{"entities":{"Q3196":{"pageid":3286,"ns":120,"title":"Item:Q3196","lastrevid":25255,"modified":"2025-01-31T13:50:52Z","type":"item","id":"Q3196","labels":{"de":{"language":"de","value":"Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anla\u00df genommen/ wie das Buch der Sch\u00f6pfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. \u00b6 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine G\u00f6ttliche Erfindung: (a [griech.]) gleich als w\u00e4re sie/ durch die himmlische Heerschaaren/ die Gott ohn unterla\u00df lobsingen/ als ein Vorschmack des Himmels/ auf Erden herab gebracht worden/ damit die Menschen etwas h\u00e4tten/ womit sie ihr [S] Elend tr\u00f6sten m\u00f6gen. Indem nun/ des Jubals und Jabals Sch\u00fcler und Sch\u00e4ferei-geno\u00dfen/ also aufspielten und sangen/ ward ihre Schwester/ die sch\u00f6ne Naema/ samit ihren Gespielinen damit herzu gelocket: die dann einen Reihen schlossen/ und nach dem Thon ihrer Seiten- und Pfeifenspiele gedanzet. Als nun selbige Feld-Musikanten in diese D\u00e4nzerinnen sich verliebet/ wurden sie veranla\u00dfet/ Liebesklagen zu verfassen und in das Seitenspiel zu singen. Und solcher gestalt hat/ die Liebe/ zu erfindung der Poesy/ den ersten anla\u00df gegeben. So ein Liebgedichte sol vor alters die Erifanis dem Menalcas/ einem ber\u00fchmten J\u00e4ger/ gemacht und gesungen haben. \u00b6 3 Dieses th\u00e4ten die Cainiten. L\u00f6blicher aber verfuhren/ die von der Kirche der Erzv\u00e4tter. Adam/ der F\u00fcrst und Vatter unter denselben/ hat ohnezweifel/ mit seiner Eva im Paradeis unter dem Baum des Lebens/ GOtt ihrem Sch\u00f6p-[S]fer Lob-gesungen. Nachmals/ wann diese heil. V\u00e4tter im Gr\u00fcnen lagen/ hatten sie ihre Gedanken zu Gott/ schwebten damit im Himmel/ den sie \u00fcber und vor sich sahen/ betrachteten in den Gesch\u00f6pfen den Sch\u00f6pfer/ auch an der Sternenburg den Ursprung ihrer Seelen/ und/ an stat der eitlen irdischen Liebe raum zu geben/ dichteten sie Lieder zur Ehre GOttes/ und sungen solche bei Verrichtung des Gottesdienstes/ oder lie\u00dfen sonst Ges\u00e4nger voll Tugendlehren erklingen. Di\u00df geschahe/ wie zu vermuhten ist/ in der ersten Welt vor der S\u00fcndflut: da man ja nicht in der Beehrung GOttes wird gefeiret haben/ sonderlich in des Henochs Schule/ der ein G\u00f6ttliches Leben gef\u00fchret. \u00b6 4 Nach der S\u00fcndflut/ ist/ vor Mose Zeiten/ keiner Poesy oder einiges Lieds gedacht worden: au\u00dfer da\u00df sich vermuten l\u00e4sset/ Noah werde/ nach der S\u00fcndflut/ beim Opfer/ ein Lob- und Danklied GOtt zu Ehren gesungen/ und [S] der Sch\u00e4fer Jacob/ zu Haran in Mesopotamien/ auf der Weide bei den Heerden/ seiner sch\u00f6nen Rahel/ die er innigst geliebet und 14 Jahre um sie gedienet/ manches HirtenLied gedichtet haben. Er wohnte nachmals bei den Thurn Eder/ ([aq]a[/aq] [Gen. 23. V. 21]) nahe bei Betlehem/ welcher Ort ohnezweifel von ihm und seiner SchafeTrift/ diesen Namen (Heerde) bekommen: und wird er daselbst seinem GOtte/ der ihn beschirmet und gesegnet/ manches DankLied gesungen haben. Da\u00df aber die Hebreer/ und andre V\u00f6lker in den Morgenlanden/ Poeten gewesen/ erscheinet aus den vielen in Heil. Schrift aufgeschriebenen Liedern und Psalmen/ wie auch aus des L\u00fcgen-Profetens Mahumed Alcoran/ welcher in lauter/ wiewol \u00fcbel-abgemessenen/ Reimzeilen bestehet: aus welchem letzern abzunehmen ist/ da\u00df die Poeterey bei den Arabern/ der Ebreer Nachbaren/ sehr \u00fcblich m\u00fc\u00dfe gewesen seyn. [S] \u00b6 5 Im Jahr der Welt 2415 ungef\u00e4hr 800 Jahre nach der S\u00fcndflut/ lebte mit 40 Jahren der Poet und Profet Mose/ und wohnte ebensoviel Jahre im Land Midian/ bei einem Brunnen/ dahin er aus Egypten geflohen ware: und daselbst h\u00fctetete er der Schafe Jethro/ des Priesters in Midian/ der ihm eine von seeinen sieben T\u00f6chtern zum Weibe gegeben. Mit diesen sieben Sch\u00e4ferinnen/ insonderheit mit seiner lieben Zipora/ wird Moses sich oft im Singen auf dem Feld ergetzet haben ([aq]b[/aq] [Ex. 2. V. 15/16/24. C. 2. V. 1]). Dann/ da\u00df er ein Poet gewesen/ ist zu ersehen aus dem sch\u00f6nen DankLied/ damit er Gottes H\u00fclfe gepriesen/ da der Feind seines Volks mit allen seinen in rohten Meer ertrunken: worbei seine Schwester Miriam auch das ihre gethan/ und den andern Frauen/ als S\u00e4ngerinnen/ vorgesungen ([aq]c[/aq] [Ex. 15. V. 21]). Er sange auch/ kurz vor seinem Tod/ ein langes [S] Lied ([aq]d[/aq] [Deut. 32.)/ darinn er aus Profetischem Geist vorgesaget/ wie das erwehlte Volk von GOtt abfallen w\u00fcrde. Es wird auch der Neunzigste Psalm ihme/ durch die Obschrift/ zugeschrieben/ womit er die in der W\u00fcsten sterbende 600000 Israeliten getr\u00f6stet. Welchergestalt das Volk an der Gr\u00e4nze von Moab/ \u00fcber einen Brunn/ ein Liedlein wechselweis gesungen/ hat eben dieser ihr F\u00fcrst und Capellmeister nicht unerwehnt lassen k\u00f6nnen. ([aq]e[/aq] [Num. 21. V 17/18.]) \u00b6 6 Ein huntert Jahre nach der Zeit Mose/ th\u00e4te sich auch in Griechenland die Poesy herf\u00fcr/ und zwar erstlich in B\u00e4otien zu Dodona und Delfi: da die G\u00f6tzen oder vielmehr Teufel/ Jupiter/ und nachmals Apollo/ so in seiner Jugend auch/ wie Mose/ ein Sch\u00e4fer gewesen/ aus H\u00f6len (aus der H\u00f6lle) und zwar allemal in Versen/ geredet/ und den Leuten/ die um k\u00fcnftige Dinge gefragt/ Antwort gegeben/ daher sie Oracula genennt [S] worden: und soll zu Delphi das erste Weib/ durch welche der Geist geredet/ namens Phemonoe/ die Verse-art/ so bei den Griechen und Lateinern [aq]Hexametri[/aq] hei\u00dfen/ erfunden haben. Es ist aber ohnezweifel Fabelwerk/ wie alle der Griechen erste Geschichten/ und hat der H\u00f6llen F\u00fcrst/ als jederzeit Gottes Affe solches von dem Profeten Mose und der Miriam abgesehen/ und nachgedichtet. \u00b6 7 Im Jahr der Welt 2620 trate im Volke GOttes hervor/ die Heldin/ Richterin/ Profetin und Poetin Debora: welche mit dem Barak/ nachdem sie die Canaaniter geschlagen/ dem Herrn mit einem sch\u00f6nen Lied daf\u00fcr gedanket ([aq]f[/aq] [B. Richt. 5.]). Von dieser glaubet man/ da\u00df sie eine von den Sibyllen gewesen: welche auch Poetinen gewesen/ und ihre Weissagungen in Versen geschrieben."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"f8bf4387959d5f01672959df273086f61086af5a","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":111,"id":"Q111"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q3196$B1F641D6-8053-408D-B31E-BCC2ABDD90E2","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}