{"entities":{"Q5395":{"pageid":5486,"ns":120,"title":"Item:Q5395","lastrevid":25939,"modified":"2025-01-31T13:58:45Z","type":"item","id":"Q5395","labels":{"de":{"language":"de","value":"Es gibt so Kluge unter sie/ [der [aq]Opern[/aq]-Frauenzimmer, J.T.] da\u00df wenn sie so sch\u00f6n leben/ als sch\u00f6n (manchmahl auch garstig) sie zu [aq]raisonni[/aq]ren wissen/ so w\u00fcrde lauter Lob-Reden vor sie verfertigen. Gleichwol will aus Christlicher Hoffnung/ es werde eine vielleicht einen Anfang darzu machen/ mich im Voraus darauff beflei\u00dfigen/ und ihnen zu Liebe annoch gantz kurtz den Grund ihrer Fehler untersuchen/ damit/ wenn selbiger gehoben/ ein edler Leben folgen k\u00f6nne. \u00b6 Alles [aq]Opern[/aq]-Frauenzimmer ist von Natur von einem woll\u00fcstigen [aq]Temperament[/aq]: denn daher k\u00f6mmt es/ da\u00df sie zur Music [aq]inclini[/aq]ren/ freundlich/ h\u00f6flich und leutseelig sind. Wenn man denn solche Frauenzimmer jung in die [aq]Opern[/aq] thut/ so wird ihre [aq]Passion[/aq] zur Wollust vermehret/ die Neigung ihres Hertzens befriediget/ und ihnen Lebens-Unterhalt dabey geschafft. Was ist verm\u00f6gender/ einen in \u00fcbler Lebens-Art zu er-[S]halten/ als Vergn\u00fcgen und Interesse? Vielmahls habe dergleichen Personen/ wenn ihnen ein Priester oder sonst jemand das Hertz ger\u00fchrt/ \u00fcber ihre S\u00fcnde weinen gesehen. Woll\u00fcstige Personen sind leicht zu bewegen/ und also lassen sie zuweilen eine Reue und Neigung zu einem edlen Leben blicken; allein wo ist das Beharren/ da auf der andern Seiten das Interesse? Wodurch ernehren sie sich/ wie sie gewohnet? Die Tugend d\u00fcrffte endlich siegen/ wenn die Wollust durch einen anst\u00e4ndigen/ und das Interesse durch einen solchen Liebsten contentirt w\u00fcrde/ der sie ausser denen Opern honneter halten k\u00f6nte; und solches w\u00fcnsche als ein guter Freund von Grund der Seelen. Was aber die M\u00e4nner anbelangt/ solches m\u00fcssen zu einer friedseeligen Ehe eine gute [aq]Opinion[/aq], und wenn sie ja nicht viel gutes glauben k\u00f6nnen/ in [aq]Regard[/aq] der k\u00fcnftigen Auffuhrung die Christliche [aq]Maxime[/aq] aus dem [aq]Corpore juris canon[/aq]. vor Augen haben: \u00b6 [aq]Meretricem in uxorem ducere, est bonum opus facere[/aq]. \u00b6 Und legen endlich Ubelgesinnte meine wohlmeinende Gedancken hier\u00fcber als eine [S] Verl\u00e4umdung aus/ was saget denn die Schrifft darzu: Sirach [aq]cap. 9[/aq]. Fleuch die Bulerin/ da\u00df du nicht in ihre Stricke fallest. Gew\u00f6hne dich nicht zur S\u00e4ngerin/ da\u00df sie dich nicht fahe mit ihrem Reitzen. Also will lieber mit dem Himmel ein Verl\u00e4umder/ als mit den Menschen ein Schmeichler seyn. \u00b6 Viele sch\u00f6ne Regeln hat nun der Herr [aq]Autor[/aq] in diesem Wercke von den [aq]Opern[/aq] entworffen; allein ob und wie man mit eben dem tugendhafften Gem\u00fchte aus/ wie in die [aq]Opern[/aq] gehen/ und die Stimme des Frauenzimmers h\u00f6ren/ ohne die [aq]Sirenen Charmes[/aq] in das Hertz dringen lassen k\u00f6nne/ hat er mir/ ich wei\u00df nicht/ ob einem mehr Erfahrnen / oder sonst warum/ auszuf\u00fchren \u00fcbergeben/ so auch n\u00e4chst GOtt in einem andern Tractat mit aller bescheidenen H\u00f6flichkeit geschehen soll."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"127140fb523f6ddddef1f268a08b45ccc8e576ee","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":130,"id":"Q130"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q5395$F63615EC-DCDA-424C-9665-5B24CADE414A","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}