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Eigenschaft / Publikationsjahr
1679
Zeitstempel+1679-00-00T00:00:00Z
Zeitzone+00:00
KalenderGregorianisch
Genauigkeit1 Jahr
Vor0
Nach0
 
Eigenschaft / Publikationsjahr: 1679 / Rang
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Eigenschaft / Publikationsort
Nürnberg
 
Eigenschaft / Publikationsort: Nürnberg / Rang
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Eigenschaft / Autor
 
Eigenschaft / Autor: Birken, Sigmund von / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / VD 17
 
Eigenschaft / VD 17: https://kxp.k10plus.de/DB=1.28/SET=4/TTL=1/SHW?FRST=24 / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Digitalisat
 
Eigenschaft / Digitalisat: http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00092547-2 / Rang
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Eigenschaft / Bibliographische Angaben
 
Eigenschaft / Bibliographische Angaben: bibl. Angaben / Rang
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Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Birken, Sigmund von (Killy) / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Koproduzierter Klassizismus. Sigmund von Birken, Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel und die Integration des hohen Barockromans in das System der Poetik. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Programmatik und Funktionen der allegorischen Verwendung antiker Mythenmotive bei Sigmund von Birken (1626–1681). / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Sigmund von Birken. Leben, Werk und Nachleben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Die Entstehung des Erzählproblems. Untersuchungen zur deutschen Dichtungstheorie im 17. und 18. Jahrhundert. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Inscriptio. Rhetorik und Poetik der Scharfsinnigen Inschrift im Zeitalter des Barock. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Dialogisches Sprechen in Birkens allographer Paratext-Poetik. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Reichsstadt und Schauspiel. Theatrale Kunst im Nürnberg des 17. Jahrhunderts. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Daphnes Metamorphosen. Zur Problematik der Tradition mittelalterlicher Denkformen im 17. Jahrhundert am Beispiel des ‚Progamma Poeticum‘ Sigmund von Birkens. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Dichtungstheorie und Dichterverständnis bei den Nürnbergern. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur
 
Eigenschaft / Sekundärliteratur: Die Vereindeutigung der Literatur. Poetik und Konfession bei Harsdörffer, Klaj und Birken. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: An die Edle und Fürtreffliche Schäferinnen u. Schäfere MitGlieder der Wol-Löbl. Blumgenoß-HirtenGesellschaft / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: An die Edle und Fürtreffliche Schäferinnen u. Schäfere MitGlieder der Wol-Löbl. Blumgenoß-HirtenGesellschaft / Fundstelle
Seite: (unpag.) [11]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Zuschrift. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Zuschrift. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [12-19]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Vor-Rede. / Rang
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Vor-Rede. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [20-55]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Verzeichnis des [aq]Autoris[/aq] Schriften. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Verzeichnis des [aq]Autoris[/aq] Schriften. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [56-60]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Register der [aq]Capp[/aq]. oder Redstücke. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Register der [aq]Capp[/aq]. oder Redstücke. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [61-62]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Inhalts-Register. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Inhalts-Register. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [63-72]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Ehren-Zuruff. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Ehren-Zuruff. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [73]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Erster Theil. Die Redebind-Kunst. Erstes Redstück. Von dem Wort-thon. [aq]De Quantitate Syllabarum[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Erster Theil. Die Redebind-Kunst. Erstes Redstück. Von dem Wort-thon. [aq]De Quantitate Syllabarum[/aq]. / Fundstelle
Seite: (1-11) [74-84]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das II Redstuck. Von den Gebändtritten. [aq]De Pedibus metricis[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das II Redstuck. Von den Gebändtritten. [aq]De Pedibus metricis[/aq]. / Fundstelle
Seite: (12-14) [85-87]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das III Redstuck. Von den Gebändzeilen. [aq]De Versibus[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das III Redstuck. Von den Gebändzeilen. [aq]De Versibus[/aq]. / Fundstelle
Seite: (14-32) [87-105]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das IV Redstuck. Von den schnittbarn Gebändzeilen. [aq]De Caesurâ Versuum[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das IV Redstuck. Von den schnittbarn Gebändzeilen. [aq]De Caesurâ Versuum[/aq]. / Fundstelle
Seite: (32-39) [105-112]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das V Redstuck. Von der Reimung. [aq]De Rhythmo[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das V Redstuck. Von der Reimung. [aq]De Rhythmo[/aq]. / Fundstelle
Seite: (40-51) [113-124]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das VI Redstuck. Von den Gebändzeil-Fehlern. [aq]De Vitiis Versuum[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das VI Redstuck. Von den Gebändzeil-Fehlern. [aq]De Vitiis Versuum[/aq]. / Fundstelle
Seite: (51-73) [124-146]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das VII Redstuck. Von Zierde der Gebändzeilen. [aq]De Ornatu Versuum[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das VII Redstuck. Von Zierde der Gebändzeilen. [aq]De Ornatu Versuum[/aq]. / Fundstelle
Seite: (73-89) [146-162]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das VIII Redstuck. Von den RedGebänden. [aq]De Carminibus[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das VIII Redstuck. Von den RedGebänden. [aq]De Carminibus[/aq]. / Fundstelle
Seite: (89-101) [162-174]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das IX Redstuck. Von unterschiedlichen RedGebänd-Arten. [aq]De variis Carminum generibus[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das IX Redstuck. Von unterschiedlichen RedGebänd-Arten. [aq]De variis Carminum generibus[/aq]. / Fundstelle
Seite: (101-161) [174-234]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Zweiter Theil: Von der DichtKunst. X Redstuck. Von den Gedichten und ihrer Erfindung. [aq]De Poëmatibus eorumq; Inventione[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Zweiter Theil: Von der DichtKunst. X Redstuck. Von den Gedichten und ihrer Erfindung. [aq]De Poëmatibus eorumq; Inventione[/aq]. / Fundstelle
Seite: (162-293) [235-366]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das XI Redstuck. Von den Feld-Helden und Straff-Gedichten. [aq]De Eclogis, Epicis & Satyris[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das XI Redstuck. Von den Feld-Helden und Straff-Gedichten. [aq]De Eclogis, Epicis & Satyris[/aq]. / Fundstelle
Seite: (293-314) [366-387]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das XII Redstuck. Von den Schauspielen. [aq]De Ludis Scenicis[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Das XII Redstuck. Von den Schauspielen. [aq]De Ludis Scenicis[/aq]. / Fundstelle
Seite: (314-340) [387-413]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Der Norische Föbus: beim Eintritte Des [aq]M DC LXXVII[/aq] Neuen Christ-Jahrs/ beehret von den Blumgenoßen an der Pegnitz. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: Der Norische Föbus: beim Eintritte Des [aq]M DC LXXVII[/aq] Neuen Christ-Jahrs/ beehret von den Blumgenoßen an der Pegnitz. / Fundstelle
Seite: (unpag.-388) [414-461]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: S. v. B. SchauSpiel PSYCHE: auf den Schauplatz gebracht in Nürnberg A. 1652. Jezt/ aus dem Latein/ in Teutsche Poesy versetzet. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: S. v. B. SchauSpiel PSYCHE: auf den Schauplatz gebracht in Nürnberg A. 1652. Jezt/ aus dem Latein/ in Teutsche Poesy versetzet. / Fundstelle
Seite: (unpag.-516) [462-589]
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: S. à B. [aq]De Lauru Programma[/aq]. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Kapitelüberschriften: S. à B. [aq]De Lauru Programma[/aq]. / Fundstelle
Seite: (517-530) [590-603]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [Frontispiz] / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: [Frontispiz] / Fundstelle
Seite: (unpag.) [8]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern.
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [13-14]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Aber der Erfolg zeiget bisher/ in vielen herrlichen Geistgeburten/ daß aus diesen Blumen viel Früchte/ zur Ehre des Himmels/ zur Tugend-Lehre/ und zu Mehrung Teutscher Sprache und DichtKunst Aufnahme/ hervor-erwachsen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Aber der Erfolg zeiget bisher/ in vielen herrlichen Geistgeburten/ daß aus diesen Blumen viel Früchte/ zur Ehre des Himmels/ zur Tugend-Lehre/ und zu Mehrung Teutscher Sprache und DichtKunst Aufnahme/ hervor-erwachsen. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [15]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben.
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Fundstelle
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie
Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia.
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [28-33]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige?
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Rang
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [33-39]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Wie die Poetische Fabeln eine Tugend- ja wol gar eine Gottes-Lehre hinter sich haben/ davon kan mein zu Ende angehängtes [aq]Programma Poeticum[/aq], die Verwandlung der Dafne in den Lorbeerbraum behandlend/ ein Beispiel geben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Wie die Poetische Fabeln eine Tugend- ja wol gar eine Gottes-Lehre hinter sich haben/ davon kan mein zu Ende angehängtes [aq]Programma Poeticum[/aq], die Verwandlung der Dafne in den Lorbeerbraum behandlend/ ein Beispiel geben. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [44]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 18 Es möchte endlich noch vergönnt seyn/ daß ein Poete/ seinem hohen Patron/ von dem er befördert oder bewolthätigt worden/ weil er seine Dankbarkeit sonst mit nichts bezeigen kan/ mit einer Lob-[S]Schrift/ doch daß damit dessen Verdienst nicht überschritten werde/ aufdiene: weil dadurch GOtt/ als die Urqwelle solcher Wolthaten/ mit beehret wird. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 18 Es möchte endlich noch vergönnt seyn/ daß ein Poete/ seinem hohen Patron/ von dem er befördert oder bewolthätigt worden/ weil er seine Dankbarkeit sonst mit nichts bezeigen kan/ mit einer Lob-[S]Schrift/ doch daß damit dessen Verdienst nicht überschritten werde/ aufdiene: weil dadurch GOtt/ als die Urqwelle solcher Wolthaten/ mit beehret wird. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [45-46]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 20 Es gereichet auch der Poesy zur Schmach/ wann man/ sonderlich zu Hochzeiten/ unschambare Sau-Verse machet/ Ehrliebende Ohren damit beleidigt und die Allgegenwart Gottes erzürnet / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 20 Es gereichet auch der Poesy zur Schmach/ wann man/ sonderlich zu Hochzeiten/ unschambare Sau-Verse machet/ Ehrliebende Ohren damit beleidigt und die Allgegenwart Gottes erzürnet / Fundstelle
Seite: (unpag.) [48]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden.
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden. / Rang
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [52-53]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Es sind zwar/ viel Teutsche [aq]Prosodi[/aq]en/ nach und nach hervor gekommen. Ich aber/ habe in dieser mich beflissen/ nach dem Lehrspruch unserer Blum-SchäferGesellschaft/ alles zu Ehre Gottes einzurichten/ und den Lehrsätzen Exempel oder Beispiele Geistlichen inhalts zu zu ordnen. Solcher gestalt verlange ich/ mit einer Arbeit/ zween Nutzen zu schaffen: daß nicht allein die Jugend zugleich zur Poesy und Gottesfurcht angewiesen/ sondern auch jeder Leser/ durch die Geistliche Lieder/ zur Andacht angefeuret werde. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Es sind zwar/ viel Teutsche [aq]Prosodi[/aq]en/ nach und nach hervor gekommen. Ich aber/ habe in dieser mich beflissen/ nach dem Lehrspruch unserer Blum-SchäferGesellschaft/ alles zu Ehre Gottes einzurichten/ und den Lehrsätzen Exempel oder Beispiele Geistlichen inhalts zu zu ordnen. Solcher gestalt verlange ich/ mit einer Arbeit/ zween Nutzen zu schaffen: daß nicht allein die Jugend zugleich zur Poesy und Gottesfurcht angewiesen/ sondern auch jeder Leser/ durch die Geistliche Lieder/ zur Andacht angefeuret werde. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [54]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 139 Wann man fragen wolte/ was für ein Ort zum Poetisiren schicklich sei? so ist die Antwort leicht: massen ein ein-[S]sames stilles Zimmer bäßer hierzu dienet/ als der offentliche Markt/ und wo viel Leute sind. Sonderlich ist dieses wahr/ wann man Geistlich dichtet: dann JEsus ist gern bei einer Seele/ die er drausen/ nämlich nicht in der Welt/ findet. / Rang
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 139 Wann man fragen wolte/ was für ein Ort zum Poetisiren schicklich sei? so ist die Antwort leicht: massen ein ein-[S]sames stilles Zimmer bäßer hierzu dienet/ als der offentliche Markt/ und wo viel Leute sind. Sonderlich ist dieses wahr/ wann man Geistlich dichtet: dann JEsus ist gern bei einer Seele/ die er drausen/ nämlich nicht in der Welt/ findet. / Fundstelle
Seite: (182-183) [225-226]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge.
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Rang
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Fundstelle
Seite: (184-186) [257-259]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Alsdann kan man den Reimweiser vor sich nehmen/ das Gedichte dapfer anheben/ kurz und nachdrücklich verfassen/ richtig binden/ Lehrsame Sprüche von GOtt und Tugend einmängen/ in frölichen Materien auf Belustigung/ und in allem auf GOttes Ehre zielen/ von hohen Sachen hoch/ von nidrigen nidrig reden/ viel mit wenig sagen/ und dem Gedichte einen nachdenksamen Schluß geben. / Rang
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Alsdann kan man den Reimweiser vor sich nehmen/ das Gedichte dapfer anheben/ kurz und nachdrücklich verfassen/ richtig binden/ Lehrsame Sprüche von GOtt und Tugend einmängen/ in frölichen Materien auf Belustigung/ und in allem auf GOttes Ehre zielen/ von hohen Sachen hoch/ von nidrigen nidrig reden/ viel mit wenig sagen/ und dem Gedichte einen nachdenksamen Schluß geben. / Fundstelle
Seite: (189) [262]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Rang
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Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Fundstelle
Seite: (339-340) [412-413]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe.
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe. / Fundstelle
Seite: (167-171) [240-244]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 131 So muß dann einer/ der ein guter Poet werden will/ sich erstlich prüfen/ ob ihn Gott und die Natur dazu fähig gemacht habe. Diese Gabe [S] aber ligt bisweilen tief verborgen/ und muß der Funke aus der Asche hervor gesucht werden. Man muß nicht gleich ablassen/ wann man im Anfang wenig Fähigkeit spüret. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 131 So muß dann einer/ der ein guter Poet werden will/ sich erstlich prüfen/ ob ihn Gott und die Natur dazu fähig gemacht habe. Diese Gabe [S] aber ligt bisweilen tief verborgen/ und muß der Funke aus der Asche hervor gesucht werden. Man muß nicht gleich ablassen/ wann man im Anfang wenig Fähigkeit spüret. / Fundstelle
Seite: (172-173) [245-246]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Fundstelle
Seite: (62-71) [135-144]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen?
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Fundstelle
Seite: (336-338) [409-411]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie
146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […]
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Dichtung/Theologie: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Fundstelle
Seite: (189-191) [262-264]
 
Eigenschaft / Inspiration
Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe.
 
Eigenschaft / Inspiration: Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Inspiration: Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe. / Fundstelle
Seite: (167-171) [240-244]
 
Eigenschaft / Inspiration
 
Eigenschaft / Inspiration: 131 So muß dann einer/ der ein guter Poet werden will/ sich erstlich prüfen/ ob ihn Gott und die Natur dazu fähig gemacht habe. Diese Gabe [S] aber ligt bisweilen tief verborgen/ und muß der Funke aus der Asche hervor gesucht werden. Man muß nicht gleich ablassen/ wann man im Anfang wenig Fähigkeit spüret. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Inspiration: 131 So muß dann einer/ der ein guter Poet werden will/ sich erstlich prüfen/ ob ihn Gott und die Natur dazu fähig gemacht habe. Diese Gabe [S] aber ligt bisweilen tief verborgen/ und muß der Funke aus der Asche hervor gesucht werden. Man muß nicht gleich ablassen/ wann man im Anfang wenig Fähigkeit spüret. / Fundstelle
Seite: (172-173) [245-246]
 
Eigenschaft / Inspiration
 
Eigenschaft / Inspiration: 136 Wer wol Poetisiren wil/ der lese erstlich ein gutes Latein- oder Teutsches Gedichte von selbiger Materie: ein Geist/ wird den andern anzünden. Diß thun ja ihrer viele: aber sie holen nicht nur das Feuer/ sondern sie pflegen auch das Holz zu stehlen/ und schreiben oft Plätze aus/ darauf man ein Pferd tummeln könte. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Inspiration: 136 Wer wol Poetisiren wil/ der lese erstlich ein gutes Latein- oder Teutsches Gedichte von selbiger Materie: ein Geist/ wird den andern anzünden. Diß thun ja ihrer viele: aber sie holen nicht nur das Feuer/ sondern sie pflegen auch das Holz zu stehlen/ und schreiben oft Plätze aus/ darauf man ein Pferd tummeln könte. / Fundstelle
Seite: (178) [251]
 
Eigenschaft / Inspiration
Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben.
 
Eigenschaft / Inspiration: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Inspiration: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [21-27]
 
Eigenschaft / Inspiration
11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige?
 
Eigenschaft / Inspiration: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Inspiration: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [33-39]
 
Eigenschaft / Inspiration
Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden.
 
Eigenschaft / Inspiration: Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden. / Rang
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Eigenschaft / Inspiration: Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [52-53]
 
Eigenschaft / Inspiration
141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge.
 
Eigenschaft / Inspiration: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Rang
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Eigenschaft / Inspiration: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Fundstelle
Seite: (184-186) [257-259]
 
Eigenschaft / Inspiration
50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/
 
Eigenschaft / Inspiration: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Inspiration: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Fundstelle
Seite: (62-71) [135-144]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/
 
Eigenschaft / Mythenkritik: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Mythenkritik: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Fundstelle
Seite: (62-71) [135-144]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Man bittet/ daß man mit dieser Lob-Gabe/ wie vordessen die Heidnische Götter mit einer hand voll Meel/ wan nichts bässers in handen gewesen/ vorlieb nehmen wolle. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Man bittet/ daß man mit dieser Lob-Gabe/ wie vordessen die Heidnische Götter mit einer hand voll Meel/ wan nichts bässers in handen gewesen/ vorlieb nehmen wolle. / Fundstelle
Seite: (246) [319]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach art der alten HirtenGesang-Spiele/ nur drei Handlungen/ die da heißen der Reisende/ Regirende und Vermählte Prinz. Den Eingang/ macht die Hoffnung. Im ersten Theil/ erbieten sich/ die Weißheit/ Gottesfurcht und Klugheit ([aq]Sophia, Eusebie[/aq] und [aq]Sophrosyne[/aq]) den Reisenden Prinzen aus- und ein zu führen: gleichwie hingegen die Wollust und Unwissenheit/ ([aq]Hedone[/aq] und [aq]Amathia[/aq]) ihn zu verführen/ sich bereden/ aber von den dreyen verjagt werden. Darnach wird Vatter Rhein von einer aus dem Alsatischen Parnaß herabkommenden Musa berichtet/ wie der Prinz daselbst sich befunden: und schließet/ diese samt ihren Gespielinen/ die Handlung/ mit einem Lied von der KunstLiebe und ReisBegierde.
 
Eigenschaft / Mythenkritik: 216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach art der alten HirtenGesang-Spiele/ nur drei Handlungen/ die da heißen der Reisende/ Regirende und Vermählte Prinz. Den Eingang/ macht die Hoffnung. Im ersten Theil/ erbieten sich/ die Weißheit/ Gottesfurcht und Klugheit ([aq]Sophia, Eusebie[/aq] und [aq]Sophrosyne[/aq]) den Reisenden Prinzen aus- und ein zu führen: gleichwie hingegen die Wollust und Unwissenheit/ ([aq]Hedone[/aq] und [aq]Amathia[/aq]) ihn zu verführen/ sich bereden/ aber von den dreyen verjagt werden. Darnach wird Vatter Rhein von einer aus dem Alsatischen Parnaß herabkommenden Musa berichtet/ wie der Prinz daselbst sich befunden: und schließet/ diese samt ihren Gespielinen/ die Handlung/ mit einem Lied von der KunstLiebe und ReisBegierde. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Mythenkritik: 216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach art der alten HirtenGesang-Spiele/ nur drei Handlungen/ die da heißen der Reisende/ Regirende und Vermählte Prinz. Den Eingang/ macht die Hoffnung. Im ersten Theil/ erbieten sich/ die Weißheit/ Gottesfurcht und Klugheit ([aq]Sophia, Eusebie[/aq] und [aq]Sophrosyne[/aq]) den Reisenden Prinzen aus- und ein zu führen: gleichwie hingegen die Wollust und Unwissenheit/ ([aq]Hedone[/aq] und [aq]Amathia[/aq]) ihn zu verführen/ sich bereden/ aber von den dreyen verjagt werden. Darnach wird Vatter Rhein von einer aus dem Alsatischen Parnaß herabkommenden Musa berichtet/ wie der Prinz daselbst sich befunden: und schließet/ diese samt ihren Gespielinen/ die Handlung/ mit einem Lied von der KunstLiebe und ReisBegierde. / Fundstelle
Seite: (315-316) [388-389]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen?
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Fundstelle
Seite: (336-338) [409-411]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige?
 
Eigenschaft / Mythenkritik: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Rang
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Eigenschaft / Mythenkritik: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [33-39]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge.
 
Eigenschaft / Mythenkritik: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Rang
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Eigenschaft / Mythenkritik: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Fundstelle
Seite: (184-186) [257-259]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […]
 
Eigenschaft / Mythenkritik: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Rang
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Eigenschaft / Mythenkritik: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Fundstelle
Seite: (189-191) [262-264]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
Daß/ auf Christlichen Schaubühnen/ Heidnische Götzen nicht auftreten sollen/ ist droben im VI Cap. erinnert worden: und können/ an derer stat/ Göttliche Eigenschaften/ Tugenden und Laster/ auch Flüße/ Länder und Städte in Frauen Gestalt/ oder als gute und böse Engel/ Genii und Knaben/ in der Luft erscheinen/ oder durch [aq]Machin[/aq]en heruntergelassen werden/ und wieder verschwinden. Damit werden wir erlangen/ daß auch Gott und seine Engel unsere Spielschauer seyen/ und Wolgefallen daran haben: die hingegen fliehen/ wann sie Teufel oder deren Qwalgenoßen auftreten sehen. ¶ 226 Der Held/ welchen man als Hauptperson vorstellet/ muß ein Für-[S]bild aller Tugenden/ und zwar erstlich gekränkt seyn/ aber endlich ergetzet werden. Ist er aber ja ein Tyrann oder Böswicht/ so soll ihm seine Straffe auf dem Fus nachfolgen/ oder er endlich/ wie der König Manasse/ bekehrt werden. Dann wann/ in Schauspielen/ die Tugend nicht belohnt/ und die Laster nicht gestrafft erscheinen/ so ist solches ärgerlich und eine Gottslästerung/ weil es der Göttlichen Regirung zuwider lauffet.
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Daß/ auf Christlichen Schaubühnen/ Heidnische Götzen nicht auftreten sollen/ ist droben im VI Cap. erinnert worden: und können/ an derer stat/ Göttliche Eigenschaften/ Tugenden und Laster/ auch Flüße/ Länder und Städte in Frauen Gestalt/ oder als gute und böse Engel/ Genii und Knaben/ in der Luft erscheinen/ oder durch [aq]Machin[/aq]en heruntergelassen werden/ und wieder verschwinden. Damit werden wir erlangen/ daß auch Gott und seine Engel unsere Spielschauer seyen/ und Wolgefallen daran haben: die hingegen fliehen/ wann sie Teufel oder deren Qwalgenoßen auftreten sehen. ¶ 226 Der Held/ welchen man als Hauptperson vorstellet/ muß ein Für-[S]bild aller Tugenden/ und zwar erstlich gekränkt seyn/ aber endlich ergetzet werden. Ist er aber ja ein Tyrann oder Böswicht/ so soll ihm seine Straffe auf dem Fus nachfolgen/ oder er endlich/ wie der König Manasse/ bekehrt werden. Dann wann/ in Schauspielen/ die Tugend nicht belohnt/ und die Laster nicht gestrafft erscheinen/ so ist solches ärgerlich und eine Gottslästerung/ weil es der Göttlichen Regirung zuwider lauffet. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Mythenkritik: Daß/ auf Christlichen Schaubühnen/ Heidnische Götzen nicht auftreten sollen/ ist droben im VI Cap. erinnert worden: und können/ an derer stat/ Göttliche Eigenschaften/ Tugenden und Laster/ auch Flüße/ Länder und Städte in Frauen Gestalt/ oder als gute und böse Engel/ Genii und Knaben/ in der Luft erscheinen/ oder durch [aq]Machin[/aq]en heruntergelassen werden/ und wieder verschwinden. Damit werden wir erlangen/ daß auch Gott und seine Engel unsere Spielschauer seyen/ und Wolgefallen daran haben: die hingegen fliehen/ wann sie Teufel oder deren Qwalgenoßen auftreten sehen. ¶ 226 Der Held/ welchen man als Hauptperson vorstellet/ muß ein Für-[S]bild aller Tugenden/ und zwar erstlich gekränkt seyn/ aber endlich ergetzet werden. Ist er aber ja ein Tyrann oder Böswicht/ so soll ihm seine Straffe auf dem Fus nachfolgen/ oder er endlich/ wie der König Manasse/ bekehrt werden. Dann wann/ in Schauspielen/ die Tugend nicht belohnt/ und die Laster nicht gestrafft erscheinen/ so ist solches ärgerlich und eine Gottslästerung/ weil es der Göttlichen Regirung zuwider lauffet. / Fundstelle
Seite: (330-331) [403-404]
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: zumal ja die Teutsche auch eine von den uralten HauptSprachen/ und ja so alt als das Latein ist/ und daher wol verdienet/ hervor gezogen zu werden. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: zumal ja die Teutsche auch eine von den uralten HauptSprachen/ und ja so alt als das Latein ist/ und daher wol verdienet/ hervor gezogen zu werden. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [50]
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: 39 Unter den vier Haupt-Sprachen/ hat allein die Hebreische Poeterei die Reimung mit der Teutschen gemein: daraus erscheinen will/ daß diese von jener näher/ als die zwei andere/ ausgegangen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: 39 Unter den vier Haupt-Sprachen/ hat allein die Hebreische Poeterei die Reimung mit der Teutschen gemein: daraus erscheinen will/ daß diese von jener näher/ als die zwei andere/ ausgegangen. / Fundstelle
Seite: (49) [122]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die erste Menschen/ vor der Sündflut/ hatten ein faules freyes Leben / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die erste Menschen/ vor der Sündflut/ hatten ein faules freyes Leben / Fundstelle
Seite: (unpag.) [20]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich vermeine auch hiemit dem lieblöblichen Frauenzimmer zu dienen/ indem ich alles Teutsch vorgetragen: wie dann heutigs tags derer viele/ sonderlich in unserer Genosschaft/ sich dieser edel-schönen Kunst befleißigen/ und in die Fusstapfen der Biblischen Debora/ Hanna und Judith/ ja auch der hochgelobten GottesMutter Maria treten. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich vermeine auch hiemit dem lieblöblichen Frauenzimmer zu dienen/ indem ich alles Teutsch vorgetragen: wie dann heutigs tags derer viele/ sonderlich in unserer Genosschaft/ sich dieser edel-schönen Kunst befleißigen/ und in die Fusstapfen der Biblischen Debora/ Hanna und Judith/ ja auch der hochgelobten GottesMutter Maria treten. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [55]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Diese zweitrittige Art Sprungzeilen/ ist auch im Latein üblich/ wird [aq]genus Adonicum[/aq] genennt: und können wir sie auch wol/ dem höchsten HErrn zu ehren/ von Adon/ *[hebr.]Adonische nennen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Diese zweitrittige Art Sprungzeilen/ ist auch im Latein üblich/ wird [aq]genus Adonicum[/aq] genennt: und können wir sie auch wol/ dem höchsten HErrn zu ehren/ von Adon/ *[hebr.]Adonische nennen. / Fundstelle
Seite: (19) [92]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis[/aq]. ¶ Leswürdig ist das große Gedicht eines Mönchs/ [aq]Bernhardi Morlanensis[/aq], von Verachtung der Welt/ ([aq]de contentu Mundi[/aq]) in welchem jeder Vers in der Mitte zweimal/ und allemal zween Verse hinten/ auf einander/ wiewol nicht allemal richtig/ sich reimen. Etwas davon zu zeigen/ werden die vier allerlezten hiermit angesetzet und geteutschet. ¶ [aq]Respice, respice nos, Patris unice Virgine nate![/aq] […] [S] […] ¶ Schau zurücke/ uns anblicke/ Gottes und Marien Sohn! / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis[/aq]. ¶ Leswürdig ist das große Gedicht eines Mönchs/ [aq]Bernhardi Morlanensis[/aq], von Verachtung der Welt/ ([aq]de contentu Mundi[/aq]) in welchem jeder Vers in der Mitte zweimal/ und allemal zween Verse hinten/ auf einander/ wiewol nicht allemal richtig/ sich reimen. Etwas davon zu zeigen/ werden die vier allerlezten hiermit angesetzet und geteutschet. ¶ [aq]Respice, respice nos, Patris unice Virgine nate![/aq] […] [S] […] ¶ Schau zurücke/ uns anblicke/ Gottes und Marien Sohn! / Fundstelle
Seite: (50-51) [123-124]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 69 Auf solche weise kan man/ von allen Dingen/ von GOtt und Menschen/ von Engeln und Teufeln/ von Thieren und Pflanzen/ von Vögeln und Fischen/ von Himmel/ Meer/ Luft und Erde/ und was darinn ist/ von ihrem Werken/ Wesen und Theilen/ Zufällen und Eigenschaften/ Gleichniße hernehmen. Ich kan sagen: der ist mein GOtt/ wie Moses des Farao/ wie Augustus des Virigilius/ nämlich durch Wolthaten. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 69 Auf solche weise kan man/ von allen Dingen/ von GOtt und Menschen/ von Engeln und Teufeln/ von Thieren und Pflanzen/ von Vögeln und Fischen/ von Himmel/ Meer/ Luft und Erde/ und was darinn ist/ von ihrem Werken/ Wesen und Theilen/ Zufällen und Eigenschaften/ Gleichniße hernehmen. Ich kan sagen: der ist mein GOtt/ wie Moses des Farao/ wie Augustus des Virigilius/ nämlich durch Wolthaten. / Fundstelle
Seite: (80) [153]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich sage/ das Bild ist Engel-schön/ diß Weib sein Teufel ist/ diß mich in Himmel hebt / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ich sage/ das Bild ist Engel-schön/ diß Weib sein Teufel ist/ diß mich in Himmel hebt / Fundstelle
Seite: (81) [154]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ihn aus dem Paradeis ausstieße: ¶ Nun Adam lebt in höhern Orden/ […] ¶ Wiederum die gottlose Soldaten/ in der Passion/ zu Christo: [S] ¶ Ja/ König/ sei gegrüßt! […] ¶ Diese Art/ wird von den Latinern [aq]Antiphrasis[/aq], die Widersinn-Rede/ genennet: wiewol sie solche unnötig/ mit den Namen [aq]Ironia[/aq] und [aq]Sarcasmus[/aq], eigentlicher ausdrucken wollen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ihn aus dem Paradeis ausstieße: ¶ Nun Adam lebt in höhern Orden/ […] ¶ Wiederum die gottlose Soldaten/ in der Passion/ zu Christo: [S] ¶ Ja/ König/ sei gegrüßt! […] ¶ Diese Art/ wird von den Latinern [aq]Antiphrasis[/aq], die Widersinn-Rede/ genennet: wiewol sie solche unnötig/ mit den Namen [aq]Ironia[/aq] und [aq]Sarcasmus[/aq], eigentlicher ausdrucken wollen. / Fundstelle
Seite: (84-85) [157-158]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 93 Auf die Gebändlinge/ folgen die SatzGebände oder Lieder/ in Latein [aq]Odae[/aq] oder (wann sie GOtt zu Ehren singen) [aq]Hymni[/aq] genannt. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 93 Auf die Gebändlinge/ folgen die SatzGebände oder Lieder/ in Latein [aq]Odae[/aq] oder (wann sie GOtt zu Ehren singen) [aq]Hymni[/aq] genannt. / Fundstelle
Seite: (106) [179]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die gemeinste Lieder/ sind die gleichzeilige Jambische oder Nachtrittige: so vor alters die einige Poesy unsrer Vorfahren und die [aq]antiqua Carmina[/aq] gewesen/ wie sie [aq]C. Tacitus[/aq] ([aq]a[/aq] [[aq]de mor. German.[/aq]] nennet/ darinn sie ihrer Helden Thaten beschrieben und gesungen. In dieser Gebänd-Art/ wurden auch die gewönliche KirchenLieder verfasset/ worunter von dem berühmten Hanns Sachsen eines zu funden. Ein neues Beispiel hiervon/ sei das folgende ¶ BußLied. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Die gemeinste Lieder/ sind die gleichzeilige Jambische oder Nachtrittige: so vor alters die einige Poesy unsrer Vorfahren und die [aq]antiqua Carmina[/aq] gewesen/ wie sie [aq]C. Tacitus[/aq] ([aq]a[/aq] [[aq]de mor. German.[/aq]] nennet/ darinn sie ihrer Helden Thaten beschrieben und gesungen. In dieser Gebänd-Art/ wurden auch die gewönliche KirchenLieder verfasset/ worunter von dem berühmten Hanns Sachsen eines zu funden. Ein neues Beispiel hiervon/ sei das folgende ¶ BußLied. / Fundstelle
Seite: (107) [180]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 94 Weil die Vorspiele oder Exempel/ zur Nachfolge den Geist anfeuren/ als wird hiermit noch ein gleichzeiliges Lied von der Trochaischen Art angeführet/ welches aus einem Welt- zu Geistlichem Innhalt übertragen worden: ¶ Abend-Lied. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 94 Weil die Vorspiele oder Exempel/ zur Nachfolge den Geist anfeuren/ als wird hiermit noch ein gleichzeiliges Lied von der Trochaischen Art angeführet/ welches aus einem Welt- zu Geistlichem Innhalt übertragen worden: ¶ Abend-Lied. / Fundstelle
Seite: (109) [182]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen gebrauchen kan. Und obschon etliche solches verwerfen/ (wiewol es ehedessen von vornehmen Theologen viel geschehen) so finde ich doch dessen keine bündige Ursache: da ja jede Stimme GOtt loben sol/ der sie zu seiner Ehre erschaffen hat. Es dienet auch/ die Leute/ denen solche Melodien bekannt sind/ dadurch von der Eitelkeit zu GOtt abzuwenden. Ein Beispiel zu geben/ weil das bekandte Lied/ Laß ab laß ab mein Cavallier/ eine überaus-schöne Singweise hat/ als ist in selbiger gesezt worden hiernächst-folgendes auf die JEsus-Fürbitte absehendes ¶ Gebet-Lied.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen gebrauchen kan. Und obschon etliche solches verwerfen/ (wiewol es ehedessen von vornehmen Theologen viel geschehen) so finde ich doch dessen keine bündige Ursache: da ja jede Stimme GOtt loben sol/ der sie zu seiner Ehre erschaffen hat. Es dienet auch/ die Leute/ denen solche Melodien bekannt sind/ dadurch von der Eitelkeit zu GOtt abzuwenden. Ein Beispiel zu geben/ weil das bekandte Lied/ Laß ab laß ab mein Cavallier/ eine überaus-schöne Singweise hat/ als ist in selbiger gesezt worden hiernächst-folgendes auf die JEsus-Fürbitte absehendes ¶ Gebet-Lied. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen gebrauchen kan. Und obschon etliche solches verwerfen/ (wiewol es ehedessen von vornehmen Theologen viel geschehen) so finde ich doch dessen keine bündige Ursache: da ja jede Stimme GOtt loben sol/ der sie zu seiner Ehre erschaffen hat. Es dienet auch/ die Leute/ denen solche Melodien bekannt sind/ dadurch von der Eitelkeit zu GOtt abzuwenden. Ein Beispiel zu geben/ weil das bekandte Lied/ Laß ab laß ab mein Cavallier/ eine überaus-schöne Singweise hat/ als ist in selbiger gesezt worden hiernächst-folgendes auf die JEsus-Fürbitte absehendes ¶ Gebet-Lied. / Fundstelle
Seite: (119) [192]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ Mensch/ Fische/ Vieh und Vögelein/ / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ Mensch/ Fische/ Vieh und Vögelein/ / Fundstelle
Seite: (130) [203]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedichtschreiber [aq]Theocritus[/aq], eine Axt/ ein paar Flügel und einen Altar/ in Versen ausgebildet/ hinterlassen. Ein Christlicher Poet kan ausbilden/ das heilige Creuz/ an welchem alle Welt/ durch den Tod des selbsten Lebens/ von Tod und Hölle ist erlöst worden: wovon ein Vorspiel hierneben folget. In der Guelfis/ ist zu finden ein Herz/ Becher und Buch; im I Hirtenged. des I Theils der Pegnesis ein Ambos; im V Hirteng. des II Theils/ ein Zepter/ Buch/ Kranz und Wage. Wer seinen JEsum recht kennet und liebet/ wird neben-stehendem Creuz noch viele nachmachen/ auch dergleichen mit der DornKrone der Geisel-Seule/ und andrem unsers theuren Heilands Passion-Zeug/ ersinnen können. [S] ¶ Ach! diese Stätt
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedichtschreiber [aq]Theocritus[/aq], eine Axt/ ein paar Flügel und einen Altar/ in Versen ausgebildet/ hinterlassen. Ein Christlicher Poet kan ausbilden/ das heilige Creuz/ an welchem alle Welt/ durch den Tod des selbsten Lebens/ von Tod und Hölle ist erlöst worden: wovon ein Vorspiel hierneben folget. In der Guelfis/ ist zu finden ein Herz/ Becher und Buch; im I Hirtenged. des I Theils der Pegnesis ein Ambos; im V Hirteng. des II Theils/ ein Zepter/ Buch/ Kranz und Wage. Wer seinen JEsum recht kennet und liebet/ wird neben-stehendem Creuz noch viele nachmachen/ auch dergleichen mit der DornKrone der Geisel-Seule/ und andrem unsers theuren Heilands Passion-Zeug/ ersinnen können. [S] ¶ Ach! diese Stätt / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedichtschreiber [aq]Theocritus[/aq], eine Axt/ ein paar Flügel und einen Altar/ in Versen ausgebildet/ hinterlassen. Ein Christlicher Poet kan ausbilden/ das heilige Creuz/ an welchem alle Welt/ durch den Tod des selbsten Lebens/ von Tod und Hölle ist erlöst worden: wovon ein Vorspiel hierneben folget. In der Guelfis/ ist zu finden ein Herz/ Becher und Buch; im I Hirtenged. des I Theils der Pegnesis ein Ambos; im V Hirteng. des II Theils/ ein Zepter/ Buch/ Kranz und Wage. Wer seinen JEsum recht kennet und liebet/ wird neben-stehendem Creuz noch viele nachmachen/ auch dergleichen mit der DornKrone der Geisel-Seule/ und andrem unsers theuren Heilands Passion-Zeug/ ersinnen können. [S] ¶ Ach! diese Stätt / Fundstelle
Seite: (144-145) [217-218]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralte Erfindung/ und bei den Ebreern/ [S] schon gebräuchlich/ da sie von den Cabalisten [aq]Gematriia[/aq] genennt wird: maßen deren einer einen schönen Letter-Wechsel aus H. Schrift hervorbringet. ([aq]a[/aq] [Esa. 40 V. 26 [hebr.] [aq]Quis creavit haec? Anagr[/aq]. [hebr.] [aq]Deus creavit[/aq].]) / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralte Erfindung/ und bei den Ebreern/ [S] schon gebräuchlich/ da sie von den Cabalisten [aq]Gematriia[/aq] genennt wird: maßen deren einer einen schönen Letter-Wechsel aus H. Schrift hervorbringet. ([aq]a[/aq] [Esa. 40 V. 26 [hebr.] [aq]Quis creavit haec? Anagr[/aq]. [hebr.] [aq]Deus creavit[/aq].]) / Fundstelle
Seite: (148-149) [221-222]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: In Franken/ heißt Dot/ einen TaufPaten/ und gibt diesen Ausfund: ¶ Tod : Dot. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: In Franken/ heißt Dot/ einen TaufPaten/ und gibt diesen Ausfund: ¶ Tod : Dot. / Fundstelle
Seite: (151) [224]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Fundstelle
Seite: (189-191) [262-264]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S] / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S] / Fundstelle
Seite: (193-197) [266-270]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 152 Bei dem Kind/ wird angeführet/ und als Prophetisch vorverkündet/ wie dorten von Noah/ und von dem Täufer und Vorläufer Christi Johanne/ wie der Sohn an Alter und Gnade bei GOtt und Menschen zunehmen/ was seine [aq]Studi[/aq]en und guter Wandel seyn / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 152 Bei dem Kind/ wird angeführet/ und als Prophetisch vorverkündet/ wie dorten von Noah/ und von dem Täufer und Vorläufer Christi Johanne/ wie der Sohn an Alter und Gnade bei GOtt und Menschen zunehmen/ was seine [aq]Studi[/aq]en und guter Wandel seyn / Fundstelle
Seite: (198) [271]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Wann man einer erwachsenen Person an seinem GeburtsTag glückwünschet/ so danket man dem Himmel/ daß er diesen Tag glücklich wiederkehren lassen; […] und wünschet endlich/ bittet auch den Himmel darum/ daß sie noch vielmale diesen Tag in Gesundheit und Wolstand erleben / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Wann man einer erwachsenen Person an seinem GeburtsTag glückwünschet/ so danket man dem Himmel/ daß er diesen Tag glücklich wiederkehren lassen; […] und wünschet endlich/ bittet auch den Himmel darum/ daß sie noch vielmale diesen Tag in Gesundheit und Wolstand erleben / Fundstelle
Seite: (200) [273]
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan auch sie selber/ von ihrer Liebe redend/ einführen/ und wie etwan eines und das andere ein Mönch oder Nonne werden wollen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan auch sie selber/ von ihrer Liebe redend/ einführen/ und wie etwan eines und das andere ein Mönch oder Nonne werden wollen. / Fundstelle
Seite: (204) [277]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: von Stiftung des Ehestands im Paradeis / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: von Stiftung des Ehestands im Paradeis / Fundstelle
Seite: (205) [278]
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man spricht den Himmel um einen schönen Tag an/ wandert mit den Gedanken ins Hochzeitshaus / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man spricht den Himmel um einen schönen Tag an/ wandert mit den Gedanken ins Hochzeitshaus / Fundstelle
Seite: (205) [278]
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: und daß sie endlich/ mit hinterlassung ihres gleichen lieben Leibs-Erben/ miteinander zu Gott in die süße Ewigkeit sanft und seelig abfahren mögen / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: und daß sie endlich/ mit hinterlassung ihres gleichen lieben Leibs-Erben/ miteinander zu Gott in die süße Ewigkeit sanft und seelig abfahren mögen / Fundstelle
Seite: (207) [280]
 
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159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen. / Fundstelle
Seite: (207-212) [280-285]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 162 Alle Dinge und Thaten/ die sich bilden lassen/ sind die Materie von dieser schönen Kunst. Gott selbst/ und sein Sohn unser Heiland/ haben auf Erden/ mit den Profeten und Aposteln durch Gleichniße und Sinnbilder geredet: wie an des Jonas Kürbis zu sehen/ der ihm die Liebe Gottes gegen den bußfärtigen Niniviten vorbilden müßen. Also wird man/ in heiliger Schrift/ viel tausend Sinnbilder finden/ und darf man nur eine Deutschrieft darzu setzen / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 162 Alle Dinge und Thaten/ die sich bilden lassen/ sind die Materie von dieser schönen Kunst. Gott selbst/ und sein Sohn unser Heiland/ haben auf Erden/ mit den Profeten und Aposteln durch Gleichniße und Sinnbilder geredet: wie an des Jonas Kürbis zu sehen/ der ihm die Liebe Gottes gegen den bußfärtigen Niniviten vorbilden müßen. Also wird man/ in heiliger Schrift/ viel tausend Sinnbilder finden/ und darf man nur eine Deutschrieft darzu setzen / Fundstelle
Seite: (213) [286]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Doch werden [aq]Genij[/aq], Knaben oder Engel mit Tauben- und Muckenflügeln (gute und böse) zugelassen/ etwan auch wol Frauenbilder/ wann man Tugenden und Laster will vorstellig machen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Doch werden [aq]Genij[/aq], Knaben oder Engel mit Tauben- und Muckenflügeln (gute und böse) zugelassen/ etwan auch wol Frauenbilder/ wann man Tugenden und Laster will vorstellig machen. / Fundstelle
Seite: (214) [287]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/ / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/ / Fundstelle
Seite: (214-217) [287-290]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen. / Fundstelle
Seite: (220-223) [293-296]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man klaget über das leidige Gesetze der Sterblichkeit und Irdischen [S] Vergänglichkeit: wodurch alles/ was uns labet/ vergehen muß/ und uns wieder genommen wird/ gleichwie es uns auch von GOtt/ nicht geschenket/ sondern nur geliehen worden. Man beneidet das Grab/ daß es forthin das Gefäße sovieler Gaben haben/ und bewemmert/ daß der fürtreffliche schöne Leib verfaulen soll. Alles/ was den Augen begegnet/ redet man an/ und heist es mit trauren. Man klaget/ daß die Bürger und Kinder ihren Vatter/ der Tempel seinen Simeon oder Hanna/ das Haus sein Dach und Grund/ die Armen ihre Wolthaten-Qwelle/ die Befreundten ihre Freude und Zierde verlohren. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man klaget über das leidige Gesetze der Sterblichkeit und Irdischen [S] Vergänglichkeit: wodurch alles/ was uns labet/ vergehen muß/ und uns wieder genommen wird/ gleichwie es uns auch von GOtt/ nicht geschenket/ sondern nur geliehen worden. Man beneidet das Grab/ daß es forthin das Gefäße sovieler Gaben haben/ und bewemmert/ daß der fürtreffliche schöne Leib verfaulen soll. Alles/ was den Augen begegnet/ redet man an/ und heist es mit trauren. Man klaget/ daß die Bürger und Kinder ihren Vatter/ der Tempel seinen Simeon oder Hanna/ das Haus sein Dach und Grund/ die Armen ihre Wolthaten-Qwelle/ die Befreundten ihre Freude und Zierde verlohren. / Fundstelle
Seite: (226-227) [299-300]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe. / Fundstelle
Seite: (228-229) [301-302]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan auch den Verstorbenen/ oder einen Engel/ redend einführen/ wie er beschreibet/ in was Freuden er jezt lebe. Man kan eine Trostschrift machen/ als wann sie der neue Seelige selbst/ seinen betrübten Ehegatten zu trösten/ von Himmel herab gesendet hätte: Der-[S]gleichen im V Schäferged. des II Theils der Pegnesis zu lesen ist. Einen Vatter oder Regenten kan man damit trösten/ daß er seines gleichen hinterlassen: weswegen es soviel sei/ nach der H. Schrift Ausspruch/ als wann er nicht gestorben wäre. Zum Vorspiel dessen/ was bisher gesagt worden/ folget hier ein der Heiligsten Leiche unsres Erlösers JEsu Christi gewidmetes GrabLied. ¶ 1 Wo trägt man meinen JEsum hin? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan auch den Verstorbenen/ oder einen Engel/ redend einführen/ wie er beschreibet/ in was Freuden er jezt lebe. Man kan eine Trostschrift machen/ als wann sie der neue Seelige selbst/ seinen betrübten Ehegatten zu trösten/ von Himmel herab gesendet hätte: Der-[S]gleichen im V Schäferged. des II Theils der Pegnesis zu lesen ist. Einen Vatter oder Regenten kan man damit trösten/ daß er seines gleichen hinterlassen: weswegen es soviel sei/ nach der H. Schrift Ausspruch/ als wann er nicht gestorben wäre. Zum Vorspiel dessen/ was bisher gesagt worden/ folget hier ein der Heiligsten Leiche unsres Erlösers JEsu Christi gewidmetes GrabLied. ¶ 1 Wo trägt man meinen JEsum hin? / Fundstelle
Seite: (229-230) [302-303]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 180 An den Personen/ (welche/ je höher sie sind/ je bäßer ihnen das Lob anstehet/ als welches fürnemlich Gott und frommen ErdGöttern gebühret) wird erstlich gepriesen ihre Ankunft/ Ort und Zeit der Geburt/ die Familien und löbliche VorEltern. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 180 An den Personen/ (welche/ je höher sie sind/ je bäßer ihnen das Lob anstehet/ als welches fürnemlich Gott und frommen ErdGöttern gebühret) wird erstlich gepriesen ihre Ankunft/ Ort und Zeit der Geburt/ die Familien und löbliche VorEltern. / Fundstelle
Seite: (242) [315]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 181 Nach diesem preiset man ihren Wandel im Weg der Tugenden/ und vörderst die Königin unter denselben/ die Gottesfurcht/ (welche den Erd-Göttern voraus wol anstehet/ weil sie Gottes Ebenbilder und Statthaltere auf Erden sind) durch deren antrieb sie Gott geehret und geliebet/ auch Kirch und Schulen/ und deren Vorstehere/ ingleichen Witwen und Weisen/ gefördert und geschützet. Man erzehlet/ wie sie/ gleichwie in der Macht/ also auch in ihrem Thun/ Gott-ähnlich gewesen/ und ihme in allen Tugenden/ in der Heiligkeit/ [S] Güte/ Sanftmut/ Gedult/ Gerechtigkeit und Mildigkeit nachgeahmet; wie sie/ in Demut/ Keuschheit und Mäßigkeit/ Engel im Fleisch gewesen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 181 Nach diesem preiset man ihren Wandel im Weg der Tugenden/ und vörderst die Königin unter denselben/ die Gottesfurcht/ (welche den Erd-Göttern voraus wol anstehet/ weil sie Gottes Ebenbilder und Statthaltere auf Erden sind) durch deren antrieb sie Gott geehret und geliebet/ auch Kirch und Schulen/ und deren Vorstehere/ ingleichen Witwen und Weisen/ gefördert und geschützet. Man erzehlet/ wie sie/ gleichwie in der Macht/ also auch in ihrem Thun/ Gott-ähnlich gewesen/ und ihme in allen Tugenden/ in der Heiligkeit/ [S] Güte/ Sanftmut/ Gedult/ Gerechtigkeit und Mildigkeit nachgeahmet; wie sie/ in Demut/ Keuschheit und Mäßigkeit/ Engel im Fleisch gewesen. / Fundstelle
Seite: (243-244) [316-317]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Einem Hohen kan man rühmlich zulegen/ daß er/ nicht allein die Göttliche Schrift/ sondern auch das WeltBuch die Historien/ daraus die (nicht-Machiavellische) StaatsKunst erlernend/ und das schöne Buch der Natur/ ämsig gelesen und durchblättert. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Einem Hohen kan man rühmlich zulegen/ daß er/ nicht allein die Göttliche Schrift/ sondern auch das WeltBuch die Historien/ daraus die (nicht-Machiavellische) StaatsKunst erlernend/ und das schöne Buch der Natur/ ämsig gelesen und durchblättert. / Fundstelle
Seite: (245) [318]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Geistliche Lobgedichte sind nützlicher/ wann sie können gesungen werden: wie dann hier/ zum Beispiel/ folget/ ein [S] ¶ Lobgesang GOttes des Himlischen Vatters. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Geistliche Lobgedichte sind nützlicher/ wann sie können gesungen werden: wie dann hier/ zum Beispiel/ folget/ ein [S] ¶ Lobgesang GOttes des Himlischen Vatters. / Fundstelle
Seite: (246-247) [319-320]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Im NeuJahrswunsch/ danket man dem Himmel/ daß der die Person/ deren man glükwünschet/ bei Gesundheit und Wolstand erhalten/ und sie das Neue Jahr wolerleben lassen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Im NeuJahrswunsch/ danket man dem Himmel/ daß der die Person/ deren man glükwünschet/ bei Gesundheit und Wolstand erhalten/ und sie das Neue Jahr wolerleben lassen. / Fundstelle
Seite: (252) [325]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Man vorsaget/ entweder aus der Zahl des Jahrs/ und durch einen die JahrZahl haltenden Spruch/ oder aus der GestirneZusammenblick und Einflüßen/ oder aus wolgesinnter Mutmaßung/ viel Gutes/ und stellet sich an/ als wann man aus Profetischem Geist weissagte. Man erzehlt/ was man/ oder wol Stadt und Land/ von der Person im vorigen Jahr Gutes empfangen/ erkennet und nennet sich darum Schuldner/ und stellet Gott/ als den Allvergelter/ zum Dank- und ZahlBürgen. Von demselben nun wünschet man/ der Person und den ihrigen/ gesundes [S] Auf- und unaussetzliches Wolwesen/ Göttlichen Segen und Beistand zum Beruff/ Aufnahm an Ehren/ der Engel Schirm wider die Feinde/ Sicherung für Gefahr und Schaden/ Freude und Vergnügung/ und noch viel solcher lieben Jahre. Man empfihlt sich endlich von neuem in die alte Gunst/ und erbietet sich zu ersinnlichen Diensten. ¶ 185 Ein Geistlicher NeuJahr-Wunsch folget hier/ der alles kurz zusammen fasset/ und gleichfalls zu Anfang der Woche und des Monats kan gebrauchet werden. ¶ NeuJahr-WunschLied.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man vorsaget/ entweder aus der Zahl des Jahrs/ und durch einen die JahrZahl haltenden Spruch/ oder aus der GestirneZusammenblick und Einflüßen/ oder aus wolgesinnter Mutmaßung/ viel Gutes/ und stellet sich an/ als wann man aus Profetischem Geist weissagte. Man erzehlt/ was man/ oder wol Stadt und Land/ von der Person im vorigen Jahr Gutes empfangen/ erkennet und nennet sich darum Schuldner/ und stellet Gott/ als den Allvergelter/ zum Dank- und ZahlBürgen. Von demselben nun wünschet man/ der Person und den ihrigen/ gesundes [S] Auf- und unaussetzliches Wolwesen/ Göttlichen Segen und Beistand zum Beruff/ Aufnahm an Ehren/ der Engel Schirm wider die Feinde/ Sicherung für Gefahr und Schaden/ Freude und Vergnügung/ und noch viel solcher lieben Jahre. Man empfihlt sich endlich von neuem in die alte Gunst/ und erbietet sich zu ersinnlichen Diensten. ¶ 185 Ein Geistlicher NeuJahr-Wunsch folget hier/ der alles kurz zusammen fasset/ und gleichfalls zu Anfang der Woche und des Monats kan gebrauchet werden. ¶ NeuJahr-WunschLied. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man vorsaget/ entweder aus der Zahl des Jahrs/ und durch einen die JahrZahl haltenden Spruch/ oder aus der GestirneZusammenblick und Einflüßen/ oder aus wolgesinnter Mutmaßung/ viel Gutes/ und stellet sich an/ als wann man aus Profetischem Geist weissagte. Man erzehlt/ was man/ oder wol Stadt und Land/ von der Person im vorigen Jahr Gutes empfangen/ erkennet und nennet sich darum Schuldner/ und stellet Gott/ als den Allvergelter/ zum Dank- und ZahlBürgen. Von demselben nun wünschet man/ der Person und den ihrigen/ gesundes [S] Auf- und unaussetzliches Wolwesen/ Göttlichen Segen und Beistand zum Beruff/ Aufnahm an Ehren/ der Engel Schirm wider die Feinde/ Sicherung für Gefahr und Schaden/ Freude und Vergnügung/ und noch viel solcher lieben Jahre. Man empfihlt sich endlich von neuem in die alte Gunst/ und erbietet sich zu ersinnlichen Diensten. ¶ 185 Ein Geistlicher NeuJahr-Wunsch folget hier/ der alles kurz zusammen fasset/ und gleichfalls zu Anfang der Woche und des Monats kan gebrauchet werden. ¶ NeuJahr-WunschLied. / Fundstelle
Seite: (252-253) [325-326]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan vom Binden und Anbinden sagen/ das Glück der Person durch einen Wunsch an die Hand Gottes binden/ und sich verbunden bezeugen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan vom Binden und Anbinden sagen/ das Glück der Person durch einen Wunsch an die Hand Gottes binden/ und sich verbunden bezeugen. / Fundstelle
Seite: (255) [328]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Also kan man/ gegen einer Lucretia und Catharina oder Reinhild/ von ihrer Keuschheit/ gegen einen Joseph von seinem Ehrwachstum reden/ und aus Gabriel Gar-Lieb/ aus Simeon in Mose/ aus Daniel in Adel/ aus Gustavus Augustus/ machen. Wer den Namen über alle Namen/ den [S] allerwürdigsten Namen JEsus liebet/ der wird ihme/ mit mir/ gerne folgendes Bitt- und EhrenLiied widmen. ¶ 1 JEsu! dich verehre ich/ / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Also kan man/ gegen einer Lucretia und Catharina oder Reinhild/ von ihrer Keuschheit/ gegen einen Joseph von seinem Ehrwachstum reden/ und aus Gabriel Gar-Lieb/ aus Simeon in Mose/ aus Daniel in Adel/ aus Gustavus Augustus/ machen. Wer den Namen über alle Namen/ den [S] allerwürdigsten Namen JEsus liebet/ der wird ihme/ mit mir/ gerne folgendes Bitt- und EhrenLiied widmen. ¶ 1 JEsu! dich verehre ich/ / Fundstelle
Seite: (255-256) [328-329]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan erwehnen/ wie zwar hauptsächlich GOtt allein die Ehre gebühre: aber auch denen/ die auf Erden an Gottes stat andern Menschen vorstehen/ und GOtt in tugendlichen Eigenschaften nachahmen. Billig werden solche geehret/ als Gefäße der Gaben Gottes: dem die Ehre/ die man selbigen anthut/ selber zukommet. Man kan sagen/ wie große feurige Geister nicht feiren/ sondern immer aufwarts [S] und zur Höhe lohen/ bis sie solche ersteigen; wie die Ehre der Tugend/ gleich als der Schatten den Leib/ nachfolge/ und denjenigen selber suchen/ der durch Tugendliche Verdienste sich deren würdig machet. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man kan erwehnen/ wie zwar hauptsächlich GOtt allein die Ehre gebühre: aber auch denen/ die auf Erden an Gottes stat andern Menschen vorstehen/ und GOtt in tugendlichen Eigenschaften nachahmen. Billig werden solche geehret/ als Gefäße der Gaben Gottes: dem die Ehre/ die man selbigen anthut/ selber zukommet. Man kan sagen/ wie große feurige Geister nicht feiren/ sondern immer aufwarts [S] und zur Höhe lohen/ bis sie solche ersteigen; wie die Ehre der Tugend/ gleich als der Schatten den Leib/ nachfolge/ und denjenigen selber suchen/ der durch Tugendliche Verdienste sich deren würdig machet. / Fundstelle
Seite: (260-261) [333-334]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Man wünschet hierauf/ da seine Tugend-Arbeit ihm Ehre gebohren/ und nun der Ehre Frucht wiederum die Arbeit seyn werde/ daß GOtt/ zu ertragung dieser Last/ ihm Leibs- und SeelenKräfte verleihen wolle/ damit er wol heben und tragen könne/ was ihn erhoben. Man verspricht dem Vatterland und Ort viel Glückwesen von ihme/ und wünschet auch ihme hierzu Glück/ Gesundheit und ein langes Leben/ mehrern Ehr-wachstum/ und endlich die ewige Ehre in jenem bäßern Leben/ samt dem Nachruhm auf Erden. [S] ¶ 189 Weil so ein EhrenWunsch in dem IV Hirtenged. des II Theils der Pegnesis zu finden/ auch hernach dem Abreis-Wunsche angehängt wird/ als lassen wir es hierbei bewenden/ und schreiten fort zu den Buch-Ehr Gedichten. Selbige loben erstlichen den Verfasser des Buchs/ nach inhalt der Lobgedichte: sonderlich darum/ daß er sich befleißet Gott und dem Nächsten mit der Feder zu dienen.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man wünschet hierauf/ da seine Tugend-Arbeit ihm Ehre gebohren/ und nun der Ehre Frucht wiederum die Arbeit seyn werde/ daß GOtt/ zu ertragung dieser Last/ ihm Leibs- und SeelenKräfte verleihen wolle/ damit er wol heben und tragen könne/ was ihn erhoben. Man verspricht dem Vatterland und Ort viel Glückwesen von ihme/ und wünschet auch ihme hierzu Glück/ Gesundheit und ein langes Leben/ mehrern Ehr-wachstum/ und endlich die ewige Ehre in jenem bäßern Leben/ samt dem Nachruhm auf Erden. [S] ¶ 189 Weil so ein EhrenWunsch in dem IV Hirtenged. des II Theils der Pegnesis zu finden/ auch hernach dem Abreis-Wunsche angehängt wird/ als lassen wir es hierbei bewenden/ und schreiten fort zu den Buch-Ehr Gedichten. Selbige loben erstlichen den Verfasser des Buchs/ nach inhalt der Lobgedichte: sonderlich darum/ daß er sich befleißet Gott und dem Nächsten mit der Feder zu dienen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man wünschet hierauf/ da seine Tugend-Arbeit ihm Ehre gebohren/ und nun der Ehre Frucht wiederum die Arbeit seyn werde/ daß GOtt/ zu ertragung dieser Last/ ihm Leibs- und SeelenKräfte verleihen wolle/ damit er wol heben und tragen könne/ was ihn erhoben. Man verspricht dem Vatterland und Ort viel Glückwesen von ihme/ und wünschet auch ihme hierzu Glück/ Gesundheit und ein langes Leben/ mehrern Ehr-wachstum/ und endlich die ewige Ehre in jenem bäßern Leben/ samt dem Nachruhm auf Erden. [S] ¶ 189 Weil so ein EhrenWunsch in dem IV Hirtenged. des II Theils der Pegnesis zu finden/ auch hernach dem Abreis-Wunsche angehängt wird/ als lassen wir es hierbei bewenden/ und schreiten fort zu den Buch-Ehr Gedichten. Selbige loben erstlichen den Verfasser des Buchs/ nach inhalt der Lobgedichte: sonderlich darum/ daß er sich befleißet Gott und dem Nächsten mit der Feder zu dienen. / Fundstelle
Seite: (262-263) [335-336]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ists ein Werk/ daß von GottesWort und zu dessen Ehre redet/ so saget man/ wie daß Gott dieses Buch in sein Buch des Lebens schreiben/ und den/ der ihn damit beehret/ wieder ehren werde. Dergleichen EhrenZuruff/ ist nachfolgendes Gedichte. ¶ Was ist das große Buch/ das Gottes Geist geschrieben/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ists ein Werk/ daß von GottesWort und zu dessen Ehre redet/ so saget man/ wie daß Gott dieses Buch in sein Buch des Lebens schreiben/ und den/ der ihn damit beehret/ wieder ehren werde. Dergleichen EhrenZuruff/ ist nachfolgendes Gedichte. ¶ Was ist das große Buch/ das Gottes Geist geschrieben/ / Fundstelle
Seite: (265) [338]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man vergleicht ihn mit andren/ die vordessen gelebt und ihre Nation errettet: sonderlich mit Abraham/ Josua/ Gideon/ Simson/ David und andren Bekandten des Volks Israel/ und mit andren Helden aus den Welt-Historien. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man vergleicht ihn mit andren/ die vordessen gelebt und ihre Nation errettet: sonderlich mit Abraham/ Josua/ Gideon/ Simson/ David und andren Bekandten des Volks Israel/ und mit andren Helden aus den Welt-Historien. / Fundstelle
Seite: (267) [340]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man danket ihme folgends/ daß er um das Vatterland sich so wolverdient ge-[S]macht/ welches nun ihme/ nächst GOtt/ sein Heil schuldig; und saget/ wie er/ dessen Sohn/ forthin billig dessen Vatter heiße/ als dessen Erhalter. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man danket ihme folgends/ daß er um das Vatterland sich so wolverdient ge-[S]macht/ welches nun ihme/ nächst GOtt/ sein Heil schuldig; und saget/ wie er/ dessen Sohn/ forthin billig dessen Vatter heiße/ als dessen Erhalter. / Fundstelle
Seite: (267-268) [340-341]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 192 Hat jemals ein Held dergleichen SiegZuruff verdienet/ so ist es unser HErr und Heiland/ der Mensch-Gott JEsus Christus: als welcher den grösten Feind/ Gottes und der Menschen/ den höllischen Erzmörder/ und seine Helfer/ den Tod und die Hölle/ geschlagen und überwunden/ und am Heil. Ostertag von ihnen wiederkehrend/ den SiegesFahn geschwungen/ und sein/ Ich lebe und ihr solt auch leben/ ausgeruffen hat. Diesem Siege und Sieger/ sei dann hiermit folgendes Lied gewidmet. ¶ Wer ist es dann/ der dorten zieht herauf? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 192 Hat jemals ein Held dergleichen SiegZuruff verdienet/ so ist es unser HErr und Heiland/ der Mensch-Gott JEsus Christus: als welcher den grösten Feind/ Gottes und der Menschen/ den höllischen Erzmörder/ und seine Helfer/ den Tod und die Hölle/ geschlagen und überwunden/ und am Heil. Ostertag von ihnen wiederkehrend/ den SiegesFahn geschwungen/ und sein/ Ich lebe und ihr solt auch leben/ ausgeruffen hat. Diesem Siege und Sieger/ sei dann hiermit folgendes Lied gewidmet. ¶ Wer ist es dann/ der dorten zieht herauf? / Fundstelle
Seite: (268) [341]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man bekennet/ daß man/ durch des Wolthäters Gnaden Mänge/ Dank-mangelhaft worden/ und bei Reichtum arm sei. Man vergleicht ihn andern/ die vor ihm gewesen/ ja dem großen Gott selber: dessen Eigenschaft ist/ immer und jederman geben/ und nichts dafür empfangen. Man klaget/ mit jenem [aq]Philosopho[/aq], man habe diß einige Unrecht von ihm erlitten/ daß man undankbar sterben müße. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man bekennet/ daß man/ durch des Wolthäters Gnaden Mänge/ Dank-mangelhaft worden/ und bei Reichtum arm sei. Man vergleicht ihn andern/ die vor ihm gewesen/ ja dem großen Gott selber: dessen Eigenschaft ist/ immer und jederman geben/ und nichts dafür empfangen. Man klaget/ mit jenem [aq]Philosopho[/aq], man habe diß einige Unrecht von ihm erlitten/ daß man undankbar sterben müße. / Fundstelle
Seite: (271) [344]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Endlich/ weil man bei sich kein Vermögen/ solche Wolthaten abzudienen/ findet/ so stel-[S]let man GOtt/ den Höchsten Allvergelter/ zum ZahlBürgen/ wünschet lang-gesundes Leben und allen Wolstand/ und opfert seine Feder der Fama/ in des Wolthäters Lob zu fliegen / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Endlich/ weil man bei sich kein Vermögen/ solche Wolthaten abzudienen/ findet/ so stel-[S]let man GOtt/ den Höchsten Allvergelter/ zum ZahlBürgen/ wünschet lang-gesundes Leben und allen Wolstand/ und opfert seine Feder der Fama/ in des Wolthäters Lob zu fliegen / Fundstelle
Seite: (271-272) [344-345]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/ / Fundstelle
Seite: (272-275) [345-348]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man wünschet ihme/ das [S] SchutzGeleite der himmlischen Leibwacht/ und sonst gute Gefärtschaft/ auch insonderheit/ daß er/ wie Herkules/ Gott und die Tugend zu Führern haben möge. ¶ 198 Der schmerzlichste Abschied mag zweifelsfrei gewesen seyn/ als die lieben Apostel ihren HErrn JEsum musten von der Erde abfahren sehen: wiewol dieses hierbei ihr Trost gewesen/ daß sein Hingang die Zukunft des H. Geistes gefördert. Wir wollen/ mit ihnen/ auf das Himmelfart-Fest/ diesen unsren getreuen Heiland also abgesegnen. ¶ Muß es hier dann sein geschieden/ / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man wünschet ihme/ das [S] SchutzGeleite der himmlischen Leibwacht/ und sonst gute Gefärtschaft/ auch insonderheit/ daß er/ wie Herkules/ Gott und die Tugend zu Führern haben möge. ¶ 198 Der schmerzlichste Abschied mag zweifelsfrei gewesen seyn/ als die lieben Apostel ihren HErrn JEsum musten von der Erde abfahren sehen: wiewol dieses hierbei ihr Trost gewesen/ daß sein Hingang die Zukunft des H. Geistes gefördert. Wir wollen/ mit ihnen/ auf das Himmelfart-Fest/ diesen unsren getreuen Heiland also abgesegnen. ¶ Muß es hier dann sein geschieden/ / Fundstelle
Seite: (281-282) [354-355]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
200 Der gewön- und sehnlichste Abschied ist/ wann wir diese Welt segnen. Da erzehlet man/ wie man auf [S] Erden gekränkt gelebet/ Unrecht erlitten/ vom Neid verfolgt/ von der Bosheit geplagt worden: das nun alles aufhören werde. Man danket Gott/ den Obern/ den Befreundten und guten Freunden/ für alle Gnad und Wolthaten/ Liebe und Treue. Man nimmt Abschied von den Seinen/ befihlt sie GOtt/ vermahnet sie zur Gottesfurcht und Tugend/ wünschet ihnen tausend Gutes/ tröstet und segnet sie/ und freuet sich ihrer seeligen Nachfart. Man verzeihet den Feinden/ bittet hinwieder jederman um Verzeihung/ wünschet Bekehrung/ und danket für die Verfolgung/ die nur ein Wegweiser zu Gott gewsen. Man freuet sich/ einmal von der Wanderschaft ins Vatterland/ von der Mühe zur Ruhe/ von der Meergefahr in den Port/ von dem Kampf zur SiegsKrone/ vom Wettlauf zum Kleinod zu gelangen. Man gibt endlich gute Nacht/ befihlt seine Seele in Gottes Hände/ bittet um den H. Geist/ der im Herzen ruffe und tröste/ wirft sich in JEsu Wunden/ und glaubet/ daß die Heil. Engel [S] den Geist in Abrahams Schoß tragen/ den Leib im Grab bewahren und einmal aus denselben verklärt gen Himmel abholen werden. Ein dergleichen kurzes AbschiedLied/ ist folgendes. ¶ HErr! es steht in deinen Händen!
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 200 Der gewön- und sehnlichste Abschied ist/ wann wir diese Welt segnen. Da erzehlet man/ wie man auf [S] Erden gekränkt gelebet/ Unrecht erlitten/ vom Neid verfolgt/ von der Bosheit geplagt worden: das nun alles aufhören werde. Man danket Gott/ den Obern/ den Befreundten und guten Freunden/ für alle Gnad und Wolthaten/ Liebe und Treue. Man nimmt Abschied von den Seinen/ befihlt sie GOtt/ vermahnet sie zur Gottesfurcht und Tugend/ wünschet ihnen tausend Gutes/ tröstet und segnet sie/ und freuet sich ihrer seeligen Nachfart. Man verzeihet den Feinden/ bittet hinwieder jederman um Verzeihung/ wünschet Bekehrung/ und danket für die Verfolgung/ die nur ein Wegweiser zu Gott gewsen. Man freuet sich/ einmal von der Wanderschaft ins Vatterland/ von der Mühe zur Ruhe/ von der Meergefahr in den Port/ von dem Kampf zur SiegsKrone/ vom Wettlauf zum Kleinod zu gelangen. Man gibt endlich gute Nacht/ befihlt seine Seele in Gottes Hände/ bittet um den H. Geist/ der im Herzen ruffe und tröste/ wirft sich in JEsu Wunden/ und glaubet/ daß die Heil. Engel [S] den Geist in Abrahams Schoß tragen/ den Leib im Grab bewahren und einmal aus denselben verklärt gen Himmel abholen werden. Ein dergleichen kurzes AbschiedLied/ ist folgendes. ¶ HErr! es steht in deinen Händen! / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 200 Der gewön- und sehnlichste Abschied ist/ wann wir diese Welt segnen. Da erzehlet man/ wie man auf [S] Erden gekränkt gelebet/ Unrecht erlitten/ vom Neid verfolgt/ von der Bosheit geplagt worden: das nun alles aufhören werde. Man danket Gott/ den Obern/ den Befreundten und guten Freunden/ für alle Gnad und Wolthaten/ Liebe und Treue. Man nimmt Abschied von den Seinen/ befihlt sie GOtt/ vermahnet sie zur Gottesfurcht und Tugend/ wünschet ihnen tausend Gutes/ tröstet und segnet sie/ und freuet sich ihrer seeligen Nachfart. Man verzeihet den Feinden/ bittet hinwieder jederman um Verzeihung/ wünschet Bekehrung/ und danket für die Verfolgung/ die nur ein Wegweiser zu Gott gewsen. Man freuet sich/ einmal von der Wanderschaft ins Vatterland/ von der Mühe zur Ruhe/ von der Meergefahr in den Port/ von dem Kampf zur SiegsKrone/ vom Wettlauf zum Kleinod zu gelangen. Man gibt endlich gute Nacht/ befihlt seine Seele in Gottes Hände/ bittet um den H. Geist/ der im Herzen ruffe und tröste/ wirft sich in JEsu Wunden/ und glaubet/ daß die Heil. Engel [S] den Geist in Abrahams Schoß tragen/ den Leib im Grab bewahren und einmal aus denselben verklärt gen Himmel abholen werden. Ein dergleichen kurzes AbschiedLied/ ist folgendes. ¶ HErr! es steht in deinen Händen! / Fundstelle
Seite: (285-287) [358-360]
 
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man danket dem Himmel dafür/ und dem Orte/ der die Person hergesendet/ und erfreuet sich/ daß man den Tag erlebet. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man danket dem Himmel dafür/ und dem Orte/ der die Person hergesendet/ und erfreuet sich/ daß man den Tag erlebet. / Fundstelle
Seite: (289) [362]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man erwehnet/ weil er das Land beglücke/ so müße es ihm wieder beglücken: und wie man bisher um ihn gebetten/ also werde man hinfort für ihn den Himmel bitten. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Man erwehnet/ weil er das Land beglücke/ so müße es ihm wieder beglücken: und wie man bisher um ihn gebetten/ also werde man hinfort für ihn den Himmel bitten. / Fundstelle
Seite: (289) [362]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 202 Keinen größern Gast können wir bekommen/ als in unsere Herzen den Heil. Geist: der kan dann/ nicht nur am PfingstFest/ sondern alle Tage/ also bewillkommnet werden. ¶ Sih auf/ mein Herz! es kommt ein edler Gast. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 202 Keinen größern Gast können wir bekommen/ als in unsere Herzen den Heil. Geist: der kan dann/ nicht nur am PfingstFest/ sondern alle Tage/ also bewillkommnet werden. ¶ Sih auf/ mein Herz! es kommt ein edler Gast. / Fundstelle
Seite: (290) [363]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Weil diß Buch/ gleichwie billig Alles/ der Ehre des Himmels sich widmet/ als ist jede Art mit einem Gedichte Geistlichen inhalts bebeispielet worden. In meinen Gottes- und Todes Gedanken/ Lorbeerhainen und BirkenWäldern/ sowol auch im gedruckten Ostländischen Lorbeerhain/ in der [S] Guelfis und in beiden Theilen der Pegnesis/ werden auch viel solche Exempel/ zur beliebigen Nachahmung/ dem begierigen leser sich anbieten. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Weil diß Buch/ gleichwie billig Alles/ der Ehre des Himmels sich widmet/ als ist jede Art mit einem Gedichte Geistlichen inhalts bebeispielet worden. In meinen Gottes- und Todes Gedanken/ Lorbeerhainen und BirkenWäldern/ sowol auch im gedruckten Ostländischen Lorbeerhain/ in der [S] Guelfis und in beiden Theilen der Pegnesis/ werden auch viel solche Exempel/ zur beliebigen Nachahmung/ dem begierigen leser sich anbieten. / Fundstelle
Seite: (292-293) [365-366]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Doch darf man auch von Sonne/ Mond und Sternen/ von Wolken/ und von allen andern natürlichen Dingen/ auch von Städten und Vestungen/ von Sitten und Tugenden/ von der WeltEitelkeit/ vom Sterben/ von Höllischen Satyren und deren Betrug/ reden. Wann man von [S] Hohen Personen redet/ so erwehnet man/ wie unter ihrem Schutz der Feldman in Sicherheit und Segen lebe/ frölich weide und auf seiner Schalmei spiele: und wird hierauf Heil gewünschet/ gewünschet/ und abgeredet/ wie man sie/ zum Dank/ von der Heerde und den Feldfrüchten/ wieder beschenken wolle. ¶ 206 Es ist hieraus leichtlich zu erachten/ was reiche Materie ein gelehrter Schäfer habe/ dem Allerhöchsten/ von dem er insonderheit allen Segen seines Feldes erwarten muß/ seinen Danken zu zusingen: maßen diese Gedicht-art/ als die ältste und edelste/ billig vor andern in ihren Ursprung wiederkehret/ und den Himmel ehret/ den ein Feldmann stets vor augen/ auch in sovielen schönen Geschöpfen zu betrachten anlaß hat. Wie man auch ihn/ um Geistliche Wolthaten/ durch Eclogen verehren könne/ folget hier ein Vorspiel des nun im Himmel singenden PegnitzSchäfers und Poeten Klajus/ worinn er etliche Ebreische Hirten/ die Geburt JEsu Christi besingend/ aufführet/ und dadurch ande-[S]ren/ gleichwie anch sonst in seinen GottesGedichten/ zur Geistlichen Poesy-Nachfolge/ vorleuchtet. ¶ Bei Eder/ jenem Thurn/ gieng dorten auf der Weide
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Doch darf man auch von Sonne/ Mond und Sternen/ von Wolken/ und von allen andern natürlichen Dingen/ auch von Städten und Vestungen/ von Sitten und Tugenden/ von der WeltEitelkeit/ vom Sterben/ von Höllischen Satyren und deren Betrug/ reden. Wann man von [S] Hohen Personen redet/ so erwehnet man/ wie unter ihrem Schutz der Feldman in Sicherheit und Segen lebe/ frölich weide und auf seiner Schalmei spiele: und wird hierauf Heil gewünschet/ gewünschet/ und abgeredet/ wie man sie/ zum Dank/ von der Heerde und den Feldfrüchten/ wieder beschenken wolle. ¶ 206 Es ist hieraus leichtlich zu erachten/ was reiche Materie ein gelehrter Schäfer habe/ dem Allerhöchsten/ von dem er insonderheit allen Segen seines Feldes erwarten muß/ seinen Danken zu zusingen: maßen diese Gedicht-art/ als die ältste und edelste/ billig vor andern in ihren Ursprung wiederkehret/ und den Himmel ehret/ den ein Feldmann stets vor augen/ auch in sovielen schönen Geschöpfen zu betrachten anlaß hat. Wie man auch ihn/ um Geistliche Wolthaten/ durch Eclogen verehren könne/ folget hier ein Vorspiel des nun im Himmel singenden PegnitzSchäfers und Poeten Klajus/ worinn er etliche Ebreische Hirten/ die Geburt JEsu Christi besingend/ aufführet/ und dadurch ande-[S]ren/ gleichwie anch sonst in seinen GottesGedichten/ zur Geistlichen Poesy-Nachfolge/ vorleuchtet. ¶ Bei Eder/ jenem Thurn/ gieng dorten auf der Weide / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Doch darf man auch von Sonne/ Mond und Sternen/ von Wolken/ und von allen andern natürlichen Dingen/ auch von Städten und Vestungen/ von Sitten und Tugenden/ von der WeltEitelkeit/ vom Sterben/ von Höllischen Satyren und deren Betrug/ reden. Wann man von [S] Hohen Personen redet/ so erwehnet man/ wie unter ihrem Schutz der Feldman in Sicherheit und Segen lebe/ frölich weide und auf seiner Schalmei spiele: und wird hierauf Heil gewünschet/ gewünschet/ und abgeredet/ wie man sie/ zum Dank/ von der Heerde und den Feldfrüchten/ wieder beschenken wolle. ¶ 206 Es ist hieraus leichtlich zu erachten/ was reiche Materie ein gelehrter Schäfer habe/ dem Allerhöchsten/ von dem er insonderheit allen Segen seines Feldes erwarten muß/ seinen Danken zu zusingen: maßen diese Gedicht-art/ als die ältste und edelste/ billig vor andern in ihren Ursprung wiederkehret/ und den Himmel ehret/ den ein Feldmann stets vor augen/ auch in sovielen schönen Geschöpfen zu betrachten anlaß hat. Wie man auch ihn/ um Geistliche Wolthaten/ durch Eclogen verehren könne/ folget hier ein Vorspiel des nun im Himmel singenden PegnitzSchäfers und Poeten Klajus/ worinn er etliche Ebreische Hirten/ die Geburt JEsu Christi besingend/ aufführet/ und dadurch ande-[S]ren/ gleichwie anch sonst in seinen GottesGedichten/ zur Geistlichen Poesy-Nachfolge/ vorleuchtet. ¶ Bei Eder/ jenem Thurn/ gieng dorten auf der Weide / Fundstelle
Seite: (295-297) [368-370]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
211 Einer Christlichen Feder stehet wol an/ daß sie einen frommen unsträfflichen Helden erwehle: um/ des allgemeinen Absehens aller Schriften eingedenk/ nicht allein damit den Lehrer zu belusten/ sondern auch ihm zu nutzen. Ists aber ja eine verkehrte Person oder That/ so muß deren Untergang und Ubelauslauf den Gottlosen zum Busspiegel aufgestellt werden: es sei dann/ daß man einen geplagten HerzChristen wollte vorstellig machen. Wer mit seinem Buch erbauen will/ der muß die Laster bestrafft/ und die Tugend belohnt beschreiben. Sonsten muß der Gedichtschreiber nicht/ wie der Geschichtschreiber/ von vornen/ sondern mitten aus der Historie mit einer namhaften Begebnis anheben/ und das vorhergehende hernach durch Personen erzehlen lassen. Insonderheit hat er zubeobachten/ daß die Per-[S]sonen/ die er einführet/ einerlei Gemütsregungen behalten/ und/ der einmal ein genügsamer Fabricius gewesen/ nicht hernach ein Crassus erfunden werde.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 211 Einer Christlichen Feder stehet wol an/ daß sie einen frommen unsträfflichen Helden erwehle: um/ des allgemeinen Absehens aller Schriften eingedenk/ nicht allein damit den Lehrer zu belusten/ sondern auch ihm zu nutzen. Ists aber ja eine verkehrte Person oder That/ so muß deren Untergang und Ubelauslauf den Gottlosen zum Busspiegel aufgestellt werden: es sei dann/ daß man einen geplagten HerzChristen wollte vorstellig machen. Wer mit seinem Buch erbauen will/ der muß die Laster bestrafft/ und die Tugend belohnt beschreiben. Sonsten muß der Gedichtschreiber nicht/ wie der Geschichtschreiber/ von vornen/ sondern mitten aus der Historie mit einer namhaften Begebnis anheben/ und das vorhergehende hernach durch Personen erzehlen lassen. Insonderheit hat er zubeobachten/ daß die Per-[S]sonen/ die er einführet/ einerlei Gemütsregungen behalten/ und/ der einmal ein genügsamer Fabricius gewesen/ nicht hernach ein Crassus erfunden werde. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 211 Einer Christlichen Feder stehet wol an/ daß sie einen frommen unsträfflichen Helden erwehle: um/ des allgemeinen Absehens aller Schriften eingedenk/ nicht allein damit den Lehrer zu belusten/ sondern auch ihm zu nutzen. Ists aber ja eine verkehrte Person oder That/ so muß deren Untergang und Ubelauslauf den Gottlosen zum Busspiegel aufgestellt werden: es sei dann/ daß man einen geplagten HerzChristen wollte vorstellig machen. Wer mit seinem Buch erbauen will/ der muß die Laster bestrafft/ und die Tugend belohnt beschreiben. Sonsten muß der Gedichtschreiber nicht/ wie der Geschichtschreiber/ von vornen/ sondern mitten aus der Historie mit einer namhaften Begebnis anheben/ und das vorhergehende hernach durch Personen erzehlen lassen. Insonderheit hat er zubeobachten/ daß die Per-[S]sonen/ die er einführet/ einerlei Gemütsregungen behalten/ und/ der einmal ein genügsamer Fabricius gewesen/ nicht hernach ein Crassus erfunden werde. / Fundstelle
Seite: (306-307) [379-380]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Als aber nachmals fromme Regenten anlaß gegeben/ von ihren löblichen Thaten zu red-spielen/ die dann auf einen guten Beschluß hinaus gelauffen/ hat man solche Spiele Tragico-Comoedias oder TraurFreudenspiele genennet. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Als aber nachmals fromme Regenten anlaß gegeben/ von ihren löblichen Thaten zu red-spielen/ die dann auf einen guten Beschluß hinaus gelauffen/ hat man solche Spiele Tragico-Comoedias oder TraurFreudenspiele genennet. / Fundstelle
Seite: (323) [396]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: maßen/ da ja in Comödien von Tugenden/ und in Tragödien von Helden und Helden-Thaten gehandelt wird/ jene schicklicher TugendSpiele/ diese Helden-Spiele/ können genennt werden. Dieser letzern Gattung sind/ meine Margenis/ die vom Teutschen Frieden und Unfrieden/ unter dem Fürhang [S] eines Gedichtes handlet/ und der aus H. [aq]P. Masenii[/aq]Latinischem übersezte Androfilo. Diesen aber ist vorgegangen die Psyche/ welche/ gleich dem vorigen Schauspiel/ unter einem Gedichte/ von der Erschaffung/ Abfall und Erlösung des Menschen handlet/ aber die Historie weiter und bis zur lezten JEsus-Zukunf hinausführet. Und dieses wird/ als ein Beispiel/ drunten zu Ende angehänget. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: maßen/ da ja in Comödien von Tugenden/ und in Tragödien von Helden und Helden-Thaten gehandelt wird/ jene schicklicher TugendSpiele/ diese Helden-Spiele/ können genennt werden. Dieser letzern Gattung sind/ meine Margenis/ die vom Teutschen Frieden und Unfrieden/ unter dem Fürhang [S] eines Gedichtes handlet/ und der aus H. [aq]P. Masenii[/aq]Latinischem übersezte Androfilo. Diesen aber ist vorgegangen die Psyche/ welche/ gleich dem vorigen Schauspiel/ unter einem Gedichte/ von der Erschaffung/ Abfall und Erlösung des Menschen handlet/ aber die Historie weiter und bis zur lezten JEsus-Zukunf hinausführet. Und dieses wird/ als ein Beispiel/ drunten zu Ende angehänget. / Fundstelle
Seite: (323-324) [396-397]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Daß/ auf Christlichen Schaubühnen/ Heidnische Götzen nicht auftreten sollen/ ist droben im VI Cap. erinnert worden: und können/ an derer stat/ Göttliche Eigenschaften/ Tugenden und Laster/ auch Flüße/ Länder und Städte in Frauen Gestalt/ oder als gute und böse Engel/ Genii und Knaben/ in der Luft erscheinen/ oder durch [aq]Machin[/aq]en heruntergelassen werden/ und wieder verschwinden. Damit werden wir erlangen/ daß auch Gott und seine Engel unsere Spielschauer seyen/ und Wolgefallen daran haben: die hingegen fliehen/ wann sie Teufel oder deren Qwalgenoßen auftreten sehen. ¶ 226 Der Held/ welchen man als Hauptperson vorstellet/ muß ein Für-[S]bild aller Tugenden/ und zwar erstlich gekränkt seyn/ aber endlich ergetzet werden. Ist er aber ja ein Tyrann oder Böswicht/ so soll ihm seine Straffe auf dem Fus nachfolgen/ oder er endlich/ wie der König Manasse/ bekehrt werden. Dann wann/ in Schauspielen/ die Tugend nicht belohnt/ und die Laster nicht gestrafft erscheinen/ so ist solches ärgerlich und eine Gottslästerung/ weil es der Göttlichen Regirung zuwider lauffet.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß/ auf Christlichen Schaubühnen/ Heidnische Götzen nicht auftreten sollen/ ist droben im VI Cap. erinnert worden: und können/ an derer stat/ Göttliche Eigenschaften/ Tugenden und Laster/ auch Flüße/ Länder und Städte in Frauen Gestalt/ oder als gute und böse Engel/ Genii und Knaben/ in der Luft erscheinen/ oder durch [aq]Machin[/aq]en heruntergelassen werden/ und wieder verschwinden. Damit werden wir erlangen/ daß auch Gott und seine Engel unsere Spielschauer seyen/ und Wolgefallen daran haben: die hingegen fliehen/ wann sie Teufel oder deren Qwalgenoßen auftreten sehen. ¶ 226 Der Held/ welchen man als Hauptperson vorstellet/ muß ein Für-[S]bild aller Tugenden/ und zwar erstlich gekränkt seyn/ aber endlich ergetzet werden. Ist er aber ja ein Tyrann oder Böswicht/ so soll ihm seine Straffe auf dem Fus nachfolgen/ oder er endlich/ wie der König Manasse/ bekehrt werden. Dann wann/ in Schauspielen/ die Tugend nicht belohnt/ und die Laster nicht gestrafft erscheinen/ so ist solches ärgerlich und eine Gottslästerung/ weil es der Göttlichen Regirung zuwider lauffet. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß/ auf Christlichen Schaubühnen/ Heidnische Götzen nicht auftreten sollen/ ist droben im VI Cap. erinnert worden: und können/ an derer stat/ Göttliche Eigenschaften/ Tugenden und Laster/ auch Flüße/ Länder und Städte in Frauen Gestalt/ oder als gute und böse Engel/ Genii und Knaben/ in der Luft erscheinen/ oder durch [aq]Machin[/aq]en heruntergelassen werden/ und wieder verschwinden. Damit werden wir erlangen/ daß auch Gott und seine Engel unsere Spielschauer seyen/ und Wolgefallen daran haben: die hingegen fliehen/ wann sie Teufel oder deren Qwalgenoßen auftreten sehen. ¶ 226 Der Held/ welchen man als Hauptperson vorstellet/ muß ein Für-[S]bild aller Tugenden/ und zwar erstlich gekränkt seyn/ aber endlich ergetzet werden. Ist er aber ja ein Tyrann oder Böswicht/ so soll ihm seine Straffe auf dem Fus nachfolgen/ oder er endlich/ wie der König Manasse/ bekehrt werden. Dann wann/ in Schauspielen/ die Tugend nicht belohnt/ und die Laster nicht gestrafft erscheinen/ so ist solches ärgerlich und eine Gottslästerung/ weil es der Göttlichen Regirung zuwider lauffet. / Fundstelle
Seite: (330-331) [403-404]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nicht minder muß man hier viel LehrSprüche einmängen/ oder gar Spruch-reden/ wovon in der Psyche leztem Auftritte der III Handlung ein Beispiel zu sehen: dann Schauspiele [S] müßen lehrreich seyn/ und neben dem Belusten zum Nutzen dienen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Nicht minder muß man hier viel LehrSprüche einmängen/ oder gar Spruch-reden/ wovon in der Psyche leztem Auftritte der III Handlung ein Beispiel zu sehen: dann Schauspiele [S] müßen lehrreich seyn/ und neben dem Belusten zum Nutzen dienen. / Fundstelle
Seite: (333-334) [406-407]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: [Frontispiz] / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: [Frontispiz] / Fundstelle
Seite: (unpag.) [8]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [13-14]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sind zwar deren schon Neune/ aus dieser WeltWüsten/ zu unserer heiligen PassionBlume in den himmlischen WollustGarten abgefahren: aber ihr Gedächtnis grünet noch/ im ewigem Andenken/ und in dem von unsrem preiswürdigen Myrtillus sinnreich-angelegten Irr-Wald/ welchem der Himmel immer-grünen Wachstum verleihen wolle. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sind zwar deren schon Neune/ aus dieser WeltWüsten/ zu unserer heiligen PassionBlume in den himmlischen WollustGarten abgefahren: aber ihr Gedächtnis grünet noch/ im ewigem Andenken/ und in dem von unsrem preiswürdigen Myrtillus sinnreich-angelegten Irr-Wald/ welchem der Himmel immer-grünen Wachstum verleihen wolle. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [16]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: daß Sie/ GOtt Ehr-wucherend/ auf Erden Ruhm-leuchte/ und dorten in aller Glori fortgrüne! / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: daß Sie/ GOtt Ehr-wucherend/ auf Erden Ruhm-leuchte/ und dorten in aller Glori fortgrüne! / Fundstelle
Seite: (unpag.) [19]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [21-27]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [28-33]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige?
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [33-39]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Also wurden gekrönt/ zu Käis. [aq]Domitiani[/aq] zeiten/ [aq]L. Valerius Pudens[/aq], und in der Christenheit [aq]Prudentius[/aq], beide erst dreizehnjärig. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Also wurden gekrönt/ zu Käis. [aq]Domitiani[/aq] zeiten/ [aq]L. Valerius Pudens[/aq], und in der Christenheit [aq]Prudentius[/aq], beide erst dreizehnjärig. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [40]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 18 Es möchte endlich noch vergönnt seyn/ daß ein Poete/ seinem hohen Patron/ von dem er befördert oder bewolthätigt worden/ weil er seine Dankbarkeit sonst mit nichts bezeigen kan/ mit einer Lob-[S]Schrift/ doch daß damit dessen Verdienst nicht überschritten werde/ aufdiene: weil dadurch GOtt/ als die Urqwelle solcher Wolthaten/ mit beehret wird. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 18 Es möchte endlich noch vergönnt seyn/ daß ein Poete/ seinem hohen Patron/ von dem er befördert oder bewolthätigt worden/ weil er seine Dankbarkeit sonst mit nichts bezeigen kan/ mit einer Lob-[S]Schrift/ doch daß damit dessen Verdienst nicht überschritten werde/ aufdiene: weil dadurch GOtt/ als die Urqwelle solcher Wolthaten/ mit beehret wird. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [45-46]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 20 Es gereichet auch der Poesy zur Schmach/ wann man/ sonderlich zu Hochzeiten/ unschambare Sau-Verse machet/ Ehrliebende Ohren damit beleidigt und die Allgegenwart Gottes erzürnet / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 20 Es gereichet auch der Poesy zur Schmach/ wann man/ sonderlich zu Hochzeiten/ unschambare Sau-Verse machet/ Ehrliebende Ohren damit beleidigt und die Allgegenwart Gottes erzürnet / Fundstelle
Seite: (unpag.) [48]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ die sie oft bei Menschen mit Versen vergeblich suchen/ sie reichlich überschütten würde. Rechtschaffene Poeten/ die sich erinnern/ daß ihre Kunst vom Himmel einfließe/ daß diese Kunst-Ergebenen vor alters für [S] die allein-Weißen gehalten/ und von dem Weltweißen-Vatter Plato Vätter und Fürsten der Weißheit/ größer als Menschen und kleiner als Götter/ ja Söhne der Götter und Göttlich genennt worden: werden diese HimmelsTropfen und Perlen viel zu edel achten/ als daß sie solche auf die Erde verschütten sollten. ¶ 25 Gegenwärtige Poesy-Anweisung/ zielet auf der frommen Zweck/ daß diese Edle Kunst zur Ehre dessen/ von dem sie einfliesset/ möchte verwendet werden. Ich schriebe/ fast vor 30 Jahren/ auf gnädiges Ansinnen eines hohen Cavalliers/ ein halb-huntert LehrSätze von dieser Wissenschaft: welche/ als nur in einem paar Bögen bestehend/ ohne mein Wissen/ vielfältig abgeschrieben/ und endlich gar in die Schulen einzuführen mir abgeheischet worden. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [52-53]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sind zwar/ viel Teutsche [aq]Prosodi[/aq]en/ nach und nach hervor gekommen. Ich aber/ habe in dieser mich beflissen/ nach dem Lehrspruch unserer Blum-SchäferGesellschaft/ alles zu Ehre Gottes einzurichten/ und den Lehrsätzen Exempel oder Beispiele Geistlichen inhalts zu zu ordnen. Solcher gestalt verlange ich/ mit einer Arbeit/ zween Nutzen zu schaffen: daß nicht allein die Jugend zugleich zur Poesy und Gottesfurcht angewiesen/ sondern auch jeder Leser/ durch die Geistliche Lieder/ zur Andacht angefeuret werde. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es sind zwar/ viel Teutsche [aq]Prosodi[/aq]en/ nach und nach hervor gekommen. Ich aber/ habe in dieser mich beflissen/ nach dem Lehrspruch unserer Blum-SchäferGesellschaft/ alles zu Ehre Gottes einzurichten/ und den Lehrsätzen Exempel oder Beispiele Geistlichen inhalts zu zu ordnen. Solcher gestalt verlange ich/ mit einer Arbeit/ zween Nutzen zu schaffen: daß nicht allein die Jugend zugleich zur Poesy und Gottesfurcht angewiesen/ sondern auch jeder Leser/ durch die Geistliche Lieder/ zur Andacht angefeuret werde. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [54]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 139 Wann man fragen wolte/ was für ein Ort zum Poetisiren schicklich sei? so ist die Antwort leicht: massen ein ein-[S]sames stilles Zimmer bäßer hierzu dienet/ als der offentliche Markt/ und wo viel Leute sind. Sonderlich ist dieses wahr/ wann man Geistlich dichtet: dann JEsus ist gern bei einer Seele/ die er drausen/ nämlich nicht in der Welt/ findet. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 139 Wann man fragen wolte/ was für ein Ort zum Poetisiren schicklich sei? so ist die Antwort leicht: massen ein ein-[S]sames stilles Zimmer bäßer hierzu dienet/ als der offentliche Markt/ und wo viel Leute sind. Sonderlich ist dieses wahr/ wann man Geistlich dichtet: dann JEsus ist gern bei einer Seele/ die er drausen/ nämlich nicht in der Welt/ findet. / Fundstelle
Seite: (182-183) [225-226]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Fundstelle
Seite: (184-186) [257-259]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Alsdann kan man den Reimweiser vor sich nehmen/ das Gedichte dapfer anheben/ kurz und nachdrücklich verfassen/ richtig binden/ Lehrsame Sprüche von GOtt und Tugend einmängen/ in frölichen Materien auf Belustigung/ und in allem auf GOttes Ehre zielen/ von hohen Sachen hoch/ von nidrigen nidrig reden/ viel mit wenig sagen/ und dem Gedichte einen nachdenksamen Schluß geben. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Alsdann kan man den Reimweiser vor sich nehmen/ das Gedichte dapfer anheben/ kurz und nachdrücklich verfassen/ richtig binden/ Lehrsame Sprüche von GOtt und Tugend einmängen/ in frölichen Materien auf Belustigung/ und in allem auf GOttes Ehre zielen/ von hohen Sachen hoch/ von nidrigen nidrig reden/ viel mit wenig sagen/ und dem Gedichte einen nachdenksamen Schluß geben. / Fundstelle
Seite: (189) [262]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Fundstelle
Seite: (339-340) [412-413]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe.
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc esse Poëtam.[/aq] ¶ [aq]Ingenium cui fit, cui mens divinior atque os[/aq] ¶ [aq]magna sonaturum, do nominis hujus honorem[/aq]. ¶ Nicht gnug ist/ Zeil und Zeil wol binden/ und wol reimen: ¶ Nicht ist Poetisirn/ all Tages-Reden leimen. ¶ Der Geist und Feuer hat/ der höher denkt und redt ¶ als sonst ein PöbelKopf der heist mir ein Poet. ¶ 127 So folget dann hieraus/ daß ein SylbenKlecker und Reimträumer kein Poet sei/ und daß dieser Name viel ein mehres hinter sich habe/ als die Unwissenden ihnen traumen lassen. Bei [S] den Römern/ gienga das Sprüchwort: [aq]Orator fit, Poëta nascitur[/aq]; Rednere werden gemacht/ nämlich durch die Redkunst-Lehre/ aber Poeten werden gebohren. Solches erkläret [aq]Cicero[/aq], da er saget: ([aq]a[/aq] [[aq]Or. pro. Arch.[/aq]]) [aq]Poëtam naturâ valere, & quasi divino spiritu afflari[/aq]; ein Poet werde von der Natur zum dichten gefähigt/ und gleichsam von einer Göttlichen Begeisterung angeflammet. Und anderswo ([aq]b[/aq] [I [aq]Tuscul. quaest.[/aq]]) schreibet er: [aq]Poëtas gravia carmina coelesti instinctu fundere[/aq]; Die Poeten dichten aus Antrieb einer himmlischen Regung. Vielleicht hat er von dem Plato also reden gelernet/ welcher schreibet: ([aq]c[/aq] [[aq]Pl. in Ion[/aq]. [griech.]]) Sie/ die Poeten/ reden nicht aus eignem Kunstvermögen/ sondern durch Kraft eines Göttlichen Triebs. Sie sinds nicht/ die da reden/ dann ihr Geist ist entzückt/ sondern Gott ist es/ der durch sie redet. ¶ 128 Diese Kunst/ ist freilich etwas [S] Göttliches oder Englisches: wie dann zu vermuten ist/ daß die Engel im Himmel/ die Gott immer mit Lobgesang ehren/ fürtreffliche Poeten seyn müßen. Man sihet/ daß mancher Gelehrter/ der das ganze Buch der Weißheit hinein geschlucket/ mit aller seiner Wissenschaft keinen guten Vers zu wege bringen kan: da hingegen mancher geistiger Kopf oftmals ein Gedicht hervor gibet/ das so angenehm redet/ als wann es von Himmel herab geflogen wäre. [aq]Ovidius[/aq]/ der wol ein gebohrner Poet heißen mag/ weil sein Reden in der Kindheit lauter Verse gewesen/ ([aq]d[/aq] [l. 4.[aq]Trist.[/aq]]) hat dieses wol gewust/ und daher also hiervon geschrieben: ¶ [aq]Est Deus in nobis, agitante calescimus illo:[/aq] ¶ [aq]impetus hic sanae femina mentis habet (e[/aq] [l. 6. Fast.] ¶ [aq]Est Deus in nobis, sunt & commercia coeli:[/aq] ¶ [aq]Sedibus atheriis spiritus ille venit. (f[/aq] [l. 3 de A. A.] ¶ D.i. ¶ [aq]Gott weht und webt in uns/ von dem wir brennend werden:[/aq] ¶ [aq]sein Odem ist die Flamm/ die unsre Sinne speist[/aq][S] ¶ [aq]Gott wohnt in uns/ vermählt den Himmel mit der Erden:[/aq] ¶ [aq]von seiner Sternenburg steigt dieser Dichter-Geist.[/aq] ¶ Und um deß willen ist je billig/ daß dieser Göttliche Trieb nicht zu ungöttlichen Sachen verwendet/ und eine so heilige Regung nicht mit den Koht der Eitelkeit bemailigt werde. ¶ 129 Es wird aber/ solcher Göttlichen Begeisterung/ gleichsam durch die Natur der Weg gebahnet/ mit einpflanzung/ sowol eines hurtigen Geistes/ als einer redfärtigen Zunge oder Feder: welches die Griechen die Wolangeborenheit ([griech.]) nennen. Vor allem muß ein Poet seyn Scharfsinnig/ ([griech]) und ihme von einem Dinge mancherlei Bildungen vorstellen können. Dann seine Kunst und das Dichten/ hat den Namen vom Denken/ und fließet aus den Gedanken in die Worte. Die Scharfsinnigkeit/ muß mit der Wolredenheit vereinigt seyn/ welche wol hervorzugeben wisse/ was jene ersonnen: Daher haben die Alten Römer/ aus ihrer Pallas und dem Mercurius/ aus bei-[S]den eine/ Seule gebildet/ und sie auch mit dem Zwidter-Namen [aq]Hermathena[/aq] ([aq]g[/aq] [[griech].] benennet. Die Erfindung aber ist die Seele des Gedichtes/ und dessen Hauptstuck/ daher jener gesagt: mein Gedicht ist färtig/ bis auf die Worte. ¶ 130 Es folget aber hieraus nicht/ daß ein Poet von Natur ein Poet sey/ und ganz keine Belehrung vonnöten habe. / Fundstelle
Seite: (167-171) [240-244]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Fundstelle
Seite: (62-71) [135-144]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen?
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Fundstelle
Seite: (336-338) [409-411]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 39 Unter den vier Haupt-Sprachen/ hat allein die Hebreische Poeterei die Reimung mit der Teutschen gemein: daraus erscheinen will/ daß diese von jener näher/ als die zwei andere/ ausgegangen. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: 39 Unter den vier Haupt-Sprachen/ hat allein die Hebreische Poeterei die Reimung mit der Teutschen gemein: daraus erscheinen will/ daß diese von jener näher/ als die zwei andere/ ausgegangen. / Fundstelle
Seite: (49) [122]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: der Himmel wird dort in der Ewigkeit mein Zeuge seyn/ bäst gemeint gewesen. Ich vermuhte/ gleichwie ich auch innigst wünsche/ daß ich meiner Seel. Liebsten Florinda bald in das Land der Heiligen nachfolgen werde. / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: der Himmel wird dort in der Ewigkeit mein Zeuge seyn/ bäst gemeint gewesen. Ich vermuhte/ gleichwie ich auch innigst wünsche/ daß ich meiner Seel. Liebsten Florinda bald in das Land der Heiligen nachfolgen werde. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [18]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Himmel verfüge/ daß ich mein heiliges Ziel erreiche/ und GOTT hiermit geehret/ auch der Nächste erbauet werde! / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Der Himmel verfüge/ daß ich mein heiliges Ziel erreiche/ und GOTT hiermit geehret/ auch der Nächste erbauet werde! / Fundstelle
Seite: (unpag.) [55]
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein Beispiel hiervon/ wird nachfolgendes seyn/ welches der Lasterhaften Gottsvergessnen Welt drohet mit dem ¶ Jüngsten Gerichte: ¶ ist/ zu des Seel. Suchenden schönem Buch hiervon/ verfärtigt worden. ¶ So thut/ so denkt man recht! Du blindes Volk der Erden! / Rang
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Eigenschaft / Themen, Gattungen: Ein Beispiel hiervon/ wird nachfolgendes seyn/ welches der Lasterhaften Gottsvergessnen Welt drohet mit dem ¶ Jüngsten Gerichte: ¶ ist/ zu des Seel. Suchenden schönem Buch hiervon/ verfärtigt worden. ¶ So thut/ so denkt man recht! Du blindes Volk der Erden! / Fundstelle
Seite: (309) [382]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: der Himmel wird dort in der Ewigkeit mein Zeuge seyn/ bäst gemeint gewesen. Ich vermuhte/ gleichwie ich auch innigst wünsche/ daß ich meiner Seel. Liebsten Florinda bald in das Land der Heiligen nachfolgen werde. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: der Himmel wird dort in der Ewigkeit mein Zeuge seyn/ bäst gemeint gewesen. Ich vermuhte/ gleichwie ich auch innigst wünsche/ daß ich meiner Seel. Liebsten Florinda bald in das Land der Heiligen nachfolgen werde. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [18]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der Himmel verfüge/ daß ich mein heiliges Ziel erreiche/ und GOTT hiermit geehret/ auch der Nächste erbauet werde! / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Der Himmel verfüge/ daß ich mein heiliges Ziel erreiche/ und GOTT hiermit geehret/ auch der Nächste erbauet werde! / Fundstelle
Seite: (unpag.) [55]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: (Gibt GOtt Leben und Gesundheit / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: (Gibt GOtt Leben und Gesundheit / Fundstelle
Seite: (unpag.) [60]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 80 Diese Art/ folget die Zweite mit vier Versen/ wird genannt ein Vierling oder Viergebände/ heist bei den Lateinern [aq]Tetrastichon[/aq], und bei den Franzosen [aq]Quadrain[/aq]. Im Geistlichen Weihrauch sind derer XII Dutzet/ in der Dilherrischen CharWoche VI Dutzet/ in der Pegnesis I Theil 50/ im Osterreichischen EhrenSpiegel 58/ und soviel Lateinische/ in der Dilherrischen HandPostill 170/ und noch viele anderswo/ zu finden. Ein Beispiel sei dieses/ über die ¶ Blum Vergiß mein nicht. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 80 Diese Art/ folget die Zweite mit vier Versen/ wird genannt ein Vierling oder Viergebände/ heist bei den Lateinern [aq]Tetrastichon[/aq], und bei den Franzosen [aq]Quadrain[/aq]. Im Geistlichen Weihrauch sind derer XII Dutzet/ in der Dilherrischen CharWoche VI Dutzet/ in der Pegnesis I Theil 50/ im Osterreichischen EhrenSpiegel 58/ und soviel Lateinische/ in der Dilherrischen HandPostill 170/ und noch viele anderswo/ zu finden. Ein Beispiel sei dieses/ über die ¶ Blum Vergiß mein nicht. / Fundstelle
Seite: (91) [164]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 82 Die Sechslinge oder Sechs-Gebände/ in Latein Hexasticha, bei den Franzosen [aq]Sixains[/aq] genannt/ bestehen in Sechs Zeilen: und sind derer/ in der Dilherrischen Hand Postill über huntert/ im Oesterreichischen Ehren-Spiegel 28 aufzusuchen. Eines von jenen/ lautet also: [S] ¶ Bittet/ daß ihr nehmet. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 82 Die Sechslinge oder Sechs-Gebände/ in Latein Hexasticha, bei den Franzosen [aq]Sixains[/aq] genannt/ bestehen in Sechs Zeilen: und sind derer/ in der Dilherrischen Hand Postill über huntert/ im Oesterreichischen Ehren-Spiegel 28 aufzusuchen. Eines von jenen/ lautet also: [S] ¶ Bittet/ daß ihr nehmet. / Fundstelle
Seite: (92-93) [165-166]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Daß Jacob der Patriarch/ Moses der Fürst und David der König in Israel/ zugleich Hirten und HimmelsDichtere [S] gewesen/ ligt von diesen beiden am tag/ und ist von jenem zu mutmaßen. Sie sangen anfangs/ (schreibt der Edle Scaliger (a [[aq]de re Poët[/aq].])/ der dieser meinung zustimmet) gekrönt mit Blumen und Grün zweigen/ unter schattichten Bäumen stehend/ lehnend oder sitzend/ oder mit der Heerde fortspazirend/ den Schäferstab in der Hand/ und die Hirtentasche/ darinn Brod und Wein/ am Leib tragend. Arcadien und Sicilien/ sind bei den Griecheu/ von solchen gelehrten Hirten berühmte Landschaften. ¶ Es scheinet/ die Zeit/ die nun bald in die Ewigkeit sol verwandlet werden/ kehre mit ihrem Ende/ wie eine in Zirkel [S] geschlungene Schlange/ in ihren Ursprung zurücke. Sie höret auf mit diesem Thun/ wie sie angefangen/ und macht ihre jetzige Poeten zu Schäfern. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [13-14]
 
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Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [21-27]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [28-33]
 
Eigenschaft / Autoritäten
11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige?
 
Eigenschaft / Autoritäten: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach und nach die andere Wissenschaften entsprungen. Es hat ja Orfeus/ der ältsten Griechischen Poeten einer und unter den Heiden der erste [aq]Theologus[/aq], die Götter mit [aq]Hymnis[/aq] und Liedern verehret/ und nach dem Vorspiel Amfons/ mit seinen Poetischen Sitten- und Tugend-Lehren/ die wilde in Wäldern und auf Bergen herum schweiffende verstreute Leute/ in Dörfer/ Märkte und Städte zuhauf gesammlet/ und in das Band Menschlicher Gesellschaft eingefangen: daher von ihm die Fabel entstanden/ er habe mit seinem Sing- und Seitenspiel/ die Thiere/ Steine und Bäume an sich gezogen. Die Poesy ist freilich die Kunst/ so mit den Gottes-Liedern angefangen. Sie ist die rechte Pallas/ von deren die Griechen gedichtet/ daß Jupiter sie aus seinem Gehirne [S] gebohren habe: wie dann alle Weißheit von GOtt kommet. ¶ 12 Die Heiden wusten dieses: darum haben sie/ nicht nur eine Pallas oder KunstGöttin/ sondern auch einen Apollo oder Vorsteher der neun Musen erdichtet/ ihm eine Cyther in die Hand/ und die Berge Parnassus und Helikon zur Wohnung gegeben/ einen Brunn daraus herabfließen gemacht/ und vorgegeben/ man trinke Geist-Feuer mit selbigem Wasser in sich/ und man erwache ein guter Poet/ wann man auf dieser Berge einem eingeschlaffen. Dieses hat/ der Feind und Affe Gottes/ von David dem König und Poeten abgesehen: welcher viel Sänger und Poeten/ als Musen/ um und unter sich gehabt/ auf dem Berg Sion gewohnt/ daraus der Brunn Siloha gefloßen/ auf der Harffen gespielet/ und in deren Thon viel Psalmen gesungen. Im I SchäferGedichte des II Theils der Pegnesis/ der Norische Parnaß [S] genannt/ wird dieses umständlicher ausgeführet. ¶ 13 Von den Brunnen insonderheit/ ist bei den Heiden viel Aberglaube gewesen/ und haben sie dieselben/ weil sie also unabläßig rinnen und ihren Lauf behalten/ für Göttlich gehalten/ auch ihneu Nymfen und Najaden zu Vorsteherinnen zugeeignet. Daß aber ein Brunn den Geist der Poesy eingießen soll/ scheinet daher entsprungen zu seyn. In der ersten Welt/ wann die Weibspersonen bei den Brunnen/ um Badens willen/ zusammen kamen/ haben sie die Mannspersonen nach sich gezogen/ welche/ ihre Leibsschönheit zu beschauen/ begierig gewesen: dergleichen mit der Diana und ihren Nymfen/ und mit dem Actäon/ sich zugetragen. Weil nun/ durch solche Anschauung/ in den Herzen der Mannspersonen die Liebe angezündet worden/ haben sie mit Gesang-Rede derselben Weibsbilder Schönheit gepriesen/ und [S] um deren Holdschaft angesuchet. Daher entstunde die Sage und Fabel/ man lerne bei den Brunnen ein Poet seyn/ schöpfe und trinke diese Kunst (mit den Augen/ aber nicht mit dem Munde) aus denselben. Also haben die heilige Hirten Jacob und Mose/ bei Brunnen/ ihre Schönen gefunden die sie hernach geliebet und mit Liedern beehret: wie dann auch sonst gemeinlich junge Poeten/ mit Liebssachen/ zu poetisiren anfangen. Sidonius verlachet solche Brunn-Poeten/ und saget/ Ein Gedichte müße/ nicht aus dem Strom/ sondern aus der Stirn hervorschwitzen. ([aq]l[/aq] [[aq]Carmen non tàm fonte, quàm fronte Sudari[/aq]. I. 8. Cp. 3.]) ¶ 14 Es ist aber ein anderes Wasser/ mit welchem die Dicht-fähigkeit einfließet/ nämlich die Feuer-Flut des himlischen Geistes/ von welchem Plato also redet: Das Gemüte kan keine Brut empfangen oder gebähren/ es werde dann durch einen Strom von Himmel herab über-[S]gossen und beschwämmet. Der Himmel/ oder die Wohnung der Herrlichkeit Gottes/ wo nicht nur Neune/ sondern viel 1000000 Musen wohnen und ein LobLied nach dem andern anstimmen/ ist der rechte Parnassus/ daraus diese Geistes-Flut erqwillet und herabschießet. Gleichwie aber das von oben abfallende Wasser/ wann es durch Röhren in ein Brunngefäß geleitet wird/ in demselben wieder empor und hervorspringet: also soll die DichtKunst/ weil sie vom Himmel einfließet/ wieder gen Himmel steigen und Gott zu Ehren verwendet werden. Sind also die Poeten himlische Spring Brunnen/ oder sie sollen solche seyn/ und das Himmels-Flut Feuer nicht Irdisch verwenden: worauf mit dem Titel-Sinnbild gezielet worden/ da die Poesy und Andacht/ als die wahre Uranie in zweyen Personen/ vor einem solchen Brunnen sitzet. Solcher gestalt wird/ die Erde/ zum Echo und Gegenhall des Him-[S]mels/ und GOtt/ wie billig/ droben und hierunten beehret. ¶ 15 Es haben jederzeit Welt-Hohe sich gefunden/ die nicht allein die Poesy geliebt/ sondern auch selber Poeten gewesen. Waren nicht/ wie erwehnt/ David und Salomon große Könige? / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [33-39]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Also wurden gekrönt/ zu Käis. [aq]Domitiani[/aq] zeiten/ [aq]L. Valerius Pudens[/aq], und in der Christenheit [aq]Prudentius[/aq], beide erst dreizehnjärig. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Also wurden gekrönt/ zu Käis. [aq]Domitiani[/aq] zeiten/ [aq]L. Valerius Pudens[/aq], und in der Christenheit [aq]Prudentius[/aq], beide erst dreizehnjärig. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [40]
 
Eigenschaft / Autoritäten
141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge.
 
Eigenschaft / Autoritäten: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Fundstelle
Seite: (184-186) [257-259]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Fundstelle
Seite: (339-340) [412-413]
 
Eigenschaft / Autoritäten
50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/
 
Eigenschaft / Autoritäten: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Fundstelle
Seite: (62-71) [135-144]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen?
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Fundstelle
Seite: (336-338) [409-411]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ich vermeine auch hiemit dem lieblöblichen Frauenzimmer zu dienen/ indem ich alles Teutsch vorgetragen: wie dann heutigs tags derer viele/ sonderlich in unserer Genosschaft/ sich dieser edel-schönen Kunst befleißigen/ und in die Fusstapfen der Biblischen Debora/ Hanna und Judith/ ja auch der hochgelobten GottesMutter Maria treten. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Ich vermeine auch hiemit dem lieblöblichen Frauenzimmer zu dienen/ indem ich alles Teutsch vorgetragen: wie dann heutigs tags derer viele/ sonderlich in unserer Genosschaft/ sich dieser edel-schönen Kunst befleißigen/ und in die Fusstapfen der Biblischen Debora/ Hanna und Judith/ ja auch der hochgelobten GottesMutter Maria treten. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [55]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis[/aq]. ¶ Leswürdig ist das große Gedicht eines Mönchs/ [aq]Bernhardi Morlanensis[/aq], von Verachtung der Welt/ ([aq]de contentu Mundi[/aq]) in welchem jeder Vers in der Mitte zweimal/ und allemal zween Verse hinten/ auf einander/ wiewol nicht allemal richtig/ sich reimen. Etwas davon zu zeigen/ werden die vier allerlezten hiermit angesetzet und geteutschet. ¶ [aq]Respice, respice nos, Patris unice Virgine nate![/aq] […] [S] […] ¶ Schau zurücke/ uns anblicke/ Gottes und Marien Sohn! / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis[/aq]. ¶ Leswürdig ist das große Gedicht eines Mönchs/ [aq]Bernhardi Morlanensis[/aq], von Verachtung der Welt/ ([aq]de contentu Mundi[/aq]) in welchem jeder Vers in der Mitte zweimal/ und allemal zween Verse hinten/ auf einander/ wiewol nicht allemal richtig/ sich reimen. Etwas davon zu zeigen/ werden die vier allerlezten hiermit angesetzet und geteutschet. ¶ [aq]Respice, respice nos, Patris unice Virgine nate![/aq] […] [S] […] ¶ Schau zurücke/ uns anblicke/ Gottes und Marien Sohn! / Fundstelle
Seite: (50-51) [123-124]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ihn aus dem Paradeis ausstieße: ¶ Nun Adam lebt in höhern Orden/ […] ¶ Wiederum die gottlose Soldaten/ in der Passion/ zu Christo: [S] ¶ Ja/ König/ sei gegrüßt! […] ¶ Diese Art/ wird von den Latinern [aq]Antiphrasis[/aq], die Widersinn-Rede/ genennet: wiewol sie solche unnötig/ mit den Namen [aq]Ironia[/aq] und [aq]Sarcasmus[/aq], eigentlicher ausdrucken wollen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ihn aus dem Paradeis ausstieße: ¶ Nun Adam lebt in höhern Orden/ […] ¶ Wiederum die gottlose Soldaten/ in der Passion/ zu Christo: [S] ¶ Ja/ König/ sei gegrüßt! […] ¶ Diese Art/ wird von den Latinern [aq]Antiphrasis[/aq], die Widersinn-Rede/ genennet: wiewol sie solche unnötig/ mit den Namen [aq]Ironia[/aq] und [aq]Sarcasmus[/aq], eigentlicher ausdrucken wollen. / Fundstelle
Seite: (84-85) [157-158]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 85 Die Vierzehnzeilige Redgebände/ können in Latein [aq]Tesseradecasticha[/aq] heißen/ und werden von den Franzosen [aq]Sonnetes[/aq] genennet: wovon sie auch/ in Teutscher Sprache den Namen KlingGebände empfangen haben. Die 1/4/5 und 8/ wie auch die 2/3/6 und 7 Zeilen reimen sich auf einander: Die übrige Sechse aber kann man nach belieben schränken. Die HochWolgeborene Freyin von Greifenberg/ die HochFürtreffliche Teutsche Uranie/ thut dieser Red-Gebänd-Art die Gnade/ und liebet sie vor andern: maßen Sie deren/ wie ich vermute/ wol tausend verfärtigt. Das [S] folgende/ welches ich billig/ als das bäste/ zum Beispiel anziehe/ kan von diesem unvergleichlichem Geiste zeugen. ¶ Göttliche Wunder-Regirung. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: 85 Die Vierzehnzeilige Redgebände/ können in Latein [aq]Tesseradecasticha[/aq] heißen/ und werden von den Franzosen [aq]Sonnetes[/aq] genennet: wovon sie auch/ in Teutscher Sprache den Namen KlingGebände empfangen haben. Die 1/4/5 und 8/ wie auch die 2/3/6 und 7 Zeilen reimen sich auf einander: Die übrige Sechse aber kann man nach belieben schränken. Die HochWolgeborene Freyin von Greifenberg/ die HochFürtreffliche Teutsche Uranie/ thut dieser Red-Gebänd-Art die Gnade/ und liebet sie vor andern: maßen Sie deren/ wie ich vermute/ wol tausend verfärtigt. Das [S] folgende/ welches ich billig/ als das bäste/ zum Beispiel anziehe/ kan von diesem unvergleichlichem Geiste zeugen. ¶ Göttliche Wunder-Regirung. / Fundstelle
Seite: (96-97) [169-170]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ Mensch/ Fische/ Vieh und Vögelein/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ Mensch/ Fische/ Vieh und Vögelein/ / Fundstelle
Seite: (130) [203]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralte Erfindung/ und bei den Ebreern/ [S] schon gebräuchlich/ da sie von den Cabalisten [aq]Gematriia[/aq] genennt wird: maßen deren einer einen schönen Letter-Wechsel aus H. Schrift hervorbringet. ([aq]a[/aq] [Esa. 40 V. 26 [hebr.] [aq]Quis creavit haec? Anagr[/aq]. [hebr.] [aq]Deus creavit[/aq].]) / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralte Erfindung/ und bei den Ebreern/ [S] schon gebräuchlich/ da sie von den Cabalisten [aq]Gematriia[/aq] genennt wird: maßen deren einer einen schönen Letter-Wechsel aus H. Schrift hervorbringet. ([aq]a[/aq] [Esa. 40 V. 26 [hebr.] [aq]Quis creavit haec? Anagr[/aq]. [hebr.] [aq]Deus creavit[/aq].]) / Fundstelle
Seite: (148-149) [221-222]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 116 Dem LetterWechsel sind verwandt/ die Wortgrifflein oder [aq]Logogriphi[/aq]: da aus einem Wort/ durch dessen Theilung/ oder durch Versetzung der Buchstaben/ etwas anders/ aber sinnreich/ hervor kommet. Also theile ich die Worte JEsus/ Jonas/ Jason/ Nathan: so kommet mir/ je süß ( nach dem Innhalt des Lobgesangs [aq]Bernhardi[/aq]) Jo-naß (er war io naß) Ja-Sohn/ Nat-han / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 116 Dem LetterWechsel sind verwandt/ die Wortgrifflein oder [aq]Logogriphi[/aq]: da aus einem Wort/ durch dessen Theilung/ oder durch Versetzung der Buchstaben/ etwas anders/ aber sinnreich/ hervor kommet. Also theile ich die Worte JEsus/ Jonas/ Jason/ Nathan: so kommet mir/ je süß ( nach dem Innhalt des Lobgesangs [aq]Bernhardi[/aq]) Jo-naß (er war io naß) Ja-Sohn/ Nat-han / Fundstelle
Seite: (150) [223]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sonsten können auch ganze große Gedichte/ also Mängzeilig/ verfasset werden: und heißen dieselbe/ bei den Latinern/ [aq]Dithyrambi[/aq]; der fürtreffliche Poet [aq]Jacobus Balde[/aq], nennet es [aq]Vagum[/aq], ein Irrgebände. Dergleichen ist/ die Rede der Göttin Venus/ in meinem FriedensBallet/ und eine KlagRede § 18 des Hirtengedichts von Magdalis/ im 11 Theil der Pegnesis. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Sonsten können auch ganze große Gedichte/ also Mängzeilig/ verfasset werden: und heißen dieselbe/ bei den Latinern/ [aq]Dithyrambi[/aq]; der fürtreffliche Poet [aq]Jacobus Balde[/aq], nennet es [aq]Vagum[/aq], ein Irrgebände. Dergleichen ist/ die Rede der Göttin Venus/ in meinem FriedensBallet/ und eine KlagRede § 18 des Hirtengedichts von Magdalis/ im 11 Theil der Pegnesis. / Fundstelle
Seite: (155) [228]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Es ist auch ihre Zierde/ wann zuweilen ganze Verse oder [aq]Disticha[/aq] hineingerücket werden. Man kan sie in unserer Teutschen Sprache ja so gut/ als in Latein/ hervorbringen: wie/ in dem [aq]Mausoleo Regum Hungariae[/aq], ein ganzes Buch von Exempeln vor augen liget/ gleichwie auch in dem geteutschten [aq]Collegio Electorali[/aq] H. D. Frischmanns. Mit dieser Art Schriften hat sich/ in Lateinischer Sprache/ vor andern hervorgethan [aq]Emmanuel Thesaurus[/aq] ein Italiener: aus dessen [aq]Genealogiâ Christi[/aq] das erste/ aber etwas freyer/ hiermit hieher geteutschet wird. ¶ Adam der Erden-Sohn. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Es ist auch ihre Zierde/ wann zuweilen ganze Verse oder [aq]Disticha[/aq] hineingerücket werden. Man kan sie in unserer Teutschen Sprache ja so gut/ als in Latein/ hervorbringen: wie/ in dem [aq]Mausoleo Regum Hungariae[/aq], ein ganzes Buch von Exempeln vor augen liget/ gleichwie auch in dem geteutschten [aq]Collegio Electorali[/aq] H. D. Frischmanns. Mit dieser Art Schriften hat sich/ in Lateinischer Sprache/ vor andern hervorgethan [aq]Emmanuel Thesaurus[/aq] ein Italiener: aus dessen [aq]Genealogiâ Christi[/aq] das erste/ aber etwas freyer/ hiermit hieher geteutschet wird. ¶ Adam der Erden-Sohn. / Fundstelle
Seite: (156) [229]
 
Eigenschaft / Autoritäten
146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […]
 
Eigenschaft / Autoritäten: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Fundstelle
Seite: (189-191) [262-264]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S]
 
Eigenschaft / Autoritäten: Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S] / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S] / Fundstelle
Seite: (193-197) [266-270]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 152 Bei dem Kind/ wird angeführet/ und als Prophetisch vorverkündet/ wie dorten von Noah/ und von dem Täufer und Vorläufer Christi Johanne/ wie der Sohn an Alter und Gnade bei GOtt und Menschen zunehmen/ was seine [aq]Studi[/aq]en und guter Wandel seyn / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: 152 Bei dem Kind/ wird angeführet/ und als Prophetisch vorverkündet/ wie dorten von Noah/ und von dem Täufer und Vorläufer Christi Johanne/ wie der Sohn an Alter und Gnade bei GOtt und Menschen zunehmen/ was seine [aq]Studi[/aq]en und guter Wandel seyn / Fundstelle
Seite: (198) [271]
 
Eigenschaft / Autoritäten
159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen.
 
Eigenschaft / Autoritäten: 159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen. / Fundstelle
Seite: (207-212) [280-285]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 162 Alle Dinge und Thaten/ die sich bilden lassen/ sind die Materie von dieser schönen Kunst. Gott selbst/ und sein Sohn unser Heiland/ haben auf Erden/ mit den Profeten und Aposteln durch Gleichniße und Sinnbilder geredet: wie an des Jonas Kürbis zu sehen/ der ihm die Liebe Gottes gegen den bußfärtigen Niniviten vorbilden müßen. Also wird man/ in heiliger Schrift/ viel tausend Sinnbilder finden/ und darf man nur eine Deutschrieft darzu setzen / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 162 Alle Dinge und Thaten/ die sich bilden lassen/ sind die Materie von dieser schönen Kunst. Gott selbst/ und sein Sohn unser Heiland/ haben auf Erden/ mit den Profeten und Aposteln durch Gleichniße und Sinnbilder geredet: wie an des Jonas Kürbis zu sehen/ der ihm die Liebe Gottes gegen den bußfärtigen Niniviten vorbilden müßen. Also wird man/ in heiliger Schrift/ viel tausend Sinnbilder finden/ und darf man nur eine Deutschrieft darzu setzen / Fundstelle
Seite: (213) [286]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/ / Fundstelle
Seite: (214-217) [287-290]
 
Eigenschaft / Autoritäten
Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen.
 
Eigenschaft / Autoritäten: Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen. / Fundstelle
Seite: (220-223) [293-296]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Man klaget über das leidige Gesetze der Sterblichkeit und Irdischen [S] Vergänglichkeit: wodurch alles/ was uns labet/ vergehen muß/ und uns wieder genommen wird/ gleichwie es uns auch von GOtt/ nicht geschenket/ sondern nur geliehen worden. Man beneidet das Grab/ daß es forthin das Gefäße sovieler Gaben haben/ und bewemmert/ daß der fürtreffliche schöne Leib verfaulen soll. Alles/ was den Augen begegnet/ redet man an/ und heist es mit trauren. Man klaget/ daß die Bürger und Kinder ihren Vatter/ der Tempel seinen Simeon oder Hanna/ das Haus sein Dach und Grund/ die Armen ihre Wolthaten-Qwelle/ die Befreundten ihre Freude und Zierde verlohren. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Man klaget über das leidige Gesetze der Sterblichkeit und Irdischen [S] Vergänglichkeit: wodurch alles/ was uns labet/ vergehen muß/ und uns wieder genommen wird/ gleichwie es uns auch von GOtt/ nicht geschenket/ sondern nur geliehen worden. Man beneidet das Grab/ daß es forthin das Gefäße sovieler Gaben haben/ und bewemmert/ daß der fürtreffliche schöne Leib verfaulen soll. Alles/ was den Augen begegnet/ redet man an/ und heist es mit trauren. Man klaget/ daß die Bürger und Kinder ihren Vatter/ der Tempel seinen Simeon oder Hanna/ das Haus sein Dach und Grund/ die Armen ihre Wolthaten-Qwelle/ die Befreundten ihre Freude und Zierde verlohren. / Fundstelle
Seite: (226-227) [299-300]
 
Eigenschaft / Autoritäten
173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe.
 
Eigenschaft / Autoritäten: 173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe. / Fundstelle
Seite: (228-229) [301-302]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Thaten/ sind eine Historie/ als das Opfer Isaacs/ Josefs Keuschheit/ Davids Goliath-Sieg. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Die Thaten/ sind eine Historie/ als das Opfer Isaacs/ Josefs Keuschheit/ Davids Goliath-Sieg. / Fundstelle
Seite: (241) [314]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Man kan aber nicht allein Lob- sondern auch Scheltreden: maßen jenes Isaac und Jacob/ dieses Ismael und Esau verdienen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Man kan aber nicht allein Lob- sondern auch Scheltreden: maßen jenes Isaac und Jacob/ dieses Ismael und Esau verdienen. / Fundstelle
Seite: (242) [315]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Also kan man/ gegen einer Lucretia und Catharina oder Reinhild/ von ihrer Keuschheit/ gegen einen Joseph von seinem Ehrwachstum reden/ und aus Gabriel Gar-Lieb/ aus Simeon in Mose/ aus Daniel in Adel/ aus Gustavus Augustus/ machen. Wer den Namen über alle Namen/ den [S] allerwürdigsten Namen JEsus liebet/ der wird ihme/ mit mir/ gerne folgendes Bitt- und EhrenLiied widmen. ¶ 1 JEsu! dich verehre ich/ / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Also kan man/ gegen einer Lucretia und Catharina oder Reinhild/ von ihrer Keuschheit/ gegen einen Joseph von seinem Ehrwachstum reden/ und aus Gabriel Gar-Lieb/ aus Simeon in Mose/ aus Daniel in Adel/ aus Gustavus Augustus/ machen. Wer den Namen über alle Namen/ den [S] allerwürdigsten Namen JEsus liebet/ der wird ihme/ mit mir/ gerne folgendes Bitt- und EhrenLiied widmen. ¶ 1 JEsu! dich verehre ich/ / Fundstelle
Seite: (255-256) [328-329]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Man vergleicht ihn mit andren/ die vordessen gelebt und ihre Nation errettet: sonderlich mit Abraham/ Josua/ Gideon/ Simson/ David und andren Bekandten des Volks Israel/ und mit andren Helden aus den Welt-Historien. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Man vergleicht ihn mit andren/ die vordessen gelebt und ihre Nation errettet: sonderlich mit Abraham/ Josua/ Gideon/ Simson/ David und andren Bekandten des Volks Israel/ und mit andren Helden aus den Welt-Historien. / Fundstelle
Seite: (267) [340]
 
Eigenschaft / Autoritäten
194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/
 
Eigenschaft / Autoritäten: 194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/ / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/ / Fundstelle
Seite: (272-275) [345-348]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: maßen/ da ja in Comödien von Tugenden/ und in Tragödien von Helden und Helden-Thaten gehandelt wird/ jene schicklicher TugendSpiele/ diese Helden-Spiele/ können genennt werden. Dieser letzern Gattung sind/ meine Margenis/ die vom Teutschen Frieden und Unfrieden/ unter dem Fürhang [S] eines Gedichtes handlet/ und der aus H. [aq]P. Masenii[/aq]Latinischem übersezte Androfilo. Diesen aber ist vorgegangen die Psyche/ welche/ gleich dem vorigen Schauspiel/ unter einem Gedichte/ von der Erschaffung/ Abfall und Erlösung des Menschen handlet/ aber die Historie weiter und bis zur lezten JEsus-Zukunf hinausführet. Und dieses wird/ als ein Beispiel/ drunten zu Ende angehänget. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: maßen/ da ja in Comödien von Tugenden/ und in Tragödien von Helden und Helden-Thaten gehandelt wird/ jene schicklicher TugendSpiele/ diese Helden-Spiele/ können genennt werden. Dieser letzern Gattung sind/ meine Margenis/ die vom Teutschen Frieden und Unfrieden/ unter dem Fürhang [S] eines Gedichtes handlet/ und der aus H. [aq]P. Masenii[/aq]Latinischem übersezte Androfilo. Diesen aber ist vorgegangen die Psyche/ welche/ gleich dem vorigen Schauspiel/ unter einem Gedichte/ von der Erschaffung/ Abfall und Erlösung des Menschen handlet/ aber die Historie weiter und bis zur lezten JEsus-Zukunf hinausführet. Und dieses wird/ als ein Beispiel/ drunten zu Ende angehänget. / Fundstelle
Seite: (323-324) [396-397]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: II Geistlicher Weyrauch: Ein Dutzet AndachtLieder/ samt XII Dutzet TagSeufzer. A. 1652 bei J. Dümlern in 12. Ist abgegangen. ¶ III. Passion-Andachten: In der Dilherrischen CharWoche A. 1653 bei J. A. Endter. in 12. [S] ¶ IV Vom [aq]Fato[/aq] oder GottesGeschicke/ ein Dutzet Sinnbilder und Lieder: bei H. D. Wülfers Vertheid. Gottesgeschicke A. 1655 in 12. ¶ V Teutsche Schau-Bühne: IV Schauspiele I die Verliebte/ Betrübte und Wieder-erfreute Margenis/ 2 Androfilo oder die WunderLiebe/ 3 Silvia oder die Wunderthätige Schönheit/ 4 [aq]Bivium Herculis[/aq] oder Tugend- und Laster-Leben. [aq]NB[/aq] Das erste ist in 12 zu finden bei G. Scheurer in Nürnb. die drei andere sollen folgen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: II Geistlicher Weyrauch: Ein Dutzet AndachtLieder/ samt XII Dutzet TagSeufzer. A. 1652 bei J. Dümlern in 12. Ist abgegangen. ¶ III. Passion-Andachten: In der Dilherrischen CharWoche A. 1653 bei J. A. Endter. in 12. [S] ¶ IV Vom [aq]Fato[/aq] oder GottesGeschicke/ ein Dutzet Sinnbilder und Lieder: bei H. D. Wülfers Vertheid. Gottesgeschicke A. 1655 in 12. ¶ V Teutsche Schau-Bühne: IV Schauspiele I die Verliebte/ Betrübte und Wieder-erfreute Margenis/ 2 Androfilo oder die WunderLiebe/ 3 Silvia oder die Wunderthätige Schönheit/ 4 [aq]Bivium Herculis[/aq] oder Tugend- und Laster-Leben. [aq]NB[/aq] Das erste ist in 12 zu finden bei G. Scheurer in Nürnb. die drei andere sollen folgen. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [57]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: IX Sonn- und FestTags-Andachten: in der Dilherrischen Hand-Postill. [aq]ap. Eosd[/aq]. in 8. 1661. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: IX Sonn- und FestTags-Andachten: in der Dilherrischen Hand-Postill. [aq]ap. Eosd[/aq]. in 8. 1661. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [58]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zum beispiel/ der König David kan heißen/ der braune/ liebbare/ dapfere/ großglaubige/ süßspielende/ flüchtige/ herrschende David: wann ich ihn aber nennen wolte den Weidenden/ da er auf dem Thron sitzet/ oder den Gekrönten/ da er der Schafe hütet/ würde es gar übel klappen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Autoritäten: Zum beispiel/ der König David kan heißen/ der braune/ liebbare/ dapfere/ großglaubige/ süßspielende/ flüchtige/ herrschende David: wann ich ihn aber nennen wolte den Weidenden/ da er auf dem Thron sitzet/ oder den Gekrönten/ da er der Schafe hütet/ würde es gar übel klappen. / Fundstelle
Seite: (75) [148]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Also kan man sagen/ der dreibeleibte [S] Mann ([aq]Geryon[/aq],) […] der Gold-gekrönte Poet/ (David) / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Also kan man sagen/ der dreibeleibte [S] Mann ([aq]Geryon[/aq],) […] der Gold-gekrönte Poet/ (David) / Fundstelle
Seite: (75-76) [148-149]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: als wann ich sage/ der Hirt von Bethlehem/ der Mann nach Gottes Herzen/ der Jesse-Sohn und JEsus-Vatter/ der Schleuder-sieger/ König der Poeten/ etc. und darunter den David verstehe. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: als wann ich sage/ der Hirt von Bethlehem/ der Mann nach Gottes Herzen/ der Jesse-Sohn und JEsus-Vatter/ der Schleuder-sieger/ König der Poeten/ etc. und darunter den David verstehe. / Fundstelle
Seite: (76) [149]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Morgen-Lied. […] [S] […] ¶ Dieses Lied ist/ aus D. Josua Stegmanns Herzens-Seufzern entlehnt/ und hieher übertragen worden: zum Fürbilde/ daß man zuweilen ein altes Lied wol etwas schicklicher einrichten/ und damit beliebter machen möge. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Morgen-Lied. […] [S] […] ¶ Dieses Lied ist/ aus D. Josua Stegmanns Herzens-Seufzern entlehnt/ und hieher übertragen worden: zum Fürbilde/ daß man zuweilen ein altes Lied wol etwas schicklicher einrichten/ und damit beliebter machen möge. / Fundstelle
Seite: (112-113) [185-186]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: 101 Weil diese Art noch neu und etwas ungemein ist/ als wird allhier noch beigefüget/ das Gebet Jesu Sirachs/ ([aq]a[/aq] [Sir. 50. c. 24.]) als ein ¶ Malzeit-DankLied. / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: 101 Weil diese Art noch neu und etwas ungemein ist/ als wird allhier noch beigefüget/ das Gebet Jesu Sirachs/ ([aq]a[/aq] [Sir. 50. c. 24.]) als ein ¶ Malzeit-DankLied. / Fundstelle
Seite: (125) [198]
 
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Sih/ ich bin des HErren Magd/ […] (a [Luc. 2. V. 38]) / Rang
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Eigenschaft / Autoritäten: Sih/ ich bin des HErren Magd/ […] (a [Luc. 2. V. 38]) / Fundstelle
Seite: (161) [234]
 
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten
 
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: Nürnb. Den 4 Herbstmon. am Tag Mose des ersten Schäfer-Poetens. A. 1679. / Rang
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Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: Nürnb. Den 4 Herbstmon. am Tag Mose des ersten Schäfer-Poetens. A. 1679. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [19]
 
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten
 
Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: Conrad Feurlein/ Pastor und Prediger bei S. Marien. / Rang
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Eigenschaft / Widmungen, Adressaten: Conrad Feurlein/ Pastor und Prediger bei S. Marien. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [73]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: II Geistlicher Weyrauch: Ein Dutzet AndachtLieder/ samt XII Dutzet TagSeufzer. A. 1652 bei J. Dümlern in 12. Ist abgegangen. ¶ III. Passion-Andachten: In der Dilherrischen CharWoche A. 1653 bei J. A. Endter. in 12. [S] ¶ IV Vom [aq]Fato[/aq] oder GottesGeschicke/ ein Dutzet Sinnbilder und Lieder: bei H. D. Wülfers Vertheid. Gottesgeschicke A. 1655 in 12. ¶ V Teutsche Schau-Bühne: IV Schauspiele I die Verliebte/ Betrübte und Wieder-erfreute Margenis/ 2 Androfilo oder die WunderLiebe/ 3 Silvia oder die Wunderthätige Schönheit/ 4 [aq]Bivium Herculis[/aq] oder Tugend- und Laster-Leben. [aq]NB[/aq] Das erste ist in 12 zu finden bei G. Scheurer in Nürnb. die drei andere sollen folgen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: II Geistlicher Weyrauch: Ein Dutzet AndachtLieder/ samt XII Dutzet TagSeufzer. A. 1652 bei J. Dümlern in 12. Ist abgegangen. ¶ III. Passion-Andachten: In der Dilherrischen CharWoche A. 1653 bei J. A. Endter. in 12. [S] ¶ IV Vom [aq]Fato[/aq] oder GottesGeschicke/ ein Dutzet Sinnbilder und Lieder: bei H. D. Wülfers Vertheid. Gottesgeschicke A. 1655 in 12. ¶ V Teutsche Schau-Bühne: IV Schauspiele I die Verliebte/ Betrübte und Wieder-erfreute Margenis/ 2 Androfilo oder die WunderLiebe/ 3 Silvia oder die Wunderthätige Schönheit/ 4 [aq]Bivium Herculis[/aq] oder Tugend- und Laster-Leben. [aq]NB[/aq] Das erste ist in 12 zu finden bei G. Scheurer in Nürnb. die drei andere sollen folgen. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [57]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: IX Sonn- und FestTags-Andachten: in der Dilherrischen Hand-Postill. [aq]ap. Eosd[/aq]. in 8. 1661. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: IX Sonn- und FestTags-Andachten: in der Dilherrischen Hand-Postill. [aq]ap. Eosd[/aq]. in 8. 1661. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [58]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: XVI Christliche Sterb-Bereitschaft: samt zweyer Matronen Todes-Andenken. beim [aq]Autor[/aq]. In 12.1670. [aq]NB[/aq] Das SchäferGedicht/ ist nun im II Theil der Pegnesis. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: XVI Christliche Sterb-Bereitschaft: samt zweyer Matronen Todes-Andenken. beim [aq]Autor[/aq]. In 12.1670. [aq]NB[/aq] Das SchäferGedicht/ ist nun im II Theil der Pegnesis. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [59]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: XIX Die Teutsche Rede-Bind-Kunst oder Poesy-Anweisung: samt dem Schauspiel Psyche und einen Schäfer-Gedicht. bei Christof Riegel in 12. 1679. [S] [...] ¶ XXI Der bäste Freund/ der Tod: in 12 Andachten/ mit Kupfern. ¶ XXII Heiliger Sonntags-Handel und Kirchwandel: mit Kupfern/ und den Kirch-Gesängen. ¶ XXIII Heilige HausCapelle oder Irdischer Himmels-Gegenhall: GesangBuch von 360 auserlesenen Neuen Liedern. ¶ XXIV Teutsche Lorbeer-Wälder: EhrenGedichte an Hohe Standspersonen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: XIX Die Teutsche Rede-Bind-Kunst oder Poesy-Anweisung: samt dem Schauspiel Psyche und einen Schäfer-Gedicht. bei Christof Riegel in 12. 1679. [S] [...] ¶ XXI Der bäste Freund/ der Tod: in 12 Andachten/ mit Kupfern. ¶ XXII Heiliger Sonntags-Handel und Kirchwandel: mit Kupfern/ und den Kirch-Gesängen. ¶ XXIII Heilige HausCapelle oder Irdischer Himmels-Gegenhall: GesangBuch von 360 auserlesenen Neuen Liedern. ¶ XXIV Teutsche Lorbeer-Wälder: EhrenGedichte an Hohe Standspersonen. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [59-60]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ehren-Zuruff. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ehren-Zuruff. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [73]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: JEsus ist ein Schutz der Armen/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: JEsus ist ein Schutz der Armen/ / Fundstelle
Seite: (2) [75]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer stirbt/ noch eh er stirbt: / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer stirbt/ noch eh er stirbt: / Fundstelle
Seite: (5) [78]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Bin ich nicht von dir erschaffen/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Bin ich nicht von dir erschaffen/ / Fundstelle
Seite: (6) [79]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Glaub vor GOtt macht gerecht: / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Glaub vor GOtt macht gerecht: / Fundstelle
Seite: (6) [79]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Glaube macht vor GOtt gerecht: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Glaube macht vor GOtt gerecht: / Fundstelle
Seite: (6) [79]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Fort/ ihr nackte Bogen-Kindchen/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Fort/ ihr nackte Bogen-Kindchen/ / Fundstelle
Seite: (7) [80]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Halt aus/ halt an/ halt ein/ in Unglück/ Tugend/ Sünden: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Halt aus/ halt an/ halt ein/ in Unglück/ Tugend/ Sünden: / Fundstelle
Seite: (9) [82]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: GOttes Allmacht mich vergnügt/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: GOttes Allmacht mich vergnügt/ / Fundstelle
Seite: (10) [83]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich denke mich hinauf / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich denke mich hinauf / Fundstelle
Seite: (11) [84]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dort in des Lebens Baumes Rinden / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Dort in des Lebens Baumes Rinden / Fundstelle
Seite: (16) [89]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie schlüpfericht geht man/ mit sterblichen Füßen/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie schlüpfericht geht man/ mit sterblichen Füßen/ / Fundstelle
Seite: (16) [89]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Tr. Seele! wehle / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Tr. Seele! wehle / Fundstelle
Seite: (17) [90]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Geht/ ihr Sternen/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Geht/ ihr Sternen/ / Fundstelle
Seite: (18) [91]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: JEsu! mir scheine: / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: JEsu! mir scheine: / Fundstelle
Seite: (18) [91]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mit GOtt/ du alle deine Thaten / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Mit GOtt/ du alle deine Thaten / Fundstelle
Seite: (19) [92]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hüter der Sternen! / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hüter der Sternen! / Fundstelle
Seite: (19) [92]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sollen dann ewiglich währen / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Sollen dann ewiglich währen / Fundstelle
Seite: (20) [93]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Geist der himlisch brennet/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Geist der himlisch brennet/ / Fundstelle
Seite: (21) [94]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hie steh ich ganz voll Threnen/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hie steh ich ganz voll Threnen/ / Fundstelle
Seite: (21) [94]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Torheit ist/ wornach wir schnappen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Torheit ist/ wornach wir schnappen/ / Fundstelle
Seite: (22) [95]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zeitliche Freuden sind leidige Freuden/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zeitliche Freuden sind leidige Freuden/ / Fundstelle
Seite: (22) [95]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So lassen wir fahren / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So lassen wir fahren / Fundstelle
Seite: (23) [96]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Veni redemtor gentium. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Veni redemtor gentium. / Fundstelle
Seite: (23) [96]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: O HErr! durch JEsum bitt ich dich. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: O HErr! durch JEsum bitt ich dich. / Fundstelle
Seite: (24) [97]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wenig Jahre zehlet unser Leben. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wenig Jahre zehlet unser Leben. / Fundstelle
Seite: (25) [98]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sterb-Verlangen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sterb-Verlangen. / Fundstelle
Seite: (26) [99]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht suche Wollust und die Freude dieser Welt: / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht suche Wollust und die Freude dieser Welt: / Fundstelle
Seite: (33) [106]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Tröste dich ängstliges Herz denke an himlische Wonne. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Tröste dich ängstliges Herz denke an himlische Wonne. / Fundstelle
Seite: (35) [108]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Friede/ Friede! rufft ein jeder: jeder flucht dem Krieg. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Friede/ Friede! rufft ein jeder: jeder flucht dem Krieg. / Fundstelle
Seite: (36) [109]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Drei Töchter schickt die Höll herauf/ mit denen buhlt die Welt: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Drei Töchter schickt die Höll herauf/ mit denen buhlt die Welt: / Fundstelle
Seite: (36) [109]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Straffe folget auf Verbrechen/ ziehet dem Verbrecher nach/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Straffe folget auf Verbrechen/ ziehet dem Verbrecher nach/ / Fundstelle
Seite: (37) [110]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Uber das Bildnis JEsu Christi. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Uber das Bildnis JEsu Christi. / Fundstelle
Seite: (37) [110]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: ---Drum ich dein Lob und Ehr / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: ---Drum ich dein Lob und Ehr / Fundstelle
Seite: (38) [111]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wird nur der Himmel mich immer begnädigen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wird nur der Himmel mich immer begnädigen/ / Fundstelle
Seite: (43) [116]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Trauung-Wunsch. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Trauung-Wunsch. / Fundstelle
Seite: (44) [117]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Was du bist/ ich auch war auf Erden: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Was du bist/ ich auch war auf Erden: / Fundstelle
Seite: (51) [124]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich war auch/ was du bist/ auf Erden: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich war auch/ was du bist/ auf Erden: / Fundstelle
Seite: (51) [124]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Weil du ein Born bist der Sünden/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Weil du ein Born bist der Sünden/ / Fundstelle
Seite: (53) [126]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hättst du schon Crösus Gut und Crassus Gold auf Erden: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hättst du schon Crösus Gut und Crassus Gold auf Erden: / Fundstelle
Seite: (54) [127]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Schlaff feire nun von aller Plag/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Schlaff feire nun von aller Plag/ / Fundstelle
Seite: (55) [128]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Komt dein armer Bruder dir / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Komt dein armer Bruder dir / Fundstelle
Seite: (62) [135]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum beispiel/ der König David kan heißen/ der braune/ liebbare/ dapfere/ großglaubige/ süßspielende/ flüchtige/ herrschende David: wann ich ihn aber nennen wolte den Weidenden/ da er auf dem Thron sitzet/ oder den Gekrönten/ da er der Schafe hütet/ würde es gar übel klappen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zum beispiel/ der König David kan heißen/ der braune/ liebbare/ dapfere/ großglaubige/ süßspielende/ flüchtige/ herrschende David: wann ich ihn aber nennen wolte den Weidenden/ da er auf dem Thron sitzet/ oder den Gekrönten/ da er der Schafe hütet/ würde es gar übel klappen. / Fundstelle
Seite: (75) [148]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also kan man sagen/ der dreibeleibte [S] Mann ([aq]Geryon[/aq],) […] der Gold-gekrönte Poet/ (David) / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also kan man sagen/ der dreibeleibte [S] Mann ([aq]Geryon[/aq],) […] der Gold-gekrönte Poet/ (David) / Fundstelle
Seite: (75-76) [148-149]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: der dreigeeinte Gott / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: der dreigeeinte Gott / Fundstelle
Seite: (76) [149]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als wann ich sage/ der Hirt von Bethlehem/ der Mann nach Gottes Herzen/ der Jesse-Sohn und JEsus-Vatter/ der Schleuder-sieger/ König der Poeten/ etc. und darunter den David verstehe. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: als wann ich sage/ der Hirt von Bethlehem/ der Mann nach Gottes Herzen/ der Jesse-Sohn und JEsus-Vatter/ der Schleuder-sieger/ König der Poeten/ etc. und darunter den David verstehe. / Fundstelle
Seite: (76) [149]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Aber höre doch/ ach nur/ nur noch ein Wort/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Aber höre doch/ ach nur/ nur noch ein Wort/ / Fundstelle
Seite: (77) [150]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mein gehärttes Herz sol dauren/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mein gehärttes Herz sol dauren/ / Fundstelle
Seite: (78) [151]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dein Tod gab uns das Leben: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Dein Tod gab uns das Leben: / Fundstelle
Seite: (79) [152]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: der David-fromme Prinz / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: der David-fromme Prinz / Fundstelle
Seite: (83) [156]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Tropf aushölt den Stein: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Tropf aushölt den Stein: / Fundstelle
Seite: (84) [157]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer seelig starb/ in Ruhe liget/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer seelig starb/ in Ruhe liget/ / Fundstelle
Seite: (86) [159]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So/ leider! lebt man jetzt. Die Tugend hat vergrünt/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: So/ leider! lebt man jetzt. Die Tugend hat vergrünt/ / Fundstelle
Seite: (89) [162]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die KornRose. ¶ Korn krönet meine Blum: Die Aehre gibt ihr Ehre. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die KornRose. ¶ Korn krönet meine Blum: Die Aehre gibt ihr Ehre. / Fundstelle
Seite: (90) [163]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Koht wird/ wer/ in Gold verliebet/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Koht wird/ wer/ in Gold verliebet/ / Fundstelle
Seite: (91) [164]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Unter huntert Geisel-schrunden / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Unter huntert Geisel-schrunden / Fundstelle
Seite: (92) [165]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Sabbath-Feier. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Sabbath-Feier. / Fundstelle
Seite: (92) [165]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Fels und Berg/ der Ries und Zwerg. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Fels und Berg/ der Ries und Zwerg. / Fundstelle
Seite: (98) [171]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Torheit ist/ wornach wir schnappen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Torheit ist/ wornach wir schnappen/ / Fundstelle
Seite: (99) [172]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Trösten sol dichs/ nicht betrüben/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Trösten sol dichs/ nicht betrüben/ / Fundstelle
Seite: (99) [172]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Velle meum, sed Posse tuum est. Ergo, Deus, oro[/aq]: […] ¶ Das Wollen zwar ist mein: das Können komt von dir / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: [aq]Velle meum, sed Posse tuum est. Ergo, Deus, oro[/aq]: […] ¶ Das Wollen zwar ist mein: das Können komt von dir / Fundstelle
Seite: (103) [176]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Grabschrift eines Immanuels. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Grabschrift eines Immanuels. / Fundstelle
Seite: (105) [178]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gut/ ist ein falscher Freund/ ein Schatz voll Unbestand. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gut/ ist ein falscher Freund/ ein Schatz voll Unbestand. / Fundstelle
Seite: (105) [178]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Morgen-Lied. […] [S] […] ¶ Dieses Lied ist/ aus D. Josua Stegmanns Herzens-Seufzern entlehnt/ und hieher übertragen worden: zum Fürbilde/ daß man zuweilen ein altes Lied wol etwas schicklicher einrichten/ und damit beliebter machen möge. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Morgen-Lied. […] [S] […] ¶ Dieses Lied ist/ aus D. Josua Stegmanns Herzens-Seufzern entlehnt/ und hieher übertragen worden: zum Fürbilde/ daß man zuweilen ein altes Lied wol etwas schicklicher einrichten/ und damit beliebter machen möge. / Fundstelle
Seite: (112-113) [185-186]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zeitliche Freunden/ sind leidige Freuden/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zeitliche Freunden/ sind leidige Freuden/ / Fundstelle
Seite: (114) [187]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hast du dann/ JEsu/ dein Angesicht gänzlich verborgen/ etc. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hast du dann/ JEsu/ dein Angesicht gänzlich verborgen/ etc. / Fundstelle
Seite: (115) [188]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Von der Sabbath Feyer. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Von der Sabbath Feyer. / Fundstelle
Seite: (116) [189]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also [S] thäte ich vor Jahren mit dem Liede des Gekrönten/ Ich empfinde fast ein Grauen/ und beschriebe/ meist mit dessen Worten/ ¶ Die Eitelkeit. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also [S] thäte ich vor Jahren mit dem Liede des Gekrönten/ Ich empfinde fast ein Grauen/ und beschriebe/ meist mit dessen Worten/ ¶ Die Eitelkeit. / Fundstelle
Seite: (121-122) [194-195]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Feige Seelen die sind feige: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Feige Seelen die sind feige: / Fundstelle
Seite: (124) [197]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 101 Weil diese Art noch neu und etwas ungemein ist/ als wird allhier noch beigefüget/ das Gebet Jesu Sirachs/ ([aq]a[/aq] [Sir. 50. c. 24.]) als ein ¶ Malzeit-DankLied. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 101 Weil diese Art noch neu und etwas ungemein ist/ als wird allhier noch beigefüget/ das Gebet Jesu Sirachs/ ([aq]a[/aq] [Sir. 50. c. 24.]) als ein ¶ Malzeit-DankLied. / Fundstelle
Seite: (125) [198]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gern wolt ich ja/ ô Himmel! deinem Willen / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Gern wolt ich ja/ ô Himmel! deinem Willen / Fundstelle
Seite: (127) [200]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel vom ersten/ ist nachfolgendes Lied. ([aq]b[/aq] [Die Singweise: Wer nur den lieben GOtt lässt walten.]) [...] ¶ Wer traut auf GOtt/ wird nicht zu schanden. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel vom ersten/ ist nachfolgendes Lied. ([aq]b[/aq] [Die Singweise: Wer nur den lieben GOtt lässt walten.]) [...] ¶ Wer traut auf GOtt/ wird nicht zu schanden. / Fundstelle
Seite: (128) [201]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel der zweiten Art/ ist unter andern in dem schönen Lied/ Meinen JEsum laß ich nicht/ etc. zu finden: [S] darbei wir es hiermit bewenden lassen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel der zweiten Art/ ist unter andern in dem schönen Lied/ Meinen JEsum laß ich nicht/ etc. zu finden: [S] darbei wir es hiermit bewenden lassen. / Fundstelle
Seite: (129-130) [202-203]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Satz. ¶ Glück der Seelen/ Wunsch der Zeiten/ […] [S] […] Allhier wird/ dem Himmel-Leben im ersten Satz/ das Irdische ElendLeben im GegenSatz entgegen gesetzet/ und endlich durch den NachSatz gleichsam ein Ausspruch gemacht: welches/ in dieser Lieder-Art/ die KunstZier ist. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Satz. ¶ Glück der Seelen/ Wunsch der Zeiten/ […] [S] […] Allhier wird/ dem Himmel-Leben im ersten Satz/ das Irdische ElendLeben im GegenSatz entgegen gesetzet/ und endlich durch den NachSatz gleichsam ein Ausspruch gemacht: welches/ in dieser Lieder-Art/ die KunstZier ist. / Fundstelle
Seite: (132-133) [205-206]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 106 Endlich ist noch eine Art/ die GesprächLieder oder [aq]Dialogismi[/sw], da man zwei oder drei Personen/ mit- [S] einander redend/ einführet. Zum Beispiel folget hiernächst/ ein Sing-Gespräche zwischen JEsu und der Seele/ die sich ihm zur Braut ergibet. ¶ S. Gönn mir/ daß ich dir erzehle / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 106 Endlich ist noch eine Art/ die GesprächLieder oder [aq]Dialogismi[/sw], da man zwei oder drei Personen/ mit- [S] einander redend/ einführet. Zum Beispiel folget hiernächst/ ein Sing-Gespräche zwischen JEsu und der Seele/ die sich ihm zur Braut ergibet. ¶ S. Gönn mir/ daß ich dir erzehle / Fundstelle
Seite: (133-134) [206-207]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Leiber/ die ihr seit gestorben! / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Leiber/ die ihr seit gestorben! / Fundstelle
Seite: (137) [210]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel hiervon ist enthalten/ in meinem Lied/ Lob des Unglücks betitelt/ dieses lauts. ¶ Das Ungemach mach Ach und bittres grämen / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel hiervon ist enthalten/ in meinem Lied/ Lob des Unglücks betitelt/ dieses lauts. ¶ Das Ungemach mach Ach und bittres grämen / Fundstelle
Seite: (139) [212]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Was sträubt man sich/ diß Leben/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Was sträubt man sich/ diß Leben/ / Fundstelle
Seite: (141) [214]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das A und O/ du Anfang und daß Ende! / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Das A und O/ du Anfang und daß Ende! / Fundstelle
Seite: (143) [216]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: VVirD nICht IesVs eInst VoM Bösen / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: VVirD nICht IesVs eInst VoM Bösen / Fundstelle
Seite: (147) [220]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Additio. ¶ Gönn Vns/ Herr/ baLD FrIeDens-zeIt / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Additio. ¶ Gönn Vns/ Herr/ baLD FrIeDens-zeIt / Fundstelle
Seite: (147) [220]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel hiervon aus Opitzen/ sei dieses. ¶ Wir sehen/ wie der Leib des Menschen muß vertrerben. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel hiervon aus Opitzen/ sei dieses. ¶ Wir sehen/ wie der Leib des Menschen muß vertrerben. / Fundstelle
Seite: (159) [232]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sih/ ich bin des HErren Magd/ […] (a [Luc. 2. V. 38]) / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Sih/ ich bin des HErren Magd/ […] (a [Luc. 2. V. 38]) / Fundstelle
Seite: (161) [234]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Hymnus in stillas vulnerum Christi. […] [S] […] ¶ Andacht-Lied*[Nach der Singweise: Liebster JEsu meine Freude.] ¶ Uber die Blut-Tropfen der heil. JEsus-Wunden. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Hymnus in stillas vulnerum Christi. […] [S] […] ¶ Andacht-Lied*[Nach der Singweise: Liebster JEsu meine Freude.] ¶ Uber die Blut-Tropfen der heil. JEsus-Wunden. / Fundstelle
Seite: (180-181) [253-254]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 154 Der Vorsatz in diesem Buch ist/ allemal ein Geistliches Beispiel zu geben: und könten hier Martin Opitzens/ wie auch der vier Blumgenoß-Hirten an der Pegnitz/ des Klajus/ Filadons/ Amyntas und Polydors/ schöne Gedichte über die Geburt JEsu Christi unsres Heilandes/ eingeführet werden. Aber um Kürze willen/ soll [aq]D[/aq]. Paul Flemmings [S] ¶ ChristGeburts-Lied ¶ dißorts deren stelle vertreten. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 154 Der Vorsatz in diesem Buch ist/ allemal ein Geistliches Beispiel zu geben: und könten hier Martin Opitzens/ wie auch der vier Blumgenoß-Hirten an der Pegnitz/ des Klajus/ Filadons/ Amyntas und Polydors/ schöne Gedichte über die Geburt JEsu Christi unsres Heilandes/ eingeführet werden. Aber um Kürze willen/ soll [aq]D[/aq]. Paul Flemmings [S] ¶ ChristGeburts-Lied ¶ dißorts deren stelle vertreten. / Fundstelle
Seite: (201-202) [274-275]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Sonne machet auch im kaltten Winter warm. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Sonne machet auch im kaltten Winter warm. / Fundstelle
Seite: (220) [293]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: In unserer Sprache/ kan [S] folgender LeichTrost zu einem Beispiel dieser Verse-art dienen. ¶ Ihr Threnen/ haltet ein! Vertrocknet bald/ ihr Bronnen/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: In unserer Sprache/ kan [S] folgender LeichTrost zu einem Beispiel dieser Verse-art dienen. ¶ Ihr Threnen/ haltet ein! Vertrocknet bald/ ihr Bronnen/ / Fundstelle
Seite: (235-236) [308-309]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also hätte man über das Grab dessen/ der alle unsre Gräber geheiligt/ dieses schreiben können. ¶ Wer ligt hierinn? du fragst. ich sag: das Leben/ im Todten Haus. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Also hätte man über das Grab dessen/ der alle unsre Gräber geheiligt/ dieses schreiben können. ¶ Wer ligt hierinn? du fragst. ich sag: das Leben/ im Todten Haus. / Fundstelle
Seite: (239) [312]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diß Leben/ ist des Todes: / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Diß Leben/ ist des Todes: / Fundstelle
Seite: (240) [313]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel hiervon/ wird nachfolgendes seyn/ welches der Lasterhaften Gottsvergessnen Welt drohet mit dem ¶ Jüngsten Gerichte: ¶ ist/ zu des Seel. Suchenden schönem Buch hiervon/ verfärtigt worden. ¶ So thut/ so denkt man recht! Du blindes Volk der Erden! / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Ein Beispiel hiervon/ wird nachfolgendes seyn/ welches der Lasterhaften Gottsvergessnen Welt drohet mit dem ¶ Jüngsten Gerichte: ¶ ist/ zu des Seel. Suchenden schönem Buch hiervon/ verfärtigt worden. ¶ So thut/ so denkt man recht! Du blindes Volk der Erden! / Fundstelle
Seite: (309) [382]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 217 Dißorts nur ein kleines Vor-[S]spiel vorzulegen/ folget hiermit ein kurzes einschichtiges RedSpiel/ betitelt Zweitracht-Trutz und Eintracht-Schutz. ¶ Zweitracht. ¶ Bin ich lebend oder todt? Was sol diese Länder-Stille. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 217 Dißorts nur ein kleines Vor-[S]spiel vorzulegen/ folget hiermit ein kurzes einschichtiges RedSpiel/ betitelt Zweitracht-Trutz und Eintracht-Schutz. ¶ Zweitracht. ¶ Bin ich lebend oder todt? Was sol diese Länder-Stille. / Fundstelle
Seite: (317-318) [390-391]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Göttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als wäre sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterlaß lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas hätten/ womit sie ihr [S] Elend trösten mögen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Schüler und Schäferei-genoßen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die schöne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese Dänzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranlaßet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anlaß gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem berühmten Jäger/ gemacht und gesungen haben. ¶ 3 Dieses thäten die Cainiten. Löblicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzvätter. Adam/ der Fürst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Schöp-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. Vätter im Grünen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie über und vor sich sahen/ betrachteten in den Geschöpfen den Schöpfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder ließen sonst Gesänger voll Tugendlehren erklingen. Diß geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der Sündflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein Göttliches Leben geführet. ¶ 4 Nach der Sündflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: außer daß sich vermuten lässet/ Noah werde/ nach der Sündflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Schäfer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner schönen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Daß aber die Hebreer/ und andre Völker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des Lügen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol übel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ daß die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr üblich müße gewesen seyn. [S] ¶ 5 Im Jahr der Welt 2415 ungefähr 800 Jahre nach der Sündflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst hütetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben Töchtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Schäferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ daß er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem schönen DankLied/ damit er Gottes Hülfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als Sängerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen würde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der Wüsten sterbende 600000 Israeliten getröstet. Welchergestalt das Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr Fürst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen können. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) ¶ 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ thäte sich auch in Griechenland die Poesy herfür/ und zwar erstlich in Bäotien zu Dodona und Delfi: da die Götzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Schäfer gewesen/ aus Hölen (aus der Hölle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um künftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] heißen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der Höllen Fürst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. ¶ 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem schönen Lied dafür gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ daß sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [21-27]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich erstlich auf den Königsthron/ und zwar im Volke Gottes. David der Sohn Isai/ weidete damals bei vor-erwehntem Bethlehem und Thur[?] Eder/ wo Jacob seine Hütten gehabt/ seines Vatters Schafe/ war ein künstlicher Harffenspieler/ fienge an Psalmen zu dichten/ und ward also zugleich ein Schäfer und Poet/ und zwar ein Geistlicher Poet/ ein Himmels-Dichter. Daher haben die Blumgenoßhirten die zugleich Schäfere/ Poeten/ und Gekrönte sind/ und den Spruch Alles zur Ehre des Hummels/ zum Gesellschaft-Wort und zum Absehen ihrer Schriften erwehlet/ diese Hirten und Gold-gekrönten Himmel-Poeten ihren Gesellschafter ([aq]g[/aq] [S. Pegnes. II Theils I Hirtenged. § 3.]) benennet. Seinem Freund Jonathan/ auch seinem Feind und Schweher Saul/ schriebe er/ nachdem sie in der Schlacht umgekommen/ ein klägliches LeichLied/ nennte es den Bogen und ließe es in Is-[S]rael offentlich singen: und hierauf ward er zum König in Israel gekrönet. Seine ewige Ehre ist/ auf Erden und im Himmel/ was Sirach ihm nachrühmet: Für eine jede Wohlthat/ dankte er dem HErrn/ mit einem schönen Lied ([aq]h[/aq] [Sir. 49. V. 9]). Wie er dann derer/ im Psalter oder Ebreischen Liederbuch/ eine große Anzahl hinterlassen: und ersihet man aus selbigem Buch/ und den Obschriften der Psalmen/ das damals und hernach viel Poeten in Israel gewesen. Von seinem Sohn und Reichs-Nachfolger/ dem König Salomo/ schreibt das Biblische Buch der KönigsGeschichten ([aq]i[/aq] [I B. Kön 4. V. 32.])/ daß er über tausend Lieder gedichtet: unter denen aber allein das so-genannte Hohe Lied noch vorhanden ist/ welches ein SchäferGedichte ist/ und unter dem Namen Salomo und Sulamith/ den Sohn Gottes mit seiner Braut/ dem Menschlichen Geschlecht/ verliebt redend einführet. ¶ 9 Nach Davids und seines [S] Sohns zeiten/ wurden in Griechenland berühmt/ der Fürst selbiger Poesy Homerus/ und hernach Hesiodus: deme Tyrtäus/ die Dichterinnen Telesilla und Sappho/ Aleman/ Arion/ und die andern/ nach und nach gefolget. Zwischen denselben waren im Heil. Land berühmt die Profeten und Poeten/ Esaias und Jeremias: deren jener seinem Lieben/ dem König Usia oder Jothan ein Lied seines Vettern/ des Herrn Messias/ gesungen ([aq]k[/aq] [Esa. 5. V. 1]): der andere aber/ seine KlagLieder über die Verstöruug des Jüdischen Landes und der HauptStadt Jerusalem/ angestimmet. Also hat auch die Heldin Judith/ dem HErrn ein DankLied gesungen. Aus bisher-erzehltem erhellet nun/ daß keineswegs die Griechen/ wie zwar von ihnen gerühmet wird/ sondern die Ebreer und Israeliten/ die erste Poeten gewesen/ und zwar nur GOtt zu Ehren Lieder gesungen. Unterdessen hat diese Kunst [S] auch in Italien sich fest gesetzet: maßen/ schon zu [aq]R[/aq]. Numae Zeiten/ die Priester des Kriegs Gottes/ [aq]Salii[/aq] genannt/ gewiße Lieder gesungen. Lang und wol 300 Jahre hernach/ folgten die Poeten Livius/ Ennius/ Lucilius/ Lucretius/ Plaucus/ Terencius/ Virgilius/ Ovidius/ Horatius/ und huntert andere. ¶ 10 Zur Zeit der Hochheiligen Christgeburt sangen im Jüdischen Land/ die hochgelobte Gottes-Mutter Maria/ und ihr Vetter der Priester Zacharias/ zwei schöne Dank- und LobLieder: gleichwie auch die Engel selber/ in der Christ-Nacht/ diese der Welt HeilGeburt feirlich besungen haben. Auf diese folgten/ nach 300 Jahren/ eine große Anzahl Irdischer Engel oder GOtt- und Christliebender Poeten/ als Juvencus/ Hilarius/ Avitus/ Ambrosius/ Augustinus/ Gregorius/ Apollinaris/ Ausonius/ Prudentius/ Nonnus/ Paulinus/ Synesius/ Sedutius/ Sidonius/ Boëtius/ Venantius/ Fortunatus/ Theodulphus/ Bernhardus/ so meistenteils der ersten Kirche Christliche Bischofe gewesen/ und unter denselben auch zwo Weibspersonen/ Proba Falconia und die Käiserin Eudoxia. / Fundstelle
Seite: (unpag.-unpag.) [28-33]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie die Poetische Fabeln eine Tugend- ja wol gar eine Gottes-Lehre hinter sich haben/ davon kan mein zu Ende angehängtes [aq]Programma Poeticum[/aq], die Verwandlung der Dafne in den Lorbeerbraum behandlend/ ein Beispiel geben. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wie die Poetische Fabeln eine Tugend- ja wol gar eine Gottes-Lehre hinter sich haben/ davon kan mein zu Ende angehängtes [aq]Programma Poeticum[/aq], die Verwandlung der Dafne in den Lorbeerbraum behandlend/ ein Beispiel geben. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [44]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich ausreden/ lieblich nutzen und nützlich belustigen. Es haben aber die Heiden/ auch zur Ehre ihrer Götter/ die Poesy mit Lobgesängen verwendet/ daher [aq]Horatius[/aq] saget: [S] ¶ [aq]Disceret unde preces, Vatem nisi Musa dedisset?[/aq] ¶ Woher könt man lernen beten/ ¶ wan nicht wären die Poeten? ¶ So nennen dann wir Christen den dritten Zweck der Poesy/ vielmehr den ersten/ die Ehre Gottes. Die Poetische Dichtfähigkeit/ wie zuvor erwehnt/ und der Geist/ komt von Himmel: so ist ja billig/ daß dessen Wirkung in seinen Ursprung wiederkehre. Aller Thon/ alle Rede und Schrift/ sol Gott loben: weil Gott allein/ das Leben/ die Redfähigkeit/ den Geist und die Kraft/ gibet. Der Heidenlehrer befihlet: Alles/ was ihr thut/ mit Worten oder Werken/ das thut im Namen und zur Ehre GOttes. ([aq]a[/aq] [I Cor. 10 V. 31]) Und wann schon das Absehen nicht eigentlich auf Gott zielet/ soll doch iedes Gedicht also abgehandelt werden/ daß es anmutig zur Gottes-Ehre und Tugend-Lehre gereiche. ¶ 142 Zu einem wahren rechten Poeten/ der da fähig seyn soll/ von allen Dingen zu poetisiren/ gehört notwendig die Wissenschaft aller/ sonderlich [S] himlisch- und natürlicher Dinge. / Fundstelle
Seite: (184-186) [257-259]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen und Nutzen schaffen würde. ¶ 233 Also wird nun hiermit diese Poesy-Anweisung mit GOTT beschlossen/ in dessen Namen sie auch angefangen/ und zu dessen Ehre geschrieben worden: unter Absehen/ daß die Poesy-begierige Jugend/ und etwan auch sonst ein anderer Leser/ durch die GOtt-ehrende ange-[S]zogene Beispiele/ zur Gottes-Liebe aufgemuntert werden/ und solche zugleich mit dieser Kunst Lehr-Sätzen gleichsam in sich trinken möge. […] Unterdessen ¶ GOtt ich Ehr’ und Dank zusende: ¶ der mir halfe/ daß ich ¶ ENDE. / Fundstelle
Seite: (339-340) [412-413]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wenden auch vor/ man verstehe darunter/ nicht die Heidnische Götter/ sondern die Tugenden/ Laster und andere Eigenschaften Gottes und der Menschen. Ferner spötteln sie/ es seyen nur Worte/ und keine Gefahr dabei/ daß jemand dadurch zum Heiden gemacht werde: weil man sie nur nenne/ aber nicht anbete. ¶ 51 Es ist aber hiergegen zu sagen/ daß GOtt/ nicht allein in dem Ersten von seinen Donner-Geboten verboten/ keine andere Götter neben ihm zu haben/ sondern auch sonst ausdrücklich befihlet: Anderer Götter Namen solt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Mund (Feder) sollen sie nicht gehört werden. ([aq]a[/aq] [2. Buch Mos. 23. V. 13.]) Diese Götter oder Götzen/ sind entweder Menschen/ die den wahren GOtt nicht erkennet/ oder gar Teufel gewesen/ die auch nun in der Hölle beisammen wohnen. Es haben ihnen auch die Heidnsiche Poe-[S]ten allerhand Laster und Bosheiten zugeschrieben/ als daß sie Ehbrecher und Huren/ Diebe/ Mörder/ Säuffer gewesen/ einander geneidet und angefeindet: welches ja die höchste Unvernunft ist/ weil der Gottheit kein Laster eignet/ sondern vielmehr die höchste Unschuld und Tugendvollkommenheit. Deswegen hat auch Plato/ die Poeten/ von seinem Regir-Staat ausgeschlossen. Da nun ein Heide nicht dulten können/ daß man Göttern Bosheit zugeschrieben: wie solte es dan GOtt an seinen Christen nicht misfallen/ wann sie den Dagon neben die Bundslade stellen/ und mit der Hand/ da sie in der H. Taufe ihm gehuldigt und dem Satan abgesaget/ von Teufeln reden und schreiben. ¶ 52 Man wil zwar sagen/ [aq]Homerus[/aq], unter den Poeten (soviel man weiß) der ältste/ habe nur eine Fabel geschrieben/ wie heutigs tags die Romanzen oder Geschicht-Gedichte sind/ und unter den Namen der Götter/ das Verhängnis/ den Krieg/ die Liebe und anders dergleichen verstanden. Es ist [S] aber solches nicht erweislich/ weil der Götzendienst schon vor ihme üblich gewesen: und hat er damit [aq]Virgilio, Ovidio[/aq] und andren folgenden Poeten/ von Götzen zu reden/ Ordnung und Anlaß gegeben. ¶ 53 Es ist wol die gröste Gottslästerung/ wan man GOtt mit einem Namen nennet/ den vordessen ein Götz oder Teufel geführet. Wie sol GOtt gut heißen/ da man ihn Jupiter nennet: ob es schon [aq]juvans pater[/aq], ein Helfe-Vatter/ zu Teutsch heißet. So kan er auch nicht vertragen/ da er die Liebe selber ist/ daß man diese Tugend oder Eigenschaft mit den Namen der geilen Venus bekleide. Die Israeliten/ verstunden/ unter den güldnen Kälbern/ und unter dem Namen Baal/ den wahren GOtt: aber GOtt ergrimmte über das Kalb-Fest/ und wolte darum das ganze Volk verderben. Er sagte auch/ durch den Profeten: Du solst mich nimmer Baal nennen/ und ich wil den Namen der Baalim von ihrem Munde weg thun/ daß man deren nicht mehr gedenken soll. ([aq]b[/aq] [Hos. 2. V. 17.]) [S] ¶ 54 Daß Gefahr hierbei sei/ erhellet gnugsam: da manche sich dermaßen in die Heidnische Altertum-Sachen verlieben/ daß sie darüber/ wo nicht zu Heiden/ jedoch zu Atheisten werden. [aq]Hubertus Golzius[/aq] hat sich nicht gescheuet/ nach verrichteter LänderReise/ dem Wander Götzen [aq]Mercurio[/aq] einen [aq]Hymnum[/aq] zu schreiben. Dergleichen GötzenGedichte/ findet man hin und wieder in den Schriften unserer Poeten/ und werden insonderheit die Venus und ihr Cupido fast von allen/ als Götter/ angeruffen. [aq]Justus Lipsius[/aq] hat/ für seinen Garten/ eine Fürbitte an sie geschrieben. ([aq]c[/aq] [[aq]Epist. Cent. I 27.[/aq]]) Also haben [aq]Dan. Heinsius[/aq] und unser Opitz/ den Kriegs- und Wein-Götzen [aq]Marti[/aq] und [aq]Baccho[/aq], Lobgesänge verfasset. Von solchen Poeten/ kan man mit eines vornehmen GottesLehrer Worten ([aq]d[/aq] [[aq]J. V. Andreae Mythol. man. II 35.[/aq]]) sagen: Es ist zu zweiflen/ ob GOtt deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öf-[S]ter die Venus als die GottesMutter Maria/ den Cupido als das HimmelKind Immanuel/ den [aq]Phoebum[/aq], als den H. Geist/ den Berg Parnaß als den Oelberg/ die Elysische Felder als das Paradeis/ und Fabeln als das himlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? ¶ 55 Daß aber nicht eben alle Zier der Gedichte an diesen Heidnischen Götzengewäsche gelegen sei/ zeigen die erste Christliche Poeten [aq]Juvencus, Prudentius, Venantius Fortunatus[/aq] und mehr andere/ die viel schöne [aq]Carmina[/aq] ohne solchen Götzen-kleck hinterlassen. Die H. Schrift hat viel warhafte schöne Geschichten/ die man/ an stat dieser Lügen/ einführen kan. Es ist auch ohnedas/ der Heidnische Götzen-Krempel/ lauter Affenwerk des Satans/ aus H. Schrift genommen. Was sind Jupiter und Juno anders/ als Adam und Eva/ das erste paar Menschen? Jubal, Tubalkain und Naema/ ([aq]e[/aq] [[aq]à rad.[/aq][hebr.], [aq]amoenus, venustus.[/aq]]) sind Orfeus/ Vulcanus [S] und Venus. Noah/ ist Janus/ Bacchus und Deucaleon. Was sind die Himmelstürmende Riesen anders/ als die Babylonische Thurn-bauer? Was ist gleicher/ als Jacob oder Mose und Apollo/ beiderseits Exulanten und Hirten? Miriam und Diana? Joseph/ und Phryxus mit der Phädra? ¶ 56 Will man das Gedichte mit Historien zieren/ was ist schöner/ als die Welt-Erschaffung/ welche [aq]Ovidius[/aq] fast ganz aus dem Ersten Buch Mose genommen? Was ist trübseliger/ als der Menschen-Fall/ die Sündflut/ der Sodomer-Gegend SchwefelSee? Was ist himlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen/ da er warhafter/ als Baucis und Filemon/ den Gott Elohim bewirtet? Was ist annemlicher/ als das Opfer Isaac/ der Traum und Schäferstand Jacobs/ die Verfolg- und Erhöhung Josefs/ die Hinwerfung und Erhebung des Kinds Mose/ die zehen Plagen von Egypten/ der Gang durch Meer und Jordan/ des Josua Sonnestillstellen/ das Manna oder Himmel-[S]Brod/ die Eroberung des Gelobten Landes? Will man von Tyrannen und Riesen reden: hier sind Nimrod/ Og und Goliath. ¶ 57 Und wil man einen Parnaß und Apollo/ einen Delfis-Tempel/ die Musen und ihren Künste-brunn haben: Hier sind/ die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon; der König David/ mit der Harffe und dem Lieder-Psalter/ mit dem Goliaths-Sieg; der Tempel Salomons mit seiner BundsLade; die gelehrte andächtige Weibspersonen Miriam/ Debora/ zwo Hannen/ die Tochter Jephtha/ die Arabische Königin Maqueda/ die Hulda und Judith/ die H. Gottes Mutter Maria/ und mehr andere; der Jordan/ der Bach Kidron/ und der Brunn Siloha/ so aus dem Berg Sion entqwollen. Und hat nicht JEsus Christus/ der rechte Föbus und Sonne der Gerechtigkeit/ den höllischen Python erwürget/ die Menschheit angenommen/ die Gemeine/ wie Salomon seine Sulamith/ geliebet/ und sie/ wie Perseus die [S] Andromeda/ von dem höllischen Drachen erledigt? Da haben wir/ an stat des Hercules/ den Löwenzwinger Simson und viel andere Helden; an stat der Venus/ die keusche Gottesgebärerin/ da ein Christlicher Poet wol sagen und dichten kan: ¶ Weg mit eurer Huren-Göttin/ Heide/ Mahler und Poet! […] ¶ 58 Aus besagtem wil nun erhellen/ daß auf unsere Frage mit Nein zu antworten sei. Dieses ist zwar erlaubt/ daß man eine Tugend/ oder ein Laster in der person eines Engels oder Knabens/ einer Jungfrauen oder Matron/ oder einen Baum/ wie Jothan in H. Schrift/ einen Fluß/ Stadt oder Land/ und dergleichen/ unter erdichteten Namen/ mit einführet: nur daß es nicht [S] solche seyen/ die von den Heiden angebetet worden. Also kan man dichten/ wie den Paulus ein Engel aus dem Schiffbruch gezogen/ dem Judas Maccabeus ein Schwerd in der Schlacht zugestellt/ und den Tobias in Menschengestalt begleitet; wie ein Gottloser die böse Geister zu Hülfe beruffen. Und hierinn hat man zum Vorgänger den Italischen Poeten [aq]Torquato Tasso[/aq], welcher solches in seinem Erlösten Jerusalem meisterlich zu werk gerichtet. ¶ 59 Es erscheinet auch hieraus/ was von Schau- und Danz-Spielen zu halten sei/ da Heidnische Götter redend oder sigend eingeführet werden: wovon hier/ um kürze willen/ nur noch diese ehmals hierüber verfasste Verse reden. ¶ Sind sie es dann alleine/ die Walonen/ / Fundstelle
Seite: (62-71) [135-144]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach art der alten HirtenGesang-Spiele/ nur drei Handlungen/ die da heißen der Reisende/ Regirende und Vermählte Prinz. Den Eingang/ macht die Hoffnung. Im ersten Theil/ erbieten sich/ die Weißheit/ Gottesfurcht und Klugheit ([aq]Sophia, Eusebie[/aq] und [aq]Sophrosyne[/aq]) den Reisenden Prinzen aus- und ein zu führen: gleichwie hingegen die Wollust und Unwissenheit/ ([aq]Hedone[/aq] und [aq]Amathia[/aq]) ihn zu verführen/ sich bereden/ aber von den dreyen verjagt werden. Darnach wird Vatter Rhein von einer aus dem Alsatischen Parnaß herabkommenden Musa berichtet/ wie der Prinz daselbst sich befunden: und schließet/ diese samt ihren Gespielinen/ die Handlung/ mit einem Lied von der KunstLiebe und ReisBegierde.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach art der alten HirtenGesang-Spiele/ nur drei Handlungen/ die da heißen der Reisende/ Regirende und Vermählte Prinz. Den Eingang/ macht die Hoffnung. Im ersten Theil/ erbieten sich/ die Weißheit/ Gottesfurcht und Klugheit ([aq]Sophia, Eusebie[/aq] und [aq]Sophrosyne[/aq]) den Reisenden Prinzen aus- und ein zu führen: gleichwie hingegen die Wollust und Unwissenheit/ ([aq]Hedone[/aq] und [aq]Amathia[/aq]) ihn zu verführen/ sich bereden/ aber von den dreyen verjagt werden. Darnach wird Vatter Rhein von einer aus dem Alsatischen Parnaß herabkommenden Musa berichtet/ wie der Prinz daselbst sich befunden: und schließet/ diese samt ihren Gespielinen/ die Handlung/ mit einem Lied von der KunstLiebe und ReisBegierde. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach art der alten HirtenGesang-Spiele/ nur drei Handlungen/ die da heißen der Reisende/ Regirende und Vermählte Prinz. Den Eingang/ macht die Hoffnung. Im ersten Theil/ erbieten sich/ die Weißheit/ Gottesfurcht und Klugheit ([aq]Sophia, Eusebie[/aq] und [aq]Sophrosyne[/aq]) den Reisenden Prinzen aus- und ein zu führen: gleichwie hingegen die Wollust und Unwissenheit/ ([aq]Hedone[/aq] und [aq]Amathia[/aq]) ihn zu verführen/ sich bereden/ aber von den dreyen verjagt werden. Darnach wird Vatter Rhein von einer aus dem Alsatischen Parnaß herabkommenden Musa berichtet/ wie der Prinz daselbst sich befunden: und schließet/ diese samt ihren Gespielinen/ die Handlung/ mit einem Lied von der KunstLiebe und ReisBegierde. / Fundstelle
Seite: (315-316) [388-389]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen?
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten offentlich vorzustellen/ wann sie nur besagten Zweck erreichen mochten: da dann Schauspieler und Spielschauer miteinander dahin gefahren/ wo sie nun/ auf dem feurigen Schauplatz ihres Götzen Plutons ein ewiges Traurspiel spielen. ¶ 231 Wir Christen sollen/ gleichwie in allen unsren Verrichtungen/ also auch im Schauspiel-schreiben und Schau-spielen das einige Absehen haben/ daß Gott damit geehret/ und der Neben-Mensch zum Guten möge belehrt werden: da dann das Belusten/ [S] in seiner Maße mit folgen kan. Dieser Zweck wird aber nicht beobachtet/ wann man nicht allein solche Schauspiele vorschreibet/ die Gott verunehren/ und den Leser ärgern/ sondern auch dieselben offentlich vorstellet: da manche Matron oder Jungfrau/ die schamhaftig und züchtig in das Spielhaus gegangen/geil und frech wieder nach Haus gehet. Und solches geschihet/ wo nicht durch die HauptSpiele/ doch durch die schändliche Nachspiele: zu welchen man ja/ an stat der Buhlereyen und losen Händel/ andere lustige Materien/ deren ganze Bücher voll im Druck sind/ erwehlen könte. Wann man bedächte/ wie Gott und seine Engel überall zugegen seyen/ alles mit ansehen und anhören/ und wie die Teufel alle unnütze Gebärden und Reden aufzeichnen/ derentwegen dort ewig (wie unser Heiland vorsaget) von ihnen Rechenschaft zu fordern: ich weiß/ die Furcht vor dem Allherheiligsten All-Aug und All-Ohr/ und der Höllen-Schrecken/ würden uns bald den Lust vergehen machen/ solche Up-[S]pigkeit zu üben und anzuschauen. Es ist auch zu bewundern/ daß man in Schulen die Jugend aus dem [aq]Terentio[/aq], der ja alle Laster vorträget/ und nicht vielmehr aus dem [aq]Terentio Christiano Schonaei[/aq]/ und andern guten Büchern/ das Latein lernen lässt: da doch Gott einmal nicht fragen wird/ hast du gut Latein geredet? sondern/ bist du ein guter Christ gewesen? / Fundstelle
Seite: (336-338) [409-411]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis[/aq]. ¶ Leswürdig ist das große Gedicht eines Mönchs/ [aq]Bernhardi Morlanensis[/aq], von Verachtung der Welt/ ([aq]de contentu Mundi[/aq]) in welchem jeder Vers in der Mitte zweimal/ und allemal zween Verse hinten/ auf einander/ wiewol nicht allemal richtig/ sich reimen. Etwas davon zu zeigen/ werden die vier allerlezten hiermit angesetzet und geteutschet. ¶ [aq]Respice, respice nos, Patris unice Virgine nate![/aq] […] [S] […] ¶ Schau zurücke/ uns anblicke/ Gottes und Marien Sohn! / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis[/aq]. ¶ Leswürdig ist das große Gedicht eines Mönchs/ [aq]Bernhardi Morlanensis[/aq], von Verachtung der Welt/ ([aq]de contentu Mundi[/aq]) in welchem jeder Vers in der Mitte zweimal/ und allemal zween Verse hinten/ auf einander/ wiewol nicht allemal richtig/ sich reimen. Etwas davon zu zeigen/ werden die vier allerlezten hiermit angesetzet und geteutschet. ¶ [aq]Respice, respice nos, Patris unice Virgine nate![/aq] […] [S] […] ¶ Schau zurücke/ uns anblicke/ Gottes und Marien Sohn! / Fundstelle
Seite: (50-51) [123-124]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 69 Auf solche weise kan man/ von allen Dingen/ von GOtt und Menschen/ von Engeln und Teufeln/ von Thieren und Pflanzen/ von Vögeln und Fischen/ von Himmel/ Meer/ Luft und Erde/ und was darinn ist/ von ihrem Werken/ Wesen und Theilen/ Zufällen und Eigenschaften/ Gleichniße hernehmen. Ich kan sagen: der ist mein GOtt/ wie Moses des Farao/ wie Augustus des Virigilius/ nämlich durch Wolthaten. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 69 Auf solche weise kan man/ von allen Dingen/ von GOtt und Menschen/ von Engeln und Teufeln/ von Thieren und Pflanzen/ von Vögeln und Fischen/ von Himmel/ Meer/ Luft und Erde/ und was darinn ist/ von ihrem Werken/ Wesen und Theilen/ Zufällen und Eigenschaften/ Gleichniße hernehmen. Ich kan sagen: der ist mein GOtt/ wie Moses des Farao/ wie Augustus des Virigilius/ nämlich durch Wolthaten. / Fundstelle
Seite: (80) [153]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich sage/ das Bild ist Engel-schön/ diß Weib sein Teufel ist/ diß mich in Himmel hebt / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ich sage/ das Bild ist Engel-schön/ diß Weib sein Teufel ist/ diß mich in Himmel hebt / Fundstelle
Seite: (81) [154]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ihn aus dem Paradeis ausstieße: ¶ Nun Adam lebt in höhern Orden/ […] ¶ Wiederum die gottlose Soldaten/ in der Passion/ zu Christo: [S] ¶ Ja/ König/ sei gegrüßt! […] ¶ Diese Art/ wird von den Latinern [aq]Antiphrasis[/aq], die Widersinn-Rede/ genennet: wiewol sie solche unnötig/ mit den Namen [aq]Ironia[/aq] und [aq]Sarcasmus[/aq], eigentlicher ausdrucken wollen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ihn aus dem Paradeis ausstieße: ¶ Nun Adam lebt in höhern Orden/ […] ¶ Wiederum die gottlose Soldaten/ in der Passion/ zu Christo: [S] ¶ Ja/ König/ sei gegrüßt! […] ¶ Diese Art/ wird von den Latinern [aq]Antiphrasis[/aq], die Widersinn-Rede/ genennet: wiewol sie solche unnötig/ mit den Namen [aq]Ironia[/aq] und [aq]Sarcasmus[/aq], eigentlicher ausdrucken wollen. / Fundstelle
Seite: (84-85) [157-158]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 85 Die Vierzehnzeilige Redgebände/ können in Latein [aq]Tesseradecasticha[/aq] heißen/ und werden von den Franzosen [aq]Sonnetes[/aq] genennet: wovon sie auch/ in Teutscher Sprache den Namen KlingGebände empfangen haben. Die 1/4/5 und 8/ wie auch die 2/3/6 und 7 Zeilen reimen sich auf einander: Die übrige Sechse aber kann man nach belieben schränken. Die HochWolgeborene Freyin von Greifenberg/ die HochFürtreffliche Teutsche Uranie/ thut dieser Red-Gebänd-Art die Gnade/ und liebet sie vor andern: maßen Sie deren/ wie ich vermute/ wol tausend verfärtigt. Das [S] folgende/ welches ich billig/ als das bäste/ zum Beispiel anziehe/ kan von diesem unvergleichlichem Geiste zeugen. ¶ Göttliche Wunder-Regirung. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 85 Die Vierzehnzeilige Redgebände/ können in Latein [aq]Tesseradecasticha[/aq] heißen/ und werden von den Franzosen [aq]Sonnetes[/aq] genennet: wovon sie auch/ in Teutscher Sprache den Namen KlingGebände empfangen haben. Die 1/4/5 und 8/ wie auch die 2/3/6 und 7 Zeilen reimen sich auf einander: Die übrige Sechse aber kann man nach belieben schränken. Die HochWolgeborene Freyin von Greifenberg/ die HochFürtreffliche Teutsche Uranie/ thut dieser Red-Gebänd-Art die Gnade/ und liebet sie vor andern: maßen Sie deren/ wie ich vermute/ wol tausend verfärtigt. Das [S] folgende/ welches ich billig/ als das bäste/ zum Beispiel anziehe/ kan von diesem unvergleichlichem Geiste zeugen. ¶ Göttliche Wunder-Regirung. / Fundstelle
Seite: (96-97) [169-170]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die gemeinste Lieder/ sind die gleichzeilige Jambische oder Nachtrittige: so vor alters die einige Poesy unsrer Vorfahren und die [aq]antiqua Carmina[/aq] gewesen/ wie sie [aq]C. Tacitus[/aq] ([aq]a[/aq] [[aq]de mor. German.[/aq]] nennet/ darinn sie ihrer Helden Thaten beschrieben und gesungen. In dieser Gebänd-Art/ wurden auch die gewönliche KirchenLieder verfasset/ worunter von dem berühmten Hanns Sachsen eines zu funden. Ein neues Beispiel hiervon/ sei das folgende ¶ BußLied. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die gemeinste Lieder/ sind die gleichzeilige Jambische oder Nachtrittige: so vor alters die einige Poesy unsrer Vorfahren und die [aq]antiqua Carmina[/aq] gewesen/ wie sie [aq]C. Tacitus[/aq] ([aq]a[/aq] [[aq]de mor. German.[/aq]] nennet/ darinn sie ihrer Helden Thaten beschrieben und gesungen. In dieser Gebänd-Art/ wurden auch die gewönliche KirchenLieder verfasset/ worunter von dem berühmten Hanns Sachsen eines zu funden. Ein neues Beispiel hiervon/ sei das folgende ¶ BußLied. / Fundstelle
Seite: (107) [180]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 94 Weil die Vorspiele oder Exempel/ zur Nachfolge den Geist anfeuren/ als wird hiermit noch ein gleichzeiliges Lied von der Trochaischen Art angeführet/ welches aus einem Welt- zu Geistlichem Innhalt übertragen worden: ¶ Abend-Lied. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 94 Weil die Vorspiele oder Exempel/ zur Nachfolge den Geist anfeuren/ als wird hiermit noch ein gleichzeiliges Lied von der Trochaischen Art angeführet/ welches aus einem Welt- zu Geistlichem Innhalt übertragen worden: ¶ Abend-Lied. / Fundstelle
Seite: (109) [182]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen gebrauchen kan. Und obschon etliche solches verwerfen/ (wiewol es ehedessen von vornehmen Theologen viel geschehen) so finde ich doch dessen keine bündige Ursache: da ja jede Stimme GOtt loben sol/ der sie zu seiner Ehre erschaffen hat. Es dienet auch/ die Leute/ denen solche Melodien bekannt sind/ dadurch von der Eitelkeit zu GOtt abzuwenden. Ein Beispiel zu geben/ weil das bekandte Lied/ Laß ab laß ab mein Cavallier/ eine überaus-schöne Singweise hat/ als ist in selbiger gesezt worden hiernächst-folgendes auf die JEsus-Fürbitte absehendes ¶ Gebet-Lied.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen gebrauchen kan. Und obschon etliche solches verwerfen/ (wiewol es ehedessen von vornehmen Theologen viel geschehen) so finde ich doch dessen keine bündige Ursache: da ja jede Stimme GOtt loben sol/ der sie zu seiner Ehre erschaffen hat. Es dienet auch/ die Leute/ denen solche Melodien bekannt sind/ dadurch von der Eitelkeit zu GOtt abzuwenden. Ein Beispiel zu geben/ weil das bekandte Lied/ Laß ab laß ab mein Cavallier/ eine überaus-schöne Singweise hat/ als ist in selbiger gesezt worden hiernächst-folgendes auf die JEsus-Fürbitte absehendes ¶ Gebet-Lied. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen gebrauchen kan. Und obschon etliche solches verwerfen/ (wiewol es ehedessen von vornehmen Theologen viel geschehen) so finde ich doch dessen keine bündige Ursache: da ja jede Stimme GOtt loben sol/ der sie zu seiner Ehre erschaffen hat. Es dienet auch/ die Leute/ denen solche Melodien bekannt sind/ dadurch von der Eitelkeit zu GOtt abzuwenden. Ein Beispiel zu geben/ weil das bekandte Lied/ Laß ab laß ab mein Cavallier/ eine überaus-schöne Singweise hat/ als ist in selbiger gesezt worden hiernächst-folgendes auf die JEsus-Fürbitte absehendes ¶ Gebet-Lied. / Fundstelle
Seite: (119) [192]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ Mensch/ Fische/ Vieh und Vögelein/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ Mensch/ Fische/ Vieh und Vögelein/ / Fundstelle
Seite: (130) [203]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedichtschreiber [aq]Theocritus[/aq], eine Axt/ ein paar Flügel und einen Altar/ in Versen ausgebildet/ hinterlassen. Ein Christlicher Poet kan ausbilden/ das heilige Creuz/ an welchem alle Welt/ durch den Tod des selbsten Lebens/ von Tod und Hölle ist erlöst worden: wovon ein Vorspiel hierneben folget. In der Guelfis/ ist zu finden ein Herz/ Becher und Buch; im I Hirtenged. des I Theils der Pegnesis ein Ambos; im V Hirteng. des II Theils/ ein Zepter/ Buch/ Kranz und Wage. Wer seinen JEsum recht kennet und liebet/ wird neben-stehendem Creuz noch viele nachmachen/ auch dergleichen mit der DornKrone der Geisel-Seule/ und andrem unsers theuren Heilands Passion-Zeug/ ersinnen können. [S] ¶ Ach! diese Stätt
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedichtschreiber [aq]Theocritus[/aq], eine Axt/ ein paar Flügel und einen Altar/ in Versen ausgebildet/ hinterlassen. Ein Christlicher Poet kan ausbilden/ das heilige Creuz/ an welchem alle Welt/ durch den Tod des selbsten Lebens/ von Tod und Hölle ist erlöst worden: wovon ein Vorspiel hierneben folget. In der Guelfis/ ist zu finden ein Herz/ Becher und Buch; im I Hirtenged. des I Theils der Pegnesis ein Ambos; im V Hirteng. des II Theils/ ein Zepter/ Buch/ Kranz und Wage. Wer seinen JEsum recht kennet und liebet/ wird neben-stehendem Creuz noch viele nachmachen/ auch dergleichen mit der DornKrone der Geisel-Seule/ und andrem unsers theuren Heilands Passion-Zeug/ ersinnen können. [S] ¶ Ach! diese Stätt / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedichtschreiber [aq]Theocritus[/aq], eine Axt/ ein paar Flügel und einen Altar/ in Versen ausgebildet/ hinterlassen. Ein Christlicher Poet kan ausbilden/ das heilige Creuz/ an welchem alle Welt/ durch den Tod des selbsten Lebens/ von Tod und Hölle ist erlöst worden: wovon ein Vorspiel hierneben folget. In der Guelfis/ ist zu finden ein Herz/ Becher und Buch; im I Hirtenged. des I Theils der Pegnesis ein Ambos; im V Hirteng. des II Theils/ ein Zepter/ Buch/ Kranz und Wage. Wer seinen JEsum recht kennet und liebet/ wird neben-stehendem Creuz noch viele nachmachen/ auch dergleichen mit der DornKrone der Geisel-Seule/ und andrem unsers theuren Heilands Passion-Zeug/ ersinnen können. [S] ¶ Ach! diese Stätt / Fundstelle
Seite: (144-145) [217-218]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralte Erfindung/ und bei den Ebreern/ [S] schon gebräuchlich/ da sie von den Cabalisten [aq]Gematriia[/aq] genennt wird: maßen deren einer einen schönen Letter-Wechsel aus H. Schrift hervorbringet. ([aq]a[/aq] [Esa. 40 V. 26 [hebr.] [aq]Quis creavit haec? Anagr[/aq]. [hebr.] [aq]Deus creavit[/aq].]) / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralte Erfindung/ und bei den Ebreern/ [S] schon gebräuchlich/ da sie von den Cabalisten [aq]Gematriia[/aq] genennt wird: maßen deren einer einen schönen Letter-Wechsel aus H. Schrift hervorbringet. ([aq]a[/aq] [Esa. 40 V. 26 [hebr.] [aq]Quis creavit haec? Anagr[/aq]. [hebr.] [aq]Deus creavit[/aq].]) / Fundstelle
Seite: (148-149) [221-222]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 116 Dem LetterWechsel sind verwandt/ die Wortgrifflein oder [aq]Logogriphi[/aq]: da aus einem Wort/ durch dessen Theilung/ oder durch Versetzung der Buchstaben/ etwas anders/ aber sinnreich/ hervor kommet. Also theile ich die Worte JEsus/ Jonas/ Jason/ Nathan: so kommet mir/ je süß ( nach dem Innhalt des Lobgesangs [aq]Bernhardi[/aq]) Jo-naß (er war io naß) Ja-Sohn/ Nat-han / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 116 Dem LetterWechsel sind verwandt/ die Wortgrifflein oder [aq]Logogriphi[/aq]: da aus einem Wort/ durch dessen Theilung/ oder durch Versetzung der Buchstaben/ etwas anders/ aber sinnreich/ hervor kommet. Also theile ich die Worte JEsus/ Jonas/ Jason/ Nathan: so kommet mir/ je süß ( nach dem Innhalt des Lobgesangs [aq]Bernhardi[/aq]) Jo-naß (er war io naß) Ja-Sohn/ Nat-han / Fundstelle
Seite: (150) [223]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist auch ihre Zierde/ wann zuweilen ganze Verse oder [aq]Disticha[/aq] hineingerücket werden. Man kan sie in unserer Teutschen Sprache ja so gut/ als in Latein/ hervorbringen: wie/ in dem [aq]Mausoleo Regum Hungariae[/aq], ein ganzes Buch von Exempeln vor augen liget/ gleichwie auch in dem geteutschten [aq]Collegio Electorali[/aq] H. D. Frischmanns. Mit dieser Art Schriften hat sich/ in Lateinischer Sprache/ vor andern hervorgethan [aq]Emmanuel Thesaurus[/aq] ein Italiener: aus dessen [aq]Genealogiâ Christi[/aq] das erste/ aber etwas freyer/ hiermit hieher geteutschet wird. ¶ Adam der Erden-Sohn. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Es ist auch ihre Zierde/ wann zuweilen ganze Verse oder [aq]Disticha[/aq] hineingerücket werden. Man kan sie in unserer Teutschen Sprache ja so gut/ als in Latein/ hervorbringen: wie/ in dem [aq]Mausoleo Regum Hungariae[/aq], ein ganzes Buch von Exempeln vor augen liget/ gleichwie auch in dem geteutschten [aq]Collegio Electorali[/aq] H. D. Frischmanns. Mit dieser Art Schriften hat sich/ in Lateinischer Sprache/ vor andern hervorgethan [aq]Emmanuel Thesaurus[/aq] ein Italiener: aus dessen [aq]Genealogiâ Christi[/aq] das erste/ aber etwas freyer/ hiermit hieher geteutschet wird. ¶ Adam der Erden-Sohn. / Fundstelle
Seite: (156) [229]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen zwar billig alle Lieder seyn solten. Droben ist erinnert worden/ wie übel es stehe/ wann ein Christlicher Poet/ die Namen der Heidnischen Götzen/ in seinen Gedichten anführet. Was ist dann erst dieses für ein Ubelstand/ wann man solches thut/ in Geistlichen Liedern und Gedichten/ und also die Lade des [S] Bunds neben den Dagon/ den Belial neben Christum/ setztet? Dergleichen Unform/ erscheinet in diesen Reimen: ¶ Wann soll doch mein Leid sich enden/ ¶ […] ¶ Weil Geistliche Lieder für jederman/ auch für Ungelehrte/ gesetzet werden/ so hat man auch darum diesen Unform zu vermeiden. ¶ 147 Es folget aber hieraus nicht/ daß man/ zum gegenspiel/ in dergleichen Gedichten/ alle Poetische und Figürliche Redzierden hinweg lassen/ und nur schlechthin leblose Reimen leimen und daher lirlen müße. GOtt/ der uns den Verstand und die Rede verliehen/ hat uns ja nicht verboten/ zierlich von und vor ihm zu reden. Er hat auch befohlen/ daß man ihm ja nichts gebrechlichs/ dürres oder dergleichen/ sondern etwas gutes und unmangelhaftes/ opfern solle/ ([aq]a[/aq] [3 B. Mos. 22 V. 22]) sonst [S] werde es nicht angenehm seyn. Und wie solte es können GOtt gefallen/ wann ein fauler Gesell/ der das Gehirne nicht anstrengen mag/ ein rechtschaffenes Gedicht zu verfärtigen/ oder verfärtigen zu lernen/ ein leeres Gewörtel ohne Geist und Andacht/ wie es ihm ungefähr und in der Eile zwischen die Backen und Finger kommet/ auf das Papier sudelt/ und solche Schalen ohne Kern/ wie jener/ ihm aufopfert? ¶ 148 Da auch Geistliche Lieder zu des Nächsten Gebrauch/ und daß auch andere GOtt damit verehren/ geschrieben werden: wie kan/ durch ein solches HülfenLied/ die Andacht bei jemand erwecket und dessen Geist angefeuret werden/ da es ohne Geist und Andacht geschrieben worden? Ich setze/ zum Beispiel/ dieses Geschmiere. ¶ Was sagt König Salomon/ ¶ […] / Fundstelle
Seite: (189-191) [262-264]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S] / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] […] ¶ 150 Dieses Lied ist so fürtrefflich und lehrreich/ daß es billig/ nicht nur in der Kirche/ sondern auch in allen Häusern erschallen/ und durch eine weitläufige Rede erkläret werden solte. Solches kan mit lebendiger Stimme geschehen/ durch die Belehrer der [S] Poesy-begierigen Jugend: um/ die schlimme Pöbelwähne von der eitlen zeitlichen Glückseeligkeit/ ihnen aus dem Sinne zu rucken/ und hingegen ihres himlischen Ursprungs sie zu erinnern/ daß sie dahin wieder zu kehren bedacht seyn sollen. Sonsten gibt dieses Lied auch anlaß zu erinnern/ daß die Geistliche Lieder/ wann sie Lehr-Lieder sind/ hinten mit einem GebetSeufzer/ wie hier in den drei letzten Gesetzen beschihet/ sollen beschlossen werden. Sie klingen aber sonst annemlicher/ wann sie Gebet-Lieder sind: da man gleichwol/ hin und wieder/ gute Lehren mit einstreuen kan. [S] / Fundstelle
Seite: (193-197) [266-270]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein heiliger Stand/ von Gott selbst/ noch im Stand der Unschuld/ eingesezt/ und der nicht allein vielen Lastern wehret/ sondern auch das Reich des Himmels mit seel. Bürgern anfüllet/ und die Welt fortpflanzet. So solte er demnach billig mit Gebet und Ardacht/ gleichwie von den Verlobten angefangen/ also auch von andern eingesegnet werden. Da solte man anführen die schöne Exempel der Heiligen/ wie Adam [S] mit Eva bei dem Hochzeitgesang der Engel/ Isaac mit Rebecca da er ausgegangen zu beten/ Jacob mit Rahel nach großer Mühe und Arbeit/ gleichwie auch Tobias und Sara/ vermählet worden/ und wie Christus dem HochzeitFest zu Cana beigewohnet/ und dasselbige gesegnet: welcher dann billig/ vor allem andern/ zu einer jeden Christlichen Hochzeit soll eingeladen/ und bei der Hochzeit also tractirt werden/ daß er lust bekomme/ der neuen Eheleute ihr Hausgenoß zu bleiben. Man könte auch jedesmal einen Spruch aus H. Schrift/ der vom Ehestand handelt/ unter die Feder nehmen/ und mit einem Geistlichen Gedicht erklären: Insonderheit aber anführen/ wie der Ehestand mit Christi Liebe gegen seiner Gemeine von S. Paulo*[Ephes. 5 V. 25 seqq.] verglichen werde. Kein zweifel ist/ daß die Ehen viel gesegneter seyn und bäßer ersprießen/ wann sie also mit Gott angefangen würden. ¶ 160 Dißorts ein Beispiel zu geben/ weil/ die Menschwerdung des Ewigen [S] und einigen Sohns GOttes JEsu Christi/ sich wol eine ¶ Vermählung der Himlischen Gottheit mit der Irdischen Menschheit ¶ nennen lässet/ wird solche als eine Geistliche Hochzeit/ mit folgendem Gedichte besungen. ¶ Diß ist der Tag/ das Wunder-Fest/ […] [S] […] ¶ 161 Ich will hier noch beibringen einen Christlichen Hochzeitwunsch/ mit welchen ich vor 25 Jahren Herrn Joachim Pipenburg/ bei der wollöbl. Stadt Lüneburg vornehmen Ratsherrn und Gerichts Präsidenten/ verehret. Weil selbiger in einem siebenständigen Sinnbilde bestehet/ und von den Sinnbildern dißorts noch nichts gesaget worden/ so ist zu wissen/ daß selbige mit den GleichnisReden (S § 68 im I Buch 7 Cap.) eine große Verwandschaft haben/ und in selbigen dreien Stücken/ nämlich in der Sache/ von der man redet/ in dem Gleichenden/ und in der Gleichis/ bestehen. / Fundstelle
Seite: (207-212) [280-285]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 162 Alle Dinge und Thaten/ die sich bilden lassen/ sind die Materie von dieser schönen Kunst. Gott selbst/ und sein Sohn unser Heiland/ haben auf Erden/ mit den Profeten und Aposteln durch Gleichniße und Sinnbilder geredet: wie an des Jonas Kürbis zu sehen/ der ihm die Liebe Gottes gegen den bußfärtigen Niniviten vorbilden müßen. Also wird man/ in heiliger Schrift/ viel tausend Sinnbilder finden/ und darf man nur eine Deutschrieft darzu setzen / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 162 Alle Dinge und Thaten/ die sich bilden lassen/ sind die Materie von dieser schönen Kunst. Gott selbst/ und sein Sohn unser Heiland/ haben auf Erden/ mit den Profeten und Aposteln durch Gleichniße und Sinnbilder geredet: wie an des Jonas Kürbis zu sehen/ der ihm die Liebe Gottes gegen den bußfärtigen Niniviten vorbilden müßen. Also wird man/ in heiliger Schrift/ viel tausend Sinnbilder finden/ und darf man nur eine Deutschrieft darzu setzen / Fundstelle
Seite: (213) [286]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zweiten Theils der Pegnesis: da der Danae Fabel-Thurn/ mit Gold beregnet/ den Him-[S]melSegen anwünschet/ mit der Beischrift aus [aq]Horatij XVI Ode III[/aq] Buchs V. 8. ¶ [aq]Converso in precum Deo[/aq] ¶ und des Teutschen BibelSpruchs I B. Mos. 15. V. I. Ich bin dein sehr grosser Lohn. ¶ 164 Vor-erwehntes Siebenständiges Hochzeit-Sinnbild/ zeiget I ein beladenes Karrgeschier mit einem zerbrochenen Rad/ da ein Engel-Knab ein neues anstecket: den wieder-vermählten Witwerstand bemerkend. Das Wort ist/ ¶ Komt Eins ihm wieder bei; ¶ Und die Erklärung: ¶ Was ist diß Leben hier? Ein Leidbeladener Wagen/ […] [S] […] ¶ 165 Das zweite [aq]Emblema[/aq] machten zwei SaumRosse/ deren eines unter der aufgebürdeten Last erliget/ dazwischen ein EngelKnab stehend ihme die Last zum theil ab- und dem andern Roß´aufbürdet; mit der Schrift: ¶ Viel leichter tragen Zwei. ¶ Solches wird erkläret/ durch folgende Zeilen: ¶ Freilich sind wir Roß’ und Mäuler. Sünde hat uns eine Last/ […][S] […] ¶ 166 Das dritte [aq]Emblema[/aq], bringet durch eine Hand aus der Wolken/ auf einer güldnen Schale/ eine köstliche Perle/ darunter ligt ein Herz mit dem Namen GOttes bezeichnet: ausbildend die Sprüche/ daß ein Tugendsam Weib edler dann/ Gold und Perlen sei/ vom HErrn komme/ und dem gegeben werde der GOtt fürchtet. ([aq]a[/aq] [Sir. 7 V. 21 c. 26 V. 3 Spr. 31 V. 10 c. 19 V. 14]) Diß erkläret folgender Spruch/ samt den Versen: ¶ GOtt dieses Gut verleih! ¶ Ein Weib/ das reich an Witz und Tugend-Haab/ / Fundstelle
Seite: (214-217) [287-290]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. ¶ 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. ¶ 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese ¶ Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen. / Fundstelle
Seite: (220-223) [293-296]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man klaget über das leidige Gesetze der Sterblichkeit und Irdischen [S] Vergänglichkeit: wodurch alles/ was uns labet/ vergehen muß/ und uns wieder genommen wird/ gleichwie es uns auch von GOtt/ nicht geschenket/ sondern nur geliehen worden. Man beneidet das Grab/ daß es forthin das Gefäße sovieler Gaben haben/ und bewemmert/ daß der fürtreffliche schöne Leib verfaulen soll. Alles/ was den Augen begegnet/ redet man an/ und heist es mit trauren. Man klaget/ daß die Bürger und Kinder ihren Vatter/ der Tempel seinen Simeon oder Hanna/ das Haus sein Dach und Grund/ die Armen ihre Wolthaten-Qwelle/ die Befreundten ihre Freude und Zierde verlohren. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man klaget über das leidige Gesetze der Sterblichkeit und Irdischen [S] Vergänglichkeit: wodurch alles/ was uns labet/ vergehen muß/ und uns wieder genommen wird/ gleichwie es uns auch von GOtt/ nicht geschenket/ sondern nur geliehen worden. Man beneidet das Grab/ daß es forthin das Gefäße sovieler Gaben haben/ und bewemmert/ daß der fürtreffliche schöne Leib verfaulen soll. Alles/ was den Augen begegnet/ redet man an/ und heist es mit trauren. Man klaget/ daß die Bürger und Kinder ihren Vatter/ der Tempel seinen Simeon oder Hanna/ das Haus sein Dach und Grund/ die Armen ihre Wolthaten-Qwelle/ die Befreundten ihre Freude und Zierde verlohren. / Fundstelle
Seite: (226-227) [299-300]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben müße; wie dieser Göttlicher Wille allezeit gut sei/ und auf unser bästes denke/ ob schon die Umstände böse scheinen; wie man/ mit Hiob/ GOtt auch im Creutz loben und sagen müße/ der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen; wie GOtt/ was er gegeben und genommen/ dort im Himmel wiedergeben werde/ und es billig heiße/ Wiedersehen macht/ daß man Scheidends nicht acht. Man muß anführen/ daß diß Leben ein täglicher Tod sei/ da man nur immer sündigen/ leiden und streiten muß; und wie man im Tode/ der alles Ubel endet/ und die Thür zur Seeligkeit ist/ erst ewig zu leben anfahe; wie der Verstorbene hier beschwerlich in der Fremde gereiset/ mühsam gearbeitet und gelaufen/ gefärlich gekrieget und See-gefahren/ elendiglich [S] gefangen gesessen: den der Tod hingegen nun ins ewige Vatterland heimgeführet/ zu Ruh und in den Himmels-Port gebracht/ mit dem SiegesKranz gekrönet und aus dem Gefängnis erlöset/ die JEsus-vermählte Seele ihrem Bräutigam zugeführet/ und den UnglücksWinter in einen immerwährenden Freuden-Früling verwandlet. Man kan hinzu setzen/ daß es darum ein Neid seyn werde/ wann man den Verstorbenen in seiner Freude betrauren wolte/ und daß man gleichseeligen Wechsel vielmehr zu wünschen habe. / Fundstelle
Seite: (228-229) [301-302]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man kan auch den Verstorbenen/ oder einen Engel/ redend einführen/ wie er beschreibet/ in was Freuden er jezt lebe. Man kan eine Trostschrift machen/ als wann sie der neue Seelige selbst/ seinen betrübten Ehegatten zu trösten/ von Himmel herab gesendet hätte: Der-[S]gleichen im V Schäferged. des II Theils der Pegnesis zu lesen ist. Einen Vatter oder Regenten kan man damit trösten/ daß er seines gleichen hinterlassen: weswegen es soviel sei/ nach der H. Schrift Ausspruch/ als wann er nicht gestorben wäre. Zum Vorspiel dessen/ was bisher gesagt worden/ folget hier ein der Heiligsten Leiche unsres Erlösers JEsu Christi gewidmetes GrabLied. ¶ 1 Wo trägt man meinen JEsum hin? / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man kan auch den Verstorbenen/ oder einen Engel/ redend einführen/ wie er beschreibet/ in was Freuden er jezt lebe. Man kan eine Trostschrift machen/ als wann sie der neue Seelige selbst/ seinen betrübten Ehegatten zu trösten/ von Himmel herab gesendet hätte: Der-[S]gleichen im V Schäferged. des II Theils der Pegnesis zu lesen ist. Einen Vatter oder Regenten kan man damit trösten/ daß er seines gleichen hinterlassen: weswegen es soviel sei/ nach der H. Schrift Ausspruch/ als wann er nicht gestorben wäre. Zum Vorspiel dessen/ was bisher gesagt worden/ folget hier ein der Heiligsten Leiche unsres Erlösers JEsu Christi gewidmetes GrabLied. ¶ 1 Wo trägt man meinen JEsum hin? / Fundstelle
Seite: (229-230) [302-303]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 175 Diß ist ein Begräbnis-Lied/ und folget hiernächst das LeichLobLied/ welches die Christliche Andacht/ unsrem verstorben- und begrabenen Heiland/ zur Nachbeehrung widmet. ¶ Fliest/ ihr Threnen/ fliest und schießet/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 175 Diß ist ein Begräbnis-Lied/ und folget hiernächst das LeichLobLied/ welches die Christliche Andacht/ unsrem verstorben- und begrabenen Heiland/ zur Nachbeehrung widmet. ¶ Fliest/ ihr Threnen/ fliest und schießet/ / Fundstelle
Seite: (233) [306]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Thaten/ sind eine Historie/ als das Opfer Isaacs/ Josefs Keuschheit/ Davids Goliath-Sieg. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Die Thaten/ sind eine Historie/ als das Opfer Isaacs/ Josefs Keuschheit/ Davids Goliath-Sieg. / Fundstelle
Seite: (241) [314]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 181 Nach diesem preiset man ihren Wandel im Weg der Tugenden/ und vörderst die Königin unter denselben/ die Gottesfurcht/ (welche den Erd-Göttern voraus wol anstehet/ weil sie Gottes Ebenbilder und Statthaltere auf Erden sind) durch deren antrieb sie Gott geehret und geliebet/ auch Kirch und Schulen/ und deren Vorstehere/ ingleichen Witwen und Weisen/ gefördert und geschützet. Man erzehlet/ wie sie/ gleichwie in der Macht/ also auch in ihrem Thun/ Gott-ähnlich gewesen/ und ihme in allen Tugenden/ in der Heiligkeit/ [S] Güte/ Sanftmut/ Gedult/ Gerechtigkeit und Mildigkeit nachgeahmet; wie sie/ in Demut/ Keuschheit und Mäßigkeit/ Engel im Fleisch gewesen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 181 Nach diesem preiset man ihren Wandel im Weg der Tugenden/ und vörderst die Königin unter denselben/ die Gottesfurcht/ (welche den Erd-Göttern voraus wol anstehet/ weil sie Gottes Ebenbilder und Statthaltere auf Erden sind) durch deren antrieb sie Gott geehret und geliebet/ auch Kirch und Schulen/ und deren Vorstehere/ ingleichen Witwen und Weisen/ gefördert und geschützet. Man erzehlet/ wie sie/ gleichwie in der Macht/ also auch in ihrem Thun/ Gott-ähnlich gewesen/ und ihme in allen Tugenden/ in der Heiligkeit/ [S] Güte/ Sanftmut/ Gedult/ Gerechtigkeit und Mildigkeit nachgeahmet; wie sie/ in Demut/ Keuschheit und Mäßigkeit/ Engel im Fleisch gewesen. / Fundstelle
Seite: (243-244) [316-317]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Einem Hohen kan man rühmlich zulegen/ daß er/ nicht allein die Göttliche Schrift/ sondern auch das WeltBuch die Historien/ daraus die (nicht-Machiavellische) StaatsKunst erlernend/ und das schöne Buch der Natur/ ämsig gelesen und durchblättert. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Einem Hohen kan man rühmlich zulegen/ daß er/ nicht allein die Göttliche Schrift/ sondern auch das WeltBuch die Historien/ daraus die (nicht-Machiavellische) StaatsKunst erlernend/ und das schöne Buch der Natur/ ämsig gelesen und durchblättert. / Fundstelle
Seite: (245) [318]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Geistliche Lobgedichte sind nützlicher/ wann sie können gesungen werden: wie dann hier/ zum Beispiel/ folget/ ein [S] ¶ Lobgesang GOttes des Himlischen Vatters. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Geistliche Lobgedichte sind nützlicher/ wann sie können gesungen werden: wie dann hier/ zum Beispiel/ folget/ ein [S] ¶ Lobgesang GOttes des Himlischen Vatters. / Fundstelle
Seite: (246-247) [319-320]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Man vorsaget/ entweder aus der Zahl des Jahrs/ und durch einen die JahrZahl haltenden Spruch/ oder aus der GestirneZusammenblick und Einflüßen/ oder aus wolgesinnter Mutmaßung/ viel Gutes/ und stellet sich an/ als wann man aus Profetischem Geist weissagte. Man erzehlt/ was man/ oder wol Stadt und Land/ von der Person im vorigen Jahr Gutes empfangen/ erkennet und nennet sich darum Schuldner/ und stellet Gott/ als den Allvergelter/ zum Dank- und ZahlBürgen. Von demselben nun wünschet man/ der Person und den ihrigen/ gesundes [S] Auf- und unaussetzliches Wolwesen/ Göttlichen Segen und Beistand zum Beruff/ Aufnahm an Ehren/ der Engel Schirm wider die Feinde/ Sicherung für Gefahr und Schaden/ Freude und Vergnügung/ und noch viel solcher lieben Jahre. Man empfihlt sich endlich von neuem in die alte Gunst/ und erbietet sich zu ersinnlichen Diensten. ¶ 185 Ein Geistlicher NeuJahr-Wunsch folget hier/ der alles kurz zusammen fasset/ und gleichfalls zu Anfang der Woche und des Monats kan gebrauchet werden. ¶ NeuJahr-WunschLied.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man vorsaget/ entweder aus der Zahl des Jahrs/ und durch einen die JahrZahl haltenden Spruch/ oder aus der GestirneZusammenblick und Einflüßen/ oder aus wolgesinnter Mutmaßung/ viel Gutes/ und stellet sich an/ als wann man aus Profetischem Geist weissagte. Man erzehlt/ was man/ oder wol Stadt und Land/ von der Person im vorigen Jahr Gutes empfangen/ erkennet und nennet sich darum Schuldner/ und stellet Gott/ als den Allvergelter/ zum Dank- und ZahlBürgen. Von demselben nun wünschet man/ der Person und den ihrigen/ gesundes [S] Auf- und unaussetzliches Wolwesen/ Göttlichen Segen und Beistand zum Beruff/ Aufnahm an Ehren/ der Engel Schirm wider die Feinde/ Sicherung für Gefahr und Schaden/ Freude und Vergnügung/ und noch viel solcher lieben Jahre. Man empfihlt sich endlich von neuem in die alte Gunst/ und erbietet sich zu ersinnlichen Diensten. ¶ 185 Ein Geistlicher NeuJahr-Wunsch folget hier/ der alles kurz zusammen fasset/ und gleichfalls zu Anfang der Woche und des Monats kan gebrauchet werden. ¶ NeuJahr-WunschLied. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man vorsaget/ entweder aus der Zahl des Jahrs/ und durch einen die JahrZahl haltenden Spruch/ oder aus der GestirneZusammenblick und Einflüßen/ oder aus wolgesinnter Mutmaßung/ viel Gutes/ und stellet sich an/ als wann man aus Profetischem Geist weissagte. Man erzehlt/ was man/ oder wol Stadt und Land/ von der Person im vorigen Jahr Gutes empfangen/ erkennet und nennet sich darum Schuldner/ und stellet Gott/ als den Allvergelter/ zum Dank- und ZahlBürgen. Von demselben nun wünschet man/ der Person und den ihrigen/ gesundes [S] Auf- und unaussetzliches Wolwesen/ Göttlichen Segen und Beistand zum Beruff/ Aufnahm an Ehren/ der Engel Schirm wider die Feinde/ Sicherung für Gefahr und Schaden/ Freude und Vergnügung/ und noch viel solcher lieben Jahre. Man empfihlt sich endlich von neuem in die alte Gunst/ und erbietet sich zu ersinnlichen Diensten. ¶ 185 Ein Geistlicher NeuJahr-Wunsch folget hier/ der alles kurz zusammen fasset/ und gleichfalls zu Anfang der Woche und des Monats kan gebrauchet werden. ¶ NeuJahr-WunschLied. / Fundstelle
Seite: (252-253) [325-326]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also kan man/ gegen einer Lucretia und Catharina oder Reinhild/ von ihrer Keuschheit/ gegen einen Joseph von seinem Ehrwachstum reden/ und aus Gabriel Gar-Lieb/ aus Simeon in Mose/ aus Daniel in Adel/ aus Gustavus Augustus/ machen. Wer den Namen über alle Namen/ den [S] allerwürdigsten Namen JEsus liebet/ der wird ihme/ mit mir/ gerne folgendes Bitt- und EhrenLiied widmen. ¶ 1 JEsu! dich verehre ich/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also kan man/ gegen einer Lucretia und Catharina oder Reinhild/ von ihrer Keuschheit/ gegen einen Joseph von seinem Ehrwachstum reden/ und aus Gabriel Gar-Lieb/ aus Simeon in Mose/ aus Daniel in Adel/ aus Gustavus Augustus/ machen. Wer den Namen über alle Namen/ den [S] allerwürdigsten Namen JEsus liebet/ der wird ihme/ mit mir/ gerne folgendes Bitt- und EhrenLiied widmen. ¶ 1 JEsu! dich verehre ich/ / Fundstelle
Seite: (255-256) [328-329]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man kan erwehnen/ wie zwar hauptsächlich GOtt allein die Ehre gebühre: aber auch denen/ die auf Erden an Gottes stat andern Menschen vorstehen/ und GOtt in tugendlichen Eigenschaften nachahmen. Billig werden solche geehret/ als Gefäße der Gaben Gottes: dem die Ehre/ die man selbigen anthut/ selber zukommet. Man kan sagen/ wie große feurige Geister nicht feiren/ sondern immer aufwarts [S] und zur Höhe lohen/ bis sie solche ersteigen; wie die Ehre der Tugend/ gleich als der Schatten den Leib/ nachfolge/ und denjenigen selber suchen/ der durch Tugendliche Verdienste sich deren würdig machet. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man kan erwehnen/ wie zwar hauptsächlich GOtt allein die Ehre gebühre: aber auch denen/ die auf Erden an Gottes stat andern Menschen vorstehen/ und GOtt in tugendlichen Eigenschaften nachahmen. Billig werden solche geehret/ als Gefäße der Gaben Gottes: dem die Ehre/ die man selbigen anthut/ selber zukommet. Man kan sagen/ wie große feurige Geister nicht feiren/ sondern immer aufwarts [S] und zur Höhe lohen/ bis sie solche ersteigen; wie die Ehre der Tugend/ gleich als der Schatten den Leib/ nachfolge/ und denjenigen selber suchen/ der durch Tugendliche Verdienste sich deren würdig machet. / Fundstelle
Seite: (260-261) [333-334]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Man wünschet hierauf/ da seine Tugend-Arbeit ihm Ehre gebohren/ und nun der Ehre Frucht wiederum die Arbeit seyn werde/ daß GOtt/ zu ertragung dieser Last/ ihm Leibs- und SeelenKräfte verleihen wolle/ damit er wol heben und tragen könne/ was ihn erhoben. Man verspricht dem Vatterland und Ort viel Glückwesen von ihme/ und wünschet auch ihme hierzu Glück/ Gesundheit und ein langes Leben/ mehrern Ehr-wachstum/ und endlich die ewige Ehre in jenem bäßern Leben/ samt dem Nachruhm auf Erden. [S] ¶ 189 Weil so ein EhrenWunsch in dem IV Hirtenged. des II Theils der Pegnesis zu finden/ auch hernach dem Abreis-Wunsche angehängt wird/ als lassen wir es hierbei bewenden/ und schreiten fort zu den Buch-Ehr Gedichten. Selbige loben erstlichen den Verfasser des Buchs/ nach inhalt der Lobgedichte: sonderlich darum/ daß er sich befleißet Gott und dem Nächsten mit der Feder zu dienen.
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man wünschet hierauf/ da seine Tugend-Arbeit ihm Ehre gebohren/ und nun der Ehre Frucht wiederum die Arbeit seyn werde/ daß GOtt/ zu ertragung dieser Last/ ihm Leibs- und SeelenKräfte verleihen wolle/ damit er wol heben und tragen könne/ was ihn erhoben. Man verspricht dem Vatterland und Ort viel Glückwesen von ihme/ und wünschet auch ihme hierzu Glück/ Gesundheit und ein langes Leben/ mehrern Ehr-wachstum/ und endlich die ewige Ehre in jenem bäßern Leben/ samt dem Nachruhm auf Erden. [S] ¶ 189 Weil so ein EhrenWunsch in dem IV Hirtenged. des II Theils der Pegnesis zu finden/ auch hernach dem Abreis-Wunsche angehängt wird/ als lassen wir es hierbei bewenden/ und schreiten fort zu den Buch-Ehr Gedichten. Selbige loben erstlichen den Verfasser des Buchs/ nach inhalt der Lobgedichte: sonderlich darum/ daß er sich befleißet Gott und dem Nächsten mit der Feder zu dienen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man wünschet hierauf/ da seine Tugend-Arbeit ihm Ehre gebohren/ und nun der Ehre Frucht wiederum die Arbeit seyn werde/ daß GOtt/ zu ertragung dieser Last/ ihm Leibs- und SeelenKräfte verleihen wolle/ damit er wol heben und tragen könne/ was ihn erhoben. Man verspricht dem Vatterland und Ort viel Glückwesen von ihme/ und wünschet auch ihme hierzu Glück/ Gesundheit und ein langes Leben/ mehrern Ehr-wachstum/ und endlich die ewige Ehre in jenem bäßern Leben/ samt dem Nachruhm auf Erden. [S] ¶ 189 Weil so ein EhrenWunsch in dem IV Hirtenged. des II Theils der Pegnesis zu finden/ auch hernach dem Abreis-Wunsche angehängt wird/ als lassen wir es hierbei bewenden/ und schreiten fort zu den Buch-Ehr Gedichten. Selbige loben erstlichen den Verfasser des Buchs/ nach inhalt der Lobgedichte: sonderlich darum/ daß er sich befleißet Gott und dem Nächsten mit der Feder zu dienen. / Fundstelle
Seite: (262-263) [335-336]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ists ein Werk/ daß von GottesWort und zu dessen Ehre redet/ so saget man/ wie daß Gott dieses Buch in sein Buch des Lebens schreiben/ und den/ der ihn damit beehret/ wieder ehren werde. Dergleichen EhrenZuruff/ ist nachfolgendes Gedichte. ¶ Was ist das große Buch/ das Gottes Geist geschrieben/ / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Ists ein Werk/ daß von GottesWort und zu dessen Ehre redet/ so saget man/ wie daß Gott dieses Buch in sein Buch des Lebens schreiben/ und den/ der ihn damit beehret/ wieder ehren werde. Dergleichen EhrenZuruff/ ist nachfolgendes Gedichte. ¶ Was ist das große Buch/ das Gottes Geist geschrieben/ / Fundstelle
Seite: (265) [338]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 192 Hat jemals ein Held dergleichen SiegZuruff verdienet/ so ist es unser HErr und Heiland/ der Mensch-Gott JEsus Christus: als welcher den grösten Feind/ Gottes und der Menschen/ den höllischen Erzmörder/ und seine Helfer/ den Tod und die Hölle/ geschlagen und überwunden/ und am Heil. Ostertag von ihnen wiederkehrend/ den SiegesFahn geschwungen/ und sein/ Ich lebe und ihr solt auch leben/ ausgeruffen hat. Diesem Siege und Sieger/ sei dann hiermit folgendes Lied gewidmet. ¶ Wer ist es dann/ der dorten zieht herauf? / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 192 Hat jemals ein Held dergleichen SiegZuruff verdienet/ so ist es unser HErr und Heiland/ der Mensch-Gott JEsus Christus: als welcher den grösten Feind/ Gottes und der Menschen/ den höllischen Erzmörder/ und seine Helfer/ den Tod und die Hölle/ geschlagen und überwunden/ und am Heil. Ostertag von ihnen wiederkehrend/ den SiegesFahn geschwungen/ und sein/ Ich lebe und ihr solt auch leben/ ausgeruffen hat. Diesem Siege und Sieger/ sei dann hiermit folgendes Lied gewidmet. ¶ Wer ist es dann/ der dorten zieht herauf? / Fundstelle
Seite: (268) [341]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man bekennet/ daß man/ durch des Wolthäters Gnaden Mänge/ Dank-mangelhaft worden/ und bei Reichtum arm sei. Man vergleicht ihn andern/ die vor ihm gewesen/ ja dem großen Gott selber: dessen Eigenschaft ist/ immer und jederman geben/ und nichts dafür empfangen. Man klaget/ mit jenem [aq]Philosopho[/aq], man habe diß einige Unrecht von ihm erlitten/ daß man undankbar sterben müße. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man bekennet/ daß man/ durch des Wolthäters Gnaden Mänge/ Dank-mangelhaft worden/ und bei Reichtum arm sei. Man vergleicht ihn andern/ die vor ihm gewesen/ ja dem großen Gott selber: dessen Eigenschaft ist/ immer und jederman geben/ und nichts dafür empfangen. Man klaget/ mit jenem [aq]Philosopho[/aq], man habe diß einige Unrecht von ihm erlitten/ daß man undankbar sterben müße. / Fundstelle
Seite: (271) [344]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Endlich/ weil man bei sich kein Vermögen/ solche Wolthaten abzudienen/ findet/ so stel-[S]let man GOtt/ den Höchsten Allvergelter/ zum ZahlBürgen/ wünschet lang-gesundes Leben und allen Wolstand/ und opfert seine Feder der Fama/ in des Wolthäters Lob zu fliegen / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Endlich/ weil man bei sich kein Vermögen/ solche Wolthaten abzudienen/ findet/ so stel-[S]let man GOtt/ den Höchsten Allvergelter/ zum ZahlBürgen/ wünschet lang-gesundes Leben und allen Wolstand/ und opfert seine Feder der Fama/ in des Wolthäters Lob zu fliegen / Fundstelle
Seite: (271-272) [344-345]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 194 Wer ist/ der uns zu mehrerm Dank verbindet/ als der große GOtt/ unser Vatter und Erlöser? Was hülfe uns aber die Erschaff- und Erhaltung/ wann wir nicht von Sünden erlöst und also zum Ewigen Leben erkauft wären. So folget dann hiermit ein zu GOtt aus dem CXVI Psalm abgehendes ¶ DankLied ¶ für die Vergebung der Sünden. […] [S] […] ¶ 195 Solch ein DankGedicht ist auch/ des geistreichen Paul Gerhards Lied/ (Wer wol auf ist und gesund) worinn man GOtt für die Gesundheit danket/ welche/ nach der Seel-Versöhnung/ wol die edelste Gabe Gottes ist. Dieses schöne Lied/ wird mit GOtt/ künftig in meiner Geistlichen HausCapelle zu finden seyn. Bei den Latinern und Griechen/ werden dieser Art Gedichte [aq]Soteria[/aq] genennet. Dergleichen eines/ von dem preiswürdigen Preußen/ H. [aq]Kempio[/aq] A. 1664 an mich geschrieben/ in ermangelung eines andern/ allhier zum Beispiele dienen kan. ¶ Clio! sei mit mir erfreut/ / Fundstelle
Seite: (272-275) [345-348]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man wünschet ihme/ das [S] SchutzGeleite der himmlischen Leibwacht/ und sonst gute Gefärtschaft/ auch insonderheit/ daß er/ wie Herkules/ Gott und die Tugend zu Führern haben möge. ¶ 198 Der schmerzlichste Abschied mag zweifelsfrei gewesen seyn/ als die lieben Apostel ihren HErrn JEsum musten von der Erde abfahren sehen: wiewol dieses hierbei ihr Trost gewesen/ daß sein Hingang die Zukunft des H. Geistes gefördert. Wir wollen/ mit ihnen/ auf das Himmelfart-Fest/ diesen unsren getreuen Heiland also abgesegnen. ¶ Muß es hier dann sein geschieden/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man wünschet ihme/ das [S] SchutzGeleite der himmlischen Leibwacht/ und sonst gute Gefärtschaft/ auch insonderheit/ daß er/ wie Herkules/ Gott und die Tugend zu Führern haben möge. ¶ 198 Der schmerzlichste Abschied mag zweifelsfrei gewesen seyn/ als die lieben Apostel ihren HErrn JEsum musten von der Erde abfahren sehen: wiewol dieses hierbei ihr Trost gewesen/ daß sein Hingang die Zukunft des H. Geistes gefördert. Wir wollen/ mit ihnen/ auf das Himmelfart-Fest/ diesen unsren getreuen Heiland also abgesegnen. ¶ Muß es hier dann sein geschieden/ / Fundstelle
Seite: (281-282) [354-355]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
200 Der gewön- und sehnlichste Abschied ist/ wann wir diese Welt segnen. Da erzehlet man/ wie man auf [S] Erden gekränkt gelebet/ Unrecht erlitten/ vom Neid verfolgt/ von der Bosheit geplagt worden: das nun alles aufhören werde. Man danket Gott/ den Obern/ den Befreundten und guten Freunden/ für alle Gnad und Wolthaten/ Liebe und Treue. Man nimmt Abschied von den Seinen/ befihlt sie GOtt/ vermahnet sie zur Gottesfurcht und Tugend/ wünschet ihnen tausend Gutes/ tröstet und segnet sie/ und freuet sich ihrer seeligen Nachfart. Man verzeihet den Feinden/ bittet hinwieder jederman um Verzeihung/ wünschet Bekehrung/ und danket für die Verfolgung/ die nur ein Wegweiser zu Gott gewsen. Man freuet sich/ einmal von der Wanderschaft ins Vatterland/ von der Mühe zur Ruhe/ von der Meergefahr in den Port/ von dem Kampf zur SiegsKrone/ vom Wettlauf zum Kleinod zu gelangen. Man gibt endlich gute Nacht/ befihlt seine Seele in Gottes Hände/ bittet um den H. Geist/ der im Herzen ruffe und tröste/ wirft sich in JEsu Wunden/ und glaubet/ daß die Heil. Engel [S] den Geist in Abrahams Schoß tragen/ den Leib im Grab bewahren und einmal aus denselben verklärt gen Himmel abholen werden. Ein dergleichen kurzes AbschiedLied/ ist folgendes. ¶ HErr! es steht in deinen Händen!
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 200 Der gewön- und sehnlichste Abschied ist/ wann wir diese Welt segnen. Da erzehlet man/ wie man auf [S] Erden gekränkt gelebet/ Unrecht erlitten/ vom Neid verfolgt/ von der Bosheit geplagt worden: das nun alles aufhören werde. Man danket Gott/ den Obern/ den Befreundten und guten Freunden/ für alle Gnad und Wolthaten/ Liebe und Treue. Man nimmt Abschied von den Seinen/ befihlt sie GOtt/ vermahnet sie zur Gottesfurcht und Tugend/ wünschet ihnen tausend Gutes/ tröstet und segnet sie/ und freuet sich ihrer seeligen Nachfart. Man verzeihet den Feinden/ bittet hinwieder jederman um Verzeihung/ wünschet Bekehrung/ und danket für die Verfolgung/ die nur ein Wegweiser zu Gott gewsen. Man freuet sich/ einmal von der Wanderschaft ins Vatterland/ von der Mühe zur Ruhe/ von der Meergefahr in den Port/ von dem Kampf zur SiegsKrone/ vom Wettlauf zum Kleinod zu gelangen. Man gibt endlich gute Nacht/ befihlt seine Seele in Gottes Hände/ bittet um den H. Geist/ der im Herzen ruffe und tröste/ wirft sich in JEsu Wunden/ und glaubet/ daß die Heil. Engel [S] den Geist in Abrahams Schoß tragen/ den Leib im Grab bewahren und einmal aus denselben verklärt gen Himmel abholen werden. Ein dergleichen kurzes AbschiedLied/ ist folgendes. ¶ HErr! es steht in deinen Händen! / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 200 Der gewön- und sehnlichste Abschied ist/ wann wir diese Welt segnen. Da erzehlet man/ wie man auf [S] Erden gekränkt gelebet/ Unrecht erlitten/ vom Neid verfolgt/ von der Bosheit geplagt worden: das nun alles aufhören werde. Man danket Gott/ den Obern/ den Befreundten und guten Freunden/ für alle Gnad und Wolthaten/ Liebe und Treue. Man nimmt Abschied von den Seinen/ befihlt sie GOtt/ vermahnet sie zur Gottesfurcht und Tugend/ wünschet ihnen tausend Gutes/ tröstet und segnet sie/ und freuet sich ihrer seeligen Nachfart. Man verzeihet den Feinden/ bittet hinwieder jederman um Verzeihung/ wünschet Bekehrung/ und danket für die Verfolgung/ die nur ein Wegweiser zu Gott gewsen. Man freuet sich/ einmal von der Wanderschaft ins Vatterland/ von der Mühe zur Ruhe/ von der Meergefahr in den Port/ von dem Kampf zur SiegsKrone/ vom Wettlauf zum Kleinod zu gelangen. Man gibt endlich gute Nacht/ befihlt seine Seele in Gottes Hände/ bittet um den H. Geist/ der im Herzen ruffe und tröste/ wirft sich in JEsu Wunden/ und glaubet/ daß die Heil. Engel [S] den Geist in Abrahams Schoß tragen/ den Leib im Grab bewahren und einmal aus denselben verklärt gen Himmel abholen werden. Ein dergleichen kurzes AbschiedLied/ ist folgendes. ¶ HErr! es steht in deinen Händen! / Fundstelle
Seite: (285-287) [358-360]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man danket dem Himmel dafür/ und dem Orte/ der die Person hergesendet/ und erfreuet sich/ daß man den Tag erlebet. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man danket dem Himmel dafür/ und dem Orte/ der die Person hergesendet/ und erfreuet sich/ daß man den Tag erlebet. / Fundstelle
Seite: (289) [362]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man erwehnet/ weil er das Land beglücke/ so müße es ihm wieder beglücken: und wie man bisher um ihn gebetten/ also werde man hinfort für ihn den Himmel bitten. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man erwehnet/ weil er das Land beglücke/ so müße es ihm wieder beglücken: und wie man bisher um ihn gebetten/ also werde man hinfort für ihn den Himmel bitten. / Fundstelle
Seite: (289) [362]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 202 Keinen größern Gast können wir bekommen/ als in unsere Herzen den Heil. Geist: der kan dann/ nicht nur am PfingstFest/ sondern alle Tage/ also bewillkommnet werden. ¶ Sih auf/ mein Herz! es kommt ein edler Gast. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 202 Keinen größern Gast können wir bekommen/ als in unsere Herzen den Heil. Geist: der kan dann/ nicht nur am PfingstFest/ sondern alle Tage/ also bewillkommnet werden. ¶ Sih auf/ mein Herz! es kommt ein edler Gast. / Fundstelle
Seite: (290) [363]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Weil diß Buch/ gleichwie billig Alles/ der Ehre des Himmels sich widmet/ als ist jede Art mit einem Gedichte Geistlichen inhalts bebeispielet worden. In meinen Gottes- und Todes Gedanken/ Lorbeerhainen und BirkenWäldern/ sowol auch im gedruckten Ostländischen Lorbeerhain/ in der [S] Guelfis und in beiden Theilen der Pegnesis/ werden auch viel solche Exempel/ zur beliebigen Nachahmung/ dem begierigen leser sich anbieten. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Weil diß Buch/ gleichwie billig Alles/ der Ehre des Himmels sich widmet/ als ist jede Art mit einem Gedichte Geistlichen inhalts bebeispielet worden. In meinen Gottes- und Todes Gedanken/ Lorbeerhainen und BirkenWäldern/ sowol auch im gedruckten Ostländischen Lorbeerhain/ in der [S] Guelfis und in beiden Theilen der Pegnesis/ werden auch viel solche Exempel/ zur beliebigen Nachahmung/ dem begierigen leser sich anbieten. / Fundstelle
Seite: (292-293) [365-366]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
Doch darf man auch von Sonne/ Mond und Sternen/ von Wolken/ und von allen andern natürlichen Dingen/ auch von Städten und Vestungen/ von Sitten und Tugenden/ von der WeltEitelkeit/ vom Sterben/ von Höllischen Satyren und deren Betrug/ reden. Wann man von [S] Hohen Personen redet/ so erwehnet man/ wie unter ihrem Schutz der Feldman in Sicherheit und Segen lebe/ frölich weide und auf seiner Schalmei spiele: und wird hierauf Heil gewünschet/ gewünschet/ und abgeredet/ wie man sie/ zum Dank/ von der Heerde und den Feldfrüchten/ wieder beschenken wolle. ¶ 206 Es ist hieraus leichtlich zu erachten/ was reiche Materie ein gelehrter Schäfer habe/ dem Allerhöchsten/ von dem er insonderheit allen Segen seines Feldes erwarten muß/ seinen Danken zu zusingen: maßen diese Gedicht-art/ als die ältste und edelste/ billig vor andern in ihren Ursprung wiederkehret/ und den Himmel ehret/ den ein Feldmann stets vor augen/ auch in sovielen schönen Geschöpfen zu betrachten anlaß hat. Wie man auch ihn/ um Geistliche Wolthaten/ durch Eclogen verehren könne/ folget hier ein Vorspiel des nun im Himmel singenden PegnitzSchäfers und Poeten Klajus/ worinn er etliche Ebreische Hirten/ die Geburt JEsu Christi besingend/ aufführet/ und dadurch ande-[S]ren/ gleichwie anch sonst in seinen GottesGedichten/ zur Geistlichen Poesy-Nachfolge/ vorleuchtet. ¶ Bei Eder/ jenem Thurn/ gieng dorten auf der Weide
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Doch darf man auch von Sonne/ Mond und Sternen/ von Wolken/ und von allen andern natürlichen Dingen/ auch von Städten und Vestungen/ von Sitten und Tugenden/ von der WeltEitelkeit/ vom Sterben/ von Höllischen Satyren und deren Betrug/ reden. Wann man von [S] Hohen Personen redet/ so erwehnet man/ wie unter ihrem Schutz der Feldman in Sicherheit und Segen lebe/ frölich weide und auf seiner Schalmei spiele: und wird hierauf Heil gewünschet/ gewünschet/ und abgeredet/ wie man sie/ zum Dank/ von der Heerde und den Feldfrüchten/ wieder beschenken wolle. ¶ 206 Es ist hieraus leichtlich zu erachten/ was reiche Materie ein gelehrter Schäfer habe/ dem Allerhöchsten/ von dem er insonderheit allen Segen seines Feldes erwarten muß/ seinen Danken zu zusingen: maßen diese Gedicht-art/ als die ältste und edelste/ billig vor andern in ihren Ursprung wiederkehret/ und den Himmel ehret/ den ein Feldmann stets vor augen/ auch in sovielen schönen Geschöpfen zu betrachten anlaß hat. Wie man auch ihn/ um Geistliche Wolthaten/ durch Eclogen verehren könne/ folget hier ein Vorspiel des nun im Himmel singenden PegnitzSchäfers und Poeten Klajus/ worinn er etliche Ebreische Hirten/ die Geburt JEsu Christi besingend/ aufführet/ und dadurch ande-[S]ren/ gleichwie anch sonst in seinen GottesGedichten/ zur Geistlichen Poesy-Nachfolge/ vorleuchtet. ¶ Bei Eder/ jenem Thurn/ gieng dorten auf der Weide / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Doch darf man auch von Sonne/ Mond und Sternen/ von Wolken/ und von allen andern natürlichen Dingen/ auch von Städten und Vestungen/ von Sitten und Tugenden/ von der WeltEitelkeit/ vom Sterben/ von Höllischen Satyren und deren Betrug/ reden. Wann man von [S] Hohen Personen redet/ so erwehnet man/ wie unter ihrem Schutz der Feldman in Sicherheit und Segen lebe/ frölich weide und auf seiner Schalmei spiele: und wird hierauf Heil gewünschet/ gewünschet/ und abgeredet/ wie man sie/ zum Dank/ von der Heerde und den Feldfrüchten/ wieder beschenken wolle. ¶ 206 Es ist hieraus leichtlich zu erachten/ was reiche Materie ein gelehrter Schäfer habe/ dem Allerhöchsten/ von dem er insonderheit allen Segen seines Feldes erwarten muß/ seinen Danken zu zusingen: maßen diese Gedicht-art/ als die ältste und edelste/ billig vor andern in ihren Ursprung wiederkehret/ und den Himmel ehret/ den ein Feldmann stets vor augen/ auch in sovielen schönen Geschöpfen zu betrachten anlaß hat. Wie man auch ihn/ um Geistliche Wolthaten/ durch Eclogen verehren könne/ folget hier ein Vorspiel des nun im Himmel singenden PegnitzSchäfers und Poeten Klajus/ worinn er etliche Ebreische Hirten/ die Geburt JEsu Christi besingend/ aufführet/ und dadurch ande-[S]ren/ gleichwie anch sonst in seinen GottesGedichten/ zur Geistlichen Poesy-Nachfolge/ vorleuchtet. ¶ Bei Eder/ jenem Thurn/ gieng dorten auf der Weide / Fundstelle
Seite: (295-297) [368-370]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: maßen/ da ja in Comödien von Tugenden/ und in Tragödien von Helden und Helden-Thaten gehandelt wird/ jene schicklicher TugendSpiele/ diese Helden-Spiele/ können genennt werden. Dieser letzern Gattung sind/ meine Margenis/ die vom Teutschen Frieden und Unfrieden/ unter dem Fürhang [S] eines Gedichtes handlet/ und der aus H. [aq]P. Masenii[/aq]Latinischem übersezte Androfilo. Diesen aber ist vorgegangen die Psyche/ welche/ gleich dem vorigen Schauspiel/ unter einem Gedichte/ von der Erschaffung/ Abfall und Erlösung des Menschen handlet/ aber die Historie weiter und bis zur lezten JEsus-Zukunf hinausführet. Und dieses wird/ als ein Beispiel/ drunten zu Ende angehänget. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: maßen/ da ja in Comödien von Tugenden/ und in Tragödien von Helden und Helden-Thaten gehandelt wird/ jene schicklicher TugendSpiele/ diese Helden-Spiele/ können genennt werden. Dieser letzern Gattung sind/ meine Margenis/ die vom Teutschen Frieden und Unfrieden/ unter dem Fürhang [S] eines Gedichtes handlet/ und der aus H. [aq]P. Masenii[/aq]Latinischem übersezte Androfilo. Diesen aber ist vorgegangen die Psyche/ welche/ gleich dem vorigen Schauspiel/ unter einem Gedichte/ von der Erschaffung/ Abfall und Erlösung des Menschen handlet/ aber die Historie weiter und bis zur lezten JEsus-Zukunf hinausführet. Und dieses wird/ als ein Beispiel/ drunten zu Ende angehänget. / Fundstelle
Seite: (323-324) [396-397]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man pfleget auch/ wol zween oder drei Vorrednere/ nacheinander heraus zu stellen/ da gewönlich einer den andern von der Stelle jaget: diß thuen/ in [S] der Margenis/ eine Seule/ Mercurius und Cupido/ und in der Psyche/ die Irdische und Himlische Liebe. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Man pfleget auch/ wol zween oder drei Vorrednere/ nacheinander heraus zu stellen/ da gewönlich einer den andern von der Stelle jaget: diß thuen/ in [S] der Margenis/ eine Seule/ Mercurius und Cupido/ und in der Psyche/ die Irdische und Himlische Liebe. / Fundstelle
Seite: (324-325) [397-398]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es scheinet aber auch nicht unschicklich/ wann man sie/ wie voruralters geschehen/ in allerlei Vers-Arten schreibet/ und zwar dieselben nach Beschaffenheit der Reden und Personen erwehlet: und solches ist in der zu Ende angehängten Psyche geschehen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Es scheinet aber auch nicht unschicklich/ wann man sie/ wie voruralters geschehen/ in allerlei Vers-Arten schreibet/ und zwar dieselben nach Beschaffenheit der Reden und Personen erwehlet: und solches ist in der zu Ende angehängten Psyche geschehen. / Fundstelle
Seite: (332) [405]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht minder muß man hier viel LehrSprüche einmängen/ oder gar Spruch-reden/ wovon in der Psyche leztem Auftritte der III Handlung ein Beispiel zu sehen: dann Schauspiele [S] müßen lehrreich seyn/ und neben dem Belusten zum Nutzen dienen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Nicht minder muß man hier viel LehrSprüche einmängen/ oder gar Spruch-reden/ wovon in der Psyche leztem Auftritte der III Handlung ein Beispiel zu sehen: dann Schauspiele [S] müßen lehrreich seyn/ und neben dem Belusten zum Nutzen dienen. / Fundstelle
Seite: (333-334) [406-407]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 80 Diese Art/ folget die Zweite mit vier Versen/ wird genannt ein Vierling oder Viergebände/ heist bei den Lateinern [aq]Tetrastichon[/aq], und bei den Franzosen [aq]Quadrain[/aq]. Im Geistlichen Weihrauch sind derer XII Dutzet/ in der Dilherrischen CharWoche VI Dutzet/ in der Pegnesis I Theil 50/ im Osterreichischen EhrenSpiegel 58/ und soviel Lateinische/ in der Dilherrischen HandPostill 170/ und noch viele anderswo/ zu finden. Ein Beispiel sei dieses/ über die ¶ Blum Vergiß mein nicht. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 80 Diese Art/ folget die Zweite mit vier Versen/ wird genannt ein Vierling oder Viergebände/ heist bei den Lateinern [aq]Tetrastichon[/aq], und bei den Franzosen [aq]Quadrain[/aq]. Im Geistlichen Weihrauch sind derer XII Dutzet/ in der Dilherrischen CharWoche VI Dutzet/ in der Pegnesis I Theil 50/ im Osterreichischen EhrenSpiegel 58/ und soviel Lateinische/ in der Dilherrischen HandPostill 170/ und noch viele anderswo/ zu finden. Ein Beispiel sei dieses/ über die ¶ Blum Vergiß mein nicht. / Fundstelle
Seite: (91) [164]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: 82 Die Sechslinge oder Sechs-Gebände/ in Latein Hexasticha, bei den Franzosen [aq]Sixains[/aq] genannt/ bestehen in Sechs Zeilen: und sind derer/ in der Dilherrischen Hand Postill über huntert/ im Oesterreichischen Ehren-Spiegel 28 aufzusuchen. Eines von jenen/ lautet also: [S] ¶ Bittet/ daß ihr nehmet. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: 82 Die Sechslinge oder Sechs-Gebände/ in Latein Hexasticha, bei den Franzosen [aq]Sixains[/aq] genannt/ bestehen in Sechs Zeilen: und sind derer/ in der Dilherrischen Hand Postill über huntert/ im Oesterreichischen Ehren-Spiegel 28 aufzusuchen. Eines von jenen/ lautet also: [S] ¶ Bittet/ daß ihr nehmet. / Fundstelle
Seite: (92-93) [165-166]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Weißgefüllte Veil sich stenglet hoch hinan/ / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Der Weißgefüllte Veil sich stenglet hoch hinan/ / Fundstelle
Seite: (94) [167]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Mensch/ du Wurm/ du Erden Kloß! / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Mensch/ du Wurm/ du Erden Kloß! / Fundstelle
Seite: (95) [168]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Zehen Gebände. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Zehen Gebände. / Fundstelle
Seite: (95) [168]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Opitzens Jeremias-Klagliedern/ Jonas/ JEsus Lob- und Geburt-Gesang / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Opitzens Jeremias-Klagliedern/ Jonas/ JEsus Lob- und Geburt-Gesang / Fundstelle
Seite: (158) [231]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: An der Pegnitz/ haben der Edle Strefon und Klajus hiermit den anfang gemacht: denen ihre Blumengenoßen/ absonderlich Floridan/ (welcher deren über XX verfärtigt) ämsig nachgefolget. Zum Vorbilde kan hier dienen/ der zu ende diesem Buch angehängte so-genannte Norische Föbus: worinn Sieben Blum-Hirten/ nicht allein Kunst-artig/ sondern auch Gott-geistig/ sich vernehmen lassen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: An der Pegnitz/ haben der Edle Strefon und Klajus hiermit den anfang gemacht: denen ihre Blumengenoßen/ absonderlich Floridan/ (welcher deren über XX verfärtigt) ämsig nachgefolget. Zum Vorbilde kan hier dienen/ der zu ende diesem Buch angehängte so-genannte Norische Föbus: worinn Sieben Blum-Hirten/ nicht allein Kunst-artig/ sondern auch Gott-geistig/ sich vernehmen lassen. / Fundstelle
Seite: (301) [374]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Also/ in der Psyche/ zeiget der Eingang/ Alastors Abfall vom K. Anarchus: [S] Darauf folget Sarcanders und der Psyche Verleitung/ und drittens deren Jammer auf Auskunft des Drachens/ von welchem und von Alastorn sie nachgehends der Prinz Theagenes erlöset: der ihr folgends seinen Freund Diocles sendet/ endlich wiederkehret/ Alastorn gefangen nimmet/ und seine Psyche heimführet. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Also/ in der Psyche/ zeiget der Eingang/ Alastors Abfall vom K. Anarchus: [S] Darauf folget Sarcanders und der Psyche Verleitung/ und drittens deren Jammer auf Auskunft des Drachens/ von welchem und von Alastorn sie nachgehends der Prinz Theagenes erlöset: der ihr folgends seinen Freund Diocles sendet/ endlich wiederkehret/ Alastorn gefangen nimmet/ und seine Psyche heimführet. / Fundstelle
Seite: (325-326) [398-399]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Solchergestalt hätte/ die Erste Handlung in der Psyche/ nur IV Auftritte/ und werden der II und V für Zutritte gerechnet. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Solchergestalt hätte/ die Erste Handlung in der Psyche/ nur IV Auftritte/ und werden der II und V für Zutritte gerechnet. / Fundstelle
Seite: (326) [399]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Zwischenspiele/ sind etwan wol kleine Comödien: dergleichen/ bei Abhandlung der Psyche/ das [aq]Bivium Herculis[/aq]gewesen. / Rang
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Eigenschaft / Exempelpolitik: Diese Zwischenspiele/ sind etwan wol kleine Comödien: dergleichen/ bei Abhandlung der Psyche/ das [aq]Bivium Herculis[/aq]gewesen. / Fundstelle
Seite: (327) [400]
 
Eigenschaft / Exempelpolitik
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man pfleget auch/ an stat der Zwischenspiele/ ein Nachspiel anzuhängen/ um die Spielschauer damit zu erfrölichen: wie/ bei Abhandlung des Androfilo/ mit der sogenannten Silvia geschehen. / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Exempelpolitik: Man pfleget auch/ an stat der Zwischenspiele/ ein Nachspiel anzuhängen/ um die Spielschauer damit zu erfrölichen: wie/ bei Abhandlung des Androfilo/ mit der sogenannten Silvia geschehen. / Fundstelle
Seite: (328) [401]
 
Eigenschaft / Textanhänge
 
Eigenschaft / Textanhänge: Der Norische Föbus: beim Eintritte Des [aq]M DC LXXVII[/aq] Neuen Christ-Jahrs/ beehret von den Blumgenoßen an der Pegnitz. / Rang
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Eigenschaft / Textanhänge: Der Norische Föbus: beim Eintritte Des [aq]M DC LXXVII[/aq] Neuen Christ-Jahrs/ beehret von den Blumgenoßen an der Pegnitz. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [414]
 
Eigenschaft / Textanhänge
 
Eigenschaft / Textanhänge: S. v. B. SchauSpiel PSYCHE: auf den Schauplatz gebracht in Nürnberg A. 1652. Jezt/ aus dem Latein/ in Teutsche Poesy versetzet. / Rang
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Eigenschaft / Textanhänge: S. v. B. SchauSpiel PSYCHE: auf den Schauplatz gebracht in Nürnberg A. 1652. Jezt/ aus dem Latein/ in Teutsche Poesy versetzet. / Fundstelle
Seite: (unpag.) [462]
 
Eigenschaft / Textanhänge
 
Eigenschaft / Textanhänge: S. à B. [aq]De Lauru Programma[/aq]. / Rang
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Eigenschaft / Textanhänge: S. à B. [aq]De Lauru Programma[/aq]. / Fundstelle
Seite: (517) [590]
 

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