{"entities":{"Q6980":{"pageid":7231,"ns":120,"title":"Item:Q6980","lastrevid":25815,"modified":"2025-01-31T13:58:27Z","type":"item","id":"Q6980","labels":{"de":{"language":"de","value":"inzwischen ist doch folgends zu mercken/ da\u00df des\u00a0[aq]Caroli M[/aq].\u00a0Sohn\u00a0[aq]Ludovicus Pius[/aq]\u00a0die gantze Bibel in deutsche Verse hat \u00fcbersetzen lassen. Di\u00df erwehnet\u00a0[aq]Andr. du Chesne tom. 2. p. 326[/aq].\u00a0welcher aus der Vorrede eines alten in S\u00e4chsischer Sprache geschriebenen Buchs dieses zum Zeugnis anf\u00fchrt:\u00a0[aq]Cum divinorum librorum solummodo literati atque eruditi prius notitiam haberent, ejus studio atque Imperii tempore, sed Dei omnipotenti\u00e2 atque inchoanti\u00e2 mirabiliter actum est nuper, ut cunctus populus suae ditioni subditus Theudisc\u00e2 loquens lingu\u00e2, ejusdem divinae lectionis nihil-[S]ominus notitiam acceperit. Praecepit namque cuidam uni de gente Saxonum, qui apud suos non ignobilis vates habebatur, ut Vetus ac Nov. Testamentum in germanicam linguam po\u00ebtic\u00e8 transferre studeret: quatenus non sol\u00f9m literatis, verum etiam illiteratis sacra divinorum praeceptorum lectio panderetur. Juxta morem ver\u00f2 illius po\u00ebmatis omne opus per vitteas distinxit, quas lectiones nos vel sententias possumus appellare[/aq].\u00a0Diese Ubersetzung/ meynet Morhof/ w\u00e4re wohl die \u00e4lteste/ ohne da\u00df einige von\u00a0[aq]Carolo M[/aq].\u00a0meldeten/ Er habe das Neue Testament ins deutsch \u00fcbersetzen lassen. Ob solche\u00a0[aq]Version[/aq]\u00a0des\u00a0[aq]Ludovici[/aq]\u00a0noch vorhanden sey oder nicht/ weil weder\u00a0[aq]Hottinger[/aq]\u00a0noch\u00a0[aq]Lambecius[/aq]\u00a0ihrer gedencken/ wie er nicht sagt/ vermeynt doch sie sey vermuthlich nicht mehr vorhanden. Er/ spricht Er/ habe zwar eine S\u00e4chsische Ubersetzung oder vielmehr eine\u00a0[aq]Paraphrasin Rhythmicam[/aq]\u00a0gesehen/ die aber viel neuer gewesen/ und mit vielen andern Erzehlungen vom Leben Christi/ die in der Bibel nicht enthalten/ vermischt.\u00a0[aq]Theodorus Bibliander[/aq]\u00a0in seinem Buch\u00a0[aq]de ratione communi omnium linguarum p. 49[/aq].\u00a0hat auch einer Poetischen Ubersetzung des Alten Testaments gedacht;\u00a0[aq]Legi vetus instrumentum versibus Germanicis redditum \u00e0 Rudolpho quodam oriundo ex familia, quae nomen habet ab eminente arce in Rhaeti\u00e2, quam vulgus nominat[/aq]\u00a0hohen Ems/\u00a0[aq]idque rogatu & jussu Regis Conradi fil. Friderichi secundi Caesaris Au-[S]gusti[/aq]. [aq]Hottingerus Bibl. Theol. l. I. c. 3[/aq].\u00a0erwehnt einer andern/ die Er vor sehr alt h\u00e4lt/ aus welcher ihm einige\u00a0[aq]Fragmenta[/aq]\u00a0zu handen kommen w\u00e4ren. Und setzt Morhof\u00a0p. 315.\u00a0ein solches\u00a0[aq]Fragmentum[/aq]\u00a0aus der Historie\u00a0[aq]Josephs[/aq].\u00a0Zu des\u00a0[aq]Lotharii I[/aq].\u00a0Zeiten hat\u00a0[aq]Ottfridus[/aq], ein M\u00f6nch des Closters Weissenburg gelebt/ und hernach zur Zeit\u00a0[aq]Ludovici II[/aq].\u00a0die Evangelia in alten deutschen Versen herausgegeben/ und dem\u00a0[aq]Luithberto[/aq]\u00a0Meintzischen Ertz-Bischoff zugeschrieben. Er war des\u00a0[aq]Rabani Mauri[/aq]\u00a0Lehrj\u00fcnger.\u00a0[aq]Rhenanus[/aq]\u00a0hat di\u00df Buch zu erst gefunden/ hernach hat es\u00a0[aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq]\u00a0zu Basel herausgegeben. In der einem Vorrede (deren\u00a03.\u00a0sind) und zwar an den Ertz-Bischoff giebt Er zu verstehen/ da\u00df Er auf Bitte seiner Br\u00fcder und K\u00e4yserin Judithe/ der vor andern weltlichen und unfl\u00e4tigen Gedichten geeckelt/ die M\u00fche auf sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in deutsche Verse \u00fcbersetzet. Erscheinet also/ da\u00df auch dazumahl einige Liebes-Gedichte sind gewesen. Die Verse sind rauh/ doch noch ein guter Geist darinne. Wie ihn denn\u00a0[aq]Trithemius[/aq]\u00a0in seinem Buche\u00a0[aq]de Scriptoribus Ecclesiasticis[/aq]\u00a0nennet\u00a0[aq]Virum in divinis scripturis eruditissimum[/aq] & in [aq]secularibus egregi\u00e8 doctum[/aq].\u00a0Er hat auch sonst noch mehr geschrieben/ als Predigten \u00fcber die\u00a0[aq]Evangelia, Paraphrases in Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq],\u00a0\u00fcber das Vater Unser/ des\u00a0[aq]Athanasii Symbolum[/aq], die Psalmen Davids/ und noch drey grosse B\u00fccher \u00fcber die-[S]selbe.\u00a0[aq]Lambecius l. 2. c. 5. p. 46[/aq].\u00a0h\u00e4lt es vor ein sonderliches seltenes Gedenckmal der alten Sprache/ w\u00fcnschend/ da\u00df es dermahleins ans Licht gebracht w\u00fcrde. Weil aber dieselbe nicht eben hieher geh\u00f6ren/ setzen wir sie beyseit; wie auch den\u00a0[aq]Willeram[/aq], einen gelehrten Apt zu Mer\u00dfburg/ welcher \u00fcber das Hohe-Lied Salomonis eine Lateinische\u00a0[aq]Paraphrasin metro-rythmicam[/aq]\u00a0geschrieben/ und auch eine in Deutscher ungebundener Rede. Welches Morhoff ein sch\u00f6nes Denckmahl der alten Sprache nennet."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"ded5c049ed9d3245843fcdf160295fcab616e6ab","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":117,"id":"Q117"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q6980$0F5339F8-8C2C-4363-97E3-DD7D109622DC","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}