{"entities":{"Q178":{"pageid":263,"ns":120,"title":"Item:Q178","lastrevid":25271,"modified":"2025-01-31T13:50:56Z","type":"item","id":"Q178","labels":{"de":{"language":"de","value":"Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonn\u00f6then solte seyn. \u00b6 \u00a7. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in h\u00f6chsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-S\u00e4nger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten \u00fcber die nat\u00fcrliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von b\u00fcrgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kr\u00f6ne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. \u00b6 \u00a7. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ da\u00df man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen St\u00e4dten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen lie\u00dfen/ da\u00df sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto gr\u00f6ssere Lust zum Studiren sch\u00f6pfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. \u00b6 \u00a7. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Ma\u00df von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. da\u00df die Reim-Kunst dem Adam w\u00e4re von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht h\u00e4tte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] Meer gl\u00fccklich gegangen w\u00e4re/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. K\u00fcpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. \u00b6 \u00a7. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des K\u00f6niges Ass\u00e4 lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den R\u00f6mern gebracht& bi\u00df sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie bef\u00f6derten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ da\u00df man es die goldene Zeit der Poeten nennete."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"d7dcfdac73ed99e9a8b3cf7684b57d1b169f8332","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":114,"id":"Q114"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q178$CFD78536-A354-4A94-8631-FD891F03669B","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}