{"entities":{"Q6846":{"pageid":7094,"ns":120,"title":"Item:Q6846","lastrevid":25325,"modified":"2025-01-31T13:51:05Z","type":"item","id":"Q6846","labels":{"de":{"language":"de","value":"\u00a7. 2. Die Natur hat sich am ersten hervor gethan, und hat sich vielerley Mittel darzu bedienet: der Andacht, der Erg\u00f6tzung, der Liebe und der Danckbarkeit.  \u00a7. 3. Die Andacht w\u00fcrckte die ersten Lieder in den Hebr\u00e4ern: und es ist vermuthlich, da\u00df man nicht allein zu den Zeiten No\u00e4, sondern auch vor der S\u00fcndfluth schon Lieder gehabt, mit welchen die Gl\u00e4ubigen ihren Sch\u00f6pffer gelobet. Denn, ob es gleich unstreitig eine Fabel der Talmudisten ist, da\u00df Adam den 92. Psalm verfertiget, und am ersten Sabbath [aq]componiret[/aq] und gesun-[S]gen; so scheint doch des Lamechs Anrede an seine Weiber [aq]Genes. 4. V. 24. 25. [/aq]nicht uneben ein St\u00fccke von einem [aq]Carmine antediluviano [/aq] zu seyn, weil darinnen viele [aq]Rythmi[/aq] und Poetische Ausdr\u00fcckungen befindlich. Ja weil Jubal schon das Spielzeug erfunden hatte, so werden die Formmen vermuthlich auch etwas erfunden haben, womit sie ihren GOtt gepriesen. Zum wenigsten saget es die Schrifft schon zu Mosis Zeiten. Der ber\u00fchmte Opitz stehet in seiner [aq]Prosodia Germanica[/aq] in den Gedancken: da\u00df die Poesie Anfangs nicht anders als eine verborgene [aq]Theologie[/aq] und Unterricht von g\u00f6ttlichen Sachen gewesen. Denen Gl\u00e4ubigen folgten hierinnen die Heyden. Ovidius zeigt genug, da\u00df ihre Priester das Gebeth beym Opffer in Versen verrichtet, wenn er an einem gewissen Orte also schreibet: [aq]Exorant magnos carmina saepe DEos.[/aq] Und scheinet nicht so gar unwahrscheinlich zu seyn, da\u00df die Heyden ihre Poetische Fabeln von dem [aq]Apollo[/aq] mit seinen neun [aq]Mus[/aq]en auf dem Berge [aq]Parnassus[/aq], von dem David und seinen Hof-[aq]Musicanten[/aq], dem Assaph, Ethan, Heman etc. entlehnet. So findet man auch, da\u00df die [aq]Drui[/aq]ten bey denen Celten und Teutschen, (welche eben das waren, [S] was bey den Hebr\u00e4ern die Hohen-Priester, bey den Babyloniern und Persern die [aq]Magi[/aq], bey den Egyptiern und Griechen die [aq]Hierophantae[/aq], bey den Indianern die [aq]Brachmaner[/aq], bey den R\u00f6mern die [aq]Pontifices[/aq].) die Lehre von ihrem Glauben und ihrer Wei\u00dfheit in viel tausend Verse verfasset, und denen, welche [aq]Druiden[/aq] werden wollten, so beygebracht, da\u00df sie solche auswendig lernen musten, wor\u00fcber offt mancher 20. Jahr zugebracht; denn sie liessen solche nicht abschreiben, damit ihre Wei\u00dfheit nicht gemein werden m\u00f6chte. Besiehe [aq]Cluver. Serm. antiqu. it.[/aq] Lohenstein in seinem [aq]Arminio[/aq]. [aq]Strabo[/aq] schreibt in seinem ersten Buche: da\u00df die Poesie die erste [aq]Philosophie[/aq] gewesen, eine Erzieherin des Lebens, welche die Art der Sitten, der Bewegung, des Gem\u00fcths und alles Thuns und Lassens gelehrt: ja die [aq]Stoici[/aq] h\u00e4tten davor gehalten, da\u00df ein Weiser allein ein Poete sey. So kan man es auch daher abnehmen, da\u00df die Poeten eher als die [aq]Philosophi[/aq] gewesen, weil ein jeder [aq]Scribent[/aq], je \u00e4lter er ist, desto n\u00e4her der Schreib-Art der Poeten k\u00f6mmt. Daher sagt [aq]Causabonus[/aq]: so offt er des [aq]Herodotus[/aq] Historien lese, bed\u00fcncke ihn, da\u00df er den [aq]Homerum[/aq] lese. [S]  \u00a7 4. Die eigene Erg\u00f6tzung, sich die Zeit angenehm bey Weydung der Heerde zu vertreiben, ist ohnfehlbar der andere Trieb zur Poesie gewesen. Denn weil gleich nach Jabal, der eben die Viehzucht aufgebracht, die meisten Ertz-V\u00e4ter Hirten waren, so werden sie nicht allein mit der [aq]Music[/aq], welche von Jubal war erfunden worden, die m\u00fc\u00dfige Zeit haben suchen zu verk\u00fcrtzen, sondern werden Zweiffels ohne allerhand Lieder zur Erg\u00f6tzung haben drein gestimmet;"}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"3a8ae5c9e30a31ac5e976f85fb9f2c4b7eb5f7df","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":141,"id":"Q141"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q6846$ACE1F8D5-0398-473E-9D4E-667CF450D20E","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}