{"entities":{"Q3520":{"pageid":3610,"ns":120,"title":"Item:Q3520","lastrevid":25706,"modified":"2025-01-31T13:58:11Z","type":"item","id":"Q3520","labels":{"de":{"language":"de","value":"Zu des [aq]Lotharii I[/aq]. Zeiten hat gelebet [aq]Ottfriedus[/aq] ein Munch des Klosters Weissenburg/ hat aber unter [aq]Ludovici II[/aq]. Zeit erstlich die Evangelia in alten Teutschen Versen herau\u00dfgegeben/ und dem [aq]Luithberto[/aq] Meintzischen Ertzbischoff zu geschrieben. Er war des [aq]Rabani Mauri[/aq] Lehrj\u00fcnger. Ist also vielleicht ein Fehler der fl\u00fcchtigen Feder/ da\u00df der Herr Hoffmann in der Vorrede seiner Getichte ihn unter die Zeit des [aq]Lotharii[/aq] und Friedrichs setzt/ wodurch niemand anders als [aq]Lotharius II[/aq]. und [aq]Fridericus Barbarossa[/aq] k\u00f6nte verstanden werden. Aber er hat vielleicht an stat Fridrichs den Nahmen Ludewig schreiben wollen. [aq]Beatus Rhenanus[/aq] hat zu erst di\u00df Buch gefunden. [S] wie er selbst in seinen [aq]rebus Germanicis[/aq] erzehlet. Hernach hat es [aq]Matthias Flacius Illyricus[/aq] zu Basel herau\u00dfgegeben unter dieser Uberschrifft [aq]Ottfridi Evangelium, liber veterum Germanorum Grammaticae, po\u00ebseos, theologiae praeclarum monumentum[/aq]. Mit dieser [aq]Edition[/aq] ist der Herr [aq]Lambecius lib. 2. comm. de Bibl. Vindobonensi c. 5[/aq]. nicht zu frieden/ weil er sie vor gantz unvollkommen h\u00e4lt/ und sehr viel Fehler darin angemercket. Er hat eine dreyfache Vorrede: die eine lautet an [aq]Salomon[/aq] einen Bischoff zu Costnitz: die andere an K\u00f6nig Ludewig beide in Teutschen Versen/ deren erste Buchstaben wenn sie zusammen gelesen werden einen absonderlichen Verstand machen: welche [aq]Carmina[/aq] bey den Griechen [griech.] genant worden: die dritte an den Ertzbischoff zu Meintz [aq]Luitbert[/aq] in Lateinischer Sprache. Worinnen er zu verstehen gibt/ da\u00df er auff Bitte seiner Br\u00fcder und der Kayserin [aq]Judithae[/aq], der vor andern Weltlichen und unfl\u00e4tigen Gedichten geeckelt [S] die M\u00fche auff sich genommen/ und ein Theil der Evangelien in Teutsche Verse \u00fcbersetzet. Woraus denn erh\u00e4lt/ da\u00df doch vorhin einige Lieder und Getichte in Liebessachen m\u00fcssen gewesen sein. Die Verse sind des Maasses und der rauhen Sprache wegen sehr unlieblich/ \u00fcber welche er sehr klaget in der Vorrede seiner Evangelien. Die wenigen Verse die der Herr Hoffmann in seiner Vorrede aus ihm anf\u00fchret und in Verse \u00fcbersetzet zeigen da\u00df dennoch unter diesem so grobem Kittel der Sprache ein guter Geist verborgen gewesen. Er hat noch andere dinge in Teutscher Sprache geschrieben/ als Predigten \u00fcber die Evangelia/ [aq]Paraphrases[/aq] in [aq]Canticum Esaiae, Ezechiae, Hannae, Moisis, Zachariae, Mariae[/aq] \u00fcber das Vater Unser/ \u00fcber des [aq]Athanasii Symbolum[/aq], \u00fcber die Psalmen Davids/ und noch drey grosse Bucher \u00fcber dieselbe. [aq]Lambecius[/aq] hat [aq]l. 2. c. 5. p. 46[/aq]. als zur Probe den ersten Psalm angef\u00fchret/ h\u00e4lt es vor ein sonderliches sel-[S]tenes Gedenckmahl der alten Sprache/ w\u00fcnschend de\u00df es dermahleins ans Licht gebracht w\u00fcrde: [aq]Trithemius[/aq] in seinem Buch [aq]de Scriptorib[/aq][?] [aq]Ecclesiasticis[/aq] nennet diesen [aq]Ottfridam, Virum in divinis scripturis eruditissimum, & in secularibus Virum egregi\u00e8 doctum, Philosophum, Rhetorem, Po\u00eatam insignum ingenio excellenti & disertum eloquio[/aq]. Zu [aq]Henrici[/aq] des [aq]III[/aq]. und [aq]IV[/aq]. Zeiten lebte [aq]Willeramus[/aq], ein gelehrter Abt zu Mer\u00dfburg/ welcher \u00fcber das Hohelied Salomonis eine Lateinische [aq]Paraphrasin metro rythmicam[/aq] geschrieben/ und auch eine Teutsche in ungebundener Rede. Selber geh\u00f6ret woll nicht unter die Teutsche Poeten/ aber er ist werth/ da\u00df wir ihn hier ber\u00fchren. Es ist ein sch\u00f6nes Denckmahl der alten Sprache/ und kan man einen sonderlichen Verstand darin mercken. Die Lateinische Verse sind auch nicht so gar zu verachten/ nur da\u00df sie mit der damahls \u00fcblichen Reimerey auch angef\u00fcllet sein. Der [aq]Paulus Merula[/aq] hat diesen [aq]Autorem[/aq] zu erst her-[S]ausgegeben mit seinen Anmerckungen."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"488e0bf19ef5dad94bce0853b2ed7d73d9345c84","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":112,"id":"Q112"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q3520$6B6DEAED-DDFF-4B3B-ACF2-968395FFC844","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}