{"entities":{"Q5655":{"pageid":5746,"ns":120,"title":"Item:Q5655","lastrevid":25446,"modified":"2025-01-31T13:56:27Z","type":"item","id":"Q5655","labels":{"de":{"language":"de","value":"(b) M\u00fcssen auch dy behalten werden/ da noch [aq]sub judice lis est[/aq]: Ob sy von einer andern Sprache hergenommen; oder ob dy fremde Sprache ein solches W\u00f4rt von den Teutschen entlenet habe. e.g. Fenster/ lateinisch [aq]fenestra[/aq]. Dy Lateinische Sprache [S] hat kein Stamm-Wort/ davon [aq]fenestra[/aq] k\u00f6nte hergeleitet werden. Dy Teutsche aber hat das W\u00f4rt: finster/ davon haben vermuhtlich dy alten Teutschen das W\u00f4rt: Fenster genommen/ weil durch das Fenster das Finstere au\u00df der Stube und Kammer vertrieben wird/ und dar\u00fcm ist es wahrscheinlich/ da\u00df dy Lateiner den Teutschen das W\u00f4rt: [aq]fenestra[/aq], abgelihen haben/ und da\u00df dy Teutschen das Wort: Fenster/ als ihr eigent\u00fchmliches rechtm\u00e4\u00dfig bey behalten. Also ist es auch mit dem Wort: Sakk/ beschaffen. Hr. [aq]D. Schottelius[/aq], 3. Lobr. [aq]pag. 38[/aq]. Hr. Polmann hinter des Hrn. B\u00f6dikers Grundsatze/ da\u00df vile Lateinische W\u00f6rter von dem Teutschen herkommen/ und da\u00df inn Italien vor langen Jaren Teutsche von [aq]Verona[/aq] und [aq]Rhaetia[/aq] an bis hinter Florenz gewonet h\u00e4tten/ welche von den Lateinern vertriben worden. Das Land \u00fcm Florenz wird heute zu Tage noch [aq]Thuscia[/aq] oder [aq]Tuscia[/aq] genant/ welches W\u00f4rt dem alten W\u00f4rte Teutsch sehr nahe kommt/ und schreibet [aq]Conradus Leo[/aq], da\u00df dy alten R\u00f6mer ire Kinder zu den [aq]Thusciern[/aq] geschikkt haben/ von inen dy [aq]Prima Principia Studiorum[/aq] zu lernen. So w\u00e4re es nun kein [S] Wunder/ wenn dy alten Lateiner von den Teutschen etliche W\u00f4rte gefa\u00dfet/ und inn ire Sprache gleichsam verpflanzet h\u00e4tten. Es haben aber dy Teutschen dadurch ihr Recht an solchen W\u00f6rtern nicht verloren/ sondern sy dennoch behalten/ und brauchen sy noch/ nicht als Fremde; sondern als dy Irige. Gleicher Gestalt verh\u00e4lt es sich auch mit etlichen Grichischen W\u00f6rtern/ welche den Teutschen fast gleich sey/ [aq]e.g[/aq].[griech.] der Strau\u00df/ [griech.] arg/ [griech.] nun. Innsonderheit gibt das W\u00f4rt: [griech.] ein Nachdenken/ da\u00df einige Grichen wegen des Handels/ oder wegen irer ber\u00fchmten Tapferkeit inn Teutschland m\u00f6gen gewesen seyn/ da\u00df sy einige ihnen gef\u00e4llige W\u00f6rter aufgefa\u00dfet/ und inn Grichenland mit genommen haben. Denn es ist kein Grichisch Wort/ darvon [griech.] k\u00f6nte hergeleitet werden. Zw\u00e2r hat einer dises W\u00f4rt vor einigen Jaren wollen von [griech.] [aq]deriviren[/aq]; aber was hat [griech.] (Feuer) mit Burg f\u00fcr eine Verwandschaft? Wahrlich keine! Denn da\u00df er v\u00f4rgab man m\u00fcste inn der Burg Feuer haben/ und daher w\u00e4re [griech.] von [griech.] genant worden/ daraus folget weniger denn nichts/ gestalt alle D\u00f6rfer w\u00fcrden eine Burg hei\u00dfen [S] m\u00fc\u00dfen/ wenn Burg von [griech.] entspro\u00dfen und genennet w\u00e4re. Denn kein Dorf kan das Feuers entraten. Dagegen ist offenbahr/ da\u00df Burg seinen Ursprung habe von dem Teutschen W\u00f4rt: birg/ oder verbirg/ [aq]imperfectum[/aq]: verbarg/ [aq]patticipium[/aq]: verborgen/ davon das verbale: Borg oder Burg entstanden/ und also gutes teutschen Herkommens ist."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"b374344ae0a2e75ced235618d77c9c12db5131b1","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":132,"id":"Q132"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q5655$2F93FC50-7F95-4BB9-8BC1-087F2721BEF0","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}