{"entities":{"Q6975":{"pageid":7226,"ns":120,"title":"Item:Q6975","lastrevid":25389,"modified":"2025-01-31T13:51:54Z","type":"item","id":"Q6975","labels":{"de":{"language":"de","value":"und ich wei\u00df wohl/ wessen man sie [die Romane, J.T.] beschuldiget/ nehmlich sie verringern die Gottesfurcht/ f\u00fchren den Menschen ungeregelte\u00a0[aq]Affecten[/aq]\u00a0ein/ und verderben die Sitten; dieses alles kan geschehen und geschiehet auch zu Zeiten/ aber was ist wohl ein nutzliches und gutes Ding/ welches ein b\u00f6ser Mensch nicht solte misbrauchen k\u00f6nnen? Die schwachen Seelen vergiften sich selber/ und sind allen ein Gift/ diesen mu\u00df man die Historien/ welche so viel sch\u00e4dliche Vorbildung einf\u00fchren/ und die Fabeln/ darin die Fehler bekr\u00e4ftiget sind/ durch das Vorbild der G\u00f6tter selber zu lesen verbieten; Ein Marmernes Bild/ welches bey den Heiden die aufrichtige Gottesfurcht darstellete/ erweckte bey einem J\u00fcnglinge Liebe/ Schande und Verzweiffelung. [...][S][...]\u00a0[aq]D\u2019Astre[/aq]\u00a0selber und etliche die darauff gefolget/ sind noch einwenig liederlich zu lesen/ aber die/ so in dieser Zeit geschrieben worden/ ich rede aber von den guten/ sind so fern von diesem Gebrechen/ da\u00df man darein kein eintziges Wort und keine ausdr\u00fcckung finden wird/ so den keuschen Ohren \u00e4rgerlich were/ noch einige That/ so die Erbarkeit einiger massen beleidig machte. \u00b6 Wann einer wolte sagen: da\u00df von der Liebe in den heiligen Romanen auff eine so durchdringende und unbegreifliche Weise gehandelt wird/ da\u00df die Anszierung und Ansteckung dieser gefehrlichen Seuche ihr leichtlich einen Weg bahnet in den jungen Hertzen der Leser/ so antworte ich hierauff/ da\u00df es nicht allein nicht gefehrlich sondern vielmehr einiger massen nothwendig ist/ da\u00df die jungen Leute diesen\u00a0[aq]Affecten[/aq]\u00a0kennen/ um die Ohren zu verschliessen vor denen die da s\u00fcndhafftig ist/ und da\u00df sie m\u00f6gen wissen wie sie aus ihren listigen Fallstricken errettet und denselben entgehen m\u00f6gen/ hergegen aber/ da\u00df sie den Verstand haben in der Liebe die einen Tugendsamen und Heiligen Zweck f\u00fchret/ sich geb\u00fchrlich zu verhalten/ welches so wahr ist/ da\u00df die Unterfindung uns zu erkennen giebet/ da\u00df die/ welche die Liebe am allerwenigsten kennen/ die empfindlichsten darinnen seind/ und da\u00df die unwissenden von ihr am ersten betrogen worden. Hier zu kommet da\u00df nichts ist/ welches den Verstand so sehr sch\u00e4rffet/ noch so wohl dienet die Menschen zu formiren und bequem zu machen/ der Welt zu dienen und sich darinn zu schicken als die guten Romanen/ diese sind fromme Lehrmeister/ welche denen von der Schul [S] folgen/ und welche sprechen und lesen lehren/ auff eine weitlehrsamere und durchdringendere Weise/ als die so in den Schulen lehren von denen man sagen kan/ welches\u00a0[aq]Horatins[/aq]\u00a0von der\u00a0[aq]Iliade Homeri[/aq]\u00a0sagte/ da\u00df sie die Sitten-Kunst besser und vester lehren als die allerbesten\u00a0[aq]Philosophi[/aq]."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"ded5c049ed9d3245843fcdf160295fcab616e6ab","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":117,"id":"Q117"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q6975$D86AA54A-E895-4231-A221-5D9BC4F2D968","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}