{"entities":{"Q3447":{"pageid":3537,"ns":120,"title":"Item:Q3447","lastrevid":25426,"modified":"2025-01-31T13:56:23Z","type":"item","id":"Q3447","labels":{"de":{"language":"de","value":"Es sind fast die meisten so geartet/ da\u00df sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich \u00fcber alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringsch\u00e4tzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterw\u00fcrffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische au\u00dfnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst au\u00dfge\u00fcbet seyn/ als diese/ die hingegen viel gr\u00fcndlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gem\u00e4\u00df/ und so gr\u00fcndlich erwiesen werden kan/ da\u00df niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] k\u00fcnfftig gehandelt werden kan. \u00b6 Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verst\u00e4ndigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht au\u00dfgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten V\u00e4ter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ da\u00df des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Lingu\u00e2 & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bem\u00fchet. Es ist am gl\u00e4ublichsten/ da\u00df keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren W\u00f6rtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Au\u00df diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr f\u00fcr eine Schwester der andern/ als f\u00fcr ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ da\u00df die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als \u00e4ltere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitl\u00e4ufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ da\u00df die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Har\u00dft\u00f6rffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der D\u00e4nischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. \u00b6 Wann wir die Natur hier\u00fcber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen gr\u00fcn-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gem\u00e4\u00df halten; da\u00df sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie au\u00dfspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abri\u00df gegeben. Der j\u00fcngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti ver\u00e8 naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie k\u00f6nten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mi\u00dfg\u00f6nnen niemand seine Einf\u00e4lle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gn\u00fcge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden k\u00f6nte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitl\u00e4ufftig were."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"488e0bf19ef5dad94bce0853b2ed7d73d9345c84","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":112,"id":"Q112"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q3447$4D67A6F3-E1D8-4D45-8FC1-5A592058C69F","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}