{"entities":{"Q6963":{"pageid":7211,"ns":120,"title":"Item:Q6963","lastrevid":25805,"modified":"2025-01-31T13:58:26Z","type":"item","id":"Q6963","labels":{"de":{"language":"de","value":"Um dieselbe Zeit gab\u00a0[aq]Jamblichus[/aq]\u00a0die so genante Babylonische Freywerbung heraus/ worin er denn/ so bi\u00df-[S]hero vor ihn geschrieben/ weit \u00fcbertroffen. [\u2026] \u00b6 [aq]Heliodorus[/aq]\u00a0hat es\u00a0[aq]Jamblicho[/aq]\u00a0so wohl in der Geschickligkeit des Entwurffs als in allen \u00fcbrigen zuvor gethan. Zu seiner Zeit hatte man nichts zierlichers noch vollkommeners in der Kunst Romanen zuschreiben gesehen/ als die seltzame F\u00e4lle des\u00a0[aq]Theagenis[/aq]\u00a0und der\u00a0[aq]Chariclea[/aq].\u00a0Es ist nichts keuschers als ihre Freywerbung/ woraus zu sehen/ da\u00df ohne den Christlichen Glauben/ welchen der\u00a0[aq]Scribente[/aq]\u00a0hochgehalten/ seine eigene Tugend ihn zu solcher sitsamen Schreib-Art geleitet/ die in dem gantzen Wercke zusehen; Da\u00df also nicht alleine\u00a0[aq]Jamblichus[/aq]\u00a0sondern fast alle andere Roman-Schreiber/ gegen den\u00a0[aq]Heliodorum[/aq]\u00a0gegering zu achten. \u00b6 Seine Verdienste erhuben ihn auch zur Bisch\u00f6fflichen W\u00fcrde/ denn er war Bischoff zu\u00a0[aq]Tricca[/aq], einer Stadt in\u00a0[aq]Thessalien[/aq], und\u00a0[aq]Socrates[/aq]\u00a0r\u00fchmet von ihm/ da\u00df er in diesem Lande die Gewonheit eingef\u00fchret die Geistlichen abzusetzen/ die sich von den Weibern/ so sie vor ihren geistlichen Stand geheyrathet/ nicht enthielten. Ich wei\u00df nicht/ was ich davon halten sol/ was\u00a0[aq]Nizephorus[/aq]\u00a0ein\u00a0[aq]Scribente[/aq]\u00a0der sehr leichtgl\u00e4ubig und schwach von Urtheil gewesen und dessen Worten nicht wohl zu trauen ist/ von diesem\u00a0[aq]Heliodoro[/aq]\u00a0schreibet/ da\u00df ein\u00a0[aq]Provincial-Synodus[/aq]\u00a0sehende die Gefahr/ die junge Leute durch lesen des Romans/ der wegen seines [S] Urhebers in grossen Ansehen war/ geriethen/ ihme zwey Dinge vorgestellet/ nemlich er solte bewilligen da\u00df sein Roman verbrandt w\u00fcrde/ oder sich seines Amts und Bisthum entschlagen/ und da\u00df er das letztere erwehlet haben solle. \u00b6 Im \u00fcbrigen kan ich mich nicht gnugsam verwundern/ da\u00df ein gewisser gelehrter Mann dieser Zeit/ ohnerachtet der unverwerfflichen Zeugnissen von\u00a0[aq]Socrate[/aq], [aq]Photio[/aq]\u00a0und\u00a0[aq]Nizephoro[/aq]\u00a0h\u00e4t d\u00fcrffen zweiffeln/ ob auch\u00a0[aq]Heliodorus[/aq], Bischoff von\u00a0[aq]Tricca[/aq], der\u00a0Autor\u00a0dieses Buches gewesen. [\u2026] \u00b6 [aq]Achillis Tatii[/aq]\u00a0Art zu schreiben ist einf\u00e4ltiger und nat\u00fcrlicher/ die andern sind hergegen gezwungener und h\u00e4rter. Man sagt/ er sey endlich ein Christ und gar ein Bischoff worden. Ich verwundere mich im \u00fcbrigen/ da\u00df man die Unkeuschheit dieses Romans so leichtlich vergessen kan und k\u00f6mmt mir seltzam vor/ da\u00df K\u00e4yser\u00a0[aq]Leo Philosophus[/aq]\u00a0die Sittsamkeit des\u00a0[aq]Clitophons[/aq]\u00a0durch einen Ver\u00df/ der uns \u00fcbergelieben ist/ zuverstehen giebet/ und denen/ die da vor allen in Keuschheit leben wollen/ verg\u00f6nnet/ ja gar gerathen hat/ ihn von einen Ende bi\u00df zum andern durch zulesen. \u00b6 Vielleicht bin ich zu k\u00fchne wenn ich nechst vorhergehenden nun zum Vorschein bringe den\u00a0[aq]Athenagoras[/aq]\u00a0unter dessen Nahmen man einen Roman siehet/ betitult/ von der wahren und vollkommenen Liebe; Dieses Buch ist nicht an-[S]ders/ als in Frantz\u00f6sisch erscheinen durch Ubersetzunge\u00a0[aq]Fume[/aq],\u00a0welcher in der Vorrede bekennet/ da\u00df er den Griechischen Text davon urspr\u00fcnglich gehabt von dem Herrn\u00a0[aq]Lamane[/aq]\u00a0des\u00a0[aq]Cardinals[/aq]\u00a0von\u00a0[aq]Armagnac Protonotario[/aq], und da\u00df er es sonsten niemahls und nirgends gesehen habe. [\u2026] \u00b6 Der Ubersetzer spricht/ er glaube da\u00df es ein Werck sey von dem ber\u00fchmten\u00a0[aq]Athanageras[/aq], der da vor den Christlichen Glauben eine Verantwortung auff die Manier einer Gesandschafft gerichtet/ die K\u00e4yser an\u00a0[aq]Marcum Aurelium[aq]\u00a0und\u00a0[aq]Commodum[aq]\u00a0und einen\u00a0[aq]Tractat[/aq] von der Wiederaufferstehung geschrieben hat. [\u2026]"}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"ded5c049ed9d3245843fcdf160295fcab616e6ab","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":117,"id":"Q117"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q6963$D438D3F0-A187-4F61-B4C1-3B0635DCA05E","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}