{"entities":{"Q4942":{"pageid":5033,"ns":120,"title":"Item:Q4942","lastrevid":25299,"modified":"2025-01-31T13:51:00Z","type":"item","id":"Q4942","labels":{"de":{"language":"de","value":"Viele der Heiden haben derer Erfindung dem Apollo/ die Aegyptier dem Osiris/ die Thracier dem Orpheus zugeschrieben. Andere haben denen Musen die Pallas vorgesetzet/ und gedichtet/ da\u00df diese aus des Jupiters Gehirne gebohren worden: anzudeuten/ da\u00df alle Wei\u00dfheit und [S] gute Wissenschafften von GOtt herkommen. Einige Christ-gelehrte stehen in dieser frommen Meinung/ als h\u00e4tten schon die aller-\u00e4lteste heilige V\u00e4ter/ wann sie im gr\u00fcnen/ bei unschuldig-guter Mu\u00dfe sich erlustiret/ oder ihrem Feld- und Welt-Bau obgelegen/ Lob- und Dank-Lieder/ zur Ehre GOttes/ gedichtet und angestimmet. Zumaln aus heiliger Verwunderung und Erforschung der Natur und Welt-Gesch\u00f6pfe/ die [aq]Hymni[/aq] oder G\u00f6ttliche Lobges\u00e4nge entspro\u00dfen; gleichwie aus der Betrachtung des menschlichen Lebens und Wandels/ die Sitten- und Tugend-Lieder/ auch Straff- und Stichel-Gedichte/ in Gebrauch gekommen. Ingleichen seye es warscheinlich/ f\u00fcgen sie hinzu/ da\u00df noch vor der S\u00fcndflut in der Schule Henoch/ der ein g\u00f6ttliches Leben gef\u00fchret/ der H\u00f6chste mit geistlichen Psalmen und Liedern w\u00e4re verehret worden. Ob Noah/ bald nach der S\u00fcndflut/ bei dem Opfer etwann auch einen Lob- und Dank-Gesang gen Himmel geschicket/ daran ist fast nicht zu zweifeln: gewi\u00dfer aber dieses/ da\u00df einige hundert Jahre hernach Hiob und Moses/ als geistig- und geistliche Dichter/ sich haben hervor gethan; und dieser absonderlich ein sch\u00f6nes Dank-Lied dem HErrn angestimmet/ nach dem triumfirenden Auszug der Kinder Israel durch das rohte Meer: * [2. B. Mos. XV.] worbei auch seine Schwester Mirjam das ihrige beigetragen/ und den Weibern am Reigen vorgesungen. Welcher Gestalt besagt-Israelisches Volk an der Gr\u00e4nze von Moab/ \u00fcber einen Brunnen/ ein Lied wechselwei\u00df gesungen/ hat eben de\u00dfelben Heer-[S]f\u00fchrer und Capellmeister Moses in seinem IV Buch ** [Cap. XXI. v. 17. 18.] angef\u00fchret. Nicht gar anderthalb-hundert Jahr hernach trat im Volke GOttes hervor die Richterin/ Prophetin und Po\u00ebtin Debora; welche samt dem Barac/ nachdem sie die Cananiter besieget/ GOtt mit einem herrlichen Triumph-Lied gedanket. ***[B. der Richter Cap. V.] Und glauben etliche/ da\u00df diese Debora eine von den alten Sibyllen gewesen; welche auch Po\u00ebtinnen waren/ und ihre Wei\u00dfagungen in Versen beschrieben. Bald darauf haben die Griechen ihren Amphion aufgestellet/ und von ihm erzehlet/ da\u00df er durch seine liebliche Dicht- und Sing-Kunst die Steine zu den Mauren der Stadt Thebe versammlet; oder vielmehr/ durch seine geschickte Po\u00ebsie und Wolredenheit/ die hart- und wilden Leute bez\u00e4hmet habe/ St\u00e4dte zu erbauen/ und friedlich beisammen zu wohnen. Diesem folgten ihre annoch-ber\u00fchmte alte Po[aq]\u00eb[/aq]ten/ Linus/ Orpheus/ Musaeus; wie auch in Italien die Carmenta/ Evanders Mutter/ welche aus Arcadien/ einer Griechischen Provinz/ die Po\u00ebsie solle dahin gebracht haben. \u00b6 Um das Jahr der Welt 2890 schwange sich die Po[aq]\u00eb[/aq]sie mit dem David auf den K\u00f6nglichen Thron; von welchem Mann und Dichter nach dem Herzen GOttes/ die Po[aq]\u00eb[/aq]tische Fabel von dem Apollo und seinen Musen auf dem Parnassus-Berg/ nach etlicher fromm-gelehrter Meinung/ soll herstammen. David nemlich hatte um sich viel Hof-Musicanten/ den Assaph/ Ethan/ Heman/ Jedithun/ und andere/ mit denen er heilige S\u00e4ngereien [S] angeordnet/ und er selbst auf der Harpfe gespielet. Also hat der Satan/ GOttes Affe/ zu Delphis Pythische Gesang-Spiele angestellet/ und dem Apollo die Leyer/ auch seinen Musen verschiedene Instrumenten in die Hand gegeben. David hat den Riesen Goliath/ und der Sohn Davids den h\u00f6llischen Python erw\u00fcrget: dergleichen Thaten werden auch dem Apollo angedichtet. Zu Jerusalem waren zween heilige Berge/ Sion und Morijah/ auf derer jenem David residirte; diesen beeden Bergen wurde der zwei-gespitzte Parna\u00dfus nachgebildet. In Jerusalem war das J\u00fcdische Sanhedrim; also auch zu Delphis der hohe Griechen-Raht der Amphictyonen. Aus dem Berg Sion entsprang der Brunn Siloah/ daraus ein blind-gebohrner sich sehend gewaschen/ und anderseits die Brunnen Gihon/ Rogel und mehrere; welche durch die Dichter in die Kunst-Brunnen am Parna\u00dfus und Helicon verwandelt worden/ als daraus man sich Kunstsehend und gelehrt trinken k\u00f6nne. Diese geistliche Erkl\u00e4rung lassen wir in ihrem Wehrt: und wi\u00dfen freilich/ da\u00df die Heiden/ weil sie vieler Sachen und K\u00fcnste Ursachen nicht erkennen k\u00f6nnen noch m\u00f6gen/ selbige ihren G\u00f6ttern zugeschrieben; dahero auch die Erfindung der Dicht-Kunst (wie schon gemeldet worden) dem Apollo zugeeignet/ weil er durch das Delphische Orakel/ von uralten Zeiten her/ in gebundener Rede geantwortet/ und andere dergleichen [aq]Oracula[/aq] oder G\u00f6tzen-Stimmen Verswei\u00dfe geweissaget. \u00b6 Nach Davids und seines Sohnes Salomo (welcher \u00fcber tausend Lieder gedichtet/ * [1 B. der K\u00f6nig. IV. 32.] von denen [S] das so genannte Hohe Lied noch vorhanden ist) weisester Regierung/ lie\u00df sich in Griechenland h\u00f6ren Homerus/ der F\u00fcrst selbiger Po\u00ebsie/ und Vater der Mythischen/ das ist/ der aller\u00e4ltesten Philosophie;"}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"a24f8f421866b79e94b1ac77054d7e21cdc51871","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":128,"id":"Q128"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q4942$59F0C858-C6A1-472B-96D4-341DD8AF8B89","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}