/aq] und [aq]Nabucadnezaris[/aq], welche traun an ihnen selbst nichts waren/ und doch der Sachen Wahrheit durch des H. Geistes Offenbahrung darthäten. Wie? Wenn wir auch die Parabeln und Gleichnüsse Christi mit darzu rechneten? durch welche er ja auch auf ietzt beschriebene Arth die Wahrheit der Dinge angedeutet. / Fundstelle
Seite: (36) [106]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Lactant. de Fals. Religion. p. 29. cap. XI[/aq].] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Lactant. de Fals. Religion. p. 29. cap. XI[/aq].] / Fundstelle
Seite: (37) [107]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Welches jener Bischoff wohl beobachtet/ sagend: [G: [aq]Abulens. lib. 5. de Paradiso cap. 103[/aq].] Wenn das gemeine Volck spricht: Man höre die Verdamten Seelen in dem brennenden Berg [aq]Aetna[/aq] wehklagen/ soll man darauf antworten; daß das Volck mehr als die Poeten ertichtet/ weil sie etwas mit gutem Vorbedacht erdencken/ das Volck aber nicht begreifft und verstehet was es saget. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Welches jener Bischoff wohl beobachtet/ sagend: [G: [aq]Abulens. lib. 5. de Paradiso cap. 103[/aq].] Wenn das gemeine Volck spricht: Man höre die Verdamten Seelen in dem brennenden Berg [aq]Aetna[/aq] wehklagen/ soll man darauf antworten; daß das Volck mehr als die Poeten ertichtet/ weil sie etwas mit gutem Vorbedacht erdencken/ das Volck aber nicht begreifft und verstehet was es saget. / Fundstelle
Seite: (38) [108]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq].
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht alles/ was erdacht wird/ ist eine Lügen/ sondern wenn das erdachte Nichts bedeutet/ alsdenn ist es vor eine Lüge zu halten. Wenn aber ein Gedicht zur gewissen Bedeutung ertichtet wird/ so ist es eine [aq]Figur[/aq] der Wahrheit/ sonst müssten alle Sachen die in figürlichem Verstande/ so wohl von Weisen und heiligen Leuten/ als auch selbst von Christo vorgebracht worden/ in die Ordnung der Lügen gerechnet werden. Weil darinn [G: [aq]lib. II. Quaest. Evangelic. quaest. 51[/aq].] die Warheit nach dem eigentlichen Verstande nicht gefunden wird. Seind Worte des H. Kirchenlehrers [aq]Augustini[/aq], welcher auch fer- [S] ner hinzu thut. [aq]Sicut autem dicta, ita etiam facta finguntur sine mendacio, ad aliquam rem significandum. Unde est etiam illud, ejusdem Domini, quod inficit arbore quaesivit fructuum eo tempore, quo illa poma nondum essent. Non enim dubium est, illam ininquisitionem non fuisse veram; quivis enim hominum sciret, si non divinitate, vel tempore, poma illam arborem non habere. Fictio igitur, quae ad aliquam veritatem refertur, figura est, quae non refertur, mendacium est[/aq]. / Fundstelle
Seite: (39) [109]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Vid. Augustin. libr. XVIII. de Civ. Dei Cap. XII[/aq].] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Vid. Augustin. libr. XVIII. de Civ. Dei Cap. XII[/aq].] / Fundstelle
Seite: (39) [109]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Conf. Augustin. lib. II. de C. D. T. I. cap I. p. m. 168[/aq].] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Conf. Augustin. lib. II. de C. D. T. I. cap I. p. m. 168[/aq].] / Fundstelle
Seite: (56) [126]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie [aq]Nicolaus Trigautius de Christian. Expedition. apud Sinas. lib. I. cap. 5. pag. 32[/aq]. zeuget / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie [aq]Nicolaus Trigautius de Christian. Expedition. apud Sinas. lib. I. cap. 5. pag. 32[/aq]. zeuget / Fundstelle
Seite: (59) [129]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. IV[/aq]. Was von den Fabeln [aq]AEsopi[/aq] zu halten/ meldet der Seel. Vater Lutherus im [aq]5[/aq]. Jehnischen Theil am [aq]247[/aq]. Blat: Nach der H. Schrift/ spricht er/ sind wenig Bücher/ welche so verständig und heilsam von der Tugend und des Menschen Leben lehren/ als die Fabeln [aq]AEsopi[/aq] . Ein unbenannter [aq]Autor[/aq] hat vorgegeben/ als ob [aq]AEsopus Assaph[/aq] des König Davids und Salomonis Capellmeister gewesen; den die Hebreer [aq]Aesop[/aq] genennet/ und habe des Salomonis [aq]3000[/aq]. Sprüche/ so er über der Tafel erzehlet/ von den Fischen/ Vögeln/ Gewürm und dergleichen aufgezeichnet/ und weil etwas davon unter die Heyden kommen/ so hätten sie gedichtet/ es sey einer von ihren [aq]Philosophis[/aq] beym Könige [aq]Croeso[/aq] mit Namen [aq]AEsopus[/aq] gewesen/ welcher diese Fabeln alle erdacht hätte/ und den Phrygiern/ die da- [S] mals noch einfältige Leute/ und in dem ältesten Handwerke der Viehzucht bemüssiget waren/ dardurch unterrichtet. Welche Mei- [G: [aq]D. Schuppius im Fabel Hans. Lib. 5. c. XI[/aq].] nung auch der vortreffliche [aq]Laurenbergius[/aq] aus alten Scribenten erweisen wollen. Andre stehen in den Gedancken/ daß sie [aq]Socrates[/aq] geschrieben. / Fundstelle
Seite: (60-61) [130-131]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: In der H. Schrift/ damit ich etwas näher trette/ wird des königlichen Propheten Davids süßhallende Harffe sehr hoch gerühmet/ worein er denn/ ausser zweiffel/ einen lieblichen Psalm mag gesungen haben/ dadurch der höllische Geist gehemmet worden. Also daß wir fast nicht vor ein Mährlein halten dörffen/ was von dem [aq]Orpheus[/aq] erzehlet wird/ daß er mit der Thon-Kunst seine [aq]Eurydice[/aq] aus der Hölle zurükk geholet. / Fundstelle
Seite: (63) [133]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sieh den [aq]3[/aq]. Theil des Poet. Trichters am [aq]58[/aq]. Blat/ wie auch die Vorrede zu Hn. Dilherrns täglichen Geleitsmann. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Sieh den [aq]3[/aq]. Theil des Poet. Trichters am [aq]58[/aq]. Blat/ wie auch die Vorrede zu Hn. Dilherrns täglichen Geleitsmann. / Fundstelle
Seite: (103) [173]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So gebrauchet er belobte Frantzösische Poet [aq]Bartas[/aq] in der andern Woche im Beruff das Wort [aq]Charge[/aq] zweymahl/ da er von den Pferden der Kriegsleute saget [...] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: So gebrauchet er belobte Frantzösische Poet [aq]Bartas[/aq] in der andern Woche im Beruff das Wort [aq]Charge[/aq] zweymahl/ da er von den Pferden der Kriegsleute saget [...] / Fundstelle
Seite: (142) [212]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Caldenbach hat eine lobwürdige Arbeit gethan/ in dem er fast alle seine Grabgetichte/ nach Anleitung der Sprüche des Alten und Neuen Testaments/ künstlich ausgearbeitet/ welche zusammen in [aq]12[/aq]. zu Elbing [aq]Anno 1648[/aq]. gedrukkt worden. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hr. Caldenbach hat eine lobwürdige Arbeit gethan/ in dem er fast alle seine Grabgetichte/ nach Anleitung der Sprüche des Alten und Neuen Testaments/ künstlich ausgearbeitet/ welche zusammen in [aq]12[/aq]. zu Elbing [aq]Anno 1648[/aq]. gedrukkt worden. / Fundstelle
Seite: (154) [224]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Nicolaus Trigautius ex Matthaei Ricii Commentariis de Christianor. expeditione apud Sinas lib. I. cap. 4. p. 22[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Nicolaus Trigautius ex Matthaei Ricii Commentariis de Christianor. expeditione apud Sinas lib. I. cap. 4. p. 22[/aq]. / Fundstelle
Seite: (159) [229]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Natal. Com[/aq]. [S] [aq]Mythol. lib. 5. c. 5[/aq].] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [G: [aq]Natal. Com[/aq]. [S] [aq]Mythol. lib. 5. c. 5[/aq].] / Fundstelle
Seite: (217-218) [287-288]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. V. (b)[/aq] In den Verkleinerungswörtern/ die gleichfalls an gehörigen Ohrten/ wenn man verkleinern/ liebkosen/ und schertzen will/ wohl stehen können/ ist die rechte Hauptendung lein/ als: Äugelein/ Bächlein/ Hütlein/ Blümelein/ Weiblein/ Mägdelein u. a. m. die man in Lutheri Schriften häufig findet/ und auch von guten Poeten gebraucht seynd. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. V. (b)[/aq] In den Verkleinerungswörtern/ die gleichfalls an gehörigen Ohrten/ wenn man verkleinern/ liebkosen/ und schertzen will/ wohl stehen können/ ist die rechte Hauptendung lein/ als: Äugelein/ Bächlein/ Hütlein/ Blümelein/ Weiblein/ Mägdelein u. a. m. die man in Lutheri Schriften häufig findet/ und auch von guten Poeten gebraucht seynd. / Fundstelle
Seite: (272) [342]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Überdieß liegt sehr viel daran/ daß man [aq](d)[/aq] recht Hochdeutsche und [aq](e)[/aq] reine Worte in seinen Reden führe/ welche man nirgends besser und zierlicher/ als an vornehmen Höfen und Kantzeleyen findet. In Ermangelung aber der Gelegenheit/ daß man an solchen Ohrten sich nicht aufhalten kan/ werden die Reichs Abschiede/ samt den Cammer-Gerichts-Policey- und andern Ordnungen/ wie auch des Seel. Hn. Lutheri herrliche Schriften/ die auch von Ausländischen hochgeachtet und beliebet sind/ dem Lehrbegierigen gute Anleitung zu Erlernung der reinen Deutschen Sprache ertheilen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VIII[/aq]. Überdieß liegt sehr viel daran/ daß man [aq](d)[/aq] recht Hochdeutsche und [aq](e)[/aq] reine Worte in seinen Reden führe/ welche man nirgends besser und zierlicher/ als an vornehmen Höfen und Kantzeleyen findet. In Ermangelung aber der Gelegenheit/ daß man an solchen Ohrten sich nicht aufhalten kan/ werden die Reichs Abschiede/ samt den Cammer-Gerichts-Policey- und andern Ordnungen/ wie auch des Seel. Hn. Lutheri herrliche Schriften/ die auch von Ausländischen hochgeachtet und beliebet sind/ dem Lehrbegierigen gute Anleitung zu Erlernung der reinen Deutschen Sprache ertheilen. / Fundstelle
Seite: (274) [344]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [[Opitz, J.T.] G: [aq]in Prolegomen. ad Rhythmum de S. Aunone[/aq].] / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [[Opitz, J.T.] G: [aq]in Prolegomen. ad Rhythmum de S. Aunone[/aq].] / Fundstelle
Seite: (277) [347]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und wenn es üm und üm kommt/ bleibet es bey dem/ was [aq]Ambrosius adversùs gentes[/aq] sagt: [aq]Si[/aq] [G: in Tscher- [S] nings bedenken [aq]p. 13[/aq].] [S] [aq]verum spectes, nullus sermo naturâ est integer, vitiosus similiter nullus[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Und wenn es üm und üm kommt/ bleibet es bey dem/ was [aq]Ambrosius adversùs gentes[/aq] sagt: [aq]Si[/aq] [G: in Tscher- [S] nings bedenken [aq]p. 13[/aq].] [S] [aq]verum spectes, nullus sermo naturâ est integer, vitiosus similiter nullus[/aq]. / Fundstelle
Seite: (277-278) [347-348]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Fundstelle
Seite: (298) [368]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
[aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq].
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. VI[/aq]. Wenn aber aus obberührten Ursachen ein Wortstreit nicht zu entscheiden/ so schreitet man zu der [aq]Autori[/aq]tät/ und siehet/ wie vor dem berühmte und erfahrne Leute dieses oder jenes geschrieben haben. Hierinn will es uns Deutschen fast am allermeisten gebrechen/ als die wir nicht sonderlich viel alte Scribenten aufweisen können. Gemeiniglich werden des Hn. [aq]Lutheri[/aq] Schriften in diesem Falle gelobt und angezogen. Aber hierüber wollen wir den sinnreichen Hn. Harsdorffen reden hören: [aq]Cicero[/aq], spricht er/ [aq]Specim. Philolog. German. Disquisit. 10. p. 211. B. Lutherus & Eloquentiae Germanicae parens; non Varro, Grammaticus vel Criticus: ipsius studiis vernacula nostra coepit ex tenebris enitescere; sed non omnibus numeris grammaticis, quem scopum sibi nunquam proposuerat, absoluta venit. Addo Typographorum incuriam, quae veluti per traducem ad nostra usque tempora propagata est, ut rectè ab Heinsio Maecenates ignorantiae dicantur, plurimùm ab Autographis defecisse[/aq]. / Fundstelle
Seite: (329) [399]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X[/aq]. Etliche gebrauchen im Anfang einer Sylben/ wenn das Wort von Natur Lateinisch ist/ und in der Grundsprach ein [aq]C[/aq] hat/ das k/ als Körper/ kasteyen/ Kreatur/ u. a. m. nach Ahrt der Grichen/ die für das Lateiner [aq]C[/aq] in denen Worten/ die sie von ihnen nehmen/ das k setzen/ wie in [griech.], [aq]Speculator. Marc. VI. v. 27[/aq]. [griech.], [aq]Centurio. Marc. XV. v. 39[/aq]. [griech.], [aq]custodia. Matth. XXVII. v. 16[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]§. X[/aq]. Etliche gebrauchen im Anfang einer Sylben/ wenn das Wort von Natur Lateinisch ist/ und in der Grundsprach ein [aq]C[/aq] hat/ das k/ als Körper/ kasteyen/ Kreatur/ u. a. m. nach Ahrt der Grichen/ die für das Lateiner [aq]C[/aq] in denen Worten/ die sie von ihnen nehmen/ das k setzen/ wie in [griech.], [aq]Speculator. Marc. VI. v. 27[/aq]. [griech.], [aq]Centurio. Marc. XV. v. 39[/aq]. [griech.], [aq]custodia. Matth. XXVII. v. 16[/aq]. / Fundstelle
Seite: (332) [402]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich weiß gar wohl/ daß Hr. Buchner an Hn. Tscherningen gar schlecht von dem kk geurtheilet/ und die Worte Gott und Glükk/ welche die Alten Gôt und Glük geschrieben/ an_ [G: [aq]NB. de C absolutè[/aq].] führet/ auch zu letzt also schreibet: [aq]Qui[/aq] [hebr.] [aq]K geminant, exempla producant. Ego in vetustis uostrae gentis Scriptoribus nihil hactenus observavi hujusmodi[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich weiß gar wohl/ daß Hr. Buchner an Hn. Tscherningen gar schlecht von dem kk geurtheilet/ und die Worte Gott und Glükk/ welche die Alten Gôt und Glük geschrieben/ an_ [G: [aq]NB. de C absolutè[/aq].] führet/ auch zu letzt also schreibet: [aq]Qui[/aq] [hebr.] [aq]K geminant, exempla producant. Ego in vetustis uostrae gentis Scriptoribus nihil hactenus observavi hujusmodi[/aq]. / Fundstelle
Seite: (332) [402]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Joh. Claj[/aq]. in der Vorrede über seine Geistliche Höll- und Himmelfahrt. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Joh. Claj[/aq]. in der Vorrede über seine Geistliche Höll- und Himmelfahrt. / Fundstelle
Seite: (333) [403]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als zer- [S] stükken/ [aq]Psal. 2. schikken/ Ps. 5. & 26. erschrokken/ Ps. 6. 9. & 18. lokken/ Ps. 13 Zukker/ Ps. 19. drukken/ Ps. 22. zukken/ Ps. 31. &c[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als zer- [S] stükken/ [aq]Psal. 2. schikken/ Ps. 5. & 26. erschrokken/ Ps. 6. 9. & 18. lokken/ Ps. 13 Zukker/ Ps. 19. drukken/ Ps. 22. zukken/ Ps. 31. &c[/aq]. / Fundstelle
Seite: (333-334) [403-404]
 
Eigenschaft / Inspiration
Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist.
 
Eigenschaft / Inspiration: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Rang
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Eigenschaft / Inspiration: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Fundstelle
Seite: (298) [368]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Zu wünschen wäre es/ daß/ nach dem die Poeterey wieder unter die Christen kommen/ sie nach dem Beyspiel der Spartanischen [aq]Venus[/aq] überall erblicket würde. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: Zu wünschen wäre es/ daß/ nach dem die Poeterey wieder unter die Christen kommen/ sie nach dem Beyspiel der Spartanischen [aq]Venus[/aq] überall erblicket würde. / Fundstelle
 
Seite: (45) [115]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
[aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [aq]§. XI[/aq]. Die fremden Wörter/ so allbereit bey den Deutschen das Bürgerrecht erlanget/ und sicher können gebraucht werden/ sind entweder die Kunstwörter/ so nicht füglich können gedeutscht werden. In welchem Stükke der nie genug gepriesene Harsdorff und [aq]Schottelius[/aq] in ihren Schrifften ein grosses Kunststükk erwiesen haben. ([aq]Ut in republica tolerantur cives necessarii, quibus ejectis, vel seditio, vel aliud malum metuendum esset; ita peregrini feruntur termini[/aq]: sunt verba [aq]D. Dannhaueri, in Disput. de mal. Soph. sect. I. art. W[/aq].) Oder sie sind schon allen wohl bekant/ daß der Bauer so wohl als der Gelehrte weiß/ was dadurch angedeutet wird. Als: Cavallier/ Printz/ [G: [aq]vid. Cluver. Antiq. German. lib. I. c. 3[/aq].] Capitain/ Firmament/ Music/ Monarch/ Apostel/ Prophet/ Evangelium/ Catechismus/ Absolution/ Testament/ Prophet/ Sacrament/ Tempel/ Calender/ Religion/ Exempel/ und andere dergleichen. / Fundstelle
 
Seite: (276) [346]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Hie wird [aq]1[/aq]. auf das zu Jehna ausgegangene Tractätlein [von Martin Kempe, J.T.] [aq]De statu Armeniae Ecclesiastico & Politico tam pristino quàm hodierno[/Aq] [...] gesehen. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Hie wird [aq]1[/aq]. auf das zu Jehna ausgegangene Tractätlein [von Martin Kempe, J.T.] [aq]De statu Armeniae Ecclesiastico & Politico tam pristino quàm hodierno[/Aq] [...] gesehen. / Fundstelle
 
Seite: (unpag.) [36]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq](Duo antiquissimi Philosophi constituerunt, ad quae referrent reliqua, Deum & Poetam; alterius munus existimabant; quotidie agere, alterius: quotidie imitari: scribit Nobiliss. Dn. a Birken in monument. August. §. 33.)[/aq] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq](Duo antiquissimi Philosophi constituerunt, ad quae referrent reliqua, Deum & Poetam; alterius munus existimabant; quotidie agere, alterius: quotidie imitari: scribit Nobiliss. Dn. a Birken in monument. August. §. 33.)[/aq] / Fundstelle
 
Seite: (32) [102]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und [aq]Harsdorff[/aq]. in der Vorrede des Nathans und Jothams Berichten. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: Und [aq]Harsdorff[/aq]. in der Vorrede des Nathans und Jothams Berichten. / Fundstelle
 
Seite: (35) [105]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: So gebrauchet er belobte Frantzösische Poet [aq]Bartas[/aq] in der andern Woche im Beruff das Wort [aq]Charge[/aq] zweymahl/ da er von den Pferden der Kriegsleute saget [...] / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: So gebrauchet er belobte Frantzösische Poet [aq]Bartas[/aq] in der andern Woche im Beruff das Wort [aq]Charge[/aq] zweymahl/ da er von den Pferden der Kriegsleute saget [...] / Fundstelle
 
Seite: (142) [212]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Hr. Caldenbach hat eine lobwürdige Arbeit gethan/ in dem er fast alle seine Grabgetichte/ nach Anleitung der Sprüche des Alten und Neuen Testaments/ künstlich ausgearbeitet/ welche zusammen in [aq]12[/aq]. zu Elbing [aq]Anno 1648[/aq]. gedrukkt worden. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Hr. Caldenbach hat eine lobwürdige Arbeit gethan/ in dem er fast alle seine Grabgetichte/ nach Anleitung der Sprüche des Alten und Neuen Testaments/ künstlich ausgearbeitet/ welche zusammen in [aq]12[/aq]. zu Elbing [aq]Anno 1648[/aq]. gedrukkt worden. / Fundstelle
 
Seite: (154) [224]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ein solches ist auch Werlet/ für Welt/ welches die alten Deutschen [G: [aq]id[/aq]. [[aq]Tscherning. p. 37. Bedenk[/aq].] [aq]p. 42[/aq].] Poeten/ Walther von der Vogelweid/ und Weihbekke/ der üm das Jahr Christi [aq]1153[/aq]. gelebt/ gebraucht/ und heute noch bey den Niederländern gehöret und gelesen wird. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Ein solches ist auch Werlet/ für Welt/ welches die alten Deutschen [G: [aq]id[/aq]. [[aq]Tscherning. p. 37. Bedenk[/aq].] [aq]p. 42[/aq].] Poeten/ Walther von der Vogelweid/ und Weihbekke/ der üm das Jahr Christi [aq]1153[/aq]. gelebt/ gebraucht/ und heute noch bey den Niederländern gehöret und gelesen wird. / Fundstelle
 
Seite: (273) [343]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist.
Eigenschaft / Autoritäten: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Hiemit stimmet gar wohl überein/ was der hochgelehrte [aq]Buchnerus[/aq] im [aq]5. cap[/aq]. seines Wegweisers beybringet: [...] Dennoch ist es bey der Rede noch allezeit so beschaffen/ daß sie neben dem Volke hergehe/ und als von menschlicher Zunge fürbracht wäre; da hingegen der Poet weit ausstreicht/ sich als ein Adler in die Höhe schwingt/ die gemeine Ahrt zu reden weit hinter ihm lässt/ alles kühn/ bunter/ und frölicher setzt; alles was er fürbringt/ neu/ ungewohnt/ gleichsam als mit einer Majestät vermischet/ und mehr einem Göttlichen Ausspruch und Orakel/ als einer Menschenstimm gleich scheinet/ etc. Siehe auch Hn. Harsdorffs Trichter in der [aq]I[/aq]. Stunde [aq]§. V[/aq]. ¶ [aq]§. II[/aq]. Gleicher gestalt hat der grosse [aq]Plato[/aq] nicht ohne Ursach [aq]in jone[/aq] geschrieben: [hebr.] [aq]i. e. Poëtae à mellifluis fontibus, ex Musarum hortis, ac viridariis carmina decerpunt, quae nobis offerunt[/aq]. Die Poeten holen ihre Getichte von den honigfliessenden Brunnen aus den Lustgärten der Musen. Angesehen/ ihre Rede mit einer lieblichen Zierlichkeit beseelet ist. / Fundstelle
 
Seite: (298) [368]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: im [aq]2[/aq]. B. seiner Göttlichen [aq]Eneis[/aq] bemerket er des Meers Toben durch das oft wiederholete r. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: im [aq]2[/aq]. B. seiner Göttlichen [aq]Eneis[/aq] bemerket er des Meers Toben durch das oft wiederholete r. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ich weiß gar wohl/ daß Hr. Buchner an Hn. Tscherningen gar schlecht von dem kk geurtheilet/ und die Worte Gott und Glükk/ welche die Alten Gôt und Glük geschrieben/ an_ [G: [aq]NB. de C absolutè[/aq].] führet/ auch zu letzt also schreibet: [aq]Qui[/aq] [hebr.] [aq]K geminant, exempla producant. Ego in vetustis uostrae gentis Scriptoribus nihil hactenus observavi hujusmodi[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Ich weiß gar wohl/ daß Hr. Buchner an Hn. Tscherningen gar schlecht von dem kk geurtheilet/ und die Worte Gott und Glükk/ welche die Alten Gôt und Glük geschrieben/ an_ [G: [aq]NB. de C absolutè[/aq].] führet/ auch zu letzt also schreibet: [aq]Qui[/aq] [hebr.] [aq]K geminant, exempla producant. Ego in vetustis uostrae gentis Scriptoribus nihil hactenus observavi hujusmodi[/aq]. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Joh. Claj[/aq]. in der Vorrede über seine Geistliche Höll- und Himmelfahrt. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: [aq]Joh. Claj[/aq]. in der Vorrede über seine Geistliche Höll- und Himmelfahrt. / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: als zer- [S] stükken/ [aq]Psal. 2. schikken/ Ps. 5. & 26. erschrokken/ Ps. 6. 9. & 18. lokken/ Ps. 13 Zukker/ Ps. 19. drukken/ Ps. 22. zukken/ Ps. 31. &c[/aq]. / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: als zer- [S] stükken/ [aq]Psal. 2. schikken/ Ps. 5. & 26. erschrokken/ Ps. 6. 9. & 18. lokken/ Ps. 13 Zukker/ Ps. 19. drukken/ Ps. 22. zukken/ Ps. 31. &c[/aq]. / Fundstelle
 
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