{"entities":{"Q595":{"pageid":681,"ns":120,"title":"Item:Q595","lastrevid":25248,"modified":"2025-01-31T13:50:50Z","type":"item","id":"Q595","labels":{"de":{"language":"de","value":"UM GOtt/ Kunst und die Tugendhafften nach Verm\u00f6gen zu ehren/ und meine andere Studien zu ver-fassen habe ich die Feder zu diesen Sachen angesezzet; und weil ihrer viel andere Erg\u00f6zzungen suchen und ihre Zeit dadurch verk\u00fcrzen wollen / auch solche nicht selten mit Gefahr grosser Beschimpfung ver\u00fcben/ habe ich gedacht/ stat eines solchen Nebenwerks mich der g\u00f6ttlichen Dichtkunst zubedienen. Und ob gleich etliche sagen/ da\u00df solche sich mit denen / so der Gottes Lehre obliegen/ nicht befreunden k\u00f6nte/ massen es gleiche F\u00fcgni\u00df h\u00e4tte/ als wenn man Greiffe zu denen Pferden spannen wolte/ wie H. D. Dannhawer mit solchen Worten derer obgedachten Irrtuhm erzehlet; So weis doch iedweder/ so Verstand hat/ da\u00df solches weit vom Ziel der Warheit abgehe. Denn ich wil hier nicht anf\u00fchren / da\u00df GOTT selbsten die Dichtkunst geehret / in dem er (nach etlicher Ausleger Meinung/ wie der Ehrw. [aq]Beda[/aq] in der Erkl. [S] des 45. Ps. des sch\u00f6nen Gedichts/ auf die Verm\u00e4hlung des HErrn JEsu mit seiner Kirchen/ [aq]p.m.[/aq] 528. schreibet) also singet: [aq]Ebullit cor meum (rem) verbum bonum[/aq]; alwo zwar durch das [aq]ebullire[/aq], von etlichen verstanden wird die [aq]ineffabilis generatio[/aq], und durch das [aq]Cor meum[/aq], die [aq]intima substantia DEI, qu\u00e2 occultus est quicquid est[/aq]; so hat doch solche Worte H. Lutherus gegeben/ mein Herz dichtet ein feines Lied; Dieses sag ich/ wil ich aniezt \u00fcbergehen/ und nur das erwehnen/ wenn der obgenennten irrenden Sazz auf festem Grunde bestehen solte/ so h\u00e4tte Moses nicht singen d\u00fcrffen/ der sinnreicheste Orfeus auf Sion/ David h\u00e4tte auch seine Lauten und Dicht-Kunst hinlegen m\u00fcssen/ Salomo h\u00e4tte das herrlichste und vortrefflichste Lied/ wie es [aq]M\u00fcnsterus[/aq], das geistliche Gedicht/ wie es [aq]Glasius[/aq], das [aq]Carmen Spirituale Bucolicum[/aq], wie es der S. Gerhard nennet/ das hohe Lied/ von der Liebe des Himmelischen Br\u00e4utgams und seiner Braut der Kirchen/ in den Weing\u00e4rten Engaddi unter den sch\u00f6nsten Palmen und wolriechenden Balsambaumen nicht dichten/ und \u00fcber die 1005. Lieder/ (1. K\u00f6nig 4.) nicht 500. B\u00fccher voll Gesange/ wie Josephus 8. B. 2. Cap. bezeuget/ schreiben/ und der rechtgl\u00e4ubigen Kirchen hellflammende Liechter/ Lutherus/ Selnekker/ Bekker und andere h\u00e4tten ihre Lieder-Schreib-Feder nicht ansezzen d\u00fcrffen. Und zu dem/ wer wolte sagen/ da\u00df es Gott mi\u00dffiele/ wenn man ihn lobte/ wer lobet aber GOtt mehr/ als ein Dichter / wie Herr Rist singt: \u00b6 Wenn lobet GOtt ein reiner Mund? \u00b6 Wer ehret ihn aus Herzen-Grund? \u00b6 Ich mein/ es thuns Poeten. \u00b6 Wer singet GOtt ein Liedelein? \u00b6 Ich sage/ da\u00df es Dichter seyn. \u00b6 Wer wolte doch sagen/ da\u00df die \u00fcbel th\u00e4ten/ welche mit Dichten die teutsche Mutter Sprache wo nicht vermehren/ doch auch nicht vermindern/ und durch dz Lobget\u00f6ne der aufrichtigen Zungen/ und mit warhafftiger Feder die [S] Tugendhafften also bebalsamiren/ da\u00df sie in undenklich Jahre hinaus/ auch ob gleich entseelet/ einen lieblichen Geruch behalten k\u00f6nnen?"}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"f654d3f5b375b2f8653e9177a659cae509d6169c","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":108,"id":"Q108"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q595$F0392B7A-2C64-4DFD-ADC2-44F9FCBC837F","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}