{"entities":{"Q7288":{"pageid":7539,"ns":120,"title":"Item:Q7288","lastrevid":27040,"modified":"2025-02-03T16:15:26Z","type":"item","id":"Q7288","labels":{"de":{"language":"de","value":"[aq]II[/aq]. Der Umstand: [aq]QUOMODO[/aq]. Dabey kan nun ein Poet der Ubergebung und der Trauung erdichten. Als etwan [aq]1[/aq]. da\u00df sie ihm von Vater und Mutter zugef\u00fchrt worden. [aq]2[/aq]. da\u00df sie unter einem Teppiche/ wie bey den J\u00fcden noch itzo gebr\u00e4uchlich/ zum Tempel gebracht. [aq]3[/aq]. Da\u00df [S] ein grosser Zulauff der Nachbarschafft dabey gewesen [aq]4[/aq]. Da\u00df der Schwieger-Vater Jethro oder Reguel ein grosses Opffer dabey gethan und den Armen Spende gegeben. [aq]5[/aq]. Da\u00df er diese neuverm\u00e4hlten und das gantze Volck gesegnet. etc. [aq]III[/aq]. Der Umstand: [aq]QUANDO[/aq]. Dabey steht mir nun frey zuerdichten [aq]I[/aq]. Es sey im Fr\u00fchling geschehen/ insonderheit im M\u00e4y. [aq]2[/aq]. Es sey eben den Tag geschehen/ da Er aus Egypten geflohen; oder was mir sonst zuerdichten beliebet. [aq]IV[/aq]. In dem Umstande [aq]UBI[/aq] ist alleine des Landes/ als des [aq]loci communis[/aq] Erwehnung geschehen/ ich kan aber wohl dabey einen [aq]locum specialem[/aq] ausdr\u00fccken und denselben erdichten. Als etwan/ da\u00df Reguel in einem sch\u00f6nen Lust-Hause vor der Stadt Madian/ welches die Hauptstadt in Midien war/ gewohnet/ da\u00df der allgemeine Tempel unweit darvon auff einem Berge gelegen etc. [...] [aq]\u00a7. 6[/aq]. Diese Umst\u00e4nde nun/ (so wohl die in der Historie selbst ausgedr\u00fcckte/ als die aus Poetischer Freyheit ersonnene) nebst ihren Eigenschafften; oder deutlicher zu reden/ die Eigenschafften aller dieser Umst\u00e4nde fein auszuschm\u00fccken und mannierlich vorzu-[S]stellen (welches das dritte ist/ so zu einem Poetischen Wercke erfodert wird) so kan ich bey dem Moses abermahl erdichten/ wie Er hier und dar sey angefeindet und geneidet worden/ welches den Fremdlingen meistentheils wiederf\u00e4hret. [aq]vid. part. I. c. 3. \u00a7. 3. Reg. 4[/aq]. [...] oder/ wie Er eine andere Sprache gef\u00fchret und daher offtmahl von den fremden Midianitern sey sey ausgelacht worden. [aq]vid. ib[/aq]. oder/ wie er eine Feindin gehabt/ die nechst an ihm gewohnet/ und Woldinne geheissen/ [...] welche ihm viel zu thun gemacht. [aq]vid. ib. Reg. 5[/aq]. Wie seine Tapfferkeit an den jungen L\u00f6wen/ welcher immer \u00fcm ihn gewesen/ k\u00f6nne abgebildet werden/ ist schon droben erwehnet worden. Bey der Zipora kan ich erdichten/ da\u00df Ponophila und Phron\u00f6ca ihre vertrautesten Schwestern gewesen (Ich deute dadurch ihre Liebe zur Arbeit und ihre Klugheit in der Hau\u00dfhaltung an) mit denen sie sich alleine in dieser Sache bereden k\u00f6nnen; Da\u00df ihr ihre Schwester Neania gerne alles Unheil habe zuf\u00fcgen wollen. (Ich verstehe die Jugend und deren hitzigen Unverstand) indem [S] sie ihr am meisten geliebkoset. Indem ich erdichte/ da\u00df Nigrille flei\u00dfig mit ihr umgangen/ zeige ich schon ihre Schw\u00e4rtze an. Bey dem Reguel oder Jethro/ da\u00df ich ihn als einen Priester kan darstellen/ erdencke ich/ wie Er gerne nach den Egyptischen Geheimnissen gefraget/ stets vom Himmel und g\u00f6ttlichen Sachen geredt; als einen vornehmen Bedienten ihn vorzustellen/ kan erdichtet werden/ wie der F\u00fcrst offt nach ihm geschickt/ wie die wichtigsten Reichs-Gesch\u00e4ffte von der Jungfrau Regio ihm hinterbracht worden. Seine vielen Kinder anzudeuten/ kan ich erdichten/ seine Gemahlin habe [aq]Polytecna[/aq] geheissen. Bey dem Hobab dessen Klugheit anzudeuten kan ich sagen [aq]Phronimus[/aq] sey sein Junge gewesen; dessen Reisen aber anzuzeigen/ erdichte ich/ wie ihn der [aq]Polyodus[/aq] offt von den Seinigen abgelencket habe. Bey dem Lande Midian die Rauhigkeit des Landes und der wilden Menschen anzuzeigen/ kan ich erdichten/ wie der Moses/ Reguel/ Hobab/ offt mit vielen Tieger-Thieren/ Schlangen/ fliegenden Drachen [aq]&c[/aq]. zuthun bekommen oder auch mit ungeheuren Riesen/ Poliphemen [aq]&c[/aq]. in einen Zwey-Kampf sich m\u00fcssen einlassen. Also bey den erdichteten Umst\u00e4nden des Lust-Hauses Sch\u00f6nheit abzubilden/ kan ich erdichten/ wie Sylvanus und Nomius und Aehrreich alleine daher\u00fcm gewohnet/ die Marina aber oder die [aq]Fon[/aq]-[S][aq]tana[/aq] haben auch ihre Sch\u00e4ffereyen nicht weit davon gehabt. Der Mutter Fremdlingschafft anzudeuten/ erdichte ich/ da\u00df sie gerne Fremde gesehen und mit ihnen gesprachet. [aq]vid. ib. Reg. 4[/aq]. Den Volckreichen Zulauff der Frolockenden anzudeuten/ kan ich erdichten wie viel weisse Tauben dem Tempel zugeeilet. Den Tag anzudeuten/ erdichte ich wie Moses/ als er in dem Tempel gehen wollen/ ein Gem\u00e4lde gesehen/ allwo ein Held eine von Raubern ergriffene und \u00fcbel[aq]tractir[/aq]te Jungfer erl\u00f6set/ habe sich dabey des Volcks Israel erinnert und Gott gebethen/ da\u00df Er auch dergleichen Held schicken m\u00f6chte/ der sie errettete/ welches Er nicht habe thun k\u00f6nnen [aq]&c[/aq]. [...][S][...] [aq]\u00a7. 8[/aq]. So sey demnach der [aq]Affect[/aq]/ den wir alhier erregen wollen/ die Freude \u00fcber der Vorsorge Gottes/ so Er frommen Fremdlingen erweiset. \u00b6 Die Fabel selbst aber wollen wir erstlich als eine [aq]Fabulam simplicem[/aq] vortragen/ und dabey den Mosen zum [griech.] oder zur vornehmsten Person machen/ da\u00df derselbe Hochzeit h\u00e4lt. [\u2026][S] \u00b6 [aq]ACT II[/aq]. \u00b6 Sc. I. \u00b6 WIrd des Reguels oder Jethro lustiges Wohnhau\u00df vor Madian [aq]praesenti[/aq]ret und ein Sch\u00e4ffer dabey in einer Flur/ der von der Ziporen Fre\u00fcndligkeit und des Moses Gl\u00fcckseeligkeit singet."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{},"sitelinks":{}}}}