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Eigenschaft / Bibliographische AngabenEigenschaft / Bibliographische Angaben
Q426 (Gelöschtes Datenobjekt)
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Hinter ihm stunden drei nakte Jungfrauen oder Mägde mit geflochtenen ärmen/ und abgewendeten angesichtern. Diese reichten einander einen güldnen apfel zu/ und waren fast eben auf die ahrt gebildet/ wie uns sonsten die Heidnischen Dichtmeister die Alsgöttinnen der freundligkeit und hude beschrieben: / Rang
Normaler Rang
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Hinter ihm stunden drei nakte Jungfrauen oder Mägde mit geflochtenen ärmen/ und abgewendeten angesichtern. Diese reichten einander einen güldnen apfel zu/ und waren fast eben auf die ahrt gebildet/ wie uns sonsten die Heidnischen Dichtmeister die Alsgöttinnen der freundligkeit und hude beschrieben: / Fundstelle
Seite: (55) [71]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
[M., J.T.] Es [S] könte auch heissen frohe/ oder freudenblikke. Das dritte/ weil das abgöttische/ läppische/ und heidnische flikwort/ Kloto/ die Hölhure/ darinnen stehet/ hab' ich gantz geändert. ¶ D. Warüm wil Er dan das dichterische wort Kloto so gar verwerfen? ¶ M. Es ist auch verwerfenswürdig. Dan was haben wir Kristen mit den heidnischen abgöttischen nahmen zu tuhn. Wir können ja ohne sie zierlich und dichterisch genug reden/ und aus dem wesen der dinge/ uns auch eigene dichterische lehrgeschichte/ oder lehrdichtereien/ die kristlicher seind/ als jene/ selbsten erfinden/ ja den kräften der Natur aus unserer muttersprache selbst nahmen zueignen/ also/ daß wir uns mit den ihrigen nicht beschmützen/ oder verdächtig machen dürfen; wie im Hochdeutschen Helikon weitleuftig zu lesen. Aber wan man diese aus unserer kristlichen Dichterei verwerfen wolte/ wie würden alsdan die armen Reimenschmiede zu rechte kommen? die anders keine erfündungen haben können/ wo sie dieselben nicht daher nehmen/ und vom Apollo/ vom Jupiter/ von der Venus/ Juno/ Bellone/ Pallas/ und dergleichen tausend flikkereien und klikkereien treumen und sudeln/ ja solch einen kunterbunten lappenbeltz zusammenschmieren/ der tausendmahl närrischer als Klausens rok. O! der elenden sudler und hudler! Wan sie ihre Gedichte nicht besser zieren können/ als mit solchen ertzbuben/ und ertzhuhren/ wie sie die Heidnischen Dichter selbst beschreiben; so möchten sie ihr dichteln lieber gantz bleiben laßen. Aber das ohr jükt der jungen welt gemeiniglich nur nach fremden dingen; indem es so ungesund ist/ daß sie nicht höhren kan/ [S] wie übel es lautet/ wan ein solches flikwerk aus der Heidenschaft in der Kristen Gedichte mit eingeschoben wird. ¶ D. Aber warüm hat dan Flämming solches getahn/ den Er sonst vor den allerfürtrefflichsten Dichtmeister zu halten pfleget? ¶ M. Hette Er dieses vermieden/ so were seines gleichen nicht/ und würde auch vielleicht seines gleichen nimmermehr kommen. Gleichwohl hat er sich dessen/ wie jung er auch gewesen/ dan er ist im ein und dreissigsten jahre seines alters gestorben/ auf die letzte weit mehr entzogen/ als im anfange; da ihn seine noch unerfahrne jugend verführet. Ja wan er hette leben sollen/ als seine Dichterein durch öffentlichen druk zu lichte gebracht worden; so würden sie ohne zweifel gantz aus andern augen sehen/ und von ihrer härtigkeit/ und den heidnischen redensahrten gnugsam gereiniget und geleutert sein. Ich selbst habe dergleichen redesahrten in meiner jugend zu weilen auch aus der feder schlüpfen laßen/ und eben auch/ wie andere junge leute/ in meine Gedichte manche Venusen/ Bellonen/ Minerven/ Marsen/ Plutonen und dergleichen götzenwerk mit eingeflikt: aber als ich zu gesünderem verstande zu kommen begunte/ da spiehe ich/ mit dem Hocherleuchteten Gerharden/ die kützlichte jugend an/ und änderte meine Gedichte gantz/ warf das heidnische lumpenwerk/ als einen nichts würdigen schaum/ heraus/ und beflis mich kristlicher zu schreiben.
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Es [S] könte auch heissen frohe/ oder freudenblikke. Das dritte/ weil das abgöttische/ läppische/ und heidnische flikwort/ Kloto/ die Hölhure/ darinnen stehet/ hab' ich gantz geändert. ¶ D. Warüm wil Er dan das dichterische wort Kloto so gar verwerfen? ¶ M. Es ist auch verwerfenswürdig. Dan was haben wir Kristen mit den heidnischen abgöttischen nahmen zu tuhn. Wir können ja ohne sie zierlich und dichterisch genug reden/ und aus dem wesen der dinge/ uns auch eigene dichterische lehrgeschichte/ oder lehrdichtereien/ die kristlicher seind/ als jene/ selbsten erfinden/ ja den kräften der Natur aus unserer muttersprache selbst nahmen zueignen/ also/ daß wir uns mit den ihrigen nicht beschmützen/ oder verdächtig machen dürfen; wie im Hochdeutschen Helikon weitleuftig zu lesen. Aber wan man diese aus unserer kristlichen Dichterei verwerfen wolte/ wie würden alsdan die armen Reimenschmiede zu rechte kommen? die anders keine erfündungen haben können/ wo sie dieselben nicht daher nehmen/ und vom Apollo/ vom Jupiter/ von der Venus/ Juno/ Bellone/ Pallas/ und dergleichen tausend flikkereien und klikkereien treumen und sudeln/ ja solch einen kunterbunten lappenbeltz zusammenschmieren/ der tausendmahl närrischer als Klausens rok. O! der elenden sudler und hudler! Wan sie ihre Gedichte nicht besser zieren können/ als mit solchen ertzbuben/ und ertzhuhren/ wie sie die Heidnischen Dichter selbst beschreiben; so möchten sie ihr dichteln lieber gantz bleiben laßen. Aber das ohr jükt der jungen welt gemeiniglich nur nach fremden dingen; indem es so ungesund ist/ daß sie nicht höhren kan/ [S] wie übel es lautet/ wan ein solches flikwerk aus der Heidenschaft in der Kristen Gedichte mit eingeschoben wird. ¶ D. Aber warüm hat dan Flämming solches getahn/ den Er sonst vor den allerfürtrefflichsten Dichtmeister zu halten pfleget? ¶ M. Hette Er dieses vermieden/ so were seines gleichen nicht/ und würde auch vielleicht seines gleichen nimmermehr kommen. Gleichwohl hat er sich dessen/ wie jung er auch gewesen/ dan er ist im ein und dreissigsten jahre seines alters gestorben/ auf die letzte weit mehr entzogen/ als im anfange; da ihn seine noch unerfahrne jugend verführet. Ja wan er hette leben sollen/ als seine Dichterein durch öffentlichen druk zu lichte gebracht worden; so würden sie ohne zweifel gantz aus andern augen sehen/ und von ihrer härtigkeit/ und den heidnischen redensahrten gnugsam gereiniget und geleutert sein. Ich selbst habe dergleichen redesahrten in meiner jugend zu weilen auch aus der feder schlüpfen laßen/ und eben auch/ wie andere junge leute/ in meine Gedichte manche Venusen/ Bellonen/ Minerven/ Marsen/ Plutonen und dergleichen götzenwerk mit eingeflikt: aber als ich zu gesünderem verstande zu kommen begunte/ da spiehe ich/ mit dem Hocherleuchteten Gerharden/ die kützlichte jugend an/ und änderte meine Gedichte gantz/ warf das heidnische lumpenwerk/ als einen nichts würdigen schaum/ heraus/ und beflis mich kristlicher zu schreiben. / Rang
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Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Es [S] könte auch heissen frohe/ oder freudenblikke. Das dritte/ weil das abgöttische/ läppische/ und heidnische flikwort/ Kloto/ die Hölhure/ darinnen stehet/ hab' ich gantz geändert. ¶ D. Warüm wil Er dan das dichterische wort Kloto so gar verwerfen? ¶ M. Es ist auch verwerfenswürdig. Dan was haben wir Kristen mit den heidnischen abgöttischen nahmen zu tuhn. Wir können ja ohne sie zierlich und dichterisch genug reden/ und aus dem wesen der dinge/ uns auch eigene dichterische lehrgeschichte/ oder lehrdichtereien/ die kristlicher seind/ als jene/ selbsten erfinden/ ja den kräften der Natur aus unserer muttersprache selbst nahmen zueignen/ also/ daß wir uns mit den ihrigen nicht beschmützen/ oder verdächtig machen dürfen; wie im Hochdeutschen Helikon weitleuftig zu lesen. Aber wan man diese aus unserer kristlichen Dichterei verwerfen wolte/ wie würden alsdan die armen Reimenschmiede zu rechte kommen? die anders keine erfündungen haben können/ wo sie dieselben nicht daher nehmen/ und vom Apollo/ vom Jupiter/ von der Venus/ Juno/ Bellone/ Pallas/ und dergleichen tausend flikkereien und klikkereien treumen und sudeln/ ja solch einen kunterbunten lappenbeltz zusammenschmieren/ der tausendmahl närrischer als Klausens rok. O! der elenden sudler und hudler! Wan sie ihre Gedichte nicht besser zieren können/ als mit solchen ertzbuben/ und ertzhuhren/ wie sie die Heidnischen Dichter selbst beschreiben; so möchten sie ihr dichteln lieber gantz bleiben laßen. Aber das ohr jükt der jungen welt gemeiniglich nur nach fremden dingen; indem es so ungesund ist/ daß sie nicht höhren kan/ [S] wie übel es lautet/ wan ein solches flikwerk aus der Heidenschaft in der Kristen Gedichte mit eingeschoben wird. ¶ D. Aber warüm hat dan Flämming solches getahn/ den Er sonst vor den allerfürtrefflichsten Dichtmeister zu halten pfleget? ¶ M. Hette Er dieses vermieden/ so were seines gleichen nicht/ und würde auch vielleicht seines gleichen nimmermehr kommen. Gleichwohl hat er sich dessen/ wie jung er auch gewesen/ dan er ist im ein und dreissigsten jahre seines alters gestorben/ auf die letzte weit mehr entzogen/ als im anfange; da ihn seine noch unerfahrne jugend verführet. Ja wan er hette leben sollen/ als seine Dichterein durch öffentlichen druk zu lichte gebracht worden; so würden sie ohne zweifel gantz aus andern augen sehen/ und von ihrer härtigkeit/ und den heidnischen redensahrten gnugsam gereiniget und geleutert sein. Ich selbst habe dergleichen redesahrten in meiner jugend zu weilen auch aus der feder schlüpfen laßen/ und eben auch/ wie andere junge leute/ in meine Gedichte manche Venusen/ Bellonen/ Minerven/ Marsen/ Plutonen und dergleichen götzenwerk mit eingeflikt: aber als ich zu gesünderem verstande zu kommen begunte/ da spiehe ich/ mit dem Hocherleuchteten Gerharden/ die kützlichte jugend an/ und änderte meine Gedichte gantz/ warf das heidnische lumpenwerk/ als einen nichts würdigen schaum/ heraus/ und beflis mich kristlicher zu schreiben. / Fundstelle
Seite: (118-120) [134-136]
 
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: M. Es ist eben dieselbe Stadt an der Elbe/ die noch itzund Magdeburg heisset: da üm die zeit der gebuhrt unsers Heilandes der Röhmische Feldherr Drusus Nero/ und nicht sein sohn/ Drusus der Deutsche/ (a) wie etliche wollen/ das Bild und Heiligtuhm der Vene oder Feine gestiftet; / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Mythenkritik: M. Es ist eben dieselbe Stadt an der Elbe/ die noch itzund Magdeburg heisset: da üm die zeit der gebuhrt unsers Heilandes der Röhmische Feldherr Drusus Nero/ und nicht sein sohn/ Drusus der Deutsche/ (a) wie etliche wollen/ das Bild und Heiligtuhm der Vene oder Feine gestiftet; / Fundstelle
 
Seite: (54) [70]
Eigenschaft / Mythenkritik
 
Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Hinter ihm stunden drei nakte Jungfrauen oder Mägde mit geflochtenen ärmen/ und abgewendeten angesichtern. Diese reichten einander einen güldnen apfel zu/ und waren fast eben auf die ahrt gebildet/ wie uns sonsten die Heidnischen Dichtmeister die Alsgöttinnen der freundligkeit und hude beschrieben: / Rang
 
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Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Hinter ihm stunden drei nakte Jungfrauen oder Mägde mit geflochtenen ärmen/ und abgewendeten angesichtern. Diese reichten einander einen güldnen apfel zu/ und waren fast eben auf die ahrt gebildet/ wie uns sonsten die Heidnischen Dichtmeister die Alsgöttinnen der freundligkeit und hude beschrieben: / Fundstelle
 
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Eigenschaft / Mythenkritik
 
[M., J.T.] Es [S] könte auch heissen frohe/ oder freudenblikke. Das dritte/ weil das abgöttische/ läppische/ und heidnische flikwort/ Kloto/ die Hölhure/ darinnen stehet/ hab' ich gantz geändert. ¶ D. Warüm wil Er dan das dichterische wort Kloto so gar verwerfen? ¶ M. Es ist auch verwerfenswürdig. Dan was haben wir Kristen mit den heidnischen abgöttischen nahmen zu tuhn. Wir können ja ohne sie zierlich und dichterisch genug reden/ und aus dem wesen der dinge/ uns auch eigene dichterische lehrgeschichte/ oder lehrdichtereien/ die kristlicher seind/ als jene/ selbsten erfinden/ ja den kräften der Natur aus unserer muttersprache selbst nahmen zueignen/ also/ daß wir uns mit den ihrigen nicht beschmützen/ oder verdächtig machen dürfen; wie im Hochdeutschen Helikon weitleuftig zu lesen. Aber wan man diese aus unserer kristlichen Dichterei verwerfen wolte/ wie würden alsdan die armen Reimenschmiede zu rechte kommen? die anders keine erfündungen haben können/ wo sie dieselben nicht daher nehmen/ und vom Apollo/ vom Jupiter/ von der Venus/ Juno/ Bellone/ Pallas/ und dergleichen tausend flikkereien und klikkereien treumen und sudeln/ ja solch einen kunterbunten lappenbeltz zusammenschmieren/ der tausendmahl närrischer als Klausens rok. O! der elenden sudler und hudler! Wan sie ihre Gedichte nicht besser zieren können/ als mit solchen ertzbuben/ und ertzhuhren/ wie sie die Heidnischen Dichter selbst beschreiben; so möchten sie ihr dichteln lieber gantz bleiben laßen. Aber das ohr jükt der jungen welt gemeiniglich nur nach fremden dingen; indem es so ungesund ist/ daß sie nicht höhren kan/ [S] wie übel es lautet/ wan ein solches flikwerk aus der Heidenschaft in der Kristen Gedichte mit eingeschoben wird. ¶ D. Aber warüm hat dan Flämming solches getahn/ den Er sonst vor den allerfürtrefflichsten Dichtmeister zu halten pfleget? ¶ M. Hette Er dieses vermieden/ so were seines gleichen nicht/ und würde auch vielleicht seines gleichen nimmermehr kommen. Gleichwohl hat er sich dessen/ wie jung er auch gewesen/ dan er ist im ein und dreissigsten jahre seines alters gestorben/ auf die letzte weit mehr entzogen/ als im anfange; da ihn seine noch unerfahrne jugend verführet. Ja wan er hette leben sollen/ als seine Dichterein durch öffentlichen druk zu lichte gebracht worden; so würden sie ohne zweifel gantz aus andern augen sehen/ und von ihrer härtigkeit/ und den heidnischen redensahrten gnugsam gereiniget und geleutert sein. Ich selbst habe dergleichen redesahrten in meiner jugend zu weilen auch aus der feder schlüpfen laßen/ und eben auch/ wie andere junge leute/ in meine Gedichte manche Venusen/ Bellonen/ Minerven/ Marsen/ Plutonen und dergleichen götzenwerk mit eingeflikt: aber als ich zu gesünderem verstande zu kommen begunte/ da spiehe ich/ mit dem Hocherleuchteten Gerharden/ die kützlichte jugend an/ und änderte meine Gedichte gantz/ warf das heidnische lumpenwerk/ als einen nichts würdigen schaum/ heraus/ und beflis mich kristlicher zu schreiben.
Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Es [S] könte auch heissen frohe/ oder freudenblikke. Das dritte/ weil das abgöttische/ läppische/ und heidnische flikwort/ Kloto/ die Hölhure/ darinnen stehet/ hab' ich gantz geändert. ¶ D. Warüm wil Er dan das dichterische wort Kloto so gar verwerfen? ¶ M. Es ist auch verwerfenswürdig. Dan was haben wir Kristen mit den heidnischen abgöttischen nahmen zu tuhn. Wir können ja ohne sie zierlich und dichterisch genug reden/ und aus dem wesen der dinge/ uns auch eigene dichterische lehrgeschichte/ oder lehrdichtereien/ die kristlicher seind/ als jene/ selbsten erfinden/ ja den kräften der Natur aus unserer muttersprache selbst nahmen zueignen/ also/ daß wir uns mit den ihrigen nicht beschmützen/ oder verdächtig machen dürfen; wie im Hochdeutschen Helikon weitleuftig zu lesen. Aber wan man diese aus unserer kristlichen Dichterei verwerfen wolte/ wie würden alsdan die armen Reimenschmiede zu rechte kommen? die anders keine erfündungen haben können/ wo sie dieselben nicht daher nehmen/ und vom Apollo/ vom Jupiter/ von der Venus/ Juno/ Bellone/ Pallas/ und dergleichen tausend flikkereien und klikkereien treumen und sudeln/ ja solch einen kunterbunten lappenbeltz zusammenschmieren/ der tausendmahl närrischer als Klausens rok. O! der elenden sudler und hudler! Wan sie ihre Gedichte nicht besser zieren können/ als mit solchen ertzbuben/ und ertzhuhren/ wie sie die Heidnischen Dichter selbst beschreiben; so möchten sie ihr dichteln lieber gantz bleiben laßen. Aber das ohr jükt der jungen welt gemeiniglich nur nach fremden dingen; indem es so ungesund ist/ daß sie nicht höhren kan/ [S] wie übel es lautet/ wan ein solches flikwerk aus der Heidenschaft in der Kristen Gedichte mit eingeschoben wird. ¶ D. Aber warüm hat dan Flämming solches getahn/ den Er sonst vor den allerfürtrefflichsten Dichtmeister zu halten pfleget? ¶ M. Hette Er dieses vermieden/ so were seines gleichen nicht/ und würde auch vielleicht seines gleichen nimmermehr kommen. Gleichwohl hat er sich dessen/ wie jung er auch gewesen/ dan er ist im ein und dreissigsten jahre seines alters gestorben/ auf die letzte weit mehr entzogen/ als im anfange; da ihn seine noch unerfahrne jugend verführet. Ja wan er hette leben sollen/ als seine Dichterein durch öffentlichen druk zu lichte gebracht worden; so würden sie ohne zweifel gantz aus andern augen sehen/ und von ihrer härtigkeit/ und den heidnischen redensahrten gnugsam gereiniget und geleutert sein. Ich selbst habe dergleichen redesahrten in meiner jugend zu weilen auch aus der feder schlüpfen laßen/ und eben auch/ wie andere junge leute/ in meine Gedichte manche Venusen/ Bellonen/ Minerven/ Marsen/ Plutonen und dergleichen götzenwerk mit eingeflikt: aber als ich zu gesünderem verstande zu kommen begunte/ da spiehe ich/ mit dem Hocherleuchteten Gerharden/ die kützlichte jugend an/ und änderte meine Gedichte gantz/ warf das heidnische lumpenwerk/ als einen nichts würdigen schaum/ heraus/ und beflis mich kristlicher zu schreiben. / Rang
 
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Eigenschaft / Mythenkritik: [M., J.T.] Es [S] könte auch heissen frohe/ oder freudenblikke. Das dritte/ weil das abgöttische/ läppische/ und heidnische flikwort/ Kloto/ die Hölhure/ darinnen stehet/ hab' ich gantz geändert. ¶ D. Warüm wil Er dan das dichterische wort Kloto so gar verwerfen? ¶ M. Es ist auch verwerfenswürdig. Dan was haben wir Kristen mit den heidnischen abgöttischen nahmen zu tuhn. Wir können ja ohne sie zierlich und dichterisch genug reden/ und aus dem wesen der dinge/ uns auch eigene dichterische lehrgeschichte/ oder lehrdichtereien/ die kristlicher seind/ als jene/ selbsten erfinden/ ja den kräften der Natur aus unserer muttersprache selbst nahmen zueignen/ also/ daß wir uns mit den ihrigen nicht beschmützen/ oder verdächtig machen dürfen; wie im Hochdeutschen Helikon weitleuftig zu lesen. Aber wan man diese aus unserer kristlichen Dichterei verwerfen wolte/ wie würden alsdan die armen Reimenschmiede zu rechte kommen? die anders keine erfündungen haben können/ wo sie dieselben nicht daher nehmen/ und vom Apollo/ vom Jupiter/ von der Venus/ Juno/ Bellone/ Pallas/ und dergleichen tausend flikkereien und klikkereien treumen und sudeln/ ja solch einen kunterbunten lappenbeltz zusammenschmieren/ der tausendmahl närrischer als Klausens rok. O! der elenden sudler und hudler! Wan sie ihre Gedichte nicht besser zieren können/ als mit solchen ertzbuben/ und ertzhuhren/ wie sie die Heidnischen Dichter selbst beschreiben; so möchten sie ihr dichteln lieber gantz bleiben laßen. Aber das ohr jükt der jungen welt gemeiniglich nur nach fremden dingen; indem es so ungesund ist/ daß sie nicht höhren kan/ [S] wie übel es lautet/ wan ein solches flikwerk aus der Heidenschaft in der Kristen Gedichte mit eingeschoben wird. ¶ D. Aber warüm hat dan Flämming solches getahn/ den Er sonst vor den allerfürtrefflichsten Dichtmeister zu halten pfleget? ¶ M. Hette Er dieses vermieden/ so were seines gleichen nicht/ und würde auch vielleicht seines gleichen nimmermehr kommen. Gleichwohl hat er sich dessen/ wie jung er auch gewesen/ dan er ist im ein und dreissigsten jahre seines alters gestorben/ auf die letzte weit mehr entzogen/ als im anfange; da ihn seine noch unerfahrne jugend verführet. Ja wan er hette leben sollen/ als seine Dichterein durch öffentlichen druk zu lichte gebracht worden; so würden sie ohne zweifel gantz aus andern augen sehen/ und von ihrer härtigkeit/ und den heidnischen redensahrten gnugsam gereiniget und geleutert sein. Ich selbst habe dergleichen redesahrten in meiner jugend zu weilen auch aus der feder schlüpfen laßen/ und eben auch/ wie andere junge leute/ in meine Gedichte manche Venusen/ Bellonen/ Minerven/ Marsen/ Plutonen und dergleichen götzenwerk mit eingeflikt: aber als ich zu gesünderem verstande zu kommen begunte/ da spiehe ich/ mit dem Hocherleuchteten Gerharden/ die kützlichte jugend an/ und änderte meine Gedichte gantz/ warf das heidnische lumpenwerk/ als einen nichts würdigen schaum/ heraus/ und beflis mich kristlicher zu schreiben. / Fundstelle
 
Seite: (118-120) [134-136]
Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Und also ward diese lustige geselschaft getrennet: die sich gegen den künftigen morgen schon freuete; da man der götlichen Rosemund zu ehren etliche dichterische Lobreden solte vernehmen laßen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: Und also ward diese lustige geselschaft getrennet: die sich gegen den künftigen morgen schon freuete; da man der götlichen Rosemund zu ehren etliche dichterische Lobreden solte vernehmen laßen. / Fundstelle
 
Seite: (22) [38]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [M., J.T.] weil Ovidius/ ein so fürtreflicher Dichtmeister darinnen gebohren worden/ und dankte davor dem Gotte selbiges ortes. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [M., J.T.] weil Ovidius/ ein so fürtreflicher Dichtmeister darinnen gebohren worden/ und dankte davor dem Gotte selbiges ortes. / Fundstelle
 
Seite: (16) [32]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: [M., J.T.] Nun ist ja S. oder J. Durchl. lange so ein hohes wort nicht/ als Hoheit: welches das allerhöchste in unserer gantzen sprache/ und keinem andern/ als dem allerhöchsten GOTTE/ der sich so hoch gesetzet hat/ und schauet auf das niedrige im Himmel und auf erden/ und dan seinen Stathaltern hienieden/ als den höchsten irdischen Göttern/ den Weltherren/ Keisern/ Ertzkönigen/ Großkönigen/ Großherren/ Großfürsten/ Königen/ udg. zukomt. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Autoritäten: [M., J.T.] Nun ist ja S. oder J. Durchl. lange so ein hohes wort nicht/ als Hoheit: welches das allerhöchste in unserer gantzen sprache/ und keinem andern/ als dem allerhöchsten GOTTE/ der sich so hoch gesetzet hat/ und schauet auf das niedrige im Himmel und auf erden/ und dan seinen Stathaltern hienieden/ als den höchsten irdischen Göttern/ den Weltherren/ Keisern/ Ertzkönigen/ Großkönigen/ Großherren/ Großfürsten/ Königen/ udg. zukomt. / Fundstelle
 
Seite: (49) [65]
Eigenschaft / Autoritäten
 
Eigenschaft / Autoritäten: Itzund war eben die sonne aufgegangen/ als sich Mahrhold aus seiner nachtruhe erhub/ diesem des HERrn ruhetage sein recht zu tuhn/ und dem Höchsten der Götter/ durch etliche andachten/ seine gebühr zu erweisen/ ehe sein Deutschlieb ihn abforderte: welcher mit ihm hinüber ins Wasserland/ zur kirche/ zu fahren versprochen. Und so hatte er kaum ein stündlein mit lesen verschlossen/ als sich sein Hertzensfreund schon einstellete. Weil es aber in etwas zu früh war/ auch die wasserbeume noch nicht eröfnet/ ergetzten sie sich beiderseits noch eine guhteweile mit lesen der h. Schrift; / Rang
 
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Eigenschaft / Autoritäten: Itzund war eben die sonne aufgegangen/ als sich Mahrhold aus seiner nachtruhe erhub/ diesem des HERrn ruhetage sein recht zu tuhn/ und dem Höchsten der Götter/ durch etliche andachten/ seine gebühr zu erweisen/ ehe sein Deutschlieb ihn abforderte: welcher mit ihm hinüber ins Wasserland/ zur kirche/ zu fahren versprochen. Und so hatte er kaum ein stündlein mit lesen verschlossen/ als sich sein Hertzensfreund schon einstellete. Weil es aber in etwas zu früh war/ auch die wasserbeume noch nicht eröfnet/ ergetzten sie sich beiderseits noch eine guhteweile mit lesen der h. Schrift; / Fundstelle
 
Seite: (112) [128]

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